lehren die MA. hat für die beiden
nhd. Wörter
lehren u.
lernen nur das eine Wort
lehren [nur ö. einschl. Kreuzn-Boos OStreit BurgSponh Bockenau Argenschwang Spabrücken Dörreb Seibersb für beide Begriffe
lęăne]; die Formen von
lehren sind
lērə, –ē:- [an der mosfrk. Saar zunächst
-ē·ə.- bis einschl. Saarbg-Niedaltorf GrHemmersd Rehling, ausschl. Merz-Becking, einschl. Düppenw;
n. davon
-ī·ə.- bis einschl. Saarbg-Büschd Orscholz Weiten Meurich Rommelfang; w. einschl. Saarbg-Eft Hellend Borg Wochern Büschd Nennig Wies
-e·i.-; zwischen dieser L. nach O. bis zu der vorher genannten L.
-e·i. u.
-ī·ə.-; Saarbg-Wehing
le·i.ərn; Bitb
lE:rən (Mischform zwischen dem heute nicht mehr lautenden
lī:rən u. dem früher doch einmal vorhandenen
lërnen] [Siegld
lEărn, Prät.
lōărdə, Part. gəlōărt; gəlEərn lernen können, dies auch OBerg (
-ēə-)]; sonst
-ī:-, –ī·ə.-, –ēə-, –ī·ă.- [MülhRuhr
-ī-],
-ē·ă.-; Klevld
-ē- u.
-E- (
s. lehnen)
schw.: 1. wie
nhd. lehren, nie mit Dat. der Person, sondern einen etwas l.; die Anwendung beschränkt sich meist auf das L. in der Schule;
der Lihrer lihrt got (meist
es ene gode Lihrer);
he lihrt de Kenger schrive (
lese udgl.) u.
et Schr. (in starker Konkurrenz mit
he brengk den Kengern (et) Schr. bei); auch hört man
he kann enen got jet l.; he hät mech dat gelihrt (für jede Tätigkeit) u.
ech sen dat (su) gelihrt wuərde; lihr mech dat ens (aber lieber
beibrenge) Rip, Allg.
Ech well dech (et) l., mir de Äppel ze stritze (udgl. Streiche)
! Androhung von Vergeltung Rip, Allg.;
ech werə (well) dech och ens l.! dich zu der Arbeit unter Schlägen oder sonstiger rauher Behandlung anleiten Aden, Allg.;
wacht (warte),
Männeke, ik sall ow l.! ich komme dir Klev, Allg.;
dat soll e schunn noch geliəhrt were! Kobl, Allg.;
de Bich (Beichte)
sall et dech wahl l.! was du zu tun u. zu lassen hast MGladb;
ek sall di wat Beteres (Besseres)
l.! Duisb;
ech sall dech Mores l.! Rhfrk, Mosfrk;
ech l. dech de sebben (sieben)
Wetze! Rip. RA.:
Wer den jet l. well, de muss fröh opstohn Rip.
En got Halfersche (Gutsfrau)
lehrt bottere sie unterweist in allem gut Köln-Stdt.
Ale soll mer ihre, Jonge soll mer l., Wise soll mer froge, Gecke erdrage Sieg-Thomasbg.
Ene Guckert (Kuckuck)
lehrt den anern peifen Wittl-Binsf.
En alen Af lehr ken Kamede machen Trier-Orenhf;
du muss kän ale Af l. danze, — Grimasse mache Mosfrk (
s. weiter bei Affe);
en al Kaz mosste net mause l. Mosfrk;
lehr ken ale Schösser scheissen! Trier-Mehring;
Jong, do moss di Var (Vater)
geng Kengder (Kinder)
mache l.! Eup-Raeren.
Krüddelege (empfindliche)
Kunde l. der Meister et Handwerk Köln-Stdt. — Junge Zugtiere l., ziehen lehren;
de Oss get geliehrt Prüm, zieml. Allg.;
de Rekrut get g. Trier-Konz (
s. auch anlehren, anspannen, an-, ein-, zufahren, wöhnen, ge-, angewöhnen einbahnen, joch-bahn, -bännig, –spännig, bahn, gangbähnig machen. — Meist wird das
Part. (u. zwar meist
adj.) gebraucht;
ech be net geliəhrt ich kann darüber nicht urteilen, weil ich keine gehörige Schulbildung habe;
dat es mech (mer) ze g. verstehe ich nicht Aach, Allg.;
de es ken Letter (Buchstabe)
g. kann weder lesen noch schreiben Sieg, MülhRh, Sol, Mettm-Haan. RA.:
De es so g. wie en Esel Dür, —
dat e de Fleh housten hirt Merz-Michelb;
he es g., he hät sibbe Schulle durchgemät (-gemacht) Bergh-Hüchelhv;
he es g. bes an den Hals, mär de Kopp het nicks metgekregen Mettm.
Wenn en Frau su g. os, dat se us der Dachdröpp (-traufe)
erengeht, dann kann se genog Schleid-Glehn.
