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Praume

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Praume

Bd. 6, Sp. 1080
Praume das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -aum, –ǫu- [Birkf-Idar -ō-; Wend vielfach -u-, –- u. -uməl]; Mosfrk -ǫ·u.- [doch WBitb -o·m., –ǫ- (Bollend Dudeld -a-); NWDaun, Prüm, Malm -o-; Neuw, Altk -o-; Trier-Ld (Mos) vielfach -ǫ·u.məl]; Siegld -ūmə, –um; Rip -o·m., –u- [in Schleid vielfach -ū:-]; Berg, Ruhr -ūm, –ū:-; SNfrk -u·m., aber Pl. -ūmə [Grevbr, Mörs, SOMGladb, Neuss, Selfk -ū:m, Pl. -ūmə]; Klevld -um; Pl. -ə(n), Demin. -aimχə(n), –ęi- [-ē-, –E-], -ę·i.-, –ȳ(:)-, –y-, –ø-, –kə(n) f.: 1.a. die Bed. ist nicht einheitlich; wo für die Hauspflaume Quetsch gilt (im grössten Teil unseres Geb.), bedeutet Pr. die früher reifende, dickere, rundere, fleischige, braune u. gelbe Edelpfl. (die Quetsch, länglicher, reift erst im Herbst), die in gut reifem Zustande recht süss ist [Pr. = Quetsch Trier-Stdt (u. Qu.), Schleid-Hellenth Scheven, Monsch-Röttgen Zweifall, Dür-Winden, Jül-Boslar Tetz, Eup, Kemp-Dülken, Kref-Fischeln, Geld, Düss-Stdt, Sol-Höhschd, Wermelsk, Wippf-Bechen; in Simm-Laub heisst die unveredelte Hauspflaume, prunus domestica Pr., die Edelpfl. Quetsch, also umgekehrt wie sonst]; doch wird heute diese Unterscheidung zwischen Pr. u. Quetsch nicht mehr so scharf aufrechterhalten, bes. in den Zs., die eine Speise bedeuten, kann auch eine Sp. mit Quetschen Prummentart, –zupp usf. heissen. Sorten der Pr. sind Appel-, Arn- (Erntezeit-), Aus- (August-), Bolken-, Dreidags-, Eier-, Hawer-, Gras-, Katharinen-, Rost-, Posch- (Ostern-), Scheiss- (klein, gelb, Durchfall erzeugend), Victoria-, Weinpr.; damaste Pr., gel (gelbe) Pr. Mirabelle Bitb, Waldbr-Eckenhg; gelbe Kriekel Jül, Aach, Geilk; Reineclaude Mörs-Baerl; fine grün Pr. dass. Geld; türkische Pr. rund, schön dunkelrot Neuw; s. auch Bülse, Kriekel (s. d. W.). — Im Haushalt: gedrügte, gebackene, engemachte, gedämpte oder gestovte Pr.ən; Pr.ən met Gersch (Gerste); Bottermelk möt Pr.ə. RA. dazu: En gruss Spektakel, on en Pr. en de Zupp! viel Lärm um nichts MüEif. Kenger (Kinder), rappt (rafft) on dappt, den Noəvend gift et Pr.ə en de Papp (Brei)! Geilk-Gangelt. Me kann niet alltit Mettworst met Pr.ən eten es ist nicht immer Festtagskost Rees-Haldern. — RA.: Pr.ə we de Dumme (so dick) Aach, NBerg; platt wie en Pr. Ess-Werden; düərn (mager) wie en gebacke Pr. Rheinb; so zart (weich) wie e Pr. Birkf; dodren sen ich weich wie e Pr. weichherzig Saarbr-Sulzb; hofferdig wie en Pr. Düss-Vollmerswerth; se kick wie en Pr. schaut trübsinnig Geld-Capellen, — su sur näs en Pr. Geld-Kevelaer. In den schrauwen, schrappen Tit, wenn de Pr.ən blöhjen Rees-Haldern. Ech weərd an min Krekele (Griechenpfl.) gewahr, of angermanns Pr.ə rip sind ich weiss an meiner Lage, wie es meinem Nachbar geht Erk-Örath. Wenn de Kiərschen werden ruət, es der Kalwerhangel (-handel) duət; wenn de Pr.