aus ,
diese partikel hält denselben gang ein mit auf;
beide erscheinen ursprünglich nur als adv. und werden allmälich auch zu praepositionen. das goth. ut
drückt immer ἔξω aus, niemals ἐκ,
ἐξ,
und das gilt ebenso vom ags. alts. ût,
engl. out,
altn. ût,
schw. ut,
dän. ud
bis auf heute. im ahd. ûʒ
hebt sich schon die praepositionsanwendung, doch ist sie selten (Graff 1, 534),
mhd. und nhd. entschieden und häufig, nicht anders im fries. mnl. ût,
nnl. uit.
Für die dem gr. ἐκ,
lat. ex
entsprechende praeposition diente goth. us,
ahd. ar ir ur,
altn. or, ur (
isl. ûr),
begann aber bald zu veralten und findet sich mhd. und nhd. als er
nur in zusammensetzungen. wie erreichte man den begrif der praeposition auf andern wegen? Schon die Gothen pflegten ihre praep. us
gern durch beigefügtes ut
zu stärken, usiddja ut us þizai baurg,
ἐξεπορεύετο ἔξω τῆς πόλεως.
Marc. 11, 19; usgagg ut us þamma,
ἔξελθε ἐξ αὐτοῦ,
Marc. 1, 25; usvairpandans ina ut us þamma veinagarda,
ἐκβαλόντες αὐτὸν ἔξω τοῦ ἀμπελῶνος,
Luc. 20, 15; uskusun imma ut us baurg,
ἐξέβαλον αὐτὸν ἔξω τῆς πόλεως,
Luc. 4, 29;
anderemal steht bloszes us: usiddja us imma,
ἐξῆλθεν ἀπ' αὐτοῦ,
Marc. 1, 26; usgagg us þamma mann,
ἔξελθε ἐκ τοῦ ἀνθρώπου,
Marc. 5, 8.
diesem ut us
gleicht ein ahd. ûʒ ar,
doch nur mit partikelbedeutung, nicht als praeposition, wol aber als solche altn. ût ur: ût ur hûsi,
e domo; schw. dagegen werden utaf,
dän. udaf,
ags. ût of,
engl. out of
verbunden, um die praep. ex
auszudrücken. ahd. erscheint kein ûʒ aba,
so wenig als goth. ut af,
zuweilen aber ahd. ûʒ fona (Graff 1, 534),
mhd. ûʒ von:
[] diu vor liebe als ein tou mir ûʒ von den ougen dranc.
MS. 1, 50
b; der mâne ûʒ von den wolken steic.
Wigal. 7055; disen schilt hân ich dan verstoln ûʒ von andern kinden.
Parz. 349, 13; daʒ her ûʒ von Naroklî
n. Wh. 371, 2;
doch bleibt die formel selten und nhd. kommt aus von
nimmer vor. alts. ût fon them alaha.
Hel. 6, 2
und in der beschwörung des nesso: ût fan themo flêsge an thia hûd, ût fan thera hûd an thesa strâla!
Statt dieser verknüpfung des ûʒ
mit andern praepositionen war es dem wesen der hd. sprache angemessener, die praepositionskraft in das blosze ûʒ
zu legen, wie statt ufan
in das blosze uf
oder ûf,
und unsere praeposition ûʒ,
nhd. aus,
nnl. uit
unterscheidet sich von dem engl. out of,
schw. utaf,
dän. udaf
gerade so wie mhd. ûf,
nhd. auf
vom engl. upon,
schw. p,
dän. paa.
hochdeutsch und niederländisch wurden aus
und auf, uit
und op
praepositional, den nordischen sprachen ruht die praep. in af
und ,
welchen die partikeln ut
und up,
letztere nur mit ihrem consonantauslaut vorantreten. hat nun das deutsche auf
ein an,
das aus
ein ab
fahren lassen, während im nordischen jeder nachdruck auf der zweiten partikel haftete; so stimmt diese erscheinung zu der hochdeutschen begünstigung aller praefixe, zu der nordischen aller suffixe insgemein. aus nord. utaf
wäre taf,
wie aus upp p
geworden, hätte nicht die länge des u
in ut
den vocal erhalten. Goth. us
gewährt den gegensatz zu in,
ganz wie af
den zu ana,
folglich unterscheidet sich us
von af,
wie in
von ana.
wer aus dem hause
geht, musz in
ihm, wer ab dem berge
steigt, musz an
ihm gewesen sein; der vogel fliegt aus dem nest,
aber ab (von) dem baum;
man hebt den deckel ab (von) dem becher,
trinkt aus dem becher. ut
gesellt sich zu beiden, us
und af,
goth. ut us razna,
altn. ût ur hûsi,
ags. ût of hûse,
engl. out of the house,
wie sich altn. upp
mit beiden praep. â
und î
verträgt, uppâ, uppî.
