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Finger

ae. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
26 in 24 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Finger Der

Bd. 2, Sp. 81b
Der Finger, des — s, d. Mz. w. d. Ez; Verkleinerungsw. das Fingerchen, O. D. Fingerlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. überhaupt die äußersten in mehrere lange und dünne zusammenhangende Theile getheilten Enden an den Händen und Füßen der Menschen und Thiere, sofern sie zum Fassen geschickt sind. I diesem allgemeinen Sinne nennen die Jäger die Zehen an den Klauen oder Fängen der abgerichteten Falken Finger. I engerer und gewöhnlicher Bedeutung sind Finger das in fünf lange gerundete und bewegliche Theile getheilte Ende der Hand. Die fünf Finger der Hand. S. Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Goldfinger, Ohrfinger, Ringfinger. Mit Fingern auf jemand zeigen, welches oft ein Zeichen der Verachtung und Verspottung ist. Eines Fingers breit, dick, hoch. Vier Finger breit, so breit als die Breite der vier Finger ohne den Daumen. Mit den Fingern essen, ohne sich dabei des Messers und der Gabel zu bedienen. So wie im gemeinen Leben überhaupt von Wörtern, welche wichtige Theile des Körpers bezeichnen, vielerlei Redensarten zum Theil auch in uneigentlichen Bedeutungen gebildet werden, so auch hier. Etwas auf den Fingern oder an den Fingern ausrechnen, herrechnen, vorrechnen d. h. genau und augenscheinlich. Er weiß es an den Fingern herzuzählen, sehr genau, er ist sehr genau bekannt damit. Er ist jetzt so geschmeidig, daß man ihn um den Finger wickeln könnte. Einem auf die Finger sehen, Achtung darauf geben, wie er etwas macht; uneigentlich, Acht auf ihn haben, damit er nichts wegnehme. Lange Finger machen, oder die Finger kleben lassen, gelegentlich etwas entwenden. Einem auf die Finger klopfen, ihn wegen etwas bestrafen. Eine Nachricht aus den Fingern saugen, sie erdenken, erdichten. Mein kleiner Finger hat mir es gesagt, ich weiß es auf eine geheime Art. Durch die Finger sehen, zwischen den Fingern hindurch, indem man die Hand vor die Augen hält, und thut, als sähe man etwas nicht, daher es gebraucht wird für, Nachsicht haben, zeigen. Er sieht ihm sehr durch die Finger, ist sehr nachsichtig gegen ihn. Den Finger auf den Mund legen, schweigen, weil jene Bewegung ein Zeichen des Schweigens ist. Х Die Finger nach etwas lecken, sich an dem Genuß einer Sache sehr erfreuen, nach dem Genusse einer Sache sehr begierig sein. Sich die Finger verbrennen, Schaden von einer Handlung haben, und dadurch von derselben abgeschreckt werden. Wenn man ihm einen Finger giebt, will er gleich die ganze Hand haben, wenn man ihm etwas erlaubt, so maßt er sich ungleich mehr an, er ist mit Wenigem nicht zufrieden. Er ist mir am kleinen Finger lieber als der andere ganz, er ist mir ungleich lieber als der andre, sein kleiner Finger gleichsam ist mir schon lieber als der andre ganz. Uneigentlich. 1) I der biblischen Schreibart, Wirkung, Macht, Gewalt. »Das ist Gottes Finger.« 2 Mos. 8, 19. »Ih treibe die Teufel durch Gottes Finger aus.« Luc. 11, 20. 2) Diejenigen Theile an den Handschuhen, welche die Finger bedecken. Handschuhe mit Fingern, ohne Finger. 3) Das Fingerchen, eine Art Schnekken, die Linné zu den Walzen rechnet und deren gekrümmte vorderste Spitze Ähnlichkeit mit einem Finger hat (Digitellus crassus Kl.). 4) Ehemahls gebrauchte man Fingerlein auch für Fingerring.
3205 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    fingerst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    finger , st. M. (a) nhd. Finger ÜG.: lat. digitalis Gl, digitus Gl Vw.: s. lǣw-, scyte-, -docca Hw.: s. fīf?; vgl. got. …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    fingerst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    finger , st. M. Vw.: s. vinger

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    fingerM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    finger , M. Vw.: s. vinger (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Finger

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Finger , des -s, plur. ut nom. sing. Dimin. das Fingerchen, Oberd. Fingerlein. 1. Überhaupt, die äußersten in mehrer…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Finger

    Goethe-Wörterbuch

    Finger Kleinschr T1,334,14 v [9.4.]87 1 Teil der menschl Hand; auch in Bildbeschreibung, gelegentl im mythol Bereich a k…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Finger

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Finger (digitus) , die kleineren, sehr beweglichen Gliedmaßen am Vordertheile der Hand. Sie bestehen aus 3 getrennten Kn…

  7. modern
    Dialekt
    Finger

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Finger [Feər allg.; Fær M. ] Pl. ebenso, nur W. teilw. Fingere n ; Demin. Fingerle ; m. 1. Finger. Langi F. han stehle…

  8. Sprichwörter
    Finger

    Wander (Sprichwörter)

    Finger 1. De êrst de Finger warin 1 hett, kriggt boll 2 de ganze Hand derin. ( Ostfries. ) – Bueren, 131; Eichwald, 508;…