Jung, dat es mir un dir zo g., schlag öm! mit diesen Worten wurde von einem jedes aus dem Rahmen der Alltäglichkeit hinausgehende Gespräch abgebrochen Köln-Stdt.
G.ə on Oəssen (Ochsen)
arbeden mem Koppe Wermelsk, Verbr.
Dat modden de G.ə kennen ich verstehe nichts davon, das muss der Geschäfts- oder Handwerksmann selbst am besten wissen Kref-Osterath.
De G.ən hät gut präke (predigen) Mörs-Xanten.
Dat redde mir kein hundert G.ən us Köln-Stdt.
Den G.ən es got preddigen ihnen kann man gut eine Sache klar machen Kref;
em G.ən es gut pr., äwwel em Ungelihrten nach besser Prüm-Mürlenb, Heinsb.
Met G.ən es nit got strigge (streiten) Köln-Stdt.
De G.ə send de Verkiəhrde Aach, Sol;
wie g.ər, deste verkihrder; je mih g., je m. v.; je hühter g. ... Dür, Allg.;
links g., rechts v. Birkf. — Mit sachl. Subj. RA. wie
nhd.:
Nuət liəhrt beəne (beten) SNfrk, Allg.
Et lehrt de Tit (Zeit),
sät et Vögelschen der Ausgang wirds bestätigen Kref-Osterath.
En Johr lihrt et anger nit Sol-Leichl.
Donn (Donnt, Donde) liəhrt Übung macht den Meister MGladb, Kref, Kemp.
Katzenart lehrt muse Köln-Stdt.
Plack (Ausschlag)
lehrt kraue (kratzen)
ebd. — 2. lernen. a. etwas (von, bei einem) l., erlernen;
ech losse menge Jong l.; de Jong lihrt got (net g., schlech, schwer) (en der Schull, en der Lihr); he lihrt lech (leicht), —
wie necks, — flisseg, — l. got uswendig [
bannewennig WEif], —
us de Böcher (Büchern)
; he es luter am l., — noch net ferdig met l.; der lihrt sech ene Stivvel (Hof) zesamme (zerech); he lihrt jet dervan; mer l. derbei bereichert seine Erfahrungen;
mer l. vill (wennig, ze w.) bei (van) dem; he lihrt schrive (
lese, rechene, danze usf.) u. —
et Schrive usf., u. so vom L. in jeder Art;
he lihrt Schohn mache (schnidere, schrengere u. so bei jedem Handwerk) u.
et Sch. m., et Schnidere usf.;
de Jong l. losse. — Auch bei jeder andern Tätigkeit, meist in der Form:
du lihrsch noch warde (et W.), arbede, lofe, sprenge, folge usf.
(wenn de et noch net kanns)! man wird es dir schon beibringen, oder das Leben wird dich dazu zwingen. —
He lihrt Klavier (
Vijelin udgl.)
spille u. —
et Kl. sp. u. einfach
he lihrt Klavier (
Vijelin udgl.) beim Erlernen von Musikinstrumenten;
he lihrt Lateng, Franzüsch u. so beim Erlernen fremder Sprachen Rip, Allg. —
He lihrt op Pastur, Geslich, Schohmächer, Schrenger usf. u. so beim Erlernen eines Berufes (bei gelehrten Berufen mehr
he studiert op ...) Rip, Nfrk;
eich l. fir Schullihrer, Schmidd, Stänmetz udgl. Mosfrk, Rhfrk. —
Seng Sach (de Aufgab, de Katechismes udgl.)
(für de Schull) gelihrt han; en Handwerk (bei enem) l.; du moss Gedold l.; bei (van) dem lihrschte nüs Gots, — nur Schelmestöcker (
Streich udgl.)
; jet widderl. das Gelernte wiederholen;
dat lihrt sech lech (got, net g., schwer); ene kenne l. Rip, Allg. — In Jül, Aach heisst es:
he liəhrt sech de Letz (Aufgabe) er ist eben am Lernen (wie
he bedd, traut, hirot sech). —
E Lehres, wat as dat e L.! ein Auswendiglernen Trier (Mos). —
He es van't L. af ist konfirmiert u. aus der Schule Ruhr, NBerg (in den evang. Geb.). — RA.:
L. on l. es ne Ongersched (Unterschied) es ist nicht gleichgültig, wie man lernt Schleid.
Mer wiərd nie zu alt zum l. (öm ze l.); mer leəhrt noch alle Dag, — so lang mer left; je äler (älter)
mer wiərd, je miəh leəhrt mer Waldbr, Allg.:
mer muss esu lang l., bis de Fingere gliche lang sin Köln-Stdt.
De es zum l. ze alt worde ebd. Et es kene Eəsel te alt, för te l. Erk-Örath.
Wa mer alt get (wird)
wie en Koh, mer lehrt alt noch (ebbes, jet) zo (ömmerzo) Prüm, Allg.
Me es ze Leəve net ze oət (alt),
för ze l., sat et oət Wif, doə liəhret et noch hexe Aach, Nfrk, Prüm-Mürlenb, —
et H. Köln-Stdt.
