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That

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

That

Bd. 4, Sp. 1137
That 1. An der That liegt die meiste Macht. – Petri, II, 15. 2. Auf frischer That curirt's am besten. Wirkt's am meisten. 3. Bei grosser That man Gefahr zu fürchten hat. Lat.: Non fit sine periculo facinus magnum et memorabile. (Terenz.) (Seybold, 371; Philippi, II, 31.) 4. Bekannte That das beste Bad. – Parömiakon, 1294. Von den Wirkungen der Beichte nach der Lehre der katholischen Kirche, auch wol von aufrichtiger Busse überhaupt. 5. Besser eine stille That als zehn prahlende Worte. Span.: Obras son amores, y no buenas razones. (Cahier, 3573.) 6. Böse That bleibt nicht verborgen. n.: Bliver det gjort, det bliver vel spurdt. – Ond gjerning dølges ikke. (Prov. dan., 232.) 7. Böse That ist oft nicht so schlimm als Argwohn. n.: Før gerningen, men endog ordet og mistanke. (Prov. dan., 225.) 8. Böse That lässt sich nicht lange verbergen. Lat.: Ignis tunica celari non potest. (Seybold, 227.) 9. Böse That trägt böse Frucht. Holl.: Op eene kwade daad valt niet dan boete. (Harrebomée, I, 111b.) Schwed.: Ond gjerning har witne i barmen. (Grubb, 617.) Wensell 62. 10. Böse Thaten kann eine Maus verrathen. Holl.: Al zigt gij slim bij booze daden, een muisje kanjt geheim verraden. (Harrebomée, I, 111a.) 11. Böss that haben keynn rath. – Franck, I, 50b; Petri, II, 51; Henisch, 462, 11; Schottel, 1126a; Simrock, 10137; Körte, 5922; Gaal, 9; Graf, 305, 38. Mit Rath bezeichnen die ältern Rechte (vgl. Graf, 308; Wilda, 627) die Erweckung eines Entschlusses oder die Bestärkung darin, was wir »intellectuelle Urheberschaft« nennen, und stellen die Räther dem physischen Urheber entgegen, dem wahren Todtschläger, der die That wirklich vollführte. Im Mittelalter nannte man den, der den Todtschlag räth und stiftet, die »blutige Zunge«, den Thäter die »blutige Hand«. 12. De Dôthe mosse de Zügge sîn. (Aachen.) – Firmenich, I, 492, 43. Die Thaten müssen's zeugen. Frz.: En usaige et action gist maistrise et experiment. (Bovill, IV, 144.) 13. Dessen That moet syn quad, den man hât (hasst). – Schottel, 1133b. Lat.: Grues Ibyci. (Seybold, 207.) 14. Die That bringt den rath mit sich. – Petri, II, 145. 15. Die That steckt einem im Angesicht, die scham in augen. – Petri, II, 145. 16. Die That tödtet den Mann. – Simrock, 10240; Graf, 292, 64; Petri, II, 145. Nicht Gedanken, sondern Handlungen verfallen dem Strafgesetz. 17. Die That wird gericht', wo sie geschicht. (S. Esel 506, Grundbrücht, Mann 1668 und Todtschlag.) – Graf, 437, 309. Mhd.: Das die tat werd gericht, do sy gezchicht. (Lichner, 143.) 18. Die That wird's weisen. – Simrock, 10243. 19. Die Thaten spürt man bey den Worten. – Petri, II, 145; Lehmann, II, 72, 69; Eyering, I, 726. 20. Durch die That sich's offenbart, was im Menschen liegt verwahrt. 21. Edle Thaten machen Edelleute. – Petri, II, 159. 22. Ein Löffel voll That ist besser als ein Scheffel voll Rath. – Simrock, 8116; Lohrengel, I, 232. 23. Eine böse That erzeugt die andere. – Ausland, 1871, 404a. 24. Eine böse That hat Zeugen und Richter in der Brust. n.: Ond gjerning har vidne og dommer i barmen. (Prov. dan., 228.) 25. Eine gute That kommt nicht vor die Thür, die böse geht viel Meilen schier. Holl.: Eene goede daad komt niet buiten de deur, eene slechte gaat mijlen ver. (Harrebomée, II, 111b.) 26. Eine gute That macht noch nicht tugendhaft. Holl.: Eéne daad maakt geene deugd. (Harrebomée, II, 111b.) 27. Eine unehrbare That lässt sich niemals auslöschen. – Wirth, II, 444. 