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gelehrt

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gelehrt

Bd. 5, Sp. 2959
gelehrt , doctus; nebenform gelahrt (s. d.), mundartlich gelort, im 17. jh. auch gelährt, zur vermittelung zwischen gelahrt und gelehrt und ohne zusammenhang mit ahd. laera doctrina, laeris doces, calaerit doctus Graff 2, 257 ff., z. b.: alsdann wird er (der deutsche held) die allergeistreichste, gelährteste und frömmste theologos .. aus allen religionen zusammen bringen (dasz sie sich über die religion einigen). Simpl. 1, 264, 15 Kurz (3, 5), s. mehr u. gelehrt 3. vergl. auch gelernt (s. 1, e). eigen ist gelere eruditus Dief. 209b, vergl. gelehrheit neben gelehrtheit. 11) noch als particip zu lehren gemeint oder gefühlt. 1@aa) mhd. ein gelêrter eit, der dem schwörenden vorgesprochen wird, noch im 16. jh., s. u. lehren II, 6, noch bei Stieler gelehrter eid, juramentum solenne; auch mit gelêrten worten wird geschworen: und haben ich und fraw Guot min wirtin uns der selben hofstet und swaʒ darzuo gehœt verziehn und oufgeben mit gelerten worten. mitth. der deutschen ges. in Lpz. 1, 205, schwäb. v. j. 1318; so haben wir beid gesworen zuo den hailigen mit gelerten worten und ufgebotten vingern alle vorgeschriben ding. urk. v. 1381 bei Schmid die pfalzgr. v. Tüb. 191; zum begriff vergl. lehre 7, maszgebendes vorbild, muster u. ä., das dem lernenden oder arbeitenden hingegeben wird, mhd. lêre kindh. Jesu 1365, Ludw. kreuzf. 3833. gelehrte worte auch sonst, die man einem zu sagen vorgeschrieben hat: Arsace sprach, sie köndte sich nicht länger seiner liebe enthalten. Cybele zoch sie mit gelehrten worten allweg auf, zu zeiten were er willig u. s. w. b. d. liebe 211d. 1@bb) persönlich, gelehrt, der lehre empfangen hat, unterrichtet ist: ist die menschenkunde eine wissenschaft? kann man sie aus büchern ernen? .. warum nicht? so wie die naturgeschichte aus Linné .. nur dasz hier der irrthum für den so gelehrten unschädlicher ist. Klinger 12, 84. 1@cc) mit präpos., bes. in, wie noch unterrichtet u. ä.: sampt iren brüdern die im gesang des herrn gelert waren. 1 chron. 26, 7; wie vil gelerten man haben musz in der erznei und andern freien künsten. Luther 5, 184b, was denn, wie meist auch im folg., zugleich in die gewöhnliche bed. übergeht; denen .. die gelerter sind im Aristotele dann evangelio oder Paulo. Zwingli von freiheit der speisen b ijb; dann Neithart, der letzt im geschlecht .. im haupt war nicht gar wol verwart, im biertrinken aber gelart. hess. chron. bei Adrian mittheil. 245; (poeten) die in der schnöden kunst der schmeich- und heucheley gelehrt sind, die die gunst, die keiner keinem trägt, bei andern dennoch suchen. Logau 3, 214; hochgelehrt in erzt und thon. Schiller XI, 296 (s. u. 3, c, γ). auch mit zu, auf, mhd. ûf: ein iglicher schriftgelerter zum himelreich gelert ist gleich einem hausvater .. Matth. 13, 52; Hyppophilus ist ein student, gelehrt zum pferde putzen, es kan ihm mehr als kunst, als witz, als trew, bei hofe nutzen. Logau 3, 10, 46; dâ was werder knappen vil, wol gelêrt ûf seitspil. Parz. 639, 8. auch mit zu und inf.: zu plaudern ist sie überflüssig gelehrt. Stieler 1128. 1@dd) bemerkenswert auch mit gen. (vergl. den acc. u. 2, a): her was ein gelêrit man der schrift. myst. 1, 192, 34; die theologi und heiliger geschrift gelehrte. Fischart vorw. zu Bodins daemonomania (klost. 10, 1018), geleerter der heiligen geschrift, theologus Maaler 165c, daher schriftgelehrter; daneben mit in: theologus, gelerter in der heiligen geschrift. Melber varil. z 5a. ebenso rechtsgelehrt, rechtsgelehrter, im 15. jh. jurisperitus, gelerter des rechten Melber n 7b, legisdoctor Dief. 323a, daneben wieder jurista gelert in geistlichem recht 312c, legista gelert in weltlichem recht 323a, im rächten träffenlich geleert, consultissimus juris Maaler 165c, gelehrt in der grammatik, in der arznei Henisch 1457. vergl. kundig mit gen. 1@ee) von vögeln, die man sprechen gelehrt hat, z. b. eine gelehrte elster, azzel: was het's mi ni b'elendt (gedauert), wie myn gelehrdi azzel verunglückt isch? Arnold pfingstmontag 60. es heiszt auch ein gelernter staar u. ä., wie gelernt für gelehrt auch sonst, z. b.: das ist ein gelernter und frommer herr. Hermes Soph. reise 1, 50, wie engl. learned (auch z. b. a learned pig, ein schwein das gewisse künste kann), dagegenn. schwed. lärd, nl. geleerd. 22) in adj. und subst. übergetreten mit der besondern bed. doctus (von docere lehren), s. schon im vorigen von c an. 2@aa) schon ahd. ganz entwickelt im gebrauch galêrit, kilêrit u. ä., doctus, eruditus, auch instructus, disciplinatus, peritus, sciens und sophista, tiro, disertus Graff 2, 258 fg., legis periti êwa (acc.) gilêrtê Tat. 141, 11 u. ö., buohhâri gilêrtêr scriba doctus 77, 5, auch kurz thiê gilêrton scribas 8, 2. mhd. ist z. b. das lesen können das zeichen eines 'gelehrten' laien (vergl. u. c): dô prach der chuninc Marsilie des keiseres insigele, selbe er den brief las, wande er wol gelêret was. Rol. 77, 8, beim Stricker dafür diu buoch gelêret (var. die schrift g.), doctus in literis, eig. der buchstaben und bücher kundig, aber noch mit dem acc. als obj. des zeitwortes, das man noch drin fühlte, wie ahd. vorhin (vergl. den gen. u. 1, d): selbe er den brief las, wan er diu buoch gelêret was. Karl 2628; ein ritter sô gelêret was, daʒ er an den buochen las swaʒ er dar an geschriben vant. Hartm. arm. Heinr. 1, vgl. Iwein 21. es war ja eigentlich ein stück von der kunst des clerus, daher auch geradezu gelêret für geistlich, clericus: gelêrter vürsten crône .. hât got hin zim genomen. Ulr. v. Singenberg MSH. 3, 327a, Riegers Walther 215 (Lachm. Walther 107, 29), s. Riegers hinweis s. xvi auf ags. gelæred für clericus. auf die andere seite dieser kunst, auf das schreiben als theil des gelehrtenbegriffs weist das ahd. gilêrtêr für scriba vorhin, und wieder hiesz der schreiber auch kurz clericus (auch clericus vel secretarius), wie clericus auch mit schrîber übersetzt wurde Germ. 17, 187 fg.; daher noch engl. clerk, wie mnl. clerc, z. b. von stadtschreibern (clerc der steden), es waren eben clerici, gelehrte, geistliche. 2@bb) diese enge verknüpfung der begriffe gelehrt und geistlich wirkte lange nach, z. b.: item des küniges von Frankenrich patriarche von Alexandrie und mit ime zwen gelerte phaffen, item der bischof von Hispanien und mit ime zwei gelerte phaffen (unter den auf dem reichstag zu Frankfurt 1400 anwesenden). Frankf. reichscorr. 1, 508; daʒ myn here der kunig auch begere und die kurfursten bitte, daʒ sie ire gelertsten und besten pfaffen mit in bringen wollen zu dem obgenanten tage. 687, v. j. 1402; darumb suoch einen gelerten beichtvatter, der dich daraus künd entscheiden (in der schweren gewissensfrage) und dich recht underweisen, das nit, wann du eim ungelerten beichtest, ein blinder man den andern fuere. Geffken bilderkat. 2, 56; die gelarten (clerici) die vorkarten. Alsf. pass. 400 fg., s. u. 3, e, α; do sol aber die weltlich oberkeit insehen, dasz das stift und kloster gschickt und gelert priester uf sölich pfarr setze. Schade sat. u. p. 3, 69, 22; von Friedrich dem weisen und Luther heiszt es: er hat beschützt den glerten man, der uns die warheit sagen kan. Uhland volksl. 925 (353, 2); nun findt man manchen glerten man, der uns den acker bawen kan u. s. w. 927; weren nicht die herren des viechs der herd und die herren der herd auf diser erd, so weren wir all geistlich und gelehrt. Garg. 146b (Sch. 269). 2@cc) natürlich nahmen auch die andern aus der alten welt überkommenen wissenschaften den begriff in anspruch, vergl. u. 1, c. d gelerter des rechten, gelerten in der erznei und andern freien künsten; ein gelerter richter ist aber eigentlich einer der des römischen rechtes kundig ist, im gegensatz zu den nur des heimischen kundigen, der als weise angeredet wurde, z. b. die schöffen (Stölzel die entw. des gelehrten richterthums 1, 39. 41), doch auch beides vereinigt: herr der richter weis und wol gelart. fastn. sp. 704, 12. aber auch gelerter lai, im 15. jh. (vergl. u. a mhd. und 4, a): also kamen von den benanten stetten von ieder statt ain doctor (scil. juris, zu der verhandlung in Würzburg). da schickt man den doctor von Nürnberg gen Würzburg und mit im 2 burger von Augspurg, der ain hiesz Joh. Krumpach, der was wol gelert und was ain publicus notarius, der ander hiesz Claus Lauginger, was ain gelerter lai. B. Zink Augsb. chr. 85, 10. über gelehrte schneider, schuster, kaufleute etc. spottet Gottsched vern. tadl. 1, 340, genauer zu reden über gelehrte, die über solche grosze dissertationes epistolares ans licht stellen. Auch gelehrte frauen, im 16. wie in den folgenden jahrhunderten: eine bibliothec oder catalogus aller gelehrten weibspersonen (darunter z. b. die Dacier). Tentzels mon. unterr. 1692 s. 523; man hatte die gelehrten weiber lächerlich gemacht, und man wollte auch die unterrichteten nicht leiden. Göthe 19, 277 (lehrj. 6, bekenntn. e. sch. s.); des herrn Richardson kupferstich (bild) mag in einem kränzchen von gelehrten damen obenan hängen. Hamann 2, 197, hier nur als solche die viel lesen wie männer. 2@dd) der kern des begriffes fällt von haus aus mit dem lateinkönnen zusammen, seiner herkunft gemäsz. 2@d@aα) das zeigt sich besonders deutlich damals als das sog. mönchslatein von dem neuen ciceronischen latein bekämpft und jenem das gelert nun abgesprochen wurde, um auf das erneuerte alte latein allein überzugehen (womit sich der begriff zugleich aus der früheren verknüpfung mit dem geistlichen löste), z. b.: du waist wol dasz die alten patres (theol. lehrer) schlecht gelert seind, dann si haben nur am Pirlipars und Peter von Hispanien gelernet, wissen nit vil von dem zierlichen latein Ciceronis und Virgili zuo sagen .. und so si nur den alten Tanhauser gelernet haben, künden (d. h. künnen) si auch den Erasmum und ander gelert nit verston. das ist die ursach dasz si solichen hasz tragen den gelerten und weren mit henden und fszen, dasz das guot latein nit herfür kum. ain schöner dialogus, Schade sat. 2, 120 fg. daher im 16. jh. zimlich (d. h. gehörig) geleert, grammatista Maaler 165c, deutlicher bei Dasypodius grammaticus, ein volkummen gelerter, der die grammaticam lert und alle buoch dichter auslegt oder erklärt, sed grammatistes, literator ein halb gelerter, schlecht gelerter 89a, satt gelerter grammaticus 338a, also der heutige classische philolog. 