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Samen

ae. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
35 in 21 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Samen

Bd. 5, Sp. 34
Samen, animalischer, das Produkt besonderer Drüsen (Hoden) im Organismus der männlichen Thiere, ist eine dickflüssige Materie von weißlicher Farbe und eigenthümlichem Geruche, wird an der Luft dünnflüssiger und durchsichtig, gerinnt durch Weingeist u. Aether; die chemische Reaction ist schwach alkalisch. Der wichtigste Bestandtheil des S.s sind die S.thierchen (Spermatozoën) oder S.fäden, organische, fadenförmige Elemente, an welchen sich eine eigenthümliche u. selbständige Bewegung beobachten läßt. Sie sind am einen Ende, Kopfende, dicker und endigen in einen, den größten Theil ausmachenden, Schwanz; beim Menschen messen sie 1/40—1/50'''. Nach Kölliker entstehen sie in besonderen Zellen der S.kanälchen des Hodens. Bei der Befruchtung durchdringen sie nach den neuesten Entdeckungen von Barry, Newport und W. Bischof durch drehende Bewegungen mit dem Kopfende das zu befruchtende Ei, was beim Ei des Frosches u. Kaninchens beobachtet worden ist. Was alsdann aus den S.fäden wird, ist zur Stunde noch unbekannt. Die chemischen Elemente des S.s nach Frerichs sind: Schleim, geringe Mengen von Chlornatrium, phosphor- u. schwefelsaure Alkalien. Die S.fäden bestehen aus Proteïnbioxyd und enthalten etwa 4% butterartigen Fetts, Phosphor und etwa 5% phosphorsauren Kalk. — S., vegetabilischer, heißt das befruchtete, reife Ei. Man unterscheidet an diesem S. 1) die S.hülle, 2) das S.korn. Die S.hülle entsteht bei der Zeitigung aus den Eihäuten. Aus der innersten Eihaut wird die eigentliche S.haut, welche nie fehlt. Außer dieser kommt noch bei einzelnen Pflanzen eine weitere S.decke (arillus). die sich aus den äußeren Eihäuten gebildet hat, vor, z.B. bei den Muskatnüssen bildet diese Decke das, was man im gemeinen Leben Muskatblüte heißt. Außer der S. hülle ist der einzelne S. stets noch entweder für sich allein oder gemeinschaftlich mit andern S. von der Fruchthülle umschlossen. Die S. der Zapfenbäume (Coniferae) machen allein eine Ausnahme, indem die Fruchthülle d.h. die einzelne Schuppe des Zapfens z.B. bei der Fichte. Föhre sich nicht schließt, sondern den nackten S. mit ihrer Flügeldecke nur zur Unterlage dienen. Manche Fruchthüllen z.B. die der Gräser, mancher zusammengesetztblütiger und Schirmpflanzen, sind so fest mit der S. haut verwachsen, daß man im gemeinen Leben die ganze Frucht für den S. ansieht z.B.: die Frucht des Reises, der Gerste, des Hafers, des Lattichs, der Astern, der Sonnenblume, des Fenchels, Kümmels, Anis etc. Oft ist die S. haut von ganz eigenthümlicher Beschaffenheit, nicht glatt wie gewöhnlich, sondern höckerig, stachelicht, behaart. Die Haare von vielen Arten von Gossypium (der Baumwollstaude) sind Gegenstand des Welthandels geworden. Manche S. sind durch eigene Gefäßbündel, Nabelstränge an die Fruchthülle angeheftet z.B. Bohne, Erbse, Magnolien. Der wesentliche Theil des S.kerns ist der Keim (embryo). Bei vielen S. besteht der Kern blos aus dem Keim; bei andern enthält er noch einen Eiweißkörper (albumen). Im ersten Fall enthält der Keim in seinen dicken S.lappen (cotyledones) die erste Nahrung der jungen Pflanze selbst, im andern Fall nährt sich der Keim bei seiner ersten Entwicklung aus dem Eiweiß. Die Theile des Keims sind: 1) die S. lappen, 2) die Keimknospe (plumula), 3) das Würzelchen. Bei keinem Pflanzentheile sind die Verhältnisse: Lage, Größe, Richtung etc. so beständig wie bei dem S. u. insbesondere bei dem Keim. Man hat deßwegen auch in der Systematik die Verhältnisse dieser zu Unterscheidungszeichen für die Abtheilungen der höchsten Ordnungen benützt. Diesem nach hat man die gesammte Pflanzenwelt in erster Reihe getheilt in plantae embryonatae und pl. exembryonatae; letztere entsprechen den Cryptogamen, welche sich nicht durch S., sondern durch Sporen fortpflanzen; die pl. embryonatae theilen sich wieder in pl. polycotyledones, dicotyledones und monocotyledones. Erstere Abtheilung bilden die Coniferen u. andere mit mehr blätterigem S.lappen. Die Dicotyledonen entsprechen den exogenen Pflanzen, wozu der größte Theil unserer Flora, namentlich unsere Bäume gehören, den Monocotyledonen aber entsprechen die endogenen Pflanzen (die Gräser, Palmen, Lilien, Orchideen etc.). Außer diesen großen Gruppen kommen noch bei Bildung von Unterabtheilungen innerhalb der Pflanzenfamilie selbst die häufigsten Anwendungen von den Verhältnissen des S.s vor z.B.: bei den Umbelliferae, Cruciferae, Compositae etc. Die Benutzung der Pflanzen-S. ist bekanntlich von der ausgedehntesten Anwendung; neben den nährenden Bestandtheilen: Amylum, Pflanzeneiweiß, Kleber, fettem Oele, Zucker, Gummi, welche in größter Menge in den verschiedensten Pflanzen-S. vorkommen, sind es gar häufig auch die sehr heftig auf den Organismus einwirkenden und eine bestimmte Pflanze vorzugsweise charakterisirenden Pflanzenstoffe, welche ihren Lieblingssitz in den S. der Pflanzen haben z.B.: die ätherischen Oele, die Alkaloide, scharfen Harze. Als Beispiele mögen gelten: die ätherischen Oele der Kreuzblüten, Senf, Rettich, Kohlarten, die Alkaloide der Nachtschatten, Atropine, Hyosciamine, Solanine, das scharfe Harz des Pfeffers und mancher Euphorbien, Ricinus etc.
5156 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    samenAdv.

