D 11. D
vermittelt den dünnen und scharfen laut T
mit dem gehauchten TH.
es nimmt in dem griechischlateinischen alphabet den vierten platz ein zwischen Γ und Ε oder C
und E:
in dem nur aus sechzehn buchstaben bestehenden altrunischen, das eine eigene sehr verschiedene ordnung hat, kommt es nicht vor, da ihm
und T
genügt; jenes hat die dritte stelle, aber zwischen U
und O.
dasz unter
nur die aspirata gemeint sei, ergibt sich aus den namen þurs
und þorn.
indessen hat D
in der gothischen, althochd., nordischen und angelsächsischen sprache, soweit die denkmäler reichen, niemals gefehlt, zumal die media der mittelpunct des consonantismus ist: dem engern runenalphabet genügte die bezeichnung der zwei entgegengesetzten laute. das gröszere runenalphabet hat aber ein zeichen für die media zugefügt: in dem nordischen besteht es aus einem punctierten T (),
in dem angelsächsischen nicht eben geschickt aus zwei gegeneinandergekehrten ().
da die ahd. sprache das gothische
aufgegeben hatte und dafür D
setzte, mithin durs
und dorn
zu schreiben war, so entstand in dem deutschen runenalphabet ein misverhältnis bei der rune :
man behielt entweder das zeichen bei, setzte aber dorn
hinzu, liesz sie also für die media gelten, wie in dem Sangaller alphabet (
Deutsche runen taf. 2),
oder man nahm das spätere zeichen ,
wobei dann der name durs
oder dorn
hätte lauten müssen, schrieb aber, für diese zeit unrichtig, thorn (
taf. 1). 22.
die abstufung der laute hat sich bei den lingualen fester erhalten als bei den andern stummen consonanten. die lautverschiebung stellt sich folgendergestalt dar, med. ten. asp. griech. D T TH
goth. T D
ahd. Z D(DH) T.
wir haben es hier nur mit der media zu thun. das mhd. behielt im anlaut und inlaut die ahd. regel bei, wandelte dagegen im auslaut, wo sie keine media duldete, D
in T.
im nhd. kam die auslautende media wieder zum vorschein. wir müssen dies verhältnis und die einzelnen abweichungen davon näher betrachten. 33.
während im ganzen der mhd. unterschied des anlautenden D
und T
im nhd. festgehalten wird, zeigt sich doch in einzelnen fällen ein D
für T
oder ein schwanken zwischen beiden, auf welches das niederd. mag eingewirkt haben. man schreibt docht
und tocht,
wie im ahd. und mhd. dâht
und tâht
ellychnium vorkommt. heute gilt dichten, dunkel,
wie schon bei Dasyp. 314
c. 242
a,
während Luther
noch tichten tunkel
beibehielt. Maaler tunkel 411
c,
aber dichten 89
c.
Simpliciss. noch tumm 1, 23. 27,
sogar noch bei Bodmer, Breitinger,
aber schon bei Dasypod. dumm
für das mhd. tump.
ebenso allgemein düngen
für das mhd. tungen.
man schreibt dätschelen
und tetschelen, delben
und telben, dengelen
und tengelen, deutsch
und teutsch, dälle
und telle, dappe
und tappe, danten
und tanten, dadern
und tadern, dauern
und tauern
u. s. w. dieses schwanken begann schon im 14
ten jahrhundert, in der Theologia deutsch ist vordilgen
neben vertilgen
s. 70
zu bemerken, wie auch Keisersberg
Bilger 48
a uszdilcken
schreibt. es steigerte sich vom 15
ten bis zum 17
ten, wo die regel wieder zum vorschein kam. bei Brant, der den übergang des 15
ten in das 16
te macht, tritt es am deutlichsten hervor; es wird am besten sein aus dem Narrenschiff, von welchem wir in Zarnkes
ausgabe einen sichern text besitzen, beispiele zu wählen. bei einigen wörtern braucht er D
allein, bei andern zieht er es vor. dapfer 13, 17. 73, 26. 77, 75. dapferlich 5, 21. dag
neben tag 88, 21. 112, 25. danz 61, 2. 6. 26. 33. 34. 72, 11. vordanz 72, 33. 85, 92. danzen 61,
α. 19. 21. 27. 85, 89. däsch (
tasche) 80, 19. deilt 85, 81
und uszteilen 103, 48. deller 100, 11. 28
und teller 110
a, 85. 130. 140. disch 69, 26. 71, 15. dor 85, 45. 111, 1. 52. doren 52, 10. 82, 63. 85, 11. dorheit 47,
a. 67, 50. 80, 2. 85, 119. 111, 15
und tor 46, 27. 66, 118. torheit 100, 23. 104, 18. dot 5, 7. 56, 69. 66, 103. 72, 7. 85, 4. 14. 24. 35. 41. 51. 53. 75. 94, 4. 5. dotschlag 56, 64. dotsprung 85, 31
und todt 83, 98. todes strick 83, 109. tötlich 85, 5. douber 95, 51
und toub 61, 3. dür (
theuer) 4, 14. drank 108, 77. 80. drinken 63, 86. 66, 88. 90. 81, 23. 82, 54. 102, 18. 110
a, 100. 103. 108. drunk 81, 33. 110
a, 110. drunken 66, 87. 72, 32 103, 25. gedrunken 85, 18. erdrinken 108, 90. drinkgeschirr 110
a, 109.
