Gnade einmal Kleinschr GWB39,8,15 Götz
1 I 2;
auch ‘Gnad(’)’; die Form ‘Genade’ als fehlerhaft angemerkt GWBB1,215,21 KSchönkopf 26.8.69
; ‘G-n’ zT noch (ohne sichere Abgrenzung) als alte Sg-Flexion deutbar; etwa 750 Belege mit Schwerpunkt im profanen Bereich (B) A
im relig Bereich, bezogen auf das Wirken Gottes u göttl Wesen, Mächte 1
im spezif christl Verständnis a
theol: die unverdiente Huld, versöhnende Gegenwart Gottes als die das geistl Heil des Menschen bewirkende, erhaltende Kraft; auch ‘göttliche G.’, ‘in der G. Gottes stehen’; einmal in vergleichendem Zshg ich ergab mich völlig dem Hallischen Bekehrungssystem .. man [
muß] eine sehr merkliche Versicherung der G. fühlen, die aber im Fortgange sich oft versteckt und mit Ernst wieder gesucht werden muß GWB22,306,20 Lj VI SchöneSeele Die Sacramente sind .. das sinnliche Symbol einer außerordentlichen göttlichen Gunst und G. GWB27,119,8 DuW 7 [
mBez auf eine Blumensendung Lottes] o ich habe die halbe Nacht davor gekniet .. Aber ach! diese Eindrücke gingen vorüber, wie [
nach dem Abendmahl] das Gefühl der G. seines Gottes allmählich wieder aus der Seele des Gläubigen weicht AA148,1 Werth II [
nach einer relig-visionären Erfahrung] rief ich mit lauter Stimme: .. Nun erkenne ich, daß ich frei und glücklich bin, und in der G. [
grazia] Gottes stehe GWB43,368,27 Cell II 13 GWB28,305,8u12 DuW 15 GWB37,161,4 BriefPastors Gespr Eckerm 20.6.27
uö in personifizierender Vorstellung; iZshg der Auseinandersetzung mit der pietistischen Brüdergemeinde ich [
bin] mit allem dem kein Christ, aber ist das, die Sache eines Menschen mich dazu zu machen .. Mein feuriger Kopf, mein Witz, meine Bemühung .. ein guter Autor zu werden, sind jetzt .. die wichtigsten Hindernisse .. des eigentlichen Ernsts die Wincke der G. begieriger anzunehmen GWBB51,34 Langer 24.11.68 b
göttl Zuwendung, Liebe, Güte, als schützende, helfende, auch segnende Haltung gegenüber der (bedrängten, beschränkten) menschl Existenz; mehrf mit dem Nebensinn Beistand; je einmal ‘Zeichen der G.’ (für Wunder), ‘Gunst und G.’ [
Martin, im Selbstgespräch:] Ich werde das nie vergessen. Wie er [
Gottfr] .. zu Gott sprach: Und wenn ich zwölf Händ hätte und deine Gnad wollt mir nicht, was würden sie mir fruchten GWB39,15,19 Götz
1 I~GWB8,17 Götz
2 Ich fürchte nichts auf der Welt, wenn ich die G. [
grazia] Gottes habe GWB43,286,18 Cell II 8 Gott hat .. bei seinem [
des hl Alexis] Tode die größten Zeichen der G. vor den Augen der Gläubigen gegeben GWB19,284,5 BrSchweiz II GWB44,224,8 Cell IV 7 GWB18,367,23 ReiseMegapr GWBB24,286,23 Knebel 23.5.14
uö c