    Köbler Ae. Wörterbuch

    samen , Adv. nhd. zusammen Hw.: vgl. got. samana, an. saman, anfrk. samon, as. saman, ahd. saman, afries. semin E.: germ…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    samenadj. adv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +10 Parallelbelege

    samen adj. u. adv. zusammen, zugleich. goth. samana , ahd. saman Ulfil. wb. 155. Graff 6,35. vgl. sament, samt. sprâchen…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    samen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther)

    samen, s. samenen.

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    samenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    samen , verb. samen hervorbringen, säen, mhd. sâmen, nur mhd. und frühnhd.; schon Stieler 1662 bezeichnet es als kaum me…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    samen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    samen Samen hervorbringen; subst Inf Da die Pflanze [ Mittlerer Klee ] mehrere Jahre perennirt, sollte man nicht durch Z…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Samen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Samen , animalischer , das Produkt besonderer Drüsen (Hoden) im Organismus der männlichen Thiere, ist eine dickflüssige …

  7. modern
    Dialekt
    Samen

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    Same n , Some n [Sómə Roppenzw. Steinbr. Gebw. Geberschw. ; Sóma Ensish. Ruf. Su. ; Sûma Dü. ; Syùmə M. ; Sûmə Hlkr. Ndh…

  8. Sprichwörter
    Samen

    Wander (Sprichwörter)

