Wossidia
Haut Hot, Pl. Häud', Höd'
m. Hut I. die Kopfbedeckung 1. pileus 'ein Hodt, Baredt' Chytr. 257; Mi 31
b; die Zss. bezeichnen den Stand des Trägers, den Bereich, in welchem diese Kopfbedeckung üblich oder zulässig ist, sowie die Gelegenheit, bei welcher der Hut getragen wird: Aust-, Bäudner-, Botter-, Braden-, Brüjams-, Buer-, Doden-, Dokter-, Hollänner-, Kerken-, Land-, Manns-, Moders-, Preister-, Schinner-, Tirolerhaut; den Stoff, aus dem der Hut hergestellt wurde: Beisen-, Filt-, Marl-, Spon-, Stroh-, Tarpolinhaut; seine Form und Beschaffenheit: Bibi-, Blaumen-, Dal-, Fladder-, Flander-, Fleigen-, Fludder-, Flunker-, Gardinen-, Garibaldi-, Gesichts-, Grot-, Hoch-, Kaff-, Kapott-, Kaster-, Kip-, Klapp-, Kremp-, Rund-, Sattel-, Schack-, Schüffel-, Schut-, Schuwut-, Slacker-, Sladder-, Sott-, Spitz-, Stiert-, Stuf-, Teul-, Timp-, Trechter-, Tressen-, Trull-, Trunt-, Vörweg-, Wit-, Zilinderhaut; verächtliche oder scherzhafte Bezeichnungen sind: Ies-, Leihm-, Panorama-, Papp-, Säutkauken-, Schithaut. 2. der Hut in der Tracht und seine Herstellung a. zu der Tracht der Männer gehörte ein kleiner runder Hut mit zwei Finger breitem Rande Fromm Meckl. 75; 78; ebenso in den Sondertrachten von RoRostock@ZepelinZep und Schö@ Jb. 2, 116; 150; in RoRostock@BiestowBiest hatte der Hut einen ziemlich breiten Rand, der bei Verheirateten mit einer schwarzen, bei Junggesellen mit einer kreideweißen Schnur eingefaßt war 113; Fromm Meckl. 75; Wo. berichtet: 'als Kopfbedeckung diente in vielen Gegenden auch bei der Arbeit der Zylinder. Ich selber habe auf einer meiner ersten Sammelfahrten einen Ossenhœker mit einem grauen Zylinder haken sehen. Im Winter wurde meist die Pelzmütze (rug' Klott), im Hause und beim Dreschen die Zipfelmütze getragen' Meckl. 20, 73; in RoRostock@WarnemündeWarn trugen die alten Leute beim Fischfang Zylinderhüte
F. Barn. Warn. 248; bei der Leichenfolge trugen die Männer einen dreieckigen Hut, an dessen äußerer Ecke ein langer, schwarzer Flor befestigt war Jb. 2, 114;
F. Barn. Warn. 271. b. in der Frauentracht war der Hut, obgleich selten aufgesetzt, von verschiedener Form: de Hot würd upsett't, wenn dat to Kark un to Mark güng' Wi; meist war es ein Strohhut: 'der Hut von Span geflochten, wie ihn jede Bäuerin besitzt, wird sehr wenig benutzt, ist übrigens auch schwer und heiß, gewöhnlich noch mit buntgeblümtem, dunklen Kattun gefüttert und den ganzen Kopf bedeckend' Fromm Meckl. 83; auch bei der Erntearbeit pflegten die Frauen einen Strohhut, der nach seiner Form Pierd'kopp genannt wurde, zu tragen, er war bei jüngeren Frauen innen bunt, oft rot gefüttert, später kam dann der Flunkerhaut (Helgoländer) auf Meckl. 20, 74; die Spanhüte der Frauen in RoRostock@WarnemündeWarn wurden früher in Wi hergestellt, im Ort garniert und dann bei den Kaufleuten verkauft, eine alte Frau berichtet: de kahle Haut würd' liefert, ick heff weck trechtmaakt, ierst Unnerfutter unnersett't, denn swart Stripen upneiht, dat de Ros' dor œwer fallen ded' Wo. Sa.;
