Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
General m.
General m.
General m. Offizier der höchsten Rangstufe. Mhd. general ‘Vorsteher eines Mönchsordens’ entspricht mlat. generalis, der verkürzenden Substantivierung aus Fügungen wie kirchenlat. generālis abbās o. ä. Zugrunde liegt lat. generālis ‘allgemein’, eigentlich ‘zur ganzen Gattung gehörig’, eine Ableitung von lat. genus ‘Geschlecht, Gattung’ (s. Genus). Danach ist der „generalis“, der allgemeine und dadurch höhere Vorsteher, von dem „specialis“, dem niederen Vorsteher kleinerer Einheiten oder Verbände, abgehoben. Mit dieser Vorstellung übernimmt das Frz. den Ausdruck auch in den militärischen Bereich; zuerst ebenfalls adjektivisch mfrz. capitaine général (14. Jh.). Diesem folgen die dt. Bildungen Generalfeldherr, Generalleutnant, Generaloberst (16. Jh.), Generalfeldmarschall (um 1600); substantiviertes und verselbständigtes mfrz. frz. général begegnet im 15. Jh., nhd. General zuerst gegen Ende des 16. Jhs. Im oben dargestellten Sinne von ‘allgemein, übergreifend, umfassend’, daher oft auch ‘ranghöher’, wird general- Bestimmungswort vieler Zusammensetzungen: Generalkonzil ‘allgemeine Kirchenversammlung’ (16. Jh., nach mlat. concilium generale, 13. Jh.); Generalmandat ‘eine alle angehende Anordnung’ (16. Jh.); Generalbaß ‘den Gang der Harmonie des Ganzen bestimmende Baßstimme’ (17. Jh., ital. basso generale neben basso continuo); ferner Generalbeichte (17. Jh.), Generalprobe, Generalstreik; in Titeln und Amtsbezeichnungen Generalpostmeister (1595), Generalvikar, Generalsuperintendent (17. Jh.), Generaldirektor, Generalintendant (19. Jh.). – generalisieren Vb. ‘verallgemeinern’ (18. Jh.); vgl. frz. généraliser.