Mislang es nicht, für an, ab, auf
lebendige wurzeln in der sprache zu suchen, so erscheint ein solches bemühen vergeblich bei aus.
den buchstaben nach wäre verwandtschaft zwischen goth. at
und ut,
ahd. aʒ
und ûʒ
möglich. nhd. aus,
d. i. ausz
mit goth. us,
d. i. nhd. er
zusammenzustellen ist ein grober fehler. us,
ahd. ar ir ur,
begegnen dem sl. iz'',
litt. isz,
lett. is,
wahrscheinlich auch dem lat. ex,
gr. ἐκ,
ἐξ,
wovon näher unter der partikel er zu handeln sein wird. verwandtschaft zwischen goth. us
und ut
läszt sich kaum darthun, wenn schon gr. ἐξ und ἔξω,
wie εἰς und εἴσω eines stammes sind. dem skr. ut
sursum liegt goth. ut,
dem begrif und der mangelnden lautverschiebung nach, unverwandt. die nhd. schreibung aus
für ausz =
mhd. ûʒ
wurde durch Luther
gefestigt, obschon viele schriftsteller des 16
und 17
jh. es noch bei dem ausz
belassen, die aber auch hausz, mausz
für haus, maus
setzen und von dem unterschied zwischen s
und sz
aller richtigen vorstellung entbehren. aus
wird wie es
und das
schon durch den häufigen gebrauch gerechtfertigt, wiewol beide letztere kurzen vocal vor dem s
haben, und der lange sonst sz
nach sich zieht. siehe sz.
Auch bei aus
musz wie bei auf
die adverbiale anwendung der praepositionalen vorangehen. II.
Aus als adverb und interjection. I@11) aus
im sinne von weg, fort, foras, apage hat heute geringeren umfang und pflegt durch hinaus, heraus
ersetzt oder erweitert zu werden. pfui aus!
Garg. 62
b,
wie sonst pfui dich an!.
hinter einem solchen aus
folgt dann die praep. mit: darumb nur aus, aus mit den buben! Luther 1, 395
a; aus mit den wüsten sewen! 3, 161
b; aus mit dem folgern und gaukeln! 3, 529
b; aus zum teufel mit solcher heiligkeit! 4, 487
b; aus zum teufel mit den guten werken! 4, 521
a; pack dich, troll dich, ausz mit dir! Alberus (
wetterauisch ous mit dir!); es ist ausz mit dem heil, ausz mit dem zeug. Maaler 39
b; ausz mit disem feindsäligen gott, der den menschen so übel will! Frank
parad. vorr. 2
a; ausz ausz mit solchen patienten! Waldis
Esop 4, 23; o ausz mit arzenei, zuckerei und zauberei, die die leut tödten! Fischart
groszm. 140; ausz mit solchem schleck!
Garg. 42
a; ausz mit dieser bibliothec, die sich nicht zu meinem beruf reimet. Zinkgr.
apophth. 9, 18; aus damit!; und damit aus.
mann im Tockenb. 20.
heute meistens: hinaus
oder fort mit ihm! hinaus mit dem kerl!
engl. out with him! out with it!
es kann aber auch der nom. oder voc. gesetzt sein: laut schreien, ausz du lecker, du bub! Wickram
rollw. 97
b;
[] ausz ausz ausz, nur immer ausz was nit gelt hat, ausz meinem haus. H. Sachs III. 1, 116
a.
mhd., geschweige ahd. beispiele dieser fügung liegen nicht vor. I@22) aus und aus,
omnino, prorsus, von anfang zu ende: wo find ich dann deins vatters haus, seuberliches mägdlein? 'ge das gäszlein aus und aus, schweig still und lasz dein fragen sein'. Uhland 678; diser flusz lauft durch Preuszen ausz und ausz. Frank
weltb. 56
a; der hat sich besunder in dem dritten buch fortalicii usz und usz hin für sich und uns des thalmuds wol und geschicklich beholfen. Reuchlin
augensp. 9
b; er hat den tempel dir verwüstet ausz und ausz. Opitz 3, 295; Marcus kunte baun ein haus auf von grund und aus und aus. Logau 3, 9, 90; der ist aus und aus geblendet. Chr. Knittel
sinnenfr. 22. I@33) aus und ein,
mhd. ûʒ und în: eʒ gie ûʒ unde î
n. Reinh. 589; daʒ ûʒ gât und aber î
n. 590; ein schar vert ûʒ, diu ander î
n. Walth. 20, 8; du wilt gewalteclîchen gân în mînem herzen ûʒ und î
n. 55, 11.
nhd. du fleugst den grünen wald aus und ein. Uhland 47; er get zu Lüneburg aus und ein. 122; er reit zu Nürnberg aus und ein. 341; wenn wir in höchsten nöthen sein und wissen nicht wo aus noch ein.
