Praume das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk
-aum, –ǫu- [Birkf-Idar
-ō-; Wend vielfach
-u-, –- u.
-uməl]; Mosfrk
-ǫ·u.- [doch WBitb
-o·m., –ǫ- (Bollend Dudeld
-a-); NWDaun, Prüm, Malm
-o-; Neuw, Altk
-o-; Trier-Ld (Mos) vielfach
-ǫ·u.məl]; Siegld
-ūmə, –um; Rip
-o·m., –u- [in Schleid vielfach
-ū:-]; Berg, Ruhr
-ūm, –ū:-; SNfrk
-u·m., aber Pl.
-ūmə [Grevbr, Mörs, SOMGladb, Neuss, Selfk
-ū:m, Pl.
-ūmə]; Klevld
-um; Pl.
-ə(n), Demin.
-aimχə(n), –ęi- [
-ē-, –E-],
-ę·i.-, –ȳ(:)-, –y-, –ø-, –kə(n) f.: 1.a. die Bed. ist nicht einheitlich; wo für die Hauspflaume
Quetsch gilt (im grössten Teil unseres Geb.), bedeutet
Pr. die früher reifende, dickere, rundere, fleischige, braune u. gelbe Edelpfl. (die
Quetsch, länglicher, reift erst im Herbst), die in gut reifem Zustande recht süss ist [
Pr. =
Quetsch Trier-Stdt (u.
Qu.), Schleid-Hellenth Scheven, Monsch-Röttgen Zweifall, Dür-Winden, Jül-Boslar Tetz, Eup, Kemp-Dülken, Kref-Fischeln, Geld, Düss-Stdt, Sol-Höhschd, Wermelsk, Wippf-Bechen; in Simm-Laub heisst die unveredelte Hauspflaume, prunus domestica
Pr., die Edelpfl.
Quetsch, also umgekehrt wie sonst]; doch wird heute diese Unterscheidung zwischen
Pr. u.
Quetsch nicht mehr so scharf aufrechterhalten, bes. in den Zs., die eine Speise bedeuten, kann
auch eine
Sp. mit
Quetschen Prummentart, –zupp usf. heissen. Sorten der
Pr. sind
Appel-, Arn- (Erntezeit-),
Aus- (August-),
Bolken-, Dreidags-, Eier-, Hawer-, Gras-, Katharinen-, Rost-, Posch- (Ostern-),
Scheiss- (klein, gelb, Durchfall erzeugend),
Victoria-, Weinpr.; damaste Pr., gel (gelbe)
Pr. Mirabelle Bitb, Waldbr-Eckenhg; gelbe Kriekel Jül, Aach, Geilk; Reineclaude Mörs-Baerl;
fine grün Pr. dass. Geld;
türkische Pr. rund, schön dunkelrot Neuw;
s. auch
Bülse, Kriekel (
s. d. W.). — Im Haushalt:
gedrügte, gebackene, engemachte, gedämpte oder
gestovte Pr.ən; Pr.ən met Gersch (Gerste);
Bottermelk möt Pr.ə. RA. dazu:
En gruss Spektakel, on en Pr. en de Zupp! viel Lärm um nichts MüEif.
Kenger (Kinder),
rappt (rafft)
on dappt, den Noəvend gift et Pr.ə en de Papp (Brei)
! Geilk-Gangelt.
Me kann niet alltit Mettworst met Pr.ən eten es ist nicht immer Festtagskost Rees-Haldern. — RA.:
Pr.ə we de Dumme (so dick) Aach, NBerg;
platt wie en Pr. Ess-Werden;
düərn (mager)
wie en gebacke Pr. Rheinb;
so zart (weich)
wie e Pr. Birkf;
dodren sen ich weich wie e Pr. weichherzig Saarbr-Sulzb;
hofferdig wie en Pr. Düss-Vollmerswerth;
se kick wie en Pr. schaut trübsinnig Geld-Capellen, —
su sur näs en Pr. Geld-Kevelaer.
In den schrauwen, schrappen Tit, wenn de Pr.ən blöhjen Rees-Haldern.
Ech weərd an min Krekele (Griechenpfl.)
gewahr, of angermanns Pr.ə rip sind ich weiss an meiner Lage, wie es meinem Nachbar geht Erk-Örath.
