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daumen

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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25 in 16 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Daumen

Bd. 1, Sp. 1420
Der Daumen, des -s, plur. ut nom. sing. Diminutiv. das Däumchen, Oberdeutsch das Däumlein. 1) Der erste und dickste Finger an der Hand, welcher ein wenig außer der Ordnung der übrigen stehet. Einem die Daumen schrauben, eine Art der Tortur, da die Daumen in einen Schraubestock eingeschroben werden; im Oberdeutschen däumeln, dameln. Einem den Daumen auf das Auge setzen oder halten, ihn in seinen gehörigen Schranken erhalten, einem den Daumen drehen, ihm schmeicheln, nach dem Munde reden, und einem den Daumen halten, ihm mit Rath und That beystehen, gehören in die figürliche Art zu reden des großen Haufens. Die letzte Redensart ist vermuthlich aus dem abergläubigen Vertrauen entstanden, welches die Unwissenheit in den Daumen eines Gehenkten setzet, dem man eine große Kraft Glück zu bringen zuschreibet; S. Diebesdaumen. 2) Die Breite eines Daumens, ein Zoll. Sechs Daumen, sechs Zoll. Eines Daumens breit. 3) In den Wassermühlen, werden die Hebearme, welche die Stampfen, Hämmer oder andere Körper aufheben, auch Daumen, und die Welle, woran sie befestiget sind, die Daumenwelle genannt, S. Däumling; entweder[] wegen einiger Ähnlichkeit mit dem Daumen an der Hand, oder auch als ein Überbleibsel der ersten eigentlichen Bedeutung dieses Wortes. Anm. In dem Salischen Gesetze lautet dieses Wort Tam, wenigstens rechnet man die letzte Hälfte von Alachtam hierher; im Schwabensp. Dumen, im Oberdeutschen Taumen, im Nieders. Duum, im Holländ. Duym, im Angels. Thuma, Duma, im Engl. Thumb, im Schwed. Tumme. Vermuthlich ist mit dieser Benennung auf die kurze dicke Gestalt dieses Fingers gesehen worden, und alsdann würde dieses Wort das Stammwort von Stamm, Stampf, Stumpf seyn, welche sich bloß durch den vorgesetzten Zischlaut von jenem unterscheiden; S. diese Wörter. Im Isländ. bedeutet Thuma die Hand; der Daumen aber heißt in dieser Sprache Tumling, so wie die alten Schweden ihn Thumul, Thumal, gleichsam die kleine Hand, nannten. Auch in dieser Bedeutung lässet sich das Wort bequem auf Stamm oder Stumpf zurück führen. In der Declination dieses Wortes weichen die Deutschen Mundarten sehr von einander ab. Die oben angezeigte ist im Hoch- und Oberdeutschen die üblichste. Andere, besonders die aus einer Mischung von Hochdeutschen und Niedersachsen bestehen, decliniren es, der Daum, des -s, plur. die Däume, andere, der Daum, des -en, plur. die -en, nach andere der Daum, des -ens, plur. die -en. Diese Verschiedenheit, erstrecket sich auch auf die Zusammensetzungen, indem daselbst dieses Wort bald Daumen bald nur Daum lautet.
2543 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Daumen

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Der Daumen , des -s, plur. ut nom. sing. Diminutiv. das Däumchen, Oberdeutsch das Däumlein. 1) Der erste und dickste Fin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Daumen

    Goethe-Wörterbuch

    Daumen einmal -me Schaubühne 36,22 Regeln fSchausp [G/Wolff] 1 an der menschl Hand, auch an den vorderen Gliedmaßen von …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Daumen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Daumen , s. Hand .

  4. modern
    Dialekt
    Daumen

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Daumen Band 3, Spalte 3,1391–1394

  5. Sprichwörter
    Daumen

    Wander (Sprichwörter)

    Daumen 1. De Dûm is 't êrlickste an de Müller. – Bueren, 375; Eichwald, 379. 2. Den Daumen mit ins Kändlein messen. – Ma…

  6. Spezial
    Daumen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dau|men m. (-s,-) 1 ‹anat› poresc m. 2 (im Kinderreim) copapiedli m. ▬ am Daumen lutschen ciucé le poresc ; jdm. den Dau…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit daumen

114 Bildungen · 93 Erstglied · 20 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von daumen 2 Komponenten

dau+men

daumen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

daumen‑ als Erstglied (30 von 93)

daumendick

SHW

daumen-dick Band 1, Spalte 1433-1434

Daumennagel

SHW

Daumen-nagel Band 1, Spalte 1433-1434

daumenbeuger

DWB

daumen·beuger

daumenbeuger , m. in der anatomie der muskel, wodurch die biegung des daumens bewirkt wird, der lange daumenbeuger musculus flexor pollicis …

daumenbreit

DWB

daumen·breit

daumenbreit , adv. s. DWB daume 4. altnord. þumlúngsbreidr, niederländ. duimbreed.

daumenbreite

DWB2

daumen·breite

daumenbreite f. : 1526 urkb. St. Gereon 627 J. im sinne eines winzigen maßes: 1950 Gaiser stimme 41.

daumendick

DWB

daumen·dick

daumendick , s. daumensdick. keiner Scyllen macht versehre das nur daumendicke haus ( das schiff ). Tscherning 201 .