liebende(s), verzeihende(s) Erbarmen, Barmherzigkeit Gottes (bzw als göttl angesehener Wesen); einmal in Gegenüberstellung zu ‘Gerechtigkeit’; auch personhaft vorgestellt [
Arsir, in Anrufung Gottes:] Du hast uns einen Retter [
Tancred] hergesandt | .. Ist es Gerechtigkeit, ist’s G. [
grâce]? GWB9,418 Tancred 1238 [
Engel:] Liebe, die gnädige, | Hegende, thätige, | G., die liebende, | Schonung verübende, | Schweben uns vor GWB15
1,343 Vs 3 Faust II Nachl [
Doctor Marianus:] Die Himmelskönigin, | .. Um sie .. | Sind Büßerinnen, | .. Um Ihre Kniee | Den Äther schlürfend, | G. bedürfend GWBFaust II 12019 GWB43,350,25 Cell II 12 GWB34
1,38,3u9 Rochusf
uö in (profanen Kontexten entlehnten) Wdgn wie ‘um G. rufen’, ‘seine Seele Gott zu G-n befehlen’, ‘jdm etw in allen G-n gedenken’ [
Claud:] Ich ruf’ um Erbarmen, | Ihr Götter, um G.! GWB11,272 Claud
2 1423 [
Marthe zu Valentin:] Befehlt eure Seele Gott zu G-n! | Wollt ihr noch Lästrung auf euch laden? GWBFaust I 3764 [
Reineke:] So verhüt’ ich zuletzt noch manches Übel und hoffen | Kann ich, es werde mir’s Gott in allen G-n gedenken GWBReinF IV 194 GWB17,69,5 TriumphEmpfindsamk VI
uö d
für Vergebung von Sünden, Absolution, als durch den Priester vermittelte göttl Gabe; in ‘Reineke Fuchs’ stets neben ‘Ablaß’ [
Erzbischof zum Kaiser:] Die Reue spricht sich aus, und du wirst G. finden GWBFaust II 11002 [
Pater:] O helft, ihr Männer [
Frau Jutte aus dem Wasser zu ziehen]! Ich gebe | Bier zwei Tonnen zum Lohn und großen Ablaß und G. [
Reinke de Vos: gnade] GWBReinF II 177
uö(selten ebd) 2
antik-mythol: in personhafter Vorstellung1) [
Iph:] Soll der Mensch die Götter wohl bitten? Sein kühnster Wunsch reicht der G. [Erfüllung GWBIph
2 1094], der schönsten Tochter Jovis, nicht an die Knie, wann sie, mit Segen die Hand gefüllt, von den Unsterblichen freiwillig herabkommt GWB39,363,11 Iph
1 III 1
‘in G-n’ iSv wohlwollend, wohlgesinnt GWBFaust II 8200 3
segensreiche Gabe, Wohltat; mehrf der (göttl) Natur; auch in Wdgn wie ‘jdm eine G. verleihen, geben’ Vier G-
n. | Daß Araber an ihrem Theil | Die Weite froh durchziehen, | Hat Allah zu gemeinem Heil | Der G-n vier [
Zelt, Turban, Schwert u Lied] verliehen GWB6,12 Div Titel u Vs 4 wohl .. möchten wir es als eine G. der Natur ansehen, daß sie [
den Menschen] .. doch mit einer solchen Zufriedenheit in seiner Enge versorgt hat GWBN11,319,16 StudSpinoza [1784/85] Im Athemholen sind zweierlei G-n: | Die Luft einziehen, sich ihrer entladen GWB6,11 Vs 1 DivSäng Tauche Leib und Geist [
eines Neugeborenen] im Feuerbade! | Fühlen wird es jeden Morgens G. GWB6,240 Div Vermächtn altpersGlaubens 32 Ein holder Born, in welchem ich bade, | Ist Überlieferung, ist G.
