strempfel,
m ,
nd. und md. strempel, m., mörserkeule, stöszel, pflock. bezeugt seit frühnhd. zeit neben häufigerem gleichbedeutendem stempel,
s. teil 10, 2, 2,
sp. 2322.
das wort gehört zusammen mit strampfen, strampfeln, strempfeln, strampen, strumpf (
s. d.)
zu *stremb-,
einer labialerweiterung der idg. wurzel *ster- '
starr, steif sein; starrer, fester gegenstand, bes. pflanzenstamm oder -stengel',
s. Walde-Pokorny 2, 632
f. in neuerer zeit nur mundartlich geläufig. 11)
stöszel, mörserkeule (
vgl.stempel A 1). morserstrempffel (
Nürnberg 1482) Diefenbach
gl. 435
b s. v. pilum; ebda 470
a s. v. tipsanerium; strempfel zu dem morser
stibulum, tribulum, triterium, pilus idem vno modo; strempfel der goltschmit
formarium, voc. inc. teut. ante lat. (
Speyer 1485) ee 6
b; strompfel (
obd. 15.
jh.) Diefenbach
nov. gl. 371
a s. v. tribulum: item zwen gut grosser morser und ein eisenen strempfel darzu gehorent (15.
jh.) Tucher
baumeisterb. 289
lit. ver.; von allem hausrot ... morser strempfel reibscherb reibtuch fleischgelt saltzfas ein essigkruch Hans Folz
in: fastnachtsp. 3, 1216
Keller; vnd wird geschrieben, dasz der strempel, damit er sie erschlagen, so beym richterstuel angeschlagen worden, allezeit gezittert habe A. v. Kreckwitz
lustwäldlin (1632) 441; zur seiten Judas stand und in den mörser schlug, und hiesse das gestampt. ich dachte (zum exempel) in meiner heimat schlägt man nicht so viel den strempel an beyden seiten an W. Scherffer
gedichte (1652) 685.
noch in obd. ma. für jede art werkzeug zum stampfen: das sauerkraut ... wurde ... nicht wie heutzutage mit einem hölzernen strämpfel eingestampft
bei Fischer
schwäb. 5, 1824;
vgl. ferner: strempfel (
bair. Wald)
in: Bayerns maa. 2, 260
Brenner-Hartmann; strämpfel Unger-Khull
steir. 581; štrempfl Tschinkel
Gottschee 317; strempfel Schröer
Gottschee 219.
gelegentlich auch '
münzstempel, prägstock' (
vgl.stempel A 2 a): anno domini MDV folget noch, was die herren geczewgk zur müntze Otto Lewtsschen müntzmeister haben öberanthworten laszen ... item aber recepit V strempffel grosz und cleyn (1505)
aus dem inventar einer schles. münzstätte bei Jesse
quellenbuch z. münz- u. geldgesch. d. mittelalters (1924) 215; sie haben auch ein müncz grube im konigreich verborgen gehabt, darinne man vil alte kesel, müncz und wergzeigstrempfel gefunden hat (16.
jh.) S. Hüttel
chron. d. stadt Trautenau 41
Schlesinger; strempel Knothe
Nordböhmen 521. 22)
stange (
zum stoszen),
pflock, stumpf; in dieser bedeutung häufig neben schwundstufigem strumpf (
teil 10, 4,
sp. 113), strümpfel (
teil 10, 4,
sp. 122)
alemannischer mundarten. stosz- und meszstange der fischer: contus, lignum oblongum et acutum, quo piscatores altitudinem pertentant aquae vischerstang oder strempfel Pinicianus
prompt. (1516) B 2
b;
contus, sudes, fustis, damit mann die tieffe der wasser erfert, qua altitudinem aquae pertentant fischerstang, strempfel Alberus
nov. dict. (1540) Z 3
a; item es soll kainer die strempfel anderst gebrauchen dann wie das mess (15./16.
jh.)
Lindauer fischer-ordn. bei Birlinger in:
Alemannia 3, 284; machen die fischer, mit einem stecken oder strempfel, wie sie es nennen, trüb
bei Birlinger
schwäb.-augsb. wb. 413
a.
pflock, zapfen in stehenden gewässern oder wasserbehältern zum aufhalten bzw. ablassen des wassers, auch die aus balken bestehende ganze schlieszvorrichtung (
vgl.strümpfel t. 10, 4, 122
f.; schweiz. id. 11, 2282): haben sie unsz die weyher gefüschet und strempfel zogen (17.
jh.) Seb. Bürster
beschr. d. schwed. krieges 95
Weech. stumpf, kurz abgebrochenes, abgeschnittenes oder übrig gebliebenes ende; holziger oder verholzter, mit der wurzel zusammenhängender stengelteil, vertrockneter wurzelrest; auch strumpel
und stummel; ein strempel licht, zahn
etc.; scherzweise auch von untersetzten alten personen: alter strempel Frischbier
pr. wb. 380. 33)
an strampeln '
die beine abwechselnd heftig auf und ab bewegen' (
s. teil 10, 3,
sp. 830)
schlieszt sich in md. maa. strempel, strämpel '
bein, fusz'
an; zunächst wohl von tieren: strempel
eine keule von einem kalb, hammel Klein
provinzialwb. (1792) 2, 176; strempel,
in Coblenz, eine kalbs-hammelkeule Weber
allg. lex. (1839) 574
b; strample
n, štræmpəln,
pl., beine, schenkel, z. b. froschschenkel Follmann
wb. d. dt.-lothr. maa. 504
a; šdrambel, šdrembel Schön
Saarbrücken 203
b; šträmpel
bein des geflügels Kisch
vgl. wb. d. siebenb.-moselfrk. ma. 217; strämpel
bein von geflügel, fröschen Haltrich
siebenbürg.-sächs. 22; schträmpel
das bein des thieres, insbesondere das bein des geflügels Kramer
Bistritz 127.
davon scherzweise übertragen auf bein oder fusz des menschen, besonders auf beine von kindern, vgl. Klein
a. a. o.; Schön
a. a. o.; Kramer
a. a. o.; strämpel
scherzweise '
kinderfusz' Haltrich
siebenbürg.-sächs. 124
b; štrömpel
dickes bein, luxemb. ma. 431
b; strampel,
f. und m., bein, dickes bein. in Hessen wird es fast nur scherzweise von den beinen kleiner kinder gebraucht; im Schwarzenfelsischen aber, wo es masculinisch gebraucht wird, ist es der feststehende ausdruck für dickbein, schenkel Vilmar
Kurhessen 403; nee die dicken strampeln, die das kind hat Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 571
b; strempel
kleines stampfendes kind Knothe
Nordböhmen 521.