lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

gunst

ae. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
33 in 25 Wb.
Sprachstufen
9 von 16
Verweise rein
171
Verweise raus
126

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gunst f.

Bd. 9, Sp. 1104
gunst, f. , in älterer sprache auch m. herkunft und form. 11) das wort ist verbalabstract mit t-formans zu gönnen (ahd. gi-unnan), wenn die wurzel des grundwortes als (ans-,) uns-, und nicht als (an-,) un- anzusetzen ist, s. Walde-Pokorny 1, 68. es erscheinen zwei ablautstufen, eine jüngere von der schwundstufe, auf das deutsche beschränkt: ahd. unst seit dem 9. jh. ahd. gl. 2, 172, 24; 2, 174, 2; as. *unst in aBunst 'invidia' Heliand 3274; mhd. gunst, gonst; mnd. gunst; mnl. onst, gunst, gonst(e); nnl. gunst, in bes. bedeutung gonst, s. u. sp. 1116. ins nordische aus dem deutschen entlehnt alsn. norw. schwed. gunst; entlehnt ist auch afries. gunst, gonst neben enst, est (s. u.) v. Richthofen 789; Holthausen afries. wb. 36, als gonst auch in neufries. ma. Schmidt-Petersen 52b. gemeingermanisch dagegen ist die bildung von der o-stufe: got. ansts; an. st, ást; ags. ést; as. anst; ahd. anst; mhd. anst, ganst; frühnhd. noch vereinzelt ganst: (a. d. j. 1490) lehnsurk. u. besitzurk. Schlesiens 2, 100. afries. enst, evēst ist zweideutig, da es sowohl auf unsti- wie auf ansti- zurückgehen kann, s. van Helten altostfries. gr. 43 f.als jüngste bildung erscheint mhd. gunt 'gunst' Lexer 1, 1120, doch vgl. an. ǫfund, afund; älterdän. avend; n. avind; norw. ovund; schwed. afund, alle in der bed. 'invidia' Falk-Torp 37. unpräfigierte formen der schwundstufe erscheinen mhd. nur noch in compositis, z. b. überunst 'miszgunst' Lexer 2, 1671; dem nhd. fehlen sie völlig. für das präfix gi- steht in zusammensetzungen auch bi- z. b. mhd. âbunst; mhd. u. frühnhd. urbunst, s. teil 11, 3, 2393. vgl. auch urbanst ebda 2374 und verbunst. 22) das geschlecht ist regulär femininum, so auch got. ansts; an. ást. daneben steht vom ahd. an bis ins nhd. das masculinum, auszerhalb des deutschen auch ags. ést, m. und f. allerdings ist aus dem ahd. formenbestand das fem. für unst nicht deutlich zu belegen, dagegen gratia der unst (10. jh. alemann.) ahd. gl. 1, 790, 51, aber as. aBunst ist sicher femininum, während andererseits für ahd. anst eindeutige masculine formen fehlen bei mehrfach gesichertem femininum.eine besondere stellung haben die composita mit -anst, -unst (abanst, abunst), die ahd. mit ausnahme von niuueiz einiga abanst mons. fragm. 29, 22 Hench durchweg als masculina belegt sind und noch in manchen modernen maa. das männliche geschlecht bevorzugen, z. b. die gunst, aber der vergunst, der miszvergunst Martin-Lienhart elsäss. 1, 227; Staub-Tobler schweiz. 2, 377. — mhd. überwiegt für gunst das fem. (s. Lexer 1, 1120) und ist auch weiterhin die regel. doch ist das masc. nicht selten und beschränkt sich keineswegs auf bestimmte bedeutungsgruppen: Ulrich v. Eschenbach Alex. 12647 Toischer; Oswald v. Wolkenstein 94, 21 Schatz; altdeutsche passionssp. aus Tirol 264 Wackernell; Frankf. reichscorrespondenz 1, 684 Janssen (a. d. j. 1402); Aventin 4, 363; 374 L.; Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 6 ndr.; Kirchhof wendunmuth 2, 431 Ö.; Guarinonius grewel (1610) 139; Ägid. Albertinus Lucifers königr. 42 Liliencron. auch mnd. stehen beide geschlechter nebeneinander, s. Schiller-Lübben 2, 167a, vgl. für das masc. auch eyn teken gunstes nd. voc. von 1417 bei Diefenbach nov. gl. 2a. bevorzugt scheint für das masc. das schwäb.-alemann. sprachgebiet: Reinfried v. Braunschweig 6777 Bartsch; Stainhöwel de claris mulieribus 69 lit. ver.; Jac. Strausz beychtpüchlin (1523) e 1b; Murner narrenbeschwör. 141 ndr.; Zwingli dtsch. schr. 1, 92; Hedio chron. germ. (1530) k 3b; Boltz Terenz (1539) 20b; Wickram w. 1, 86 lit. ver.; zimmer. chron. 1, 583; 4, 96 B.; Spreng Ilias (1610) 38b; 68b; Äneis (1610) 92a u. a.; auch ahd. der unst (s. o.) ist alemann. Luther gebraucht gunst als masc. gelegentlich ohne bedeutungsunterschied neben sonstigem fem., vgl. etwa w. 17, 1, 181 und 7, 361, 5 W. unten sp. 1108, wie auch sogar im alem. gelegentlich der gleiche autor beide genera nebeneinander anwendet: gen. sing. günste Konrad v. Würzburg Trojanerkrieg 1956 Keller; dînen gunst ebda 28857; ein liebende gunst ew. wiszheit betbüchlin (Basel 1518) 156a; eines gunstes ebda 156b; ihrer gunst Fischart binenkorb (1588) 29a; etwas gonstes oder vorschubes Garg. 342 ndr. seit dem 17. jh. kommt das masc. völlig auszer gebrauch; nur mundartlich ist es für das schwäb. in kleinen resten erhalten, s. Fischer schwäb. wb. 3, 927 anm. 33) die flexion ist ahd. und mhd. die eines masc. bezw. fem. i-stammes. im 17. jh. dringt in den plural des femin. wie allgemein die schwache flexion ein, z. b. christliche gunsten Jac. Böhme schr. (1620) 4, 46; Logau 153 lit. ver.; der umlautlose dat. plur. zu gunsten seit dem 15. jh. sp. 1121. letzte bezeugungen für den starken plural sind etwa gen. günste Neumark palmbaum (1668) 348; acc. günste Reinecke fuchs (1650) 20, doch kann der an sich wenig gebräuchliche und darum unfeste plur. auch später noch spontan stark gebildet werden: acc. pl. gunste E. M. Arndt schr. für und an s. l. Deutschen 2, 103. umlaut bei schwacher flexion: acc. plur. günsten Reinecke fuchs (1650) 409. vereinzeltes eindringen der schwachen flexion in den singular: man musz den gunsten für die gabe nemmen Tappius adag. cent. sept. (1545) p 5b. 44) nicht selten, bes. obd. und im hess.-thüringischen, ist die form gonst, s. auch günstig sp. 1127: siner gönste jüng. Titurel 4334; gonst Lori bair. bergr. 33; salzburg. taidinge 36; 163; Guarinonius grewel (1610) 139; S. v. Birken forts. der Pegnitzschäferey (1645) 25; gonsten chron. d. dtsch. städte 5, 375 (Augsb. 1434); gonstes Fischart Garg. 342 ndr.; gonsten discourse d. mahlern (1721) 2, 158; gonst hess. urkdb. 2, 575 Wyss-Reimer (a. d. j. 1350); Wigand Gerstenberg 259 Diemar; Eyering proverb. copia (Eisleben 1601) 1, 647. Luther hat beide formen: gonst 8, 695 Weim.; 10, 1, 1, 420; 26, 574; 34, 2, 388; psalm. 5, 13; gunst 7, 361; 10, 1, 1, 649; 14, 372; 18, 275; 18, 462. zum abfall des t in einigen mhd. belegen (s. Lexer 1, 1120) des alem. sprachgebietes vgl. Weinhold alem. gr. § 177. ebenfalls alem. ist der gelegentlich verlust des nasals mit gleichzeitiger dehnung des stammvocals vgl. Frommanns zs. 7, 25-26; 7, 202: gūšt, goušt Staub-Tobler 2, 377; gōst, goust, gūst, auch guhest Fischer schwäb. 3, 926 und 927, vgl. auch ahd. âst für anst Murbacher hymn. 10, 1, 3; 12, 3, 4; 20, 6, 2 Sievers, sowie kûst für kunst teil 5 sp. 2666f. der vocal kann dabei stärkere veränderungen erleiden, s. Kaufmann gesch. d. schwäb. ma. § 83: gaunst Weckherlin 1, 72 Fischer (vgl.aunser < unser ebda 1, 70); Seb. Fischer chron. v. Ulm 220 Veesenmeyer, vgl. auch günstig sp. 1127. bedeutung und gebrauch. AA. die nach der bildung zu erwartende bedeutung als nomen actionis 'das gönnen, das gewähren' erscheint ahd. gelegentlich recht rein: deus autem omnis gratiae, a quo omnis gratia totius bonitatis procedit fone demo der unst alles cuotes chumit ahd. gl. 1, 790, 51 St.-S.; nû hilf mir echert, taz Jovis uuillo darana si unde sîne unste (lat. volensque nutus) Notker schr. 1, 718, 25 Piper. nicht durchaus eindeutig: ich diende eim der heizet got, ê daz sô lasterlîchen spot sîn gunst übr mich erhancte: mîn sin im nie gewancte, von dem mir helfe was gesagt: nu ist sîn helfe an mir verzagt Wolfram Parz. 447, 27 L., wohl eher bitter ironisch im sinne von B 2; auch der formelhafte, wenig sinnschwere gebrauch im reim ist nicht mit sicherheit in diesem sinne anzuziehen: von mîner (Athenes) helfe günste wirt sælde vil gewunnen Konrad v. Würzburg Troj. 1956 K.; mit vruntlicher helfe gunst passional 117, 71 H. reiner, aber sichtlich von B beeinfluszt (vgl.B 3 b): vruntlike, heilsame grot in gode tovoren mit lutterer steder gunst alles gudes, erbaren heren (a. d. j. 1390) livl. urkb. 3, 602a Bunge. gelegentlich erwächst nhd. der vorgangscharakter secundär aus formelhafter umgebung heraus: wenn aber wündschen und gonst hülffe, wolte ich im gern ein ander hertz wündschen und gönnen Luther w. 38, 102 W.; man musz den willen für das werck, die gunst (d. h. den guten willen) für die gaben nemen Seb. Franck sprüchw. (1541) 2, 87b. deutlicher und fester ist die bedeutung in der anwendung auf einen bestimmten, einmaligen anlasz, 'gewährung, einverständnis, zustimmung', consensus gunst oder verwilligung gemma gemmarum (1508) k 2a: wan ez was ein grôzer kriec dâ zwischen in umb einen pâbst.mit beider teile günste maht er sînen neven pâbest Lohengrin 7453 Rückert; vgl. vor allem mit gunst F 4 b sp. 1120; unsern gunst, willen und erlouben darzuo geben urk. v. 1482 bei Staub-Tobler 2, 377; und solichs ... des romanischen kaisers ze thon gunst und verwilligung het Knebel chron. v. Kaisheim 8 lit. ver.; dadurch si wider der räte ... hie zu Augspurg in der statt gonst und willen zu beleiben gehanthabet werden sölten (a. d. j. 1438) chron. d. dtsch. städte 5, 378; nach der herren gunst und willen (16. jh.) steir. und kärnt. taidinge 264; wer das tätte (gegen die schenkung sei), der soll unsre (des papstes) verfluchung haben. und hinwider die, so gunst und willen darzu gAebend, ... den ewigen sAegen haben Tschudi chron. Helvet. (1734) 40. 'erlaubnis': daz ir (d. hl. Elisabeth) der selecliche man, der priester (Konr. v. Marburg) widersten began, daz er si nit gewerte laube, der si gerte, und ir nit sine gunst engab zu grifene an den bedelstab hl. Elisabeth 6517 Rieger; ich lass bschehen und muss mein gunst darzu geben Maximilian Teuerdank 256 Gödeke; darumb bitten wir, e. f. g. wolt uns gnediglich dieses notbaws gunst und laub erzaygen Luther br. 1, 386 W. doch spielt auch hier, ebenso wie bei dem hierher gehörigen mit gunst 'mit verlaub' (s. sp. 1120), leicht die bedeutung 'favor' hinein; auch gunst 'privileg' (sp. 1114), das sich seinerseits mit gunst 'vergünstigung' berührt, liegt nahe. BB. als seelische haltung, stimmung des gemütes: 'liebe, zuneigung, neigung, wohlwollen'. — fast immer liegt der begriff einer bezeigung, äuszerung der neigung nahe (in der gruppe C wird dieser gehalt zur bedeutung); doch wird die einem solchen gehalt entgegenkommende anwendung auf die neigung eines rechtlich oder gesellschaftlich überlegenen, etwa eines fürsten, kaum die ursprüngliche sein, da sie dem got. ansts, an. ást, as. anst, ahd. anst, unst fehlt (für den an. gebrauch vgl. vor allem die anwendung auf die liebe der treuen, alle gefahren teilenden tochter zum vater Egilssaga cap. lxviii) und auch im ags. nicht deutlich wird; die vom got. an durch die ganze christliche literatur hindurchgehende anwendung auf gottes gnade (B 2), die für die ursprünglichkeit dieser gruppe angezogen werden könnte, ist nicht beweiskräftig, da jeder entsprechende gebrauch im altnord. fehlt. sie scheint vielmehr durch die christliche terminologie, vor allem durch χάρις, gratia hervorgerufen zu sein. die grundbedeutung wird demnach die gutes wünschende, gebefreudige zuneigung des einen menschen zum andern sein (B 1), und erst secundär, dadurch dasz das occasionelle moment der überlegenheit des gebenden innerhalb besonderer anwendungen in den vordergrund tritt, die neigung des höheren zu dem von ihm abhängigen (B 3). diese letzte gruppe setzt sich jedoch im laufe des 17. jh. mehr und mehr gegen B 1 durch. sie bestimmt auch den bildlichen gebrauch (B 4). B@11) von der zuneigung unter personen, die nicht in einem äuszeren abhängigkeitsverhältnis stehen, oder bei denen eine solche abhängigkeit keine beziehung zu ihrem gemütsverhältnis hat, vgl. benevolentia liebe, gunst und guoter oder geneigter will gegen eim Frisius (1556) 162b: gotes liebe und friundes gunst sint gein gewinne gelîch gewegen Hugo v. Trimberg renner 8862 Ehrismann; oych, leyve sustergin so dancke ich dir dinz suverlichen nuwen jaers alze sere inde dinre grosser gunste, dat du ain mich gedacht hays (a. d. j. 1367) Steinhausen privatbriefe 1, 5; (aus der sich verratenden liebe) mochten entspringen zwey bose: das erste, das ir ... verlieren wurden ewres vattern und muttern gunst V. Warbeck schöne Magelone 28 Bolte; willst du von disteln frucht, von schlangen gunst erlangen Lohenstein Agrippina (1685) 35 (vgl. zur verbalverbindung unten sp. 1116); ähnlich: da jene (die feinde) viel zwar uns, wir ihnen nichts genommen, indem wir uns bemüht (o, eine feine kunst!) zu brechen ihren trotz durch unsre gute gunst (freundlichkeit, entgegenkommen) Logau sinnged. 