F. Barn. Warn. 247; Abb. ebda 208; 209; in RoRostock@BiestowBiest wurde der kleine Strohhut, der wegen seiner eigenartigen Form Schüffelhaut hieß, über der Hüll getragen, er war oben platt, an den Seiten schmal und meist mit schwarzem Band besetzt. Das hierzu nötige Stroh wurde unmittelbar nach der Roggen- oder Weizenernte geschnitten, von den Frauen mit dem Gnidelstein geplättet und zu Flechtels gebunden, aus denen dann der Hut von der Häud'makerschen verfertigt wurde. Auf dem Rostocker Pfingstmarkt wollte sich jede Bauerfrau in einem neuen Hut zeigen Meckl. 20, 75; Jb. 2, 113; bei Beerdigungen wurde in einigen Dörfern ein weißes, bis zur Hüfte herabfallendes Tuch um den Hut gebunden ebda. Auch in Schö@ ging man über Feld in Haut un Hüll Ratz. Heim.-Kal. 1926, S. 22; besonders beim Gang zur Kirche wurde der Strohhut von den Frauen, die aus den eingepfarrten Dörfern kamen, über die Hüll gesetzt, zum Schutz gegen Staub und Nässe auch wohl ein leichtes, leinenes Tuch darüber gebunden, um dann, im Kirchdorf angelangt, im Krug, beim Krämer oder bei der Freundschaft in Verwahrung gegeben zu werden ebda; sie unterschieden sich in der sog. Schönberger und der Rehnaer Tracht durch die Form und den Bandschmuck. In letzterer war das tiefschwarze Hutband, welches in Freudenzeiten aus damastartig gewebter, in Trauerzeiten aus glatter Seide war, dem vorderen Hutteil in einigen Windungen aufgenäht, so daß es diesen, nur einen schmalen Rand freilassend, fast ganz verdeckte, und hing hinten in zwei Schleifenenden herab, gegen die ebenfalls herabhängenden roten Bänder der Hüll, den sog. Stiert, malerisch wirkend. In der Schönberger Tracht war das Seidenband nur in Trauerfällen schwarz, sonst violett mit grünen Mustern darauf und nur um den mittleren Teil des Hutes gelegt, so daß Kopf und Rand frei blieben. Um den Hut herum lief ein kunstvolles Flechtwerk (Flechtels), das vorne, den Rand verbreiternd, noch einen zweiten Streifen hatte S. 25; Abb. S. 24. c. während beim Rehnaer Hut die einzelnen Teile und auch die Form selbst von auswärts bezogen wurden, waren die Schönberger Hüte das Werk einheimischer Strohhutmacher, von denen es einen in Schö gab, während andere vereinzelt in den Dörfern saßen. Als Rohmaterial dienten, je nach der Güte des Hutes, lange Holzspäne, grobes Stroh oder Meddeln,
s. unt.
