general ,
ein fremdwort, das sich in vielfältiger verwendung tief eingenistet hat in fast allen höheren gebieten des deutschen lebens, hauptsächlich seit dem 16. 17.
jh., eigentlich das lat. adj. generalis,
allgemein, aber auch durch spanische, französische, italienische einflüsse unterstützt und gefärbt; von seiner grammatischen art und behandlung, die ziemlich seltsam ist, s. 6,
eine übersicht der zusammensetzungen unter 7. 11)
als subst. für sich, wozu es doch nur auf einem seltsamen umwege gekommen ist (
s. b)
im kriegswesen, in dem das fremdwort überhaupt am weitesten und tiefsten eingegriffen hat, wie ja dieses seit dem 16.
jh. nach allen seiten spanischen, italienischen, französischen einflüssen unterlag. 1@aa) der
general, oberbefehlshaber, feldherr. 1@a@aα)
es tritt als deutsche kriegswürde im 17.
jahrh. ein, erscheint aber schon im anfang des 16.
jahrh. in zeitungen z. b. von französischen heerführern, doch noch wechselnd mit den heimischen ausdrücken; z. b. in einer newzeitung
vom j. 1510,
die von wichtigen verhandlungen Frankreichs mit dem papste berichtet, mit denen ein herr Carolus von Ambogia (
Amboise), obirster hauptman und capitanyer des christlichsten künigs von Frankreich
betraut ist, s. Weller die ersten deutschen zeitungen s. 16,
derselbe heiszt dann obirster capitaneus und general 17,
d. h. capitaine general
in damaligem französisch, hier halb deutsch wiedergegeben und zugleich franz. (obirst
gleich general),
dort noch ganz deutsch mit etwas französisch, denn obirster hauptman
deckt sich mit capitaine general (
s. h, β).
derselbe schickt aber s. 17
auch den generall Ormandie
an den papst, also auch schon das einfache general,
doch wol aus franz. quelle. in einer liste der gefangenen aus der schlacht von Pavia 1525
erscheint ein herr von Anschi (
Anjou), des franzosischen fuszvolks hauptman general Weller 55,
d. h. capitaine general
halb deutsch halb franz. wiedergegeben (
s. 53
einfach hauptman, hauptleut).
am ende des 16.
jahrh.: nach beschehener schlacht hat der general die armada widerumb besichtiget (
um den verlust festzustellen). Fischart
von der spanischen armada 1588, Scheibels
kloster 10, 1097,
oberbefehlshaber zur see (
vergl. u. b, β),
er heiszt aber vorher auszer admiral
immer general-oberster (
s. b, α),
die bequemere form musz auch bei uns nun eben im aufkommen gewesen sein. beide formen übrigens noch nicht in einer cölnischen kriegsordnung von 1583 Mones
anz. 8, 164
ff. (obrister feldherr oder feldhauptman 165). 1@a@bβ)
im 17.
jahrh. dann auch in den deutschen heeren: als er (
Karl V.) sich auf seinen ersten zug wider den Barbarossa in Barbarey rüstete und geredt ward von verordnung eines generals über das kriegsheer, hat er das crucifix in voller samlung empor gehalten mit diesen worten: unser herr und heiland Jesus Christus wird das haupt und der feldoberste dieses so herrlichen, heiligen und löblichen heerzugs sein. Zinkgref
apophth. 1, 68,
wo denn Christo noch die heimischen, edler klingenden ausdrücke vorbehalten bleiben; aber auch er in gleichem sinne als general
in einem politischen spruche vom j. 1631,
der Gustavus Adolfus
als kommenden retter preist, diesen aber am schlusse sagen läszt: ich wills auch thun, wanns gotts will ist, durch meinen general Jesum Christ. Opel
u. Cohn
30jähr. krieg 266,
wie in einer soldatischen umdichtung des liedes ein feste burg
u. s. w., neben dem gleichbedeutenden deutschen hauptmann: (
Jesus) der rechte corporal, hauptmann und general. Böckler
kriegsschule 941.
auch Moses als führer seines volkes heiszt so, der zug als heereszug genommen: als er, als ein general, sein von gott ihm untergebenes volk aus Egypten in ihr vatterland hat führen wöllen .. Spreng
Ilias 1625
vorr. ij
b. 1@a@gγ)
unmittelbar aus dem kriegsleben selbst z. b. in den aufzeichnungen eines feldcaplans, seit 1635: ein reitersdegen .. welchen der general graf von Papenhaimb .. dahin (
in die pfarrkirche zu München) verehrt hat.
pater Reginbald Möhners
reise u. s. w. Augsb. 1872
s. 14; in diser statt, als sie der general Künigsmarkh belegert. 37,
nachher general Künigsmarkh,
ohne art., titelmäszig; aszen daselbsten bei dem herrn general Joan de Werd 43; der fürst name mit seiner hofstat quartier in dem haus, alwo der alte berümbte general Tilli geboren worden. 62; weilen es gleich neben des general Malanquin quartier beschechen. 83 (
er heiszt auch generalfeldmarschalk 74).
lange auch in alte zeit übertragen, während man da jetzt feldherr
festhält: der tapfere general Joab.
Simpl. 1684 3, 496 (feldhauptmann 464,
in versen), generalissimus 463; indem er (
könig David) ... seines rebellischen sohns rebellischen generalem Amasam zum israelitischen general setzen .. wollen. 496; anfangs sollte nach dem ausgange des carolingischen stamms (
im Frankenreiche) der älteste general die krone nehmen, dieser war herzog Otto der erlauchte von Sachsen. Möser
osn. gesch. 2, 4,
er heiszt auch krongeneral 5; der römische general. Göthe 30, 93,
vorher doch der römische feldherr Aëtius (
camp. in Frankr. 27.
sept.). 1@a@dδ)
der plur. wechselt gleich anfangs: als ich ihme selben (
dem grafen Wernher von Tilly den mutigen schimmel) ser gelobt, sprach er, solche pfert brauchen
wir general zum ausreiszen, und war das eben das pferd, welches den alten graf Tilli, als er bei Leipzig die schlacht verloren, aus der gfar getragen hatte. Möhner 20, wir general (
der sprechende war aber nur regimentsoberst),
deutsch, für generale,
daneben generales
romanisch: solches haben die spanische generales hoch empfunden. 89; dise zwei generales. 95,
obschon man das auch als lat. verstehen konnte, wie generalem
acc. sg. gesagt wurde: seines rebellischen sohns rebellischen generalem Amasam.
Simpl. 1684 3, 496.
noch im 18.
jahrh. generals,
gewiss aus volks- und soldatenmunde: der könig allein ist könig, seine generals, obersten, majoren sind selber seine bedienten.
d. arme mann in Tockenburg (1789) 137; unter den generals und officiers ist manch tüchtiger und staatlicher mann. Göthe
an fr. v. Stein 1, 170; hier stehen meine generals.Caraffa
u. s. w. Schiller
Wallenstein 1800 1, 142 (
Piccol. 2, 7); kann das geschehen, meine generals? 144.
sonst generale
oder generäle: sie, meine generale, seien richter! 145; beide Piccolomini, Buttler, Isolani, Maradas und noch drei andere generale treten herein. 135. 186; die herren generäle und kommandanten. 1, 14 (
Wallenst. lager 2); um den könig versammelten sich viele generale. Göthe 30, 180
lh., 25, 121
H. (
var. generäle 288). 1@a@eε)
daneben übrigens in schwacher form im 17.
jahrh.: unser könig befind sich mit herrn generaln grafen von Hohenloh und der ganzen armada in Praag.
Hildesheimische zeitung von 1620
bei Opel
die anfänge der d. zeitungspresse (
archiv f. gesch. des d. buchh. 3) 176; die böhmischen herrn generaln.
das.; mit befelch der herrn generaln. 177; die stelle des hohen kriegs-generalen. Böckler
kriegsschule 46,
und noch jetzt plur. generalen
bei oberd. schriftstellern (
s. Sanders);
das entspricht der ursprünglichen adjectivischen art des wortes. 1@bb)
zum subst. ist es nämlich auf seltsamem umweg gekommen. 1@b@aα)
es ist eigentlich eben auch das adj., zu einem subst. gesellt, das dann im drang des kriegslebens der kürze halber verschwiegen wurde, wie schon Frisch 1, 339
c bemerkt hat: '
wenn general
allein steht und den generalissimum oder vornehmsten im feld andeutet, so ist das wort oberst
dabey ausgelassen, welches auch ehmals dabey stunde, als in Fronspergers
kriegsrüstung 4
b ',
d. h. am ende des 16.
jahrh., generaloberster: hab er seinen fürnemsten wachtmeister zu dem amiral oder generalobersten umb hülf geschickt. Fischart
von der spanischen armada 1588,
kloster 10, 1084; dem duc, welcher general-oberster über die ganze armada. 1096; der general-oberster über die ganze flut (
flotte). 1095; hat der general-oberster alle schiff zusammen bescheiden. 1098; haben sie einen solchen schrecken in dem general-oberster (
so) gespüret, dasz er bald die ganz armada übergeben. 1097,
also auch schon mit erstarrter endung, vergl. der obrister 1080,
daneben doch noch der obriste
das., auch schon mit gestutzter endung, wie jetzt, der general-oberst 1096. 1@b@bβ)
auch im 17.
jh. noch general-obrister über die artolkerei Opel
und Cohn 30
jähr. krieg 420
und generaloberster
für den oberfeldherrn, s. u. 2,
a vom j. 1609.
bemerkenswert scheint dabei, wie diesz oberst
und auch haupt (
s. hauptmann
u. c)
auch sonst im kriegswesen so dienten zur bezeichnung der spitze; so heiszt dort bei Fischart
das schiff des admirals oder generalobersten
auch das gröszte oberiste schiff 1073, das obriste spanische schiff des vice-admirals 1065, gemelter gubernator dieses obristen spanischen schiffes
das., daneben das hauptschiff 1079, admiral-
oder hauptschiff 1094.