28. Eyn jeden kleydt seinn that. – Egenolff, 322b; Schottel, 1126a; Braun, I, 4467. 29. Gleichen Thaten folgen gleiche Nahmen vnd gleicher Lohn. – Petri, II, 340. 30. Greuliche Thaten, greuliche Strafe. – Grubb, 277. 31. Grosse That nicht immer grossen Muth zum Vater hat. 32. Grosse Thaten bringen Ruhm. Lat.: Hercules aeriam gloriam reliquit. (Seybold, 213.) 33. Grosse Thaten gehen ohne grosse Gefahr nicht ab. – Petri, II, 362. 34. Grosse Thaten werden durchs glück erreicht. – Lehmann, 342, 4. 35. Gute That kommt nicht aus schnellem Rath. Holl.: Nooit goede daad van snellen raad. (Harrebomée, I, 111a.) 36. Gute Thaten leben und bleiben nach dem Tode. Bei Tunnicius (1024): Woldât levet unde blift na dem dôde. (Post obitum pia fama veniet, mors praestat honorem.) Lat.: Vivunt vita (facta) bona post mortem si bona facta (vita). (Prov. comm., 756.) 37. Gute Thaten leuchten auch im Dunkeln. Lat.: Bona fama in tenebris proprium splendorem obtinet. (Philippi, I, 61.) 38. Gute Thaten werden oft schlecht belohnt. Span.: A buen servicio mal galardon. (Don Quixote.) 39. Halbe That ist Thorenrath, ganze That mit Kopf (Ruhm) bestat. – Simrock, 10238; Eiselein, 593; Braun, I, 4475. 40. Handhafte That hat gar gefährlich Recht. – Graf, 441, 329. Wer auf frischer That ergriffen wird, der kann sich nicht entschuldigen, er ist schon verurtheilt. 41. Handhafte That zieht man nicht an Gewere. (S. Selbstschuldner.) – Graf, 441, 327. Mhd.: Das man hanthafte tat nicht an geweren czihe. (Gaupp, Landrecht, 180, 257.) Thue nichts Unrechtes, und kümmere dich dann nicht um lügenhafte Verleumdungen. It.: Bisogna operar bene, nè curarsi delle bugie, che hanno le gambe corte. 43. Je frecher die That, desto leichter gelingt sie. 44. Jedermann ist näher seiner eigenen That zu wissen. – Graf, 468, 576. Er kann also durch einen Eid von der gegen ihn erhobenen Anschuldigung sich reinigen. (S. Sachse.) Im Friesischen: Ellick man nejaer is syn ayn deda to witn. (Hettema, III, 7 [38]). 45. Jugendliche That, männlicher Rath, Wünsche der Alten soll man behalten. 46. Könnte man Thaten thun mit dem Maul, kein altes Weib wäre zu faul. 47. Man huete sich vor der that, der lugen wirt wol radt. – Agricola I, 52; Petri, II, 448; Eyering, III, 191; Lehmann, II, 271, 143; Hollenberg, III, 9; Latendorf II, 22; Pistor., I, 59; Beyer, I, 294; Körte, 5924; Eiselein, 593; Simrock, 10236; Siebenkees, 166; Mayer, II, 174; Alsatia, 1862-67, 432. n.: Vogt dig for en ond gjerning, løgn faaer snart vending. (Prov. dan., 395.) Holl.: Gij moet u wachten voor de daad, maar niettemin ook voor den praat. – Wacht u voor de daad, voor de leugen is raad. (Harrebomée, I, 111b.) Lat.: Falsum probrum non ultra aures penetrat. – Insontes vanae rident mendacia famae. (Binder I, 777; II, 1525; Seybold, 250; Philippi, I, 204.) – Mendacia cito evanescunt. (Sis procul a culpa, nec temendacio laedent: Linguae mendacis vis cito victa cadit.) (Glandorp, II, 61, 77.) – Mendacium vetustate conse nescit sua. (Philippi, I, 246.) Schwed.: Wachta tig för en ond gjerning, lögn får snart wänning. (Grubb, 841; Wensell, 6.) 48. Man kann keine That ungeschehen machen. – Ramann, Unterr., I, 46. 49. Mancher schewet sich vor keiner that, sie sey so böss als sie woll; aber der red ist er Todt Feindt. – Lehmann, 750, 33. Lat.: Eru bescimus audire, quae fecisser non pudet. (Lehmann, 750, 33.) 