jedoch trink 69, 29
und ertrenken 98, 31. dritt 100, 27. dube 110
a, 96
und tub 57, 18. duoch 98, 22
und tuoch 102, 33. brustduoch 4, 17. dugentrich 107, 40
und tugent 8, 24. duo
imperat. 21, 29. duon 70, 16. 73, 94. 95, 11. 102, 92
und tuon 18, 14. 17, getuon 79, 11. duot 3, 14. 65, 70. 67, 42. 69, 1. 75, 50. 78, 12. 79, 33. 82, 42. 83, 7. 84,
γ. 96, 1. 7. 8. 110
b, 74. duont 4, 11. 19, 37. 73, 88. 81,
β. 27. 30. 82, 38. 87, 12. 91, 28. det dett 16, 43. 66, 149. 67, 60. 101, 23. 110
a, 173. dät 77, 45. dätten 72, 88. düg
präs. conj. 95, 35
und tüg 33, 80. verduot 67, 22
und vertuont 98, 31. getan, geton
Protest. 28. 41, 32.
aber auch schon das heutige TH, thuon 56, 26. 79, 11. 90, 11. 82, 55. 92, 80. 81. 84. 93, 19. 94, 20, 97, 2. 99, 163. thuot 91, 32. gethan, gethon 1, 3. 41, 6. underthon 99, 104.
dieses TH
erscheint auch in thür (
janua)
vorr. 134. 99, 89. 103, 117
neben tür 108, 96.
Ulenspiegel desche 86, 99. deik
teig 25. doben 54.
einzelne beispiele aus der nächstfolgenden zeit, Dasypod. däsch 312
c. Duonaw
Hister 317
c,
bei Brant
noch Tuonow 99, 52. Maaler daub
und taub
columbus 88
d. H. Sachs danz 3. 3, 3
a. drümmer 5. 2, 43
c. Fischart danz, danzen
Garg. 5
a,
Glückh. schiff 398. dapfer
Garg. 32
a. 101
b.
Glückh. schiff 334. 474. dannzapfen
Garg. 19
b. daube
columba Garg. 64
a. dölpel
das. 93
b. donnenköpf
das. 18
b. dapfer
bei Murner, Dasyp. 313
a, Maaler 86
c. H. Sachs 5. 2, 30
c. Schönsleder K 2. Phil. v. Sittew. 1, 363,
bei diesem wie bei Dasyp.
und Weckherlin 371
auch dapterkeit 1, 17. Luther draube
1 Mos. 40, 10.
3 Mos. 25, 1.
5 Mos. 32, 32. doll Dasyp. 319
a. H. Sachs 1, 6
b. Schönsleder L 3.
Berliner handschr. von Nürnberger meistergesängen aus der mitte des 16
jh. drutz
nr. 245. drübsal
nr. 251. er det abdraben
nr. 233. ducke
nr. 249. duckisch
nr. 286. Henisch 636. danzen J. Ayrer
fastnachtsp. 1
a. dal
vallis. Lehmann 167 ein schimmel drapt.
Simpliciss. verdauscht 1, 20. dölpel 1, 29.
Umgekehrt wird das anlautende D
von T
und TH
verdrängt. mhd. dôn (
tonus), dœnen
wird heute gegen die regel ton tönen
geschrieben. S. Brant tönen
Narrensch. 102, 2. getön 110
a, 103. Luther dohnen (
2 Mos. 19, 13)
und dOenen (
Jesa. 42, 13), Dasypod. dohn
und döhnen 315
d. Maaler thon
und thönen 400
d. Fischart widerthon
Gl. schiff 393. thon
das. 526. thönen
das. 521. Henisch don, döne
und thone, dohnen
und dönen 726. Schönsleder dönen. Stieler don
und dönen 324. Steinbach thon
und thönen 2, 822. thon
Felsenb. 1, 5.