6 lit. ver. gern mit sinnsteigernden oder differencierenden adjectiven: si hiez ouch balde bigen von silber eine wigen (für das kind) in muderlicher gunste leb. d. hl. Elisabeth 507 Rieger; daz er so lustecliche mit sinen brudern allen zwein kunde dragen überein in dugentlicher munste zu bruderlicher gunste ebda 3934; (dasz wir) uns leider gegen dir (Luther) alsz einem abgesagten findt erweren müssen und briederlichen, leutlichen gunst in ein ungunst verendren Murner an d. adel 8 ndr.; eure brüderliche und christliche gunsten Jac. Böhme schr. (1620) 4, 46; mit synonymen: gunst und freuntschaft (singulare amistà) zuo einem reichen juden Arigo decamerone 29 lit. ver.; sobald nu solliche mer auszgebrochen, ist ein grosser schrecken in die, so mir vor mit gunst und lieb verwandt, gefallen Hutten op. omn. 1, 409 Böcking; wohl auch noch in diesem sinne: lieb und gunst der unterthanen ist dem regenten besser und gewisser denn ein stalen maur Henisch (1616) 1781; wie lang ein frau ihren lieben mann hat, so lang geniest sie allerseits gunst und günstige augen Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 49. als besondere anwendungsgebiete treten hervor B@1@aa) die anwendung auf die liebe des menschen zu gott, nur bis zum 16. jh. belegt: swer in (den göttern) treit dienestlîche gunst, dem lânt si ungelônet niht Rudolf v. Ems Barlaam 243, 36 Pfeiffer; mer wysent úch eynes lebendigen gunstes gegen gott und suochent in inwendig d. ewig. wiszh. betbüchl. (1518) 156b; mit hertzlicher, grundlicher gunst zu Christo und ungunst auff unsz selbs die sund betrachten, das ist rechte rew Luther 7, 361 W.; so grosz war der gunst und der will zu Christo ebda 17, 1, 181. occasionell, aber auf der gleichen linie: (Christus am kreuz zu Veronica:) lang mer dinen sleyer (schleier) here! ich wel der ein zeichen geben. da bi saltu mercken eben, dasz ich erkenne din gunst Alsfelder passionsspiel 5454 Grein. B@1@bb) verknüpfung mit nichtpersönlichem object: yhr liebe und gunst zur zucht, ehre und erbarkeyt Luther 10, 1, 1, 649 W.; lautter gunst und lust zu dem gutten ebda 450; vil vätter ihre kinder ... an ein ort stossen, da sie weder gunst, liebe noch willen hin haben Wickram w. 2, 142 lit. ver. B@1@cc) die anwendung auf die liebe des mannes zur frau und umgekehrt; vom manne: desz wurd der jung schier doll und wütig, gedacht sich selber offt zu tödten, fürnamb im auch in diesen nöten, von ir zu wenden all sein gunst H. Sachs 2, 295 lit. ver.; als ich dir, Delia, ein schreiben zugesandt, darausz du meine ... grosse gunst erkannt M. Opitz teutsche poemata 108 ndr.; es fieng ein schäfer an zu klagen, wie seines hertzens treue gunst von Karitillen ... gehalten würde fast ümsonst G. Neumark fortgepfl. mus.-poet. lustw. (1657) 1, 293; wenn ich (die briefschreiberin) glauben dörffte, dasz deine gunst aufrichtig gegen mich wäre Schnabel irrgarten der liebe (1738) 5; vgl. auch gunst tragen sp. 1118. von der frau: in dieser scena wird angezogen der argwon Chremetis, des knaben, von liebe und gunst Thaidis gegen im, die er dann zwar gantz ernstlich understatt zuo fliehen Boltz Terenz deutsch (1539) 42b; 'Cardenio, mein freund, ich will die deine sterben'. 'sein undanck hat ja nie so treue gunst verdient' Gryphius trauersp. 294 Palm; nun sich meiner Phyllis gunst an mir hat verliebet, ist mir aller ruhm ein dunst, den das glücke giebet Königsb. dichterkreis 129 ndr. doch neigt diese anwendung, bei der das moment des huldvollen gewährens bewuszter ist, besonders seit dem 18. jh. stärker zur auffassung B 3: noch hastu (das herz) dir vorgenommen, durch deine lieb in ihre gunst zu kommen Gabr. Vogtländer oden u. lieder (1642) 13; nur der verdient die gunst der frauen, der kräftigst sie zu schützen weisz Göthe 15, 1, 217 W.; so wuszte er wiederholt nicht, wie es kam, dasz die, welche er liebte, sich plötzlich und misztrauisch von ihm abwandte, während eine andere, an die er nie gedacht, ihn unversehens mit ihrer gunst beehrte und, einmal im zuge, nicht mehr nachliesz, bis er mit ihr im gerücht war G. Keller ges. w. 5, 215; (der fahrende sänger) ein gefährlicher mädchenfänger, der in der gunst der frauen den ritter zu verdrängen sucht Scherer litteraturgesch. 74. bildlich: die wahrheit ist eine so spröde schöne, dasz selbst, wer ihr alles opfert, noch nicht ihrer gunst gewisz seyn darf A. Schopenhauer w. 1, 18 Grisebach; frau Fortuna, ganz umsunst thust du spröde! deine gunst weisz ich mir durch kampf und ringen zu erwerben, zu erzwingen H. Heine w. 1, 281 Elster. vgl. die weitere entwicklung unter C 2. B@22) alt ist wie für anst so auch für unst, gunst die anwendung auf die gnädige, gewährende liebe gottes, vgl. für got. ansts etwa: jah ansts gudis was ana imma Luc. 2, 40; für alts. anst: an was imu anst godes Heliand 784; für ahd. anst: enti dîn anst enti dîno minnâ in uns follîcho kahalt Freisinger paternoster, kl. ahd. sprachdenkm. 44, 46 Steinm.; fol bistu gotes ensti! Otfrid I 5, 18; II 2, 37; für ahd. unst: gotes unste bei Notker unter C sowie die gleiche anwendung oben unter A: so behaldit ie der (heidnischen) gote gunst thür. Katharinenspiel 216 Beckers; so aber wir nit on göttlich gnad vermögen, sollen wir fr und spat anrffen Maria so zart, so rein, das sy unsz allen erwerb in gemein ires kindes gunst der ew. wiszheit betbüchlin (1518) 100b; deyne (gottes) gonst wird sie (die gottesfürchtigen) mit eym schild umbringen (scuto bonae voluntatis tuae) psalm 5, 13; gottes gunst sey mit euch. amen Luther 10, 2, 60 W.; darinn er klar geyt zu verston, wie in eim frommen menschen wohn gott durch die gunst und geiste sein und geust ihm alles gute ein H. Sachs 16, 470, 19 lit. ver.; Jehovah, straf mich nicht, wenn deines zornes flammen verzehren alle gunst, gehn über mir zusammen Fleming dtsch. ged. 1, 6 lit. ver.; allwesend ewigkeit! lasz deiner blitzen macht, der ernsten donnergluth und, was die ernste nacht dräut deiner armen magd, in tieffste gunst verschwinden A. Gryphius trauersp. 111 lit. ver.; prägnanter: gott ist nút wan eyn liebende gunst der ew. wiszheit betbüchlin (1518) 156a. gern in paarung mit verwandten begriffen: so ist ... seine (gottes) unaussprechliche liebe und gunst ... bewiesen M. Opitz teutsche poemata 171 ndr.; ach schone, groszer herr, ach schone mich zu strafen, wenn deine huld und gunst bei dir ist ganz entschlafen, und du für zorne brennst! Fleming dtsch. ged. 1, 3 lit. ver.; denn wer gottis gnaden und gunst haben will, der musz sich aller ander gnaden und gunst erwegen Luther 10, 1, 1, 20 W.; und ist kein nehrer weg zu der gnade und gunst gottes J. Barth weiberspiegel (1565) d 3a; (den) menschen mit unendlicher güte, gnade und gunst zu überschütten Bodmer samml. crit.-poet. schr. (1741) 1, 15; (die sacramente) das sinnliche symbol einer auszerordentlichen göttlichen gunst und gnade Göthe 27, 119 W.; irbuit, irbuit ir (der hl. Barbara) wirde grôz, daz si vlechte sundir drôz zu dir (dem Deutschen Orden) in stêtin gunstin sich und mit dir blîbe êwiclich Nicolaus v. Jeroschin 6659 Strehlke. feste verbindungen: des himmels gunst: ... wo nicht ist des himmels gunst, da ist alle müh ... ümsonst G. Neumark fortgepfl. mus.-poet. lustw. (1657) 1, 271; des himmels kurtze gunst Logau sinnged. 4 lit. ver.; hat dir des himmels gunst die wissenschaft beschieden, zu leben frölich mit dem nötigen zufrieden, so findest du genug Hegner ges. schr. (1828) 5, 184. der götter gunst: gering ist die anzahl deren, die unverdrossen und durch der götter gunst ... zu dem gestirn geflogen Zinkgref auserles. ged. 34 ndr.; du hast der götter gunst erfahren Schiller 11, 230 G. in stehender verbindung seit dem 18. jh. die gunst der musen: selbst der redner edle kunst hast du mir zuerst gewiesen und der musen süsze gunst durch dein beyspiel angepriesen Gottsched ged. (1751) 1, 198; nur durch die gunst der musen schlieszen sich so viele reime fest in eins zusammen Göthe 10, 116 W. B@33) gern, und heute vorwiegend, von jemandem, der mit seiner neigung einen (oft materiellen und social bedingten) gewinn zu vergeben hat und zu dem der begünstigte in einem gewissen abhängigkeitsverhältnis steht: B@3@aa) von alters in der sphäre des hoflebens: gunst die huld eines fürsten gegen seine umgebung, seiner würdenträger gegen rangtiefere u. s. w.: wande er (der kaiser) ouch gein in ûf stund. mit aller gunst (etwa 'leutseligkeit') er in entfie passional 88, 33 Hahn; daz er mit keinen sinnen niemer möht gewinnen des künigs hulde noch den gunst Reinfried v. Braunschweig 6395 Bartsch; ich den gunst des hertzogen fast gegen im spüren thuo Wickram w. 1, 86 lit. ver.; wer den gonst der fürnembsten herrn am hoff allein hat Guarinonius grewel (1610) 139; was neulich oben war, erfüllt mit gunst und gnade, das ist jetzt unten an M. Opitz opera, geist- u. weltl. ged. (1690) 3, 284; wie lang er (d. höfling) kupfern geld so häufig lassen regnen, als seines fürsten gunst zum deckel ihm gedient Eschenburg beispielsamml. (1788) 2, 206. in stehender verbindung: groszer herren gunst Alberus fabeln 145 ndr.; Dan. Schaller heroldt (1604) 79; der herren gunst grillenvertreiber (1670) 13; deutsche volksbücher 5, 13 Simrock; der groszen leute gunst Ambach vom zusauffen a 2a; Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 321; die gunst der groszen E. v. Kleist w. 1, 67 Sauer; Schubart briefe 1, 189 Strausz, vgl. auch herrengunst, fürstengunst. in diesem sinne prägnant: die schmale stürzebrücke, darauff nach gunst man zeucht, die bringt mir nicht gefahr Logau sinnged. 