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Daumen

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Daumen

Bd. 1, Sp. 562
Daumen 1. De Dûm is 't êrlickste an de Müller. – Bueren, 375; Eichwald, 379. 2. Den Daumen mit ins Kändlein messen. – Mathesy, 352a. 3. Den Daumen wiegt man zu dem Fleisch. – Eiselein, 112. 4. Man môt den Dûmen stîw holen. (Oldenburg.) – Weserzeitung, 4036. Sehr zähe beim Geldausgeben sein. 5. Man muss den Daumen nicht zwischen zwei Weisheitszähne stecken. Die Spanier sagen: zwischen zwei Mühlsteine. (Reinsberg IV, 57.) 6. Man muss den Daumen rühren, soll man's im Beutel spüren. 7. 'N Duum up'n Manns Nöse, dat scheelt völ. – Bueren, 938. 8. De kann nu up den Dûm floiten. (Rastede.) – Firmenich, III, 26, 2. 9. Den Daumen rühren. 10. Einem den Daumen aufs Auge setzen. – Körte, 827. Ihn in den gehörigen Schranken halten, über jemand herrschen, ihn bewältigen u.s.w. Bei den Ringspielen der Alten war es hier und dort gebräuchlich, dem zu Boden Geworfenen zum Zeichen des Siegs den Daumen sanft auf's Auge zu setzen. Auch drückte man den Sterbenden die Augen mit dem Daumen zu. Der Daumen ist der Finger der Kraft, daher wurde er bei den Alten in gewissen Verhältnissen abgehauen. (Vgl. Wurzbach II, 291.) Mundartlich finden wir die Redensart aus Franken: Ar setzt'n 'n Dauma ufs Ag, in Frommann, VI, 166, 63, mit der Erklärung: Er betrügt, macht für etwas Verbotenes blind. Frz.: Tenir la main à quelqu'un. Holl.: Iemand bij den duim hebben (houden). (Harrebomée, I, 160.) 11. Einem den Daumen drehen. So reden, wie er es gern hat. 12. Einem den Daumen halten. – Körte, 827; Eiselein, 112; Simrock, 1511. Ihm mit Rath und That beistehen. Vgl. M.G. Griessbach, Abhandlung von den Fingern u.s.w. (Leipzig und Eisenach 1756). – Die Römer sagten, Gunst ausdrückend: Premere pollicem; im abgünstigen Sinne: Convertere pollicem, den Daumen strecken, gegen die Brust richten, ein Zeichen, dass das Volk einen besiegten Gladiator umgebracht wissen wollte. (Erasm., 78.) 13. Einem die Daumen schrauben. – Eiselein, 112. 14. Einen unter dem Daumen halten. – Eiselein, 112. 15. Er hat, was vor dem Daumen hergeht. – Simrock, 1508; Körte, 827; Eiselein, 112. Nämlich Geld. 16. Er wiegt den Daumen mit. – Brandt, Nsch., 102. Wer durch Täuschung andere beim Abwägen von Waaren bevortheilt. 17. Förn Dûm schuven. – Richey, 45. Geld zählen. 18. He hett den Dumm loten stehlen. (Meurs.) – Firmenich, I, 401, 98. Beim Nähen nämlich. 19. He hett wat förn Dûm.Richey, 45. Besitzt Vermögen. 20. He slätt iäm wuot unner'n Dumen. – Woeste, 83, 54. 21. Hei fleutjet uppen Dumen. (Hildesheim.) – Firmenich, I, 186, 25. Er freut sich. 22. Ich kann mit dem Dumen nit so recht nachkumen. – Eiselein, 112; Simrock, 1510. Nicht bezahlen. 23. Sein Daumen hat die Gicht. Schlechter, unfähiger Zahler. Holl.: Daar is schuif voor den duim. (Harrebomée, I, 159.) 24. Wenn man ihm den Dumen gibt, so will er die Hand (den Arm) haben. [Zusätze und Ergänzungen] 25. Der Daumen ist eine Drittelhand. – Graf, 323, 292. Wer einen andern um den Daumen bringt, hat ein Drittel der Busse zu zahlen, die für den Verlust der Hand festgesetzt ist. Fries.: Fhil thumma is en trimma hond. (Hettema, Landrecht, 35.) 26. Man kann sik wol den Diumen im Äs verstiuken. (Sauerland.) 27. Man muss den Daumen immer in der Faust behalten. Lat.: Pugno claudetur potex cum sors tibi detur. (Reuterdahl, 742.) Schwed.: Haff thumen i naeffwan vm thik faller aempnin. (Reuterdahl, 742.) 28. Da geht mir der Dâm vor. (Oberösterr.) Man verweigert mit dieser Redensart etwas unwillig, eine Bitte, ein Verlangen. 29. Daumen drehen. Ueber etwas nachdenkend, grübelnd, auch wol müssig dasitzen. »Nun sitz ich wieder zu Hause, dreh Daumen in bänglicher Ruh.« So lässt ein Spottlied im Wächter am Erie auf die salzburger Kaiserzusammenkunft den Kaiser Napoleon nach seiner Rückkehr nach Paris klagen. (Cleveland, O, vom 17. October 1867.) 30. Den Daumen aufs Kästchen halten. – Hermes, III, 387. 31. Der Daumen ist ihm endlich in dîe Hand gefallen. – Gotthelf, Käserei, 126. Er ist endlich zu Verstande gekommen. 32. Deswegen drah ich den Dâm nöd um. (Oberösterreich. Bedburg.) Die Sache ist mir ganz gleichgültig. 33. Du sallt mî de Dûm wol to de Nêrs uthollen. – Kern, 447. Eine höhnische Herausforderung. 34. Einen übern Dâm drahn. (Oberösterr.) Ihn überlisten, übervortheilen. 35. Er hat einen steifen Daumen. – Auerbach, Neues Leben, I, 152. Er gibt nicht gern Geld her. 36. Er kann mit dem Daumen wackeln. Um zu sagen: Er hat Geld. 37. Ich koan oach zu wing mid 'n Daumen wackan. (Oesterr.-Schles.) – Peter, 445. Meine Geldmittel sind zu gering. 38. Ik sett di up de dûm un fleit di na Ägypten. – Kern, 2. Sprache eines Grosssprechers, der sich die Gewalt und Schnelligkeit des Windes zutraut und seine Gegner wie eine Feder wegblasen will. 39. Nu knippt 't up de Dûm.Kern, 445. Von jemand, der sehr in die Enge getrieben ist. Erinnert an die Zeit der Daumschrauben im peinlichen Gerichtsverfahren. 40. Stäk de Dûm in de Nêrs un mâk 'n Jägerstohl. – Kern, 449. Scherzhaft zu dem, der sich nirgends zu setzen weiss.
5004 Zeichen · 186 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Daumen