50. Mit der That, nicht mit Worten soll man den Leuten helfen. Lat.: Re opitulandum, non verbis. (Seybold, 527.) 51. Mitschuldig ist der That, wer nicht straft die Missethat. 52. Nâ der Dâd weit jeder gauen Râd.Schambach, II, 320. 53. Nach der That erscheint, wo man im Rath gefehlt hat. – Lehmann, 600, 99. n.: Efter gjerningen seer man man hvorudi raadet haver feylet. (Prov. dan., 467.) 54. Nach der that finden auch die narren rath. – Gruter, I, 60; Petri, II, 486; Latendorf, 23; Mayer, II, 195; Eiselein, 487; Simrock, 7265; Braun, I, 2927. Böhm.: Po ùčinku zla rada. (Čelakovsky, 258.) Frz.: Être sage après coup, ce n'est pas grand merveille. (Cahier, 1586.) Lat.: Factum stultus sgnoscit. (Binder I, 507; II, 1077; Erasm., 835; Frob., 253; Philippi, I, 149.) 55. Nach der that findt sich guter rath. – Henisch, 1099a, 38; Petri, II, 486. 56. Nach der That gehen Schweizer in Rath. 57. Nach der That hält der Schwab' den Rath. 58. Nach der That hilft weder Wunsch noch Rath. 59. Nach der That ist böss rathen. – Petri, II, 486. 60. Nach der That ist jeder klug. Frz.: Après l'affaire faite chacun est bon conseiller. (Gaal, 1276.) – Chacun est sage aprés le coup. (Kritzinger, 630a.) It.: Dopo il fatto ognuno è savio. (Gaal, 1276.) 61. Nach der That kommt der Rath viel zu spat. – Hollenberg, I, 5; Simrock, 10233; Lehmann, 605, 110. n.: Forseent at raade, naar skaden er skeet. (Prov. dan., 467.) Engl.: When a thing is done, advise comes too late. (Čelakovsky, 285.) Frz.: Aparti pris, point de conseil. (Lendroy, 488.) – Après le fait point de conseil. – Moutarde après diné. It.: Huomo deliberato non vuol consiglia. (Pazzaglia, 64, 12.) Lat.: Consilium post facta, dari, quod oportuit ante. (Sutor, 119.) 62. Nach der That kommt Schweizerrath. – Simrock, 8196; Körte, 5920. 63. Nach der That kompt Rew zu spat. – Lehmann, 691, 22. Böhm.: Po účinku zlá rada. (Čelakovsky, 193.) Schwed.: Efterråd är intet råd. (Törning, 9.) 64. Nach der That lobt man die Thaten. In Aegypten: An der Pisangpalme der Thatkraft wachsen die Bananen des Ruhms. 65. Nach der That versteht auch der narr den rath. – Gruter, I, 60; Schottel, 1128b; Körte, 5921; Gaal, 1276. Die Russen: Es ist leicht für gestern weise sein. (Altmann VI, 569.) Engl.: If things were to be done twice, al would bewise. (Gaal, 1276.) Frz.: Aprés le fait, ne vaut fouhait. (Bohn I, 4; Körte, 5921; Kritzinger, 301b.) Lat.: Non ibi locum habet poenitentia ubi non est res integra. (Lehmann, 691, 22.) – Scit vir consilia centum post facta dolenda. (Gaal, 1276; Sutor, 120.) 66. Nach der That weiss auch der Gimpel Rath. – Eiselein, 593; Sailer, 163; Gaal, 1275; Simrock, 10235; Braun, I, 4473. Lat.: Discipulus est prioris posterior dies. (Sutor, 263.) – Factum stultus cognoscit. (Eiselein, 593; Seybold, 171.) 67. Nach der That weiss jeder guten Rath. Frz.: Après coup tout le monde sait être sage. – Après dommage chacun est sage. (Masson, 252.) 68. Nach der (geschehener) That weiss jeder, wo der Teufel den Schwanz hat. – Winckler, XVI, 58. 69. Nach der that, wer findt nit rath? – Franck, II, 168a; Latendorf II, 23. 70. Nach der That will jedermann vrtheilen, wie man das Spil hett sollen Karten. – Lehmann, 137, 39. Lat.: Bonum aut malum consilium cuentas efficit. (Lehmann, 173, 29.) 71. Nach der That wird offenbar, wo man im Rath gefehlt hat. 72. Nach geschehener That weiss ein jeder, wo die Kuh den Schweif hat. Lat.: De quo vos paulo ante admonui. (Chaos, 136, 20.) 