164 lit. ver. charakteristisch sind in diesem bereich adjectiv- und verbalverbindungen wie: eines fürsten flüchtge gunst Raupach dram. w. ernst. gatt. 5, 29; blinde gunst Chr. Wolff d. menschen thun und lassen (1720) 89; um die gunst der mächtigen buhlen H. P. Sturz schr. (1779) 1, 70; sich in jem. gunst einschmeicheln Schiller 14, 192 G., stehlen ebda 12, 81; (des sultans) gunst erkaufen Lohenstein Ibr. sultan (1680) 20. vgl. auch B 5. B@3@bb) daher wie auch günstig und seine ableitungen (s. sp. 1129 f.) gern in officiellem stil: mitler zeit will ich mich in ... der gantz kunstliebhabenden wittenbergischen gesellschaft huld und gunst, als eigen, befolhen haben Scheit Grobianus 7 ndr.; ich ergreife daher die gelegenheit, mich der ferneren gunst und gewogenheit ... zu empfehlen Bremser medicin. parömien (1806) 302; anders: ihr herrn von gunsten lobesan, euch allen grossen danck wir han Hayneccius Hans Pfriem 84 ndr. in der gruszformel: unse (d. i. des grafen) gunst und fruntlichen groz vor eingang e. lohnordnung von 1386 bei Bauer-Collitz waldeck. 301; unsir (der herzöge) gunst und allis gut, erbere und wolweize bezundere getrawen (a. d. j. 1451) lehnsurk. Schlesiens 1, 419, vgl. und ermant sie in dem (einladungs) brieff groszen gunst, und daz sie solten zu im kumen Eulenspiegel 78 ndr. B@3@cc) allgemeiner: den getreüsten diener, ... der eurer (des bürgers) huld und gunst am meisten geweltig sey Arigo decam. 442 lit. ver.; ein hund so klug von natur, dasz er kein frembden hund in seinem hausz leidet, damit er ime nicht seines herrn gunst und sein brot abtrage Lehman florileg. polit. (1662) 1, 430; wie ich dem edlen herrn durch meine kunst beweisen möchte, dasz er gab und gunst an keinen unwürdigen verschwendet habe Storm w. (1899) 3, 213; (Paulus) erschmeichelte sich weder durch worte, noch durch gaben die gunst seines richters Lavater verm. schr. 2, 382; (zum carriere machen) bedürfen sie der ministeriellen gunst mehr als des wohlwollens der kreisbevölkerung Bismarck ged. u. erinn. 1, 30 volksausg.; (Rudolf v. Habsburg) warb demütig um die römische gunst (d. h. die des papstes) Freytag ges. w. (1886) 18, 85. B@3@dd) eine feste gruppe bildet die anwendung auf subjecte wie volk, publicum u. a.: (er) luget noch immerdar, wie er den gunst und gutwilligkeit seiner predigtkinder erhalten möge Jac. Gretter epistel s. Pauli (1566) 36; ehe er sich dort in der gunst des publicums festgesetzt hatte O. Jahn Mozart 3, 12. leicht trübt sich dabei der gehalt des wortes: aura popularis gunst desz volcks Frisius (1556) 143b; krohnen gibet manchem die gunst des volkes oder das erbliche recht: aber ein krohnenwehrtes gehirn kommt allein vom herrn aller herren Butschky Pathmos 779; die folge des ... buhlens der ... aristokratie um die gunst der menge Mommsen m. gesch. 2, 73, vgl. auch der welt, der menschen gunst unten B 5. B@3@ee) der begriff des nicht völlig verdienten tritt bisweilen stärker hervor: ach, es wollen e. h. gleiche gunst gegen diesem armen unmündigen wercklein spüren lassen Moscherosch insomnis cura 8 ndr.; (der entschlusz) bedarf gunst (nachsicht), um den mangel seiner rechtsansprüche zu ersetzen Kant s. w. (1838) 11, 453 Hartenstein; bey klugen, du mein buch, thu willig einen bug, und bitte sie um gunst für das, was nicht hat fug Logau sinnged. 562 lit. ver. B@44) bildlicher und übertragener gebrauch sieht als träger der empfindung vor allem schicksalskräfte, wie natur, glück, geschick u. a. (vgl. auch günstig sp. 1131); anschlusz an B 1 ist selten (vgl. auch bei B 1 c): wie man pflegt zu sagen auch nach der natur, die da offt yhr gunst wirfft auf ein unlieblich ding und spricht: gunst und liebe fellet so schier auff den frosch als auff die purpur Luther 10, 1, 1, 420 W.; es herrscht durchaus die vorstellung B 3 vor. das bild ist um so sinnkräftiger, je stärker es das moment des gewährens bewahrt: wer wil nit sagen und bekennen alle ding under des gelückes gunst und ungunst geregieret werden? Niclas v. Wyle translat. 57 lit. ver.; dem meister bleibt doch seine kunst, ob ihm schon glück versagt sein gunst Lehman florileg. polit. (1662) 1, 485; wie sehr versiehst du dich in deiner gunst, du blindes glücke Gottsched ged. (1751) 1, 111; ein unbedingtes vertrauen auf die eigene kraft und die gunst des glückes Gutzkow ges. w. (1872) 6, 313; es reizet mich die milde gunst des gar zu gütigen geschickes Weichmann poesie d. Niedersachs. 1, 82; des glückes abentheuerlichen sohn, der von der zeiten gunst emporgetragen Schiller 12, 8 G.; gönnen wir ihnen das vergnügen, sich ein wenig sonnen in der gunst des augenblicks Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht (1852) 1, 83. anders: so ging heute (am reisetage) die sonne so schön auf, als wolle sie Hans Unwirrsch ein ganz specielles zeichen ihrer gunst ... geben W. Raabe hungerpastor (1864) 1, 188; um schnell das gute wetter noch zu benutzen, das seit einigen tagen uns mit aller seiner gunst erfreute Pückler briefwechsel u. tageb. (1873) 2, 269; welches nicht unfüglich unter der decke nächtlicher finsternisz geschehen konnte: weil ihre wohnzimmer nicht übrig weit von einander, und also eines zum andern unter der gunst des schattens ... hinüberschlich Er. Francisci höll. Proteus (1695) 149; schilt nicht als flatterliebe mein ergeben, das dir die gunst der stillen nacht verrieth Göthe 9, 196 W.; wo das bild verblaszt, tendiert die gruppe auf eine mehr objective bedeutung 'günstigkeit' 'zweckdienlichkeit' (vgl. auch günstig 4): jedem dinge, welches ... sich entwickeln soll, musz dazu gunst der zeit und gelegenheit gegeben werden E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 3, 13; dieselbe gunst des zufalls ... kann aber auch auf andere weise eintreten Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 2, 10; unter der gunst einer momentanen politischen combination Ranke s. w. 31-32, 17. vgl. auch C 4, gegen das eine klare abgrenzung nicht immer möglich ist. B@55) das besondere emotionale moment der bedeutung, das sich vor allem in der gruppe 3 zeigt, erscheint verdichtet im speciellen sinne, 'ungerechtes wohlwollen', 'willkür': ir richter, ich üch hie ouch bit, lond üch nit bewegen iener in kein gyrlichkeit, kein bösen sinn; die gunst land farn und den nyd! schweiz. spiele d. 16. jh. 2, 84 Bächtold; dann laider, mancher ist dahin (zu würden) kommen, dasz nit die verdienst, sonder der gunst die idioten zu den digniteten erhebt Ägid. Albertinus Lucifers königr. 42 Liliencron; da ist weder ... gunst noch ansehn der person Moscherosch gesichte (1650) 1, 19; von der parteien gunst und hasz verwirrt Schiller 12, 8 G.; das regiment der landesherren wie der städte ist voll gunst und animosität Freytag ges. w. (1886) 17, 14; übertragen: so beschirmbt (die natur) etlich in treflichen sorgen, laszt etlich in wenigern sorgen fallen; das ist der gewalt und gunst der natur Paracelsus chir. (1618) 277a Huser. gern in formelhafter redeweise, rechtssprachlich, sprichwörtlich, besonders auch im gleichklang mit verwandten begriffen: und des nit zu lassen durch liebe, myede, gabe, gunst ... noch durch keinerley ander sache willen (diensteid a. d. j. 1406) K. Bücher Frankf. berufswörterbuch 65b; wer in der geselschaft will sein, der musz schweren, wo er ain christen anchom, den soll er töten und ... nicht gefangen nemen, weder von gunst noch von guts wegen Schiltberger reisebuch 93 lit. ver.; gunst geht für gespunst Kirchhofer schweizer. sprichw. 157; ein halb pfund kunst soll mehr gelten als ein centner gunst Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 15; gewalt, gelt und gunst schwecht recht, ehr und kunst Seb. Franck sprüchw. (1546) 1, 81b; gunst geht für recht, das klag ich armer knecht Neander dtsch. sprichw. 16 Latendorf. vgl. auch aus gunst, nach gunst unten F 1, 2. in anderer richtung liegt die begriffliche einengung bei der stehenden verbindung gunst der welt, der menschen als summarischer inbegriff irdischer diesseitsbefangenheit; die auffassung neigt gelegentlich zu C ('gabe'): (sie gelobte, dasz sie) des nummer niht geplege, da uppekeit an lege unde werltliche gunst hl. Elisabeth 507 Rieger; sölten ouch nu selten werden frô von dirre gîtigen werlde günste Hugo v. Trimberg renner 10075 Ehrismann; aus B 3 d: dasz es nicht gelte geld noch gut noch menschen liebe und gonst Luther 34, 2, 388 W.; welt! was hab ich noch mit dir und mit deiner gunst zu schaffen? Günther ged. (1735) 7; nicht ruhm und nicht der menschen gunst beschütze mich Platen w. 1, 11 Redlich. B@66) im passivischen sinne 'beliebtheit', 'anklang', entwickelt aus verbalen verbindungen possessiven gehaltes wie gunst bei jem. haben, verlieren, erwerben, gewinnen (s. 1117), die vom begünstigten aus gesehen werden: sô hôher tugende si pflac. den liuten si sich kunde wol lieben ze aller stunde. dâ von si grôze gunst gewan Mai u. Beaflor 96, 35 (vgl. zur verbalverbindung unten F); er möchte gunst und freundschafft verlieren bey denen, derer er genieszen kan J. A. Quensted ethica pastoralis (1678) 231; als von den rechten freyen kunsten, dardurch man kombt zu grossen gunsten bey keyser, könig, fürsten, herrn M. Mangold marckschiff (1596) d 4; und ihm ein ruhiges alter, hohes ansehen und grosse gunst bey menniglich verliehen H. Rätel chron. d. hzt. Schlesien (1607) 266; und da (die kinder) nun in der regel noch keine verstellung üben, so können sie uns als die trefflichsten barometer dienen, um an ihnen den grad unserer gunst oder ungunst bei den ihrigen wahrzunehmen Göthe gespräche 7, 274; dies gelang mir mehrmalen durch die gunst meiner freunde unter den obern Bahrdt gesch. s. leb. (1790) 1, 87; die präp. von bewahrt einen rest des activischen sinnes: dardurch er im ainen grossen gunst und wolwöllen von der gantzen stat ... machet Fortunatus 74 ndr.; mit sachlichem object: der frembden sprachen gunst merklich schon begint zu wanken (in Deutschland) Königsb. dichterkreis 66 ndr. auch bestimmter 'ansehn, macht, einflusz': da schweygt, da heuchlet yderman, auf das sie nit vorlyren yhre gutter, yhr ehr, yhr gunst und leben Luther 6, 275 W., so wohl schon mhd.: die kunst, diu manigem guot, êre und gunst hât brâht Hugo v. Trimberg renner 16658 Ehrismann; also bringt die tugendzierde ihr auch hohe gunst und würde Schupp schr. (1663) titelbl.b; eine gunst und stellung wie er habe noch nie jemand gehabt Schlesier bei Gentz schr. 1, xviii; in diesem sinne gern gunst und geld: all menschlich witz, gewalt, gunst und geld im augenblick zu boden felt Friedr. Wilh. sprichw.-register (1577) a 1d; künstler haben weder gunst noch gelt Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 100a; ein cavallier heist jetzt, was weiland hiesz ein held, dort macht es hertz und mut; hier macht es gunst und geld Logau sinnged. 