Daumendreck

RhWB

daumen·dreck

Daumen-dreck Barm , Elbf m.: Schmutz unter dem Nagel. Möller, M., Maler, de N. kostet en Daler, de N. k. en D., keahrt me met dem Besen weg …

daumendreher

DWB

daumen·dreher

daumendreher , m. bildlich ein schmeichler, s. DWB daume 3. sage ich nicht wahr, dasz du von deinen ohrenbläsern und daumendrehern dergestal…

daumendrücker

DWB

daumen·druecker

daumendrücker , m. 1 1. ein rundes eisen an der thüre, durch welches man mit einem druck die klinke aufhebt. franz. garde-pouce, engl. thumb…

Daumeneisen

Adelung

daumen·eisen

Das Daumeneisen , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Bey den Drahtziehern, ein Eisen, welches den ganzen Daumen bis an die Hand bedecket, damit …

daumenfinger

DWB

daumen·finger

daumenfinger , m. ein lederner überzug über den daumen, involucrum digiti vulnerati, theca, tegmen Stieler 485 . s. daumeling.

Daumenfutte

RhWB

daumen·futte

Daumen-futte MGladb-Rheind f.: in der Scherzfrage: Wat es klender, wie e Honderföttche? Antw.: E Dummeföttche ; Gegenantw.: Ne, et Küəttelch…

daumenglied

DWB2

daumen·glied

daumenglied n. : v1485? kuchemaistrey ( 1493 ) d 1 b . 1939 Meinert vernehmungstechnik 76.

daumen als Zweitglied (20 von 20)

andaumen

BWB

andaumen Band 3, Spalte 3,1395

ausdaumen

DWB

aus·daumen

ausdaumen , evaporare, ausdampfen, ein schönes altes wort, mhd. ûʒgedoumen. Diut. 1, 487. ahd. doum, toum fumus ( Graff 5, 141 ), heute nur …

Diebsdaumen

Adelung

dieb·s·daumen

Der Diebsdaumen , des -s, plur. ut nom. sing. der Daumen von einem gehenkten Diebe, welcher, der Einbildung des großen Haufens zu Folge, Glü…

Hebdaumen

RhWB

heb·daumen

Heb-daumen Zell-Enkirch Pl.: die auf dem Wellbaum der alten Ölmühle befindlichen Bolzen, welche die Stampfen heben und beim Abrutschen falle…

hebedaumen

DWB

hebe·daumen

hebedaumen , m. hebarm bei poch- und hammerwerken. Jacobsson 2, 239 a .

Mannsdaumen

Campe

manns·daumen

Der Mannsdaumen , — s, Mz . gl. 1) Der Daumen eines Mannes. 2) S. Campe Mannshand 2).

pflugdaumen

DWB

pflug·daumen

pflugdaumen , m. der krumme nagel vorne auf dem pflugbusch Jacobsson 6, 737 a ; nd. plaugdûme Schambach 156 a .

Querdaumen

DRW

quer·daumen

Querdaumen, m. ein Längenmaß, abgeleitet von der Daumenbreite vgl. Daumen (III 1) [es] sol oͧch kein schůchsúter weder unsern burgern noch i…

Schiebvorden-Daumen

Wander

Schieb-vor-den-Daumen He hett Schuf-vör-de-Dum. – Kern, 448. Er besitzt Geld, das er beim Aufzählen vor den Daumen schiebt.

Verdaumen

Adelung

ver·daumen

Verdaumen , verb. regul. act. im Forstwesen, S. Adelung Verdämpfen .

vorderdaumen

DWB

vorder·daumen

-daumen , m. : der v. ohne nagel ( klammeraffe ) Oken allg. naturg. (1839 ff. ) 7, 1744 . —

welldaumen

DWB

well·daumen

welldaumen , m. , auch wellendaumen, dass. wie well(en)fusz u. well(en)kamm ( s. u. ). meist pl., ' die zapfen an der welle, durch die stemp…

zwerchdaumen

DWB

zwerch·daumen

zwerchdaumen , m. , die breite des daumens, vgl. DWB zwerch 1 b: eines zwerchdaumens weiter als sonsten haushaltung in vorwerken 149 Erm. —

Ableitungen von daumen (1 von 1)

Verdaumen

Adelung

Verdaumen , verb. regul. act. im Forstwesen, S. Adelung Verdämpfen .