gemeinsmann,
gemeindsmann,
m. mann von de gemeinde, die gewöhnliche form für gemeindemann (gemeintmann),
s. d. und zu dem auffallenden s
u. gemeinde 1,
b. 11) gemeindsmann
seltner: ein ieder haussäsziger gemeindsmann.
weisth. 6, 255; derjenige gemeindsmann, welcher einen hausgnoszen ufnimbt.
das., schwäb. 16.
jahrh.; was uf eins gemeinsmanns güter (
gefunden wird), so V sch. und drüber werth, dem gemeinen herrn zustendig, so aber drunter werth, do derselbig gemeindtsman schweigen kann, soll ime zugehörig sein. 2, 47,
von der Saar, beide formen beisammen. 22) gemeinsmann,
schwäb., oberrh., mrh., fränk. u. a.: hat ein gemeinsman dem andern ader ein frömbder eim gemeinsman zu rechtfertigen.
weisth. 6, 26,
fränk.; ob der hofman einen findt, der brüchlich (
straffällig) were und er ihn nit gewältigen könt, welchen gemeinsman er am nechsten fünde, soll er umb hülf ansprechen. 2, 169,
vom Hundsrück; was man alment von der gemein hie geit, da geit man in (
den herren) als vil als zweien mannen, und darvon sollent sie an zeunen, graben machen und an andern diensten als vil thon als zwen gemeinsman. 1, 459,
mrh.; wan si ihn (
die herren den sedelhof) verleihen förder in ein frembde hant, derselbe soll dienen und gemeintschaft haben gleich ein anderer gemeinsman. 1, 790; ein gemeinsman (
soll helfen) bei straf ij schill. und ein auslendiger bei einem pf. heller. 2, 158; ein banmül, darin sal all gemeinsman malen. 167,
s. auch 6, 243
schwäbisch, 5, 270
wetterauisch, 4, 600
bei Bingen, auch in Luxemburg: werde dem ungehorsamen gemeinsman .. wilt, wasser und weid verpotten.
weisth. 265; sall der selbige gemeinsman dem molner den molter geben. 456,
vorher gemeiner und inwoner,
die letzteren also dort inbegriffen (
s. unter gemeinde 5,
c, ε).
noch bei Adelung
auch gemeinsleute. 33)
nun auch gemeindevorsteher (Rütte
wb. zu Gotthelf 31): die gmeinsmanne schrien auch gar laut, je mehr wirthe seien, desto theurer werde man alles haben müssen. J. Gotth. 1, 372; zur zeit, wu aich gemansmann wor, do wor aich net so neuschierig wie er. Malsz
die bauern s. 22 (
Frankf. volkstheater),
im munde eines Wetterauer bauern. 44)
im 16.
jahrh. auch für gemeiner mann,
homo plebis: ein schlechter gemainsman, der nit das erst mit dem mitteln und letsten gleich verstanden het. Reuchlin
verst. 2
a.