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Der Daumen , des -s, plur. ut nom. sing. Diminutiv. das Däumchen, Oberdeutsch das Däumlein. 1) Der erste und dickste Fin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Daumen

    Goethe-Wörterbuch

    Daumen einmal -me Schaubühne 36,22 Regeln fSchausp [G/Wolff] 1 an der menschl Hand, auch an den vorderen Gliedmaßen von …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Daumen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Daumen , s. Hand .

  4. modern
    Dialekt
    Daumen

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Daumen Band 3, Spalte 3,1391–1394

  5. Sprichwörter
    Daumen

    Wander (Sprichwörter)

    Daumen 1. De Dûm is 't êrlickste an de Müller. – Bueren, 375; Eichwald, 379. 2. Den Daumen mit ins Kändlein messen. – Ma…

  6. Spezial
    Daumen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dau|men m. (-s,-) 1 ‹anat› poresc m. 2 (im Kinderreim) copapiedli m. ▬ am Daumen lutschen ciucé le poresc ; jdm. den Dau…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit daumen

108 Bildungen · 93 Erstglied · 14 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von daumen 2 Komponenten

dau+men

daumen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

daumen‑ als Erstglied (30 von 93)

daumendick

SHW

daumen-dick Band 1, Spalte 1433-1434

Daumennagel

SHW

Daumen-nagel Band 1, Spalte 1433-1434

daumenbeuger

DWB

daumen·beuger

daumenbeuger , m. in der anatomie der muskel, wodurch die biegung des daumens bewirkt wird, der lange daumenbeuger musculus flexor pollicis …

daumenbreit

DWB

daumen·breit

daumenbreit , adv. s. daume 4. altnord. þumlúngsbreidr, niederländ. duimbreed.

daumenbreite

DWB2

daumen·breite

daumenbreite f. : 1526 urkb. St. Gereon 627 J. im sinne eines winzigen maßes: 1950 Gaiser stimme 41.

daumendick

DWB

daumen·dick

daumendick , s. daumensdick. keiner Scyllen macht versehre das nur daumendicke haus ( das schiff ). Tscherning 201 .