73. Nach verfehlter That kommt guter Rath zu spat. n.: Efter man har gjort det ilde, kommer raadet alt for silde. (Prov. dan., 467.) 74. Niemand kann seine vollbrachte That vernichten. (S. Geschehenes.) – Graf, 397, 595. Altfries.: Nemmen syn dena deda ond maen mey. (Hettema, XXII, 2, 170.) 75. Ohne That der blosse Nam' steht bei schlechtem Lob beisamm'. – Binder III, 3674. 76. Sich für der That hüten, machet die Feinde zu schanden. – Wirth, II, 434. 77. That bringt Rath, darnach es fellt. – Gruter, III, 84; Lehmann, II, 627, 1. 78. That bringt Rath. – Simrock, 10239; Körte, 5925. Wo rascher Entschluss nöthig ist, da rathen wir uns gewöhnlich am besten. Lat.: Gladiator in arena consilium capit. (Seneca.) (Binder I, 615; II, 1238; Philippi, I, 168.) 79. That tödt den mann. – Franck, II, 18b; Gruter, I, 66; Eiselein, 593; Sailer, 64. Worte und Redensarten thun's nirgend. Frz.: Les êffets sont les mâles, les paroles les femelles. (Venedey, 82.) Lat.: Justus prior est accusator sui. (Sutor, 101.) 80. That und Galgen stehen weit voneinander. Es war nicht stets so. Noch auf der Synode zu Seligenstadt (1022) wurde verordnet, dass, wenn ein Dieb auf der That ertappt würde, er nicht erst vor den Richter geführt werden dürfte, sondern sofort gehängt werden könne. 81. Thaten sind Früchte, Worte sind Blätter. Engl.: Deeds are fruits, words are but leaves. (Bohn II, 5.) Thaten sind Männer, Worte – Weiber. Engl.: Deeds are females, and words are females. (Bohn II, 5.) Holl.: Daden zijn mannen, woorden zijn vrouwen. (Harrebomée, I, 111a.) It.: I fatti sono maschi, le parole femine. (Bohn II, 5.) Port.: Obras são amores, e não palavras doces. (Bohn I, 287.) Span.: Obres son amores, que non buenas razones. (Bohn I, 238.) 82. Thaten sind Saaten. Lat.: Qui bene fecerunt, illos sua facta sequuntur, qui male fecerunt; facta sequuntur eos. Holl.: Daden spreken luider dan woorden. (Harrebomée, I, 111a.) 84. Ueble Thaten mehr verkehren, als die besten Worte lehren. – Eiselein, 593; Simrock, 10242. Lat.: Plus male facta nocent, quam bene dicta docent. (Eiselein, 593.) 85. Von geschehener That soll man das Beste reden. n.: Gjort gjerning skal tales det beste om. (Prov. dan., 228.) 86. Vor böser That wahre deinen Pfad. Böhm.: Modli se, a zlých skutkův varuj se. (Čelakovsky, 8.) 87. Vor der That halte Rath. – Eiselein, 593; Simrock, 10234; Braun, I, 4472. Lat.: Priedie caveas, ne facias cujus te pigeat postridie. (Plautus.) 88. Vor der That kann wol ein anderer Wind werden. 89. Vor der That macht der Teuffel die Sünd klein vnd gering, nach der That macht er sie gross vnd schwer. – Henisch, 1519, 27. 90. Vor der That sollen Junge sich holen bei Alten Rath. Lat.: Consilia senum, juvenum lanceae. (Philippi, I, 90.) 91. Vor die that gehet der raht. – Tappius, 180a; Lehmann, II, 791, 151; Körte, 5913. 92. Was von der That verwundet ist, lässt sich nicht mit Worten heilen. 93. Wenn die That nicht da sein kann, so wird der Will gekrönt. – Petri, II, 646. 94. Wenn man grosse Thaten könnte thun mit dem Munde, es gäbe so viel Helden als Hunde. It.: Dove bisognano fatti le parole sono d' avanzo. (Pazzaglia, 264, 17.) 95. Wer böse Thaten thut, wird wegen böser Thaten bestraft. Frz.: Noble convainen d'un vilain cas, est puni comme vilain. (Cahier, 1155.) 