2@d@bβ) so denkt man denn auch noch lange bei gelehrten vorzugsweis an philologen, besonders an die lehrer auf den lateinischen schulen, die ja die häufigsten waren, z. b.: der gröszeste theil der gelehrten, sonderlich in den schulen, thut nichts anders als dasz sie netze stricken aus der lana caprina (s. u. geiszwolle), die zu nichts anders dienen und nutzen, als dasz mit denenselben die lateinischen hasen gefangen werden. Schuppius (1700) 402, wie noch im 18. jh.: sie (diese gelehrten, pedanten) studiren, um viel zu wissen, um tadeln zu können, um andre zu übertreffen .. sie studiren nicht mehr, um die schönheiten der autoren zu entdecken und zu empfinden, sondern um ihre gelehrsamkeit zu zeigen. Gellert 5, 87 (66), vergl. dens. u. gelehrsamkeit 2, b. 2@d@gγ) daher auch schlechtweg lateinisch für gelehrt, im 18. jh. ironisch, wie auch schon bei Schuppius vorhin die lateinischen hasen, narren (vergl.gelehrte hasen u. 3, e, β): nunmehro zieht der gelehrte, oder besser zu sagen, der lateinische sohn auf hohe schulen. Rabener (1755) 1, 168; eine hochgetriebene ironie gebührend einzusehen, das ist eine sache, die eine gewisse hurtigkeit und biegsamkeit des verstandes erfordert, welche in lateinischen köpfen durch die possierliche schulgravität gemeiniglich ersticket wird. Liscow vorr. 61. es war nämlich inzwischen ein deutsches selbstgefühl mühsam erobert worden auch auf diesem gebiete (s. u. e), das freilich noch einen schweren stand hatte gerade der lateinischen gelehrtenschule gegenüber, z. b. in Rabeners zeit, der im beitrag zum deutschen wörterbuch unter deutsch davon berichtet: ihr (der lateinischen Görgen, womit man auf den deutschen Michel antwortete) ansehen dürfte freilich sehr fallen, wenn die welt anfienge zu glauben, ein mann verdiene den namen eines wahren gelehrten noch nicht, wenn er schon ein lateinischer sprachmeister sei. 2, 160; dergleichen lateinische zeloten kann man dadurch keinesweges besänftigen, wenn man ihnen gleich einräumt, dasz einem gelehrten die griechische und lateinische sprache unentbehrlich sei, dasz ein mann, welcher kein latein verstehe, wenig hoffnung habe ein gelehrter zu werden u. s. w. das. wie lange aber auf den universitäten gelehrt und latein untrennbare begriffe bleiben sollten, zeigt z. b. die leidenschaftliche wärme, mit der noch i. j. 1817 Steffens die gegenwärtige zeit s. 711 ff. für deutsche vorlesungen zu kämpfen hatte, dabei die bittere frage: oder giebt es etwa gelehrte, die sich vor der muttersprache fürchten? in der that, das alberne, seichte, unverdauete, welches durch schlechtes latein verherrlicht in unsern universitätssälen sich ungescheuet vernehmen läszt, darf kaum in der einfältigen muttersprache laut werden. s. 718. 2@ee) daher auch gleich undeutsch, undeutlich (beides ist ja eigentlich eins), endlich aber auch von geistiger bildung überhaupt, auch ohne das latein. 2@e@aα) jenes z. b.: mit gelerten worten überredt man baurn. S. Frank sprichw. 2, 29b, deutsch mit latein gespickt, vergl. dazu u. 3, e, α aus d. j. 1525. ähnlich, wenn das deutsch der Lohensteinischen schule als ein gelehrtes deutsch bezeichnet wird, zu dessen verständnis gelehrsamkeit gehöre, der begriff in spöttischem gebrauch: ein Teutscher ist gelehrt, wenn er solch Teutsch versteht. Canitz 98 (240), ein wort das dann lange umgieng (s. z. b. Uz 2, 316), von Gottsched vernünft. tadl. 1, 9 auf die undeutsche complimentensprache der tagesmode angewandt, in der crit. dichtkunst 1751 s. 504 auf die sprache Klopstocks, doch an beiden stellen mit änderung von solch in sein (doch so auch schon bei Canitz nebenstunden 1718 s. 65). ebenso dann als motto auf Bodmers grundsätzen der deutschen sprache 1768, hier aber als einladung zum wissenschaftlichen studium der muttersprache (vergl. von deutscher gelehrsamkeit, die Gottsched beförderte, Kästner 2, 172, deutscher sprach- und literaturwissenschaft), und noch i. j. 1818 bei Göthe, aber wieder anders gemeint, wie die ausführung klar macht: der Deutsche ist gelehrt, wenn er sein Deutsch versteht. doch bleib ihm unverwehrt, wenn er nach auszen geht. er komme dann zurück, gewiss um viel gelehrter, doch ists ein groszes glück, wenn nicht um viel verkehrter. Göthe 3, 147, d. h. die deutsche bildung ist nun so weit gediehen, um sich selbst zu genügen und den alten begriff gelehrt aus eignen mitteln zu erfüllen, der auswärts gesucht der alten gefahr der verkehrtheit doch ausgesetzt bleibt (s. 3, e, α). 2@e@bβ) so hatte der begriff seinen kreislauf vollendet, um in eben dem auszumünden, was anfangs barbarisch oder vulgär hiesz (deutsch ist ja eigentlich ein übersetztes vulgaris). schon im 17. jh. erscheint dieser neue standpunkt mit bewusztsein aufgestellt: wie viel sind unter uns, die da meinen, es sei die wissenschaft der lateinischen sprache ein wesentliches stücke eines gelehrten mannes, und wer selbige nicht gelernet habe, der könne ohnmöglich gelehrt sein. Thomasius kl. schr. 22. aber das sollte noch kampf kosten, vergl. z. b. die frage des fortschrittlich gesinnten Abbt in den literaturbriefen 17, 121, ob jemand zu einer gründlichen gelehrsamkeit, zum sichern gefühle des schönen, zum vollen besitze dessen, was uns die wissenschaften an wahrem vergnügen (d. h. voller befriedigung des geistes) darbieten, gelangen könne, ohne die original-bekanntschaft mit den lateinischen und griechischen schriftstellern zu haben? die Abbt selbst dort noch als mit recht verneint bezeichnete, wie auch Herder sie verneinte (werke 2, 355 S.). doch die beigefügte begriffsbestimmung zeigt selbst schon, wie sich der begriff unter der hand gewandelt hatte, d. h. in den begriff der bildung übergetreten war, oder vollkommener ausbildung, wie es Göthe i. j. 1817 nennt, wo er 'gerne zugibt', dasz jeder Deutsche seine vollkommene ausbildung (nunmehr) innerhalb unserer sprache; ohne irgend fremde beihülfe, hinreichend gewinnen könne. 45, 142 (29, 251 H.); vergl. unter gelehrsamkeit 2, c, wie Herder i. j. 1768 bildung und gelehrsamkeit, d. h. lateinische schulbildung von einander scheidet. 2@e@gγ) daneben wird der neue begriff der heimischen bildung selbst in den von gelehrt aufgenommen, wie man sie auch gelehrsamkeit nannte (s. dort 2, c), denn z. b. folgendes gelehrt bei Haller, Adelung meint mehr gebildet als studiert: ein anderer vorzug des herrn von Hagedorn (vor mir als dichter) war die kenntnis der sprache. er lebte in Deutschland und war von seiner jugend an im reinen Deutschen erzogen. hier konnte ich ihn nicht erreichen, in meinem vaterlande .. sprechen selbst die gelehrtesten in einer sehr unreinen mundart. Hallers ged. 402 Hirz.; Ottfrieds übersetzung wird einem oberschwäbischen landmanne ... verständlicher sein, als einem obersächsischen gelehrten. Adelung wb. der hd. mundart 1774 1, viii, vergl. das. s. xii von wirklichen gelehrten, bei der frage nach dem besten deutsch in zweifelfällen: gut, aber wer sind die (die das entscheiden können)? etwa die angesehensten männer, die berühmtesten gelehrten, die so genannten classischen schriftsteller? wie aber, wenn die gelehrtesten männer ihre muttersprache gerade am meisten vernachläszigen? wie die neue bildungsrichtung nun auch das gelehrt in anspruch nahm, unter widerspruch der alten gelehrten, zeigt z. b.: ich habe einen finstern mathematiker gesehen, welcher in seinem leben zum erstenmale lachte, als er hörte, dasz man eine witzige monatschrift (zu witz gleich esprit) unter die gelehrten bücher rechnen wollte. Rabener (1755) 2, 147. 33) der wichtige begriff in seinen verschiedenen seiten und innern wandelungen und schwankungen verdient aber noch nähere betrachtung. 3@aa) seinen mittelpunkt hat er in der bücherwelt (vergl. z. b. Lessing unter gelehrsamkeit 2, b), wer dort am meisten heimisch ist, ist der gelehrteste; der begriff steigert sich aber in sich selbst noch, wenn das eigne erzeugen von büchern, eignes bücherschreiben hinzukommt: kein eselskopf ist so ungelert, wenn er nur widder den Luther schreibt, so ist er gelert. Luther bericht 1528 A ijb (Diez 2, 62b). Im weitesten sinne daher auch so, dasz alles höhere wissen und können (das man sich an die bücher gebunden denkt) inbegriffen werden kann: die anforderung an lebende gelehrte, kurze selbstbiographien zu schreiben .. ist ein sehr glücklicher gedanke. wir nehmen das wort gelehrte hier im weitesten sinne und verstehen alle diejenigen darunter, die sich dem wissen, der wissenschaft und den künsten widmen, denn der eigentlich weltthätige mann darf (d. h. braucht) von seinem thun und lassen weniger selbst rechenschaft geben. Göthe 33, 132 (29, 117 H.), gelehrt zugleich als gegensatz zum werkthätigen leben. Auch die bücher selbst freilich können der wahren gelehrsamkeit vielmehr in den weg treten, ja dem geiste schaden thun, was schon im 16. 17. jh. eben von gelehrten ausgesprochen wird: der Capnio (Reuchlin) ward gefraget, warum nicht heut zu tage die leute so gelehrt würden, als zur zeit Ciceronis und Quintiliani? antwortet, die leute hätten damahlen wenig bücher gehabt, aber gut, die sie stetig und fleiszig gelesen, jetzo aber würden die gelehrte von vielheit der bücher verwirret und verhindert. Schuppius 552 (521); wobei der herr auctor (Paullini) nicht allein die gewohnheit mancher heutigen gelehrten verwirft, so nur aus denen büchern klug werden wollen und ihre eigene gaben hindansetzen, sondern auch beklaget, dasz manche diese gaben .. unter schwerer arbeit verderben müssen. Tentzels mon. unterr. 1693 s. 95, wie der junge Opitz in seinem Aristarch schon warnt vor blosz gelehrtem trachten, wobei der geist studio inusitata noscendi sui ipsius saepe obliviscatur; gab es doch ein sprichwort, z. b. von Lohenstein angeführt in der lobrede auf Hoffmannswaldau B 1b, dasz ein loth mutterwitz mehr wiege als ein zentner schulwitz. vgl. buchgelehrt. 3@bb) wie hoch der begriff hat steigen können, zeigt besonders 3@b@aα) dasz auch der heilige geist gelert heiszen konnte: thue dem heiligen geist die ehre, das er gelerter sei denn du. Luther über das 1. b. Mose 1527 Cija (Diez 2, 62b); ich wil dem heiligen geist die ehre lassen, dasz er gelehrter sei als ich. Schuppius 156, von den göttlichen geheimnissen mehr wisse. ähnlich, wenn theologen schlechtweg gelehrt heiszen, im anschlusz an das alte gelert für clericus (s. u. 2, a): weil er Philippus (Melanchthon) schwach war, wird doctor C. Creuziger und andere nach Hagenaw zum gesprech abgefertiget ... ward ein ander colloquium zu Wormbs angestellt, da sich die gelerten von beiden theilen besprechen und vereinigen solten. Mathes. Luther 140b. so heiszt Luther im volksliede, gewiss aus dem volksmunde seiner zeit, der glerte man, wie seine helfer (s. u. 2, b). und er selbst von sich, in der vorr. auf das alte testament vom j. 1523, von seiner übersetzung: ich meinet auch ich were geleret, und weisz mich auch gelerter denn aller hohen schulen sophisten von gottis gnaden, aber nu sehe ich das ich auch noch nicht mein angeporne deutsche sprach kan. Luther in Bindseils bibel 7, 315, wo es denn auch schon auf die genaue kenntnis der muttersprache bezogen ist. 3@b@bβ) allerdings bleibt der begriff da noch nach alter weise an die bücher und schrift gebunden, erhebt sich aber in dieser schranke zugleich zum allerhöchsten, sofern diesz im buch der bücher niedergelegt ist. ähnlich wenn es von den geheimnissen des jenseits oder des daseins überhaupt heiszt, in einem trost an eltern bei verlust eines sohnes: er schaut in jener welt den kern gelehrter sachen, von derer schalen wir hier grosze schriften machen. Hoffmannswaldau begräbnisged. 