71 lit. ver.; wer geld und gunst hat, kan thun, treiben und erhalten, was er will Reinicke fuchs (1650) 155; vgl. auch gunst haben sp. 1117. bei sachlichem object auch 'geltungskraft, geltung': grothe gunst hefft de leste wille alt. lüb. recht 588 Hach, d. h. von mehreren letztwilligen verfügungen gibt die letzte den ausschlag Wander 2, 169. — vgl. zur ganzen gruppe günstig 6 'angenehm'. CC. äuszerung, bezeigung des wohlwollens; im ganzen bereich der bedeutungen von B, zu dem im einzelnen die grenze nicht immer scharf zu ziehen ist; charakteristisch ist für C artikel und pronomen, sowie der plural: gotes unste (d. i. die äuszerungen seiner gunst) irrahton (explicabant) iro (der feinde) ununste unde haz unde âhtunga Notker psalm 104, 25; dô man zû Nieflande vernam, daz des landes meister quam, man entpfienc in sô wol, als man zu rechte den meister sol. war er in die hûs quam, die gunste er gerne von in nam livl. reimchronik 2314 Meyer; al der arzte kunst, ob sie im (Gawan) trüegen guote gunst mit temperîe ûz würze kraft, âne wîplîch geselleschaft sô müeser sîne schärpfe nôt hân brâht unz an den sûren tôt Wolfram v. Eschenbach Parz. 643, 22; und auch vil gnaden und gunstes von siner (des papstes) heilikeit haben enphangen (a. d. j. 1402) Frankf. reichscorresp. 1, 684 Janssen; er hatte schon die günste des königes geschmekt Reinicke fuchs (1650) 368; nachdem so manche gunst und gutthat ich empfangen Dietrich v. d. Werder buszpsalmen (1632) b 1a; alle andere gunsten und wohlwollen desz glücks J. Tonjolam Aristippus (1662) 2; und zwingen mit gewaffneter hand dem glück eine gunst ab Schiller 3, 95 G.; ohne irgend eine gunst des schicksals genossen zu haben Göthe 46, 21 W. die in den bisherigen belegen bisweilen anklingende bed. 'gabe' erscheint gelegentlich deutlicher: denn das schicksal hat ihnen seine höchste gunst verliehen: die schlichte schönheit der seele Scherer kl. schr. 1, 14, besonders wo gabe als synonymon erscheint: freylich, freylich, die schöne kunst ist gottes gab, geschenck und gunst Gilhusius Grammatica (1597) 1, 19; leider ist bey solchen dingen das wollen dem vollbringen nicht sehr förderlich, es sind gaben und gunsten des augenblicks Göthe IV 35, 158 W.auszerhalb des deutschen entspricht got. ansts 'χάρισμα', 'gnadengabe' z. b. m. 6, 23; 1. Timoth. 4, 14; ags. ést 'gabe', z. b. Beowulf 2165; specialisiert éstas 'dapes', 'deliciae' Bosworth-Toller 259a und suppl. 194b. C@11) gelegentlich specieller im hinblick auf einen besonderen einmaligen anlasz 'vergünstigung', wobei der zusammenhang mit B zurücktreten kann: (dem cardinal wurde) die ersten tage erlaubt, sich aus der küche seiner mutter besorgen zu lassen; da aber der papst hörte, dasz ..., entzog er ihm diese gunst M. Klinger w. 3, 247; ich bitte in diesem brief um eine grosze gunst Schiller 12, 406 G. mit abhängigem satz: da bat Virginius den decemvir um die einzige gunst, von seiner tochter abschied nehmen zu dürfen Niebuhr m. gesch. 2, 137. mit stärkerer betonung des unverdienten: wenn myr eyner zehen gulden schenckt, mit welchen ich meinem schuldiger bezalet, das geschenck wer eytel gunst oder gnad Luther 18, 462 W. als gunst, als eine gunst in verbindung mit verben des bittens und gewährens (s. auch sp. 1117): vornehme gutsbesitzer standen demüthig harrend im vorzimmer der fremden und erbaten als gunst, ihnen feste veranstalten zu dürfen Freytag ges. w. (1886) 13, 57; unter tausend bittenden ... ist es mir als eine gunst bewilligt worden Raumer gesch. d. Hohenstaufen 4, 51; ich würde mir als letzte gunst erbitten, dort begraben werden zu dürfen Spielhagen s. w. (1877) 1, 110. C@22) liebesbeweis der frau gegen den mann (vgl.B 1 c); 'gewährung, erhörung': allen (freiern) verheiszt sie gunst und sendet jedem besonders schmeichelnde botschaft; allein im herzen denket sie anders J. H. Voss Odyssee 246 Bernays; concreter: so schwer ists nicht, wie ich geglaubt, dem mädgen eine gunst zu rauben Göthe 37, 23 W. vor allem prägnant für den liebesgenusz: ihr jungfern, euer leib, den wo gewalt verletzet, wird ehrenlose nicht mit billigkeit geschätzet. Cunninna weisz es wol; wer an um gunst sie spricht, dem gibt sie die und schreyt: o nein, o nein, o nicht! Logau sinnged. 100 lit. ver.; willfahret jedem, gönnet eure gunst dem ersten besten haushahn auf zwei beinen Lenz ged. 101 Weinhold; nun ist mir gar wohl bekannt, was ein ritter der ehre solcher damen, deren gunst ihm heimlich zu teil wird, schuldig ist H. v. Kleist 3, 397 Schmidt; so wird bes. verstanden die, alle gunst, die letzte, höchste gunst: Proba ward von einem buhler um die gunst gesprochen an Logau sinnged. 407 lit. ver.; sie diesen mann in ihr garn locken und ihm alle gunst vergönnen solte Leipziger avanturieur (1756) 1, 186; damit hängt es zusammen, dasz die schilderungen der höchsten gunst ganz in den dienst der sinnlichkeit gestellt werden Paul Schultz erot. motive (1907) 63; mir gab sie nach und nach alles preis, seel und leib, nur die letzte gunst ward mir vorbehalten Heinse s. w. 4, 63 Schüddek., vgl. auch der letzte wille teil 14, 2 sp. 153. nicht selten wird euphemistisch der gebrauch von B in diesem sinne gewandt: so freüwet mich nichts dann schöne frawen und junkfrawen, wo ich der lieb und gunst überkommen möcht Fortunatus 107 ndr.; der kaiser von Ruszland schenkt in Berlin einem schönen hutmachermädchen für ihre gunst hundert ducaten Hebbel tageb. 2, 326 Werner. C@33) als terminus älterer rechtssprache 'vorrecht', 'privileg' (vgl. gunstbrief im gleichen sinne): den fleischhauern ist die gunst gethan, das sie mogen fleisch auf iren wagen wegen, doch nicht uber zehen pfundt Jenaer stadtordn. v. 1540 art. 138 Michelsen; als aber vergangen zeit die macht der herrschaft Venedig mit freihaiten, zuolassingen, günsten auch des rOemischen stuols gelt offt hilff empfunden, ist dieselbig ... grosz auszgewachsen G. Ortolff päpstlich bull (1509) a 3a; fünf groschen von einer gunst; ein gulden von einer gunst, wann es hundert gulden und darüber ist (einnahmen aus privilegierten quellen?) urkunden bei Besold thes. pract. (1697) 348b, vgl.: von einer amtsgunst fünf groschen ebda. anders in der bed. A: gunst consensus in oppignorationem vel alienationem (veräuszerung eines lebens, pfandes) Haym jurist. lex. (1738) 276, s. auch herrengunst 2 teil 4, 2 sp. 1140. etwas zu gunst haben ex gratia aliquid possidere, non iure proprio ac hereditario Haltaus gloss. 758: an. 1417 hat W. ... verkaufft und gegeben zu einem steten ewigen kauff Könlein Reicherten ein erbrecht auf dem fischwasser mit sambt hausz und hoff, ... in maszen er dann solches biszher um ein zinsz zu gunst von im gehabt hat, doch also, dasz er ... hinführo ... ihm davon mit zinsen und andern gewerttig sey urkde ebda. gelegentlich auch übertragen auf das die gunst enthaltende actenstück: (es wurde gestohlen) die kirchenlade mit denen günsten steckbrief a. d. j. 1687 bei Joh. Gabr. Süsze hist. d. städtgens Königstein (1755) 116. in neuerer zeit klingt die bedeutung im rahmen von C 1 noch gelegentlich an: der adel ... erschlich sich oft gnaden und gunste, die ihm der bürger und bauer beneideten E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 2, 103. C@44) in gewissen anwendungen verlegt sich der schwerpunkt des sinnes von dem gewährenden subject auf das gewährte object: gunst als summarischer ausdruck dessen, was (substantiell) angenehm, gut, nützlich ist: die eltern ... ihren kindern ... alle gunst und gutes schuldig sein J. Barth weiberspiegel (1565) c 5b; gelegentlich specieller: wa wir deinen feinden etwas gonstes oder vorschubes beweisen Fischart Garg. 342 ndr.; wo das subject nicht genannt wird, ist es oft noch latent vorhanden: jede gunst und jeder gewinn, die mich aufsuchen, nachdem ich Rahel verloren, kommt mir wie hohn vor Pückler briefw. u. tageb. 3, 186, doch kann es ganz zurücktreten: wenn es ging nach desz fleisches muth, in gunst und gesund mit grossem gut, gar bald werden wir erkalten Petri d. Teutschen weish. (1604) 1, g 1a; Strefon, muster deutscher gunst (d. i. dessen, was gut deutsch ist), bild der alten redlichkeiten, meiner jugend tugendmodel Stieler geharnischte Venus 11 ndr.; gering ding hat auch sein gunst (sein gutes) Henisch 1781, besonders seit in neuerer zeit auch das neutrum des adj. hereinkreuzt, gunst 'das günstige': doch wir (die kundschafter) bringen wenig gunst Göthe 15, 1, 261 W.; da solche (erfolgreichen) personen gewöhnlich den ort verändern und als reisende bald hier, bald da eintreffen, so kommt ihnen die gunst der neuheit zu gute ebda 28, 185; völlig eigenschaftlich: wenn etwa der finanzminister die gunst seiner amtlichen stellung benützt, um nebenher als privatmann gute geldgeschäfte zu machen W. H. Riehl deutsche arbeit (1861) 229. so von der gunst eines landes, klimas u. a., d. h. von seiner guten wirkung auf den menschen: (um) zugleich die gunst der seeluft zu genieszen, liesz er sich ... an den strand hinausfahren Storm w. (1899) 6, 213; abhängigkeit von der gunst oder ungunst des wohnortes O. Peschel völkerkunde (1874) 338. die belege führen an die gruppe B 4 heran, die nicht immer scharf abzugrenzen ist. wohl eher hier als an B 6 anzuschlieszen in besonderem sinne 'ansehnlichkeit', 'schönes äuszeres', 'frische', 'kraft': ich vberkam wider die vorige gunst und gestalt des angesichts Nigrinus von zäuberern (1592) 179; speciell von pflanzen: der veilgen süsze gunst, der anemonen pracht macht, dasz die kluge frau oft in sich selbsten lacht Fleming dtsche ged. 1, 60 lit. ver.; vgl. medulla peddich; der gunst pomorum; das werck o. heden i. flos lini voc. von 1517 bei Diefenbach gloss. 353c; in der mundart: jonts nährwert, saft und kraft in speisen, mark in knochen rhein. wb. 2, 1494; doa es de jonts us von schalem wein, verdorbener speise, pelzigen radieschen, zu lange gekochtem fleisch ebda; dazu stimmt nnl. gonst 'kraft des düngers', fruchtbarkeit des bodens woordenboek 5, 399; 1293. DD. eine übertragung der empfindung B 3 auf die person des empfindenden ist der nicht an einen bestimmten rang gebundene titel euer gunst(en) (vgl. als ähnliche bildungen euer gnaden, euer liebden): diese kurtze vormanung ... will ich euch meinen groszgnstigen herrn, beide stets regierenden burgermeistern ... dediciret und zugeschrieben haben, der meinung, das ewer gunsten ... solchem bel wehren und steuren wOellen Musculus hosenteuffel 26 ndr.; bitte demnach ew. gunsten um gottes willen J. Prätorius Katzenveit (1692) 86; ew. wohledl. hochw. und hochgelahrte gunsten Rist sabbat. seelenlust (1651) 43; Balth. Schupp schr. (1663) 620; 622. gern mit synonymis: dediciere und zuschreibe (ich) ewern gnaden, herrligkeiten und gunsten ... mehrgemeltes buch Hans Sachs 18, 6 lit. ver.; ewer gnaden und gunst Hutten op. omn. 1, 418 Böcking; ewer gnad, gunst und frundschafft H. v. Cronberg schr. 131 ndr. das alter der verbindung mit dem auch sonst verknüpften gnade läszt daran denken, dasz der gebrauch parallelbildung zu euer gnaden ist. in anderer weise hierher gunst als 'anhang, parteigängerschaft': wer nun guete gunst, befreunte oder gfattersleit darunder (unter denen, die die steuern veranlagen) hat, und dem man wol wil, dem wierts dest ringer, entgegen aim andern schwärer ... angesehen (an steuern angerechnet) (anf. d. 17. jh.) steir. taidinge, nachtr. 57; dasz du (Luther) dise ding allein darumb einzühest, dir ein gunst und anhang damit zu erschOepffen Murner an d. adel 36 ndr.; vgl. unten E s. v. erzeigen; des was eyn in dem rade, geheten her H., de was van her Rubenauwen gunst, wente se hadden twe sustere to echte Lübeck. chron. 