ən werden blo, es der K. do Lennep-Neuenhs. Wann de Pr.ən rif seng, mossen se geschott weren von Mädchen im heiratsfähigen Alter Waldbr-Rosb. Dem sein de Pr.ən sehr (schnell) geriselt der Erfolg seiner Arbeit ist nichtig Trier-Mehring. Se fale wie de zeidig (reife) Pr.ən das Obst fällt, die Menschen sterben ebd. De rifen on die ruden (Pr.ə) gen ech menger Mulen, die wissen on de grönen gen ech menger Möhnen (Muhme) Siegld-Kromb. Dat sin sure Pr.ən! unangenehme Sachen Rees-Haldern. Dem sön de Pr.ə gefault er hat falsch spekuliert Bitb-Betting. Pr. för der Gongk (zum Abort), Bonne för der Klongk (Klang, Furz) Uəlek (Zwiebel) för der Stonk (Stank) Heinsb. All wer (wieder) en Pr., säj de Beginn, duw hatt sej en Schleck (Schnecke) dörgeschluckt Rees. Dat was der en sonder Sten, säj der Düwel (Ullspiegel), do schlock hei en Pr. för en Schl. Rees-Haldern. Moder, Pr.ə, kruppe (kriechen) die? Nä, Jong! Goddom (Fluch), dänn häbb ek en Schl. freten Wesel. We nicks han sall, verlüst (verliert) de Pr.ən ut dem Sack Elbf. Gedresse (geschesse, gebacke, gestuvte) Pr.ə es weich Obs! abschl. Antw. LRip, Eup, Erk oder einfach jo, gedresse (usf.) Pr.ə (Prömmche)! Geschete (geschissene) Kreke (Griechenpflaume) on gebocke Pr.ə geft weke Ofte! Heinsb. Sej mäckt en Möndje (Müllke), as wenn sej Prümmke sägge well spitzt den Mund, ist schlecht gelaunt; hej sieht üt, as wenn hej niet Pr. kös s. dumm, einfältig, unschuldig, als wenn er kein Wässerchen trüben könnte; en Mul wie e Prömmke (maken) spitzes Mündchen, von einem, der den Beleidigten spielt Klev, Nfrk, Rip. — Pr. för alles! Zuruf beim Klickersp., der es dem Rufer gestattet, alle Hindernisse beim Schnellen zu beseitigen; Pr. verlegges! um die Lage seines Klickers zu verändern, ihn handlicher zu legen Geld. Wieviel Uhr ist es? scherzh. Antw.: En Kartier (Viertel) ower de Quets, glick schleht et half Pr.! Emmerich. — Im Kinderscherz u. -lied. A.: Wellste en Pr. häbbe? B.: Jo! A. schlägt mit seinen Fäusten seine aufgeblasenen Backen zusammen u. sagt: Se's kapot! Kemp. A.: Geb mər e Pr.! B.: Geh un raum! Birkf-Herrst. Her gof on sei g., bos der Korf voll wor; her oss on sei oss, bos der K. leddeg wor; he gef en Birche mot de lange Stilcher; he g. en Prömmche mot de lange Stömpche usf. Schleid-Urft. En Verberg (Kr. Kref) sind de Pr.ə rip; die Batzeprum, die B., die hät nicks miəhr, on wat se het, dat duəgt (taugt) net miəhr, die B.! Tanzld. Kref-Stdt. Dat es der Dumen, der schöddelt de Pr.ən, der liəst se op, der drägt se hem, un et klen Wipphöppchen frett se all allen (allein) Fingermärchen Gummb-Berghsn (mit Var. Allg.). Et Deimchen hot mich bei de Bach gefohr, et Preimchen hot mich eragestuss, de Lange hot mich erausgezogen, der Topert hot mich ofgebotzt, et Stippchen hot menger aler Mamm et gesot Bitb-NWeis. Judd, J., Jaune, morge krieən mer Pr.ə, iwermorge Sauerkraut, is der ganze J. versaut! Wend, Birkf. Ann, Pann, schur de Pif; morge send de Pr.