69. doch auch über jene schranke wurde er noch in unserm jahrhundert hinausgehoben von Fichte in seinen vorlesungen über das wesen des gelehrten Berl. 1806, z. b. s. 95: gelehrte ... sind in dem göttlichen gedanken solche, welche gott seinen grundgedanken von der welt zum theil nachdenken, allerdings mit dem nachtrag: gelehrte insbesondere, in wiefern sie durch die in jedem zeitalter, auch nicht ohne den göttlichen gedanken, vorhandenen mittel der höchsten geistigen bildung zu jenem denken sich erhoben haben, d. h. durch die philosophische literatur geschult (man bemerke 'bildung', vergl. unter gelehrsamkeit 2, c). 3@b@gγ) aber diese höhe war nicht festzuhalten, vergl. u. gelehrsamkeit 2, b, wie sie von wissenschaft unterschieden wird und dieser untergeordnet, während für das höchste und tiefste wissen weisheit und weise in ihrem alten werte bleiben (s. ebendort Lessing), z. b.: dieses verborgene nachdenken .. ist die speculation, oder die betrachtung solcher verhältnisse, die zwar beständig vorhanden sind, aber sich nicht jedem auge zur einsicht aufdringen .. durch dieses schauen gelanget man zu den begriffen und sätzen der weisen, und sie selbst, die seher unter dem ganzen menschengeschlechte, schwingen sich dadurch über andre menschen hinaus. man würde mich hier nicht verstehen, wenn man jetzt nur an die grosze schaar der so genannten gelehrten dächte. was auch der werth unsers wissens sein mag, so bleibt doch der unterschied merklich zwischen erfinden und lernen u. s. w. Abbt 1, 23. beide begriffe aber auch vereinigt in 'gelehrte weisheit', allerdings mehr ironisch: vielleicht gelingt es Spalding, gesunden menschenverstand in den kanzelvortrag zu bringen, der das mittel zwischen gelehrter weisheit und unverständlicher wortkrämerei hält. Herder fragm. 1, 153 (I, 223 S.), gelehrt wol vom theologischen, weisheit vom philosophischen. im 17. jahrh. z. b.: die alten haben der weisen und gelehrten leut göttin genannt Minervam, weil das studieren und scharpfsinnen die nerven und ganzen leib schwächet (quasi minuat nervos, d. h. die kräfte, noch nicht unsere 'nerven'). Lehm. flor. 1, 493. 3@cc) auch die dichtkunst wollte der begriff umfassen, jahrhunderte lang, bis sie sich ihm gegenüber keck auf eigne füsze stellte (s. d); vergl. schon u. gelehrsamkeit 2, e. 3@c@aα) das war mit aus dem alterthum übernommen, wo bei den römischen dichtern doctus von ihrer kunst gebraucht wird, das dem griechischen σοφός in gleichem gebrauch entsprechen sollte (was doch eigentlich schon eine gelehrte verkehrung war), vergl. z. b. den Delphischen spruch von Sophokles als weisem, weiser aber Euripides, der weiseste doch Sokrates (σοφὸς Σοφοκλῆς u. s. w.); so gibt Hagedorn im schwätzer 1, 61 des Horaz docti sumus sat. I, 9, 7 richtig mit ein dichter wieder. daher im 15. 16. jh., in der spur der sogenannten humanisten: Homerus was arm und (doch) gelert. Brant narr. 83, 79; es sagt der hoch gelertst Maro schliszlich von Venus und Bacho .. Waldis Es. I, 72, 19; den Orpheum, den kunstgelehrten. Fischart 3, 20 Kz. und noch im 18. jh.: höret, wie das gelehrte Griechenland uns seine lehrreichen regeln eröffnet ... wie es uns seine söhne auf dem gipfel des Parnasses zeiget u. s. w. Drollinger 197, nach the learned Greece in Popes essay on criticism; wie schön ist nicht Homer, der dichter aller zeiten, wie reizend, wie gelehrt, wie reich an trefflichkeiten! Hagedorn 1, 83. daher auch seit dem 15. 16. jh. poet statt dichter, eigentlich dichter in gelehrter, lateinischer form, poeta, z. b. von Eobanus Hessus, dem im Julius redivivus (lat. von Nic. Frischlin) Cicero das zeugnis gibt: er ist ein gwaltig glerter man und ein trefflich guter poet. J. Ayrer 546 K., worauf J. Caesar seine höchste verwunderung ausspricht: das eines teutschen mannes hirn so vil sol lernen und studirn, dasz es solt geben ein poeten. das., obschon Hessus selbst auch schon dem H. Sachs die ehre gibt als der teutsch poet 542, 10, wie von sich selber 530, 25, doch würde er jenem schwerlich das gelert zugestehen. übrigens sei wenigstens bemerkt, wie schon die meistersinger nach gelehrsamkeit trachteten und zum theil das wesen der dichtung darein setzten, die siben künste zu beherrschen, s. z. b. H. Sachs 1, 11 d., aus dem 15. jh. Germ. 3, 314. 323, wie das eigentlich schon in der spätern mhd. zeit von Frauenlob u. a. begonnen war. 3@c@bβ) daher dann nun auch gelehrt von deutscher dichtung (gewiss unter widerspruch der gelehrten im alten sinn), seit Opitz, von dem z. b. Kästner rühmt: kühn, witzig und gelehrt bähnt' er sich einen pfad, auf dem kein Deutscher noch sich dem Parnass genaht. belust. d. verst. u. w. 1742 2, 240, und Opitz selbst z. b. in der widmung des 4. buchs der poetischen wälder (das liebesgedichte enthält) 'an die teutsche nation', da verspricht er dieser: ein noch gelehrter werk, zu dem ich jetzt mich wende, das soll mehr als disz buch, so viel mal besser sein, je besser weisheit ist als Venus süsze pein. 2, 144, also auch die liebesgedichte doch ein gelehrtes werk; in dem gedicht an Zincgref tritt es als gegensatz zu barbarei auf, d. h. zu der bisherigen ungeschulten dichterei und schriftstellerei: du hörest niemals auf, beherzt zu gegenstreben der wilden barbarei, und lässest ungefragt, was dieser oder der vor urtheil von uns sagt, dem ein gelehrtes buch ein dorn ist in den augen. 2, 28; mein Tscherning, höchster freund, ihr meister in dem dichten .. den die gelehrte kunst hat weltberühmt gemacht. Rachel sat. 8, 11; ein schriftling, der kein buch, als deutsch, hat durchgesehn, will endlich ein poet und für gelahrt bestehn. 8, 136; wer ein poet will sein, der sei ein solcher mann, der mehr als worte nur und reime machen kann, der aus den Römern weisz, die Griechen hat gesehen, was für gelahrt, beredt und sinnreich kann bestehen u. s. w. 8, 82, wobei doch die sogenannte originalität, die dann im 18. jahrh. das ziel wurde, auch schon zu ihrem rechte kommt (vergl. u. a Paullini), wenn es am ende heiszt: der endlich aus sich selbst was vorzubringen waget, das kein mensch hat gedacht, kein mensch zuvor gesaget. v. 89 fg. 3@c@gγ) der dichter als gelehrter mann, z. b.: zwar nichts als dichten können ist eben so viel als ein kleid allein von spitzen tragen. die weisheit und ernste wissenschaften müssen der grund, jenes der ausputz sein, wenn ein gelehrter mann einer corinthischen säule gleichen soll. Lohenstein lobrede auf Hoffmannswaldau B 3a (vgl.centrum eruditionis unter gelehrsamkeit 2, e a. e.); Opitz .. sahe vorher, dasz unser gelehrter Pan nicht einen schlechten fichten- sondern drei lorbeerkränze zu tragen würdig sein würde. B 2a. die dichter selber auch kurz als die gelehrten, z. b. in einem hochzeitgedichte auf die hochzeit eines dichters, den Venus mit hülfe Amors vom Helikon und aus den büchern weg locken musz: Venus sah den bräutgam sitzen auf den spitzen des gehörnten Helikons, da man sich vermeint zu sichern in den büchern für den listen ihres sohns ... 'Pindus ists, der mich nicht ehret .. der gelehrten blasse schaar.' Fleming 382 (310 Lapp.). so er von sich selbst als dichter bescheiden: ich zwar, der ich recht zu sagen eine gans bei schwänen bin, scheue mich zu euch zu wagen ... (doch) wer sich zu gelehrten füget, wird gelehrt, verdienet dank. disz ist meines lobes (ruhmes) ziel, dasz ich stets mehr lernen will. 432. noch im 18. jh.: so kann ich doch nicht aufhören, die poesie für eine kunst zu halten, die zwar von gelehrten, aber nicht für gelehrte als solche, sondern für das volk ausgeübt werden musz. Bürger 328b (vorr. zu den ged. 1789); Klopstock hat desfalls an Göthe geschrieben ... dasz er sich an dem herzoge .. und der ganzen gelehrtenrepublik versündigte, weil kein fürst künftig einen dichter zu seiner gesellschaft wählen würde. Voss briefl. i. j. 1776 (Herbst Voss 1, 301), in Klopstocks gelehrtenrepublik (s. d.) v. j. 1774 sind die dichter unter den gelehrten, wie in dem entsprechenden plane des markgrafen Carl Friedrich von Baden v. j. 1788, die deutschen gelehrten zu einer deutschen gesellschaft zu vereinen, unter den genannten die hälfte dichter sind (Wieland, Bürger, Voss u. s. w.), s. erinn. aus Herders leben 2, 238, und volksmäszig wol jetzt noch der dichter als gelehrter (eig. der sich auf bücher versteht), wie wenn Schillers frau ihm schreibt: des Ursus verlobte ist auch eine gelehrte (nach dem gewöhnlichen sprachgebrauch hier) und macht gediehte. Schiller u. Lotte (1879) 3, 87, wie Günther 740 die Breszlerin, eine dichterin, als gelehrte gönnerin anredet. gewiss zugleich in diesem sinn redet auch Kant Schillern als gelehrt an, in der antwort auf die einladung zur betheiligung an den Horen: die bekanntschaft und der literärische verkehr mit einem gelehrten und talentvollen mann, wie sie, theuerster freund .. Schillers leben von C. v. Wolzogen (1850) 282, es mochte einem dichter gegenüber titelmäsziges herkommen sein. 3@c@dδ) daher auch von den Musen die gelehrten Pierinnen Fleming 407, und selbst von den singvögeln: die gelehrten nachtigallen schrein euch zu mit lauten schallen (im brautlied). 361. 452; die gelehrten vögel singen. 377, wobei die altbeliebte vergleichung des vogelsangs mit der kunstmusik mitwirken mochte, vielleicht auch ein ital. vorbild. denn auch bei den Romanen hatte der begriff volle herrschaft, vergl. z. b. wie Boileau in der ode auf die einnahme von Namur von einer docte et sainte yvresse begeistert reimt. 3@c@eε) selbst von bildender kunst: eine der gelehrtesten statuen aus dem alterthume wurde im monate may dieses 1763. jahres bei Albano entdecket (der sog. Altierische faun). Winkelmann 2, 408, offenbar für kunstgerecht, vollkommen nach kunst und theorie; es ist auch zu besorgen, dasz im schleifen und glätten der statuen die gelehrtesten züge und feinsten drucke verloren gehen können, weil solche arbeit nicht von dem bildhauer selbst verrichtet wird. 5, 104. vergl. vom künstler selbst noch später: und es kommt der gott der esse, Zeus erfindungsreicher sohn, bildner künstlicher gefäsze, hochgelehrt in erzt und thon. Schiller XI, 296 (das eleus. fest). 