zwischen heer und flotte, der armada zu lande und zur see war damals in den bezeichnungen eigentlich kein unterschied, wie denn der führer oder commandant eines schiffes auch hauptmann
heiszt, z. b. Villa Franca von S. Sebastian, hauptmann im gedachten schiff 1095, hauptmann darüber 1092
und immer so, wie noch jetzt schiffscapitän, capitän zur see,
d. h. '
hauptmann' (
s. c, α),
der führer einer flottenabtheilung aber obrister (
näml. hauptmann) 1074.
auch die soldatische besatzung der schiffe heiszt das spanische kriegsvolk 1091, kriegsleute 1072, kriegs- und schiffleut 1056, soldaten und schiffleut 1099, das engelländische kriegsheer 1095,
selbst haufen
wie heerhaufen
zu lande: (
fand der admiral nach der schlacht), das noch bei 120 segel von dem ganzen haufen übrig. 1097. 1101
fg., der admiral mit seinem haufen 1104.
noch bei Grimmelshausen
Simpl. 3, 531 (1684) der general von der flotte (
gleichbed. capitain von der flotte 527),
wie bei Fischart generaloberster. 1@b@gγ)
das volle generaloberst
musz übrigens auch neben dem gekürzten general
ununterbrochen mit fortgeführt worden sein, denn noch jetzt gilt es, zwar nicht mehr als kriegsamt, aber als titel und hohe, höchste armeewürde; im j. 1881
z. b. waren im deutschen heere generalobersten
der groszherzog von Mecklenburg-Schwerin, prinz August von Württenberg, prinz Friedrich der Niederlande (Transfeldt
dienstunterricht für den infanteristen s. 22). 1@cc)
aber diesz oberst, oberster
war schon selbst aus einer solchen kürzung oder verschweigung entstanden. 1@c@aα)
die volle form war oberster hauptmann (
s. d. 3),
noch im 16.
jahrh. lange der eigentliche name des feldherrn: der oberest hauptmann und fürnemst regent (
vergl. regiment) im krieg sein, den krieg fren und verwalten,
ferre principatum alicuius belli. Maaler 310
c; der prinz von Uranien, Philibert, so hernach an des von Bourbon statt kaiserlicher statthalter und oberster hauptmann vom kriegsvolk erwehlet und aufgetreten. Jo. v. Wedel
hausbuch 92.
auch zur see: der fürneme oberste hauptman des venedischen kriegszeugs auf dem meer. Weller
die ersten deutschen zeitungen 178. 179 (
hier auch nur der fürneme hauptman),
vom j. 1564.
daneben oberster feld herr,
von graf Carl von Mansfeld, vom kaiser zum (
d. h. als) obersten feldherrn in Ungern abgeordnet Wedel 357.
anders Hans von Böck, ober-hauptmann zu Cüstrin 407,
wol festungscommandant und gouverneur des bezirks. auch oberster veldhauptman,
in einer kriegsordnung um 1535
zuerst nach dem obersten kriegsherrn Mones
anz. 8, 301. 1@c@bβ)
das einfache hauptmann, mhd. houbetman,
ist das ältere wort für feldherr, noch dem 15. 16.
jahrh. geläufig: capitaneus, hauptman Dief. 97
b,
auch das mlat. wort (
dem hauptman
nachgebildet)
eig. vom feldherrn, z. b. im 14.
jahrh.: capitaneus, ein houptman des urlüges. Wackernagel
voc. opt. 39
a,
das deutsche noch im 16.
jahrh. z. b.: ein hauptmann sein und der fürnembst im krieg,
exercitui praeesse. Maaler 214
a; hauptman,
imperator, dux. Dasyp. 350
c,
darauf allerdings oberster hauptman nach dem imperator,
tribunus militaris, hauptman über zehentausent,
myriarchus u. s. w., d. h. zugleich schon herabsteigend von der spitze, die es eigentlich inne hatte, in der richtung in der es dann beim compagnieführer anlangte, wie oberst
beim regimentsführer. die verschiebung der stufen und rangwerte von der spitze nach unten gieng nicht in scharfen abschnitten vor sich, sondern so dasz die verschiedenen namen und werte sich vorübergehend auch selbst in einander schoben; daher bei Maaler
vorhin neben oberster hauptmann,
was schon andere hauptleute
im heer neben dem obersten
voraussetzt, doch auch noch das einfache hauptmann
als feldherr, bei Zinkgref
u. a, β neben general
noch haupt und feldoberster (
s. auch kriegsoberster), haupt
kurz für hauptman,
eig. der kopf des lebendigen gegliederten ganzen, als welches das heer, der heerhaufe vorgestellt wurde (
vergl.körper II, 5,
dazu truppenkörper
und geist 14,
e, γ). 1@c@gγ)
so sind sich in der entwickelung unseres heerwesens fünf namen für den obersten heerführer gefolgt im laufe von sechs jahrhunderten, immer einer den andern ablösend: hauptmann, oberster hauptmann, oberster, generaloberster, general;
aber alle gehen und weisen sie genauer besehen noch auf den ältesten, den hauptmann
zurück, der schon grammatisch zuletzt hinter allen steht als das substantivum, dem eigentlich die folgenden dienen als adjectiva, ein fall von steigerung und abnutzung der wol einzig ist in unsrer sprach- und titel- oder würdengeschichte; der sprachlich, geschichtlich und logisch völligste name wäre, freilich ungeheuerlich, general-oberst-hauptmann.
dabei verhalten sich nun die aus der reihe erhaltenen, hauptmann, oberst, general (
der major
noch zwischenein geschoben, vergl. 2,
b),
wie geologische schichten, das älteste zu unterst liegend, das jüngste oben auf, nur dasz die ursprüngliche spitze beim sinken immer zugleich ins breite geriet, wie bei einer pyramide. 1@dd)
auch general
selbst geriet in das sinken von der spitze hinab, nachdem bei dem wachsen der heeresmassen und der ausweitung ihrer inneren gliederung mehr als einer bei der armada nötig wurde, wie vordem mehr als ein oberster
und hauptmann,
die alle doch ihrem begriffe nach eigentlich nur einer sein können. 1@d@aα)
so war auch general
in seinem eigentlichen sinne neu aufzufrischen oder zu steigern; es geschah mit generalissimus, rein lat., oder general en chef,
halb franz. (
denn man spricht general
nicht franz. aus),
oder auch obergeneral,
halb deutsch, das letztere zugleich eigentlich zum obersten hauptmann
des 16.
jahrh. zurückgreifend, das franz. aber eigentlich zum ältesten, dem hauptmann (chef
eig. haupt, caput, vergl. u. δ).
das erste im 17.
jahrh. (
franz. generalissime
schon im 16.
jahrh., s. Littré,
vergl. auch u. 3,
b spanisch generalissimus
der bettler): der generalissimus oder feldherr. Böckler
kriegsschule 37; wie er (
Joab) dann kurz hernach .. zu einem generalissimo über das ganze israelitische kriegsheer bestätigt wurde.
Simpl. 1684 3, 503; Wallenstein .. als welcher durch die waffen aus einem edelmann ein herzog zu Fridland und Mechelnburg, aus einem gemeinen soldaten ein groszer und gewaltiger generalissimus worden. 163; bald darauf fing Wallenstein an, sich einen generalissimus des kaisers zu wasser und zu lande zu nennen. Schiller VIII, 129.
im 18.
jahrh.: generalissimus,
summus imperator. Aler 895
a,
der über eine ganze armee und selbst über alle anwesende generals zu gebieten hat Ludwig 737.
auch einfacher der hohe kriegsgeneral Böckler
kriegsschule 46 (
s. u. 2,
a),
wie noch die hohe generalität, hohe generale. 1@d@bβ)
eine andere steigerung ist generalfeldmarschall, archistrategus Aler 895
a,
im 17.
jahrh. general-feld-marschalk, so bei etlichen ins
gemein auch über die ganze armée das commando trägt. Böckler
kriegsschule 47,
s. auch 48.
jetzt als würde, die z. b. im deutschen heere graf Moltke und der kronprinz des reichs haben; feldmarschall
ist selbst schon eine über dem general
stehende würde, daher auch beide neben einander, z. b. in dem soldatenliede von 1717: prinz Eugenius wol auf der rechten thät als wie ein löwe fechten, als general und feldmarschall. Soltau 530.
im 17.
jahrh.: der marquis Malanquin, ein Wallon, general, feldmarschalk. Möhner 74,
derselbe einfach general 83.
in einer kriegsordnung
um 1535
steht der feldmarschalk
gleich nach dem obersten veldhauptman (
und oberstleutenant),
gleich nach ihm der oberste zeugmaister. Mones
anz. 8, 301,
der letztere später als generalfeldzeugmeister: machts euch bequem, herr generalfeldzeugmeister (
Tiefenbach). Schiller
Piccol. 4, 6;
es ist eig. der oberste über das ganze geschützwesen (
s. Böckler 49),
das feldzeug,
wie noch bei Adelung,
aber auch als hoher generalstitel, wie noch im deutschen heere (
jetzt prinz Carl von Preuszen),
so schon im j. 1701
im preuszischen, wenn da der älteste bruder des eben gekrönten königs, prinz Philipp Wilhelm mit seinen titeln und würden auch als general-feld-zeug-meister
erscheint, daneben als obrister über ein regiment zu pferde und eins zu fusz,
während der '
mittelste'
bruder auch als general-lieutenant zu pferde
auftritt und obrister über ein regiment dragoner und eins zu fusz,
der jüngste als general-lieutenant zu fusz
und obrister über ein regiment,
in dem bericht über das krönungsfest von Besser
schriften 465,
man sieht die berechnete abstufung der würden. 1@d@gγ)
die namen neigten nämlich überhaupt von der eigentlichen aufgabe, das kriegsamt im ernst des feldlebens zu bezeichnen, weg zu dem wert von titeln, als bezeichnung der rangstellung in der pyramidalisch sich aufbauenden folge der kriegswürden. wie man daher jetzt list oberst
N. N., commandeur des 2. regiments,
jenes nun rangtitel, das amt aber besonders neu bezeichnet, so heiszt nun der oberste feldherr im ernst des feldlebens auch der höchstcommandierende
u. ä., wie beim general das feldamt besonders bezeichnet wird mit der commandierende general,
bei Adelung wirklicher general der infanterie.