2) GWB2,215 GottGemütWelt 14 [
für: grazia] GWB44,184,4 Cell IV 4 GWB4,16 Herrn Staatsminister vVoigt 21 GWB21,118,19 Lj II 1=GWB51,99,6 ThS II 1
uö mBez auf eine besondere Begabung, Fähigkeit [
Festbesucher, die Fastenpredigt des Weihbischofs zitierend:] der Fall ist äußerst selten, daß der grundgütige Gott jemanden die besondere G. verleiht acht Maß trinken zu dürfen, wie er mich, seinen Knecht, gewürdigt hat GWB34
1,26,20 Rochusf GWB37,164,19 Brief Pastors GWB41
2,134,20 Üb:Salvandy,DonAlonzo 4
in der traditionellen Legitimationsformel von Monarchen, Fürstlichkeiten: ‘von Gottes G-n’; ausschließl im Briefkopf im Namen Carl Augusts konzipierter Reskripte Wir von Gottes G-n Carl August Herzog zu Sachsen A1,170,32 Reskr 30.11.81 K
uö B
im weltl Bereich 1
als (prakt wirksame) Haltung u Gesinnung namentl von Majestäten, Fürstlichkeiten, Standespersonen a
Gewogenheit, Gunst, Wohlwollen (‘allerhöchste, königliche G.’, einmal ‘G. für jdn tragen’); auch in personifizierter Vorstellung dieser Bart allein hat ihm [
dem Harfner] die G. dieses Herrn [
des Grafen] verschafft GWB22,10,18 Lj IV 1 [
aus Teplitz] Mir geht es hier sehr gut. Der Kayserinn [
Maria Ludovica vÖsterr] G. scheint täglich zuzunehmen indem sie sich immer gleich bleibt GWBB23,46,19 Christiane 27.7.12 [
mBez auf Geschenk eines Abgusses der ‘Niobide’] ich .. bewundere .. eine tief einschauende Königliche G., die den angelegentlichsten Wunsch aus meinem Herzen herauszufinden .. geruhte GWBB46,65,4 Ludw I vBayern 29.8.29 K Als der verewigte Schiller durch die G. des Hofs .. bewogen ward, seinen Jenaischen Aufenthalt mit dem Weimarischen zu vertauschen GWB40,86,20 Üb dtTheat ich .. erwarb die gute Meinung und G. [
grazia] des Papstes GWB43,107,21 Cell I 7 GWBB22,483 CWolzogen [14.2.12] K GWBB35,251,5 Grhzgin Louise 30.1.22 K GWBB48,61,14 Cotta uFr 28.12.30 GWBB4,11,20 JFFritsch 20.2.79
uö verbunden mit Sonnenmetaphorik (einmal ‘der G. Sonnenblick’) ich .. lebe der festen Zuversicht, daß mir von Osten [
Löbichau, Sitz der Hzgin vKurland] .. die Sonne der G., Freundschaft und Liebe recht heiter durch die .. Herbstnebel durchbrechen werde GWBB20,179,4 Knabenau [14.10.08] GWBNatT 1049
neben od kombiniert mit sinnverwandten Ausdrücken wie ‘Gunst, Huld, Neigung’; öfter in Höflichkeits- u Devotionsformeln der späten Briefe; auch im Bild vom Bankkapital Die G. der Großen, die Gunst der Gewaltigen .. alles wandelt auf und nieder, ohne daß wir es festhalten können GWB28,211,10 DuW 13 [
Briefschluß] Erhalten Höchstdieselben mir das lange bewahrte Capital von Gunst und G., welches mir von jeher so reichliche Zinsen getragen hat GWBB34,62,20 CarlAug 1.1.21 K [
Briefschluß] Allem und jedem gnädige Aufnahme und mir fortdauernde Hulden und G-n andringlichst erbittend GWBB42,230,4 CarlAug 20.6.27 GWBB34,65,19 Hopffgarten 3.1.21 AAJw1,213 Jahrm Plund
1 285 GWBB40,224,9 CarlAug 4.1.26 K
uö — häufig in (formelhaften) Wdgn: ‘die G. haben’ iSv so freundlich, gütig sein, geruhen Ew. Königlichen Hoheit | verehrteste Frau Gemahlin .. hat die G. gehabt mir die Reisebeschreibung des Herzogs Bernhard .. mitzutheilen GWBB41,92,14 CarlAug 20.7.26 K