3@dd) im 18. jh. vollzog sich die lösung der alten einheit von gelehrsamkeit und dichtung. 3@d@aα) die schöpfung unsrer neuen und eignen geisteswelt, bei der ja der dichtung und ästhetik die führung zufiel, war zugleich eine ablehnung jenes überlieferten standpunktes, bis zu heiszem kampfe; es galt ja zunächst, den eignen geist, der sich verjüngen wollte, aus der erdrückenden und fesselnden bücherwelt wie aus windeln oder gängelbändern zu befreien. zudem war gerade in der nächsten vorzeit, im 17. jh., die gelehrsamkeit auf solche bahnen gekommen (wie gewöhnlich in sinkenden zeiten), dasz aus dem kreis der besten gelehrten selber milde und scharfe mahnungen und warnungen erschollen, wie von Leibnitz, Thomasius, im beginn des neuen jahrhunderts von Mencken in der schrift de charlataneria eruditorum, von Werenfels de logomachiis eruditorum. auch die moralischen wochenschriften nahmen theil an dem kampfe, der den neuen geist befreien sollte, wie Bodmer in den discoursen der mahlern und im mahler der sitten (gelehrsamkeit um der gelehrsamkeit willen 1, 406), selbst Gottsched in den vernünftigen tadlerinnen, der doch später ganz auf dem gelehrten standpunkte steht, z. b.: was wird nicht heutiges tages vor eine unsägliche menge von büchern geschrieben! ... papier zu machen (ist ein einträglich geschäft), damit ja nicht ein einziger einfall eines gelehrten verloren gehe. vern. t. 1, 339. und Bodmer z. b.: man höret sie niemahls fragen, ob einer redlich, tugendhaft und klug sei, sie fragen nur, wie gelehrt ein mensch sei, und sie machen sich selbst weniger daraus, dasz man von ihnen sage, sie haben falsche kundschaft gesagt (gelogen), als, sie haben unrecht citirt. mahler d. s. 1, 408. und wenigstens noch eine äuszerung aus der zeit dieses kampfes: die erste (art von gelehrten) ist ganz systematisch und liebt nichts als lehrgebäude. man musz in paragraphen schreiben wenn man ihnen gefallen will, und von nichts geringerm sprechen als von einer ganzen wissenschaft auf einmahl. der Druide, e. mor. wochenschr. Berl. 1749 90. stück. 3@d@bβ) gerade die schulgelehrsamkeit, aus der doch die neue dichtung hervorgegangen war (aber schon im 17. jh. auch scharf angefochten z. b. von Moscherosch, Schuppius), wurde in dem neuen leben ein besondrer gegenstand der scheu oder des abscheus. von Gellert z. b. berichtet sein biograph Cramer: nach einer weitläuftigen und ausgebreiteten gelehrsamkeit strebte er nicht .. hätte ich, sagte er, gelehrt sein sollen, so hätte ich ein Mosheim oder Ernesti werden mögen. schr. 10, 33 (200), wozu aus seinen schriften viel äuszerungen und ausführungen beizubringen wären, auch in schärfster form, z. b. von der finstern schriften wust und der wirklichen menschenwahrheit 1, 92 (113), vergl. von dem pedanten, der zur unzeit gelehrt ist u. s. w., den er im magister in den zärtlichen schwestern zeichnet 3, v (4), und in der vertheidigung seiner betschwester, deren spott der gemeine mann auf die religion selbst beziehen würde, wie man ihm vorwarf: die ungelehrten machen weit seltner falsche auslegung, als die halbgelehrten. 3, iv (3) — die ungelehrten, damals gern als pöbel bezeichnet (nach Horazens profanum vulgus), wie z. b. Rabener von einem gelehrten erzählt: was er redet, das klingt wie lateinisch, und mit niemandem spricht er deutsch, als mit seiner magd und mit dem hausknechte, denn diese gehören zum pöbel. 2, 142, sodasz die gelehrsamkeit das ganze in zwei theile auseinander risz, die sich nichts angiengen. 3@d@gγ) aber eben gegen diesen risz und das weitere zerreiszen lehnte sich das neue leben in seiner wiedergeburt mit auf, z. b.: die gelehrten stehen in keinem so groszen vortheile vor dem so genannten pöbel, als es scheinet .. mit groszen einsichten verknüpfen sich auch grosze vorurtheile, und bei weisen sind auch schwärmer ... das innere gefühle des pöbels hält unserm denken das gleichgewicht. v. Creuz oden u. ged. 2, 177; der pöbel, der sich in zwo reihen stellet, um den leichenzug eines vornehmen durchgehen zu lassen, spricht beherzter und denkt vielmehr richtiger von dem erblasseten, als der redner, der diesen leichenzug in der kirche erwartet. die meisten gelehrten verlieren über ihrem stande die nutzbarkeit niedrigerer stände so sehr aus den augen, dasz ihnen nur die erhöhung und verbesserung des ihrigen ein verdienst zu sein scheint. Abbt 1, 6; vergl. Bürger im 'herzensausgusz über volkspoesie': unsere nation hat den leidigen ruhm, nicht gerade die weise, sondern die gelahrte zu heiszen (vgl.unsere gelehrte liebe Teutsche Simpl. 4, 352, 25). der ruhm möchte ganz schätzbar sein, wenns nur nicht gar zu viel quisquiliengelahrtheit wäre. dieser quisquilien-gelahrtheit haben wirs guten theils zu verdanken, dasz bei uns die poesie des allgemeinen eingangs in ohren und herzen sich nicht rühmen kann, den sie bei mancher andern nation schon fand, weil wir so hoch und tief gelahrt sind, dasz wir schier aller völker sprachen reden können .. dasz der ungelehrte unserer landsleute selten aus uns klug werden kann. 319b. denn auch der begriff des nationalen fand sich auf diesem wege wieder, im gegensatz zur gelehrsamkeit und vornehmen bildung, die in gleichgültiger höhe darüber schwebte in ihrem allgemeinen latein oder französisch: der geist und der geschmack einer nation sind nicht unter ihren gelehrten und leuten von vornehmer erziehung zu suchen. diese beide geschlechter gehören gleichsam keinem lande eigen. aber unter dem theile der nation liegen sie, der von fremden sitten und gebräuchen und kenntnissen noch nichts sich zur nachahmung bekannt gemacht hat. Abbt 1, 272, also unter dem pöbel, wofür nachher in diesem sinne volk eintrat, mit dem neuen klange wie in volkslied, volkspoesie. und der begriff pöbel ward nun umgekehrt auch in die gelehrte welt herübergenommen, es war nun von studiertem, gelehrtem pöbel die rede: so lange unter den gelehrten niemand ist, der das alberne wesen der meisten bücherschreiber öffentlich entdecket .. und den üblen geschmack des studierten pöbels verlachet, so lange sind alle tintenklecker grosze scribenten. J. F. May in Gottscheds vern. tadl. 2, 105; dein (Liscows) glücklicher verstand durchdringt in edler eile den nebel grauer vorurtheile, des schulgelehrten pöbels nacht. Hagedorn 2, 15; vergl. von gelehrten Velten und Kunzen Gellert 1, 276. man entdeckte auch wieder einmal (eine entdeckung die von zeit zu zeit wiederholt werden musz), dasz in wissen und gelehrsamkeit das ziel des menschenwesens nicht aufgeht (vgl. Thomasius unter gelehrsamkeit 2, a), z. b.: freund! wer erkennet nicht den werth der wissenschaft? unendlich ist ihr ruhm, ersprieszlich ihre kraft. doch sind wir, nach dem zweck des schöpfers aller wesen, nur, um gelehrt zu sein, zum dasein auserlesen? Hagedorn 1, 17. 3@d@dδ) so nahmen denn auch die groszen folgenden dichter ihren standpunkt nicht mehr, wie die des 17. jh., in der gelehrten welt, sondern theils neben theils über ihr, wie denn die neue geistesbewegung, besonders in der ersten, der geniezeit, bücher und leben nun als einen schmerzlichen gegensatz empfand und über jene hinweg drangvoll nach diesem strebte, aus der studierstube in leben und natur hinaus, vom gelehrten hinweg zum ganzen, reinen menschen, von dem jener nur wie die abgebrochne spitze ist. so fand es Bodmer mit befremdung schon beim jungen Klopstock: seine belesenheit ist schwach, und er fürchtete sich schier vor der gelehrsamkeit als vor der pedanterei selbst. brief an Zellweger (Mörikofer 180), er wollte als dichter kein gelehrter sein, sondern ein tiefsinniger weiser (das. 165), vor allem aber ein mensch (181). auch Lessing, der grosze gelehrte, der leidenschaftliche bücherfreund, lehnt den begriff doch entschieden von sich ab: ich bin nicht gelehrt, ich habe nie die absicht gehabt gelehrt zu werden, ich möchte nicht gelehrt sein, und wenn ich es im traume werden könnte. alles, wonach ich ein wenig gestrebt habe, ist, im fall der noth ein gelehrtes buch brauchen zu können. 11, 747, wie er i. j. 1749 der mutter schrieb: ich lernte einsehen, die bücher würden mich wohl gelehrt, aber nimmermehr zu einem menschen machen. 12, 5; im Jungen gelehrten schnitt er sich selber, modern zu reden, den gelehrtenzopf ab, und welch heiliger ernst ihn drängte, den gelehrten in sich selbst und überhaupt ganz in den menschen umzusetzen, zeigt sein gedicht an hrn. Marpurg v. j. 1749 und wenig später der aufsatz über die Herrnhuter, die beide von wahrhaft leidenschaftlichem hasse glühen wider bloszes gelehrtsein oder wissen um seiner selbst willen, wie ähnlich sein damals bewunderter Haller (selbst einer der gröszten gelehrten aller zeiten), wenigstens in seiner jugend, während er später, obschon selbst von gelehrtenleiden gepeinigt wie kaum je einer, auch die heilung der schäden, die sie schlägt, von der gelehrtheit selbst erwartete (s. dort). Noch schärfer arbeiteten die neuen begriffe in Herder und Wieland, und wenn z. b. Abbt von jenem gerühmt wird als ein mann, der den stand des gelehrten unter die übrigen stände des lebens so vortreflich einzuschieben weisz, dasz man sieht, dieser schriftsteller war erst mensch, ehe er gelehrter wurde II, 268, so erhält das und vieles ähnliche seinen rechten hintergrund durch äuszerungen im tagebuch der reise v. j. 1769, wo er auf der see sich im reinen spiegel der natur spiegelte, mit schmerzlichster selbsterkenntnis sich nur als ein bücherwesen findend, z. b.: ich wäre (mit gesünderer vorbildung) nicht ein tintenfasz von gelehrter schriftstellerei, nicht ein wörterbuch von künsten und wissenschaften geworden .. ein repositorium voll papiere und bücher .. sachenvoll, nicht wortgelehrt u. s. w. IV, 347; wenn werde ich so weit sein, um alles, was ich gelernt, in mir zu zerstören, und nur selbst zu erfinden, was ich denke und lerne und glaube! 349; das ist der klägliche zustand unsers heutigen ganzen reiches der gelehrsamkeit. wir haben so viel zu lernen was andere gedacht, und endlich lernen wir selbst nichts als lernen u. s. w. 59, vergl. von der veränderung meiner gelehrten denkart (briefl.) lebensb. 2, 84. Der junge Wieland versteigt sich in der hitze des kampfes für vernunft, geschmack, genie bis in schimpfenden ton, s. z. b. von aufgedunsenen schulgelehrten sympathien 1758 s. 98, vom gemeinen haufen der aftergelehrten 137, kleinen geistern und elenden scribenten (beides nach Liscow) als ungeziefer 136, pedantischen, kleinmeisterischen magistern 133; unsre sophisten und dunse sind so sehr verblendet und von ihrer gelehrten unwissenheit so berauscht, dasz sie von erleuchteten zeiten schwazen und vom gipfel ihrer aufeinander gethürmten bücher .. auf die groszen genien des alterthums mit dummer verachtung hinabsehen. 