es werden unterschieden general der cavallerie, general der infanterie (
noch im 18.
jahrh. auch einfach general zu pferd, zu fusz Aler 894
b),
im 16.
jahrh. noch oberster
genannt: oberster über alle reuter (
dem range nach dem obersten zeugmeister
folgend), oberster über das fueszvolk,
dem der landsknecht hauptleut
folgen, s. Mones
anz. 8, 301 (
um 1535).
auch brigadegeneral, divisionsgeneral. 1@d@dδ)
im leben wird aber doch auch das einfache general
in seiner alten kraft fortgeführt, da gehören noch armee
und general,
d. h. einer, zusammen, wie z. b. bei Göthe
in der camp. von Frankreich: ein französischer general, Lafayette .. lehnt sich gegen die obergewalt auf .. er entflieht, seine armee .. bleibt ohne general und oberofficiere. 30, 181; nun erscheint ein wenig gekannter general, Dumouriez. ohne jemals einen oberbefehl geführt zu haben, nimmt er ... eine sehr starke stellung
u. s. w. das.; und auch im soldatenliede, z. b. in einem aus dem Odenwalde: general Blücher das war so ein tapfrer held, er streicht wie ein adler wol über das feld, vorn an der spitze. Soltau 2, 483;
man bemerke vorn an der spitze,
mit wiederkehr einfach ältester vorstellung, auch hauptmann
meint eig. nichts anderes wie franz. en chef,
mlat. in capite,
an der spitze, z. b. duces in capite
bei Gregor von Tours (
s. Ducange
s. v. capitaneus),
und ebenso unser fürst,
eig. der vorderste (
vergl. Germ. 10, 137). 1@d@eε)
sonst werden unter die generale
mit inbegriffen alle höchsten chargen auszer dem eigentlichen general,
was Göthe
vorhin oberofficiere
nennt, im 17.
jahrh. auch noch oberste (
näml. hauptleute): als sie sich nun beiderseits in schlachtordnung stelleten .. machte er (
kaiser Karl IV.) eine anstalt, dasz er drei der fürnembsten österreichischen obersten (
d. h. von der gegenpartei) heimlich zu sich brachte, denen verhiesz er güldene berg
u. s. w. Zinkgref 1, 38.
so generale
z. b.: um den könig versammelten sich viele generale. Göthe 30, 180; so begegnete denn auch mir, dasz ich an groszer tafel neben einem alten trefflichen generale sasz.
das. vergl. unter a, δ die beispiele im plur., schon im 17.
jh. wir general
im munde eines regimentsobersten, freilich in scherzhafter rede, doch vergl. unter 2,
b regiment
von einem armeecorps, geführt von einem generalmajor. 1@ee)
das heiszt auch generalität, gern noch gesteigert die hohe generalität,
z. b. bei truppenrevuen, franz. généralité;
im 17.
jahrh.: was vor ein schlimmer hund hat mich bei der generalität eingehauen (
verläumdet)?
Simpl. 2, 94, 25
Kz.; kame ein furier zu mir und sagte .. (
die plünderer und mörder) seien in verhaft gebracht und werden auf bevelch der generalitet gehenkt werden. Möhner 86; und bekame unser ob. wachtmaister von der spanischen generalitet ordinanz, disem prinzen 100 man von unserem regiment daselbsten zue lassen. 89,
s. auch 90,
es sind anordnungen des obergenerals nach beratung mit den anderen generalen. diese hieszen damals auch generals-personen, worin denn nach dem -s
die adjectivische natur von general
schon ganz vergessen erscheint; z. b. in Böcklers
kriegsschule handelt ein cap. davon, wie man die generals-personen und die wägen logiren solle,
d. h. dem register nach, im buche selber: wie die
general-officirer eines ganzen lägers zu logiren. 639; die völker campierten .. in weitem veldt, die generalspersonen aber in dem dorf. Möhner 79; an einen vornehmen cavallier, welcher ein generals-person im feld war. Schuppius 38; bis er (
graf von Pappenheim) endlich zu einer generals-person .. wurde.
Simpl. 1684 3, 145. 1@ff)
die würde hiesz generalat, summum imperium Aler 894
b,
auch franz. généralat,
span. it. generalato,
deutsch generalstelle Rädlein 355
a;
im 17.
jahrh.: dise 2 (
spanischen) generales, als sie den ernst gesehen .. haben sie .. dem herzog Ulrich (
zur begütigung) .. das generalat widerumb über die teütsche cavallaria conferiert. Möhner 95; (
wo Joab) zu belohnung seiner treu, dem könig Salomon erwiesen, das generalat über das israelitische kriegsheer empfangen hat.
Simpl. 3, 506,
s. auch 496; nach der theorie sollte allemal der krongeneral, wenn er könig wird, das generalat abdanken. Möser
osn. gesch. 2, 5. 1@gg)
in mancherlei zusammensetzung z. b. generalswürde, generalsrang,
natürlich auch generalstochter
u. ä., die gattin aber auch einfach generalin ( Adelung),
z. b. in Kretschmanns
lustspiel die belagerung (
werke 3, 2)
eine generalin von Burghayn,
sie heiszt die frau generalin
s. 57,
angeredet auch meine frau generalin 48. 52,
im munde des feindlichen feldherrn, der sie auch anspricht: sie sind mir ein gefährlicher feldherr! 53. 1@hh)
der anlasz zum eindringen des fremdwortes in die kriegssprache, die sich noch im 16.
jahrh. wesentlich deutsch hielt, scheint ein gemischter, lateinisch und romanisch. 1@h@aα)
wie es im 17.
jahrh. als lat. behandelt wird in generalissimus, generalem
acc., vielleicht generales
pl. (
a, δ.
f),
so schon in der zeit seines auftretens bei Fischart,
wenn er a. a. o. s. 1056
den kriegsobersten
der flotte die special-befelchhaber
entgegenstellt (
nachher das. oberisten und befelchhaber
ebenso), special
als gegensatz zu general, generaloberster
gemeint, d. h. nach der gelehrten unterscheidung von generalis
und specialis,
die aus der lat. wissenschaft lange geläufig war. so bringt Böckler
kriegsschule 37
fg. die hohen officiere unter die begriffe der generalität
oder specialität,
jene alle mit general
bezeichnet, diese mit dem obristen
beginnend. ähnlich gelehrt gedacht ist es, wenn Grimmelshausen
die officiere einmal die principal-kriegsleute
nennt Simplic. 1684 3, 318.
dabei war diesz gelehrte generalis
schon länger in andern lebensgebieten im gange, auch deutsch geworden, als es in der heeressprache auftrat, in der sprache der kirche und der canzlei (
s. 3. 4),
von wo der übertritt ins kriegsleben nahe lag. 1@h@bβ)
aber romanischer einflusz wird doch auch im spiele sein, wol selbst als erster anstosz. französischen einflusz aufs kriegswesen schon im 16.
jahrh. oder früher verbürgt leutenant (
s. d. und 2,
a).
auch général
war dort schon entwickelt, als es bei uns auftritt, s. aus dem anfang des 16.
jahrh. unter a, α;
übrigens auch bei Montaigne
neben general de l'armee des Venitiens
essais I, 3 (
s. 19
Paris 1876)
doch noch das vollständige, Chabrias capitaine general de leur (
der Athener) armee de mer
s. 25,
wie noch im j. 1697
ital. capitano generale
der Venetianer zur see Pasquini staatsphant. 115 (
franz. capitaine general in Levante 114),
also gleich dem general-obristen
bei Fischart
u. b, α;
er braucht auch noch das einfach älteste capitaine,
d. i. hauptman (
c, β),
z. b. le capitaine Bayard 21, les capitaines
der Indianer, Athener 21. 25,
wie altfranz. z. b. im Rolandsliede der held le cataigne
heiszt, s. Littré 1, 477
a.
die steigerung erscheint dort schon im 14.
jahrh., Ducange
s. v. capitaneus generalis
bringt eine königliche bestalluug für einen obersten feldhauptmann vom j. 1349,
wo dieser capitain general et souverain
heiszt (
dann auch noch einfach capitain),
bei Littré 4, 2026
b ist souverain capitaine
aus dem 15.
jahrh. belegt; dem souverain
entspricht unser oberst (
adj.),
dem obersten hauptman
franz. souverain capitaine,
der general
als steigerungsmittel hat bei uns erst spät und nachträglich im 16.
jahrh. fusz gefaszt in generaloberst,
nicht generalhauptmann,
sodasz die entwickelung bei aller gemeinsamkeit dort und bei uns doch nicht ganz gleichen schritt hält, wir haben eine stufe mehr. 1@h@gγ)
den eigentlichen anstosz zu general
wird aber der spanische einflusz gegeben haben, der zur zeit seines auftretens schon länger im lande selbst wirksam war, vom kaiserlichen hof ausgehend, durch spanische truppen und heerführer im lande selbst unterstützt. wie infanterie
und cavallerie,
auch major (
s. 2,
b)
dem ursprung nach spanisch sind, die man gewiss im 16.
jahrh. bei uns schon hörte, so konnte sich auch das wichtigere general (
nun jeneral)
oder capitan general,
das noch jetzt in Spanien neben jenem geltung hat (
generalfeldmarschall),
noch früher einnisten, als die vorhin genannten, die erst im 17.
jahrh. auftreten, es musz in der kaiserlichen kriegscanzlei seine amtliche geltung erhalten haben. und doch wehrte sich dabei noch das heimische selbstgefühl, das erst im 17.
jahrh. völlig in die brüche gehen sollte, man gab capitan
oder capitaine
durch oberst
wieder, durch hauptmann
nicht mehr, weil jener nun ganz an dessen alte stelle getreten war. 1@h@dδ)
übrigens wird noch im 17.