uö ‘sich (jdm) zu (Huld(en) und) G.(-n) empfehlen’, öfter attribuiert als ‘fortdauernd, ferner’; meist als Briefschlußformel; einmal scherzh iSv sich zurückziehen Empfehlt mich zu gleicher Zeit unserer theuersten Fürstin zu G-n GWBB35,58,9 August 26./27.8.21 GWBB42,99,21 CarlAug 23.3.27 GWBB42,3,6 CarlBernh [1.1.27] K GWB38,96,21 ErwElm
1 uö ‘zu(r) G.(-n) kommen, gelangen’, ‘aus jds G. fallen’, ‘bei jdm in G-n stehen’, ‘in jds G. bleiben’, ‘jdn in jds G. erhalten, aus jds G. setzen’ [
Kater Hinze zu Braun u Isegrim:] Ist Reineke wieder zu G-n gekommen [
Reinke de Vos: in des konnynges gunst], | Braucht er jegliche Kunst, uns alle Drei zu verderben GWBReinF VI 28 Ich binn aus der G. derjenigen, denen ich sonst meine Aufwartung machen durfte gefallen, und das .. weil ich .. nicht spielen will GWBB1,81,16 Cornelia 13./18.10.66 [
Aufnahmegesuch in die ‘Arkadische Ges zu Phylandria’] Ihr scharfsichtiges Auge wird noch Hundert kleine [
Fehler] an mir bemercken, die mich aber dennoch .. nicht aus ihrer G. setzen sollen GWBB1,3,9 Ysenburg 23.5.64 [
für: in grazia restare] GWB44,255,26 Cell IV 9 [
für: in buona grazia tenere] GWB44,74,11 Cell III 6
uö ‘jdm seine G. schenken, gönnen’, vom Publikum, mit pejor Tendenz [
Kilian Brustfleck zu Hanswurst:] Soll ie das Publikum dir seine G. schencken, | So muss es dich vorher als einen Mazzen dencken GWB38,52 HanswHochz 127 GWB3,268 ZXen III 568 —
in adv Vbdg: ‘in G-n’ iSv huldvoll, gütig, wohlwollend; in raffender Fügung ‘jds im Guten und G-n gedenken’ [
betr das Stück ‘Die Wette’] Wenn nur Ihro Majestät [
Maria Ludovica vÖsterr] auch auf diesen verunglückten Versuch in G-n herabsehen GWBB23,54,18 JO’Donell 7.8.12 GWBB42,170,9 CarlBernh 5.5.27 GWBB31,98,15 Maria Paulowna 15.3.19
uö b
für teilnehmende Aufmerksamkeit, tätiges Interesse; einmal ‘einige G.’ [
Zigeuner-Tochter zur Gesellschaft:] Eure G. sei zu uns gekehrt! | Ihr verdammt uns nicht ungehört GWB16,283 Maskenz 1818 Festz 555 Hackert .. der .. einer vorzüglichen G. des Königs und der Königin genießt. Man hat ihm einen Flügel des Palasts Francavilla eingeräumt GWB31,18,13 ItR Serenissimi G. für die akademische Bibliothek zu Jena A(JbGG12,39) Staatsminist Weim [25.]7.19 K [Oberaufs] Möchten Ew. Durchl. diesem Institut [
Kunstausstellung] Ihre G. nicht entziehen GWBB17,40,20 Grhzgin Louise [30.1.04] K A(Gr5,394) Aktenniederschr 5.11.03 GWBB35,38,11 Hzgin Louise 25.7.21 K
uö im Dienstverhältnis zugl iSv Schutz, Protektion [
Tasso zu Antonio:] Der Fürst entläßt mich dann, und ich verliere | Nicht seine G., seine Hülfe nicht Tasso 2721 da er [
FMKlinger] .. sich zu bedeutenden Posten erhob .. und mit Beifall und G. seiner höchsten Gönner fortwirkte GWB28,256,25 DuW 14 [
für: grazia] GWB44,46,16u18 Cell III 4
uö c
iSv Wohltätigkeit, Großzügigkeit, Generosität; einmal ‘reiche G.’ [
üb den frz Hochstapler Gf Morelli] Er scheint mir ein ziemlich kluger Abentheurer .. Was für Hoffnungen er auf Ihre G. hegt werden Sie wohl schon wissen GWBB6,398,8 CarlAug 26.11.84 eine wundersame Blume [
Paeonia Pavonacea], durch Ihro Frau Gemahlin G. bey mir eintreffend GWBB39,219,25 CarlAug 13.6.25 Tasso 2946 GWBNatT 10 GWBB46,29,4 Stieler [30.7.29] GWBB14,129,2 CarlAug 10.7.99 K
uö öfter iZshg materieller bzw finanzieller Unterstützung; vereinzelt ‘aus fürstlicher G.’,‘aus der Fülle Dero G.’; auch mit leicht pejor Nuance [
Antiope zu Elpenor:] Dein Vater begegnete mir gut, doch fühlt’ ich bald daß ich nun .. seiner G., was er mir gönnen wollte, danken müßte GWB11,382,14 Elp