2, 270 Grautoff. vgl. auch günstig im gleichen sinne sp. 1129, sowie gunstiger. vereinzelte eindeutschung bleibt: mon favori mein liebster freund, ma favorite mein gunst Stör frç.-all.-lat. (1663) 1, 412b. EE. stehende verbalverbindungen. bei verben wie erlangen, erwerben, gewinnen bevorzugt gunst die ins passivische gewendete bedeutung B 6 ('beliebtheit', 'ansehen'), besonders wenn sie mit der präp. bei verbunden sind. bei verben des gewährens wie erweisen, erzeigen, gewähren, schenken, tun liegt die bedeutung C nahe, vor allem wenn durch artikel oder pronomen (eine, die, diese gunst) die einmaligkeit der handlung festgelegt wird. die verbindungen mit tragen, stehen verlassen den bereich der bedeutung B 1—4 selten. am vielseitigsten ist gunst haben. jemandes (bei jem.) gunst erlangen: (sie) erlangen gunst und hulde des vatters Luther 10, 3, 137 W.; weil er mit dem befehlichshaber im hafen kundschaft gemacht und seine gunst erlanget hatte Bucholtz Herkuliskus (1665) 2; er vergiszt nicht, vergiebt nicht, auch dann nicht, ... wenn man alles anwendet, seine gunst wieder zu erlangen Knigge umgang m. menschen (1796) 1, 156; im erotischen bereich (B 1 c, bezw. C 2): zu dero (concubine) schicken, mit vermelden, wie ir (anr.) gegen iro, wegen ihrer schöne in brünnende liebe entzündet: ihr wüsten auch nichts under dem himmel, das ir nicht, ... allein ir gunst und liebe zu erlangen, gern thun welten J. Wetzel söhne Giaffers 27 lit. ver.; zu B 6 neigend: darumb er dan ein grossen gunst bei meniglich erlangt Aventin bair. chron. 4, 374 Lexer. jem. gunst erweisen: wem gott will rechte gunst erweisen, den schickt er in die weite welt Eichendorff s. w. (1864) 1, 237; deutlicher im sinne C: mit welchem (nachsichtigen verschweigen) ihr noch eine grosze gunst durch mich ... erwiesen worden Zendorius a Zend. winternächte (1682) 641; es war das erste und letzte mal, dasz sie mir diese gunst erwies (sie hat ihm einen kusz gegeben) Göthe 26, 331 W. (jemandes, bei jem.) gunst erwerben: erwerbent der werlde und gotes gunst Hugo v. Trimberg renner 17470 Ehrism.; durch solchen dienst und solche kunst erwarb sie so ein grossen gunst Murner mühle v. 262 Albrecht; ich erwarb mir (durch vorlesen) die gunst der frauen G. Keller ges. w. 1, 252. im erot. bezirk: (die kupplerin:) o herr, all arbeyt ist umbsunst, zu erwerben der jungkfraw gunst H. Sachs 2, 5 lit. ver. im sinne von B 6: damit sie (die hofleute) bey grossen potentaten gnad und gunst erwerben buch d. liebe (1587) titelblatt; auch mit sachl. subject: das industriecomptoir gab eine abbildung mit einigem text heraus, welche auch auswärts soviel gunst erwarb, dasz ... Göthe 36, 9 W. jem. gunst erzeigen: sampt allen seinen anhangern und die ihm gonst erzeygen Luther 8, 695 W.; (der könig) erzeigt scheinbarliche zeichen besonderer liebe und gunst gegen ihnen Amadis 1, 255 lit. ver.; zu C: seinen freunden eine gunst über die andere zu erzeigen Ettner medizin. maulaffe (1719) 4; ich grüsze dich, du einzige phiole! ... erweise deinem meister deine gunst Göthe 14, 40 W. jem. gunst gewähren, vor allem zu C: die gunst (d. i. ein kürzeres leben) gewähret ihm der gott Ramler fabellese (1783) 1, 33; möge mir diese gunst des guten geschicks bald gewährt seyn Göthe IV 31, 56 W. jemandes, bei jem. gunst gewinnen Mai und Beaflor 96, 35, s. oben sp. 1112; meine besten geschichten ... gab ich ihm so nach und nach zum besten und gewann seine gunst dadurch H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 55; zu B 6: kunst bei vernunft viel gunst gewinnt Lehman florileg. polit. (1662) 1, 322; dagegen haben seit einiger zeit denkwürdigkeiten von privatpersonen steigende gunst gewonnen Scherer kl. schr. 1, 46. im erot. bereich zu B 1 c: das ist ja, als wär er der Heiterethei zu gefallen im begriffe, ordentlich zu werden, und um ihre gunst zu gewinnen O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 122. gunst haben; jemandes gunst haben von ihm geschätzt, begünstigt werden: got weiz wol, lieber vater mîn, swaz dû hâst an ir getân. des soltû mîne gunst hân Rudolf v. Ems gut. Gerh. 2864 Haupt; er sagt, er wer auch von der kunst und hett viel grosser herren gunst Fischart Eulenspiegel 3261 Hauffen; Essex hat die gunst des volkes Lessing 10, 40 L.-M. im gleichen sinne, nur in älterer sprache gunst haben von jem.: (manchen mannes) gunst, die er von rîchen und armen hât Hugo v. Trimberg renner 2000 Ehrism.; solche satzungen, die von gott keinen gunst haben Zwingli dtsche schr. (1828) 1, 204; du wirst glück und hayl haben und grossen gunst von teütschem land Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 6 ndr.in der bedeutung B 6 gunst haben bei 'gratia apud aliquem florere' nomencl. in usum schol. (Hambg. 1634) 230: (er hat) bei des römischen künigs räthen ein grosen gunst gehapt zimmer. chron. 4, 96 B.; 1, 583; 2, 521; als ob die fründ gotes ... minder ansehens oder gunst hetten bei got Hieron. Gebwyler lob Marie (1523) 14a; das bey etlichen gunst, das hat bey anderen ungunst Frisius (1556) 618a; deutlich auch bei unpersönlichem subject: das kleyn vyhe hat auch ein grossen gunst (beliebtheit) zu den opffern der götter Eppendorff Plinius (1543) 8, 81; das neue hat als solches schon eine besondere gunst Göthe 45, 179 W. — gunst haben zu, gegen jem. wie gunst tragen ihn schätzen, lieben; nur in älterer sprache: umme gonst und gnade, die wir hant zu dem erbern manne (a. d. j. 1350) hess. urk.-b. 2, 575 Wyss-Reimer; zu dir (Helena) hab ich (Paris) so hohen gunst Spreng Ilias (1610) 38b; die präposition kann auch durch einen obliquen casus vertreten sein: doch hât sî mînem lîbe gunst der von Gliers bei Bartsch Schweiz. minnes. 205; (der hund) hett trewlich dient bey seinen tagen, des hat der herr sein (gen. object) gunst und gnaden H. Sachs 9, 230 lit. ver.; mein hastu weder huld noch gunst Spreng Ilias (1610) 69b. in gunst(en) bei jem. stehen: Horatio ... hat bei ihm (dem könig) in gunsten gestanden Göthe 22, 160 W.; die damals sehr in gunst stehende theorie der schwingungen (des lichts) ebda II 2, 210. gunst (zu) jemandem, gegen jemand tragen; nicht über das 17. jh. hinaus belegt: swer in (den göttern) treit dienestlîche gunst Rudolf v. Ems Barlaam 243, 36 Pfeiffer; zu B 1 c: nach der mein hertz ye thet verlangen, ir lang trug heymlich lieb und gunst H. Sachs 2, 28 lit. ver.; ich weisz nicht, woher eine jungfrau noch einige gunst zu euch tragen kan Happel akadem. roman (1690) 248. mit sachlichem object: er reitzet mich zu meiner kunst, zu der ich trag die gröszte gunst Herlicius musicomastix (1606) 13b. jemandem gunst tun: dussem boden mode we gunste don unde senden on erliken to hus ndd. Alexander bei P. J. Bruns romant. u. a. ged. in altplattdtsch. spr. (1798) 361; thut mir die gunst und ... notiert bei Ludwig teutsch-engl. (1716) 821; o süsze brust, thu mir die gunst und fülle mich mit deiner brunst Paul Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 411b. FF. präpositionale verbindungen. F@11) aus gunst favore commotus: in welchem zweiffal ettliche usz gunst dem bapst (von seinem rechte) zuo fil zuogeben, die andren alsz du (Luther) usz ungunst dem bapst zuo fil understast zuo nemmen Murner an d. adel 29 ndr.; wann entlich durch vernnftig kunst dem schöpfer dien ausz lieb und gunst Schwarzenberg Cicero (1535) 155d; mit stärkerer betonung des unverdienten: mer ausz gunst dann umb verdiensts willen Wickram w. 1, 47 lit. ver.; du hast aus unverdienter gunst auch manch gedichte hoch geschätzet Triller poet. betracht. (1750) 4, 661; sogar dachkämmerchen werden nur aus gunst vergeben Göthe IV 21, 342 W.; 'freiwillig': haben ... zuoletst williglich auss gunst die statt wider von sich geben W. Xylander Polybius (1574) 84; auch: gratis, gratiose ausz lauterem gunst, umbsunst Calepinus XI ling. (1598) 627b: dis schencket sein gnad gar umsonst dem Thedel nur aus lauter gunst Thym Thedel v. Wallm. 1648 ndr. 'parteilich' (s.B 5): da mancher ausz gunst seine zeche (bergwerk) mit listen und fristen erhelt Mathesius Sarepta (1571) 59b; da die saczmeister (schätzmeister für preisfestsetzung) hinlässig oder aus gonst was über die billichait zuegeben und underlassen wolten (a. d. j. 1585) salzbg. taidinge 163; da sey der himmel vor! dasz ich aus gunst ... einem mädchen den kranz zuerkennen ... sollte theater der Deutschen (1768) 12, 380. zu gunst A ('erlaubnis'): hochwirdiger in got vater, gnediger her, ausz ewer gunst wil ich diszen hern auch fragen bei O. Clemen reformationsflugschr. 1, 73 (vgl. sonst mit gunst unten 4); ain endurtail ... von wegen ains tribs (triebrechtes), den die pauren wolten haben in sein holtz wider seinen willen, dan er brieff und sigel von in hett, dasz si aus gunst (nur erlaubter maszen, d. h. widerruflich) darein triben (a. d. j. 1516) chron. d. dtsch. städte 25, 50. F@22) nach gunst parteilich, willkürlich (vgl.B 5): die got nit vor augen haben und nach gunst und irem muotwillen regieren Geiler v. Keisersberg hellisch lew (1514) 23; so strafft auch die obrigkeit bissweilen nach gunst und ansehen der person theatr. diabolorum (1569) 261a; es geht nach gunst v. Fleming soldat 152; (da) der kaiserliche hof auch mehr nach gunst ... urteilte Eichhorn dtsch. staats- u. rechtsgesch. (1822) 3, 112. auch in der mundart: et gêt na gunst un gbe ungerecht Woeste-Nörrenberg 87; 't geht alles der gonscht no lux. ma. 150. F@33) durch gunst; der erste beleg ohne rechte sinnschwere im reim: durch liebe, durch gâbe, durch vorhte nieman sol pfaffen wîhen noch pfarre lân denne durch got, durch zuht, durch kunst, durch ordenliches lebens gunst Hugo v. Trimberg renner 2746 Ehrismann; 'aus gefälligkeit': twintech marc lovdeghes silveres, de de selve biscop Otte ovs dor lEive und guonste hevet to borghe gelEighen (geliehen) urk. z. gesch. d. herz. v. Braunschw. 1, 227 Sudendorf. später der function einer zusammengesetzten präposition sich nähernd, 'durch das wohlwollen jemandes', 'mit hilfe': per favore durch gunst Hulsius teutsch-ital. (1618) 143b; doch ist er bald hAernach durch der hteren gunst entrunnen H. Pantaleon mitnächt. völck.-hist. (1562) 1, 250; bis sie durch gunst des himmels ... zu der schön- und vollkommenheit gebracht worden Schottel haubtsprach 38; (dasz wir) durch gunst irgend eines gottes auch in den anfang ... der gerechtigkeit scheinen eingeschritten zu sein Schleiermacher Platons w. (1804) 6, 258; mit instrumentalem gehalt (lat. entspräche 'per', bezw. abl. instr.): die schönen Pierinnen, die nun durch Opitz gunst auch hochteutsch reden können Fleming dtsch. ged. 1, 60 lit. ver.; so bleiben diese drey (freundschaft, klugheit, tugend) mit treu verbunden frey durch gunst der schreiberey Harsdörffer secretar. 1, (a) 2b, ähnlich gelegentlich auch mit gunst, s. 4 c. — anders zu C 1 'durch vergünstigung': (man) kan ... mit einem eydt darvon kommen, durch gunst oder vorbitte Reutter v. Speir kriegsordn. (1594) 21. F@44) mit gunst, in verschiedener bedeutung formelhaft. F@4@aa) zu B 'gnädig', 'wohlwollend': der alle flust erkennet, und der hœhest ist benennet? der neme mîn dâ mit günste war Wolfram Willeh. 