    Samen 1. Alter Samen artet leicht aus. »Das schwör' ich euch bei meinem hohen Namen, mein guter Klaus, ich bin von altem…

  9. Spezial
    Samen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sa|men m. (-s,-) 1 (Samenkorn) granel (-ní) m. 2 (Saat) somënza (-zes) f. 3 ‹fig› (Ursprung, Keim) granel (-ní) m. 4 ‹fi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit samen

453 Bildungen · 317 Erstglied · 121 Zweitglied · 15 Ableitungen

samen‑ als Erstglied (30 von 317)

samen(t)haft

Idiotikon

samen(t)haft Band 7, Spalte 916 samen(t)haft 7,916

Samenauge

SHW

Samen-auge Band 5, Spalte 53-54

Samenbase

SHW

Samen-base Band 5, Spalte 53-54

Samenbaum

SHW

Samen-baum Band 5, Spalte 53-54

Samenfrau

SHW

Samen-frau Band 5, Spalte 53-54

Samenhanf

SHW

Samen-hanf Band 5, Spalte 53-54

Samenjahr

SHW

Samen-jahr Band 5, Spalte 53-54

Samenklee

SHW

Samen-klee Band 5, Spalte 53-54

Samenkopf

SHW

Samen-kopf Band 5, Spalte 53-54

Samenkorn

SHW

Samen-korn Band 5, Spalte 53-54

Samensack

SHW

Samen-sack Band 5, Spalte 53-54

Samensieb

SHW

Samen-sieb Band 5, Spalte 53-54

Samental

SHW

Samen-tal Band 5, Spalte 53-54

samen als Zweitglied (30 von 121)

behōrsamen

KöblerMnd

*behōrsamen , sw. V. nhd. „gehorsamen“ Hw.: s. behōrsam (1), behōrsam (2), behōrsāmet, behōrsāmich E.: s. be, hōrsamen

meinsamen

KöblerMhd

*meinsamen , V. Vw.: s. über-, ver- Hw.: vgl. mnd. mēnsāmen E.: s. mein, samen W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 312 (meinsamen)

ungenōzsamen

KöblerMhd

*ungenōzsamen , V. Vw.: s. ver- E.: s. ungenōzsame

alintsamen

KöblerMhd

alintsamen , Adv. nhd. allesamt, völlig Hw.: s. alensament E.: s. al, sament W.: nhd. DW2- L.: Hennig (alensament)

allersamen

KöblerMhd

aller·samen

allersamen , Adv. nhd. vollständig, gänzlich Q.: WvRh (Ende 13. Jh.) E.: s. aller, samen (2) W.: nhd. DW2- L.: MWB 1, 156 (allersamen)

al(le)sāmen

MNWB

alles·amen

al(le)sāmen , alsāme(n)t alle, alles insgesamt , alsamtlĩk alles zusammen.

alsamen

Lexer

alsa·men

al-samen adj. u. adv. BMZ alle zusammen Lanz. Lachm. zum Iwein s. 522.

ausgemeinsamen

DRW

aus·gemeinsamen

ausgemeinsamen exkommunizieren (Übersetzungslehnwort) 1512 SchwäbWB. I 472 Faksimile Diefenb.-Wülcker 123 Faksimile

b(e)namsamen

Idiotikon

b(e)namsamen Band 4, Spalte 757 b(e)namsamen 4,757 A

b(e)rātsamen

Idiotikon

b(e)rātsamen Band 6, Spalte 1615 b(e)rātsamen 6,1615

balsamen

DWB

bals·amen

balsamen , balsamo perungere, mhd. balsemen, balsmen ( Ben. 1, 80 b ) und so auch noch Aimon B: der leib ward gebalsmet ( es steht verdruckt…

behêⁱlsāmen

MNWB

behêⁱlsāmen , swv. , jemandes Heil suchen. Refl. sik b. sein eigenes Heil suchen.