erst Frisch
das heutige ton
und tönen 376
c. truck
Theol. deutsch 23. S. Brant
Narrenschiff tach 64, 79. trüffel 110
c, 43
neben drüffel 110
a, 24. truckerei 103, 99
und drucken 18, 12. 19. tulden 35, 31. 82, 7. tumen 102, 39
neben dumenloch 63, 34. tunder 82, 28. 86,
γ. 86, 6. 88. 20. Keisersberg treck
Bilger 46
c. tächer
Postille 150
b. tecke Steinhöwel 103
b (1487). tiech
coxa Steinhöwel 61
b (1555),
in der ältern ausg. von 1487
steht diech 50
a.
bei Luther
zwar drücken,
aber Psalm. 136, 23 untergetrückt. ticht
für dicht
2 Mos. 25, 36. 37, 7. H. Sachs vertreust 1, 7
c. trodt (
droht) 3. 3, 60
a. tachs 4. 3, 61
a und dachs 4. 3, 90
d. Wickram tuckten sich
Rollwagen 67. tachloch Maaler 397.
am weitesten treibt es Fischart vertrucken
Garg. 14. tachtropfe
das. 63
b. teckelwärmerin
das. 6
b. trüffel
das. 96
b. trei
das. 149
a. zwischen tornen
Gl. schiff 342. asche und treck
Garg. 69
b. durchtringen
Gl. schiff 441. trung
das. 1131. treisig
das. 753. 985. 1172. geträng
das. 1047. tutzend
Garg. 96
b. toppelhacken, tonnerten
das. 233
a.
sogar austhänung (
ausdehnung)
Garg. 43
a. tichten
Ganskönig vorr. tach
Mückenkr. 3, 466.
Simpliciss. getrillt 1, 22. trehen 2, 125. Lehmann 89 trucken
für drücken. Schoch
Studentenleben nachtruck
vorr. vertauen A 10.
Polit. stockfisch 79 tach
für dach. Günther thalen
für dahlen 241. Lessing
allein schreibt treustigkeit 6, 102. 44.
bei der inlautenden media sind wenig abweichungen von dem mhd. zu bemerken. dort gilt hinder, hindern
und hinden,
und das findet man noch bei Steinhöwel, Keisersberg, Luther, Dasypodius, Maaler, H. Sachs, Fuchs, Frischlin, Fischart, Ayrer, Henisch, Schönsleder, Lehmann, Wolgemut, Stieler
und andern. ebenso das subst. und adj., der hinder Steinhöwel 54 (1487), Luther
Ps. 78, 66. Dasyp. 187
c. H. Sachs 4. 3, 105
b. Maaler 222
d. bein hindern füszen B. Waldis
Äsop 164
b. der hinderst Wolgemut
Esopus 2, 305.
seit dem 18
ten jh. schreibt man die partikel hinter, hinten
und das subst. und adj. hintere,
daneben aber bleibt hindernis, hinderlich
und das verb. hindern.
ähnlich mit dem mhd. under
und unden,
so in der Theologia deutsch 22,
so bei Steinhöwel, Dasyp., Maaler, H. Sachs, Waldis, Spreng 316
a, Stieler,
aber bei Luther, Frischlin 124. 433, Henisch, Frisch
das heutige unter.
mhd. der vierde
noch bei Luther 1
Mos. 1, 9. 2, 14,
jetzt der vierte. Lessing
schreibt siebendes stück 7, 31, siebender brief 8, 17,
aber auch siebenter.
mhd. fürder,
das im anfang des 18
ten jh. auszer gebrauch kam, ward im 16
ten und 17
ten fürter
geschrieben bei Dasyp. 333
d. Philander v. Sittew. 1, 265. Wolgemut
Esopus 2, 295.
Simpliciss. 1, 23. Stieler 541.
daneben fürderen
bei Dasyp.
und Henisch 1289,
und das heutige förderen
bei Luther
Ps. 7, 10
und bei Schönsleder. Luther
gebraucht noch das prät. schneit (
mhd. sneit)
für schnitt:
und scheint dadurch verleitet einen infin. schneiten (
mhd. snîden)
2 Mos. 31, 5. 35, 33. 35. 38, 23
und das subst. schneite (
mhd. snîde)
Richter 3, 22.
