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daumen

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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25 in 16 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Daumen m.

Bd. 2, Sp. 161
Daumen m.: 1. 'erster Finger der Hand', Daume (daumə, dauⁿmə) [fast allg. WPf westl. NPf], (dḁumə) [verbr. VPf], Daame (dmə) [KL-Siegb Kaislt], (dāⁿmə) [KB-Biedh Gauh NW-Freinsh u. Umg. verbr. mittl. VPf], Doume (dǫumə) [LU-Rh'gönh Altr SP-W'see Ottstdt], Dumme (dumə) [lothr. SWPf]. Ich han mer uf de Daame gekloppt [Kaislt, allg.]. Des is e Daume braat [FR-Bockh, verbr.]. 's Kind lutscht am Daimche [] [NW-Kallstdt, allg.]. Er hot'm merrem (mit dem) Daume in die Rippe gestoß, er is negscht umgefall [KU-Schmittw/O]. RA.: Der kann jetzt am Daume lutsche, von einem, der sein Vermögen verloren hat [KU-A'glan]. a. 1792: Er kann den Daumen rühren 'Er hat viel Geld' [Klein Prov. 79]. Der hat finf Daume, von einem Ungeschickten [KU-Bedb, verbr.], hat lauder Daume an de Hänn, dass. [Pirmas]; vgl. Tappes 1 a. Der wiet (wiegt) immer de Daume met, von einem knapp wiegenden Kaufmann [KL-Reichb, verbr.]. Der rechent (rechnet) finf Finger en de Aarsch un de Daume bleibt haus 'weiß seinen Vorteil wahrzunehmen' [KB-Bischh]. Leg deiⁿ Daume druff, do hoscht de Flääsch, wenn jemand trockenes Brot essen muß [Hebel 28]. Sie hat'n unner'm Daume 'beherrscht ihren Mann' [KL-Trippstdt, verbr.]. Daumenspiel: Man streicht kleinen Kindern mit Mittel- und Zeigefinger über die Nase, steckt den Daumen zwischen die beiden Finger und sagt zu dem Kind: Guck, deiⁿ Näsche [BZ-Klingmst, verbr.]. Dieses Durchstecken des Daumens deutet auch den Geschlechtsverkehr an [verbr.], ebenso die Ablehnung der Erfüllung eines Wunsches [Gal-Dornf]. Volksgl.: de Daume halle 'den Daumen drücken zum guten Gelingen' (verbr.), de D. hewe, dass. [südl. VPf]. Hall mer de Daume, daß meiⁿ Grand (im Kartenspiel) dorchgeht [Krieger 44]. Schlaa de D. in (ein), dass. [Pirmas Schandein Bav. IV/2, 327]. VR. (gesprochen beim Fingerspiel der Kinder): Des isch de Daume. Der (der Zeigefinger) eßt gern Praume. Der (Mittelfinger) saacht: Wuher nemme? Der (der Goldfinger) saacht: Stehle! Der (der kleine Finger) saacht: Beleib, beleib! Wann 's Großvädderle kummt, werd mer ufg'hängt [BZ-Steinf]. Varianten s. bei beileibe, Pflaume, Großvater, heimtragen, klein, Muppes, Mutter, Schütz, Spitzbube, Struppes, Stumpfernickel. Volksmed.: de Daume rausreiße, dem Epileptiker bei einem Krampfanfall den D. aus der verkrampften Faust herausziehen; wenn das rechtzeitig geschieht, löst sich der Krampf alsbald [LU-Altr]. (Im Gegensatz hierzu soll beim Besprechen des Herzgeblüts (s. d.) der D. eingelegt werden.) a. 1559: Zum dritten Mal soll man dem maynaidigen Zeugen die zween Finger und den Daumen abhauen, so er den Eydt mit geschworen hat, die die Heylige dreyfaltigkeit bedeuten; den Daumen, was bedeutet Gott, den Vater; der Finger bei dem Daumen, der son Jesus Christus; und der lengste Finger bedeut den Heyligen Geist; zu einem Zeichen, das er unrecht geschworen hat und die Heylige Dreyfaltigkeit verletzt [Knapp 50]. — 2.a. 'Handschuhdaumen' [FR Bockh, Gal-Dornf Obl]. — b. kaldeʳ Daume 'Stift mit Kopf zum Pfeifestopfen' [ZW-Gr'bundb]; vgl. Pfeifenräumer. — c. Gasthausbezeichnung [] 'zum Daumen'. a. 1528: Hauß zum Daumen genent, an der Weinprucken gelegen [Gg-HospR]. — F.: In dāmə, dmə ist der Stammvokal nicht unmittelbar aus altem -ū- (mhd. dūme) entstanden, sondern als Rückbildung aus dem Diphthong -au- (daumə) anzusehen. Dieser Vorgang vollzog sich parallel zu dem im annähernd gleichen Gebiet unter schriftsprachlichem Einfluß eingetretenen Wandel von mda. au bzw. ou zu ā, ō, z. B. in Aumed, Oumed (mhd. āmat 'Ohmet, Grummet'), Bauhn, bzw. Bouhn (mhd. bōne 'Bohne') zu mda. Ahmet, Ohmet bzw. Bahn, Bohn; vgl. Bertram 82 ff. — Südhess. I 1432/33; Rhein. I 1289 ff.; Lothr. 111; Els. II 683; Bad. I 441.
3806 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Daumen

