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daumen

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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25 in 16 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Daumen

Bd. 1, Sp. 1289
Daumen Rhfrk uNahe -au-, –ǫu-; sonst -ou-; Mosfrk -ǫ·u.- [WBitb -o·m.-], Demin. dę·i.mχən; Rip du·m.ə, –o-, Demin. dy·m.χə, –ø- (auch ohne Schärfung); NLRip, SNfrk du·m., -o-; Klevld dum [n. einschl. Hülm Goch Moyland Hasselt Warbeyen dym]; Pl. -mə, Demin. dymχə (-kə); Neuss, Düss, NBerg dū:m m.: 1. wie nhd. Man räumt ihm eine [] Vorderstellung ein u. sagt: Vier Fengere on de D. Beteuerungsformel: Dümmke, D , diep en de Erd; ek mag flamme of verdamme! Duisb. Wie alt bist du? Antw. scherzh.: Wie mengen D. Rip, Verbr. Heə zällt op sing Fingere, wie völl D-ən heə hat Aach. Der es de nächste (erschte) Fenger am (nom) D. Eif. Do es mer der D. in de Fauscht gefall ich merkte, wo es hinaus sollte Saarbr-Mainzw. Wenn men engen e Dümmchen get, welt heə glich de Hangk han Aach. De versteht (weit) et, der D. te drihe zu schmeicheln Eup; den D. drehe nichts tun Hunsr. Der D hät sich bewet bewegt, der Magen knurrt Waldbr-Eckenhg. Enem den D. däuen den Standpunkt klarmachen Kemp-Süchteln. Do söll mer sich de D afbisse! als Zeichen der Reue u. des Ärgers Erk-Körrenz. Fenger, leck D. (Dümmke)! abweisende Antwort; das ist eine begehrenswerte Sache, die ich aber nicht erreichen kann Nfrk, Köln. Den D. stehlen loten einhalten beim Nähen, Stricken Sol, Mörs. Enem den D. halen einem beistehen, damit sein Vorhaben gelingt, bes beim Spiel (scherzh. gesagt) Allg.; dem bruck mer kene D te halde er ist ein Säufer, zu vergleichen einem Kalbe, dem man den D. ins Maul hält, damit es saufen lernt Kref-Fischeln. He bet (biss) mej en Dümmken verspottete mich Rees, Geld. Dümmche deəht dich lache, Fingerche d. dich krische sagt man zu Kindern, wenn sie gefallen sind, u. hält zugleich den D. u. Zeigefinger hin Aach; sühste, min Dümmken, dann moste well lachen; häste ken Mäcksken (Brodende), dann moste wöll schmachten Rees-Ringenbg. — De kann de D. wegen (rühren) er hat Geld Allg.; den hät wat achter den D. Geld-Weeze; de hät Schum för den D. Mörs-Xanten; he hät Ketzel am Dümche Rheinb-Meckenh; de hät Stot för den D. Geld-Nieukerk; Futsch üvver der D mache Geld zählen Bergh-Hüchelhv. De hält der D. op de Büəl er ist geizig, bezahlt nicht Selfk, Allg.; de hält de D drop mag kein Geld ausgeben; auch eine Sache in seiner Gewalt behalten Allg.; he hält de D stif Geizhals, bezahlt nicht Rip, Nfrk; de hät de Gech (Gicht) em D. (Malör am D) kann nicht bezahlen Köln; Dümmke nat (nass) ohne Utspöies dass. Viersen. Tu D. strike bei Zahlung etwas dreinschiessen lassen Kemp-Weiden. Da sall ich den D. nit drop dortällen es wird nicht bezahlt werden Geld-Nieukerk. He hät niks, för en D. te schuven kein Geld Barm; enem der D. schuven ihn bestechen Schleid-Hellenth. Man macht die Gebärde des Geldzählens u. fragt: We dat net kann?, hält dann den D. zwischen Zeige- u. Mittelfinger: On dat net kann? Wat hät de net? Antw.: Kene D. We Onglöck soll han, zerbricht der [] D. en de Westetäsch Düss. Steckt den D. in et Gatt on goht op de Fust sette! Mörs-Xanten. Weste enen Appel? Bejaht der Gefragte, dann: Stek de Kräih den D. in de Fott, dann kregste'n Appel on en Not (— on lott em schnappen, dann kregste'n N. on enen A.)