Kirchenlied. wo adel und ehr beisammen sein, darbei gehet ehr aus und ein. Lehmann 155; wo ausz wo ein waisz ich schier nicht. Schmelzl
verl. sohn 6
b; nun weisz ich nicht, wo ausz noch ein. Ayrer 66
b; der sonnen schwester hetzt durch alle hole wälder und jagt pusch ausz pusch ein. Fleming 65; aus und eingehen, aus und einfahren.
weisth. 2, 172. 183; ich bin heute hundert und zwenzig jar alt, ich kann nicht mehr aus und eingehen.
5 Mos. 31, 2; aus und eingieszen. 4
Mos. 4, 7; ich bin die thür, so jemand durch mich eingehet, der wird selig werden und wird ein und ausgehen und weide finden (
goth. ingaggiþ jah utgaggiþ).
Joh. 10, 9; zum taubenschlag aus und ein plitzen (
wischen).
Garg. 40
b; euer excellenz sind hiebevor eine geraume zeit in meinem haus aus und eingangen. Schuppius 788; weder aus noch ein wissen.
unw. doct. 796; so weist du weder aus noch ein, wenn nun noth an den mann geht. Klopstock 12, 122; und wenns nun gar recht zu dem geht, woraufs allein ankommt, so wissen sie vollends weder aus noch ein. 12, 150; so wurde dadurch den zwerglein gar grosze noth und kummer bereitet, dergestalt dasz sie nicht mehr wusten wo aus noch ein. Göthe 23, 91; da ich ein kind war, nicht wuste wo aus noch ein. 2, 79; da wurden erst die söhne klug und gruben nun jahr ein jahr aus des schatzes immer mehr heraus. Bürger 77
a; jahr aus, jahr ein,
nnl. jaar uit, jaar in; eeuw uit, eeuw in. I@44) aus und an: hui oben aus und nirgend an! wust nit wo ausz oder wo
an. Uhland 621. aus und davon (
ähnlich dem auf und davon
sp. 604): aus und darvon kommen.
Mariä wunderzeichen. Regensb. 1522
no 128; sie läuft und weisz nicht eben woher und wohin ausz. Fleming 106. I@55) aus
hinter substantiven. mhd. an sîme tage und alle die wochen ûʒ.
myst. 72, 2.
nhd. das land aus, den wald aus (
wie vorhin bei aus und ein); trumpf aus!; besser ein fenster aus als ein ganz haus.
Garg. 8; die kleider aus und drauf getanzt!
Garg. 99
b,
welches abziehen der kleider beim schlemmen sich erklärt aus Uhland
s. 578. 579
und franz. Simpl. 1, 60. I@66)
ähnlich dem von anfang an, von stunde an, von kindsbeinen an (
oben 296)
heiszt es: bisz dasz der wein in im erhitzt, dasz er im zom hals usz switzt. Muskatblut 91, 39; den die grimme welt vom höchsten himmel aus bis in das grab gefällt. Fleming 3; er ist ehrlich von grund aus, taugt nichts von der wurzel aus, ist ein schelm von haus aus; von haus aus hat er gar
[] kein vermögen; eine solche heiterkeit von natur aus ist mir unbegreiflich. Göthe 25, 349; die treulichste versicherung, dasz wir uns von grund aus liebten. 26, 22; von Leipzig aus wird mir geschrieben.
dies von aus
reicht wieder ans alte ûʒ von
oder das engl. out of. I@77) heraus
und hinaus,
wie wir unter 1
sahen, ist verstärkung oder nähere bestimmung des einfachen aus,
in welchem an sich selbst schon ein bewegen von innen nach auszen lag. in daraus, woraus, hieraus
nähert sich aus
seiner praepositionalgeltung, da man sie umsetzen darf in aus dem, aus welchem, aus diesem. durchaus
gleicht sowol dem durch und durch
als aus und aus. voraus
bedeutet wie voran, vorab
inprimis, überaus
eximie. er ist immer obenaus, will obenaus; von unten aus
wie von grunde aus, vornenaus, hintenaus, nebenaus. gerade aus, ganz aus, garaus, halbaus. garaus
und voraus
werden auch substantivisch genommen wie kehraus, saufaus, wischaus, reiszaus,
die doch von auskehren aussaufen auswischen ausreiszen
herzuleiten sind. wegen garaus
s. ausmachen. I@88)
eine menge verba setzen sich zusammen mit aus
und die erste frage entspringt hier nach dem verhalten dieses aus
zum älteren er.
in der goth. sprache erscheinen nur drei fälle des ut: utbaurans vas naus.
Luc. 7, 12; inngaggiþ jah utgaggiþ.
Joh. 10, 9; þata utgaggandô us mann.
Marc. 7, 15; hiri ut!