jh. das wort auch ganz spanisch angegeben, z. b.: general capitan,
strategus. Henisch (1618) 1493, generalcapitan,
feldobrister, imperator, archistrategus 585,
auch capitan
das., als hauptmann, oberster;
das erstere ist veranlaszt (
wie sein ganzer artikel general)
durch Kilian,
der als nl. in der appendix peregrinarum dictionum gibt generael capiteyn,
strategus 684
b,
im rein nl. theile capiteyn, generael,
dux exercitus, archistrategus, le general 231
b,
also das erste noch völlig in seiner alten kraft (hoofdman,
strategus, capitaine 188
b),
wie es die Niederländer noch jetzt in zusammensetzung verwenden, z. b. kapitain-luitenant,
generalleutenant. auch bei uns noch im 17.
jahrh., in versen und gehobnem ton, als feldherr: ihr secht, ich bin ein tapfrer held, eîn kapitain im freien feld. Opel
u. Cohn
30jähr. krieg 420. 22)
aber auch auszer dieser bezeichnung der spitze hat das fremdwort im kriegswesen breitesten boden gewonnen seit dem 17.
jahrh., theils im anschlusz an das vorige, theils als begriffswort für sich zur bezeichnung des obersten oder allgemeinen; übrigens tauscht da general
noch im 17.
jahrh. eine zeit lang mit obrister. 2@aa)
generalleutenant, eig. der stellvertreter des generals, wie schon in der kriegsordnung um 1535
dem obersten veldhauptman
ein oberst leutenant
folgt (
d. h. als generalleutenant),
den reuterhauptleuten
ebenso der reuterhauptleut leutenant Mones
anz. 8, 301;
auch in dem kais. kriegsrechte von Maximilian II († 1576)
bei Böckler 339
heiszt es noch unser ober-lieutenant, obrist-lieutenant,
generallieutenant, und zwar vor dem feldmarschalk
genannt, es erscheint da noch kein 'general';
franz. umgekehrt lieutenant général (
nach capitaine général),
daher anfangs auch deutsch in dieser stellung: Tilly, der leutenamtgeneral. Opel
u. Cohn 30
jähr. krieg 66,
in einem liede von 1620.
sonst aber mit voranstellung von general,
die man aus dem 16.
jahrh. her bei generalconcil, generalmandat
u. ä. gewohnt war (
auch genitivisch admirals-lieutenant Fischart
klost. 10, 1066,
gleich vice-admiral 1065): herr von Rosenberg generaloberster (
d. h. general), graf von Thurn general-leutenamt.
zeitung von 1609
bei Opel
die anfänge der d. zeitungspresse (
archiv f. gesch. des d. buchh. 3.
th.)
s. 52; herr general leutenampt Arnheimb. 98, general leutenant 256; der general lieutenant, so auch zu zeiten die stelle des hohen kriegs-generalen zu verwalten hat, solle nicht weniger dann derselbe qualificiret .. seyn. Böckler
neue kriegsschule (1665) 46,
wonach die eigentliche bedeutung noch nicht verdunkelt, aber schon verblaszt erscheint. nun auch als hohe titelmäszige heereswürde, z. b. fürst Bismarck ist generallieutenant,
beispiele vom j. 1701
s. u. 1,
d, β aus Besser.
uns wird das verständnis oder gefühl dafür gestört durch das heutige einfache leutenant, unterführer in einer compagnie,
d. h. eigentlich '
hauptmann-leutenant' (
das wol auch in gebrauch gewesen sein musz),
sein stellvertreter, als welcher noch jetzt der premierleutenant
bestellt ist (
im 17.
jahrh. s. Brunner zu Möhner 57).
die kürzung gerade bei dieser stelle begreift sich aus der übergroszen zahl dieser stellen in der armee, schon bei Böckler 44
einfach lieutenant,
d. h. nur einer: der lieutenant zu pferd, wie auch zu fusz, commandiren die compagni, wann der rittmeister, hauptmann oder capitain nicht zur stelle sein. 62. 2@bb)
generalmajor, jetzt die nächste würde nach dem generalleutenant,
franz. major général. 2@b@aα)
im 17.
jahrh. z. b. als führer eines corps (corpus): wurde verordnet, dasz alle 30 compagnia (
spanisch) unter dem commando des fürsten als general major seien. Möhner 56 (
im j. 1651),
d. h. es wird damit für ihn in der spanischen armee aus den deutschen hülfstruppen ein teütsches corpus
gebildet; bei Böckler 37
ein general major oder wachtmeister zu pferd
und ein general major oder wachtmeister zu fusz,
zwischen dem general feld-marschalks lieutenandt (zu pferd
und zu fusz)
und dem general kriegs-commissarius
genannt. bei Aler 895
a general-major,
supremus vigiliarum praefectus. 2@b@bβ)
der deutsche name war nämlich general wachtmeister, wie ihn auch Böckler 42
nennt, die general majors oder general wachtmeister, sowol zu pferd als zu fusz 51: unter dem general-wachtmeister von Altringen.
Simpl. 3, 221, 25
Kz.; dieser ist general-wachtmeister gewesen, ein officierer ganz auserlesen. Opel
u. Cohn
30jähr. krieg 420,
während da obrister-leutenamt
noch für generalleutenant steht, gleich nach dem feldherrn genannt. noch im 18.
jahrh. generalwachtmeister
gleich generalmajor Ludwig 738.
in der kriegsordnung von 1535
einfach wachtmeister (der reuter
und der knecht),
aber nach dem quartiermeister
genannt, s. Mones
anz. 8, 301.
bei Möhner
gesteigert ein obrist wachtmeister
als vigiliarum supremus praefectus s. 69,
vergl. 52,
aber unter den hauptleuten von des fürsten regiment (
d. i. jenem deutschen corps),
der selbst spanischer generalmajor
war, sodasz sich beide nicht mehr decken. bei Böckler 43
fg. im regimentsstab ein major oder obrist wachtmeister (zu pferd
und zu fusz),
nach dem obristen lieutenant
und vor dem quartiermeister. 2@b@gγ)
wie major selbst vom spanischen mayor
entnommen ist (
auch das franz. major,
lat. major
ist ja franz. majeur),
so möchte man auch für generalmajor
spanischen ursprung vermuten, zumal es dort als spanische kriegswürde erschien; aber die span. wbb. von heute geben dafür mariscal de campo (
feldmarschall).
schon altspan. mayor
war übrigens ein hohes kriegsamt, neben dem feldhauptmann genannt: quando vio Dario, que sus cabdillos e los mayores de su conpanna eran perdidos .. Knust
mitth. aus dem Escurial 440 (
s. 442. 444
dafür mayorales),
im lat. texte das. capitanei et magnates sui exercitus;
bemerkenswert dabei compaña,
statt compañia,
noch für das ganze heer (
wie hauptmann
urspr. der feldherr). Ducange
gibt unter capitaneus generalis
ein gleichbedeutendes major capitaneus
aus einer ital. quelle des 13.
jahrh., wo denn major
als das erste steigerungsmittel erscheint, unserm ursprünglichen oberst
entsprechend, wie nachher general (1,
h, β.
γ),
sodasz generalmajor
eigentlich unserm generaloberst
entspräche. das mayor
als steigerungsmittel hat gerade in Spanien besonders reiche anwendung erfahren, vergl. u. generalstab
e, γ. 2@cc)
die andern eigentlichen kriegsämter, die Böckler 38
aufführt als hohe officirer in der generalität oder unter dem general-stab (
auch oberste und general-officirer 462),
sind der general kriegs-commissarius,
der general quartiermeister, general proviantmeister, general wagenmeister, general adjudant, general auditor, general gewaltiger;
in jener kriegsordnung von 1535
ist das general
noch durch oberst
vertreten oder fehlt ganz, wie beim quartiermeister, wagenmeister,
worin eben meister
das nötige aussprach (
wie eig. auch in rittmeister, wachtmeister). 2@c@aα)
der erste heiszt auch kurz general commissarius Opel
zeitungspresse 201, Opel
u. Cohn 30
jähr. krieg 420, Böckler 52,
wo sein schweres amt beschrieben wird (
bezahlung der völker, musterung, den eid zu empfangen u. dergl.),
vollständig generalkriegscommissarius
schon im 16.
jahrh. bei Fischart
kloster 10, 1082 (mustercommissarius Mones
anz. 8, 167. 174
vom j. 1583),
im 18.
jh. general-kriegs-commissar Besser 554
ff.; vgl. kriegscommissarius.
ein general-commissarius,
supremus annonae praefectus Aler 895
a muzz dem verwaltungswesen überhaupt angehören, er gibt aber auch einen general-feldweibel,
structor supremus legionum. 2@c@bβ)
der generalquartiermeister,
im j. 1535
noch einfach quartiermaister (der reuter
und der knecht) Mones
anz. 8, 301,
wie der generalwagenmeister
das. einfach wagenmaister,
der generalproviantmeister
aber der oberst proviantherr,
bei Böckler 59
auch oberproviantmeister,
der erste, bei Möhner 89 general quartiermaister (regiments quartiermaister 93),
noch jetzt im deutschen heer, hat bei Böckler 52
fg. nicht blosz das quartierwesen für die ganze armee, sondern auch das gesamte festungs- und belagerungswesen unter sich, dazu '
die situation eines ganzen landes',
in dem der feldzug stattfindet, zu studieren und '
dem feld- und kriegsherrn darvon communication und nachricht zu geben',
wozu er unter seinen zwei lieutenanten
einen ingenieur
zur seite, auch sonst ingenieurs
und conducteurs
in seinem dienst hat (42. 53).
später ein besonderer general-ingenieur,
in Preuszen im j. 1709 Besser 593,
er hat da für die festlichkeiten bei der vermählung des königs die schaubühne zu bauen. 2@c@gγ)
der generaladjutant,
im unmittelbaren dienst des generals und generalstabs, z. b. als bote: solches haben die spanische generales hoch empfunden und noch disen abent den general adjutanten zuem fürsten geschickt, dasz er morgens frue zue dem erzherzog .. sich verfügen solle. Möhner 89.
er ist eben auch urspr. spanisch, daher bei Böckler 38 general adjudant (
doch adjutant
im regimentsstab 40),
span. ayudante general,
daher auch franz. adjudant
und adjudant général
neben aide de camp, aide-major général.