behēlsamen

KöblerMnd

behēlsamen , sw. V. nhd. Heil suchen, Heil bringen, eigenes Interesse im Auge haben E.: s. be, hēl, samen L.: MndHwb 1, 183 (behê[i]lsamen),…

besamen

DWB

bes·amen

besamen , besämen , conserere, obserere, semine propagare, 1 1) befruchten, schwängern: wenn ein weib besamet wird und gebirt ein kneblin. 3…

besëltsamen

Idiotikon

besëltsamen Band 7, Spalte 877 besëltsamen 7,877

bisamen

DWB

bisa·men

bisamen , temperare moscho, parfumieren, bei Stieler 175 bisemen: ihm reicht man kein gebiesemt gift. Gryphius 1, 386 ; gebisemte handschuhe…

bîsamen

MWB

bîsamen Adv. → besamen MWB 1 818,24;

bīsamen

KöblerMhd

bīsamen , Adv. nhd. beisammen, zusammen Q.: Mechth (1343-1345) E.: s. bī, samen W.: nhd. beisammen, Adv., beisammen, DW 1, 1390 L.: Hennig (…

chrisamen

DWB

chrisamen , chrismate perungere, ölen: denn es ( das hemd ) war nicht gekröset noch gerunzelet, gekräuselet, gekrisamet, gefältelet. Garg. 1…

deisamen

DWB

deis·amen

deisamen , fermentare, verseuern Dasyp. 314 b . mhd. deismen Ben. 1, 311 a . an ( ohne ) teisemen geteismetes brod führt Frisch 2, 268 a an.

Ableitungen von samen (15 von 15)

besamen

DWB

besamen , besämen , conserere, obserere, semine propagare, 1 1) befruchten, schwängern: wenn ein weib besamet wird und gebirt ein kneblin. 3…

besamene

BMZ

besamene swv. vereinige, sammele, versammele. a. mit transitivem accusativ. siu besament die juden Hahn ged. 138. a. besamet alle iuwer kraf…

besamenen

Lexer

be-samenen swv. BMZ auch besammen, besamen vereinigen, sammeln Trist. Krone ; sich bes. Renn. 1790. Mor. 1,4032. Beliand 3224. Livl. chr. 11…

entsamen

KöblerMhd

entsamen , Adv. Vw.: s. all-, s. ensamen

entsamenen

MWB

entsamenen swV. ‘sich von etw. lossagen’ den demudigin, di sich fon allin dingin inzihin und insamenen, den wirt alleine geoffinbarit Parad …

ersamen

KöblerMhd

ersamen , sw. V. nhd. ehren, Ehre erweisen E.: s. ērsam W.: nhd. DW2- L.: Lexer 48a (ersamen)

gesamen

Lexer

ge-samen adv. zusammen Chr. 4. 155,2 ;

gesamene

Lexer

ge-samene stn. s. gesemene;

gesamenen

Lexer

ge-samenen , ge-samnen , ge-samen swv. BMZ vereinigen, sammeln, versammeln Hartm. Nib. Loh. 2554. Lieht. 117,12. Silv. 334. sich êlîchen ges…

samene

BMZ

samene stf. versammlung, menge. ahd. samana Graff 6,37. hierher vielleicht: sîn êren samen (: lamen) Frl. 129,15.

unsamen

DWB

unsamen , m. (un IV B, sp. 25) ' unkraut ' Nemnich wb. d. naturgesch. 610 ; Campe ; ungesam Staub-Tobler 7, 939 ; vgl. untersamen 7, 932, un…

versamene

BMZ

versamene swv. versammele, vereinige. myst. 2,228,32.

versamenen

Lexer

ver-samenen swv. BMZ vereinigen, -sammeln Myst.

zersamenen

Lexer

zer-samenen swv. = versamenen. refl. swaʒ siechen zersamente sich, die wurden alle ze stunt von Marîen vil gar gesunt W. v. Rh. 242,14.