ə rif! Neckspr. auf Anna Bergh, Dür, Jül. Der Düvel wull e Müəhrche schrobbe (schrappen), he woss net, wie he et Metz (Messer) soll pocke; du schniət he sech wahl en den Dumm, dät goəf en dicke, fette Pr.! Abzählr. Kemp, Kref, Emmerich, Dür-Abenden. — Ühmche (Oheim), gemmech e Prümche! rufen die Kinder beim Spiel ‘Bäumchen wechseln’ u. winken dabei dem Kinde, das in der Mitte des Spielplatzes steht Grevbr-Aldenhv. — Rätsel: Ek bön so grat wie ennen Dumm on schmak na Bäse (Beeren), Kerss (Kirschen) of Pr. usf.? Schnapsglas (s. d.) Mörs-Rheinbg. — b. ene Prummen Zwetschenschnaps Ahr, Rheinb. — 2. übertr. a. sachl. α. Prümmkes Rosinen Kemp, Geld. — β. Prümmche am Backe krebsartige Geschwulst an der Backe des Viehs. — γ. Tabakpriem Eup-Stdt usf., s. Präume. — δ. Körperteile. αα. en Prömmche (-ke) mache (schnigge ‘schneiden’) den Mund spitz verziehen, zum Zeichen des Ärgers, des Beleidigtseins, des Hochmuts Rip, Nfrk [pry·m. Eusk-Zülp, Ahrw-Remag, Bo-Stdt] (in Anlehnung an -y·m. ‘Kautabak’); -y·m.š Sieg-Scheiderhöhe. — ββ. verächtl. en gebacke Pr. gequetschte Nase Schleid-Glehn. — γγ. Preimchen der Zeigefinger, im Fingermärchen Saar, Trier, Bitb, Kobl. — δδ. scherzh. das Gesäss Heinsb-Höngen Millen. — εε. weibl. Schamglied, Vulva (verhüllend), auch bei der Kuh Nfrk, Rip [-y·m. Gummb-Dieringhsn]; de Pr. loten siehn; einer an de Pr. kommen. RA.: Die hät en gölpe Pr. das lüsterne Weib Kemp-Dülken. We e klen Möngke hat, de hat och e kl. Prümmke MGladb. Lous (lose) e gen Mull en vas (fest) e gen Pr.! Regel für die Mädchen Eup, Wäsch der deng Pr. es, dat es bester! zu Weibern Bo. De es Pr.ə schnöve gewes! zu einem, der mit einem Fabrikmädchen geht MGladb. Ze Kölle op dem Aldemart, do soss en Frau met Pr.ə; all die Jonge, die lans kome, let (liess) de Fr. ens schnuve (zweideutig) Bergh-Kirchherten. Pr.ə wie de ming un Nöss wie mingem Mann de sing! sagt das Marktweib (zweideutig) Köln-Stdt. Je jonger der Bom, je leckerer de Pr. MGladb-Rheind. — ε. Prumme (statt Plume) striken schmeicheln Erk-NKrüchten. — ζ. en de süte Pr. Wirtshausn. Rees. — b. persönl. verächtl. α. au Pr. altes, dickes Weib Aach. — β. Prümmken Mädchen, stets sauber, zierlich gekleidet, fein u. zierlich gehend, aber auch putzsüchtig, eingebildet, mit geziertem Wesen MGladb, Kemp, Kref, Mörs, Klev, Düss; M., das sich auf seine Schönheit etwas einbildet Sol-Leichl. — γ. Prümmke leicht verletzte, beleidigte Frau Kemp; Prumm zänkische, launische Fr. Kref, Erk-Doveren. — δ. schnippiges, eigensinniges Weib Geld. — ε. e schwartt Prümmke schwarzhaariges Mädchen MGladb. — ζ. en sure Pr. einer, der immer eine saure Miene macht Mörs-Wallach. — η. Pl. Neckn. derer von Mörs-Rheurdt Veen. — θ. Rufn. für eine Kuh Aden-Virnebg.
8544 Zeichen · 247 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    praumef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    praume , f. , mit unverschobenem anlaut, was pfraume: br, darinn praumen .. gesotten. Ryff chir. 18 b .