Marl. Die Halme wurden zunächst mit einem Gnidelstein oder in einer kleinen Maschine mit hölzernen Walzen platt gedrückt und geplättet, dann ringförmig eng aufeinander genäht (die Späne wurden gekleistert), so daß die Form herauskam, welche schließlich stark angefeuchtet, über ein Holzmodell gezogen und mit einem Bügeleisen bearbeitet wurde. Nun wurde der Tüschensatz (Zwischensatz), ein handbreiter, zu einem groblochigen Gitter geflochtener Saum, der um die ganze Hutform herumlief, angenäht, das Ganze mit einem dicken Kalkbrei bepinselt und nach dem Trocknen mit einem Lacküberzug, der den Hut blank machte, versehen. Als Unterfutter kam auf die Innenseite grüner Twilt, und zum Schluß wurde das Flechtels aufgenäht, die in schönen Mustern geflochtene Randverzierung, die von einem Lübecker Kaufmann für die hiesige Gegend aus der Schweiz bezogen und in etwa 4 m langen Streifen bundweise an die Hutmacher verkauft wurde. Nur für die schweren, derben, aus Holzspänen gemachten Sponhäud', die man am Alltag bei der Arbeit trug, wurde der Randschmuck, eine dicke aus Stroh geflochtene Rolle, von den einheimischen Hutmachern angefertigt Ratz. Heim.-Kal. 1926, S. 25; ein enkelter Meddelhaut (
s. Marlhaut),
d. h. ein solcher ohne Bandschmuck, kostete in der Regel 2½ Taler ebda. Über die Verarbeitung von Filzhüten erfahren wir: 'die Hutmanufaktur ist unter allen innländischen Wollarbeiten die vorzüglichste. Man macht Hüte zu 1, 2 bis 3 Rthlr., die in Betracht ihrer Güte nicht theuer sind' Langerm. 125. 3. Redewendungen und liter. Belege, so von der Form und Beschaffenheit: 'n grot Kierl hett ok 'n groten Haut up GüGüstrow@GülzowGülz; ähnl. von einer großen Roggenähre RoRostock@KühlungsbornKühl; en lütten dreitimpigen Haut Reut. 6, 179; 197; 'Syn Haud de was so treß mit bunten Band stafeiret' (1711) Kohf. Hg. 9, 2; im derben Vergleich von einer schlechten Tänzerin: dee geiht ok rundüm as 'n ollen Hot, dee stif vull Lüs' sitt Ro; von dem spitzen Hut der alten Judentracht: 'synen worden geven se grote macht unde loveden an em also de Joden an enen spissen hth' Slagg. 165; de Herr mit 'n hogen Hot sall läben, hurrah riefen die Jungen beim Schilling-Grawwelsmiten in RoRostock@WarnemündeWarn; der Träger eines solchen Hutes wird verspottet: dee will Zucker in 'n Hot köpen, dee is billiger Wa; Entsetzen drückt aus: de Haut is em so hoch worden ihm sträubten sich die Haare WaWaren@PenzlinPenzl; he hadd' den Hot up fiw sitten trug ihn keck, verwegen RoRostock@RibnitzRibn; bei aufkommendem Sturm wird gewarnt: Jungens, hollt de Höd' wiß, dor kümmt 'n Swartrock an Wo. Seem. 2, 145; nu barg't de Höd', nu ward 't klemmen ebda; ähnl. beim Kartenspiel, das in Gefahr steht, verloren zu werden:
nu de Häud' wiß hollen RoRostock@KühlungsbornKühl; hollt de Häud' fast, dat geiht bargdal NHagD; der Pechvogel klagt: wenn 't Höd' rägent, mi fel keen uppen Kopp Firm. 3, 72; das Ziehen des Hutes bezeugt Ehrfurcht,
s. Gaus 1; vor Unterwürfigkeit warnt: ick nähm nich ihrer den Haut af, bet ick den Kierl seih MaMalchin@Groß MethlingGMethl; oder: nich ihrer den Haut afnähmen, bet de Kierl kümmt HaHagenow@GülzeGülze; öft. gekoppelt: läd Haut un Hanschen up den Disch Reut. 3, 290; hett Hot un Prük verloren alles Schö;