jetzt auch generaladjutant
des kaisers, königs, fürsten, auch im täglichen hausdienst. 2@c@dδ)
dem gerichtswesen im felde dienen der general auditor (
span. auditor general), general gewaltiger
u. a.: der general auditor hat die justitz und was dero anhängig zu verwalten. Böckler 54, als des feldmarschalln statthalter in rechtsachen 463 (auditor
im regimentsstab 40): denselben abend, als wir uns kaum gelägert hatten, ward ich zum general-auditor geführet. der hatte meine aussage samt einem schreibzeug vor sich
u. s. w. Simpl. 1, 215
Kz.; dergestalt wanderten er (
der rumormeister) und seine bursch mit mir neben den regimentern daher, der meinung, mich dem general-auditor oder general-gewaltiger zu überliefern. 212, 8; die rumormeister und general-gewaltiger. 407, 21,
daneben noch mit dem deutschen namen unser regimentsschultheisz 212, 22, Böckler 43;
jetzt franz. general-auditeur,
schon bei Besser 352.
bei Aler 895
a auch ein generalfeldrichter. 2@c@eε)
der generalgewaltiger,
generalprofos, dessen amt Böckler 58
fg. beschreibt (
s. auch 468
ff.),
hat da die polizeiliche oberste gewalt im feld und lager, mit einem beschränkten rechte, selbst zu strafen, bemerkenswert z. b.: auszerhalb des lagers hat er macht zu streifen mit seinen reutern .. wann jemand gewalt geschehe, dasselbige zu verhüten. 58; dasjenige, was in feindes land geraubt ... nimbt er wiederumb ab und verschaffts den jenigen so es gehört.
das. noch im 18.
jahrh.: damit während dem marche durch die zur bagage gehörigen knechte und bediente in den dörfern nicht geplündert werde, hat der general-gewaltiger alle, so auszer dem zug angetroffen werden, alsogleich aufhenken zu lassen. Schmeller
bayr. wb. 4, 73
aus der bair. infanterieordnung von 1754,
ebenda gewaltiger
als regimentsprofos; man hat im kriege einen weit kürzern procesz .. ja die noth steigt oft so hoch, dasz man das recht über leben und tod zu erkennen, und das erkänntnisz auf der stelle zu vollstrecken, dem generalgewaltiger überläszt. Möser
patr. phant. 2, 7.
in jener kriegsordnung um 1535
heiszt er oberster über alle provosen, vom obersten provosen ampt Mones
anz. 8, 301.
auch noch bei Böckler 468
handelt ein titel im schwedischen kriegsrecht vom ampt des obristen profosz oder general-gewaltigers und der regiments-profoszen,
aber auch regiments-gewaltiger 461;
doch auch general profosz 42.
jetzt gibt es das amt nicht mehr. 2@dd)
in der generalität oder dem generalstab sind auszerdem bei Böckler 38 der general vicarius oder superintendent (
d. h. ein kath. oder protest.),
wie im regimentsstab ein caplan oder feldprediger (Möhner 96
nennt sich caplan major), der general secretarius sampt der kriegscanzley
und der general feldmedicus sampt dem apotheker und feldscherer,
s. 42 general staabs feldscherer.
ein generalchirurgus der preuszischen armee Zimmermann
über Friedrich d. gr. s. 290.
jetzt generalärzte,
bei jedem armeecorps einer. 2@ee)
der generalstab, den die genannten '
hohen officiere'
bilden, stammt aus dem 17.
jahrh., gleichfalls, wie es scheint, spanischen ursprungs. 2@e@aα)
er erscheint bei Böckler 37
ff. schon völlig entwickelt (
s. das vorige),
daneben auch ein artigleria-stab 38, proviantstab 39, regiment-stab zu pferd
und zu fusz 40,
s. auch 98
ff., vom general-stabe
im schwedischen kriegsrecht 463
ff.; von einem regimentsstab, personen vom stab,
s. Simpl. 3, 108
Kz. jetzt auch generalstab
eines armeecorps, einer division neben den regimentsstäben, über allen der grosze generalstab.
dazu generalstabschef, charge, officier, quartier, generalstabskarte
u. a., auch general-stabswissenschaften.
bei Böckler 38
auch ein generalstabs furier.
auch nl. generale
oder algemeene staf
und einfach staf,
wie engl. staff,
dän. schwed. generalstab. 2@e@bβ)
was aber das stab
eigentlich ist? im j. 1651
erscheint ein hofstab des markgr. Leop. Wilhelm von Baden als führers eines deutschen hülfscorps in den Niederlanden, eben in dem hofstab Möhner
selbst als feldcaplan, wie ein solcher sonst dem regimentsstab angehört (
s. d, das deutsche corps wird als regiment
behandelt, Möhner
nennt sich caplan major 96): die völker campirten vor der statt .. der fürst aber, der obrist leutenant, obrist wachtmaister und was wir bei des fürsten hoffstab gewesen (
d. h. wir alle vom h.), wurden in einem wirtshaus ... tractiert.
reise 53; der fürst begabe sich mit seinem hoffstab in das dorf L. (
ins quartier). 57; mit dem hoffstab kamen wir in ein dorf ... 58 (
auch suite
genannt 36).
derselbe aber heiszt auch hofstat: raiseten wir mit halben hoffstat auf Mercheln. 60,
auch halb spanisch hoffstado 68,
mit aufzählung der ihm angehörenden, es sind fast nur adeliche herren, doch keine officiere, wie es scheint, die dann für sich folgen, obwol s. 60 hoffofficiers
des fürsten vorkommen, die da, d. h. der hofstab,
reichlich beschenkt werden von den ständen der landschaft '
wegen gehaltener guter ordnung',
d. h. von seiten der soldaten, über die sie also zu gebieten hatten. daneben selbst als fem.: die hofstatt des fürsten war damalen (
folgen die angehörigen). 29; der fürst name mit seiner hofstat quartier in dem haus
u. s. w. 62; ich aber dorft nit von der hoffstat bleiben. 63,
so sehr war die form im schwanken und suchte festsetzung. dieser tausch von stab
und stat
aber ist danach in der zeit auch für den generalstab denkbar, jener hofstat
aber musz wol dem fürsten zugleich als stab
gedient haben (
vergl. wir bei dem stab
unter γ),
was Möhners
verwechselung erklären würde, die doch wol aus der rede seiner umgebung stammt. 2@e@gγ)
spanisch heiszt er wirklich '
staat', estado mayor,
danach auch franz. état-major (
vergl. b, γ),
es wird eben von haus aus ein spanischer begriff sein; franz. wird übrigens nun unterschieden corps d'état major
im heutigen sinne und état-major-général
im alten sinne, die generale und marschälle der armee in gesamtheit, also wie generalstab
im 17.
jahrh. man musz das span. mayor
bei der übernahme durch das schon geläufige und sachentsprechende general
ersetzt haben, wie man es im franz. wenigstens hinzufügte und wie z. b. dem caplan major,
wie sich Möhner
nennt, gewiss eigentlich spanisch (
wie sein 'hofstado'
vorhin),
der generalvicar
als oberster feldcaplan entspricht (
s. d),
span. wol capellan mayor (capellan
schlechthin heiszt auch feldcaplan). 'generalstaat'
aber war nicht brauchbar wegen der bedeutung, die das wort schon für die Niederlande hatte (
s. 4,
c),
damals auch in Deutschland viel gebraucht. der tausch von staat
und stab
endlich, wie er in dem hofstat
und hofstab
vorliegt, fand seinen anhalt einmal in ähnlichen einrichtungen bei hofe, z. b. in Baiern bei Schmeller 3, 601
der oberst-hofmeister-stab, oberst-kämmerer-stab, oberst-marschall-stab,
die hofmeisterei, kämmerei als behörden im hofdienste, wie jener hofstab,
anderseits in der vorstellung des feldherrn- oder commandostabes (
auch der kämmerer
bei hofe führte einen stab, mhd. kamerstap),
wie noch Rädlein 355
a generalstab
geradezu und nur als bâton du commandement gibt, Frisch 2, 313
b 'stab
im krieg'
als commandostab des feldherrn. zu dieser vorstellung stimmt denn auch die verbindung mit unter
oder bei,
jenes z. b. bei Böckler 38 hohe officirer unter dem general-stab (
neben in der generalität,
s. c),
dieses noch jetzt gebraucht, officier beim generalstab
und schon bei Möhner 52,
wenn er 'wir bei dem stab'
sagt für den hofstab,
wie wir bei des fürsten hofstab 53: commissarios ... welche den fürsten empfangen ... uns bei dem stab wol tractiert und umb verschonung der unterthanen in dem durchzug gebeten haben,
worauf also auch der hofstab
oder stat
einflusz hatte. diesz unter
oder bei
ist wie unter
oder bei der fahne,
der commandostab in der hand des feldherrn mag aber eigentlich zugleich ein abgekürzter vertreter der fahne sein, die er ursprünglich selbst führte als '
heerführer' (
vergl. 1,
d, δ),
wie das noch Friedrich d. gr. in der schlacht bei Zorndorf vorübergehend gethan hat. 2@ff)
ferner generalcommando,
eig. oberbefehl: obrister Wend von Cratzenstein, so nach tödtlichem abfall des feldmarschalks Kniphausen über seine troppen das generalcommando geführt. Opel
zeitungspresse 188,
vom j. 1636.
jetzt ein generalcommando
der einzelnen armeecorps, auch örtlich gefaszt, in Baiern z. b. das generalcommando München,
ein generalstabschef
beim generalcommando Augsburg
u. ä. auch generalbefehl
oder ordre
im einzelnen falle, im 17.
jahrh.: der general secretarius, dessen ampt ist alle general befehl und ordre aufzusetzen. Böckler 55. generalordonnanz,
anordnung die von der generalität ausgeht: ein rittmeister ... und ein haubtmann ... welche von dem fürsten als (
d. h. immer) general ordinanz abgeholt haben. Möhner 55, ordinanz 49,
span. ordenanza. 2@gg) generalartikel
plur., allgemeine kriegsartikel (
s. d.): damit unsern general-artikuln desto ehe gehorsamlich nachgelebet werde. Böckler 472
aus dem schwedischen kriegsrecht. auch vom letzteren: soll der general gewaltiger .. an das ober-gericht oder general kriegs-recht appelliren. 463,
ebenso. generalkriegscasse,
z. b. in Preuszen: will ich (
Friedr. d. gr.) euch zu friedenszeiten eine jährliche pension .. auf die general krieges casse anweisen.
kön. patent bei Zimmermann
über Friedrich d. gr. 149,
wie im verwaltungswesen generalcasse
eines kreises o. ä.: und beweiset .. höchstens nur, dasz alle generalcassen und generalaufseher mehr hintergangen werden, wie andre ehrliche leute. Möser
patr. phant. 2, 179. 2@hh) generaltreffen Weber 342
a,
haupttreffen, entscheidende hauptschlacht: der heerführer der schwäbischen musen, hr. Stäudlin, gürtet sein schwerd, um dem ganzen unschwäbischen Teutschland ein generaltreffen zu liefern. Schiller II, 377, 15.
vorher geht ein generalrendezvous,
im 17.
jahrh.: das keyserische volk reyset in Böhmen auf den Weiszen berg, general randevous zu halten. Opel
zeitungspresse 256,
in einer zeitung von 1634,
in einer andern das. generalmusterung
genannt; warteten die 2 regiment auf der wiesen bei Diest auf uns und wurde general randivous gehalten. Möhner 56 (randivous 54
u. ö.); auf dem general rendevous, als wir vor Regenspurg ziehen wolten.