Joh. 11, 43. usbairan
ist ἐκφέρειν,
προφέρειν,
warum sollte nicht auch Luc. 7, 12 usbairan
stehn dürfen für utbairan
ἐκκομίζειν? usgaggan
verdeutscht unzähligemal ἐξέρχεσθαι,
ἐκπορεύεσθαι, utgaggan
blosz in jenen zwei stellen; allein Ulfilas
häuft auch gern beide partikeln in ut usgaggan
oder usgaggan ut,
wie in usdreiban ut, usvairpan ut, uskiusan ut.
solchem goth. ut us
entspricht nun ahd. ûʒar
in ûʒargangan, ûʒartrîpan, ûʒarwerfan
und andern mehr, bei Graff 1, 533
verzeichneten, woneben aber das blosze ûʒgangan, ûʒtrîpan, ûʒwerfan
gleichbedeutig galt. mhd. wird die composition mit ûʒer
immer seltner (
gramm. 2, 930),
heute ist sie bis auf wenige wörter (ausersehen, auserlesen, auserkiesen)
erloschen, wogegen sich die mit bloszem mhd. ûʒ,
nhd. aus
bedeutend mehrte. Wenn das ahd. argangan
noch exire ausdrückt neben ûʒgangan (Graff 4, 89. 87);
so haben sich mhd. ergên
und ûʒ gên,
nhd. ergehn
und ausgehn
dem sinne nach weiter von einander entfernt, und nicht anders unterscheiden sich ertragen, erfahren, erlangen
u. s. w. von austragen, ausfahren, auslangen,
wenn auch hin und wieder beiderlei bildungen noch zusammentreffen können. die trennbare partikel aus
hat diese wörter vieldeutiger gemacht, als es das festgebannte er
vermochte, welchem ursprünglich jenes aus
sich nur anlehnte, bis es endlich der stütze nicht mehr bedurfte. wie die praepositionskraft von aus
durch ûʒar
eingeleitet sein musz, lassen uns eben die zusammensetzungen mit dem verbum ahnen. das ursprüngliche einfache erblühen
ward zu auserblühen,
dies zu ausblühen.
so begegnen sich erheitern ausheitern, erhellen aushellen, erösen ausösen, erörtern ausörtern. I@99)
aus neben dem verbum bedeutet, bald positiv, bald privativ I@9@aa)
regen und bewegen von innen her, zumal bei intransitiven, jenem er-
zunächst stehend: feuer bricht aus, wasser läuft aus.
ebenso bei ausgehen, ausfliegen, ausflieszen, auskommen, auskriechen, ausschliefen
u. s. w. transitiv von auszen her: vögel ausheben, ausnehmen. I@9@bb)
entfernen, weil mit dem austritt meistens auch ein weg und fort stattfindet, der ausfliegende vogel zugleich fortfliegt. zumal gehören hierher die transitiva ausgeben, austragen, ausdrücken, ausbürsten, ausklopfen: den staub aus dem hut klopfen, den dotter aus dem ei blasen,
und dann den hut ausklopfen, das ei ausblasen. I@9@cc)
bei manchen transitiven bezeichnet aus ein aus vielen, unter der menge suchen und wählen: auserlesen, auserwählen, auswählen, ausersehen, ausscheiden, aussuchen, ausheben, ausnehmen
u. s. w. I@9@dd)
noch häufiger fertig sein, ende, vernichtung, intransitiv und transitiv: alles ist aus, das lied ist aus,
zu ende gesungen; das feuer ist aus, the fire is out,
erloschen, ausgegangen, die kerze ist ausgebrannt, das brot ausgebacken, der sturm hat ausgerast, der gesell hat ausgebubt. das buch ausarbeiten,
vollenden; aushalten, ausdauern; ausgreifen,
abgreifen. In allen vier richtungen berührt die partikel sich mit er, ent, ver: ausbitten erbitten, austragen ertragen, ausgraben ergraben, ausgehen, sich ergehen, ausgrübeln ergrübeln, auslöschen
[] erlöschen, ausgründen ergründen; ausfliegen entfliegen, ausblättern entblättern; ausgehen vergehen, ausblühen verblühen.
Sehr oft steht der composition mit aus
eine mit an
entgegen: anfaulen
und ausfaulen, angrünen
und ausgrünen, anmachen
und ausmachen, anfertigen
und ausfertigen,
um beginn oder vollendung zu bezeichnen. Nicht selten aber kann, auszerhalb des zusammenhangs, zweifelhaft sein, ob die positive bedeutung gelte oder die privative, z. b. ob ausgehen
egredi oder deficere (feuer geht aus = bricht aus
und geht aus =
erlischt), ausblühen
efflorere oder deflorere, ausbrüten
parere oder desinere parere, ausflechten
flectere oder dissolvere, ausfeuern
feuer schlagen oder aufhören zu feuern seien. ähnlicherweise war auch auf in der zusammensetzung sowol ein heftendes als lösendes. man darf nur in den wörterbüchern die privativen aus nicht übertreiben, denn es gäbe kein verbum, das nicht durch vorgeschobnes aus
privativ gemacht werden könnte, in dem sinne dasz ein aufhören seines begrifs bezeichnet werden sollte. der sprachgebrauch hat ein privatives ausleben, ausschlafen
geheiligt, kein privatives ausführen, auswachen =
desinere ducere, vigilare, wie umgekehrt aufwachen,
kein aufschlafen. I@1010)
substantiva mit aus
zusammengesetzt stammen meistentheils ab von verben gleicher art: ausfall, ausbund, ausfahrt, ausflug, ausflusz, ausgang, auskunft, ausschusz, ausschlusz
u. s. w. von ausfallen, ausbinden, ausfahren, ausfliegen, ausflieszen, ausgehen, auskommen, ausschieszen, ausschlieszen.