1 I 4~GWBElp
2 449 [G/Riemer] [
betr ein Legat für Peter im Baumgarten] Von den übrigen Freunden des seeligen Lindau .. konnte ich nichts annehmen, weil ich es vor unschiklich hielt, dass der Liebling meines Freundes .. von der G. anderer leben sollte GWBB4,31,16 Scholley 26.4.79 K Ew. Königl. Hoheit | G. hatte dem Professor Jagemann, so lang derselbe im Fürstenhaus wohnte, freye Heitzung zugestanden A(Wahl 2,401) Promem 12.11.16 [G/Voigt] unsere Museums Casse [
ist] nicht im Stande diese Acquisition zu machen, u. daher Serenissimi besonderer G. anheim zu stellen GWBB51,311 Voigt 19.8.11 GWBB21,128,11 FSVoigt [Anf Nov 09] K DjG
33,404,10 RAnw [6.12.73] A(Vogel 50) Promem 27.4.21 [Oberaufs]
uö idVbdgn ‘von höchster G.’, ‘durch höchste G.’ zugl auf die fürstl Person bezogen GWBB47,83,12 Boisserée 31.5.30 A(GJb30,29) Bericht [22.]11.12 K d
Milde, Nachsicht, Schonung; mehrf neben ‘Milde’, ‘Mitleid’ sowie in pointierter Gegenüberstellung zu ‘Gerechtigkeit’; auch im Bildzshg (‘Mantel, Sonne der G.’, ‘etw aus den Händen der G. empfangen’) [
an die Richter u Schöffen] Das .. Unglück, drohet mir .. mit dem unvermeidlichsten Verderben, von dem ich keine Rettung als in Ew. HochAdel. Gestrengen und Herrlichkeiten Milde und G. absehen kann DjG
33,396,14 RAnw [3.9.73] [
Rat zu Gottfr:] Ihr wart in der Gewalt des Kaysers, dessen Väterliche G., an den Plaz der Majestätischen Gerechtigkeit trat GWB39,124,20 Götz
1 IV~GWB8,122 Götz
2 [
anläßl der Bemühungen um das Frankf Bürgerrecht] wir [
sind] .. gewöhnt .. daß in Fällen, wo .. etwas verfehltes zu verbessern ist, der Souverain .. den Mantel der G. überzieht und das Vergangne der Vergessenheit widmet GWBB20,191,2 Schlosser 26.10.08 GWB8,297,25 Egm V GWB8,151,27 Götz
2 V GWB39,126,28 Götz
1 IV~GWB8,124 Götz
2 GWB18,476 Nov Plp
uö — in Wdgn u formelhaften Vbdgn: ‘jdm G. erzeigen, erweisen’, auch ‘jdn aufs neue zu G-n empfangen’, ‘jdn zu G-n annehmen’; einmal als (floskelhafte) Bitte um Verzeihung, Vergebung ‘Halten Sie mir’s zu G-n!’ [
Isegrim zu Reineke:] Thöricht wär’ es gehandelt, wenn ich für Schaden und Schande | Dir nun Gnad’ [
Reinke de Vos: gnade] und Mitleid erzeigte GWBReinF XII 167 da sagte der König: | Hörtet ihr’s nicht? Ich hab’ ihn [
Reineke] auf’s neue zu G-n empfangen [
Reinke de Vos: to gnaden entfangen] GWBReinF VI 36 [
iZshg mit der Petersburger Verschwörung] Wird Graf Pahlen insinuirt, der K. [
Zar] werde ihn zu G-n annehmen wenn er ihn .. um Verzeihung bitte GWB53,412,31 Palastrevolution gegen Paul I GWBReinF X 239 [
Reinke de Vos: doeget] GWB17,28,24 TriumphEmpfindsamk III
uö ‘G. finden (vor jds Augen)’ iSv (vor jdm) bestehen können, (von jdm) anerkannt werden, einmal ‘jdm G. widerfahren lassen’ iSv jdn akzeptieren, gelten lassen [
der Affe Martin üb die Verhältnisse in Rom:] Bringst du Geld, so findest du G. [
Reinke de Vos: gnade]; sobald es dir mangelt, | Schließen die Thüren sich zu GWBReinF VIII 299 Kleine Augen, dicke Lippen, kurze Arme, eine breite Brust und Rücken; genug, er [
der Schauspieler Bendel] hatte vor den Augen seiner Frauen G. gefunden GWB51,251,5 ThS III 10 [
für: grâce] GWB45,8,28 RamNeffe GWBN11,61,14 BedeutFördernis
uö ‘(auf) G. und Ungnade’, ‘ohne (alle) G.’ der Ehrenmann [