Simpl. 3, 115, 31
Kurz (
Cour. 22).
das zweite auch im frieden: den 27. juni (1583) ist eine general-musterung durch ganz Pommern .. gehalten
u. s. w. Wedel
hausbuch 288,
an drei verschiedenen stellen, durch die fürsten selber, wegen der rossdienste,
generalmusterung der lehnpferde 571;
noch jetzt von zeit zu zeit in den casernen eine generalmusterung,
zur prüfung des allgemeinen zustandes. generalrevue,
vor dem kriege: endlich gedieh es (
die kriegsvorbereitungen) zur generalrevüe, und da giengs zu und her, dasz diesz ganze büchelgen nicht klecken würde, das ding zu beschreiben. Bräker
der arme mann im Togg. 138,
er versucht es doch, zuletzt aber: ich müszte ein narr sein, wenn ich glaubte, hier eine preuszische generalrevüe beschrieben zu haben. 139. generalmarsch,
totius exercitus expeditio Stieler 1247,
allgemeiner aufbruch, generalmarsch blasen;
auch kurz generale schlagen Weber 342
a,
franz. battre la générale (
nämlich marche).
endlich generalsturm, generalis assultus Aler 895
a,
allgemeiner und hauptangriff im sturm: der generalsturmb (
auf Magdeburg 1631) hat sich den 20. may morgens zwischen 7 und 8 uhrn angefangen, und haben die statt umb 10 uhr erobert. Opel
zeitungspresse 224; den sechsten (
tag) wagte man einen generalsturm (
auf Thionville). Schiller 1100
b;
bildlich: ich musz also einen sturm wagen (
auf ihr herz), einen generalsturm. Lessing 2, 445,
im munde eines soldaten; ich steckte ja (
wenn ich das mittheilen wollte) die stadt in kriegsflammen und läutete mit meiner Türkenglocke generalstürme .. gegen den hof .. ein. J. Paul
paling. 1798 1, 56.
nach sturm und sieg aber auch generalpardon,
pardon général, general-frieden
Pasquini staatsphant. 141, general-friedens schlusz 118 (particulier-frieden 116). 33)
im kirchenwesen, weit älter als im kriegswesen. 3@aa)
auch hier als subst., und zwar schon im 13.
jahrh., im sog. buch der rügen, aus der feder eines klerikers, der das leben der '
prälaten'
rügt: eʒ sî prôbest oder abt, prior oder gardîân, custer oder dechân, minister oder generâl, swie si heiʒen über al (
überhaupt), ir gebietet wundervil, des iwer keiner tuon wil. Haupt 2, 56,
in der lat. vorlage in dem cap. ad praelatos generaliter
s. 21
ist leider nichts entsprechendes, sie werden allgemein mit patres
angesprochen; es sind doch wol schon die häupter der mönchsorden gemeint, lat. generalis,
im gegensatz zum provincialis,
doch auch mit verschweigen eines subst. dabei; im 14.
jahrh.: auch stunt zu Munchen ein general, der uberste uber parfuszen orden.
deutsche chron. II, 346, 10.
noch jetzt ordensgeneral,
z. b. general von den minderen brüderen,
primas Minoritarum Henisch 1493,
d. h. nach dem nl. generael
u. s. w. Kilian 684
a.
bei Aler 895
b general eines geistlichen ordens,
generalis etc. jesuitengeneral
u. ä. 3@bb)
selbst generalissimus (
vergl. 1,
d),
wenigstens in einer absonderlichen anwendung, spanisch, wie Albertinus
der welt tummel- und schauplatz 385
anführt, von bettlern und landstürzern, die durchstreichen alle länder auf und nider .. und haben (inmaszen ich in einem sonderbaren werklichen spanischen buch gelesen) einen sonderbaren generalem oder generalissimum
u. s. w., er ist ein feiner exemplarischer prälat, friszt ein ganzes kalb auf ein einziges mahl
u. s. w., also als prälat
in seinem orden, wie u. a kirchlich; zur sache vergl. den gaunerkönig, bubenkönig
u. ä. unter könig 8,
zum letztern auch Laurent
Aachener stadtrechnungen 430
b.
ähnlich doch bei uns eine generalin der zigeunerinnen, im 17.
jahrh., die landstörzerin Courage erzählt: ich wurde (
als zigeunerin) in kürze so perfect, dasz ich auch vor eine generalin aller ziegeunerinnen hätte passiren mö
gen. Simpl. 3, 134
Kz. (
Courage 27),
es musz wol danach auch einen general der zigeuner
gegeben haben, allerdings ins soldatische übersetzt, wie vom leutenant
der zigeuner 133, 23
die rede ist. auch einen studentengeneral gab es, der damit zusammenhang haben könnte, falls er in die zeit zurückreicht, wo die universitäten als kirchliche anstalten galten. Gottsched
vern. tadlerinnen 2, 100
im 13.
stück vom j. 1726,
das vom schlemmen der studenten handelt (nasse brüder
s. 99),
erwähnt von Günther
einen glückwunsch, den er an den Jenischen studenten-general gemacht,
bei Günther
selbst s. 797
ff.: als des herrn generals von dem handfesten regimente jungfer tochter hochzeit hielte (
wonach also die würde auch über die universitätszeit hinaus dauerte), im nahmen derer zum general-stab gehörigen officirer gedruckt,
am schlusse unser general,
auch der general von unsern trouppen,
also ganz ins soldatische übersetzt, wie die schlemmer des 16.
jahrh. ihr thun ins ritterliche übersetzten (
s. kannenritter,
auch u. gefäsz 3,
b);
im 15.
jahrh. erscheint ein episcopus
der bursenschuler,
d. h. studenten, den sie unter sich wählten, s. Germ. 17, 187 (
vergl. kinderbischof),
wonach auch die nachahmung des ordensgenerals als das ursprüngliche denkbar ist, wie da vom burschen-
oder studentenorden
die rede war. 3@cc) generalvicar
und generalsuperintendent,
beide im 17.
jh., im generalstab als oberste feldgeistliche, kath. und lutherisch, s. 2,
d, generalvicar
aber kath. auch als vertreter des bischofs oder eines anderen geistlichen oberen in geistlicher verwaltung (
franz. vicaire général); Christ. Cornerus, theologiae doctor, generalsuperintendens in der mark Brandenburg. Wedel
hausb. 354,
im j. 1593; lieber bruder, der herzog bedarf eines generalsuperintendenten
u. s. w. Göthe
an Herder 1775,
d. j. Göthe 3, 122; Herder hat den ruf als generalsuperintendent angenommen. 135,
dann auch in der bequemeren sprechform des lebens: Herder wird general superndendt. 137 (
an Lavater),
wie schon im 16.
jahrh. superendent Kiechel
reisen 107.
in der griechisch-kath. kirche generalabt
archimandrit. 3@dd)
generalbeichte, confessio generalis (
z. b. im 14.
jh. Müllenhoff
u. Scherer
denkm. 533, 2.
ausg. 619),
z. b. beim eintritt ins kloster abzulegen: also werdet ihr euch über mich wundern, wann euch die zeitung von dieser meiner haupt- oder general beicht zu ohren kommt.
Simpl. 3, 10
Kz., Courage nennt ihren erzählten lebenslauf so; eben derselbe (
mitschüler) verleitete mich auch, ihm meine generalbeicht sehen zu lassen, wofür er mir die seinige zu lesen gab. diese beicht war eine eigene einrichtung der jesuiten, sie diente theils dazu, ängstliche gemüther, die in den vorigen beichten etwas verschwiegen zu haben befürchteten ... durch ein neues allgemeines bekenntnisz aller begangenen sünden zu beruhigen, theils die jungen leute von grund aus kennen zu lernen. wer eine generalbeicht ablegen wollte, schrieb seine vergehungen ... auf einige blätter, las sie, im zimmer des beichtvaters kniend, verständlich ab, und bat um die lossprechung. Fr. X. Bronners
leben 1, 221
fg.; da Friedrich .. keinen anklang für seine possen in der gesellschaft fand, sagte er .. weil mir, unter solchen bedenklichen umständen, sogleich meine sämmtliche sündenlast schwer auf die seele fällt, so will ich mich kurz und gut zu einer generalbeichte entschlieszen. Göthe 20, 224 (
W. Meisters lehrj. 8, 6); ich fühlte mich, wie nach einer generalbeichte (
nach dem Werther), wieder froh und frei und zu einem neuen leben berechtigt. 26, 227 (
aus m. l. 13);
auch ein gedicht in den geselligen liedern (lasset heut im edeln kreis)
heiszt generalbeichte. 3@ee) generalcapitel
bei geistlichen orden, allgemeine versammlung (generalcapitul Weber 342
a),
schon um 1400: in diser selben zit (1395) da hatten die barfuszen zu Collen ein generalecapitel.