122, 13; ihr wolt (hortativ) mit gunst uns nemen an Dedekind papista convers. (1596) a 1a; gar zwo göttinnen sind dem Menelas mit gunsten zugethan Bürger w. 156a Bohtz. 'eifrig, fürsorglich': die muter hett irem sone (dem Äneas) geben ein geziertes hare und ein rosentlichen schein der jugent, und hett ime geben mit gunst ein frolich angesicht M. v. Kemnat chron. Friedr. I. 16 Hofmann; im sinne von 'gern', 'bereitwillig': sol diu rede stæte sîn, als uns sagete Kâedîn, so gebe wir s' (die eltern die tochter) iu mit guoter guns Ulrich v. Türheim Tristan 187 Golther. wöliches (ansinnen) mit gutem gunst und als der billichkait gemes beschehen (Augsbg. mitte 16. jh.) chron. d. dtsch. städte 34, 151; ähnlich: übe dich zum tüchtigen violinisten und sei versichert, der capellmeister wird dir deinen platz im orchester mit gunst anweisen Göthe 24, 51 W. F@4@bb) meist zu A, 'mit billigung, mit erlaubnis'. aber in der auffassung leicht von B zu beeinflussen; bald von ausdrücklicher ermächtigung, bald mehr als beipflichtung, (stillschweigendes) einverständnis: ich wolde man und darzuo wîp und ander dinc vil gerne sehen, möht ez mit dîner gunst geschehen Rudolf v. Ems Barlaam 29, 24 Pfeiffer; desz solte er mit gunst und zuegebung ainer ganzen nachbarschaft, mit derselben bewilligung thuen (a. d. j. 1655) steir. und kärnt. taidinge 8. von B aus gefärbt: daz ich han virkauft mit gudir gunst hern Rychartis (des mitbesitzers) ... dri maldir korngeldis gudis rockin alle jar uz unseme habe (a. d. j. 1349) hess. urkundenb. 2, 566 Wyss-Reimer; da es uns denn mit gunst unserer leser wohl erlaubt sein wird, uns über diese gegner ... lustig zu machen Göthe II 2, 268 W., vgl. der günstige leser sp. 1030. häufig gepaart mit willen: libentissimis omnibus mit yedermanns gunst und willen Maaler sprachsch. 198c; daz die selbe suone und richtunge mit unsrer aller gunst, wissende und willen beschehen ist (a. d. j. 1368) stadtrecht von Neuenburg a. Rh. 32 Merk; (dasz der bürger) kein ander ... burgerrecht ... hab noch an sich neme denn mit des rats gunst und willen Nürnberger polizeiordn. 25 lit. ver.; mit unsern gunsten seis, mit unserm willen, wer schauen will, was wir verhüllen Göthe 15, 1, 165 W. stereotyp wird die formel seit dem 16. jh. gebraucht, um eine unschickliche äuszerung abzuschwächen (vgl. mit verlaub): lag er da in einm rinstein tieff in schlam und dreck (mit gunst) und schlieff Hollonius somn. vitae 95 ndr.; allein wer so viel friszt, der musz mit gunst! auch viel hofiren Bürger w. 27b Bohtz; war eine reiche fraw, die war von jugendt auff ein grosse ... huor gewesen, mit gunst der frommen weyber Lindener katzipori 144 lit. ver.; formelhaft erweitert: (da) schisz er mit gunst, wissen und willen in den zuber ebda 72. ähnlich verbal: mit gunst zu reden ne vous desplaise Hulsius-Ravellus (1616) 148a; do gab ihr Clawert (mit gunst zu melden) seinen hosenlatz in die hand B. Krüger Clawerts werckl. hist. 19 ndr.; mit gunst gesagt Rachel sat. ged. 66 ndr. auch als redeeinleitung: gros wunder mus ich sagen fry, mit gunst zu melden von aim bry, der droben inn dem Schwizerland noch dan gekocht von wiber hand ... ins Elsas chon ist diser frist Fischart glückh. schiff 34 ndr.; vor allem in höflicher anrede Chr. Weise drey klügst. leute (1675) 174; mit gunst und urlaub, gnädiger herr landsmann! ... wir kommen her, ob ihr die gutheit hättet und gäbt uns etwas geld Grillparzer s. w. 6, 84 Sauer; seit dem 18. jh. daneben gern bei einwänden, entgegnungen u. a.: mit gunst, don Cäsar. ich war euch stets mit neigung zugethan, ... doch ... ebda 1, 7; doch wenn ichs nehme (das geschenkte buch), grundgelehrter mit gunst: musz ich es dann auch lesen? mann, Lessing 1, 34 L.-M. die formel hat sich neben vereinzelter mundartlicher bezeugung (etwa Jecht Mansf. 44b; Rother schles. sprichw. 174) bis heute gehalten als stehende höflichkeitsfloskel der handwerkersprache: 'anrede wandernder handwerksgesellen ihrem handwerksmeister gegenüber, wenn sie um arbeit oder das geschenk bitten' Wander 5, 1384; Rother schles. sprichw. 257b; biszweilen gebrauchen sich die bergleute bey ihren zusammenkunfften auch wohl dieses gruszes: glück auff! alle mit einander ... mit gunst bin ich auffgestanden, mit gunst setze ich mich wieder nieder Chr. Herttwig neues u. vollk. bergb. (1734) 187a; dasz ein reisender handwerkspursch nicht einmal seinen hut abnehmen darf, er thue es dann mit gunst B. Mayr päckchen satiren (1769) 108; Baumeister zimmermannsspr. 68. F@4@cc) vereinzelt wie das instrumentale durch gunst, s. 3: ein guoter nachbar, mit gunst (vermöge) seines handtwercks ein flycker der schuoe und pantoffel Lindener katzipori 114 lit. ver. F@55) ohne gunst ohne erlaubnis, einwilligung: der was der erste, der ... zuo keiser wart on des senatus gunst (14. jh.) chron. d. dtsch. städte 8, 28; Esau ... nimpt zwey weiber ane gunst und willen der eldern Luther 14, 358 W. F@66) zu gunst(en), auch in éin wort zusammengerückt. F@6@aa) im anschlusz an B besonders in älterer sprache 'zum wohlgefallen, zu liebe': nachtbchlein, darinnen vil seltzamer ... historien, ... allen denen zu lieb und gunst, die gern schimpflich bossen lesen oder hören Val. Schumann nachtbüchl. 1 lit. ver.; nit ze smaichen noch liebzekosen, nit zuo gunst den lewten noch zuo gefallen der weld Berth. v. Chiemsee theologey 101 Reithmeyer; salvey, ein kraut, ... ward meinem vater zu gunsten an die meisten schüsseln gelegt, die meine mutter anrichtete Hippel lebensläufe (1778) 2, 637. in diesem sinne wohl auch der älteste beleg: dan die heilige kirchen und wir (die obrigkeit) die judischheit nicht in zu gonsten, sunder dem gleubigen folckhe zu einem gedechtnisse der türen marter unsers herren ... behalten (in der stadt dulden) (a. d. j. 1434) chron. d. dtsch. städte 5, 375. in verbalem zusammenhang weniger functionell: disz erste theil (des buches), das wir dem leser zu gunsten befohlen haben wollen Thurneyszer magna alchym. (1583) 144; empfehlen sie mich ... zu gnaden und gunsten Göthe IV 20, 191 W. s. auch zu gunst haben oben C 3. F@6@bb) seit dem 18. jh. im anschlusz an C 4 'im interesse, zum nutzen, besten jemandes', eigentl. 'auf das zielend, was für das obj. von vorteil ist': im weiten kreise rechtlicher erfahrung schaust du zu meinen gunsten um dich her Göthe 10, 340 W.; eine regung zu des prinzen gunsten, dem das gesetz die kugel zuerkannte H. v. Kleist 3, 106 Schmidt; dem kaiser selbst versagten wir gehorsam, da er das recht zu gunst der pfaffen bog Schiller 14, 327 G.; das geheimnis des hauses war auf eine seltsame weise gelöst, und zwar nicht zu gunsten meiner nachtruhe (da er nicht schlafen kann) H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 118. — oft mit einem psychologischen accent 'dahin zielend, dasz etwas anklang (B 6) finde': dieser (vorschlag) ware, dasz wir uns bereiten wolten, die meinung der stadt zu widerfechten, die über den punkt der schönheit regiert, und (diese meinung) durch gewisse practicken ... zu verändern und zu gonsten unserer gestalt und forme (d. h. auffassung) zu disponieren discourse der mahlern (1721) 2, 158; besonders bei ausdrücken des sagens und denkens: die vorurteile zu gunst der Hofmannswaldauischen schreibart Bodmer bei Wernicke poet. vers. (1763) 10; sage mir ein wort über dieses büchlein: denn du wirst leicht übersehen, was ihm zu gunsten und zu ungunsten spricht Göthe IV 23, 198 W.; den ausführungen des herrn abgeordneten ... zu gunsten seines antrages Moltke schr. u. denkw. (1892) 7, 88; dasz sich zu gunsten der adelsinstitution nichts vorbringen läszt M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 2. die formel liebt anwendungen, die ein wechsel-, austauschverhältnis ausdrücken: wie löst dem reiche gottes zu gunsten der staat, der von dieser welt ist, sich auf? Fichte s. w. (1845) 4, 592; die abdankung des königs zu gunsten des grafen von Paris A. Ruge briefw. u. tagebuchbl. 2, 7 Nerrlich; (er) liesz sich solche huldigungen gern gefallen, ermangelte aber andererseits nie, natürlich nur zu gunsten neuer malicen gegen Krach, seinen schlauheitstriumph über diesen ... in abrede zu stellen Fontane ges. romane u. novellen (1890) I 7, 117. — mehr auf das resultat gesehen (vgl. günstig sp. 1133): im ganzen jedoch fiel das resultat zu gunsten des examinanden aus W. Raabe hungerpastor (1864) 2, 108; das haus der römischen imperatoren, welches in dem gegensatz der religionen die entscheidung zu gunsten des christentums gegeben hat Ranke s. w. 8, 5. banktechnisch: nachricht von 2 assignationen, jede zu 400 thlr. zu gunsten Haides Göthe III 5, 224 W.; die reichsbank überweise zu lasten meines girokontos ... dem girokonto von herrn N ... zu gunsten von herrn N.N. reichsbanküberweisungsscheck; zu ihren gunsten sind eingegangen. GG. zusammensetzungen mit gunst- erscheinen vereinzelt schon im 15. jh.: consensus verhennusz vel gunstgebung obd. glossar bei Diefenbach nov. gl. 109b; faudicus (i. palpanista 'schmeichler') gunstsagiger voc. theut. (1482 Nürnberg) bei Diefenbach gl. 227c; sie sind aber noch im 16. jh. nicht eben häufig zu belegen, vgl. unten gunstbrief, -freund, -hantierung, -los, adj., -recht, -reich, adj. -wind. das 17. jh. dagegen bringt eine fülle allerdings vorwiegend occasioneller bildungen hervor.es sind mehr oder weniger alle bedeutungen des simplex vertreten; beispiele für die gruppe B 1 geben gunstbändlein, -gemerk, speciell für B 1 c -tränklein, -zeichen, für B 2 -gemüt. es überwiegt aber bei weitem die sphäre von B 3, s.gunstbewerbung, -genosse, -strahl, -wind, insbesondere auch in abschätzigem sinne: gunstbettler, -diener, -jäger, -sklave. gunst B 5 ('willkür') erscheint in gunsthantierung, -prediger, B 6 ('beliebtheit, ansehen') in gunstreich adj. 2, -sucht. gunst A bzw. C führt zu rechtssprachlichen bildungen wie gunstbrief, -brunnen, -geld, -hafer, -hut, vgl. auch gunstrecht. charakteristisch besonders für die sprache des barock sind bildungen, in denen gunst- im anschlusz an B das erwünschte, zum guten wirkende des an zweiter stelle componierten begriffes ausdrückt, vgl. z. b. gunstblick, -geist, -stern, -wetter, -wind; bezeichnend für diese zeit ist auch die gruppe gunstgeneigt, -gewogen, -gewogenheit, -neigung, -zuneigung, vgl. dazu unten sp. 1131. — bildungen wie gunstausteilung, -beweis, -bezeigung, -bezeugung, -erweis(ung), -erzeigung, alle im bereich von C, ähnlich auch -zeichen, haben ihre ursache vor allem in dem bedürfnis nach einem ersatz für den wenig gebräuchlichen plural, s. sp. 1105; sie sind seit dem 17. jh. belegt.
66076 Zeichen · 1527 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    gunstst. F. (i)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    gunst , st. F. (i) nhd. Gunst ne. favour (N.) Hw.: vgl. as. *unst?, ahd. unst (1) Q.: Jur E.: s. germ. *unsti-, *unstiz,…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gunststf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    gunst ( gen. günste) stf. 1. wohlwollen, ergebenheit. swer in (den goten) treit dienstlîche gunst dem lânt si ungelônet …