Gf Belisle] hat sich durch diesen Scherz [
Kolportierung eines fiktiven Gesprächs mit G] an Ihnen und an mir versündigt, er sey nun ganz Ihrer G. und Ungnade überlassen GWBB45,124,12 Chassepot [13.1.29] K [vgl 371] [
Rat zu Gottfr:] Ihr wisst wie ihr auf Gnad und Ungnad in unsre Hände kamt GWB39,124,9 Götz
1 IV~GWB8,122 Götz
2 [
Nobel:] Rächen will ich gewiß ohn’ alle G. [
Reinke de Vos: gnade] den Frevel. | Solch einen Herrn wie Braun, den sollte Reineke schänden? GWBReinF II 258 [
Reinke de Vos: ungnade] ebd V 55
uö ellipt in flehentl Appell [
Weisl:] Du sollst am gedeckten Tische sitzen und nichts anrühren. [
Narr, fußfällig:] G.! GWB13
2,294,20 Götz
3 II 12 Plp DjG
31,353 Mitsch
1 591 e
im Bereich herrscherl Gerichts-, Strafgewalt [
Erzbischof zum Kaiser:] Von deinem Diadem, der Christenheit zum Schaden, | Traf das verfluchte Haupt [
des Nekromanten von Norcia] der erste Strahl der G-n GWBFaust II 10990 [
Bischof:] Wir alle wünschen sehnlichst, daß die Zeit bald erscheinen möge, wo Ew. Majestät G. über alle leuchten kann GWB13
1,251,27 Götz
3 III 2 [
Prinz:] Vernehmt mein Wort: | Wenn G. [
mercy] Mörder schont, verübt sie Mord! GWB9,220 RomJul 895 [
Reinke de Vos: gnade] GWBReinF VI 219
uö speziell iSv Straferlaß, Milderung; vornehml in Wdgn wie ‘um G. flehen, schreien’, ‘(um) G. bitten’ u ‘jdm G. gewähren’ [
Lorenzo:] Dein Fehltritt heißt nach unsrer Satzung Tod; | Doch dir zu Lieb’ hat .. der güt’ge Fürst | .. Verbannung nur .. ausgesprochen | Und diese theure Gnad’ [
dear mercy] erkennst du nicht? [
Romeo:] Nein, Folter, G. [
mercy] nicht! Hier ist der Himmel, | Wo Julia lebt! GWB9,229f RomJul 1083f [
Sopir:] er, der Aufruhrstifter [
Mahomet], der um G. | Zu flehen hätte [
prétend non demander grâce], will uns Friede schenken! GWB9,286 Mahomet 225 [
Ahasverus:] Geh laß mir auf einmal zehntausend Galgen bauen [
Haman, knieend:] Unüberwindlichster! hier lieg ich, bitte Gnad! | Es wär ums viele Volck, und um die Waldung schad AAJw1,223 JahrmPlund
1 376 GWBReinF III 220 [
Reinke de Vos: gnade doen] GWB3,214 NeugrEpirot Heldenl II Vs 25
uö 2
für (eine best) aus gnädiger Gesinnung erwiesene Gunst, Gefälligkeit, Wohltat; öfter in förml-konventionellem Briefduktus a
für Ehre, Auszeichnung, Anerkennung; bes in Wdgn wie ‘G. erzeigen, erweisen’, ‘jdm wird, widerfährt eine G.’, ‘jdm eine G. sein’ [
Kaiser zu Meph:] Gleichst du an Fruchtbarkeit Scheherazaden, | Versichr’ ich dich der höchsten aller G-n GWBFaust II 6034 Erzeigte mir wohl unsre liebe Prinzeß [
Przin Caroline Louise], nächsten Dienstag, die G. einer kleinen Musick beyzuwohnen? GWBB16,190,20 Imhoff 3.3.03 Es wird der Gesellschaft eine G. seyn wenn die Durchlauchtigsten Herrschaften die Zusammenkünfte mit Ihrer Gegenwart beehren wollen A2,195,11 Statut FreitagsGes [5.7.91] K GWBB40,17,1 CWFritsch 17.8.25 K GWBTgb 11.5.31 GWBB43,120,1 Cotta 24.10.27 GWBB31,212,20 Kriegsrat Gottsched 8.7.19
uö in ellipt Wendungen; auch iron [
Egm:] ihr habt mit an den Livreen für meine Leute gearbeitet. Euer Name ist Jetter. [
Jetter:] G., daß ihr euch dessen erinnert GWB8,211,4 Egm II [
Egm:] Ihr gebt mir doch ein Nachtessen? [
Mutter:] Zu viel G. GWB8,238,16 Egm III [
Marchese:] Ei, Ihr Diener! welche G.! | Welche G., Sie zu sehen! GWB12,255 VereitelteRänke 5f [G/Vulpius?]