Limb. chron. 89, 13
Wysz, d. i. generale capitulum
etwas deutsch gemacht (
s. 6,
b).
generalconcil, allgemeine kirchenversammlung, concilium generale
z. b. im 13.
jahrh. Haupt 2, 11,
im 15.
jahrh. noch halb deutsch ein gemein concilium,
vorher auch ganz deutsch ein gemein rat (
s. gemein 2,
d, γ),
im 16.
jh.: domit ein einhelliger gleichmesziger verstand in dem christlichen glauben gemacht, auch frid und einigkeit in deutscher nation .. erhalten werd, so haben wir (
der kaiser), auch churfürsten, fürsten und stend solchs nit fruchtbarer ... zu geschehen ... befinden mögen, dann durch ein frei general concilium oder aufs wenigst national versamlung.
reichsabschied von Speier 1526,
reichsordn. 1539 130
a (national concilium Luther 8, 209
b,
s. gemein
a. a. o.); das alles wir, obgemelte straf zu vermeiden, zwischen hie und des nechstkünftigen general concilij entscheids, also genzlich gehalten haben wöllen. 157
b,
reichsabschied Augsb. 1530; vor 17 jahren hat der hochgelehrt herr E. Anhart von Gräz .. ain general-consilium (doch unberufen zu Trident) podagricum inn truck gefärtiget. Fischart
kloster 10, 652; ein general concili
dess. bienenk. 1588 42
a (consilium
auch Keisersberg
emeis 21
d). generalsynode,
im unterschied von der provincialsynode. 3@ff)
eine allgemeine und general-reformation der ganzen weiten welt
Cassel 1614
wird J.
V. Andreae
zugeschrieben (
nach einem Italiener Boccalini, s. im quellenverz. zum 1.
bd.); Keisersberg
handelt in der emeis 21
d ff. von einer notwendigen gemeinen reformacion der ganzen cristenheit,
an der er verzweifelt; vergl. general
und gemein
so gleich u. 4,
a. 44)
im reichs- oder staats- und verwaltungswesen. 4@aa)
generalmandat, mandatum generale, eine alle angehende mittheilung, anordnung u. ä.: bemelte furstliche durchlaucht hat irem gericht Ernberg, Petersberg
u. s. w. offentlich general mandat gefertiget, darinnen dieselbigen inen verkünt
u. s. w. Baumann
qu. zur gesch. des bauernkr. aus Oberschwaben 452 (
hs. mandiert); auf heut .. mittag ist ain general mandat von königlicher majestät in den umbligenden flecken .. den underthanen verkündet worden (
zur rüstung gegen die Türken). Schertlin
br. an die stadt Augsb. 6.
es steht da für das altheimische gemein, das auch noch im 16.
jahrh. damit gesellt erscheint: und (
da) in solchem wollenkauf (
wollgeschäft) nit wol ein gemein general durchgehend constitution und satzung, die in allen orten statt haben und gehalten werden kundt, aufgericht .. werden mag.
reichsabsch. 1566 39
b,
vgl. 39
a gemeines reichsmünz edict und ordnung. 4@bb)
merkwürdig aber schon im 15.
jh. auch subst. ein general
n., noch mit gemein
verstärkt und verdeutscht, wie eben vorhin: am 24.
märz 1444
erläszt der Augsburger rath ein allgemeines ausschreiben, ain gemain generâl,
an fürsten, herren, städte und landgemeinden. Augsb. chron. 2, 99
anm. 3.
die kürzung von generale,
das wieder aus generale mandatum
gekürzt sein musz, weist sogar auf schon längeren gebrauch, das blosze generale
musz schon in der zeit des canzleilateins entwickelt sein. noch im 18.
jahrh. bei Schmotther 2, 637 ein generale,
allgemeine landesherrliche verordnung, und noch jetzt span. un general. 4@cc)
im 17.
jahrh. und länger ist auch bei uns viel von den niederländischen general-staaten die rede; im preuszischen hofstaat bei der königskrönung 1701
z. b. ein herr von Tettau, sr. maj. hauptmann zu Angerburg und general-feld-zeugmeister der herren General-staaten Besser 466.
es wird selbst auf ähnliche staatsverhältnisse anderwärts übertragen: general-staaten in Griechenland (Holland
etc.),
Amphictyones, commune concilium. Aler 895
b.
nl. vielmehr umgekehrt staten-generaal,
d. h. nach franz. états généraux,
in vollem titel im 18.
jh. de Heeren Staaten-Generaal der vereenigde Nederlanden.
es sind eigentlich, deutsch zu reden nach altem reichsstil, die gemeinen stände,
was den états généraux
entsprach (
s. gemein 3,
g, β),
dann vom ganzen '
staat'.
dazu adj. generalstadisch,
im 17.
jh.: H. Bilderbecken, general-stadischen abgesanten in Teutschland. Weckherlin 566. 4@dd)
vielfach von beamten, die einem ganzen bezirk oder bereich angehören, z. b. generalpostmeister, seit 1595
titel der grafen Taxis als erblicher inhaber der reichspost, s. z. b. Opel
zeitungspresse 82
vom j. 1627 (
auch erbgeneralpostmeister 86,
später noch völliger reichs-general-erbpostmeister),
nun im neuen reich für Stephan verwendet. generalaufseher Möser
phant. 2, 179 (
s. u. 2,
g),
nun veredelt und verfeinert generalinspector
oder noch feiner 'generalinspekteur',
z. b. des ingenieur-korps (
der deutsch-franz. krieg 1870—71
Berl. 1874 I, 1,
anh. s. 28). generalgouverneur
von provinzen, colonien u. ä., zugleich ins militärische greifend (generalgouvernement), generalstatthalter. generaldirector
z. b. von königlichen museen, hoftheatern, staatseisenbahnen, generalintendant
königlicher bühnen. generalbevollmächtigter
z. b. einer partei bei wichtigen rechtsverhandlungen o. ä. (
mit generalvollmacht). generalconsul
als höchster rang unter den consuln. general-commissarius,
supremus annonae praefectus Aler 895
a, general-fiscal,
supremus fisci procurator das., generaleinnehmer,
receptor generalis Henisch 1493,
franz. receveur général.
in der Schweiz ein eidgenössischer generalanwalt,
staatsanwalt, engl. attorney general. 4@ee)
von ämtern und amtsgeschäften, wie generalinspection, generaldirection, generalrevision
u. a.; die general-polizeidirektion hat mit mir kommunizirt. Göthe
an Karl Aug. 1, 17 (1781); general-accise,
reditus ex rebus promercalibus generales, auch general-accis-director, general-accis-rath Weber 342
a. generaldepartement
bei der regierung, abtheilung welche die allgemeine verwaltung der landesangelegenheiten hat, im unterschied von den einzelnen kreisämtern u. ä.: die herrn beim generaldepartement mögten gern alles ... auf einfache grundsätze zurückgeführet sehen. Möser
p. phant. 2, 15; allgemeine polizeyordnungen, allgemeine forstordnungen, allgemeine gesetze über handel und wandel
u. s. w., wenn sie dem generaldepartement zur richtschnur dienen sollen, um die vorschläge, berichte und ausrichtungen der localbeamten darnach zu prüfen
u. s. w. 18,
auch generaljustitzdepartement 17, general- forst- oder markenordnung 19, generalverordnungen und gesetze 21. 55)
auch in andern lebensgebieten, fast überall. 5@aa)
z. b. im bücher- und schriftwesen, gelehrtenwesen u. ä.; im 16.
jahrh. z. b. generalchronik,
allgemeine: den ersten ... teil derselben (
der ihm vom churfürsten aufgegebnen meisznischen chronik), in welchem eine allgemeine oder general chronick des Meiszner landes ist. P. Albinus
meisznische land und bergchronica Dresd. 1589
vorr. ij
a;
die ereignisse der völkerwanderung nennt er general verenderungen und wanderschaften der deudschen völker
u. ä. (
s. das register). generaltitel
für mehrere zusammengehörige schriften mit specialtiteln, general-
und specialregister
u. ä. generalrisz,
allgemeiner ab- oder aufrisz, z. b. für gebäude, parkanlagen u. ä., bildlich: man findet aus diesem generalrisz des stücks (
der räuber), dasz es an wahren dramatischen situationen ungemein fruchtbar ist. Schiller II, 357, 17.
geographisch general-
und specialkarte.
auch general-satz,
thesis, propositum Aler 895,
als gegensatz hypothesis, die sach in particular,
eig. bei disputationen. 5@bb)
im musikleben generalbasz, it. vielmehr basso continuo (
doch auch basso principale
oder generale),
eig. die notierte baszstimme die zugleich den gang der harmonie des ganzen andeutet, daher dann als inbegriff der regeln der harmonielehre überhaupt; es erscheint im 17.
jahrh. neben bassus continuus,
z. b. im j. 1675
eine manuductio zum generalbasz
von Fabricius;
anfangs und noch im 18.
jahrh., in dem es erst durchdrang neben dem ital., auch in erster bed., als stimme oder tongang für sich: wie kunte das mensche schöne singen und mit der leyer den general-bass so künstlich darzu spielen.
