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Haut

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Haut Die

Bd. 2, Sp. 583b
Die Haut, Mz. die Häute; Verkleinungsw. das Häutchen, O. D. Häutlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein netzförmiges aus Fasern verschiedener Art bestehendes Gewebe, welches unmittelbar einen thierischen oder Pflanzenkörper bedeckt oder umgiebt und ihn vor Verletzungen bewahret, oder aus welchem selbst ein Theil eines solchen Körpers bestehet, wie z. B. die Harnblase, Gallenblase  welche von verschiedenen feinen Häuten, die mit einander verbunden sind, gebildet werden. Besonders wird es von der äußern Bedeckung der thierischen Körper und von der eignen Bedeckung einzelner Theile derselben gebraucht. Die Haut eines Ochsen, Pferdes, Hundes. Die Haut eines Vogels, Fisches (Fischhaut), einer Schlange, eines Frosches  Einem Thiere die Haut abziehen. Eine Haut gerben, gar machen. Eine glatte, rauhe, rauche, runzelige, weiße, gelbe, schwarze  Haut. Х Ein Geschwür aus oder von heiler Haut, welches aus einer im Körper liegenden Ursache ohne äußerliche Verletzung entsteht. Bis auf die Haut naß werden. Die Häute der Thiere bestehen meist aus mehrern verschiedenen Häuten, die übereinander liegen. So besteht die Haut des Menschen (Cutis) aus der Oberhaut oder dem Häutchen (Epidermis), welche kein Blut enthält und keine Empfindung hat; aus der malpighischen Schleimhaut, die mit der Oberhaut genau zusammenhängt und eigentlich die Farbe der Haut bewirkt; aus der Lederhaut (Corium), welche die dickste, äußerst empfindlich und mit vielem Blute versehen ist und welche selbst wieder aus mehrern Lagen eines dichten Zellgewebes bestehet; und aus der Fetthaut (Panniculus adiposus), in welche die Lederhaut übergehet und welche ein bloßes lockeres Zellgewebe ist. I engerer Bedeutung wird Haut nur von der äußern Bedeckung größerer Thiere, besonders kurz= und dünnhaariger gebraucht, welche ausgewirkt und nicht abgestreift werden, sie mögen bearbeitet und von ihren Haaren gereinigt sein oder nicht. S. Balg und Fell. Die eigne Haut einzelner und innerer Theile den thierischen Körper, die fest und dünne ist, bekömmt eigne Namen, die meist von dem Theil den sie bedecken oder von ihrer Bestimmung, von ihrem Ansehen  hergenommen sind, z. B. die Hirnhaut oder Gehirnhaut, die Beinhaut, Bauchhaut, die Häute des Auges, als die Hornhaut, Aderhaut, Regenbogenhaut, Nervenhaut  S. d. Die weiße Haut des Auges (Tunica sclerotica), eine feste undurchsichtige Haut, welche den hintern größern Kugelabschnitt des Augapfels umgiebt. Hieher gehören eine Menge uneigentlicher Ausdrücke, die nur im gemeinen Leben üblich und höchstens in der leichten, vertraulichen Schreibart brauchbar sind. I keiner guten Haut stecken, keinen gesunden Körper haben, häufig von Krankheit befallen werden, immer kränkeln. Ih möchte nicht in seiner Haut stecken, ich möchte nicht an seiner Stelle, in seiner Lage sein. Vor Zorn, vor Freude aus der Haut springen oder fahren wollen, außer sich kommen. Man möchte aus der Haut springen, fahren, man möchte außer sich werden, das Bewußtsein, die Besinnung verlieren, vor Leidenschaft  Es geht bis auf die Haut, es ist sehr empfindlich, fühlbar. »Er geht mir auf die Haut,« er setzt mir hart zu. Lessing. Sich seiner Haut wehren, sich vertheidigen, sich nicht Unrecht geschehen, nicht Gewalt anthun lassen. Mit ganzer, oder heiler Haut davon kommen, unbeschädigt, unverwundet. Seine Haut theuer verkaufen, nur nach großem Widerstande und nachdem man seinem Feinde oder Angreifer selbst großen Schaden zugefügt hat, unterliegen. Mit der Haut bezahlen, für ein Vergehen am Leibe oder mit dem Leben büßen. Es gilt seine Haut, sein Leben. Seine Haut selbst zu Markte tragen, etwas auf seine eigne Gefahr unternehmen. Er ist ein Schelm in der Haut, die Schelmerei ist ihm angeboren, natürlich. Die Haut juckt ihm, er hat Lust etwas zu thun, worauf Schläge erfolgen. Wieder in die alte Haut schliefen oder schlüpfen, wieder da anfangen, wo man es gelassen hat, wieder in seine alte Gewohnheit, in seine alten Fehler verfallen. Auf der faulen Haut liegen, müßig gehen. Einem die Haut voll lügen, ihm etwas weiß machen, ihm Lügen als Wahrheiten erzähzählen und glauben machen. Einem die Haut voll schlagen, ihn derb schlagen. Einem recht auf die Haut greifen, ihm ernstlich zusetzen, ihn hart angehen, scharf in ihn dringen. Einem die Haut (gewöhnlicher das Fell) über die Ohren ziehen, an einem alle Ungerechtigkeiten und Gewaltthätigkeiten begehen, ihn alles des Seinigen berauben, welches Mich. 3, 23. »die Haut schinden und abziehen« ausgedruckt wird. Aus fremder Haut ist gut Riemen schneiden, auf Andrer Unkosten kann man leicht freigebig sein, auf Andrer Gefahr kann man leicht etwas thun. Einen aus der Haut jagen, ihn aufs Äußerste, zur Ungeduld und Berzweiflung bringen. It schon der Geist entflogen, Und aus der Haut gezogen, Opiz, d. h. hat schon der Geist den Körper verlassen. I gemeinen Leben gebraucht man Haut auch für Mensch. Eine gute, ehrliche Haut, ein guter, ehrlicher Mensch, doch mit dem Nebenbegriffe der Verstandesschwäche, so wie man sagt, ein guter Tropf. »Er ist immer eine gute Haut gewesen.« Lessing. I weiterer Bedeutung wird Haut von der äußern mehr oder weniger zarten und festen Bekleidung der Pflanzen gebraucht, die sich bei holzigen Gewächsen in Rinde verwandelt. Die Haut der Stengel, die Häute unter der Rinde der Bäume. Die Häute der Zwiebeln  Auch einzelne Theile der Pflanzen sind mit einer eigenthümlichen feinen Haut überzogen, z. B. die Pflaumen, Kirschen  über welcher Haut sich oft noch eine Schale befindet; wie z. B. bei den Obstkernen, den Nüssen  Uneigentlich nennt man auch ölige, fettige, gerinnende und andre fremdartige Theile auf einem flüßigen Körper, welche aneinander hangen und die Oberfläche der Flüßsigkeit wie eine Decke bedecken, eine Haut, wie z. B. die Haut auf der Milch, die Haut auf stehendem unreinem Wasser  — Auch nennt man in noch weiterer Bedeutung die äußere Bekleidung eines Schiffes, die Haut desselben. S.
5924 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Haut