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Der Daumen , des -s, plur. ut nom. sing. Diminutiv. das Däumchen, Oberdeutsch das Däumlein. 1) Der erste und dickste Fin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Daumen

    Goethe-Wörterbuch

    Daumen einmal -me Schaubühne 36,22 Regeln fSchausp [G/Wolff] 1 an der menschl Hand, auch an den vorderen Gliedmaßen von …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Daumen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Daumen , s. Hand .

  4. modern
    Dialekt
    Daumen

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Daumen Band 3, Spalte 3,1391–1394

  5. Sprichwörter
    Daumen

    Wander (Sprichwörter)

    Daumen 1. De Dûm is 't êrlickste an de Müller. – Bueren, 375; Eichwald, 379. 2. Den Daumen mit ins Kändlein messen. – Ma…

  6. Spezial
    Daumen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dau|men m. (-s,-) 1 ‹anat› poresc m. 2 (im Kinderreim) copapiedli m. ▬ am Daumen lutschen ciucé le poresc ; jdm. den Dau…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit daumen

114 Bildungen · 93 Erstglied · 20 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von daumen 2 Komponenten

dau+men

daumen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

daumen‑ als Erstglied (30 von 93)

daumendick

SHW

daumen-dick Band 1, Spalte 1433-1434

Daumennagel

SHW

Daumen-nagel Band 1, Spalte 1433-1434

daumenbeuger

DWB

daumen·beuger

daumenbeuger , m. in der anatomie der muskel, wodurch die biegung des daumens bewirkt wird, der lange daumenbeuger musculus flexor pollicis …

daumenbreit

DWB

daumen·breit

daumenbreit , adv. s. DWB daume 4. altnord. þumlúngsbreidr, niederländ. duimbreed.

daumenbreite

DWB2

daumen·breite

daumenbreite f. : 1526 urkb. St. Gereon 627 J. im sinne eines winzigen maßes: 1950 Gaiser stimme 41.

daumendick

DWB

daumen·dick

daumendick , s. daumensdick. keiner Scyllen macht versehre das nur daumendicke haus ( das schiff ). Tscherning 201 .