nur bei wenigen wie ausacker, ausbürger, auseisen, ausland, ausmann, ausmärker, ausweg
u. s. w. ist die partikel unmittelbar und allein dem subst. vorgetreten. IIII.
Aus als praeposition bindet sich durchgehends nur mit dem dativ, stellt also immer bewegung von einem orte her dar; adverbiales aus
konnte sich auch mit der richtung hin vertragen und einen acc. vor sich haben: den weg aus, das jahr aus. II@11)
da aus dem in entgegensteht, wie von dem an; so musz auf die frage woher? aus geantwortet werden, wenn auf wo? wohin? in erschallt und auf woher? von, wenn auf wo? wohin? an oder auf zu sagen ist. es heiszt also kommen aus dem bette, steigen aus dem wasser, gehn aus dem garten, aus dem walde, aus der kammer, gieszen aus dem becher, den kern aus dem obst nehmen, erstehn aus dem grabe,
weil man im bette
liegt, im wasser
schwimmt, im garten, im walde, in der kammer
ist, der wein im becher,
der kern im obst
ist, weil man ins grab
gelegt wird, ins bette
steigt, in den wald
geht. hingegen vom tische aufstehn, vom felde kommen, vom dache, vom pferde steigen, den apfel vom baume brechen,
weil man am tische
sitzt, auf dem felde
ist, auf dem dache, auf dem pferde
sitzt, der apfel am baume
hängt. daher ist ein unterschied zwischen aus dem hause
und von hause,
zwischen aus dem hofe
und von hofe,
zwischen aus dem berg
und von dem berg kommen.
der geht aus dem hofe,
der in dem hofe
war, der geht von hofe,
der zu hofe
war; ein knappe steigt aus dem berg,
ein wandersmann von dem berg.
der vogel fliegt aus dem nest,
aber von dem baum,
weil er im nest
sasz, auf
oder an dem baume
stand. der reiter steigt vom pferde, aus dem sattel. II@22)
bei land und ort schwankt schon die ältere sprache, doch scheint für land die praep. aus,
für den ort von
angemessener, weil man in
dem land, aber an
dem orte wohnt. ich bin aus Hessen, von Hanau; aus dem Elsasz gebürtig (Göthe 25, 339), von Straszburg.
es heiszt in ein land, an einen ort reisen, gehn,
wie franz. aller en Italie, en France, aller à Rome, à Paris,
beidemal aber venir de France, venir de Paris,
da diese sprache den unterschied unseres aus
und von
nicht faszt, also unser aus einem lande, von einem orte kommen
nicht erreicht. mhd. Gêre ûʒ Burgundenlant.
Nib. 688, 2; der fürste ûʒ Osterrîche.
MS. 2, 2
a; der helt ûʒ Osterrîch. 2, 2
b; ûʒ Peierlant ein fürste wert.
MS. 2, 65
a; des küneges kint ûʒ Ungerlant.
MS. 2, 210
b; der künec usz oberlanden. Muskatblut 32, 60
und noch Luther der könig aus Syrien.
2 kön. 6, 8,
viel öfter zu Syrien, in Syrien,
nicht von Syrien; die königin aus Arabia. Schuppius 95. 96; herzog Herman aus Lothringen. 387.
Vor den namen einzelner städte und burgen findet mit recht von: von Troneje Hagene, von Metzen Ortwin, Wolfram von Eschenbach, herzoge Heinrich von Pressela, marcgrâve Otte von Brandenburg, der herzoge von Anehalten,
woraus sich das allmälich sinnlos gewordne von
in den namen der edelleute entfaltete. Wider die regel setzt aber Wolfram von
[] Dürgen fürste Herman.
Parz. 297, 16; lantgrâf von Dürgen Herman.
Wh. 3, 8. 417, 22
und nicht ûʒ,
wie es auch in den überschriften der minnelieder künec Wenzel von Behein, von Tenemarke der künec Liudgast.
