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Finger

ae. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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26 in 24 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Finger m.

Bd. 2, Sp. 1388
Finger m.: 1. 'F. als Teil der Hand', Fingeʳ (fiŋəʳ, -Äʳ) [fast allg.], Fengeʳ [HB-Kirrbg O'bexb IB-Aßw WD-Niedkch RO-Lohnsf]; Pl. fast allg. wie Sing.; Fingere belegt für ZW-Stamb KL-Reichb. Dim. -che, Pl. -cheʳ [WPf (ohne Ost-Ps) NPf teilweise nördl. VPf], -le, Pl. -le bzw. -lich [mittl. u. südl. VPf Ost-PS teilweise nördl. VPf]; de klääⁿ F. [ZW-Battw, verbr.]; 's klääⁿ Fingeʳle [PS-Erfw, verbr.]. Zs. Vor-, Gold-, Klein-, Mittel-, Ring-, Stupf-, Zwerchfinger. Er hot dicke F. [NW-Kallstdt, verbr.], F. wie e Daume [NW-Hardbg]; vgl. Bratwurst-, Knackwurstfinger. Sie hot geschickte, flinke F. [PS-Dahn, verbr.]. Ich hun e beese F. 'einen eiternden F.' [KB-Bischh, verbr.]. Geh weg mit deine dreckiche F.! [NW-Kallstdt]; vgl. Tinten-, Dreck-, Hundsfotzenfinger. Er dut sich de F. zuwickle 'verbinden' [NW-Elmst, verbr.]. Er kriegt 'n F. [] abgenumme [LA-Wollmh, verbr.]. Er hot vum Krieg e F. ab [LA-Impfl]. RA.: Er hot lange F. 'stiehlt gern' [LA-Nd'hochstdt, allg.]. Er macht lange F., dass. [IB-Ballw, allg.], macht krumme F., dass. [KB-Gauh], kann die F. net halle, dass. [KU-Neunkch Bedb Ingb PS-Geisbg]. Das koscht finf F. un e Griff, vom Stehlen [HB-Einöd, verbr., auch Gal]; dass. mit dem Zusatz: un finf Minute Ängscht [RO-Hochstein]. Er hot sich die F. verbrennt 'hat Schaden erlitten' [KB-Bennhs, verbr.]. Mach'm e Fingeʳche! 'Drohe ihm (dem Kind)' [KB-Kerzh]. Der muß mer die F. spitze 'einen Eid leisten' [ZW-Battw KB-Kerzh]. Heb drei F.! (zum Schwur) [PS-Erfw BZ-Klingmst]. Loß die F. devun! [KL-Matzb, verbr.]. Loß die F. vun de Bilder, die Rahme sin noch nei!, dass. [KU-Diedk, LU-Opp]. Dem muß mer uf die F. gucke (bei der Arbeit) [KB-Kerzh LU-Opp GH-Hatzbühl]. Dem muß mer uf die F. kloppe [GH-Kand, verbr.]. Ich schlach der d' Fingeʳ ab, Drohung [LA-Nußd]. Geb acht, du werscht dich in de F. schneide [KU-A'glan NW-Haßl Spey SOPf PfId. 44 verbr. Don Gal Buch]. Wammer sich in de F. schneidt, kumme die Därem eraus, Warnung an Kinder, die ein Messer in die Hand nehmen [KU-Schmittw/O]. 's geht'm vun de F. 'Er ist flink bei der Arbeit' [KB-Bennhs]. Der muß in allem seiⁿ F. hun [KB-Kerzh]. Er hat de F. im richdiche Loch 'hat getroffen' [KU-Diedk]. Wo die (diese Frau) ehr F. dezwische hot, is Gift un Bumberment dran [NPfGV Nr. 8/1934]. Reech'm de kleene F., will er die ganz Hand [Gal-Dornf]. Loß deiⁿ F. e bißche im Aarsch erumgehe! 'Beeile dich!' [KB-Gauh]. Er kummt alle F. lang 'kommt häufig' [LA-Maik, verbr.]; vgl. fingerslang, alleritt. Dem geht veel dorch de F. 'Er gibt viel aus' [WD-Niedkch]. Der kann jetzt am F. lutsche, von einem Mittellosen [KU-A'glan]. Denne kammer um de F. wickele [KU-Roßb, verbr.]. Der es so glattich, daß er em dorch die F. ritscht, von einem Gerissenen [RO-Dielkch]. Wann die ehr Hand ausstreckt, hängt an jedem F. e Freier [KU-Bedb]. Er hat mehr im kleene F. wie e annerer im Kopp [verbr., auch Don Gal Buch]. For dich mach ich ken F. mehⁿ krumm [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch], rihr ich ken F. [GH-Leimh, verbr.]. Bei dem muß mer manches dorch die F. sieh 'Dem muß man viel nachsehen' [KL-Enkb, verbr.]; vgl. unten den hist. Beleg von 1590. Of den deiren (deuten) d' Leit mit F. [GH-Leimh, verbr.]. Nooch dem leckt sich de Deiwel sei F. [Krieger 21]. Einen guten Wein kammer drinke, bis em die F. gleich gewachse sin [KB-Zell]. Des hot er sich aus de F. gesuckelt (gesaugt) [NW-Frankeck, verbr.]. Ich kann's net aus de F. suckele 'herbeizaubern' [KL-Reichb, verbr.]. Das mach ich mit'm kläne F. 'Das fällt mir nicht schwer' [Pirmas, verbr.]. Eine geringe Anzahl [] kammer an de F. herzähle [LU-Opp, verbr.]. Man neckt ein Kind, indem man nach seiner Nase greift und dann schnell den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger durchsteckt, gleichsam als hätte man ihm die Nase abgerissen [LA-Maik]. SprW.: Wammer Bech hot, verbricht mer de F. im Herschebrei [KU-Schmittw/O, verbr., auch Don Gal Buch], brecht em de F. in der Nas ab [Zweibr], brecht mer sich de F. im Aarsch [Gal-Hartf]. Wammer 'm Deiwel de kleene F. gebt, will er glei die ganz Hand [PS-Haust, verbr., auch Don Gal Buch]. Volksgl.: So viel F. knacken, so viel Kinner [KL-Bann]. Wammer 'n Spinn verdrickt met'm F., kriegt mer ken weher F. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1598]. Zum Ratespiel bei Bock 1 folgende Var. aus BZ-Annw: Klipp, klapp, de Hollerstock, wieviel Hörner hot de Bock? Wieviel F. stehn'?. Hättschde recht geroode, wärschde nit geklippelt worre. Andere Kinderspiele s. Pflaume 1, Daumen. a. 1559: dem maynaidigen Zeugen die zween F. und den Daumen abhauen, das ganze Zitat s. Daumen 1. a. 1590: Insonderheit sollen sie das Gewicht (des Brotes) wochentlich recht aufflegen, auch Kheinem wie bishero beschehen durch die Finger sehen [ZweibrUrkb. 135]. — 2.a. 'F. am Handschuh'; de F. am Hänsche [KU-Diedk, verbr.]; vgl. Fingerling, Handschuhfinger. — b. Pl. 'Zähne am Messer der Mähmaschine', Fingere [KL-Reichb KU-Diedk]. — 3. Zs. Langfinger. — Südhess. II 735 ff.; Rhein. II 466 ff.; Saarbr. 63; Lothr. 160; Els. I 121/22; Bad. II 154/55.
5185 Zeichen · 200 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    fingerst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    finger , st. M. (a) nhd. Finger ÜG.: lat. digitalis Gl, digitus Gl Vw.: s. lǣw-, scyte-, -docca Hw.: s. fīf?; vgl. got. …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    fingerst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    finger , st. M. Vw.: s. vinger