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Haut , plur. die Häute, Diminut. das Häutchen, Oberd. Häutlein, eine Benennung verschiedener Arten natürlicher biegs…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Haut

    Goethe-Wörterbuch

    Haut einmal Kleinschr; fast die Hälfte von ca 240 Belegen in natwiss Zshg, besonders in Bed 5; neben ausgeprägtem (tradi…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Haut

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Haut , der äußere Ueberzug organischer Körper, als Rinde, Fell, Balg etc., in der gewöhnlichsten Bedeutung die allgemein…

  4. modern
    Dialekt
    Haut

    Lothringisches Wb. · +9 Parallelbelege

    Haut I s. Hutt.

  5. Sprichwörter
    Haut

    Wander (Sprichwörter)

    Haut 1. A junge Haut schreit überlaut. ( Schwäb. ) 2. Alt heut bedörffen vil gerbens. – Franck, II, 36 b ; Eyering, I, 4…

  6. Latein
    haut

    Mittellateinisches Wb.

    haut v. haud. Leithe-Jasper

  7. Spezial
    Haut

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Haut f. (-, Häute) 1 ‹anat› pel (pels) f. 2 fol (foi) m. 3 ‹anat› (Wand eines inneren Organs) pel (pels) f. , tëra (tëre…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit haut

278 Bildungen · 213 Erstglied · 65 Zweitglied · 0 Ableitungen

haut‑ als Erstglied (30 von 213)

Hautei

SHW

Haut-ei Band 3, Spalte 193-194

Hautfarbe

SHW

Haut-farbe Band 3, Spalte 193-194

Hautfaule

SHW

Haut-faule Band 3, Spalte 193-194

Hautfetzen

SHW

Haut-fetzen Band 3, Spalte 195-196

hautgoût

SHW

haut-goût Band 3, Spalte 195-196

Hauthemd

SHW

Haut-hemd Band 3, Spalte 195-196

Hautihn

SHW

Haut-ihn Band 3, Spalte 195-196

Hautjack

SHW

Haut-jack Band 3, Spalte 195-196

Hautlappen

SHW

Haut-lappen Band 3, Spalte 195-196

Hautmesser

SHW

Haut-messer Band 3, Spalte 195-196

Hautpickel

SHW

Haut-pickel Band 3, Spalte 195-196

Hautwunde

SHW

Haut-wunde Band 3, Spalte 195-196

Hautwurzel

SHW

Haut-wurzel Band 3, Spalte 195-196

Hautabschürfung

Meyers

haut·abschuerfung

Hautabschürfung ( Exkoriation, Erosion, Schrunde ), oberflächlicher Substanzverlust der Haut, durch den sie ihrer schützenden hornähnlichen …

hautbekleidung

DWB

haut·bekleidung

hautbekleidung , f. : ob wollene oder linnene hautbekleidung besser sei. Hufeland makrobiotik (1823) 2, 199 .