Schelmufsky 1, 126; nichts kan wol hölzerner klingen, als einen schlechten (
einfachen) general-basz solo zu spielen, ja wer sich nur eine idée davon macht, musz lachen. Mattheson
exemplarische (
mit beispielen ausgestattete)
organisten-probe im artikel vom general-basz u. s. w. Hamb. 1719 1, 8; das hauptwesen des general-basses kömmt auf das acompagnement einer singenden stimme an (
hinaus)
u. s. w. 2, 142,
er heiszt auf dem titel auch die hauptwissenschaft des claviers,
wird auch noch kurz basz
genannt, z. b.: es (
das öftere anschlagen einerlei griffe,
das viele spieler lieben) macht ein grosz geräusch und verdirbet die melodie des basses, als welche vor allen andern deutlich musz vernommen werden. 2, 13.
doch auch noch it. in der zeit, wie z. b. Mattheson
vorber. 1
aus Kuhnau († 1722)
musikalischer quacksalber s. 513
anführt: im basso continuo darf kein organiste ohne schande stolpern.
vom ersteren dann auch eine grosze general-basz-schule
Hamb. 1719.
in der höheren bed. z. b. bildlich: wir sind (
jetzt) im handeln eben so unsicher wie im genieszen ... kopf stöszt sich an kopf, gefühl an gefühl, es ist eine welt von dissonanzen, die ihren generalbasz erst von der zukunft erwartet. Wienbarg
ästh. feldzüge (1834) 141.
auszerdem generalpause,
vorübergehendes allgemeines schweigen des orchesters, generalprobe,
hauptprobe, zu der alle mitwirkenden nötig sind. 5@cc)
im geschäftsleben z. b. generalbankerott,
bildlich: keinen einzigen groszen kerl mehr zu finden! seht ihr, wohin das gekommen! ein general-banquerott (
in der deutschen geisteswelt). Fr. Müller 2, 22. generalversammlung
z. b. von actiengesellschaften, zur entscheidung von fragen die alle angehen, schon im 17.
jahrh. eine general-zusammenkunft
der hexen Simpl. 1, 212, 30
Kz. (2, 26),
s. auch nationalversammlung
im 16.
jh. neben generalconcil
u. 3,
a, deutsch gemeine versammlung (
s. gemein 3,
e, β).
auf der versammlung z. b. eine generaldiscussion
im gegensatz zur specialberatung
u. ä. generalentrepreneur
und generalentreprise
bei groszen unternehmungen. generalagent
und agentur
z. b. im versicherungswesen, immer mit dem reiz des vornehm staats- und canzleimäszigen, nebst dem reiz des fremden, das ja mehr als deutsch ist. 5@dd)
auch vom alltagsleben ist das wort aufgenommen worden als steigerndes kraftmittel, wie erz-,
z. b. spitzbube
und ähnliches steigert man zu general-spitzbube,
wie erz-spitzbube,
und noch stärker er ist ein erz-general-spitzbube;
schon bei Campe
verdeutschungswb. 335
b generalwindbeutel,
erzwindbeutel. ähnlich ein capitalkerl, capitalschwein
u. ä. 66)
zur form und zum grammatischen ist noch zu bemerken: 6@aa)
als reines adj. für sich, was es doch eigentlich ist, geben rs zwar wbb. an, zuerst Henisch 1493 general,
allgemein, geneealis, universalis, es hat aber so nicht aufkommen können, obgleich es wiederholt versucht worden ist, z. b. im 16.
jahrh.: das concili wird nicht general oder oecumenicum darumb genant, das
u. s. w. Fischart
bien. 1588 42
a,
nach Marnix: het concilium en wort niet generael oft oecumenicum ghenoemt
u. s. w. byencorf 33
a; die Alemani und Franci sein fast zu einer zeit also berufen (
berühmt) worden, das man ihre namen gleich (
zugleich) als general von den deudschen völkern gebraucht. Albinus
a. a. o. 384,
wie Celtae, Germani
als 'general namen' der deudschen 17,
mit gegensatz besondere und eigene namen 20.
während diesz 'general name'
noch in unserem sprachgefühl seinen anklang findet, verschlieszt es sich völlig jenem adj. general.
ebenso befremdet es uns als adv., wie es doch im 18.
jahrh. Rädlein 355
a gibt (
aber nicht als adj.), general,
durchgehends, insgemein, gänzlich, z. b. man musz dieses general von allen wackern leuten sagen, dieses gehet general alle leute an, seine historie ist zu general geschrieben.
am befremdlichsten aber klingt, was das natürlichste wäre, general
als adj. mit endung, wie nl. im 16.
jahrh. een generale oft algemeyne concilium, de algemeyne end generale kercke gods Marnix
byencorf 33
a,
was doch Fischart
hd. nicht beizubehalten wagte, er setzt ein general concili, die algemeyne und general kirche gottes
bienenk. 42
a,
während noch im 18.
jh. z. b. ein niederl. lehrbuch der musik von Zumbach 1743
auch van den generalen bas
handelt (
s. 5,
b);
auch bei uns im 18.
jahrh.: eine generale regul musz hier beobachtet werden. Mattheson
a. a. o. 2, 4 (
neben general-verzeichnisz 87
u. a.),
wir verlangen da nun general-regel
oder, wenn es doch adjectivisch sein soll, generelle regel,
wie in den fällen bei Albinus
und Rädlein
generell für general;
auch folg. klingt uns nun befremdlich: sonst wird man blosz generale gesetze (die im allgemeinen gelten), aber keine universale (die allgemein gelten) haben. Kant
bei Campe
verd. wb. 335
b,
die feste gewohnheit verlangt nun generelle, universelle.
so ist general-
selbst kein adj. und doch auch kein subst., es ist ein grammatischer zwitter. woher diese starrheit? und dasz man, um sie nicht brechen zu müssen, lieber zu einer andern form griff, die es im heimatsgebiete des wortes, im lat., franz. u. s. w. nicht gibt? 6@bb)
die seltsame starrheit zeigt sich doch früh, schon im 16.
jh. in general concilium
und general mandat (
s. 3,
e und 4,
a),
das erste auch schon im gen. general concilii.
das sind zufällig neutra, lat. generale concilium
und generale mandatum,
vergl. aus dem 15.
jahrh. generalecapitel
für generale capitulum
u. 3,
e, so gestellt, damit der hauptbegriff nach deutscher art den ersten hochton erhielte; sie müssen in jener form auszer und dann auch in der canzlei gangbar geworden sein. allerdings tritt neben dem ersten auch schon national versamlung
mit auf im j. 1526,
aber diesz wie jenes fand anhalt an einer regel, die sich das deutsche sprachgefühl für die behandlung lateinischer adj. und subst. gebildet hatte, dasz man sie aufnahm mit abgeschnittner bat. endung, ohne ihnen als fremdlingen die deutsche zu gewähren; daher z. b. concili Berthold v. Chiemsee 6, 4, mysteri Fischart
lienk. 1588 180
a, vocabulari
weim. jahrb. 4, 78, commissari
pl. Schertlin
br. 191, besti
bestia Fischart
a. a. o., hosti
hostia Teuthonista 129
b, histori, Schlesi
Silesia Luther 1, 161
b, articul, regul, spectacul
u. a. (
noch nach 1700),
adj. z. b. ein ordinari schiff Möhner 99, auf dem ordinari Costanzer schiff Ernstinger
reise 106, ordinari posten Kiechel 285, die ordinari kutsche Moscherosch
Phil. (1644) 40, meines ordinari dienstes Albinus
a. a. o. vorr. ij
b,
also alles auch erstarrt und die adj. damit an substantivische zusammensetzung streifend. die völlig getrennte schreibung ist übrigens noch im 18.
jahrh. ziemlich häufig, z. b. original schriftsteller Claudius 1, 203, orginal ausgabe Lessing 4, 65 (
das erste im ursprünglichen druck klein geschrieben), general superndendt Göthe
briefl. u. 3,
c. 6@cc)
so gehen nun in unserm gebrauch neben einander z. b. general-regel
und generelle regel,
wie special-forschung
und specielle, speciellere forschung (
franz. nur spécial), nominal-betrag
und nomineller betrag, individualgeschichte (Schiller I, 153, 22)
und individuelle geschichte, universalgenie
und universelles genie
u. s. w., seltsam und verworren verwirrend, während daneben z. b. real, ideal, cordial, genial, national
u. s. w. ruhig als wirkliche adjectiva behandelt werden, wenn man sie auch lange noch mit besonderer heimischer adjectivendung versah, z. b. idealisch, genialisch (
s. d.), kolossalisch (
s. d.).
jene specialforscher, generalentrepreneur
u. s. w. sind eigentlich so seltsam, als es z. b. sentimentaldichter, naivdichter
wäre, aber niemand empfindet das mehr, in welchen ungeschmack und welche sprachliche verwirrung und unsicherheit uns die gelehrte oder canzleimäszige vorliebe für jene grammatischen zwittergebilde hineingezogen hat, zumal wenn man sich dabei auf unterschiede im sinne wirft, die sich z. b. bei ideal
und ideell, real
und reell, special
und speciell
eingeschlichen haben oder einschleichen wollen, unterschiede die bei festerem zugreifen unfaszbar entschlüpfen oder ins spaszhafte gehen, wie beim haarspalten, dabei aber unsere gedankenwelt immer mehr ins kleine und kleinliche zersplittern, die so sehr der verlornen groszen einheit bedarf. das unfranz. generell,
wie sein gegensatz speciell,
mit denen man französischer war als die Franzosen, mögen veranlaszt sein durch das im sinn naheliegende franz. universel,
sie müssen aber auch im vorigen jahrh. erst spät aufgetreten sein; noch 1726
gibt z. b. Schmotther 2, 742
nur universal (
wie general),
aber schon reel,
würklich 2, 705,
mit dem sich das franz. -el
bei uns eingeführt haben mag. 77)
zur übersicht: general
n., allgemeine verordnung s. 4,
b, generaladjutant 2,
c, γ, generalanwalt 4,
d, generalat 1,
f, generalauditor 2,
c, δ, generalaufseher (inspector) 4,
d, generalbasz 5,
b, generalbeichte 3,
d, generalbevollmächtigter 4,
d, generalcapitan 1,
h, δ, generalcommando 2,
f, generalcommissarius 2,
c, α, generalconcil 3,
e, generaldepartement 4,
e, generaldirector 4,
d, generalfeldmarschall 1,
d, generalfiscal 4,
d, generalgewaltiger 2,
c, ε, generalingenieur 2,
c, β, generalissimus 1,
d, generalleutenant 2,
a, generalmajor 2,
b, generalmandat 4,
a, generalmarsch 2,
h, generalmusterung 2,
h, generaloberster 1,
b, generalofficier 1,
e, generalpostmeister 4,
d, generalquartiermeister 2,
c, β, generalrendezvous 2,
h, generalsatz 5,
a, generalsperson 1,
e, generalstaaten 4,
c, generalstab 2,
e, generalsturm 2,
h, generalsuperintendent 3,
c, generaltreffen 2,
h, generalversammlung 5,
c, generalvicar 3,
c, generalwachtmeister 2,
b, ordensgeneral 3,
a, studentengeneral 3,
b.