Nib. 139, 3
heiszt und niemand anstosz daran nahm. umgekehrt ist uns heute beides gleich geläufig zu sagen, ich wohne zu Berlin
oder in Berlin,
warum sollte unverstattet sein ich komme aus Berlin? Lichtenstein im
frauendienst s. 162. 163
schrieb nicht nur ze Wiene, ze Villach,
sondern auch ze Stîre, ze Langparten,
er wird also vor ländern und örtern von
gesetzt haben und mhd. ist ze Burgonden
so richtig wie in Burgonden,
folglich auch von Walhen,
obgleich man ahd. vorzog in Walhum
und ûʒ Walhum.
lat. in Sabinis natus
und e Sabinis redire,
nicht a Sabinis. II@33)
die nahe berührung zwischen aus
und von,
wie sie uns selbst die verknüpfung ûʒ fona, ûʒ von
anzeigt, tritt noch in manchen andern lagen vor, wo beide praepositionen tauschen. wir sagen heute: nicht von der stelle gehn
oder weichen,
sonst galt auch aus: du kannst nicht aus der stelle gehen. Lenz 1, 207; weder wagen, noch masken, noch zuschauer weichen aus der stelle. Göthe 29, 271.
für aus dem wege!
apage, schw. ur vägen!, aus dem wege gehn,
decedere de via, wäre auch heute ungebräuchlich von dem wege,
wol aber heiszt es von der strasze,
nicht aus der strasze. einsmals ritten etzliche kaufleute aus der Leipziger messe. Schuppius 361,
heute von der messe. II@44)
dem lat. unus aliquis e multis, aliquis ex vobis
gleicht unser einer aus (
von) vielen, einer aus dem haufen, aus der zahl, aus eurer mitte; fieng er einen knaben aus den leuten.
richt. 8, 14; etliche aus inen.
1 chron. 10, 28; viel aus inen fallen.
2 Mos. 19, 21; iemand aus den stemmen.
4 Mos. 36, 3; einer aus denen.
Matth. 26, 51; einer aus dem volk.
Marc. 9, 17; zween aus inen. 16, 12; einer aus inen.
Luc. 22, 50; etliche ander aus inen.
apost. gesch. 15, 2; einer aus den alten. H. Sachs iv. 3, 48
a; welche nicht allein einen oder andern aus dem ministerio, sondern auch wol gar aus dem rathestul mit pasquillen beschweren und schänden. Schuppius 623; o elendester mensch aus allen die da leben! 709; also dasz keiner aus uns gewesen ist, welcher nicht geweint habe. 735; dasjenige kupfer, welches mir aus denen, die ich vor mir gehabt hatte, am lebhaftesten in der einbildung geblieben war. Lessing 8, 107.
mhd. hiesz es ir (
eorum) einer,
heute gilt: einer von ihnen, unter ihnen,
nicht mehr aus.
schon Luther
setzte einer unter euch wird mich verraten
Matth. 26, 21.
Marc. 14, 18
und bereits ahd. hiesz es hier: ein fon iu selit mih,
εἷς ἐξ ὑμῶν,
vulg. unus vestrum. Ulfilas ains us þizai managein,
εἷς ἐκ τοῦ ὄχλου. II@55)
statt des heutigen von sich, von sich selbst kommen, auszer sich sein, kommen
verwandte man ehmals bloszes aus: ein junger mensch kehrete sein haupt ab von den geboten, die seine mutter ihm befohl, worüber sie zornig und gleichsam aus ihr selbsten wurde (
von sinnen kam).
pers. baumg. 7, 2; der mich fast ganz aus mir selber bringet.
unw. doct. 652.
das aus sich selbst
haftet aber noch sonst: von anfang an zweifelte ich ganz ihn (
den namen) je aus mir selbst wieder zu finden. Lichtenberg 1, 27; prüfe dich, ja verändere lieber deinen gegenwärtigen entschlusz, aber aus dir selbst, aus freiem wollendem herzen. Göthe 17, 379,
wiederum wäre von mir selbst, von dir selbst
gleich zulässig. II@66)
goth. us allamma hairtin þeinamma
Marc. 12, 30. 33;
ahd. fon allemo thînemo herzen.
Matth. 22, 37,
in welchen stellen auch Luther
schreibt von ganzem herzen. Muskatblut
wechselt ab zwischen usz herzen gront 51, 25. 87, 2
und von herzen gronde. 45, 21. 79, 18. ich wünsche es von ganzem herzen
oder aus ganzem herzen, aus herzens grund
sind uns beide geläufig. mhd. ûf und ûʒ von grunde. Walth. 74, 17. II@77)
unser auf befehl
lautete früher aus befehl: aus befelh des herrn.
Jos. 22, 9; aus befelh des ewigen gottes.
Röm. 16, 26; aus
f. gn. befehl. Luther 3, 90; aus gottes befehl. 3, 179; aus Davids befehl. 3, 318
b; aus befehl des fürsten. 3, 417; aus seinem befehl und geheisze. 3, 447
b; also nahmen Isaac und Jacob weiber aus väterlichem befehl. Luthers
br. 2, 515; aus befelch herzog Carles. Hedion
com. 57; ausz gebiet Josue. Frank
weltb. 119
a; aus des keisers geheisz. Micrälius 2, 181; ausz ordnung und befehl der mütter aller götter. Logau 1
s. 191.
in der bibel schreibt doch Luther
meistentheils nach dem befelh.
