Pflaume,
Pfraume f.: 1. 'Pflaume (Prunum)',
Plaum, Ploum, Plaam, Plaameʳ,
Pflaum, Praum, Praumel, Proum, Praam, Pfraum, s. F.; zur Verbr.
s. K. 43. Die jüngere Gener, bes. in den Städten, gebraucht dafür vielfach die Bez.
Quetsche, oder genauer
friehe Quetsche (Pl.). KR.:
Des isch de Daume, der schillt (schüttelt)
die Plaume, der hebt se uf, der traacht se hääm, der Klenne eßt se ganz allääⁿ [BZ-Annw, verbr.]; derselbe KR. mit
Praume [FR-Tiefth, verbr.]. Variante:
Das is der Daume, der ißt gern Pflaume, der saacht: woher nemme? Der saacht: fun's Herr Parrs Gaard. Der saacht: wann er kummt, gibt's Brichel (Prügel)
genung [GH-Hatzbühl].
Ach, was gure Praume, de Schitz is net dehaume (daheim), dabei machen die Kinder Handbewegungen, die das Pflaumenbrechen andeuten [KU-Schmittw/O]. Weitere VR.
s. Großvater,
Mutter,
Schütz. Zs.:
Griechen-,
Quetschen-, Rot-, Samt-,
Schleh-,
Wasserpflaume. — 2. 'Mirabelle',
die weiß Plaum [PS-Fischb],
die weiß Praum [PS-H'mühlb Donsied Erfw],
die wiß Prumm [HB-Seyw Eschring],
die gel (gelbe)
Praum [KU-Miesau],
's geel Praimel [LA-Herxh GH-Hay]. Zs.: Scheiß-,
Weißpfraume. — 3. 'Beere' in der Zs.
Heckenpflaume. —
F.: Der Kons. im Anlaut ist unbehauchte Lenis, phonetisch also mit b wiederzugeben. Der Vokal ist in der WPf und nördl. VPf durchweg
-auⁿ-: brauⁿm bzw.
blauⁿm. In der südl. VPf erscheint neben
-au- (Heeger Südostpf. 12) zumindest in einigen Fällen
-āuⁿ-: brāuⁿm, so
z. B. in BZ-Nd'horb GH-Jockgr Neubg. In der mittl. VPf gelten nach
Bertram 84/85 zumeist
-ąuⁿ- und
-auⁿ-; LA-Edh Mart haben
-uⁿ-. In
Ploum und
Proum, s. K. 43, ist der Diphthong fast durchweg
-ǫuⁿ-: blǫuⁿm bzw.
brǫuⁿm; für LU-Altr ist
blouⁿm anzusetzen,
vgl. Bertram
a. a. O. Plaam und
Praam sind fast allg.
blm bzw.
brm. In der nördl. VPf wird der Vokal dumpfer; für FR-Kindh gilt
blməʳ. Der Wandel von
mhd. ū > ā (und weiter ō) ist für unser Gebiet eine Ausnahmeerscheinung. — Die Formen
brauⁿm, brām usw. bewahren das
-r- des
lat. Herkunftswortes prunum. Wenn auch der Ersatz von
-r- durch
-l- bei uns nicht so selten anzutreffen ist
(balweere 'barbieren',
stottele 'stottern'
u. a.), so ist die Form
blauⁿm doch wohl kaum ursp. pfälzisch; sie dürfte unter schriftsprachlichem Einfluß, der in der VPf besonders stark ist, aufgekommen sein. Das Gebiet südl. von Landau weist (wie in anderen Fällen) die ältere Form mit
-r- auf. An der pfälzisch-elsässischen Grenze erscheint wieder die Form mit
-l-. Elsässischer Einfluß? Weiteres zur Etym.
s. bei Kluge-Mitzka
17. —
Rhein. VI 1080ff. Praum; Saarbr. 158;
Lothr. 67 Prum;
Els. II 145 Pflume; Bad. I 208/09; Hess.-Nass. II 616.