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gunstM., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gunst , M., F. nhd. Gunst, Erlaubnis, freundliche Gesinnung, Begünstigung, Parteilichkeit, unrechte Begünstigung, Förder…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gunst

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Gunst , plur. inus. von dem Zeitworte gönnen, welches im Nieders. noch jetzt gunnen lautet. 1) † Derjenige Zustand d…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gunst

    Goethe-Wörterbuch

    Gunst rund 850 Belege; mehrf mit intensivierenden, wertenden u spezifizierenden Attributen wie ‘groß, besonder, außerord…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gunst

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gunst (verwandt mit »gönnen«) ist der Güte (s. d.) darin verwandt, daß beide das Wohl eines andern in uneigennütziger We…

  7. modern
    Dialekt
    Gunst

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Gunst [Kùnt Dü. ] f. Gunst. Wë nn m e r halt ke ine G. het, kummt m e r allewil z u kurz. ‘zuä gïnshtä fo mim Khïnd’ La…

  8. Sprichwörter
    Gunst

    Wander (Sprichwörter)

    Gunst 1. Bâr Gonst hoat, krîgt Hêfe. ( Henneberg. ) – Frommann, II, 411, 128. Und wer Hefen hat, kann natürlich auch Kuc…

  9. Spezial
    Gunst

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gunst f. (-) 1 favur (-s) m. 2 (Wohlwollen) benevolënza (-zes) f. ▬ zu Gunst en von a bëgn de; die Gunst der Stunde nutz…

Verweisungsnetz

204 Knoten, 223 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 16 Hub 4 Wurzel 2 Kognat 3 Kompositum 166 Sackgasse 13

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gunst

130 Bildungen · 75 Erstglied · 45 Zweitglied · 10 Ableitungen

gunst‑ als Erstglied (30 von 75)

gunstach

MNWB

guns·tach

° gûdenstach , gûnstach und gūdenstach , gunstach s. gôdenstach, gunstach (Westfalen, Ostfriesland).

gunstag

DWB

guns·tag

gunstag , m. , mittwoch; in westndd. maa., vor allem westfäl. Woeste-Nörrenberg 87 a ; rhein. wb. 2, 1482; aus gudensdach, gunsdach, s. Schi…

gunstausteilung

DWB

gunst·austeilung

gunstausteilung im sinne von gunst C: welchen der könig in gunstausztheilung nicht so liberal als sein herr vater gewesen A. Gryphius verm. …

gunstbändlein

DWB

gunst·baendlein

-bändlein , zu B 1: indem er frommer, züchtiger eheleute sinn und mut mit lauter güldenen liebeshäfftlein und güldenen gunstbändlein zusamme…

