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Lehren

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Lehren v., trs, intrs

Bd. 3, Sp. 77a
Lehren, v. trs. ehemahls als ein intrs. überhaupt, lautes Geräusch verursachen, besonders schreien, in welcher Bedeutung noch in manchen gemeinen Sprecharten lören, für schreien, heulen  vorkömmt. Dann bedeutete ehemahls lehren in engerer Bedeutung, laut und deutlich hersagen oder vorsprechen; daher ein gelehrter Eid, ein Eid, welchen man einem Andern zum Nachsprechen laut vorsagte; auch ein gestabter Eid. Jetzt heißt lehren nur, Begriffe und Kenntnisse mittheilen, beibringen, eigentlich durch mündlichen Vortrag, dann aber auch auf jede andere Art. Der öffentliche Schullehrer lehrt in der Schule, der Hauslehrer im Hause. Kristus lehrte öffentlich, an öffentlichen Orten, wo jedermann ihm zuhören konnte. Die Sache, oder der Gegenstand, welchen man lehrt, wird in den vierten Fall gesetzt. Eine Wissenschaft, Kunst, die Arzeneiwissenschaft, die Rechnenkunst, das Lesen, das Schreiben  lehren, ein Geschäft daraus machen, solche Andern beizubringen. »Ih bins, der Gerechtigkeit lehrt.« Es. 63, 1. »Der Prediger lehrt die Wahrheit des Kristenthums auf der Kanzel für Jedermann, der in die Kirche kommen und zuhören will, er unterrichtet aber die Kinder darin, die man ihm in das Haus schickt, um zum Abendmahle vorbereitet zu werden.« Eberhard. »Ein Schriftsteller lehrt durch seine Schriften die Jedermann lesen kann, er unterrichtet aber diejenigen, die sich ihm besonders anvertrauen.« Ders. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung. Das lehrt die Vernunft, der gesunde Menschenverstand, die Erfahrung. Leiden lehrt Geduld, im Leiden lernt man geduldig sein. »Armuth lehrt viel Böses,« Sir. 30, 10. d. h. in der Armuth wird man zu vielem Bösen versucht, sie giebt gleichsam Veranlassung dazu. Den Gegenstand, welcher gelehrt wird, druckt man oft auch durch ein Aussagewort in der unbestimmten Form aus. Lesen, schreiben, rechnen, zeichnen, singen, tanzen  lehren. Noth lehrt beten. »Anfechtung lehrt aufs Wort merken.« Es. 28, 19. Was Menschen hoffen lehrt, ist keine Lehre Gottes. Lessing. (R.) Wird die Person ausgedruckt, welcher man Begriffe, Erkenntnisse oder Fertigkeiten mitzutheilen oder beizubringen sucht, so geschieht dies vermittelst des vierten Falles (wie bei ähnlichen Wörtern, als unterrichten ), wenn die Sache, welche gelehrt wird nicht zugleich mit bezeichnet wird. »Daß sie lehren ihre Kinder.« 5 Mos. 22, 21. »Lerne vor selbst, ehe du Andere lehrest.« Sir. 18, 20, Dieser vierte Fall der Person bleibt auch, wenn der Gegenstand des Lehrens durch ein Aussagewort in der unbestimmten Form bezeichnet wird, in welchem Falle das mit dem Aussageworte gewöhnlich verbundene zu weggelassen wird. Ein Kind schreiben, rechnen, tanzen lehren. »Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen« Ps. 143, 10. »Er schlichtete ihre kleinen Zwiste, und lehrte sie gütig sein.« Geßner. »Aus Schilf lehrte er sie Flöten machen.« Ders. Auch in weiterer Bedeutung von Thieren, welchen man Kunstfertigkeiten beibringt. Einen Bären tanzen lehren. Nur dann, wenn das Aussagewort, welches den Gegenstand des Lehrens bezeichnet zu weit hinter dem Worte lehren stehet, ist das Wörtchen zu statthaft und selbst nothwendig. »Gleich einem ungezähmten Rosse, das noch kein Gebiß des Reiters gelehrt hat, seine Schritte mit Vorsicht abzumessen.« Dusch. Der Knabe, den Iin gelehrt Auf jede Schönheit der Natur zu merken. Kleist. Zuweilen wird die unbestimmte Form des Sagewortes, welches den Gegenstand des Lehrens anzeigt, auch umschrieben. Lehre mich, wie ich es machen soll. I gemeinen Leben bezeichnet es oft einen Befehl oder ein Verbot mit einem gewissen Unwillen oder einer Drohung verbunden. Ih will dich gehen lehren. Warte, ich werde dich schreien, ich will dich schweigen lehren. Wird aber der Gegenstand des Lehrens durch ein Grundwort und zugleich die Person, welcher etwas gelehrt wird, bezeichnet, so setzt man die Person in den dritten Fall. Obgleich diese Fügung die feltnere ist und die meisten Schriftsteller den vierten Fall der Sache und der Person gebrauchen, z. B. »Er lehrte sie viele Lieder,« Geßner; »Ältern, die ihre Kinder Weisheit und Sitten von den ersten Jahren an lehren,« Gellert: so ist sie doch die richtigere und natürlichere, indem es der gewöhnlichen richtigen Fügung gemäß ist zu sagen, er lehrt (was?) eine Kunst (wem?) dem Knaben, und indem niemand wird sagen wollen, es ist mich diese Sache so gelehrt worden, und du wirst die Lateinische Sprache gelehrt. Auf einige andere Wörter, welche mit dem vierten Fall der Sache und der Person gefügt werden, als nennen, heißen, fragen (S. diese), kann man sich nicht berufen, indem diese hier nichts beweisen, weil es mit dem doppelten vierten Falle, womit sie gefügt werden, eine ganz andere Bewandniß hat. Hier sind einige Stellen guter Schriftsteller, welche lehren mit dem dritten Falle der Person gefügt haben. »Jede Rettung, die ihm das Gegentheil lehret.« Herder. »Die Biene in ihrem Korbe bauet mit der Weisheit, die Egeria ihrem Numa nicht lehren konnte.« Ders. »Lernen (lehren) Sie mir nur die Liebe erst kennnen.« Gellert. Sagt Sterbliche den Sphären ihre Zahlen Und lehrt dem wilden Winde seinen Lauf, Ramler, in welcher Stelle, in neuern Ausgaben gar zu nachgiebig lehrt mit sagt vertauscht worden ist. — — — nicht höhere Liebe Kannst du mir lehren, als diese, womit ich dich liebe. Sonnenberg. »Voß rügte dies gegen Adelung und lehrte ihm, daß es Opiz heißen müsse.« Wolke. Lehren wird nach dem Muster der Wörter dürfen, heißen, hören, können, lassen, müssen, stehen  in den zusammengesetzten Zeiten, wenn es mit einem andern Aussageworte in der unbestimmten Form verbunden ist, zuweilen auch unverändert gelassen und lehren statt gelehrt gebraucht. Er hat mich sie kennen lehren, statt gelehrt. Euch Künstler kann ich leicht entbehren, Mich hat die Liebe zeichnen lehren. Thümmel. I der guten Sprech= und Schreibart sagt man in diesem Falle aber lieber gelehrt. Das Mittelwort gelehrt wird verschiedentlich als eigenes Beilegungswort gebraucht. S. Gelehrt. I gemeinen Leben wird lehren sehr häufig mit lernen verwechselt, welches bei der großen Verschiedenheit der Begriffe, die beide Wörter bezeichnen und bei der Nothwendigkeit und Pflicht überall, wo man kann, deutlich und bestimmt zu sprechen, ein grober Fehler ist, der vermieden werden muß, wenn gleich beide Wörter ehemahls nur ein und dasselbe Wort gewesen sein sollten. D. Lehren. D. — ung, in den Zusammensetzungen Belehrung 
6409 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lehren