Wenn de Kiərschen werden ruət, es der Kalwerhangel (-handel)
duət; wenn de Pr.ən werden blo, es der K. do Lennep-Neuenhs.
Wann de Pr.ən rif seng, mossen se geschott weren von Mädchen im heiratsfähigen Alter Waldbr-Rosb.
Dem sein de Pr.ən sehr (schnell)
geriselt der Erfolg seiner Arbeit ist nichtig Trier-Mehring.
Se fale wie de zeidig (reife)
Pr.ən das Obst fällt, die Menschen sterben
ebd. De rifen on die ruden (Pr.ə) gen ech menger Mulen, die wissen on de grönen gen ech menger Möhnen (Muhme) Siegld-Kromb.
Dat sin sure Pr.ən! unangenehme Sachen Rees-Haldern.
Dem sön de Pr.ə gefault er hat falsch spekuliert Bitb-Betting.
Pr. för der Gongk (zum Abort),
Bonne för der Klongk (Klang, Furz)
Uəlek (Zwiebel)
för der Stonk (Stank) Heinsb.
All wer (wieder)
en Pr., säj de Beginn, duw hatt sej en Schleck (Schnecke)
dörgeschluckt Rees.
Dat was der en sonder Sten, säj der Düwel (Ullspiegel), do schlock hei en Pr. för en Schl. Rees-Haldern.
Moder, Pr.ə, kruppe (kriechen)
die? Nä, Jong! Goddom (Fluch),
dänn häbb ek en Schl. freten Wesel.
We nicks han sall, verlüst (verliert)
de Pr.ən ut dem Sack Elbf.
Gedresse (geschesse, gebacke, gestuvte) Pr.ə es weich Obs! abschl. Antw. LRip, Eup, Erk oder einfach
jo, gedresse (usf.)
Pr.ə (Prömmche)! Geschete (geschissene)
Kreke (Griechenpflaume)
on gebocke Pr.ə geft weke Ofte! Heinsb.
Sej mäckt en Möndje (Müllke), as wenn sej Prümmke sägge well spitzt den Mund, ist schlecht gelaunt;
hej sieht üt, as wenn hej niet Pr. kös s. dumm, einfältig, unschuldig, als wenn er kein Wässerchen trüben könnte;
en Mul wie e Prömmke (maken) spitzes Mündchen, von einem, der den Beleidigten spielt Klev, Nfrk, Rip. —
Pr. för alles! Zuruf beim Klickersp., der es dem Rufer gestattet, alle Hindernisse beim Schnellen zu beseitigen;
Pr. verlegges! um die Lage seines Klickers zu verändern, ihn handlicher zu legen Geld. Wieviel Uhr ist es? scherzh. Antw.:
En Kartier (Viertel)
ower de Quets, glick schleht et half Pr.! Emmerich. — Im
Kinderscherz u.
-lied. A.:
Wellste en Pr. häbbe? B.: Jo! A. schlägt mit seinen Fäusten seine aufgeblasenen Backen zusammen u. sagt:
Se's kapot! Kemp. A.:
Geb mər e Pr.! B.: Geh un raum! Birkf-Herrst.
Her gof on sei g., bos der Korf voll wor; her oss on sei oss, bos der K. leddeg wor; he gef en Birche mot de lange Stilcher; he g. en Prömmche mot de lange Stömpche usf. Schleid-Urft.
En Verberg (Kr. Kref)
sind de Pr.ə rip; die Batzeprum, die B., die hät nicks miəhr, on wat se het, dat duəgt (taugt)
net miəhr, die B.! Tanzld. Kref-Stdt.
Dat es der Dumen, der schöddelt de Pr.ən, der liəst se op, der drägt se hem, un et klen Wipphöppchen frett se all allen (allein) Fingermärchen Gummb-Berghsn (mit Var. Allg.).
Et Deimchen hot mich bei de Bach gefohr, et Preimchen hot mich eragestuss, de Lange hot mich erausgezogen, der Topert hot mich ofgebotzt, et Stippchen hot menger aler Mamm et gesot Bitb-NWeis.
Judd, J., Jaune, morge krieən mer Pr.ə, iwermorge Sauerkraut, is der ganze J. versaut! Wend, Birkf.