[] 1
Mos. 45, 21.
4 Mos. 33, 38. 36, 5.
Jos. 17, 4. 19, 50.
Ebenso galt aus rat statt des jetzigen auf rat: aus rat seines bruders. 2
Macc. 4, 39; aus bedachtem rat.
apost. gesch. 2, 23; aus Tiberii rat. Micrälius 1, 79; ich bin tödlichen krank gewesen, jedoch ausz rat des arzt genesen. H. Sachs III. 2, 275
c; aus der meuchelmörder anschlag. Luther 3, 385.
daneben auch: nach dem rat des herrn.
Esra 10, 3; nach dem rat seines willens.
Eph. 1, 11. II@88)
anders zu fassen ist mhd. ûʒ der mâʒe
Iw. 3274.
misc. 2, 90
nemlich practer modum, über das masz hinaus, wofür auch ûʒer mâʒe.
Iw. 6633.
nhd. aus der maszen: es ist aus der maszen schwer, auch den allergelertesten theologen, zugleich den groszen reichthum des ablasz und dagegen die ware reu und leid für dem volk zu rhümen. Luther 1, 9
a; das aus der maszen verdrieszlich ist zu lesen und schwerer zu behalten. 3, 60; andere aus der maszen schöne gebot. 3, 167
b; es verdreuszt aus der maszen viel. 3, 175; denn es hat müssen aus der maszen lang dünken. 3, 210; das wir im rechten heiligen gottesdienst sind, der im aus der maszen wol gefellet. 6, 35
a; darauf pochen und trotzen sie aus der maszen hoch. 8, 50
a; ein abt den wöllen wir weihen, ist aus der maszen gut.
Garg. 48
b; schrie er und sein volk aus der maszen grewlich. 265
b; aus der maszen schö
n. unw. doct. 389; aus der maszen wol. 806.
was meint aber bei Luther aus der bünden? und gibt für mit der schneiden, das ist mit dem geistlichen verstand zu hauen, wie er denn aus der bünden wol geistlich kan, besser denn deudsch und latinisch. 1, 367
b;
dem sinne nach wiederum praeter modum, eximie, ausbündig,
wol richtiger aus den bünden: die salb schmackt usz den bünden wol. Keisersb.
post. 2, 114.
vgl. ausbund. II@99)
ähnliche anwendungen der praep. aus,
in fällen wo heute gern wegen, nach, vor, von
gelten: aus der ursache,
propterea, aus ursachen. Philand. 1, 23. 26. Lessing 2, 171; die seind etwa ausz dem unzifer und hitz der sunnen genötigt worden ir land zu verändern. Frank
weltb. 94
a; aus diesen guten schwankreden musten die reuter lachen. Wickram
rollw. 44
b; so müssen wir denn ausz gefahr die süszen felder meiden. Opitz 1, 70; dahero ist geschehen, dasz wir aus gemachten schulden in des Daedali labyrinth gefallen sein. Schuppius 700; es ist kein gröszer ruhm, als schmach und tadel leiden ausz seiner bosheit nicht, ausz böser leute neiden. Logau 3, 10, 78; es unterblieb aus mangel an geld; ein unversehener einfall, den es (
das corps) aus abgang des soldes und ohne wissen des kaisers in Böhmen that. Schiller 888; die billichkeit aus (
nach) der vernunft messen. Luther 3, 318
b; ausz altem herkummen helt sich der künig nit über zwen tag in den gemeuren. Frank
weltb. 7
a; solchs will ich e.
f. gn. aus irem anhalten gebeten haben. Luthers
br. 4, 317; ausz diesem gefaszten schrecken. Kirchhof
mil. disc. 265; gienge ein jüngling zu mir, der gedunkte kaum aus (
nach) den kleidern ein solcher zu sein, also hatte er schier gar kein härlein umbs maul. Schuppius 772; also kan man auch von der frauen sitten aus (
nach) den mägden urtheilen. 358; aus harter mühe (
mit schwerer mühe). 712; aus gegenwertiger not (
durch g. n.). Rebhuhn
klag des arm. manns p. 3; aus ungedult.
Lokman fab. 14; der knabe stöhnte aus schmerz. Klinger 5, 349; nenn deine mutter nicht, sie drehet sich dabei im grabe um aus (
vor) gram. Arnim
schaub. 2, 155; er starb aus (
vor) kummer; ermanet seit zu wehren euch aus löwenmut. Ayrer 130
b; das hat er nur aus (im) scherz, aus (in der) dummheit gesagt,
vgl. mhd. ûʒ ernste
MS. 2, 194
b; lasz unsern herr gott aus dem spasz! Göthe 12, 197; ein reisender ist so gewohnt aus gütigkeit fürlieb zu nehmen. 12, 160; er sagte, that es aus (
von) freien stücken; aus liebe und freundschaft thun; aus zerstreuung. Lessing 2, 165; eine menge trait, welches deine äcker aus segen gottes und unserm fleisz dir mittheilen. Schuppius 736; als er endlich, aus (
von) heroischem geist getrieben, den königlichen hof quittierte. 293. II@1010)
wir sagen heute seinen scherz, spott, hohn mit einem treiben
oder haben,
das hiesz früher wieder aus: usz dinem nechsten drib keinen spot. Muskatbl. 86, 166;
[] zeuch dein schwert aus und erstich mich damit, das nicht dise unbeschnittene komen und mich erstechen und treiben ein spot aus mir.