96. Wer die That richtet, hat Gewalt, Gnade zu thun. – Graf, 397, 609. Das Sprichwort trifft nur dann zu, wenn der König oder Landesherr selbst zu Gericht sitzt, weil in seiner Hand sich Recht und Gnade vereinigt. Alle andern Richter aber, denen das Richteramt verliehen oder übertragen ist, können gegen den klaren Ausspruch der Schöffen nicht Gnade für Recht eintreten lassen. (S. Gnade 10, 28 u. 51.) Mhd.: Wer di tat richten sal, der hat gewalt gnade zu tun. (Kl. Kaisserrecht, II, 119.) 97. Wer durch die That sein Wort bewährt, hat, wie er soll, gelehrt. 98. Wer edel thaten thut, der ist ein (hat) Edelblut. – Henisch, 436, 57; Lehmann, II, 840, 253; Simrock, 1763. Holl.: Hij is wel edel, de edele werken doet. (Bohn I, 326.) Lat.: Nobilitas morum magis ornat quam genitorum. (Chaos, 627, 8; Sutor, 140.) 99. Wer jeder That sich unterfängt, der kommt zu keinem Rath. 100. Wer schöne Thaten thut, der ist schön genug. – Henisch, 500, 2; Petri, II, 766. 101. Wer sich hütet vor böser That, derselb bey Gott thut finden Gnad. – Lehmann, II, 877, 236. 102. Wer sich hütet vor der That, Böses nicht zu fürchten hat. Lat.: Nullum magnum malum praeter culpam. (Sutor, 994.) 103. Wer sich nicht hütet vor der That, schafft der Lüge reichlich Rath. 104. Wie die That, so der Lohn. – Simrock, 10244; Sprichwörterschatz, 174. Lat.: Hinc labor, hinc messis. (Radowitz, 64.) 105. Willst du steinerne Thaten vollführen, so sprich nicht sammtene Worte. 106. Wo du nicht That kannst senden aus, da halt' auch klug das Maul zu Haus. 107. Wo spricht die That, der Worte man nicht nöthig hat. Lat.: Ubi rerum testimonia adsunt, non opus et verbis. (Seybold, 620.) 108. Wo Thaten sind, da braucht's nicht vieler Worte. n.: Vigtige gjerninger ville drives med faa ord. (Prov. dan., 230.) 109. Wo Thaten sprechen, bedarf es keiner Worte. Holl.: Waar daden spreken, behoeft men geene woorden. (Harrebomée, I, 111a.) It.: Dove il fatto accusa ogni difesa offenda. 110. Zu geschehenen Thaten ist nicht mehr zu rathen. – Lehmann, 273, 13. 111. Zu herrlichen Thaten gehört ein grosser Muth. – Petri, II, 823. 112. Auf frischer That ergriffen werden. 113. Die That wird's weisen. – Eiselein, 593. Holl.: De daad moet getuigen. (Harrebomée, I, 111b.) Lat.: Res indicabit. (Eiselein, 593.) 114. Faule (schofle) Thaten in schöne Berichte packen. Frz.: A mal exploiter, bien écrire. (Lendroy, 651.) 115. Man muss ihn auf der That ertappen, sonst leugnet er. Lat.: Saepe nega concede raro, distingue frequentur. (Chaos, 829.) 116. Man soll sich nicht nach seinen Thaten, sondern nach seinen Worten richten. – Dove, 822. 117. Nach der That klug werden. Frz.: Être sage aprés le coup. (Kritzinger, 180b.) 118. Nach der That Rath halten. Frz.: A chose faite, conseil pris. (Cahier, 650.) 119. Seine Thaten haben Hand und Fuss. n.: Hans gjerning har hænder og fødder. (Prov. dan., 229.) [Zusätze und Ergänzungen] 120. Eh man entscheiden kann die That, soll man mit Kleinen und mit Grossen halten Rath. – Schuller, 47. 121. Es ist eine von den grössten Thaten, sich im eignen Fett zu braten. – Brennecke. 122. Thaten sind die beste Probe. 123. Ueber die Thaten gehen die Saaten. 124. Wer vor der That überlegt, fremd (scharf) Urtheil leicht erträgt. It.: Chi prima ben pondera, non s' espone all' altrui critica. (Giani, 1371.) 125. Wer zu Thaten will gelangen, pflegt in Worten nicht zu prangen. It.: Chi far di fatti vuole, suol far poche parole. (Giani, 1284.) 126. Zur neuen That gehört ein neuer Rath. It.: A nuovo negozio, nuovo consiglio. (Giani, 396.)
17371 Zeichen · 647 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    thatKonj.