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Lehren , verb. reg. neutr. et act. welches im ersten Falle das Hülfswort haben erfordert. Es bedeutet, 1. * Im ersten un…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    lehren

    Goethe-Wörterbuch

    lehren 1 Kenntnisse, Einsichten, Anschauungen od Fähigkeiten an jdn vermitteln, weitergeben; mit persönlichem Subj a in …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lehren

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Lehren ( Leeren ), im Bauwesen soviel wie Lehrgerüste (s. d.).

  4. modern
    Dialekt
    lehren

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    le h re n [lérə fast allg.; lièrə M. Mb. ] 1. lehren. Ei ne m od. eine n eps. l. Hf. D Mueter het mi ch l. stricke n Dü.…

  5. Sprichwörter
    Lehren

    Wander (Sprichwörter)

    Lehren 1. Andre lehren ist die grösste Kunst. – Eyering, III, 415. 2. Die alzeit leren, thund sich nymmer bekeren. – Fra…

  6. Spezial
    Lehrenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Lehren , n обучение , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lehren

11 Bildungen · 3 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von lehren 2 Komponenten

leh+ren

lehren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

lehren‑ als Erstglied (3 von 3)

Lehrende

GWB

lehr·ende

Lehrende mask; nur pl zu lehren 1a; wiederholt neben ‘Lernende’ Eine Akademie hegt doch immer das alte Leben, indem L. und Lernende sich imm…

lehrenswerth

DWB

lehren·s·werth

lehrenswerth , adj. , wert gelehrt zu werden. Wolf mus. der alterthumswissensch. s. 80 .

lehrentscheidung

DWB

lehr·entscheidung

lehrentscheidung , f. : die feierlichen an die ganze kirche gerichteten lehrentscheidungen des römischen stuhles. Frankfurter journ. v. 14. …

lehren als Zweitglied (4 von 4)

anlehren

DWB

anlehren , docere, lehren, anweisen: einen knaben anlehren; dasz die letzst not uns felschlich zu bitten anleert. Agricola spr. 210 b ; so s…

auslehren

DWB

aus·lehren

auslehren , perdocere: wer diesem folgen kann, der ist schon ausgelehrt und hat genug gethan. Opitz; sein ausgelehrter mund der redet was er…

belehren

DWB

bel·ehren

belehren , docere, instruere. Stieler 1129 , vgl. belernen . 1 1) gewöhnlich mit dem gen. der sache: ein fänomen, dessen uns die erfahrung t…

vorklehren

KöblerMnd

vorklehren , sw. V. Vw.: s. vörklāren* (1)

Ableitungen von lehren (4 von 4)

belehren

DWB

belehren , docere, instruere. Stieler 1129 , vgl. belernen . 1 1) gewöhnlich mit dem gen. der sache: ein fänomen, dessen uns die erfahrung t…

entlehren

DWB

entlehren , dedocere, das widerspiel lehren dann einer vor gelernet hat. Frisius 372 a . Maaler 104 d .

Erlehren

Campe

Х Erlehren , v. trs. 1) Durch Lehren, Unterrichtgeben erwerben. 2) Durch Lehren bewirken, hervorbringen. Das Erlehren.

Verlehren

Campe

Х Verlehren , v. trs . mit Lehren verbringen, zubringen. D. Verlehren .