1 Sam. 31, 4; das ich frölich und getrost dem teufel mit aller seiner macht thar trotz und aber trotz bieten, ja meinen spott und gelechter aus im treiben. Luther 6, 177
b; aus solchem seiner freund rat er oft ein spott trieb.
Boccaz 112; trieben ausz im den hon und spott. H. Sachs III. 1, 55
a; darumb soll man dich ernstlich strafen, dasz du ausz uns den spot wolst treiben. Ayrer 22
a;
das würde uns jetzt bedeuten: aus uns treiben, vertreiben, jagen. ps. 119, 51
steht: die stolzen haben iren spot an mir. mehr noch unter den einzelnen substantiven. II@1111)
im gegensatz zu den unter 7—10
abgehandelten abstracten fällen, wo das aus
sinnlich gemeint ist, kann es auch heute nicht entbehrt werden: aus schönem munde kamen diese worte;
mhd. si sprach ûʒ rôtem munde; si antwort mir usz rosenfarben munde. Muskatbl. 37, 48. 68; du lügst aus deinem halse; er lachte aus vollem halse, schrie aus voller kehle; sie ist ihm aus den augen geschnitten (
oben sp. 795); sie liesz ihn nicht aus den augen; sie wollten sich nicht aus den armen lassen; er legte den stab aus der hand; kam die ganze nacht nicht aus den kleidern; aus dem bette steigen, aus dem bette sein; trat aus den schuhen; mache dich aus dem staube.
Es. 52, 1; das rind ist mager und aus dem futter gekommen; einen aus dem sattel heben; den kopf aus der schlinge ziehen; ein scheit holz aus der flamme reiszen; er bezahlte alles baar aus dem beutel; begegnestu mir uf der breiten heide, ich will dich bezalen ausz der scheide. Uhland 380,
das schwert ziehen und dich erstechen. II@1212) aus
verbindet sich mit reden, sprechen, hören
u. a. ähnlichen: er redet wie aus einem buche; aus e. e. schrift habe ich mit dem licentiaten Basilio geredt. Luthers
br. 3, 40; er sagt ferner ausz Luthero. Schuppius 27; aus dem mund des herrn sagen. 614; weil der junker so artig discurriere ausz den büchern. 87; ich hätte mit dem fürsten aus der sache gesprochen. J. Paul
jubels. 96; ein guter geist hat aus dir gesprochen; er redet aus dem weine (
betrunken)
und umgedreht in gleichem sinn, der wein redet aus ihm; so viel ich aus andern gehöret und gemerkt. Luther 6, 136
a; ich habe es aus deiner rede behalten; aus der predig behalten.
Garg. 68
a; wolte ihn auch aus dem catechismo examinieren. Schuppius 242; ob er sei aus der predigt gebessert worden oder nicht. 193; ihr leben aus der predigt zu bessern. 599; erinnert er aus den sprichwörtern Salomonis. 27; ermahnte ihn aus der bibel; er predigt nur aus gottes wort; aus gottes wort den leuten busze predigen; nicht Menelaus ists, der aus mir handelt. Schiller 230. II@1313)
einigemal ist bei dem aus,
um es richtig zu fassen, ein verbum hinzu zu denken: du must dich aus der stadt (
gekommen) an das land gewöhnen; erst nach und nach. so hoft ich, würdest du dich aus beschränkung an die welt gewöhnen. Göthe 9, 271,
aus deiner schranke getreten; ich hatte kaum angefangen aus einer krankheit (
getreten) etwas kräfte zu sammeln. Schiller 135; da war das weib mir aus den augen (
gekommen). 450
a.
nicht anders, wenn es unmittelbar vom substantiv abzuhängen scheint: ein kus aus rothem munde (
ergangen); us rodem munt ein friuntlich gruesz. Muskatbl. 78, 4; ein kern aus harter schale (
gebrochen); ein bild aus weichem thon (
geformt); ein schrei aus vollem halse (
dringend); eine sage aus grauem alterthum (
erschallend); ein märchen aus alten zeiten, das kommt mir nicht aus dem sinn. Heine.
doch dürfte man auch im substantiv noch einen nachhall der verbalfügungen aus (
mit) rothem munde küssen, grüszen, aus weichem thon bilden, aus vollem halse schreien
zutrauen. es ist eine folge aus der beschaffenheit unseres verstandes. Kant 7, 286,
wie es folgt daraus.