‘die G. haben’ iSv die Ehre, Anerkennung usw erfahren; meist in formelhaften Briefschlüssen; einmal in iron Zshg Die beiden Messieurs [
Studenten] .. neigten sich auf das beste, und hatten beyde die G. von der hohen Landsherrschafft gar nicht bemerckt zu werden, welche Ehre sodann auch der ganzen Ackademie wiederfuhr GWBB1,104,7 Behrisch [7. od 9.10.67] [
Briefschluß] Ehrfurcht .. mit welcher ich zu seyn die G. habe A(JbGG6,269) Promem 4.1.81 GWB46,240,25 Hackert A1,316,11 Promem 14.7.84
uö für königl Ansehen, Würde [
Wilh üb Hamlet nach dessen Vaters Tod:] er fühlt sich nun so arm an G., an Gütern, und fremd in dem, was er von Jugend auf als sein Eigenthum betrachten konnte GWB22,73,24 Lj IV 13~GWB52,232,4 ThS VI 8 b
für Vergünstigung, Erlaubnis, Privileg; auch ‘um eine G. bitten’, ‘zur G. erbitten’ uä, ‘eine G. erzeigen, gewähren’ (einmal ‘erlaubteste G.’) [
Hzg zum König:] Mit größrer G. konntest du mich nicht, | O Herr, beglücken, als indem du mir | In diesem Augenblick die Zunge lösest GWBNatT 45 Die allerhöchste G. womit Ihro Kaiserliche Majestät in Ertheilung eines unbegränzten Privilegiums [
für Ausg.l.H.] .. mich zu beglücken geruht GWBB40,75,3 MünchBellinghsn [27.]9.25 K Wenn .. Ew. Excellenz [
die Herzogin] mir die erlaubteste G. [
lecitissima grazia] erzeigen will, so mache ich Ihnen gern damit [
einem marmornen Kruzifix] ein reines Geschenk GWB44,272,1 Cell IV 10 [
iZshg eines Urlaubsgesuchs] Ich bäte um diese G. [
grazia], weil es jetzt Zeit zu kriegen und nicht zu bildhauen sei GWB44,133,16 Cell III 10 So wie es Pfründen und G-n giebt so ist die Sach verlohren GWB5
2,424 ZXen Entw? GWBB40,319,5 FriedrWilh III 15.3.26 GWBB42,93,17 Varnhagen 18.3.27
uö c
für großzügig erteilte, ausgespendete Gabe od Zuwendung; auch ‘Quelle, Born der G-n’, einmal ‘Glanz der G.’ [
mBez auf die hohen Erwartungen junger Protegés] Da Sie so nah an der Quelle königlicher G-n stehen; so denckt jeder es müsse auch auf ihn etwas abfließen GWBB9,136,24 Reichardt 29.6.89 [
Eugenie, im Ged an den König:] So fließe denn der holde Born der G-n! | Hier will die treue Brust so gern verweilen | Und an der Liebe Majestät sich fassen GWBNatT 955 ihre [
der Liebsten] Gunst bleibt immer G., | Und ich muß immer danckbar seyn DjG
31,294 Der wahreGenuß [1769] 47 [
Narr zum Papiergeld austeilenden Kaiser:] Ihr spendet G-n, gönnt auch mir davon GWBFaust II 6155 Tasso 3014 GWBB45,411,13 Stieler? [Ende März 29] K GWBB26,197,4 Voigt 21.12.15
uö für finanzielle Unterstützung Wollten Sereniss. [
für einen Nachlaß] .. 150 bis 160 Thlr. geben; so wäre es eine G. für die armen Kinder GWBB9,96,10 Schnauß 15.3.89 GWBB51,313 Voigt 1.10.11 die August Herdern bisher erzeigte G. .. als ein Adjuto für Emilen .. zu kontinuiren GWBB15,57,4 CarlAug 12.4.00 3