Daumendreck

RhWB

daumen·dreck

Daumen-dreck Barm , Elbf m.: Schmutz unter dem Nagel. Möller, M., Maler, de N. kostet en Daler, de N. k. en D., keahrt me met dem Besen weg …

daumendreher

DWB

daumen·dreher

daumendreher , m. bildlich ein schmeichler, s. DWB daume 3. sage ich nicht wahr, dasz du von deinen ohrenbläsern und daumendrehern dergestal…

daumendrücker

DWB

daumen·druecker

daumendrücker , m. 1 1. ein rundes eisen an der thüre, durch welches man mit einem druck die klinke aufhebt. franz. garde-pouce, engl. thumb…

Daumeneisen

Adelung

daumen·eisen

Das Daumeneisen , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Bey den Drahtziehern, ein Eisen, welches den ganzen Daumen bis an die Hand bedecket, damit …

daumenfinger

DWB

daumen·finger

daumenfinger , m. ein lederner überzug über den daumen, involucrum digiti vulnerati, theca, tegmen Stieler 485 . s. daumeling.

Daumenfutte

RhWB

daumen·futte

Daumen-futte MGladb-Rheind f.: in der Scherzfrage: Wat es klender, wie e Honderföttche? Antw.: E Dummeföttche ; Gegenantw.: Ne, et Küəttelch…

daumenglied

DWB2

daumen·glied

daumenglied n. : v1485? kuchemaistrey ( 1493 ) d 1 b . 1939 Meinert vernehmungstechnik 76.

daumen als Zweitglied (20 von 20)

andaumen

BWB

andaumen Band 3, Spalte 3,1395

ausdaumen

DWB

aus·daumen

ausdaumen , evaporare, ausdampfen, ein schönes altes wort, mhd. ûʒgedoumen. Diut. 1, 487. ahd. doum, toum fumus ( Graff 5, 141 ), heute nur …

Diebsdaumen

Adelung

dieb·s·daumen

Der Diebsdaumen , des -s, plur. ut nom. sing. der Daumen von einem gehenkten Diebe, welcher, der Einbildung des großen Haufens zu Folge, Glü…

Hebdaumen

RhWB

heb·daumen

Heb-daumen Zell-Enkirch Pl.: die auf dem Wellbaum der alten Ölmühle befindlichen Bolzen, welche die Stampfen heben und beim Abrutschen falle…

hebedaumen

DWB

hebe·daumen

hebedaumen , m. hebarm bei poch- und hammerwerken. Jacobsson 2, 239 a .

Mannsdaumen

Campe

manns·daumen

Der Mannsdaumen , — s, Mz . gl. 1) Der Daumen eines Mannes. 2) S. Campe Mannshand 2).

pflugdaumen

DWB

pflug·daumen

pflugdaumen , m. der krumme nagel vorne auf dem pflugbusch Jacobsson 6, 737 a ; nd. plaugdûme Schambach 156 a .

Querdaumen

DRW

quer·daumen

Querdaumen, m. ein Längenmaß, abgeleitet von der Daumenbreite vgl. Daumen (III 1) [es] sol oͧch kein schůchsúter weder unsern burgern noch i…

Schiebvorden-Daumen

Wander

Schieb-vor-den-Daumen He hett Schuf-vör-de-Dum. – Kern, 448. Er besitzt Geld, das er beim Aufzählen vor den Daumen schiebt.

Verdaumen

Adelung

ver·daumen

Verdaumen , verb. regul. act. im Forstwesen, S. Adelung Verdämpfen .

vorderdaumen

DWB

vorder·daumen

-daumen , m. : der v. ohne nagel ( klammeraffe ) Oken allg. naturg. (1839 ff. ) 7, 1744 . —

welldaumen

DWB

well·daumen

welldaumen , m. , auch wellendaumen, dass. wie well(en)fusz u. well(en)kamm ( s. u. ). meist pl., ' die zapfen an der welle, durch die stemp…

zwerchdaumen

DWB

zwerch·daumen

zwerchdaumen , m. , die breite des daumens, vgl. DWB zwerch 1 b: eines zwerchdaumens weiter als sonsten haushaltung in vorwerken 149 Erm. —

Ableitungen von daumen (1 von 1)

Verdaumen

Adelung

Verdaumen , verb. regul. act. im Forstwesen, S. Adelung Verdämpfen .