    Köbler Anfrk. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    that , Konj. nhd. dass, damit ne. that, so that ÜG.: lat. (ne) MNPs, nequando MNPs, quia LW, quod LW, ut MNPs, LW Hw.: v…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    That

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die That , plur. die -en, von dem Zeitworte thun, und dessen vergangenen Zeit, wo es doch nur in engerm Verstande gebrau…

  3. Sprichwörter
    That

    Wander (Sprichwörter)

    That 1. An der That liegt die meiste Macht. – Petri, II, 15. 2. Auf frischer That curirt's am besten. Wirkt's am meisten…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit that

155 Bildungen · 128 Erstglied · 23 Zweitglied · 4 Ableitungen

that‑ als Erstglied (30 von 128)

thatbegier

DWB

that·begier

thatbegier , f. die begier, thaten ( besonders grosze ) auszuführen, vgl. thatendrang , -durst, -eifer: wie flammen rings um dich die hohen …

thatbeginn

DWB

that·beginn

thatbeginn , m. : wir schmähn nicht mit dem wort, nur mit dem thatbeginn. Rückert Hamasa 1, 238 .

thatbericht

DWB

that·bericht

thatbericht , m. der bericht über eine begangene oder in untersuchung genommene that, species facti Campe.

thatbestand

DWB

that·bestand

thatbestand , m. bestand einer that, was über eine that ermittelt vorliegt ( corpus delicti ): wenn man .. den thatbestand mit zeugen beweis…

Thatbeweis

Campe

that·beweis

Der Thatbeweis , — es, Mz. — e , der Beweis oder ein Beweis mit der That, durch die That. Moerbeek. Ob die Vermählten selbst, was sie gesuch…

Thatdenkmahl

Campe

that·denkmahl

Das Thatdenkmahl , — es, Mz. — e , und — mähler , ein Denkmahl zur Erinnerung an große denkwürdige Thaten. — — die Thatendenkmahle der Vorwe…

thaten

DWB

thaten , verb. , abgeleitet von that, etwas ( beschlossenes ) ausführen, thun: dasjenig helfen thaten und handeln. Dief.-Wülcker 873 ( vom j…

thatenahndung

DWB

thaten·ahndung

thatenahndung , f. : ein begeisterndes getöse, eine thatenahndung, .. die seele schwillt mir! Schiller 2, 391 .

