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schlot

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlot m.

Bd. 15, Sp. 781
schlot, m. 11) schlot, anlage zur abführung des rauches, vgl. esse, kamin, rauchfang, schornstein. das wort ist auf md. gebiete zu hause und von hier aus nur wenig in andere gegenden vorgedrungen, z. b. nach Oberfranken und Schwaben. die eigentlichen oberd. dialekte, sowie die nd. mundarten kennen schlot nicht. zum gebrauche der volkssprache s. Klein prov. wb. 2, 123 (Oberpfalz). Spiesz 217. Hertel Salzunger wb. 40. Schmeller (Franken) 2, 537. Birlinger volksth. aus Schwaben 1, 237. 307. das ô des wortes steht für älteres â (Wilmanns deutsche gramm. 1 § 228), über mhd. slât vgl. mhd. wb. 2, 2, 392a und Lexer mhd. handwb. 1, 963. die form mit â erhält sich bis in das ältere nhd.: epicausterium, slat Dief. 203c; infumibulum, eyn kemmet, schlat, rauchloch. Dasypodius; schau, Feitlein, wie hat dann der ein schlat! (: hat). fastn. sp. 187, 17; ach mein schlat der fieng an zu brinnen. H. Sachs fastn. sp. 3, 33, 149 neudruck; die form schlôt, schlot setzt sich seit dem 15. jh. allmählich zu allgemeinem gebrauche fest: ir slot zu fegen lassen. d. städtechron. 3, 360, 28; sam durch einen slot. 10, 330, 11, vgl. unten fastn. sp. 375, 33. 789, 13, slôte, camena fundgr. 1, 391 (14. jh.). die lexicographen Steinbach (2, 453), Frisch (2, 201c), Adelung und Campe bezeichnen das wort als ein landschaftliches. die schreibung schwankt nur wenig, Hulsius (1605) bei Weigand4 2, 595 schreibt schlothfäger; schlothfeger Apini gl. (1728) 486; in der unten aus Spee angeführten stelle ist die länge durch verdoppelung des vocals dargestellt. mit verkürzung des stammvocals: wann schlott und ofenloch einer farbe seyn. Simpl. 1, 3, 1 s. 251 (schlot 1, 378 Keller); schlott schreiben auch Jacobsson 3, 633b und Behlen lex. der forst- u. jagdk. 5, 498. mit übertritt in das weibliche geschlecht die schlotte, das bei Adelung unter schlot für einzelne gegenden bezeugt wird. der plur. von schlot lautet die schlöte ( Adelung): zu den schlöten. d. städtechron. 11, 815, 3; ire feur essen, herthet, schlöt, darren. Th. Fleiszmann pfalzbair. feuerordn. von 1543; die schlöt schon all verrochen sein. Ayrer 2150, 24 Keller; droben, wo die alten schlöte rauchen. Rückert ges. ged. (1840) 1, 176; daneben wird aber auch die umlautlose form die schlote gebraucht, vgl. die unten angeführten stellen aus Spee und Immermann. in älterer sprache (Nürnberg) begegnet der plur. die schlett: öfen noch schlett. Tucher baum. 112, 7; 85 schlett fegen 112, 17; von 4 mein schleten czu vegen, davon dem schlotfeger. haush. 53; von 5 schletten .. czu vegen. 73, vgl. 139. mhd. lautete der plur. slæte, vgl. Dief.-Wülcker 841, wo ein schläthe (plur.?) aus einer quelle von 1714 angeführt wird. die herkunft von schlot ist dunkel; contraction aus slahad wird mit zweifel vermutet in der gr. 2, 985; zweifelhaft ist, ob die glosse slât, ardalio (= lecker, fresser) Graff 6, 792 hierherzuziehen ist. ûʒ sünden slâde (: grâde) bei Frauenlob 4, 12 ist kaum mit dem herausgeber als nd. form zu fassen und zu schlot zu stellen, s. unter schlotte 5. Adelung bemerkt, dasz man bei schlot gewöhnlich an den hohlen inneren raum, bei schornstein, feuermauer dagegen an die umschlieszende anlage denke, vgl.: schlot, m. das loch am schorstein, daraus der rauch gehet. Schottel 1402. im allgemeinen sprachgebrauch richtet es sich natürlich lediglich nach dem zusammenhange, ob unter schlot die innere höhlung oder die ganze anlage zu verstehen ist. steinerner schlot Stieler 1859; da pran ein stainer slot. d. städtechron. 11, 560, 8. doch hatte man im mittelalter auch schlöte aus holz: die het einen hultzen slot auf und auf. 10, 364, 4; diese bauart wurde später wegen ihrer feuergefährlichkeit verboten, s. Schm. 2, 537; in demselben augenblick sahen wir einen blutenden körper aus dem schlot herunter stürzen. Schiller 4, 220; im hause wo wir schliefen ward der schlot herabgeweht. Macbeth 2, 7; weil der sturm die essenkron' nieder schleudert in den schlot. Müllner der 29. febr. 1; es ist der ruhm an manchem ort ein gar zu leicht erworbner schatz, wo alles nach den sphären lauscht, wenn auf dem schlote singt ein spatz. Platen 292b. man sagt der schlot raucht, dampft u. ähnl.; das rauchen des schlotes bezeichnet menschliche wohnstätten; so in der folgenden stelle: zwischen den pflanzungen blühender obstbäume ragten die strohdächer geselliger dörfer hervor, aus deren schlot friedlicher hausrauch in die luft wirbelte. Musäus volksm. 