  9. Spezial
    Fingerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Finger , m палец , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit finger

366 Bildungen · 326 Erstglied · 38 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von finger

fingern + -er

finger leitet sich vom Lemma fingern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von finger 2 Komponenten

fin+ger

finger setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

finger‑ als Erstglied (30 von 326)

finger 40 und häufiger

KöblerAfries

finger 40 und häufiger , st. M. (a) nhd. Finger ne. finger (N.) ÜG.: lat. digitus AB (90, 28), AB (90, 29) Vw.: s. gold-, skot- Hw.: vgl. go…

Finger(e)teⁿ

Idiotikon

Finger(e)teⁿ Band 1, Spalte 865 Finger(e)teⁿ 1,865

finger(s)dick

Idiotikon

finger(s)dick Band 12, Spalte 1248 finger(s)dick 12,1248

Fingerbau

SHW

Finger-bau Band 2, Spalte 737-738

fingerdick

SHW

finger-dick Band 2, Spalte 737-738

Fingerhut

SHW

Finger-hut Band 2, Spalte 739-740

fingerlang

SHW

finger-lang Band 2, Spalte 739-740

finger als Zweitglied (30 von 38)

Chnolle(n)finger

Idiotikon

Chnolle(n)finger Band 1, Spalte 864 Chnolle(n)finger 1,864

Diebesfinger

Wander

diebe·s·finger

Diebesfinger Du hast wohl einen Diebsfinger in der Tasche. Zu dem, der besonderes Glück beim Spiel hat. (S. Erpel.)

Dūme(n)finger

Idiotikon

Dūme(n)finger Band 12, Spalte 1820 Dūme(n)finger 12,1820 o.

fünffinger

DWB

fuenf·finger

fünffinger , ein pl., die finger der hand zusammen: es schwere oder gebe gleich brieff und siegel von sich und drücke seine fünffinger gar d…

Fü(n)ffinger

Idiotikon

Fü(n)ffinger Band 1, Spalte 864 Fü(n)ffinger 1,864

goldfinger

DWB

gold·finger

goldfinger , m. , der vierte finger jeder hand, an dem gewöhnlich die ringe getragen werden. seit dem 12. jh. bezeugt, vgl. anularis goltvin…

Grōssfinger

Idiotikon

Grōssfinger Band 1, Spalte 864 Grōssfinger 1,864

herzfinger

DWB

herz·finger

herzfinger , m. goldfinger, vierter finger. Henisch 1102, 27 : folget der vierte, der gold- und herzfinger, also genannt, weil man etwa die …

Hërzfinger

Idiotikon

Hërzfinger Band 1, Spalte 864 Hërzfinger 1,864

Hēr(r)e(n)finger

Idiotikon

Hēr(r)e(n)finger Band 1, Spalte 864 Hēr(r)e(n)finger 1,864

kaufleutfinger

DWB

kaufleutfinger , m. der daumen. Henisch 1102 . Stieler 485 , wol vom geldzählen bei dem der daumen eine wichtige person ist, oder scherzhaft…

Knölplifinger

Idiotikon

Knölplifinger Band 1, Spalte 864 Knölplifinger 1,864

Lëckfinger

Idiotikon

Lëckfinger Band 1, Spalte 864 Lëckfinger 1,864

lǣwfinger

KöblerAe

lǣwfinger , st. M. (a) nhd. Zeigefinger Hw.: s. lǣwan E.: s. lǣwan, finger L.: Hh 193

mittelfinger

DWB

mittel·finger

mittelfinger , m. : mittelfinger an der hant, verpus, medius. voc. inc. theut. n 8 b ; also weit, als ein mittelmann ( mann von mittlerer gr…

Nopperifinger

Idiotikon

Nopperifinger Band 1, Spalte 864 Nopperifinger 1,864

Ohrfinger

Adelung

ohr·finger

Der Ohrfinger , des -s, plur. ut nom. sing. der fünfte und letzte Finger an der Hand, weil man vor Alters die Ohren damit zu säubern pflegte…

querfinger

DWB

quer·finger

querfinger , m. der finger der breite nach, als maszbestimmung ( die fingerbreite ), vgl. finger 6: ettliche gäng seindt nur drei quärfinger…

ringfinger

DWB

ring·finger

ringfinger , m. dieselbe bezeichnung im dän. schwed. nld. engl., digitus annularis, der goldfinger ( s. dieses ), der vierte finger vom daum…

Schwörfinger

DRW

Schwörfinger, m. zum Eid gebrauchter Finger, Schwurfinger; idR. Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand Sachhinweis: Rechtswahrzeic…

scytefinger

KöblerAe

scytefinger , st. M. (a) nhd. Zeigefinger Hw.: vgl. afries. skotfinger E.: s. scyte, finger L.: Hall/Meritt 299b

skotfinger

KöblerAfries

skot·finger

skotfinger , st. M. (a) nhd. Schießfinger, Zeigefinger ne. shooting-finger Hw.: vgl. ae. scytefinger Q.: H, S, W E.: s. skot, finger W.: nno…

Ableitungen von finger (2 von 2)

befingeren

WWB

be-fingeren V. a) betasten. — b) mit Geschick bewerkstelligen, in Ordnung bringen. Fī wett dä Sāke woa befingern ( Dor Wl ).