is mit Haut un Prük int Water follen HaHagenow@RedefinRed; der Hut war ein Zeichen der Herrschaft und diente als Symbol bei der Übertragung von Gut und Lehn Jb. 23, 165 ff.; beim Weinkauf nimmt der Käufer mit Angreifung oder Abnehmen des Hutes von der erworbenen Stätte Besitz Horn Selmsd. 2, 12; deshalb auch vom Hausregiment: 'he ys ein Mann unde ein Here in synem Huse, he wil sick de Mtze nicht upsetten lathen, sondern den Hodt beholden' Gry. Wed. P 1
b; ick ward' min Fru de Bücksen noch mal antrecken, œwer den Haut beholl ick RoRostock@DoberanDob; die Witwe, die sich wieder verheiraten will, sagt: 'ick hebbe thovOerne den Hodt gehat unde dat Hußregiment na mynem egenen willen gefOeret' Gry. Wed. P 4
a; Weiberherrschaft kennzeichnet: 'dat se de Mtze settet up Dudendop unde nimpt den Hoet up eren Kop' Lb. 2, Q 2
b;
se harr den Hoot Babst 1, 37; de Fru hett den Haut up RoRostock@KlockenhagenKlock; Wa; Wo hew ick gnurrt in jungen Johren, Güng' mi mal wat nich nah den Haut (so wie ich wollte) Puls Leiw 68; der Bezechte
hett einen unner 'n Haut Schö Schönberg@CarlowCarl; verächtlich von einer geringen Summe: wat ick dorför köp, stäk ick an minen Hot Wa; von einem schlechten Kartenspiel: stäk s' di an 'n Hot Gü; ein Musikstück ut 'n Haut spälen auswendig spielen Schw; für Kopf in der Drohung:
ick hau di an 'n Haut LuLudwigslust@LaupinLaup u. öft.; ablehnend von unglaubwürdigen Dingen:
dat is all' Durheit mit 'n Haut Gü@ Krassow; Ha@Demz; MaMalchin@DargunDarg; nur hd. in der Wendung: 'Heut jeht dat widder: ümmer mit den Hut' (es geht lustig her) Reut. 5, 191; auch als Kehrreim eines Liedes: Hüt geiht dat ümmer mit den Hut RoRostock@RibnitzRibn;
s. Nd. Kbl. 23, 36; ähnl. im Ausruf der Handwerksburschen: 'War sieben Jahr in Polen Mit Stiefel ohne Sohlen Aber doch immer mit 'n Hut' Wo. Sa. 4. Volksreim und Spiel: Fritz mit de Mütz Is gor nicks nütz, Hans mit 'n Hot Is gor to got Schö; Johannes mit 'n Haut, De Haut kleedt em gaut, De Haut kleedt em gor tau nett, Un wenn he 'n noch so scheif up hett Wo.
V. 4, 12; Tanzreime: Oh Hannes, wat 'n Haut, De Haut dee hett drei Daler kost't, De Haut un dee is gaut; Haut un kein Band nich an, Puttel un kein Rand nich an, Buer is kein Eddelmann, Haut un dee is gaut RoRostock@DierhagenDierh; Nachbarreim: De Hot is got, Oewer de Krempen, Seggt Mudder Lemcken, Sünd nich to bruken, Seggt Mudder Struken RoRostock@RibnitzRibn; im Spiel 'Schlapp hat seinen Hut verloren' ist ein Spieler 'Schlapp', die übrigen erhalten der Reihe nach Zahlen. Schlapp tritt vor und sagt: 'Schlapp hat seinen Hut verloren, 1 (oder eine andere Zahl) hat ihn'. Das betreffende Kind antwortet: '1 hat ihn nicht, 5 hat ihn'. 5 ruft: '5 hat ihn nicht, 7 hat ihn'. So geht es weiter. Wenn sich ein Kind verspricht, oder wenn es so langsam antwortet, daß man inzwischen bis drei zählen kann, dann muß es ein Pfand geben. Sind genügend Pfänder vorhanden, so werden sie auf die übliche Art ausgespielt PaParchim@WulfsahlWulfs. 5. Volksglaube, Brauch und Sage a. in den Küselwind muß man einen Hut oder eine Mütze werfen Wo. Sa.; gegen de Pogg' (das Aufblähen) hält man dem kranken Vieh den Hut oder die Mütze vor Maul und Nase, je schweißiger desto besser Bartsch 2, 152. b. beim pfingstlichen 'Papegojenschießen', an dem auch die Lohgerber teilnahmen, wurde ein Hut vorangetragen, der dann wohl als Preis für den König ausgeschossen wurde Grab. Lohgerb. 196
a;
vgl. Handwb.