in Titulaturen für Majestäten, Fürstlichkeiten u Personen hohen weltl od geistl Ranges, für (auch weibl, verheiratete) Standespersonen (im Anschluß an A4); meist in Vbdgn wie ‘Seine (Se.) G-n’, ‘Herrn ( .. ), Frau Gemahlin ( .. ) G-n’; auch verbunden mit Amts- u Adelstiteln [
Gräfin:] viel zu schaffen | Gibt mir unsres Königs Ankunft, | Seiner G-n Ungeduld GWB12,304 LöwenstuhlDrama 100 Des damaligen Herrn Coadjutors, gegenwärtigen Erzkanzlers kurfürstl. G-n empfahlen denselben [
Künstler Wagner] nach Wien GWB48,72,2 Lebens- uKunstgang MWagners Entschuldigen mich Ew. Wohlgeb. aufs beste bey des Herrn Coadjutors Erzbischöffl. G-n GWBB18,44,2 Bentzel? 10.7.91 Der ich .. mit respectuoser Empfehlung an die Frau Gemahlin G-n mich zu unterzeichnen die Ehre habe GWBB16,29,8 CChHerda [1.2.02] K [
Briefadresse] An Frau Ottilie von Goethe, geb. von Pogwisch G-n Weimar GWBB33,346 Ottilie 20.6.20 GWBB37,105,17 Gradl [30.6.23] K GWBB50,146,1 Völkel 17.7.13 GWB38,487 Späne
uö in der Anrede: ‘(Euer, Ew.) G-n’, ‘Ihr(o) ( .. ) G-n’, ‘Höchstdero G-n’ u iVbdg mit Rang- u amtl Titulaturen [
Gehilfe zu Charlotte:] Diejenigen [
Briefe] die an Ew. G-n gerichtet sind lese ich immer mit doppelter Aufmerksamkeit GWB20,37,23 Wv I 3 [
Franz zu Weisl:] Wann befehlen Ihro G-n die Pferde? GWB39,68,12 Götz
1 II=GWB8,69 Götz
2 Schnauß .. indem er .. sich .. Höchstdero G-n geziemend empfohlen hat GWBB40,360,18 CarlAug [3.9.25] K [
Adelh zum Bischof:] Ew. Hochwürden G-n sind still und nachdenklich und durch kein Gespräch zu erheitern GWB13
2,278,10 Götz
3 III 1 GWB8,211,14 Egm II GWBB29,5,19 Hopffgarten 13.1.18
uö vereinzelt Sg: wohl in die Bed von B1d (Milde, Nachsicht, Schonung) hinüberspielend [
Reineke zu Nobel:] Keinen treueren Diener hat eure fürstliche G. [
Reinke de Vos: gnaden] | Je gefunden als mich GWBReinF IV 14
→ GWB
Un- GWB
begnaden GWB
begnadigen Syn zu A1a
GWB
Erlösung GWB
Heil zu A1b
GWB
Begünstigung GWB
Güte GWB
Huld GWB
Liebe zu A1c
GWB
Barmherzigkeit GWB
Erbarmen zu A1d
GWB
Ablaß GWB
Absolution GWB
Vergebung GWB
Verzeihung zu A3
GWB
Gabe GWB
Gnadengabe GWB
Wohltat zu B1a
GWB
Freundlichkeit GWB
Geneigtheit GWB
Gewogenheit GWB
Gunst GWB
Huld GWB
Neigung GWB
Wohlwollen zu B1d
GWB
Begnadigung GWB
Milde GWB
Nachsicht GWB
Schonung zu B1e
GWB
Amnestie GWB
Begnadigung GWB
Pardon Straferlaß zu B2
GWB
Begnadigung GWB
Gefallen GWB
Gefälligkeit GWB
Gnadenbezeigung GWB
Gnadenbezeugung GWB
Gnadenerweis GWB
Gnadengeschenk GWB
Gnadenzeichen GWB
Gunst GWB
Wohltat 1) nach FfA I 5,1042 wohl für Charis, die “Göttin der schenkenden Gunst”
2) AHenkel (GHb
3 4
1,457) verweist hierfür auf die von G notierte Sentenz Hamanns “Ursprüngliches Seyn ist Wahrheit; mithgeteiltes ist Gnade” Katherina MittendorfK.
M.