Ann, Pann, schur de Pif; morge send de Pr.ə rif! Neckspr. auf Anna Bergh, Dür, Jül.
Der Düvel wull e Müəhrche schrobbe (schrappen),
he woss net, wie he et Metz (Messer)
soll pocke; du schniət he sech wahl en den Dumm, dät goəf en dicke, fette Pr.! Abzählr. Kemp, Kref, Emmerich, Dür-Abenden. —
Ühmche (Oheim),
gemmech e Prümche! rufen die Kinder beim Spiel ‘Bäumchen wechseln’ u. winken dabei dem Kinde, das in der Mitte des Spielplatzes steht Grevbr-Aldenhv. —
Rätsel: Ek bön so grat wie ennen Dumm on schmak na Bäse (Beeren),
Kerss (Kirschen)
of Pr. usf.? Schnapsglas (
s. d.) Mörs-Rheinbg. — b.
ene Prummen Zwetschenschnaps Ahr, Rheinb. — 2. übertr. a. sachl. α.
Prümmkes Rosinen Kemp, Geld. — β.
Prümmche am Backe krebsartige Geschwulst an der Backe des Viehs. — γ. Tabakpriem Eup-Stdt usf.,
s. Präume. — δ. Körperteile. αα.
en Prömmche (-ke) mache (
schnigge ‘schneiden’) den Mund spitz verziehen, zum Zeichen des Ärgers, des Beleidigtseins, des Hochmuts Rip, Nfrk [
pry·m. Eusk-Zülp, Ahrw-Remag, Bo-Stdt] (in Anlehnung an
-y·m. ‘Kautabak’);
-y·m.š Sieg-Scheiderhöhe. — ββ. verächtl.
en gebacke Pr. gequetschte Nase Schleid-Glehn. — γγ.
Preimchen der Zeigefinger, im Fingermärchen Saar, Trier, Bitb, Kobl. — δδ. scherzh. das Gesäss Heinsb-Höngen Millen. — εε. weibl. Schamglied, Vulva (verhüllend), auch bei der Kuh Nfrk, Rip [
-y·m. Gummb-Dieringhsn];
de Pr. loten siehn; einer an de Pr. kommen. RA.:
Die hät en gölpe Pr. das lüsterne Weib Kemp-Dülken.
We e klen Möngke hat, de hat och e kl. Prümmke MGladb.
Lous (lose)
e gen Mull en vas (fest)
e gen Pr.! Regel für die Mädchen Eup,
Wäsch der deng Pr. es, dat es bester! zu Weibern Bo.
De es Pr.ə schnöve gewes! zu einem, der mit einem Fabrikmädchen geht MGladb.
Ze Kölle op dem Aldemart, do soss en Frau met Pr.ə; all die Jonge, die lans kome, let (liess)
de Fr. ens schnuve (zweideutig) Bergh-Kirchherten.
Pr.ə wie de ming un Nöss wie mingem Mann de sing! sagt das Marktweib (zweideutig) Köln-Stdt.
Je jonger der Bom, je leckerer de Pr. MGladb-Rheind. — ε.
Prumme (statt
Plume)
striken schmeicheln Erk-NKrüchten. — ζ.
en de süte Pr. Wirtshausn. Rees. — b. persönl. verächtl. α.
au Pr. altes, dickes Weib Aach. — β.
Prümmken Mädchen, stets sauber, zierlich gekleidet, fein u. zierlich gehend, aber auch putzsüchtig, eingebildet, mit geziertem Wesen MGladb, Kemp, Kref, Mörs, Klev, Düss;
M., das sich auf seine Schönheit etwas einbildet Sol-Leichl. — γ.
Prümmke leicht verletzte, beleidigte Frau Kemp;
Prumm zänkische, launische Fr. Kref, Erk-Doveren. — δ. schnippiges, eigensinniges Weib Geld. — ε.
e schwartt Prümmke schwarzhaariges Mädchen MGladb. — ζ.
en sure Pr. einer, der immer eine saure Miene macht Mörs-Wallach. — η. Pl. Neckn. derer von Mörs-Rheurdt Veen. — θ. Rufn. für eine Kuh Aden-Virnebg.