! Mörs. Hüt leəwe wer ens got, moər steəke mer os der D. en de Mull, wann mer Flesch han wellen MGladb-Rheind. — Engen op en D. schloəh hart zusetzen Aach. Setz dich op minge D., do es noch kenne van gefalle! scherzh. Einladung für den, der keine Sitzgelegenheit findet Jül-Tetz, MülhRh, Simm-Laub. Jemes op de D. kike (sinn) scharf beobachten, etwa weil er stiehlt Kemp, Allg. Spott osen Herrgott net no de Ogen, dann schlehte dech net op de D ! Kemp, SPeter. Blos me op dat Dümmke! abschläg. Antw. Duisb. Dat es net esou vill, wei mer op den D. helt (holt) Merz. Der kann om D. fleuten (-ö-) dem geht es wohl gut Rip, NBerg. Op den (opem) D. drenken nur nippen NBerg. Om D. stricken mit Hilfe des D Kräuselungen stricken Gummb-Lauterb. Eim jet onger dat Dümmken steken verbergen, täuschen Sol; sech jet ongert Dümmken schlønn stehlen NBerg. Se mossen all onge sengem Dömmchen her kruchen sich ihm beugen Bergh-Heppend; de moss dem onner dem Dümmche her ihm in allem folgen Sieg Ägid. Sie loten sech su leit niks ongert Dümmken donn täuschen, verheimlichen NBerg; dem driehste niks ongerm Dümmche dorch Grevbr-Capellen; du spils mer nüs ongerm D. Bergh-Ahe; du konns (der) niks onger den D. däuen Kemp-Süchteln. Der Düvel woll der Pott usschere, woss net, wie he't Metz apack, schnett sich en der D., dat gof en fette Promm Dür-Abenden, Kemp-Dülken. Enen üver Leffel on D. barbieren Ahrw. Beim Schluchser wird geraten: Gapp dreimol över de D.; auch rät man, den D. quer zwischen die Zähne zu stecken Dür-Pier, MGladb-Rheydt. Jet us dem D. sugen wie nhd. Allg. Am D. lütschen wie nhd. Met dem D. dervan bliven Allg. — Im Kindersp. Dümmke pecken den Klicker mit untergelegtem D. schnellen MGladb-Rheind., — stoten Rees, — scheten Ess., — knipschen Gummb. Dat wor Dummkes mit dem D. dem Kl. einen Schub gegeben, was verboten ist Mörs. — Fingermärchen. Dat es der D., der riselt (schiddelt, schitt, brecht) de Praumen, der rifft (list) of, der dräht se hem, der Klen frisst se all allen Rhfrk, Mosfrk, SRip, NBerg. Dat es der D., der esst so ger de Praumen, der sät, wo holen, de sät, en Herrengarden, der sät, wart, eich weren em Herchen et san Merz-Becking. Deimchen, Preimchen, Langebam, Hippchen, Strippchen Saarbg-Weiten (mannigfache [] mosfrk Var.). — Deutung des Beierns. Menge D., menge Fenger, menge Elleboge, kriste meng Schwester, wiərschte menge Schwoger Rip (— wat de säs, dat es geloge oder der Luərschdorfer Mäd an de Mämm gesoge Ahrw). — Der D. dient als Mass. Su lang wie en (halven) D. Rip, Allg.; an der Mosel wird das Fass bis auf vier D. gefüllt, damit der Wein beim Gären nicht überläuft; das Fass (960 l) misst von dem Spundloch senkrecht 36 D.; 18 D. sind ein halbes Fuder oder ein Zulast; das Fuder enthält 6 Ohm; diese misst man wie folgt von unten nach oben : 9 D. die erste Ohm, 6 D. die zweite Ohm, 3 D. die dritte Ohm, wieder 3 D. die vierte Ohm, wieder 6 D. die fünfte Ohm, wieder 9 D. die sechste Ohm. — 2. übertr. a. der D. des Handschuhs; Schutzhülle für den verletzten D. Allg. — b. Zoll Nfrk. — c. et Dümchen am Pfluge, der dünne Fortsatz an der Spille des Streichbrettes Sieg-Scheiderhöhe, Grevbr-Priesterath. — d. der D. dient zur Befestigung der Büchsensäulen im Eisenhammerbau Siegld 1839. — e. D. ohne Nal scherzh. Penis Simm-Schlierschd. — f. e klen Dümmchen ein kleines Kind Sieg-Scheiderhöhe. — Dümmkes falscher Mensch Düss. — g. Dümche Zaunkönig Neuw-Unkel, Schleid-Scheven, Neuss-Dormag (dum). — h. Dümmcher Sternmiere, im Spr.: Bal es et Letmesse (Lichtmess), do let (legt) dat Höhnche, do kalf dat Köhche, do wangele (wandeln) de D. op de Erd usf. (s. Lichtmess) Grevbr. — i. Dümmke Nachtschlag der Kinder Kref-Lank.
6855 Zeichen · 185 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Daumen