d. Aberglaub. 4, 530, wo dieser Brauch aus Oldenburg berichtet wird; in Schleswig wird ein Strohhut als Preis genannt Beitr. Rost. 4, 3, 59; wir erfahren darüber nur folgendes: 'item schal me den schafferen van des papegoyenlages wegen den hot nicht durre (teurer) rekenen wen 20 schil. Sundesch' (1499) Grab. Lohgerb. 29; 'item haft ghegheven Hans Vraddrek unde Hans Strokarke van deme pyngsten weghen to schetende, so uft dar nych gheschaten, so gheven se vor den hut 1 marck Sund.' (1527) 35; 'item ghaf Jochym Bolte und Clawes Francke vor den hut 1 marck' ebda u. öft.; 1574 wird dieser Hut zum letzten Mal genannt,
s. Hautgeld; bei der Damenwahl der ländlichen Tanzfeste würd' 'n Haut uppe Hill leggt LuLudwigslust@ConowCon; wenn der Schipper eine gute Ladung glücklich eingebracht und abgeliefert hatte, erhielt die Mannschaft ein Anerkennungsgeld
för 'n nigen Haut RoRostock@RibnitzRibn. c. umgehende Sagengestalten werden oft durch ihre Kopfbedeckung gekennzeichnet: 'Petermännchen' trägt 'n groten Strohhot Schw; ebenso Fru Waur bei ihrem Umzug am Heiligen Abend Wo. Sag. 1, 49; Mann mit 'n groten, breiden Haut geht um RoRostock@Kloster WulfshagenKWulfsh; Gälknœker hett 'n groten Haut uphatt mit 'n langen Band Behnck; dagegen: 'n lütten, runnen Haut hett he uphatt Blank; Juuchhans hett ... 'n spitzen timpigen Haut ... up 'n Kopp Wo. Sag. 1, 127; auch der Gehilfe des Schatzgräbers trägt einen 'dreispitzigen Hut' Heim. 9, 152
b; der Räuber Papedönke hett 'n Haut hatt, wenn he denn' upsett't hett, is he unsichtbor wääst Wo. Sag. 1, 117; nachts um 12 Uhr beim Mondschein muß man Zwergen den Hut nehmen, den sie abgelegt haben, und ihn sich aufsetzen, dann wird man unsichtbar und sie werden sichtbar Ünn. 6; 50 ff.; als ein Schäfer solchen Hut aufsetzt, kann em sin eegen Hund nich finnen 51; ein Schäfer in HaHagenow@PicherPich, der zu einer Hochzeit geladen ist, aber keinen Hochtidenhaut (Filzhut) besitzt, geht auf Anraten seiner Nachbarn zu dem Hautbarg und erhält von den dort hausenden Zwergen auf seine Bitte 'n Dreitimphaut (Dreispitz), der die Eigenschaft hatte, den Träger in einen vornehmen Herrn zu verwandeln, so daß ihn niemand erkennt und all' de Damen mit em danzen willen, wil he so smuck utsüht 50. 6.
Dim.: 'HOedtlin' Gry. Lb. 1, Dd 2
a; Möten (Mudder), smit mi 'n Höten rut Wo. Ünn. 51; min Höötken 52;
s. auch Pagelhäute. FN.: Duanen-, Franzosen-, Soldaten-, Zuckerhaut; Hautbarg, -kamp, -soll. II. übertr. 1. auf Menschen, ihre Kopfbedeckung oder Wesensart bezeichnend: Bleckhaut Gendarm; Düs'haut Dummkopf; Dwashaut Querkopf; Ques'haut Nörgler. 2. für hutförmige Dinge, Geräte oder Geräteteile,
z. B. für den Becher beim Würfelspiel: 'noch einer mit dem anderen dorch de vynger tho seende, under dem hOedtlin tho spelende unde aver tho helpende' Gry. Lb. 1, Dd 2
a; 'höde' Fingerhüte, durften von den Nadlern feil gehalten werden (Ro um 1400) UB. 24, 153;
s. Finger-,
Neihhaut;
Haut Name des obersten Steins beim Kakspiel LuLudwigslust@GrebsGrebs; Menz; Haut am Dreschflegel die Verbindung zwischen Staff und
Klopp RoRostock@KlockenhagenKlock; von den Zss. bezeichnet
Kopperhaut das Zündhütchen an der Patrone, Lüns'haut die Kapsel, durch welche der Lüns'sticken gesteckt wird, Poggenhaut einen großen Pilz. — Mnd. hôt
m. — Br. Wb. 2, 637; Dä. 187
a; Kü. 1, 751; Me. 2, 887; Schu. 15.