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Schlot

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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23

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schlot

Bd. 3, Sp. 1541
Der Schlot, des -es, plur. die Schlöte, ein nur in den gemeinen Sprecharten mancher Gegenden übliches Wort, wo es einen jeden Canal, eine jede Röhre von einer beträchtlichen Weite bedeutet. 1) Einen Canal. So wird in Niederdeutschland ein Graben zum Abzuge des Wassers sehr häufig ein Schlot genannt; Nieders. Sloot, Holländ. Sloot. 2) Ein viereckter Canal, den Rauch aus den Häusern u. s. f. abzuführen, der Rauchfang, heißt im gemeinen Leben vieler Gegenden ein Schlot, wo dieses Wort doch mehr den inneren weiten, hohlen Raum bedeutet, dagegen Feuermauer, Schornstein u. s. f. andere Umstände daran bezeichnen. Den Schlot kehren. Daher ist daselbst der Schlotkehrer der Feuermauerkehrer. Der Schlot des Kamines geht in die Feuermauer. In einigen Gegenden die Schlotte; besonders in den Niederdeutschen Hüttenwerken. Auch in den Bräuhäusern pflegt man die Rauchfänge in manchen Gegenden Schlotten zu nennen. Anm. Es scheinet gleichfalls von schließen, Nieders. sleten und sluten herzustammen, und überhaupt einen eingeschlossenen Raum zu bezeichnen. Zu der Niederdeutschen Bedeutung eines Grabens gehöret auch das Ostfriesische Schlott, ein eingeschlossenes, innerhalb des Landes befindliches stehendes Wasser. Eben daselbst ist schloten und schlöten einen Graben reinigen, abschloten durch einen Graben absondern, beschloten mit einem Graben einschließen. Der Schlotthaken ist auch in Schlesien ein Werkzeug zur Reinigung der Gräben. Zur zweyten Bedeutung eines Rauchfanges gehöret auch das in den Bergwerken übliche und nur des Zischlautes beraubte Lotte, ein Canal zur Einbringung frischer Luft in die Stellen. In manchen Gegenden wird ein Schlot zur Abführung des Rauches auch ein Schlund genannt, woraus zugleich die Verwandtschaft beyder Wörter erhellet.
1763 Zeichen · 26 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlot

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schlot , des -es, plur. die Schlöte, ein nur in den gemeinen Sprecharten mancher Gegenden übliches Wort, wo es einen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schlot

    Goethe-Wörterbuch

    Schlot pl je einmal ‘Schlote’ u ‘Schlöte’ 1 Schornstein; auch für: Kaminschacht [ Landschaftsmalerei ] die holländischen…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlot

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schlot , ein Abzugsrohr, der Schornstein (s. d.).

  4. modern
    Dialekt
    Schlotm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schlot m. : 1. 'Fabrikschornstein', Schlot (šlōd) [KB-Bubh, mancherorts, Mang 115]; Qualm iwer Schlote, Pl. [ Kraus Alls…

  5. Sprichwörter
    Schlot

    Wander (Sprichwörter)

    Schlot 1. Der Schlot straft das Ofenloch. 2. Wer in den Schlot steigt, wird rahmig. – Altmann VI, 487.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlot

184 Bildungen · 181 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schlot 2 Komponenten

sch+lot

schlot setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlot‑ als Erstglied (30 von 181)

schlotaffe

DWB

schlot·affe

schlotaffe , m. als schimpfwort für ein altes weib: ich sprach zu dem alten schlataffen. Keller altd. erz. 193, 17 .

Schlotbarone

PfWB

schlot·barone

Schlot-barone Pl. : Bez. für die Deutsche Volkspartei (um 1930), Schlotbarone [ LU-Opp ].

schloten

DWB

schlo·ten

schloten , verb. , in nd. gegenden für nd. slôten, slten, einen graben anlegen, erde aus einem graben werfen, dann überhaupt für graben ten…

schlotfeger

DWB

schlot·feger

schlotfeger , m. handwerker, der rauchfänge reinigt, in gleicher bedeutung neben essenkehrer, schornstein-, kaminkehrer, vgl. Schm. 2, 537 .…

schlotfegung

DWB

schlotfegung , f. , übertragen: recipe acht real für ein schlotfegung, riech dran obs auch stinck wie keysers Vespasians scheiszhausz zoll v…

schlotgeschrei

DWB

schlot·geschrei

schlotgeschrei , n. : bey erreichung der schlotkappe sollen die schlotfeger einen lauten ruf oder schlotgeschrey thun. Würzb. verordnung von…

Schlotheim

Meyers

schlot·heim

Schlotheim , Ernst Friedrich, Freiherr von , Geolog und Paläontolog, geb. 2. April 1764 zu Almenhausen in Schwarzburg-Sondershausen, gest. 2…

schlothut

DWB

schlot·hut

schlothut , m. caminus, schlatht Dief. 93 a ( wie schlotkappe 2 oder wie schlotmantel?).

schlotig

RhWB

schlo·tig

schlotig -ō:t- Altk-Birken Adj.: nicht fest geschlossen, vom Kohlkopf.

Schlot II

RhWB

Schlot II -:- = Salat (s. d.);

Schlot III

RhWB

Schlot III -ō:- = Blüte des Eich-, Walnussbaumes s. Schlacht V;

Schlot IV

RhWB

sch·lotiv

Schlot IV --, –ə-, –ōə- = Schloss III (s. d.);

Schlot IX

RhWB

Schlot IX -ū·ə.t Jül-Laurenzbg Sg. t. m.: Raps.

schlotkappe

DWB

schlot·kappe

schlotkappe , f. 1) eine kappe, die der schornsteinfeger aufsetzt, wenn er in den schornstein fährt Campe. 2 ) der oberste, abschlieszende t…

schlotmantel

DWB

schlot·mantel

schlotmantel , m. dachförmige vorrichtung über dem heerd, durch die der rauch in den schlot geleitet wird Spiesz 217 .

schlotmock

DWB

schlot·mock

schlotmock , eigenname fastn. sp. 336, 10. 790, 10; s. oben mocke theil 6, sp. 2434.

schlot als Zweitglied (2 von 2)

Klêmmschlot

Adelung

klemm·schlot

Der Klêmmschlot , des -es, plur. die -e, in den Niedersächsischen Torfländern, ein kleiner Wassergraben. Vielleicht von klemm, so fern es en…

Ableitungen von schlot (1 von 1)

schlote

DWB

schlote , schlotte , f. pflanzenname schwankender form und bedeutung; schilfrohr, mhd. slâte mhd. wb. 2, 2, 392 a ; die schlôten, schlotten,…