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Der Daumen , des -s, plur. ut nom. sing. Diminutiv. das Däumchen, Oberdeutsch das Däumlein. 1) Der erste und dickste Fin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Daumen

    Goethe-Wörterbuch

    Daumen einmal -me Schaubühne 36,22 Regeln fSchausp [G/Wolff] 1 an der menschl Hand, auch an den vorderen Gliedmaßen von …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Daumen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Daumen , s. Hand .

  4. modern
    Dialekt
    Daumen

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Daumen Band 3, Spalte 3,1391–1394

  5. Sprichwörter
    Daumen

    Wander (Sprichwörter)

    Daumen 1. De Dûm is 't êrlickste an de Müller. – Bueren, 375; Eichwald, 379. 2. Den Daumen mit ins Kändlein messen. – Ma…

  6. Spezial
    Daumen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dau|men m. (-s,-) 1 ‹anat› poresc m. 2 (im Kinderreim) copapiedli m. ▬ am Daumen lutschen ciucé le poresc ; jdm. den Dau…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit daumen

114 Bildungen · 93 Erstglied · 20 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von daumen 2 Komponenten

dau+men

daumen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

daumen‑ als Erstglied (30 von 93)

daumendick

SHW

daumen-dick Band 1, Spalte 1433-1434

Daumennagel

SHW

Daumen-nagel Band 1, Spalte 1433-1434

daumenbeuger

DWB

daumen·beuger

daumenbeuger , m. in der anatomie der muskel, wodurch die biegung des daumens bewirkt wird, der lange daumenbeuger musculus flexor pollicis …

daumenbreit

DWB

daumen·breit

daumenbreit , adv. s. DWB daume 4. altnord. þumlúngsbreidr, niederländ. duimbreed.

daumenbreite

DWB2

daumen·breite

daumenbreite f. : 1526 urkb. St. Gereon 627 J. im sinne eines winzigen maßes: 1950 Gaiser stimme 41.

daumendick

DWB

daumen·dick

daumendick , s. daumensdick. keiner Scyllen macht versehre das nur daumendicke haus ( das schiff ). Tscherning 201 .