99; Sokrates, der angesehene regenten, redner und gelehrte zu Athen für thoren erklärte, weil sie es nicht merken, dasz sie nichts wissen. 138. auch später ist seine grundstimmung dieselbe, in vielfacher spötterei wie in ernst geäuszert, wenn er z. b. in den Abderiten auch neuere gelehrte als Abderiten kennt 1, 148 (1781), wenn er in der vorrede zu Idris (1768) von mährchen spricht, in denen bei allem ansehen von ungereimtheit und frivolität ein gut theil mehr gesunde vernunft steckt als in hundert sehr ernsthaften folianten und quartbänden s. 15, sogar im Idris selbst von moralischer, psychologischer, gynäkologischer, politischer und sogar theologischer weisheit spricht, die darinn verborgen liegt s. 16; und auch im eignen gebiet der dichtung selber: und neue bahnen sich zu brechen (als dichter) heiszt in ein nest gelehrter wespen stechen. 19. In derselben strömung leben und weben dann auch Schiller und Göthe, die ja neben und zwischen ihrem schöpferischen thun als dichter beide zugleich in gebieten arbeiteten, die sonst der gelehrten welt angehören, mit der es denn an reibung nicht fehlte, auch in jener glücklichen zeit nicht, wo auf der höhe der neuen geisteswelt dichter und denker und forscher ersten ranges vielfach in getreuem zusammenarbeiten wie aus éinem mittelpunkte zu éinem ziele strebten. das ziel sprach Schiller in den künstlern 402 ff. u. a. aus (s. u. gelehrsamkeit 2, d, vergl. Göthe 33, 80 H.); andere äuszerungen sind nicht frei von bitterkeit, s. z. b. in der antrittsrede die unterscheidung des brotgelehrten und des philosophischen kopfes IX, 80 ff., wie früher schon des groszen gelehrten und des dumpfen pedanten mit gelehrter taglöhnerei III, 510, wie ähnlich bei Lessing: diejenigen gelehrten, es verdrüszt uns dasz wir sie so nennen sollen, welche die wissenschaften längst in ein handwerk verwandelt hätten, wenn ihr stolz nicht dafür bäte. 3, 195. Mit welcher stimmung den büchern gegenüber Göthe von der universität gieng, zeigt sein brief an die Öser febr. 1769, wo er sich wesentlich als philosophen behandelt, z. b.: auf diesem einfachen wege komme ich in erkenntnis der wahrheit oft so weit und weiter, als andre mit ihrer bibliothekarwissenschaft. ein groszer gelehrter ist selten ein groszer philosoph, und wer mit mühe viel bücher durchblättert hat, verachtet das leichte einfältige buch der natur u. s. w. d. j. Göthe 1, 53, eine stimmung, aus der dann auch Wagners bild im Faust, wie Fausts eignes verhalten flosz, auch seine gelehrtenleiden, die mephistophelische kritik der facultäten u. a., auch sonstige äuszerungen aus der geniezeit, z. b.: ehemals gab man nur gelehrsamkeit in solchen schriften preis, an der war doch nichts fürs menschengeschlecht verloren, jetzt mishandeln die herren guten sinn und empfindung! 33, 109 (d. j. Göthe 2, 431). aus spätern erfahrungen stammt ähnliches im zweiten theil des Faust, z. b. aus erfahrungen mit naturforschern: daran erkenn ich den gelehrten herrn! was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern, was ihr nicht faszt, das fehlt euch ganz und gar, was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr, was ihr nicht wägt, hat für euch kein gewicht, was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht. 41, 16 (v. 305 ff.), während den philologen gilt, was der erscheinenden Helena gegenüber ein gelahrter äuszert: die gegenwart verführt ins übertriebne, ich halte mich vor allem ans geschriebne. 41, 90 (v. 1920 ff.), vergl. dieselben in der Pandora als schmiede 57, 306. das und vieles andere ist denn bitterkeit, eigentlich nicht geringer als oben bei Wieland, nur anders, dichterisch ausgesprochen. aber auch geradezu tritt sie oft genug auf, besonders mündlich, auch in derbster form, s. z. b. bei Falk. 88. 30, bei Eckermann 1, 156 fg. 3, 37 fg., briefl. an Grüner 244 (v. j. 1832). wie dabei in ihm der ursprüngliche hohe gesichtspunkt wirkend blieb, zeigt z. b. seine klage: poesie und wissenschaft erschienen (nun) als die gröszten widersacher. 58, 150 (33, 99 H.), vergl. seine hoffnung auf die zukunft s. 124 (80) und die in den grund greifende ausführung in der geschichte der farbenlehre 53, 28 fg. (36, 83). vor der hand aber war die trennung beider unvermeidlich, herzog Carl August spricht die umkehrung des alten verhältnisses i. j. 1780 einmal wie schnippisch aus: der vorschlag, das gelehrte oder vielmehr das ungelehrte dichtende Deutschland zu beglücken (durch eine grosze nationale stiftung). Mercks br. 1, 240, also die dichter nunmehr geradezu die ungelehrten, wie im 17. jh. die gelehrten (c, γ). 3@d@eε) noch einigen zügen aus diesem kampfe, der nun einmal von zeit zu zeit sich wieder nötig macht, gönne man den platz, wenigstens aus dem 18. jh., obschon auch aus dem 19. jh. und der gegenwart viel dazu beizubringen wäre. man sah nun den geschmack, den neuen rettenden begriff, im widerspruch mit der gelehrsamkeit (vergl. dort 2, d), obschon auch in gelehrten kreisen schon länger eine eruditio elegans verlangt wurde, s. z. b. Tenzels unterr. 1689 s. 957 ff., wo der begriff gründlich erörtert wird (deutsch mit galante gelehrsamkeit wiedergegeben); so z. b. in einem neujahrswunschliede: Philint hat wirklich viel gelesen, gelehrt ist er vorlängst gewesen, das ist schon wahr: vernünftig wird die zeit ihn machen, wünscht ihm geschmack, an statt (über ihn) zu lachen, zum neuenjahr. Cronegk 2, 280. also auch vernünftig und gelehrt nicht an sich eins, wie in einer fabel 'die Athenienser', welche von Neptun mit dummheit geschlagen werden, weil sie die gunst der Athene der seinigen vorgezogen und, da sie sich um rettung davor an die göttin wenden, von dieser den bescheid erhalten: doch, wenn Neptunus eüch verstand und witz verkehrt, so mach ich, ihm zum trotz, eüch allesamt gelehrt. Drollinger 143, dazu die moral (und Drollinger war selbst gar sehr ein gelehrter): vernunft und wissenschaft, wir lernens von Athene, sind öfters nicht gepaart; beysammen stehn sie schöne; vergl. das. 191: so wird auch die gesunde vernunft durch eine falsche schulgelehrsamkeit verstellet (entstellt), nach Pope im essay on criticism v. 24 by false learning is good sense defac'd. man unterschied nun den gelehrten und den pedanten (im 17. jh. gern schulfuchs), dessen bekämpfung einen hauptzug in der aufsteigenden bewegung der zeit bildet, z. b.: pedantischgelehrte sind leute, welche weder nichts noch etwas gethan, sondern dasjenige, was sie gelernet, in tausend distinctiones eingeschrenkt, lauter verse aus dem Euripide und Seneca herbeten .. über einem lateinischen worte sich halb zu tode zanken, im übrigen aber um die untersuchung ihres herzens sich nicht bekümmern u. s. w. Benj. Neukirch anweisung zu teutschen briefen Lpz. 1735 s. 97, er unterscheidet nützlich, zierlich, tief oder scharf und pedantisch gelehrte s. 95; die andern gelehrten, welche bei ihrem lesen und lernen den verstand zuziehen und den nutzen der wahrheiten sehen, um welche sie sich mühe geben, haben gegen jene erstern eine starke verachtung, sie schelten ihre gelehrsamkeit für pedanterei und den gelehrten, welche sich darinnen hervorthun, geben sie den spottnamen der pedanten (folgt eine schilderung dieser). Bodmer mahler der sitten 1, 409; der begriff, nun verallgemeinert, ist eben vom gelehrten wesen ausgegangen, vergl. z. b. noch i. j. 1787 in einem königlichen erlasz an die universität Halle von pedantischen professores und wahren gelehrten männern (Bodemann J. G. Zimmermann 351). man suchte und empfahl den eintritt ins leben und die welt aus der bücherstube heraus, auch z. b. in bezug auf den stil: so trete der gelehrte in die grosze welt, um sich seiner cathedersprache zu entwöhnen. Herder fragm. 1, 138; am deutlichsten aber zeigt die gründe und notwendigkeit der umkehr von der alten richtung das bekenntnis Lessings von seiner schmerzvollsten eignen erfahrung in dem briefe an seine mutter 20. jan. 1749. 3@ee) abwehr und auflehnung des lebens, der lebendigen welt gegen die gelehrte, gegen falsche gelehrsamkeit ist übrigens alt, besonders lebhaft, ja leidenschaftlich im 15. jh., da predigte z. b. eine schrift, die sich die reformation des kaisers Sigmund nannte, 'die demüthigung der pflichtvergesznen groszen durch die kleinen, der fürsten durch die städte und ritter, der gelehrten durch die ungelehrten' (Gött. gel. anz. 1876 s. 1217 ff.). 3@e@aα) aus dem 15. jh. spätestens stammt das noch heute gangbare sprichwort gelehrt verkehrt u. ähnl.; als in der hölle Satans diener sich ihrer dienste rühmen, berichtet einer: herre, ich heisze Belial, wart (sieh), wie dir mein dienst gefall: ich mache die gelarten dasz sie werden die vorkarten und predigen, des sie thun nicht, mancher selber die ehe bricht u. s. w. Alsfelder pass. 400 (Haupt 3, 491), also die kleriker (s. 2, b), während der spruch im volke gewiss auch gegen die gelehrten juristen früh gesagt wurde, da die anwendung des römischen rechts auf deutsche verhältnisse jenen eindruck machen muszte; ir glerten oder verkerten haben uns leien alle ding mit dem latein verschlagen, wie die gaukler thuond 'verschwind als der wind, dasz (s) keiner wider find!' darumb verdrüszt die pfaffen und münch, dasz man teutsche büchlin druckt. Schades sat. 3, 174, 28, in einer flugschrift von 1525 (vergl. u. 2, e); (ich) hab auf propheten wenig fleisz (sagt ein könig), weil das sprichwort sagt: die gelehrten das sind gewönklich die verkerten. H. Sachs 11, 11 K.; weil er (der könig) also verschleuszt sein leben mit den schriftweisen und gelehrten, welche sind gewönklich die verkerten. 6, 117 fg. selbst mit den weisen als gelerten ward nicht besser verfahren, z. b. in einem schweizerischen spiel, wo ein alter Schweizer sich wegen der verzweifelten zustände der zeit bei einem bruoder (nach art des bruder Claus) rats erholt: nit wolt der bruoder, umb kein sach .. das ich zuon wysen söllte gan .. die wysen dörftend unser sachen vil böser und verwirrter machen, dann unser tag, sagt er, die glerten, allweg si gsin werit (wären) die verkerten u. s. w. Ruff etter Heini s. 81 Kott. Es heiszt besonders oft die gelerten die verkerten Luther bei Dietz 2, 63a, tischr. 4, 525, Frank spr. 1, 90b. 2, 163b; ein zeugnis aus volksmunde: ja, sprichstu (auf den rat, den sohn latein lernen zu lassen), wie, wenn es übel geret, das mein son ein ketzer oder sonst ein bube wird? denn die gelerten heiszt man die verkerten. Luther 5, 178a; es trifft heutiges tages bei dem grösten theil der weltweisen sehr gnau zu das sprüchwort der alten die gelehrten die verkehrten. Scriver seel. 2, 808. ein gedicht, das i. j. 1588 Fischart herausgab, ursprünglich verfaszt wahrscheinlich von einem wiedertäufer (W. Scherer bei Kurz, Fischarts dicht. 