Hautbinner

MeckWB

haut·binner

Hautbinner -o- m. Verfertiger von Strohhüten: 'Rodolphus hotbindere' (1259); 'Johannes hotbindere' (1282) Beitr. Rost. 2, 3, 96.

haut als Zweitglied (30 von 65)

Bärenhaut

RDWB1

Bärenhaut f auf der ~ liegen idiom. - валять дурака идиом. , ничего не делать, бездельничать

Gänsehaut

RDWB1

Gänsehaut f umg. "гусиная кожа" разг. (только от холода); мурашки (от холода, от страха, от возбуждения) разг.

Glückshaut

RDWB1

Glückshaut f mit ~ geboren idiom. , in ~ geboren idiom. родиться в сорочке / в рубашке идиом. , разг. , счастливчик разг. , удачливый челове…

Kuhhaut

RDWB1

Kuhhaut f etwas geht auf keine Kuhhaut idiom. - что-л. невозможно себе представить / вообразить; что-л. и в дурном сне не приснится идиом. ;…

Lederhaut

RDWB1

Lederhaut f übertr. кожа как пергамент, сухая кожа (напр., лица)

Schleimhaut

RDWB1

Schleimhaut f слизистая, реже слизистая оболочка

Bad'haut

MeckWBN

bad·haut

Wossidia Bad'haut m. a. Spr. Badehut: '1 badehoet und 1 rot barret' (Wi 1551) Schill.-Lübb. 6, 27 b ; '3 badehode' (Wi 1546) ebda.

bärenhaut

DWB

baeren·haut

bärenhaut , f. pellis ursina, altn. biarnarfeldr, biörnskinn, biörnstaka. es musz davon in unserm alterthum manche sage umgegangen sein, der…

Bauernhaut

Wander

bauern·haut

Bauernhaut Eine Bauernhaut ist ein Futteral für einen grossen Schelm.

beinhaut

DWB

bein·haut

beinhaut , f. periosteum, dünne, die knochen umgebende haut.

bubenhaut

DWB

buben·haut

bubenhaut , f. der musz mit einem buben überzogen sein, der einen in einer bubenhaut will kennen. freie leute stecken in keiner bubenhaut. H…

Êselhaut

Adelung

esel·haut

Die Êselhaut , plur. inus. eine Art Pergamentes für Scheibtafeln, welches mit Öhl zubereitet wird; daher der Nahme aus Öhlshaut verderbt zu …

eselshaut

DWB

esel·s·haut

eselshaut , f. was eselsfell: trutz dir und pfui dich nur, du grober esel hinwider, in dein eselshaut, so oft du trotzt. Nasenesel 75 b ; si…

Fedderhaut

MeckWBN

fedder·haut

Wossidia Fedderhaut m. Federhut: Hans ... hett 'n Fedderhaut upsett't S. Neum. Volksm. 285.

fischhaut

DWB

fisch·haut

fischhaut , f. exuviae piscis, vgl. oben 1496, 3; im alterthum für kleider: von fremder vische hiuten bezoc wol getân. Nib. 354, 1 ; von vis…

gänsehaut

DWB

ganse·haut

gänsehaut , f. membrana anserina Stieler 803 , Steinbach 1, 720 , angewandt auf die menschenhaut, wenn sie durch kälte oder schreck zusammen…

gehirnhaut

DWB

gehirn·haut

gehirnhaut , f. hirnhaut. Adelung ; vergl. J. Paul unter gehirnbohrer, gehirnmark.

harnhaut

DWB

harn·haut

harnhaut , f. 1 1) allantoides, eine zur nachgeburt gehörige und zwischen dem amnion und chorion liegende haut. Nemnich 1, 174 . 2 2) die ha…

heidenhaut

DWB

heiden·haut

heidenhaut , f. unreinigkeit, die neugeborene kinder auf den köpfen mit zur welt bringen und die sich nachher in gestalt einer rinde oder ha…

Hêrzhaut

Adelung

herz·haut

Die Hêrzhaut , plur. die -häute, S. Adelung Herzbeutel .

hirnhaut

DWB

hirn·haut

hirnhaut , f. die haut, die die hirnmasse deckt, mhd. hirnhût: meninges hirnhäutlein Dief. 356 a ; man unterscheidet die obere und untere, a…

hirschhaut

DWB

hirsch·haut

hirschhaut , f. haut eines hirsches: wie der lithauisch könig Wüthold .. der die leut in bärenheut vernehet, und die hund an inen übet: wiew…

hornhaut

DWB

horn·haut

hornhaut , f. hornartige haut; namentlich auch cornea, eine haut im auge: die äuszere haut des auges, die dickste und stärkste augenhaut, ..…

hundshaut

DWB

hunds·haut

hundshaut , f. haut eines hundes. allgemein, für eine schlechte haut, schlechtes pergament: ( ablasz und bann ) der allein umb gelt wirt erd…