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strempfel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strempfel m

Bd. 19, Sp. 1401
strempfel, m , nd. und md. strempel, m., mörserkeule, stöszel, pflock. bezeugt seit frühnhd. zeit neben häufigerem gleichbedeutendem stempel, s. teil 10, 2, 2, sp. 2322. das wort gehört zusammen mit strampfen, strampfeln, strempfeln, strampen, strumpf (s. d.) zu *stremb-, einer labialerweiterung der idg. wurzel *ster- 'starr, steif sein; starrer, fester gegenstand, bes. pflanzenstamm oder -stengel', s. Walde-Pokorny 2, 632 f. in neuerer zeit nur mundartlich geläufig. 11) stöszel, mörserkeule (vgl.stempel A 1). morserstrempffel (Nürnberg 1482) Diefenbach gl. 435b s. v. pilum; ebda 470a s. v. tipsanerium; strempfel zu dem morser stibulum, tribulum, triterium, pilus idem vno modo; strempfel der goltschmit formarium, voc. inc. teut. ante lat. (Speyer 1485) ee 6b; strompfel (obd. 15. jh.) Diefenbach nov. gl. 371a s. v. tribulum: item zwen gut grosser morser und ein eisenen strempfel darzu gehorent (15. jh.) Tucher baumeisterb. 289 lit. ver.; von allem hausrot ... morser strempfel reibscherb reibtuch fleischgelt saltzfas ein essigkruch Hans Folz in: fastnachtsp. 3, 1216 Keller; vnd wird geschrieben, dasz der strempel, damit er sie erschlagen, so beym richterstuel angeschlagen worden, allezeit gezittert habe A. v. Kreckwitz lustwäldlin (1632) 441; zur seiten Judas stand und in den mörser schlug, und hiesse das gestampt. ich dachte (zum exempel) in meiner heimat schlägt man nicht so viel den strempel an beyden seiten an W. Scherffer gedichte (1652) 685. noch in obd. ma. für jede art werkzeug zum stampfen: das sauerkraut ... wurde ... nicht wie heutzutage mit einem hölzernen strämpfel eingestampft bei Fischer schwäb. 5, 1824; vgl. ferner: strempfel (bair. Wald) in: Bayerns maa. 2, 260 Brenner-Hartmann; strämpfel Unger-Khull steir. 581; štrempfl Tschinkel Gottschee 317; strempfel Schröer Gottschee 219. gelegentlich auch 'münzstempel, prägstock' (vgl.stempel A 2 a): anno domini MDV folget noch, was die herren geczewgk zur müntze Otto Lewtsschen müntzmeister haben öberanthworten laszen ... item aber recepit V strempffel grosz und cleyn (1505) aus dem inventar einer schles. münzstätte bei Jesse quellenbuch z. münz- u. geldgesch. d. mittelalters (1924) 215; sie haben auch ein müncz grube im konigreich verborgen gehabt, darinne man vil alte kesel, müncz und wergzeigstrempfel gefunden hat (16. jh.) S. Hüttel chron. d. stadt Trautenau 41 Schlesinger; strempel Knothe Nordböhmen 521. 22) stange (zum stoszen), pflock, stumpf; in dieser bedeutung häufig neben schwundstufigem strumpf (teil 10, 4, sp. 113), strümpfel (teil 10, 4, sp. 122) alemannischer mundarten. stosz- und meszstange der fischer: contus, lignum oblongum et acutum, quo piscatores altitudinem pertentant aquae vischerstang oder strempfel Pinicianus prompt. (1516) B 2b; contus, sudes, fustis, damit mann die tieffe der wasser erfert, qua altitudinem aquae pertentant fischerstang, strempfel Alberus nov. dict. (1540) Z 3a; item es soll kainer die strempfel anderst gebrauchen dann wie das mess (15./16. jh.) Lindauer fischer-ordn. bei Birlinger in: Alemannia 3, 284; machen die fischer, mit einem stecken oder strempfel, wie sie es nennen, trüb bei Birlinger schwäb.-augsb. wb. 413a. pflock, zapfen in stehenden gewässern oder wasserbehältern zum aufhalten bzw. ablassen des wassers, auch die aus balken bestehende ganze schlieszvorrichtung (vgl.strümpfel t. 10, 4, 122f.; schweiz. id. 11, 2282): haben sie unsz die weyher gefüschet und strempfel zogen (17. jh.) Seb. Bürster beschr. d. schwed. krieges 95 Weech. stumpf, kurz abgebrochenes, abgeschnittenes oder übrig gebliebenes ende; holziger oder verholzter, mit der wurzel zusammenhängender stengelteil, vertrockneter wurzelrest; auch strumpel und stummel; ein strempel licht, zahn etc.; scherzweise auch von untersetzten alten personen: alter strempel Frischbier pr. wb. 380. 33) an strampeln 'die beine abwechselnd heftig auf und ab bewegen' (s. teil 10, 3, sp. 830) schlieszt sich in md. maa. strempel, strämpel 'bein, fusz' an; zunächst wohl von tieren: strempel eine keule von einem kalb, hammel Klein provinzialwb. (1792) 2, 176; strempel, in Coblenz, eine kalbs-hammelkeule Weber allg. lex. (1839) 574b; stramplen, štræmpəln, pl., beine, schenkel, z. b. froschschenkel Follmann wb. d. dt.-lothr. maa. 504a; šdrambel, šdrembel Schön Saarbrücken 203b; šträmpel bein des geflügels Kisch vgl. wb. d. siebenb.-moselfrk. ma. 217; strämpel bein von geflügel, fröschen Haltrich siebenbürg.-sächs. 22; schträmpel das bein des thieres, insbesondere das bein des geflügels Kramer Bistritz 127. davon scherzweise übertragen auf bein oder fusz des menschen, besonders auf beine von kindern, vgl. Klein a. a. o.; Schön a. a. o.; Kramer a. a. o.; strämpel scherzweise 'kinderfusz' Haltrich siebenbürg.-sächs. 124b; štrömpel dickes bein, luxemb. ma. 431b; strampel, f. und m., bein, dickes bein. in Hessen wird es fast nur scherzweise von den beinen kleiner kinder gebraucht; im Schwarzenfelsischen aber, wo es masculinisch gebraucht wird, ist es der feststehende ausdruck für dickbein, schenkel Vilmar Kurhessen 403; nee die dicken strampeln, die das kind hat Müller-Fraureuth obersächs. 2, 571b; strempel kleines stampfendes kind Knothe Nordböhmen 521.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    strempfelstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    strempfel stm. s. v. a. stempfel: formarium Dfg. 243 a . s. v. a. morserstrempfel Tuch. 289,5. Inv. 1504.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    strempfelm

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    strempfel , m , nd. und md. strempel, m., mörserkeule, stöszel, pflock. bezeugt seit frühnhd. zeit neben häufigerem glei…

  3. modern
    Dialekt
    Strempfelm.

    Pfälzisches Wb.

     Strempfel m. : ' Mörserstößel '; a. 1537: ein kleins Mörselin one strempffel [SpeyTreudInv.]. — Mhd. strempfel 'Stempe…

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