2, xliv ff.), nennt sich die gelehrten die verkehrten Fisch. 2, 329 ff. Kurz, es ficht hauptsächlich gegen die falschgelehrten der h. gschrift s. 353 (dagegen wargelehrten 332. 339), die clercgelehrten 332. 350, scheingelehrten 334; es (das sprichwort) brrt das thun und auch das leben etlicher weisen und gelehrten, warumb sie etwa (einst) die verkehrten von den alten wurden genant. 335; es meint die schriftglerten allermeist, die den buchstab hand on gottesgeist. 336; als nemlich die verkehrtgelehrten oder auch die gelehrtverkehrten. 332. Auch gelehrte verkehrte A. Gryphius 1, 764, gelehrte sind oft verkehrte poet. schnapsack Lpz. 1756 1, 154, je gelehrter, je verkehrter Henisch 1459, 22, Simpl. 1057 K., lat. doctissimus stultissimus Opel u. Cohn 30 j. krieg s. 418, vergl. 507; schon früh im 16. jh.: wie komt es, das man spricht: ie glerter, ie verruchter und verkerter? Murner narrenbeschw. 5, 136, in einem capitel von gelerten narren. wie der deutsche spruch bei Göthe nachklingt, s. u. 2, e, α. 3@e@bβ) auch noch schärfer im 16. 17. jh.: gelert leut seind auch etwa grosz narren, zu dem lat. vers saepius et doctis nulla est sapientia praesto. Frank spr. 2, 163b; es ist kein gelerter, er hat einen schiefer (sparren). 1, 90b, nachher das. von den fleischlich (weltlich) gelerten verkerten; gelert narren sind über all narren. 88b, vergl.kunst (wissenschaft) macht narren 90b, (studieren macht narren, dann 'studeo studui stultum' bringts mit sich Lehm. flor. 1, 493), die geschrauften weltweisen verkerte gelerten (vgl. die weltgelerten götter 2, 163b) im gegensatz zu den schlechten gerechten ydioten im heiligen geist 1, 29a, in einer ausführung des spruches die lüg darf gelerter, die warheit einfeltiger leut. das.; gelehrt narren sind über alle narren. Henisch 1458, 64; gelehrte hasen fallen stets in die schulgarn. Lehman flor. 1, 322, vergl. von lateinischen hasen bei Schupp u. 2, d. im 17. jh.; ist geradezu von gelehrten lügen die rede Tentzel mon. unt. 1697 s. 797 (es sind meist überlieferte wahnvorstellungen), von gelehrten Eulenspiegeln Moscherosch Phil. 1644 reg. (auch gelehrte ohne gott das.), vergl.gelehrter charlatan Lessing 11, 609 und dazu Mencken u. d, α. vergl. bei Murner von einer gelehrten narrenzunft: die welt ist also wol gelert, das sie das gras jetzt wachsen hört. narrenbeschw. 49 überschr.; dann sie die greslin wachsen hört und ist vil basz dann gott gelert. 49, 18. 3@e@gγ) am schärfsten aber gegenwärtig beim gemeinen mann, wenn z. b. ein gelehrter als knabe, als er i. j. 1847 auf die schule kam und vom studieren sprach, im Erzgebirge von einer verwandten gefragt wurde: du willst wol ein gelehrtes rindvieh werden? der ausdruck ist weit verbreitet (auch studiert gleich dumm, von einem pferde Fr. Reuter 9, 170), das derbe darin meint wesentlich unbrauchbarkeit fürs leben (wie pedant). aus volksmund stammt wol auch, wenn nicht aus studentischem, was Gellert dafür setzt, wenn er einem freunde von dem zeugnis schreibt, das ihm die philosophische facultät i. j. 1751 ausstellte: ich hätte es aber bald zerrissen, weil man mich zu sehr gelobt und ein rechtes gelehrtes rhinoceros aus mir gemacht hat. schriften 1839 8, 18. vergl. im 16. jh. gelehrter kauz, vom nächtlichen stubenhocken, von Gargantua im munde seines vaters, als er auf die hohe schule nach Paris zieht: er wird zukünftig noch ein gelehrter kautz werden, wann er under die stoszvögel kompt, auch wie keyser Augustus und keyser Sigmund den gelehrten noch wider in stegreif helfen. Fischart Garg. 146b (Sch. 269), bei Rabelais il sera grand clerc au temps advenir 1, 16. jenes urtheil aus dem volke erscheint auch auf der höhe der gelehrten welt selber, wenn z. b. Kant in der nachricht von seinen vorlesungen für den winter 1765 /66 seine methode zeichnet, die erstlich den verständigen, dann den vernünftigen mann und endlich den gelehrten bilden solle, dann aber bemerkt: wenn man diese methode umkehrt, so erschnappt der schüler eine art von vernunft, ehe noch der verstand an ihm ausgebildet wurde u. s. w. dieses ist die ursache, weswegen man nicht selten gelehrte (eigentlich studierte) antrifft, die wenig verstand zeigen, und warum die akademien mehr abgeschmackte köpfe in die welt schicken als irgend ein anderer stand des gemeinen wesens. samml. kleiner schr. von Kant, herausg. von Rink n. 1800 s. 58. da ist es denn seltsam, wenn seit einiger zeit unter studenten gelehrt, z. b. 'sie kommen mir heute abend recht gelehrt vor', als eine beleidigung gilt, die sühne fordert, als ob man der warnung Kants oder auch Bürgers (s. u. d, γ), auf alle fälle aber dem gelehrten rindvieh im volksmund aus dem wege gehen wollte. 3@ff) auch sonst sind die sprichwörter den schattenseiten des gelehrtenwesens scharf auf den fersen, z. b.: die gelehrtesten sind nicht allzeit die weisesten. Henisch 1458; all zu gelehrt taugt nicht. das.; der ist hochgelehrt, der sich selbst kennen lehrt (lernt); wenig gelehrt, wenig irthumbs; daheim ist gut gelehrt sein; der platz macht einen nicht gelehrt. 1459; heut gelehrt, morgen gelehrter; ohn erfahrung ist niemand gelehrt; vernunft und witz gibt gelehrte leut; volle becher machen selten weis und gelehrt; wer bei allen spielen will sein, der wird selten gelehrt; wer vil fragt, der wird gelehrt, aber unwerth oder unangenem; zu einem ohr ein, zum andern wider hinaus macht selten weis und gelehrt; gelehrt, fromm und reich ist nicht ein ding; gelehrt sein ohn gottes forcht ist galle und gift. das.; der teufel ist geschickt und gelehrt, aber doch nicht fromm. Lehman flor. 1, 319; wer ist gelehrter als der teufel, doch thut er das gut nicht was er weisz. 323; studieren macht gelehrt, nicht fromb. 490, vgl.: welche philosophiam und jura studieren, die werden dadurch weiter von gott abgeführt, als der vom land uffs hohe meer segelt 493, und: studieren hat kein end und ist niemands gelehrt gnug 495; kan ein gelehrter geld gewinnen, so thut er nichts nach rechtem sinnen. 319; gelehrt leut gucken überall aus. das.; mancher ist gelehrt gnug, aber nicht geschickt gnug, er weisz sein waar nit zu markt zu bringen und ist zu geschäften so viel nütz als ein kuh zum galliardtanz. 320; ein leere nusz und gelehrter philosophus werden beide zu geschäften nicht gebraucht. 321; ein bawer gibt nicht ein wurst umb aller gelehrten kunst (wissen). 322; die gelehrten seind wie jener fuchs, der viel renk wust, ward doch gefangen, und die katz kont nur éin kunst und errett ihr leben. 323; wer gelehrt ist und nicht darnach lebt, ist wie ein guter wein im schimmlichen fasz. das.; ein gelehrter ist wie ein getüncht haus, wenns dawider hagelt, schneit und regnet, so felt die angestrichne farb ab und guckt der leimen herfür. das.; gelehrte leut loben tugend und thun die laster. 324; gelehrte leut halten sich in dem verdacht, sie sind auch weise leut und verstehen alle ding, wenn man sie von ihrem mist und büchern führt, bringen sie so ebenthewrliche ding vor, wie die fabian. das.; der herr Christus hat am meisten von gelehrten müssen leiden. 325, was als ausspruch des bruder Claus von der Flüe angegeben wird Zinkgref apophth. 1, 152 (wo und noch hinzugefügt ist). 3@gg) aber auch, wie als begütigende antwort auf jenes gelehrt verkehrt u. s. w.: der gelehrte, der werthe. Henisch 1458; ein gelehrter ist höher zu achten dann zween ungelehrte; der ungelehrt hasset allweg den gelehrten; ein ungelehrter kan keinen gelehrten loben; gelerte und ungelerte seind so weit zu unterscheiden, als lebendige und todte; man findet mehr schuler dann gelehrte meister; der gelehrte wird bei der gedult bewärt; das glück hasset überaus weis, gelehrt leut, die mit vernunft all ding vermögen; gelehrte leut kommen allenthalben aus. 1459; der ist weis und wol gelehrt, der alle ding zum besten kehrt. das.; mehr gibt der schatz gelehrter leut, denn reicher gelt und vil ausbeut. 1459; ein herr darf nicht lauter jäger und reuter, er musz auch schreiber und gelehrte haben; ein narr mag keinen gelehrten kennen; fleisz macht gelehrt und weis; man schlaft sich nicht gelehrt; ketzer machen trewe prediger gelehrt; gelehrten ist gut predigen. das.; der gelehrt ist werth. Lehm. 1, 319; ein gelehrter weisz mehr in einem item, denn der ander in summa summarum. 318; ein gelehrter kan predigen und studirt nicht darauf, kan die grillen im loch verkleiben, kan ein latern vors liecht machen. das.; wer ist gelehrt in kunst und recht, der ist nur anderer leut knecht. das.; gelehrte seind geschickt zu regieren, soldaten zu beschirmen. das.; gelehrte leut haben nur mit den todten zu thun, reden und bereden sich mit ihnen, drumb werden sie selten alt. 320; wer nur geschickt und gelehrt will sein, der wird nicht reich. 321; den gelehrten gibt man nichts umbsonst. das.; mit weisen, gelehrten leuten regieren fürsten und obrigkeiten ihre land, nicht mit reichen. 323; kunst und gelehrt sein ist bei armen silber, bei reichen gold, bei fürsten und herrn edelgestein. das.; es ist besser, man hab mit gelehrten als mit ungelehrten zu thun, den gelehrten ist gut predigen. 324; an eines gelehrten weisen manns tod geschicht mehr schaden als an eines königs. das.; halb gelehret sind störer (pfuscher) bei (neben) gelehrten meistern. 489; der lernt nichts, der nach seinem kopf will gelehrt werden, wie der patient nicht zur gesundheit gelangt, der nach seinem gefallen wil curirt sein. 492. 44) substantivisch, der gelehrte, vergl. schon ahd. thiê gilêrton, scribae u. 2, a. 4@aa) begrifflich unterschieden werden gelehrte und laien (s. 2, a und c, auch gelerter lai das. 15. jh.): darumb sein alle christen man pfaffen (priester), alle weiber pfeffin, es sei .. fraw oder magd, geleret oder leye. Luther bei Dietz 2, 63a; zu ihrer strafpredigt gegen die gelehrten im namen der armen layen, unter denen ich der vornehmste bin, sage ich von grund des herzens amen. Hamann 8, 394; vergl. u. 3, e, α aus Schade die klage der laien gegen die gelehrten wegen des lateins im 16. jh. auch standesmäszig gelehrte und bürger (es ist dabei nur an die stadt gedacht), z. b.: die mittelmeszigen (mittelstände), als bürger, gelarten und wer etwas ist oder sein kan. Luther in Bindseils bibel 7, 388; vielleicht wundern sich manche über das gute vernehmen unter den handwerkern und gelehrten jener kindheit (bei Homer). Hamann 2, 76. gern auch mehr scherzhaft, z. b.: auf der gallerie befanden sich die kenner und die gelehrten. sie wuszten auf ein haar, wenn der schauspieler nicht recht hamburgisch kauderwelschte (im unterschied vom parterre-publicum). Lessings bruder 13, 143, die in die mundart eingeweihten, denen gegenüber jene laien sind. vergl. die gelehrten des Kladderadatsch. 