thatenarm

DWB

thaten·arm

thatenarm , adj. arm an ( groszen ) thaten, vgl. thatenleer , thatenlos : ihr Deutschen, auch ihr seid thatenarm und gedankenvoll. Hölderlin…

thatenbahn

DWB

thaten·bahn

thatenbahn , f. : dem manne bewahrt sie ( natur ) den körper, der auf der längern thaten- und ideen-bahn mit zu dienen hat, rüstig in tiefe …

thatenberg

DWB

thaten·berg

thatenberg , m. : prahlt der held noch, der auf aufgewälzten thatenbergen in des nachruhms sonnentempel fleugt? Schiller 1, 179 .

thatenbild

DWB

thaten·bild

thatenbild , n. eine bildlich dargestellte that: unten an den pfeilern .. gewahrt man noch verschiedene thaten-bilder des Herkules. H. Meyer…

thatenbund

DWB

thaten·bund

thatenbund , m. zur gemeinsamen ausführung von ( groszen ) thaten geschlossener bund: muthig wandeln wir zum gleichen ruhme einst, wenn zum …

thatenchor

DWB

thaten·chor

thatenchor , m. n. chor, menge von thaten, vgl. thatenheer : ihn ( den thätigen ) umschirmt sein thatenchor in dem todesstreite, und gibt ih…

thatendenkmal

DWB

thaten·denkmal

thatendenkmal , n. ein denkmal zur erinnerung an grosze thaten: die thatendenkmale der vorwelt. Sonnenberg bei Campe.

thatendrang

DWB

thaten·drang

thatendrang , m. , vgl. thatbegier, thatendurst, -eifer: soll der mensch sein leben lang still, wie pflanzen, blühen? oder soll ihm thatendr…

Thatendürstend

Campe

thaten·duerstend

◬ Thatendürstend , adj . nach Thaten dürstend, Thatendurst empfindend und an den Tag legend. — mein thatendürstend Herz. Collin.

thatendurst

DWB

thaten·durst

thatendurst , m. , vgl. thatbegier, thatendrang, -eifer, -hunger: er glühete .. von thatendurst. J. Paul Tit. 2, 99 ; so zähmte harrend Epam…

Thatendurstig

Campe

thaten·durstig

◬ Thatendurstig , adj . u. adv . Thatendurst empfindend. »Darum tröste dich, schöne, edle, thatendurstige Seele!« E. Wagner.

thateneifer

DWB

thaten·eifer

thateneifer , m. : ( Gustav Adolph ) verband alle bürger zu einem glühenden thateneifer ... gegen den gemeinschaftlichen feind. Schiller 8, …

Thatenentwurf

Campe

thaten·entwurf

○ Der Thatenentwurf , — es, Mz. — entwürfe , ein Entwurf von oder zu Thaten, welche ausgeführt werden sollen. Alle sahen auf des Höllenersch…

thatenernst

DWB

thaten·ernst

thatenernst , m. : sei mir gegrüszt du römischer thatenernst! Kinkel ged. (1857) 105 .

thatenfaden

DWB

thaten·faden

thatenfaden , m. : bunt ziehn durchs zeitgewebe thatenfäden, doch wer entwirrt beginn und end' für jeden? A. Grün ges. werke 2, 56 .

thatenfeld

DWB

thaten·feld

thatenfeld , n. : wenn von der ruhmverkünderin begleitet heroischer gesang den geist entzündet, auf thatenfeldern hin und wieder schreitet. …

that als Zweitglied (23 von 23)

edelthat

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edel·that

edelthat , f. an seine grösze denkt, an seine milde, an alle edelthaten seines lebens. Schiller 392 a ; versöhnest dir durch neue edelthat d…

frevelthat

DWB

frevel·that

frevelthat , f. scelus, Stieler 2553 : ein bösewicht, der wenig glaubte und seinem frechen götterhasz die gröszte frevelthat erlaubte. Haged…

gewaltthat

DWB

gewalt·that

gewaltthat , f., nomen actionis , das wie gewalt thun, gewalt anthun ( vgl. sp. 5088) ausschlieszlich den begriff der violentia in anspruch …

Gräuelthat

Adelung

graeuel·that

Die Gräuelthat , plur. die -en, eine gräuliche, abscheuliche That. Seinen Gräuelthaten bauet er ein Denkmahl, Geßn.

