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Flimmer

nhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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13

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Flimmer

Bd. 6, Sp. 696
Flimmer (Wimpern, Cilien, Flimmerhärchen), äußerst zarte, mikroskopisch kleine Fortsätze, die aus dem Innern einer Zelle hervorragen und regelmäßig hin und her schwingen. Sie finden sich bei Wirbellosen sehr viel häufiger als bei Wirbeltieren, doch fehlen sie z. B. sämtlichen Gliederfüßern. Bei höhern Tieren treten F. an den verschiedensten Stellen ihres Körpers auf, bei manchen niedersten einzelligen Tieren und Pflanzen (Schwärmsporen) dienen sie teils zu deren Fortbewegung, teils zur Erregung eines Strudels im Wasser, um Nahrung herbeizuschaffen. Ost ziehen sie sich zeitweilig in das Innere der Zelle zurück, meist jedoch erlischt ihre Bewegung erst mit dem Tode der Zelle. Beim Menschen überkleiden solche Flimmerzellen (Flimmerepithelium, Fig. 1) die Schleimhaut der Nase und ihrer Nebenhöhlen, des Kehlkopfes, der Luftröhre und ihrer Verzweigungen in der Lunge, ferner die innere Fläche der Hirnhöhlen u. des Zentralkanals im Rückenmark, die Schleimhaut der Gebärmutter und der Eileiter. Kleine Körper werden durch die Wimperbewegung verschoben, und so dient die Flimmerung im Eileiter und Uterus der Fortbewegung von Eiern und Samen, in den Luftwegen zur Entfernung von Staub und ähnlichen Dingen aus den feinsten Lufträumen der Lunge etc. Mäßige Erhöhung der Temperatur oder elektrische Stromschwankungen wirken beschleunigend, sehr niedere und hohe Temperaturen sowie Säuren bringen die Bewegung zum Stillstand, während alkalische Lösungen die erloschene Flimmerbewegung wieder herbeiführen oder träge Bewegung lebhafter machen. Den Flimmerzellen sehr ähnlich sind die Geißelzellen (Fig. 2), bei denen die Cilien durch eine oder zwei große und lange Geißeln ersetzt sind. Hierher gehören auch die Samenfäden, deren Schwanzfaden der Geißel entspricht. Eine Abteilung einzelliger Tiere, die Flagellaten, hat von dem Besitz der Geißel (flagellum) ihren Namen (s. Protozoen). Vgl. Engelmann, Über die Flimmerbewegung (Leipz. 1868).
1952 Zeichen · 20 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Flimmer

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Flimmer , plur. die -n, im Bergbaue, eine flimmernde, d. i. glänzende Bergart, welche aber taub und ohne Gehalt ist;…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Flimmer

    Goethe-Wörterbuch

    Flimmer 1 (im Widerschein) zitterndes Licht, (auf Wellen) flimmernder Glanz wenn sich des Mondes F. | In Quellen mahlt 1…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Flimmer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Flimmer ( Wimpern, Cilien, Flimmerhärchen ), äußerst zarte, mikroskopisch kleine Fortsätze, die aus dem Innern einer Zel…

  4. modern
    Dialekt
    FlimmerPl.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Flimmer Pl. -n m. leuchtender Gegenstand wie die Glasperlen an den Strichmützen und die Metallplättchen auf den Tüchern,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit flimmer

27 Bildungen · 24 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von flimmer

flimmeln + -er

flimmer leitet sich vom Lemma flimmeln ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

flimmer‑ als Erstglied (24 von 24)

flimmeren

LothWB

flimmere n fast allg. imp. v. wie hd. flimmern: es hat m'r vor de Aue geflimmert Fo.

flimmerepithel

DWB2

flimmerepithel n. mit wimpern besetzte, oberste schicht von schleimhäuten: ⟨1915⟩ Molisch vortr. (1920)182. 1951 Siegmund d. kranke mensch 1…

flimmerhaar

DWB2

flimmer·haar

flimmerhaar n. wimper des flimmerepithels: 1852 Vogt thierleben 177. 1965 Faecke milan 183.

flimmerich

LothWB

flimmer·ich

flimmerich adj. Fo. u. s. flimmernd: es isch mer ganz f. vor de Aue.

flimmerig

Pfeifer_etym

flimmern Vb. ‘unruhig glänzen, glitzern’, eine omd. Iterativbildung des 17. Jhs. zu flimmen (16. Jh.), das ablautend zu altem, bereits mhd. …

Flimmerken

WWB

flimmer·ken

Flimmerken n. 1. Glühwürmchen ( Hfd Go ). — 2. alte Silbermünze (im Wert von 5 oder 20 Pfennig) [KSauerl].

Flimmerkiste

Pfeifer_etym

flimmer·kiste

flimmern Vb. ‘unruhig glänzen, glitzern’, eine omd. Iterativbildung des 17. Jhs. zu flimmen (16. Jh.), das ablautend zu altem, bereits mhd. …

Flimmermäuschen

RhWB

flimmer·maeuschen

Flimmer-mäus-chen n.: 1. Nachtfalter, Schmetterling Goar-Damschd Herschwiesen Hirzenach Macken Morshsn NSpay Oppenhsn OSpay Salzig Udenhsn U…

flimmernadel

DWB2

flimmer·nadel

flimmernadel f. mit glitzernden edelsteinen besetzte schmucknadel: 1715 Amaranthes frauenzimmer-lex. 664. Neumann

Flimmerskotōm

Meyers

Flimmerskotōm , Augenleiden, bei dem unter dem Gefühl von Schwindel meist in der Nähe des Fixationspunktes ein starkes Flimmern auftritt, da…

flimmer als Zweitglied (1 von 1)

goldflimmer

DWB

gold·flimmer

goldflimmer , f. , ' kleine goldblättchen, waschgold ', dass. wie goldflitter, goldflitsch, vgl. Jacobsson technol. wb. 2, 128 . —

Ableitungen von flimmer (2 von 2)

geflimmer

DWB

geflimmer , n. langes oder lebhaftes flimmern: im geflimmer sanfter sterne zucke dir des kindes grasser sterbeblick. Schiller I, 229 ( kinds…

Geflimmere

WWB

Ge-flimmere n. Geflimmer, hitzeflirrende Luft (KKWB). ⟨ -flimmer u. -›fliᵉmer‹ ⟩

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „flimmer". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/flimmer/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „flimmer". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/flimmer/meyers. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „flimmer". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/flimmer/meyers.
BibTeX
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