4@bb) daneben übrigens noch nach älterer art ein gelehrter mann, vir doctus, noch jetzt unter umständen lieber und gewichtiger als ein gelehrter, z. b.: es hat sich begeben, das zusamen kommen sind zu Speyr in einem wirtshaus ein geleerter man und ein rauher kriegischer edelmann .. der gut geleert man mocht nit zu red kommen. Wickram rollw. 132, 7. 16 ff., wo jetzt nur ein gelehrter, der gute gelehrte gebräuchlich wäre; auch das ist von einem so gelehrten manne angenehm zu wissen. Lessing 11, 746. ebenso gelehrte leute (jetzt lieber männer): es hat uns gott der allmechtige vater zu dieser zeit viel trefflicher gelerter leute gegeben. Luther der pr. Sacharja 1528 A ija; wann er (Erasmus) sahe, dasz gelehrte leute groszen gebrech an gelt hatten ... sagte er: das gelt sterket das herz, aber wir arme schulfüchs erfahren dasselbig nicht. Weidners Zincgref 3, 174. 4@cc) recht substantivisch wird es doch erst durch zutritt eines adjectivs, z. b. ein groszer gelehrter (nicht lat.), berühmter gelehrter u. s. w., ein schlechter gelehrter, literator, grammatistes Sueton. Henisch 1458 (s. dazu u. 2, d, α, wo schlecht gelerter Dasyp.); auch ein halber gelehrter, schon im 16. jh. (halb glerter a. a. o.): und (sie) denn gern wolten hundert gülden geben für einen halben gelerten, da sie itzt nicht zehen gegeben hetten für zween ganz gelerten. Luther 5, 173a, das letzte doch wieder adjectivisch, wie halb gelehrt, semidoctus, sciolus, was halb studiert, das wird halb gelehrt Henisch 1458, vergl. die halbgelehrten Gellert u. 3, d, β. 4@dd) das schwanken zwischen adj. und subst. verrät sich auch in dem schwanken zwischen starker und schwacher bildung. im plur. ist zwar letztere schon früher vorherschend (schon ahd. gilêrton u. 2, a), aber auch noch im 16. jh. die gelert, d. h. gelerte, z. b. Erasmum und ander gelert Schade sat. 2, 120 (2, d, α); gschickter dann all buochgelert. Frank spr. 1, 160a; noch im 17. jh. oberd. halb gelehret, halbgelehrte Lehm. flor. 1, 489 (s. u. 3, g). im sing. selbst endungslos, geleret oder leye Luther u. a, gelehrter. im pl. setzt sich gelehrten für gelehrte fort bis ins 18. jh.: bürger, gelarten. Luther u. a; gelehrten seind oft gegen ungelehrten weltleuten wie ein fabian (pavian) gegen menschen. Lehm. flor. 1, 322; untadelhafte gottesgelehrten. Lessing 11, 450; vor alters zankten sich, die wahrheit aufzuklären, gelehrten, ob die weiber menschen wären. Schillers anthol. 109 (I, 263). neben die gelehrten doch noch alle, viele gelehrte (doch auch nicht ohne schwanken): alle gelehrte freuen sich über die neue einrichtung der Wolfenbüttelschen weltberufenen bibliothec. Weichmann vor Brockes ird. vergn. 1, 5a. noch jetzt schwankt stark und schwach in mancher gelehrte oder gelehrter (vergl. Zimmerm. u. 5, b). 4@ee) auch fem. eine gelehrte (aber nicht die gelehrte), z. b.: des Ursus verlobte ist auch eine gelehrte. Schillers Lotte briefl., s. u. 3, c, γ. 4@ff) dazu schriftgelehrter, rechtsgelehrter (s. u. 1, d), gottesgelehrter Lessing 11, 495 u. o., buchgelehrter (s. Frank vorhin), sprachgelehrter, wortgelehrter, philolog Hagedorn 1, 93 anm., kunstgelehrter (s. d.), weisheitgelehrter philosophus Stieler 1128, die blumgelehrten botaniker Frisch 1, 508c u. ö., staatsgelehrter, politicus Ludwig 727. auch stubengelehrter (Zimmerm. eins. 2, 23), zunftgelehrter, fachgelehrter u. a., privatgelehrter. 4@gg) auch das n. als subst., gelehrt, gelehrsamkeit: man hat dich, klug, und dich, gelehrt, weit abgesondert oft verehrt. Logau 3, 3, 94. 55) der gebrauch des adj. gibt noch zu bemerken, 5@aa) es heiszt gelehrt sein, werden, ein gelehrter: ich bin nicht gelehrt, ich habe nie die absicht gehabt gelehrt zu werden. Lessing 11, 747 (s. u. 3, d, δ); warum nicht heut zu tage die leute so gelehrt würden, als zur zeit Ciceronis? Schupp. 552 (s. 3, a). werd ich auch halb nur gelehrt, bin ich doch doppelt beglückt. Göthe 1, 265. wie da halb gelehrt, so ganz gelert Luther u. 4, c, gar gelehrt doctus absolute Henisch 1458, sehr gelehrt, im 16. jh. z. b.: wie er auch solchs sein angefangen lustig und nützlich werk (sein fabelbuch) mit einer sehr gelehrten vorrede zieret. Mathes. Luther 93b. ein wenig gelehrt, mit einiger gelehrter bildung: die Teutschen wissen gar nit, wie sie mit diesem buochstaben (dem w, das ja im lat. alphabet fehlte) dran sein, die ein wenig gelert sein, nennen in ein zwifach u. Ickelsamer gramm. B 1b. wol gelehrt Henisch 1459 (s. u. 3, g), schlecht gelehrt s. 3, d, α, dazu u. 2, d, α, in bezug aufs mönchslatein; s. auch buchgelehrt, schulgelehrt (Haged. u. 3, d, γ). das höchste ist grundgelehrt (grundgelahrt Ludwig 727), tief oder hochgelehrt (s. d.), hoch und tief gelahrt Bürger 319b (s. u. 3, d, γ): es ist nit wissend, ob er (der abt) hochgelert sy gwesen und die hochen schuolen gesuocht habe. Oheim chr. v. Reichenau 162, 19; auch mit comp.: es müge ein ieder sein gewissen ratsfragen odder bei hoher gelerten andern verstand suchen. Luther wider den wucher 1541 A 4a. titelmäszig im vorigen jh. z. b. bei B. Neukirch anweisung zu teutschen briefen s. 123: wegen der wissenschaften tituliret man einen doctor den wohledlen, hochgelehrten, einen d. juris den hochrechtsgelehrten, (rechtshochgelehrt Rabener 2, 142), während ein magister nur wohlgelehrt heiszt, s. auch hochwolgelehrt von einem geistlichen (17. jh.) und vergl. A. Stölzel die entwicklung des gelehrten richterthums 1, 41. 5@bb) gelehrt heiszt auch alles was sich auf den gelehrten bezieht, im 17. 18. jh. übrigens in vielen fällen gebraucht, wo jetzt wissenschaftlich steht, wie gelehrsamkeit (s. d. 2, b) für das heutige wissenschaft. 5@b@aα) nicht nur geistig, wie gelehrte studien, gelehrtes wissen (Gryph. 2, 116), gelehrte bildung, erziehung, auch wiszbegierde Gellert 6, 249, sondern auch gelehrte zunge, hand, mund, z. b.: der herr hat mir eine gelerte zunge gegeben. Jes. 50, 4; ein gute kunst und gelehrte hand passieret frei durch alle land. Henisch 1458, wobei an die kunst des schreibens und alle wirkungen die davon ausgehen, zu denken ist: dir sind die sprachen kund, die ganz Europa liebt, und dein gelehrter mund kan reden was er will. Opitz 1, 12. selbst gelehrte feder J. Paul 54, 27. 5@b@bβ) wie bestimmt gelehrt auch als adj. zu der gelehrte gebraucht wird, zeigt recht deutlich z. b. die gelehrte krankheit, hypochondrie u. ä. (s. u. gelehrtenkrankheit), gelehrte seuchen (geistig) Rabener 1755 2, 138, auch eine gelehrte unterkehle 2, 142, das gelehrte kraut vom tabak Stoppe 1, 113 (weim. jahrb. 2, 259), wie noch später der gelehrte für sich immer rauchend gedacht ist: mancher gelehrter glaubt auch allzubescheiden, dasz er nicht hoffen dürfe im weltumgange sich zu zeigen, deswegen raucht er lieber seine pfeife zur seite. Zimmermann eins. 2, 23. so ist von gelehrter tracht die rede, wie sie der gelehrte trägt, im höchsten sinn von der amtstracht des universitätsrectors: vor heute küss ich dir (d. h. Mencken) den saum gelehrter tracht, woran der hermelin die würde kennbar macht. Günther 739. so gelehrte titel und ämter Rabener (1755) 2, 141, gelehrter ruhm 142, was doch zugleich ins folg. übertritt, wie manches andere, z. b. gelehrte ruh, wie sie der gelehrte in seiner gelehrsamkeit findet: der rühmt dir alles nach, was grosze seelen schmückt und weisen glücklich macht, du hast ein stilles leben nebst sinnen, stand und herz gelehrter ruh ergeben. Günther 743. 719; gelehrte sprachen Herder II, 357, die lateinische und griechische, die der gelehrte kennt und die die gelehrsamkeit vermitteln, doch auch im 18. jahrh. schon von neueren sprachen: unterricht .. in allen neuern gelehrten sprachen. Kästner 2, 193 (1772); gelehrte reisen Hagedorn 1, 59 (vgl. gelehrtenreise), gelehrte stadt Opitz 2, 44, gelehrte nation Herder II, 357, gelehrtes unwesen Wienbarg ästh. feldz. 71. 5@b@gγ) da wird der begriff zugleich pluralisch, als adj. zu gelehrte, die gelehrten, oder zu gelehrtenwelt, besonders deutlich in gelehrte historie im 17. 18. jh., d. h. aufzählung und schilderung der gelehrten eines faches, landes u. ä., wie z. b. der junge Gottsched spottet über die, die schon (wieder) von den scribenten der gelehrten historie auf historische weise gehandelt haben. vern. tadl. 1, 341 (vergl. gelehrtenhistorie). oder in gelehrte räuberei, wie sie in der gelehrtenwelt herkömmlich ist, plagiat: sie (diese art gelehrten) vergeben einem werke alle wiederholungen, ausschweifungen und gelehrte räubereyen, wenn es nur ein corpus doctrinae ist. der Druide Berl. 1749 90. stück. gelehrte eitelkeit Rabener (1755) 1, 169. 2, 123, wie sie sich bei gelehrten leicht entwickelt, gelehrter hochmuth, wind 2, 147, gelehrte grobheit, wie sie gelehrte gern üben, z. b. an Wieland fand Mozart eine gewisse gelehrte grobheit (briefl. aus Mannheim jan. 1778). gelehrte grillen, schrullen u. a. 5@cc) auch zu gelehrsamkeit, gelehrtenwelt u. ä. dient es als adj. (vom vorigen doch nicht rein zu scheiden), z. b. in die gelehrte welt, das gelehrte wesen: ich bekenne, dasz ich in meiner ersten jugend geneigt gewesen, viel zu verwerfen, so in der gelehrten welt eingeführet. Leibnitz 419a Erdm. (woraus im sprechen leicht gelehrtenwelt wurde); die weisen von Abdera und die Schildbürger des gelehrten wesens daselbst. Hamann 4, 387. gelehrte schrift, vorrede (Mathesius unter a), gelehrte fragen, probleme (J. Paul 54, 24), gespräche u. s. w.; gelehrte zeitungen Abbt 1, 28, gelehrte anzeigen und tagebücher Lessing 9, 108; gelehrte fehde, streitigkeiten u. ä.: da kam ein newer glerter streit. Fischart ged. 2, 340 Kz.; ich will diesen satz mit nichts beweisen, als mit unsern gelehrten streitigkeiten. Rabener 1, 25, wie sie in unsrer gelehrtenwelt vorkommen. auch gelehrter wind Günther 858, wust Bürger 318a, dunst: diesz sag ich allen kleinen geistern: auch ihr sucht durch gelehrten dunst der welt die augen zu verkleistern u. s. w. Lichtwer fabeln 3, 2. selbst gelehrte unsterblichkeit, wie sie in der gelehrten welt, in den büchern gilt Hamann 4, 316, auch durch gelehrsamkeit erworbene. hierher auch gelehrte schule, bildungsanstalt Fichte wesen des gel. 114, jenes noch neuerdings neben gelehrtenschule, z. b.: bei alle dem ist meine meinung nicht, das studium der alten aus den gelehrten schulen zu verbannen. Pfizer briefw. zweier D. 215. der begriff ist recht deutlich in gelehrter freund, wie wir auch einen nennen, den wir damit nicht als gelehrt preisen wollen, sondern mit dem wir durch gelehrte studien verbunden sind.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gelehrt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gelehrt , -er, -este, adj. et adv. welches eigentlich das Mittelwort des Zeitwortes lehren ist, aber doch in einigen Bed…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gelehrt