Jongk, wie e Kalf, liəhrt mer alles half; domm wie en Koh, liəhrt noch ömmerzo Monsch-Witzerath.
Jungk gelehrt is aut (alt)
gekennt Heinsb-Millen, —
ös alt gedoəhn Kemp-SHubert.
All dohns (all donnder) liəhrt mer indem man arbeitet, lernt man, Übung macht den Meister Schleid, Monsch, Eup, Aach.
Mer moss och met de Aue (Augen)
l. May-Hatzenport. —
Du liəhrsch noch drüg (trocken)
Brut esse, — noch Murre (Möhren)
schrabbe (usf.) du sollst noch was erleben, es wird dir noch schlecht gehen Rip, Allg.
Hes de nich waren (warten)
geleəhrt, dann mouss te't noch l.! zu dem (Kinde), der drängt, fortzukommen Gummb, Allg.
Der lehrt gut sengen, wenn er neischt an't Maul kreit Saarl-Wallerfang.
Im Fal van Not lehrt en alt Wif et Drabben Mörs.
De liəhrt se Lewen lang net len (allein)
gohn wird nie selbständig Prüm-Rommersh.
Kall (sprich)
du, du häs kalle gelihrt! wenn man selber nicht reden will oder kann Sol.
Dat ös en Wer (Wetter),
öm et Hexe te l. Kemp, Nfrk.
Och Mos (Mist)
lade moss mer l. alles will gelernt sein Schleid-Hellenth.
Ech liehr dech etzig Kopp stonn! Sol (u. so mit vielen Infinit.
verb.). —
Woə has d'et märr (nur)
gelihrt! Lob einer tüchtigen Leistung eines jungen Mannes Aach, Allg.;
wer hät dich dat g.! dass. u. von Schlechtem Rip, Allg.
Dat lihr ech net, on wenn ich zehn Johr om Mest setze! Kobl-Stdt.
We jet gelihrt hät, der kann och jet Rip, Allg.
Wat et Häns-che nit lehrt, l. Hans nie mih Köln, Sol (
nömmer).
Wat mer net kann, kammer noch l. Sieg.
Wat mer lehrt, friss kein Zinse, — fr. einem kein Brut af Köln-Stdt, —
sprengt mit einem öwer de Tün (Zäune) Elbf.
Lehr jet, dann kanns de jet; stell (stehle)
jet, dann häs de jet, ävver loss jedem et Singk (Seine)
! Köln, Eusk, Bergh, Klev.
Spar wat, dann has de wat, lihr wat, dann kannste wat! Jül-Linnich.
Alles usem Gott te Ihren, wat de net kanns, dat moss de l. Wermelsk.
Wat mer geliəhrt het, kammer, seit der schwatte Kuəbes, do ot (ass)
he en Pillwuərsch Mettm-Cronenbg.
Wat ech dech sägg, liəhr et neit; wenn d'et kanns, dann motts d'et dohn! scherzh. Warnung vor Ehrgeiz bei der Arbeit Kref.
Alles well gelehrt sin Ess, Allg.
De Jongen mossen vell l., dobei kuən se an et Dielen (teilen) Sieg-Fussh.
Domm geboren on neist dazo (dobei) gelihrt Wittl-Meerf, Verbr.
Deiwelerei l. die Kenn (Kinder),
sonscht neischt Rhfrk.
Lihr Latin, da drenks de Win (Wein,
s. d.) Aach, Rip, Nfrk.
Op bester Kennelihres! Abschiedsgruss zweier, die sich zum ersten Male getroffen MüEif.
Et Sterve lehrt sich flöck (flott);
wa mer et eimol gedonn hät, da kammer et Köln-Stdt. —
Gelihrt sen hat nicht nur die
nhd. Bed., sondern auch ‘lesen u. schreiben können, angelernt sein’;
he kallt (spricht),
as he g. es (gelernt hat)
; ene g.ə Schnider (
Schohmächer udgl.) ein Handwerker, der sein Handwerk sachgemäss (etwa auch in einer Fachschule) regelrecht erlernt hat;
de kann dat, ohne g. Rip. —
E gelehrt Kuh (Ochs) eine K., als Fahrkuh angelernt;
et Rind is g., et geht am Wan un am Plug; et es noch ongel. Hunsr, Nahe. — b. etwas lesen;
de Zeidung l.; ech han dat en de Z. gelihrt; en em Buch l.; lihr mir dat ens für Verbr. neben dem auch geltenden
lesen in NONeuw, Altk, Siegld-Rückersf, Waldbr, OSieg, uWupp, Sol, Düss, Lennep-Radevormwald, MGladb, Erk, Heinsb-Altmyhl, Kemp, Mörs-Schwafh; abseits im Sü
d. noch vereinzelt in Ahrw-NDürenb, Aden-Virnebg, Trier-Zerf, Birkf. —
He liəhrt en et Mössbok (Messbuch) betet aus dem
M. MGladb-Viersen. — Abl.:
die Lehrerei dat Gelehr(sch).