Gunstbemühung

Campe

gunst·bemuehung

○ Die Gunstbemühung , Mz. die — en , die Bemühung um eines Andern Gunst, auch Gunstbewerbung .

gunstbereiter

DWB

gunst·bereiter

-bereiter : ( er war ) ein verursacher zur weiberlieb und gunstbereyter guter leut J. Ayrer process. juris (1600) 740 ;

gunstbettler

DWB

gunst·bettler

-bettler zu B 3: er verachtet kriechende gunstbettler Fr. v. d. Trenck ges. ged. u. schr. (1786) 2, 61 ;

gunstbeweis

DWB

gunst·beweis

-beweis bildung des 19. jh. für gunst C: ( die abreise ) wurde mir indirect dadurch verweigert, dasz ich auf das ( königliche ) gefolge über…

gunstbewerbung

DWB

gunst·bewerbung

-bewerbung : man hat zweyerley eingänge ( bei einer rede ) zu unterscheiden: einige werden durch den weg der gunstbewerbung gemacht ... Raml…

gunstbezeigung

DWB

gunst·bezeigung

-bezeigung beweis des wohlwollens im sinne von gunst C: wir bedanken uns dieser offerten halber gnädigst und werden es mit hoher gunstbezeig…

gunstbezeugung

DWB

gunst·bezeugung

-bezeugung dasselbe: für sotahne ( vom groszen Pan ) erwiesene gunstbezeugungen S. v. Birken forts. d. Pegnitzschäferey (1645) 59 ; wer guns…

gunstblick

DWB

gunst·blick

-blick gutes verheiszender oder bringender blick: ( es möge ) die glückssonne den gunstblick versetzen Valvasor ehre des hzt. Crain (1689) 2…

gunstbrief

DWB

gunst·brief

-brief literae concessionis feudum alienandi, concessio dilationis investiturae Haym jurist. lex. (1738) 276 ; Stieler stammb. 239 ; in allg…

gunstbrunnen

DWB

gunst·brunnen

-brunnen ' aus bes. gunst einem privaten bewilligter brunnen, der sein wasser aus der leitung eines gemeindebrunnens empfängt ': sollte es s…

gunstdiener

DWB

gunst·diener

-diener im sinne von günstling: Mourray hatte ( ihm ) öfters mit dem galgen gedräuet, bisz er das landgütlein, welches ihm seine ehefrau zug…

gunstelīche

KöblerMhd

gunstelīche , Adv. Vw.: s. günstlīche

gunsten

DWB

guns·ten

gunsten , vb. , dem 16. u. 17. jh. angehörende bildung von gunst, vgl. auch begunsten teil 1 sp. 1314; gunsten et saepius begunsten favore c…

gunster

Lexer

guns·ter

gunster stm. der günstic ist. Jupiter ist eín gunster Myst. 2. 212,36 ;

gunsterbe

DWB

gunst·erbe

-erbe wohl rückübersetzung von heres favorabilis, das auf miszverstandenem ganerbe beruht, vgl. ganerbe 3 a teil 4, 1, 1217: ganerben vel gu…

gunstergeben

DWB

gunster·geben

-ergeben , adj. : durch dienst- und gunstergebene küsse Chr. Weise polit. redn. (1677) 471 ;

gunsterregend

GWB

gunsterregend mit sinnl-erotischer Komponente [ Epimeth üb ein der Büchse der Pandora entstiegenes Götterbild: ] Dagegen, g. strebt, mit Fre…

gunsterweisung

DWB

gunster·weisung

-erweisung dass. Chr. Weise drey klügst. leute (1675) 16; A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 642 ;

gunsterwerbend

GWB

gunsterwerbend wie gunsterregend [ Jason ] jung, munter und kühn, blondlockig und g. 49 1 ,97,16 Philostrat Dorothea Weiss-Schäfer D.W.-S.

gunstfreund

DWB

gunst·freund

-freund wohl zu C 4: dann es seindt etliche heuchler, ... maulfreundt, gunstfreundt, genieszfreundt und tischfreundt Huberinus spiegel d. ha…

gunstgeist

DWB

gunst·geist

-geist : Baccho, den sie den guten gunstgeist nenneten Wolfh. Spangenberg anm. weish. lustgarten (1621) 10 ;

gunst als Zweitglied (30 von 45)

Missgunst

RDWB1

Missgunst f недоброжелательство, недобрые чувства, нехорошие чувства, зависть

abegunst

KöblerMhd

abe·gunst

abegunst , st. F. nhd. „Abgunst“, Missgunst, Neid, Hass Hw.: s. abegünste; vgl. mnd. afgunst Q.: EbvErf (um 1220), FvSonnenburg, Mechth, NvJ…

abgunst

DWB

abgunst , f. invidia, misgunst, neid, ahd. apanst apunst f. ( Graff 1, 270. 272 ) vgl. gunst . also das es ( das gebot ) sonderlich wider di…

afgunst

MNWB

afgunst , f. , Mißgunst, Neid; Zwietracht, Hader.

Amtsgunst

DRW

amts·gunst

Amtsgunst amtliche Genehmigung ein groschen von einer amptsgunst nach gelegenheit der schuld 1612 CAug. I 1356 Faksimile es soll auch keine …

anbegunst

Lexer

an-be-gunst stf. ] BMZ anfang — ist von Frisch missverstanden, s. Jer. s. 124 : wol bescheiden an begunst ( im anfange ) ist des bûchis halb…

anebegunst

MWB

ane·begunst

anebegunst stF. ‘Beginn’ (anders Pfeiffer, NvJer. S. 9 und S. 124 an begunst): wol bescheiden anbegunst / ist des bûchis halbe kunst NvJer 2…

Aprilgunst

Wander

april·gunst

Aprilgunst Aprillengunst und Jungferntreu, verliebte Schwüre und Flüche sind eben des Zerreissens frei, wie weite Schneiderstiche.

bigunst

AWB

bigunst st. f. , mhd. begunst. — Graff IV, 215. pi-chunst: nom. sg. Gl 1,493,47 ( Rf, lat. pl. ); -gunst: dass. 4,4,11 ( Jc, lat. inf. ); no…

erbegunst

KöblerMhd

erbe·gunst

erbegunst , st. F. nhd. „Erbgunst“, Vorrecht der Vererbbarkeit eines Pachtguts oder Zinsgutes Q.: DRW (1476) E.: s. erbe (2), gunst (2) W.: …

frauengunst

DWB

frau·n·gunst

frauengunst , f. favor femineus: frauengunst war nie umsunst. Simrock 2632 ; als vom bestreben um frauengunst und minnesold die rede war. Go…

fürstengunst

DWB

fuersten·gunst

fürstengunst , f. die gunst eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person oder fürstlicher personen, fürstliche gunst: den fürsten- …

gegengunst

DWB

gegen·gunst

gegengunst , f. benevolentia mutua Weber 331 b , Rädlein : jugend liebt und wird geliebt ... bevoraus, wenn man noch grünet, das uns gegen-g…

genâdengunst

MWB

genâdengunst stF. ‘Gewogenheit, Wohlwollen’ dignatio: gnâdengunst, geruchunge VocAbstr 372 MWB 2 444,40; Bearbeiter: Diehl

genādengunst

KöblerMhd

genāden·gunst

genādengunst , st. F. nhd. Gewogenheit, Wohlwollen ÜG.: lat. dignatio VocAbstr Q.: VocAbstr I.: Lüt. lat. dignatio? E.: s. genāde, gunst (2)…

gotesgunst

KöblerMhd

gotes·gunst

gotesgunst , st. F. nhd. Gottesgunst Q.: Märt (vor 1300) (FB gotesgunst) E.: s. got (1), gunst W.: nhd. (ält.) Gottesgunst, F., Gottesgunst,…

herrengunst

DWB

herren·gunst

herrengunst , f. 1 1) gratia principis: herren gunst und lerchengsang klinget wol und wehrt nicht lang. Schottel 1143 a ; herrengunst und vo…

herzegunst

KöblerMhd

herze·gunst

herzegunst , st. F. nhd. Freundlichkeit, Zuneigung des Herzens Q.: RWh (1235-1240) (FB herzegunst) E.: s. herze (1), gunst W.: nhd. DW- L.: …

hërzegunst

MWB

hërzegunst stF. ‘Zuneigung des Herzens’ der [Frauen] herzegunst der werde man / [...] gewan RvEWh 6053 MWB 2 1459,10; Bearbeiter: Bohnert

hofgunst

DWB

hof·gunst

hofgunst , f. gunst eines fürstlichen hofes. vgl. hofegunst .

Jungferngunst

Wander

jungfern·gunst

Jungferngunst Jungferngunst und Harfenklang dünkt wol gut, doch währt's nicht lang. – Zschokke, Addrich im Moos, S. 39.

Jungfrauengunst

Wander

jungfrauen·gunst

Jungfrauengunst Jungfrauengunst und Harfenklang, dünkt wol gut, aber währt nicht lang. Holl. : Juffersgunst en harpenklank luidt wel zoet, m…

Mensche(n)gunst

Idiotikon

Mensche(n)gunst Band 2, Spalte 378 Mensche(n)gunst 2,378

menschengunst

DWB

menschen·gunst

menschengunst , f. gunst von menschen, bei menschen: o wie ist menschengunst so gleich einem dunst, der bald vergeht! Abr. a S. Clara Judas …

minnegunst

Lexer

minne·gunst

minne-gunst stm. liebesgunst. si sprach eʒ von eime minnegunste, von dem wart si betwungen. wir sullen nû sprechen einen minnegunst oder ein…

Misgunst

Wander

mis·gunst

Misgunst 1. Besser Misgunst leiden als Mangel. 2. Misgunst frisst ihr eigenes Herz, aber kein fremdes. – Ramann, I . Pred., II, 2; Masson, 2…

Ableitungen von gunst (10 von 10)

begunst

Lexer

be-gunst prät. s. beginnen.

begunsten

DWB

begunsten , amplecti, juvare. Logau in seinem gedicht an die kunstgöttinnen ( musen ) 3, 5, 57 : wolt am ehsten die begunsten.

gunste

MNWB

gunste , sw. m. , Gunst, freundliche Gesinnung, ût sünderger g. unde tônê(i)ginge, gōdes g.; guter Wille, milde g., dörch g. unde gôden will…

Mißgunst

Pfeifer_etym

Gunst f. ‘Wohlwollen, Gewogenheit’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Substantiv mhd. mnd. gunst ‘Gewogenheit, Wohlwollen, Einwilligung, Erlau…

ungunst

DWB

ungunst , f. ( m. ), i. a. gth. von gunst. ahd. nur ununst; mhd. mnd. ungunst, mnd. auch m. und ungunste, f.; mnl. ongonst(e), ongunste nebe…

ungunste

KöblerMnd

ungunste , F. nhd. „Ungunst“, Missgunst, Übelwollen, Hass, Ungnade Hw.: s. ungunst; vgl. mnl. ongonste E.: s. un... (1), gunst W.: s. nhd. U…

ungunsten

Lexer

un-gunsten swv. übelwollend, mürrisch sein, sich verdriessen lassen. nit ungunste, ob die speise etwas geprestens habe Br. 25 a .

ungunstlich

Lexer

un-gunstlich adj. infavorabilis Voc. 1470, 154. Wolk. 22. 1,16.

vergunst

DWB

vergunst , f. erlaubnis, mhd. vergunst. zusammensetzung zu gunst; geschlecht schwankt zwischen masc. und fem., ersteres z. b. bei Fischart. …

vergunsten

DWB

vergunsten , verb. gestatten, als gunst erlauben. verbalbildung zum vorigen mit und ohne umlaut, heute durch vergünstigen verdrängt: mhd. we…