    Goethe-Wörterbuch

    gelehrt vereinzelt (iron) die ältere Nebenform ‘gelahrt’; gelegentl Großschr; subst (Kleinschr ‘etw g-es’ B17,119,1 ) au…

  3. modern
    Dialekt
    gelehrtAdj.

    Pfälzisches Wb.

    ge-lehrt Adj. : wie schd., umgspr., gelehʳt [vereinzelt]. SprW.: Je gelehʳteʳ , je verkehʳteʳ [ GH-Nd'lustdt ]; auch: Wu…

  4. Sprichwörter
    Gelehrt

    Wander (Sprichwörter)

    Gelehrt 1. Allzu gelehrt taugt nicht. – Henisch, 1458, 48. 2. Der gelert, der (ist) werdt. – Franck, I, 89 a ; Lehmann, …

  5. Spezial
    gelehrt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ge|lehrt adj. 1 studié (-iá, -iada), istruí (-is, -ida) 2 (wissenschaftlich) scientifich (-cs, -ca)

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gelehrt

66 Bildungen · 56 Erstglied · 7 Zweitglied · 3 Ableitungen

gelehrt‑ als Erstglied (30 von 56)

gelehrtchen

DWB

gelehrt·chen

gelehrtchen , n. gelehrter in spöttischer verkleinerung: man nennt sie ( in der gelehrten zeitung ) ein junges gelehrtchen, welches überall …

Gelehrte Gesellschaften

Meyers

Gelehrte Gesellschaften , Vereine von wissenschaftlich gebildeten Männern zu irgend einem wissenschaftlichen Zweck, sind entweder permanent,…

gelehrtenbank

DWB

gelehrte·n·bank

gelehrtenbank , f. ' in verschiedenen gerichten und feierlichen versammlungen, eine bank auf welcher die gelehrten als mitglieder bürgerlich…

gelehrtenberuf

DWB

gelehrte·n·beruf

gelehrtenberuf , m. : der höhere und eigentliche gelehrten-beruf. Fichte wesen des gelehrten 144. 149 u. ö.; aber auch die heiligkeit des ge…

gelehrtenbildung

DWB

gelehrte·n·bildung

gelehrtenbildung , f. : es ist durchaus nicht der zweck der gelehrten-bildung subalterne zu erziehen. Fichte wesen des gel. 148 .

gelehrtengeschichte

DWB

gelehrte·n·geschichte

gelehrtengeschichte , f. wie früher gelehrtenhistorie ( s. d. ): ich zweifele, dasz man in unserer ganzen deutschen gelehrten- und bücherges…

gelehrtengesicht

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gelehrte·n·gesicht

gelehrtengesicht , n. : seine matten grauen augen und sein blutloses gelehrtengesicht. J. Paul flegelj. 1, 91 (62).

Gelehrtenglaube

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gelehrte·n·glaube

Gelehrtenglaube ‘Volks- und Gelehrtenglaube’ für eine selbst von Wissenschaftlern vertretene Absurdität, unsinnige (populäre) Vorstellung B4…

gelehrtenhasser

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gelehrte·n·hasser

gelehrtenhasser , m. gelehrtenfeind: kunstneider, gelehrtenhasser, nichtskönnige thoren. Garg. 279 a ( Sch. 526).

gelehrtenhistorie

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gelehrte·n·historie

gelehrtenhistorie , f. gelehrtengeschichte: die gelehrtenhistorie unsrer zeit. Rabener 2, 168. 204 , auch die gelehrte historie 2, 152, s. d…

gelehrtenkaste

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gelehrte·n·kaste

gelehrtenkaste , f. : weil dieses wissen von einer eifersüchtigen gelehrtenkaste geheim gehalten wird. Pfizer briefw. zw. D. 213 . s. kaste …

gelehrtenkrankheit

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gelehrte·n·krankheit

gelehrtenkrankheit , f. krankheit wie sie bei gelehrten sich entwickelt Hufeland makrob. 2, 27 : fi, herr sohn, hypochondrisch? das ist eine…

Gelehrtenkreis

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gelehrte·n·kreis

Gelehrtenkreis für eine (methodisch einseitig arbeitende) Gruppe von Geisteswissenschaftlern Tgb 8.1.30 Horst Fleig H. F.

gelehrtenleben

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gelehrte·n·leben

gelehrtenleben , n. leben eines gelehrten: das eingesperrte gelehrtenleben. Zimmermann eins. 2, 46 ; das war ein rechtes gelehrtenleben voll…

gelehrtenlexicon

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gelehrte·n·lexicon

gelehrtenlexicon , n. lexicon von gelehrten, gelehrtenhistorie in lexiconsform, z. b. Jöchers gelehrtenlexicon. wieder auch ein gelehrteslex…

gelehrtenregister

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gelehrte·n·register

gelehrtenregister , n. : dasz sich Götte zu todt schreiben musz, wenn er sie alle in sein gelehrten-register bringen will. Wieland sympathie…

gelehrtenreise

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gelehrte·n·reise

gelehrtenreise , f. : einige berühmte männer, die ich auf einer projectirten gelehrten-reise bald zu sprechen hoffe. Claudius 6, 135 , späte…

gelehrtenrepublik

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gelehrte·n·republik

gelehrtenrepublik , f. respublica literaria, die gelehrten als gegliederter staat gedacht: die deutsche gelehrtenrepublik, ihre einrichtung …

gelehrt als Zweitglied (7 von 7)

gottesgelehrt

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gottes·gelehrt

gottesgelehrt , adj. , die im 16./17. jh. mehrmals belegte fugenlose bildung gottgelehrt findet sich im 18. jh. nur noch vereinzelt in adjek…

grundgelehrt

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grund·gelehrt

grundgelehrt , adj. , mit dem 17. jh. auftretend und literarisch rasch verbreitet, vereinzelt von der mundart aufgenommen grondgele i ert lu…

hochgelehrt

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hoch·gelehrt

hochgelehrt , part. : herzog George, der hochgelerte man. Luther 6, 24 b ; dem hochgelehrten herrn d. Conrad Gesner. Forer fischb. 119 b ; m…

rechtsgelehrt

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rechts·gelehrt

rechtsgelehrt , part. sciens jus Steinbach 1, 1040 , vgl. gelehrt 1, d, th. 4 1 , 2960, mit der ältern nebenform rechtsgelahrt, s. dazu gela…

ungelehrt

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ungelehrt , part.-adj. adv. , im allg. gth. von gelehrt, nimmt nicht nur an der geschichte seines grundwortes ( th. 4, 1, 2, 2959 ff. ) geme…

weingelehrt

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wein·gelehrt

-gelehrt , adj. part. in der kenntnisz des weines und seiner güte erfahren Adelung. zuerst nennt J. Fr. Löwen 1 (1765) 116 Diogenes den wein…

wohlgelehrt

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wohl·gelehrt

wohlgelehrt , wohlgelahrt , adj. die form mit -a- steht seit dem mhd. neben der mit -e-, vgl. gelahrt , teil 4, 1, 2, sp. 2853. wohlgelahrt …

Ableitungen von gelehrt (3 von 3)

gelehrte

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gelehrte , f. gelehrsamkeit, ahd. gilêrtî facundia Graff 2, 260 , sicher auch mhd. gelêrte f., wie mnd. gelêrde Sch. u. L. 2, 42 a , auch no…

ungelehrt

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ungelehrt , part.-adj. adv. , im allg. gth. von gelehrt, nimmt nicht nur an der geschichte seines grundwortes ( th. 4, 1, 2, 2959 ff. ) geme…

ungelehrte

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ungelehrte , f. , ungelehrsamkeit, gth. gelehrte, Stumpf chr. 594 b (149 b ). —