  2. modern
    Dialekt
    Praume

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Praume , Praumel s. Pflaume ;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit praume

77 Bildungen · 77 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

praume‑ als Erstglied (30 von 77)

Praumenbäcker

RhWB

praume·n·baecker

Praumen-bäcker m.: verächtl. 1. Prümmkes- kleiner B., der sein Handwerk nicht versteht Ess . — 2. Prumme- Neckn. derer von Rheinb-Schweinh .

praumenbaumen

RhWB

praume·n·baumen

praumen-baumen prū:m-, pru·m.bō:mə Geilk , Heinsb , Erk , MGladb , Kemp , Neuss , Grevbr , Bergh-Glesch Hüchelhv , Dür-Stdt , Jül-Gevelsd Rö…

Praumenbeutel

RhWB

praume·n·beutel

Praumen-beutel m.: verächtl. 1. -bȳ·ə.l Neugieriger Gummb-Homburgisch. — 2. -bȳ:dəl Prahlhans, Mensch, an dem nicht viel ist Elbf .

Praumendeckel

RhWB

praume·n·deckel

Praumen-deckel Dür-Weisw m.: im Auszählr.: 1—7, op de Landstross Nummere sebbe steht e Hus, zwitschert de Mus, Pr., Pr., un du bes us!

Praumenelsig

RhWB

Praumen-elsig n.: Neckn. für Eusk-Elsig .

Praumenfladen

RhWB

praume·n·fladen

Praumen-fladen (s. S. u. dort auch die Verbr.) m.: Fl., mit Pr.mus belegt. RA.: Hätten mer dech op nen Pr. verhandelt! gesagt, wenn einer sc…

Praumenhürdchen

RhWB

Praumen-hürdchen (s. S. u. dort die Verbr.) n.: Flechtwerk, auf dem die Pflaumen getrocknet werden.

Praumenjahr

RhWB

praume·n·jahr

Praumen-jahr (s. S.) Allg. n.: J., in dem die Pflaumen gedeihen. RA.: E gut Pr. es e gut Bohnenjohr Geld-Kevelaer .

Praumenkäuses

RhWB

Praumen-käuses -z- Erk-Elmpt m.: -mus für Torten.

Praumenkern

RhWB

praume·n·kern

Praumen-kern (s. S.) Allg. m.: wie nhd. Pr.kerneweck das Innere des Kerns Mü-Eif .

Praumenkönig

RhWB

praume·n·koenig

Praumen-könig Kemp-Breyell m.: der zweite Schützenkönig, der Kirmesmittwoch beim Vogelschuss diese Würde errang; der Pr. bekam längere Schnü…

Praumenkötter

RhWB

praume·n·koetter

Praumen-kötter -t- Barm , Ess , Dinsl ; -t- Mörs , Klev m.: verächtl. kleiner Katenbesitzer.

Praumenkotten

RhWB

praume·n·kotten

Praumen-kotten Elbf m.: verächtl. kleiner Bauernhof, der hauptsächlich Pfl.bäume als Obstbestand aufweist.