Daumendreck

RhWB

daumen·dreck

Daumen-dreck Barm , Elbf m.: Schmutz unter dem Nagel. Möller, M., Maler, de N. kostet en Daler, de N. k. en D., keahrt me met dem Besen weg …

daumendreher

DWB

daumen·dreher

daumendreher , m. bildlich ein schmeichler, s. DWB daume 3. sage ich nicht wahr, dasz du von deinen ohrenbläsern und daumendrehern dergestal…

daumendrücker

DWB

daumen·druecker

daumendrücker , m. 1 1. ein rundes eisen an der thüre, durch welches man mit einem druck die klinke aufhebt. franz. garde-pouce, engl. thumb…

Daumeneisen

Adelung

daumen·eisen

Das Daumeneisen , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Bey den Drahtziehern, ein Eisen, welches den ganzen Daumen bis an die Hand bedecket, damit …

daumenfinger

DWB

daumen·finger

daumenfinger , m. ein lederner überzug über den daumen, involucrum digiti vulnerati, theca, tegmen Stieler 485 . s. daumeling.

Daumenfutte

RhWB

daumen·futte

Daumen-futte MGladb-Rheind f.: in der Scherzfrage: Wat es klender, wie e Honderföttche? Antw.: E Dummeföttche ; Gegenantw.: Ne, et Küəttelch…

daumenglied

DWB2

daumen·glied

daumenglied n. : v1485? kuchemaistrey ( 1493 ) d 1 b . 1939 Meinert vernehmungstechnik 76.

daumen als Zweitglied (20 von 20)

andaumen

BWB

andaumen Band 3, Spalte 3,1395

ausdaumen

DWB

aus·daumen

ausdaumen , evaporare, ausdampfen, ein schönes altes wort, mhd. ûʒgedoumen. Diut. 1, 487. ahd. doum, toum fumus ( Graff 5, 141 ), heute nur …

Diebsdaumen

Adelung

dieb·s·daumen

Der Diebsdaumen , des -s, plur. ut nom. sing. der Daumen von einem gehenkten Diebe, welcher, der Einbildung des großen Haufens zu Folge, Glü…

Hebdaumen

RhWB

heb·daumen

Heb-daumen Zell-Enkirch Pl.: die auf dem Wellbaum der alten Ölmühle befindlichen Bolzen, welche die Stampfen heben und beim Abrutschen falle…

hebedaumen

DWB

hebe·daumen

hebedaumen , m. hebarm bei poch- und hammerwerken. Jacobsson 2, 239 a .

Mannsdaumen

Campe

manns·daumen

Der Mannsdaumen , — s, Mz . gl. 1) Der Daumen eines Mannes. 2) S. Campe Mannshand 2).

pflugdaumen

DWB

pflug·daumen

pflugdaumen , m. der krumme nagel vorne auf dem pflugbusch Jacobsson 6, 737 a ; nd. plaugdûme Schambach 156 a .

Querdaumen

DRW

quer·daumen

Querdaumen, m. ein Längenmaß, abgeleitet von der Daumenbreite vgl. Daumen (III 1) [es] sol oͧch kein schůchsúter weder unsern burgern noch i…

Schiebvorden-Daumen

Wander

Schieb-vor-den-Daumen He hett Schuf-vör-de-Dum. – Kern, 448. Er besitzt Geld, das er beim Aufzählen vor den Daumen schiebt.

Verdaumen

Adelung

ver·daumen

Verdaumen , verb. regul. act. im Forstwesen, S. Adelung Verdämpfen .

vorderdaumen

DWB

vorder·daumen

-daumen , m. : der v. ohne nagel ( klammeraffe ) Oken allg. naturg. (1839 ff. ) 7, 1744 . —

welldaumen

DWB

well·daumen

welldaumen , m. , auch wellendaumen, dass. wie well(en)fusz u. well(en)kamm ( s. u. ). meist pl., ' die zapfen an der welle, durch die stemp…

zwerchdaumen

DWB

zwerch·daumen

zwerchdaumen , m. , die breite des daumens, vgl. DWB zwerch 1 b: eines zwerchdaumens weiter als sonsten haushaltung in vorwerken 149 Erm. —

Ableitungen von daumen (1 von 1)

Verdaumen

Adelung

Verdaumen , verb. regul. act. im Forstwesen, S. Adelung Verdämpfen .