Daumendreck

RhWB

daumen·dreck

Daumen-dreck Barm , Elbf m.: Schmutz unter dem Nagel. Möller, M., Maler, de N. kostet en Daler, de N. k. en D., keahrt me met dem Besen weg …

daumendreher

DWB

daumen·dreher

daumendreher , m. bildlich ein schmeichler, s. daume 3. sage ich nicht wahr, dasz du von deinen ohrenbläsern und daumendrehern dergestalt ve…

daumendrücker

DWB

daumen·druecker

daumendrücker , m. 1 1. ein rundes eisen an der thüre, durch welches man mit einem druck die klinke aufhebt. franz. garde-pouce, engl. thumb…

Daumeneisen

Adelung

daumen·eisen

Das Daumeneisen , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Bey den Drahtziehern, ein Eisen, welches den ganzen Daumen bis an die Hand bedecket, damit …

daumenfinger

DWB

daumen·finger

daumenfinger , m. ein lederner überzug über den daumen, involucrum digiti vulnerati, theca, tegmen Stieler 485 . s. daumeling.

Daumenfutte

RhWB

daumen·futte

Daumen-futte MGladb-Rheind f.: in der Scherzfrage: Wat es klender, wie e Honderföttche? Antw.: E Dummeföttche ; Gegenantw.: Ne, et Küəttelch…

daumenglied

DWB2

daumen·glied

daumenglied n. : v1485? kuchemaistrey ( 1493 ) d 1 b . 1939 Meinert vernehmungstechnik 76.

daumen als Zweitglied (14 von 14)

andaumen

BWB

andaumen Band 3, Spalte 3,1396

Aufdaumen

Wander

auf·daumen

Aufdaumen Einen aufdaumen. – Zaupser. Nachlese. Durch Bestechungen die Augen verblenden, gleichsam den Daumen jemand aufs Auge drücken.

ausdaumen

DWB

aus·daumen

ausdaumen , evaporare, ausdampfen, ein schönes altes wort, mhd. ûʒgedoumen. Diut. 1, 487. ahd. doum, toum fumus ( Graff 5, 141 ), heute nur …

Diebsdaumen

Adelung

dieb·s·daumen

Der Diebsdaumen , des -s, plur. ut nom. sing. der Daumen von einem gehenkten Diebe, welcher, der Einbildung des großen Haufens zu Folge, Glü…

hebedaumen

DWB

hebe·daumen

hebedaumen , m. hebarm bei poch- und hammerwerken. Jacobsson 2, 239 a .

Mannsdaumen

Campe

manns·daumen

Der Mannsdaumen , — s, Mz . gl. 1) Der Daumen eines Mannes. 2) S. Mannshand 2).

Querdaumen

DRW

quer·daumen

Querdaumen, m. ein Längenmaß, abgeleitet von der Daumenbreite vgl. Daumen (III 1) [es] sol oͧch kein schůchsúter weder unsern burgern noch i…

Schiebvorden-Daumen

Wander

Schieb-vor-den-Daumen He hett Schuf-vör-de-Dum. – Kern, 448. Er besitzt Geld, das er beim Aufzählen vor den Daumen schiebt.

Verdaumen

Adelung

ver·daumen

Verdaumen , verb. regul. act. im Forstwesen, S. Adelung Verdämpfen .

zwerchdaumen

DWB

zwerch·daumen

zwerchdaumen , m. , die breite des daumens, vgl. zwerch 1 b: eines zwerchdaumens weiter als sonsten haushaltung in vorwerken 149 Erm. —

Ableitungen von daumen (1 von 1)

Verdaumen

Adelung

Verdaumen , verb. regul. act. im Forstwesen, S. Adelung Verdämpfen .