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    fingerM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    finger , M. Vw.: s. vinger (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Finger

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Finger , des -s, plur. ut nom. sing. Dimin. das Fingerchen, Oberd. Fingerlein. 1. Überhaupt, die äußersten in mehrer…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Finger

    Goethe-Wörterbuch

    Finger Kleinschr GWB T1,334,14 v [9.4.]87 1 Teil der menschl Hand; auch in Bildbeschreibung, gelegentl im mythol Bereich…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Finger

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Finger (digitus) , die kleineren, sehr beweglichen Gliedmaßen am Vordertheile der Hand. Sie bestehen aus 3 getrennten Kn…

  7. modern
    Dialekt
    Finger

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Finger [Feər allg.; Fær M. ] Pl. ebenso, nur W. teilw. Fingere n ; Demin. Fingerle ; m. 1. Finger. Langi F. han stehle…

  8. Sprichwörter
    Finger

    Wander (Sprichwörter)

    Finger 1. De êrst de Finger warin 1 hett, kriggt boll 2 de ganze Hand derin. ( Ostfries. ) – Bueren, 131; Eichwald, 508;…

  9. Spezial
    Fingerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Finger , m палец , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit finger

513 Bildungen · 326 Erstglied · 185 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von finger

fingern + -er

finger leitet sich vom Lemma fingern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von finger 2 Komponenten

fin+ger

finger setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

finger‑ als Erstglied (30 von 326)

finger 40 und häufiger

KöblerAfries

finger 40 und häufiger , st. M. (a) nhd. Finger ne. finger (N.) ÜG.: lat. digitus AB (90, 28), AB (90, 29) Vw.: s. gold-, skot- Hw.: vgl. go…

Finger(e)teⁿ

Idiotikon

Finger(e)teⁿ Band 1, Spalte 865 Finger(e)teⁿ 1,865

Fingerbau

SHW

Finger-bau Band 2, Spalte 737-738

fingerdick

SHW

finger-dick Band 2, Spalte 737-738

Fingerhut

SHW

Finger-hut Band 2, Spalte 739-740

fingerlang

SHW

finger-lang Band 2, Spalte 739-740

finger als Zweitglied (30 von 185)

Ɉungferfinger

Campe

✱ ✱ Der Ɉungferfinger , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der Goldfinger.