1, 6 Hempel; mit beziehung auf andere situationen und verhältnisse: die schloot, und kämmig eben späth rings umb jhn dörffen rauchen. Spee trutzn. (1649) 197; als er rauchen sieht den schlot, und sieht die knechte stehen. Schiller 11, 254; obgleich so nahe dem schlosse sich der berg erhub, dasz man der schlote rauchen sahe. Immermann 13, 202 Boxberger; der schlot wird gereinigt, indem man ihn fegt oder kehrt (vgl.schlotfeger, -kehrer); den schlot kehren Adelung; auch wart bestalt, den leuten zu sagen, ir slot zu fegen lassen. d. städtechron. 3, 360, 28; ir herren, schlot fegen ist mein ampt. fastn. sp. 375, 33; die hat ein helslein weisz und rat, reht sam ain ungefegter schlat. 702, 15; schlotfegen oder protkorb machen. H. Sachs fastn. sp. 6, 125, 123 neudruck. hexen fahren zum schlot hinaus, wenn sie zu ihren versammlungen ziehen Birlinger volksth. aus Schwaben 1, 307; auf eine sprichwörtliche redensart, deren sinn sich aus dem zusammenhange leicht ergibt, bezieht sich folgende stelle: solche exempel, solche thaten, solche lehrer, solche discipel, solche vorgeher, solche nachfolger, heiszet es alsdann, wann schlot und ofenloch einer farbe seyn. Simpl. 1, 378 Keller; etwas in den schlot schreiben, 'wenig sorgfalt haben es im gedächtnisz zu behalten' Schm. 2, 537; eine summe ('die man von einem andern zu bekommen hat') schreibt man in den schlot, wenn man keine aussicht hat, sie jemals wieder zu erhalten. in neuerer sprache redet man von dem schlot einer dampfmaschine, einer locomotive, eines dampfers: wir flogen vorüber am strande (auf einer Rheinfahrt), der dampf durchbrauste den schlot, wie ein zorniger neger die bande wildschnaubend zu sprengen droht. Lenau ged. 1, 255 Koch; durch felsenschachte wühlt sie ihm (die neue zeit dem dampfe) die gänge gewölbt und fest, dasz in der düstern enge des schlotes feuer roth wie fackeln sprühn. Geibel 2, 52. in gehobenerer sprache bildlich von dem krater eines vulkans: feuerschlot des Vesuvs. auch von der gestalt nach einem schlote ähnlichen klüften u. s. w. scherzhaft zur bezeichnung des cylinderhutes Spiesz 217. derb für anus (s. fastn. sp. 375, 33 ff.): ich wurd im den schlot mit eim schaub an zunden. 376, 7; schau, Feitlein, wie hat dann der ein schlat! sich, wie er zoten darinn hat, da hangen die hertesten knoten daran. 187, 18. schlot, auf personen bezogen und einen ungeschliffenen menschen bezeichnend, scheint erst in der neueren studentensprache üblich geworden zu sein. der schloten in diesem sinne Albrecht 202b. mhd. slât bedeutet auch eine heizplatte zum dörren des malzes, malzdarre: swer malzes phligt, die wîle eʒ lît dur derren ûf dem slâte. minnes. frühl.2 244; siu (die minne) derrt die welt als ein slât. Lanzelet 929. 22) nd. slôt, graben, ohne zusammenhang mit dem vorhergehenden worte; so heiszen besonders die scheidungs- und einfriedigungsgräben in den marschen. brem. wb. 4, 841. Stürenburg 223a; slôt, daneben slote ten Doornkaat Koolman 3, 209a. Frommann zeitschr. 2, 389, 43. 4, 143, 373. 286, 398. 5, 524, 587. Woeste 241b gibt als bedeutung für slôt 'kleine pfütze mit schmutzigem wasser, mit wasser gefülltes loch im fahrgeleise', vgl. Strodtmann idiot. osnabr. 215. in einigen gegenden auch abzug des abtritts. altfries. slât Richthofen 1036c, nld. sloot, vgl. noch Frisch 2, 201a. zweifelhaft ist die beziehung dieses slôt zu nd. slat oder slatt, das eine morige vertiefung z. b. in der heide bezeichnet Schiller-Lübben 4, 230b. einige hochd. wörter stehen durch bildung und bedeutung nahe, wenn auch der stammesauslaut die annahme eines unmittelbaren zusammenhanges abweist, mhd. slôte, schlamm, sluot, schlamm, pfütze. bair. die schlott, schlött, schlutt, das geschlött, geschlutt, schlamm, kot, thauwetter Schm. 2, 538, die schluett, pfütze, lache, schmutzige dirne 539; s. auch oben schlatt sp. 500.
8316 Zeichen · 200 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlot

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schlot , des -es, plur. die Schlöte, ein nur in den gemeinen Sprecharten mancher Gegenden übliches Wort, wo es einen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schlot

    Goethe-Wörterbuch

    Schlot pl je einmal ‘Schlote’ u ‘Schlöte’ 1 Schornstein; auch für: Kaminschacht [ Landschaftsmalerei ] die holländischen…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlot

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schlot , ein Abzugsrohr, der Schornstein (s. d.).

  4. modern
    Dialekt
    Schlotm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schlot m. : 1. 'Fabrikschornstein', Schlot (šlōd) [KB-Bubh, mancherorts, Mang 115]; Qualm iwer Schlote, Pl. [ Kraus Alls…

  5. Sprichwörter
    Schlot

    Wander (Sprichwörter)

    Schlot 1. Der Schlot straft das Ofenloch. 2. Wer in den Schlot steigt, wird rahmig. – Altmann VI, 487.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlot

184 Bildungen · 181 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schlot 2 Komponenten

sch+lot

schlot setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlot‑ als Erstglied (30 von 181)

schlotaffe

DWB

schlot·affe

schlotaffe , m. als schimpfwort für ein altes weib: ich sprach zu dem alten schlataffen. Keller altd. erz. 193, 17 .

Schlotbarone

PfWB

schlot·barone

Schlot-barone Pl. : Bez. für die Deutsche Volkspartei (um 1930), Schlotbarone [ LU-Opp ].

schloten

DWB

schlo·ten

schloten , verb. , in nd. gegenden für nd. slôten, slten, einen graben anlegen, erde aus einem graben werfen, dann überhaupt für graben ten…

schlotfeger

DWB

schlot·feger

schlotfeger , m. handwerker, der rauchfänge reinigt, in gleicher bedeutung neben essenkehrer, schornstein-, kaminkehrer, vgl. Schm. 2, 537 .…

schlotfegung

DWB

schlotfegung , f. , übertragen: recipe acht real für ein schlotfegung, riech dran obs auch stinck wie keysers Vespasians scheiszhausz zoll v…

schlotgeschrei

DWB

schlot·geschrei

schlotgeschrei , n. : bey erreichung der schlotkappe sollen die schlotfeger einen lauten ruf oder schlotgeschrey thun. Würzb. verordnung von…

Schlotheim

Meyers

schlot·heim

Schlotheim , Ernst Friedrich, Freiherr von , Geolog und Paläontolog, geb. 2. April 1764 zu Almenhausen in Schwarzburg-Sondershausen, gest. 2…

schlothut

DWB

schlot·hut

schlothut , m. caminus, schlatht Dief. 93 a ( wie schlotkappe 2 oder wie schlotmantel?).

schlotig

RhWB

schlo·tig

schlotig -ō:t- Altk-Birken Adj.: nicht fest geschlossen, vom Kohlkopf.

Schlot II

RhWB

Schlot II -:- = Salat (s. d.);

Schlot III

RhWB

Schlot III -ō:- = Blüte des Eich-, Walnussbaumes s. Schlacht V;

Schlot IV

RhWB

sch·lotiv

Schlot IV --, –ə-, –ōə- = Schloss III (s. d.);

Schlot IX

RhWB

Schlot IX -ū·ə.t Jül-Laurenzbg Sg. t. m.: Raps.

schlotkappe

DWB

schlot·kappe

schlotkappe , f. 1) eine kappe, die der schornsteinfeger aufsetzt, wenn er in den schornstein fährt Campe. 2 ) der oberste, abschlieszende t…

schlotmantel

DWB

schlot·mantel

schlotmantel , m. dachförmige vorrichtung über dem heerd, durch die der rauch in den schlot geleitet wird Spiesz 217 .

schlotmock

DWB

schlot·mock

schlotmock , eigenname fastn. sp. 336, 10. 790, 10; s. oben mocke theil 6, sp. 2434.

schlot als Zweitglied (2 von 2)

Klêmmschlot

Adelung

klemm·schlot

Der Klêmmschlot , des -es, plur. die -e, in den Niedersächsischen Torfländern, ein kleiner Wassergraben. Vielleicht von klemm, so fern es en…

Ableitungen von schlot (1 von 1)

schlote

DWB

schlote , schlotte , f. pflanzenname schwankender form und bedeutung; schilfrohr, mhd. slâte mhd. wb. 2, 2, 392 a ; die schlôten, schlotten,…