Gutthat

Adelung

gutt·hat

Die Gutthat , plur. die -en, welches im gemeinen Leben für Wohlthat üblich ist, S. dieses Wort. Womit soll ich deine Gutthaten belohnen? Wir…

heldenthat

DWB

helden·that

heldenthat , f. facinus nobile, memorandum, incredibile. Stieler 2353 : wan das darzu kommet, das solcher geborne adel, literis et armis, du…

lasterthat

DWB

laster·that

lasterthat , f. verbrecherische oder lasterhafte that: lastertahten, die vom kaiser Tiber in den römischen geschichtbüchern zu finden. Butsc…

Meinthat

Campe

mein·that

✱ ✱ Die Meinthat , Mz. — n , eine treulose That, Missethat. — — — die hongsuize wort habent und meintat unde mort I ir herzen sint begraben.…

missethat

DWB

misse·that

missethat , f. fehlthat, delictum. 1 1) goth. missadêds, ahd. missatât, missitât, missetât, mistât, mhd. missetât, alts. altnfr. misdât, ags…

mordthat

DWB

mord·that

mordthat , f. that eines mordes, begangener mord: mordtaht, caedes, homicidium, trucidatio Stieler 2353 ; der ich durch ewer heimliches wolg…

Rêchtswohlthat

Adelung

rechts·wohlthat

Die Rêchtswohlthat , plur. die -en, ein in den Rechten als eine Gunst oder Wohlthat verstattetes Rechtsmittel.

schandthat

DWB

schand·that

schandthat , f. schändliche that, unthat, gemeines verbrechen, scelus, flagitium. Stieler 2353 . Frisch 2, 161 b : wie denn herzog George zu…

Thorenthat

Wander

thoren·that

Thorenthat Thorenthat schon manch Land bezwungen hat. – Freidank.

übelthat

DWB

uebel·that

übelthat , f. , vbeltat, missetat, poszheit, maleficium, nephas voc. theut. (1482) hh 5 b ; maleficium Diefenbach gloss. 344 b ; vgl. Graff …

überthat

DWB

ueber·that

überthat , f. , verbrechen, ausschweifung. aus dem nd. ( mnd. overdât, s. Schiller-Lübben 3, 255 a ; mnld. overdaet, s. Verwijs-Verdam 5, 21…

unthat

DWB

unt·hat

unthat , f. , ags. undâd; afries. undād; an. údáð; isl. ódæði; ahd. mhd. untât; mnd. undât; mnl. ondaet; nl. ondaad; dän. udaad. wie mhd. un…

Wohlthat

Adelung

wohl·that

Die Wohlthat , plur. die -en, eine That oder Handlung aus bloßem Wohlwollen, welche unser Bestes befördert, und die Sache selbst, welche uns…

Wunderthat

Adelung

wunder·that

Die Wunderthat , plur. die -en. 1. Eine außerordentliche, unbegreifliche That. Noch häufiger, 2. in engerem Verstande, eine That, welche die…

zuthat

DWB

zuthat , f. , mhd. nicht belegt, mnd. tôdât Schiller-Lübben 4, 558 . 1 1) das thun zu einem zwecke, für eine person: das durch meyn willen, …

Ableitungen von that (4 von 4)

gethat

DWB

gethat , f. , eine bildung, in der zweierlei functionen des präfixes ge zusammengeflossen sind: eine ältere, mittelst welcher das verbalsubs…

Mißthat

Campe

✱ Die Mißthat , Mz. — en , so viel als Missethat, eine unerlaubte, unrechte, schlechte That. Stieler. »Die Mißthaten der einzelnen Menschen.…

unthat

DWB

unthat , f. , ags. undâd; afries. undād; an. údáð; isl. ódæði; ahd. mhd. untât; mnd. undât; mnl. ondaet; nl. ondaad; dän. udaad. wie mhd. un…

urthat

DWB

urthat , f. , that mit ur- C 4 c. 1 1) veralteter ausdruck der rechtssprache in der verbindung zu u., urthâte, zu rechter, ewiger u. mhd. ur…