Arbeitsfinger

Campe

arbeits·finger

○ Der Arbeitsfinger , des — s, d. Mz. w. d. Ez. Finger zur Arbeit, mit Arbeit beschäftigt. »Der (Mann) jetzt bald von dir (der Frau) weder e…

arschfinger

DWB

arsch·finger

arschfinger , m. digitus medius, impudicus: am prangfinger oder (verzeicht mir) am arsfinger der rechten hand hett er ein ring. Garg. 120 a …

arzneifinger

DWB

arznei·finger

arzneifinger , m. richtiger arztfinger, digitus medicus. J. Paul Fibel 75 . biogr. bel. 1, 52.

arztfinger

DWB

arzt·finger

arztfinger , m. digitus medicus: das gleich (glied) an dem on ein den letzten ( vorletzten oder vierten ) finger, sonst der arzetfinger gena…

bilfinger

DWB

bil·finger

bilfinger , m. sextus digitus. es gibt geschlechter, in welchen zwölf finger und zwölf zehen erblich sind: membra animalibus agnata inutilia…

Bratwurstfinger

PfWB

bratwurst·finger

Bratwurst-finger m. : Pl. 'dicke, fleischige Finger'. Der hot Brotwoʳschtfingeʳ [ KB-Gauh ]. SHW Südhess. I 1077 . —

Chnolle(n)finger

Idiotikon

Chnolle(n)finger Band 1, Spalte 864 Chnolle(n)finger 1,864

daumenfinger

DWB

daumen·finger

daumenfinger , m. ein lederner überzug über den daumen, involucrum digiti vulnerati, theca, tegmen Stieler 485 . s. daumeling.

deutfinger

DWB2

deut·finger

deutfinger m. zeigefinger: 1473 Steinhöwel ordn. 68 faks. 1946 Langgässer siegel ( 1948 ) 40.

diebesfinger

DWB2

diebe·s·finger

diebesfinger m. : 1727 Aler dict. 1,528 b . 1929/30 hdwb. dt. aberglauben I 2,240. DWB2 d DWB2 von dieben benutzte aufenthaltsorte und unter…

diebsfinger

DWB

dieb·s·finger

diebsfinger , m. ungula milvina. er hat diebsfinger er stiehlt; s. DWB diebshand , diebsnägel. den schatz an dem kein diebesfinger klebet de…

Diestelfinger

MeckWB

Wossidia Diestelfinger m. Pl. dünne, mit langen spitzen Nägeln versehene Finger, die den Blättern der Distelstaude ähneln, sie sind das Kenn…

dintenfinger

DWB

dinte·n·finger

dintenfinger , m. finger mit dintenflecken. nur für weiche weiberhändchen, furchtsame schneider, gelehrte dintenfinger, praktische bartkratz…

doctorfinger

DWB

doctor·finger

doctorfinger , m. der daume. das wort kommt nur bei Stieler vor, kaufleute- und docterfinger, der daume pollex 486. heiszt er so, weil die d…

Dollenfinger

MeckWB

dollen·finger

Wossidia Dollenfinger m. scherzhaft dicker Finger, nach der Dicke der Ruderdollen: Bri. 2, 78.

Dreckfinger

PfWB

dreck·finger

Dreck-finger m. : in der Wend. mit de Dreckfinger oonknootsche 'anfassen' [ KU-Schmittw/O ]; vgl. PfWB Dreckhand . SHW Südhess. I 1681 . —

drehfinger

DWB

dreh·finger

drehfinger , m. bildlich, die nase groszer juristen sieht meines erachtens zuweilen so elend aus wie die nase der justiz selber, wenn ihr bi…

Düwelsfinger

MeckWB

duewel·s·finger

Wossidia Düwelsfinger m. Teufelsfinger: Bezeichnung für den Belemniten Nds. 16, 395; s. Dunnerkil. Me. 1, 967.

Dūme(n)finger

Idiotikon

Dūme(n)finger Band 12, Spalte 1820 Dūme(n)finger 12,1820 o.

Etterfinger

WWB

etter·finger

Etter-finger m. [verstr.] schwärender, eiternder Finger. Eitefinger bahden ( Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck Rek …

feuerfinger

DWB

feuer·finger

feuerfinger , m. ein verbrannter, vom brand entzündeter finger? in einer urk. von 1384 der eigenname Fridreich der fewrfinger. Heiligenkreuz…

Ableitungen von finger (2 von 2)

befingeren

WWB

be-fingeren V. a) betasten. — b) mit Geschick bewerkstelligen, in Ordnung bringen. Fī wett dä Sāke woa befingern ( die krfr. Städte Dortmund…