1 Sam. 13, 22.
Pred. 10, 10
anzunehmen. unser flattern
lautet mhd. fledern,
wie noch heute mundartlich (Schmeller 1, 585),
bei Lehmann fladern;
bei diesem auch fledermaus, flederwisch. schnattern,
mhd. snateren,
im 16
ten jh. (H. Sachs 4. 1, 21
a)
wird noch bei Lessing 1, 67 schnadern
geschrieben. für das heutige knoten
nodus, ahd. knodo,
mhd. knode
schreiben noch Dasypod. 366
b, Maaler 246
c, Fischart
Garg. 96
a, Fuchs
Mückenkrieg 1, 469. Frischlin
Nomencl. 127
und Henisch 1624
das gekürzte knod,
Polit. stockf. vorr. mit knoden binden,
doch bei Luther
schon knote: Stieler 998
führt knode
und knoten
an, Frisch 1, 529 knode
und knote. pfode
für pfote Lehmann 139. schwerd, schwerder Comenius
Orbis pictus 273. 289. witwe, wittwe,
ahd. witawâ,
mhd. witewe,
schreibt Luther
allein widwe,
wozu ihn wol das lateinische vidua
bestimmte. in einer urkunde vom jahr 1416 (Hund
metropol. Salisb. 1, 234)
wird das lateinische schedula die cetel
geschrieben. im 16
ten jh. zeigt sich ohne lautverschiebung der zedel Keisersberg
Sünden des munds 9
a. 4
Mos. 5, 23. Dasyp. 217. Alberus
Dict. nov. y. Maaler 510
b. 513,
wie im niederdeutschen. dagegen vom 17
ten jh. an der zettel,
so bei Henisch 381, Schönsleder, Stieler.
man hat aber auch die media noch verdoppelt und zeddel
geschrieben, wie Gellert 2, 205. 228,
was mit dem dän. seddel
übereinkommt. Die ahd. gemination DD
zeigt sich nur selten an der stelle von TT
und ist wol nur hereingekommen durch das altsächs. DD,
das organisch ist, aber ganz verschieden von dem gothischen DD,
welches dem LL
zu entsprechen scheint. im mhd. ist es ganz verschwunden und man begegnet ihm höchstens in fremden eigennamen: es dauert aber im niederdeutschen fort, wo man wedder (
iterum), fedder, ledder (
leder und leiter)
spricht; s. Müllenhoff
zu Quickborn s. 265.
von dorther ist es manchmal in das nhd. eingedrungen, widder (
iterum)
öfter in den Weisthümern 2, 501
vom j. 1424. 3, 502
vom j. 1449.
in widder (
aries)
ist es durchgesetzt. das ahd. widar,
mhd. wider
bewahrt noch Steinhöwel (
Äsop 53), Maaler (494), Schönsleder (Mm 1), Wolgemut (1, 79. 2, 50)
im reim auf nider, Jac. Ayrer (
Trag. 244)
schreibt sogar wieder.
dagegen widder
bei Dasypodius, Alberus Ss iij, Frischlin, Stieler. Luther
schwankt, wider
1 Mos. 22, 3.
öfter widder
1 Chron. 30, 21. 2. 13, 9.
Psalm 66, 15.
auch im dänischen vädder
neben väder,
dieses allein im schwedischen. Luther
läszt DD
aber auch in andern wörtern zu, daddlen 1, 342
a. fedder 3, 414
b. allerlei gefidderts gevogel
1 Mos. 1, 21. foddert (
fordert)
5 Mos. 10, 12. besuddeln
1 Mos. 49, 4.
3 Mos. 11, 43.
Hoh. lied 5, 3.
Jesa. 63, 3.
Jerem. 4, 14. hadder
4 Mos. 27, 14.
5 Mos. 1, 12. 25, 1.
Ps. 55, 10.
Sprüche Sal. 6, 14. 10, 12. 13, 10
u. s. w. hadderer
Jesa. 49, 1. haddern
2 Mos. 21, 18.
4 Mos. 20, 13.
Richter 6, 31.
Ps. 35, 1
u. s. w. am häufigsten bei Alberus
in dem Diction., ich besuddel, ich hadder
jurgo, fladder
bruscum, ich fladder
strepo, fedder, ledder, nidder
pessum, danidden, scheddel, sidder
interea, widder
iterum, ich schlodder
vacillo, zwidder Ss iij. hadderte
Simpliciss. 1, 29.
viele, wie Adelung
und Voss
schreiben troddel,
andere trottel. 55.
Der regel nach wandelt sich das auslautende ahd. D
im mhd. in T,
und dieses T
tritt im nhd. wiederum in D
zurück. also ahd. eid, lid, gold, tôd,
mhd. eit, lit, golt, tôt,
nhd. eid, glied, gold, tod.
vereinzelt erscheint im 16
ten jh. noch die mhd. tenuis z. b. Steinhöwel unwissent 69 (1487). gegent 110. H. Sachs helt 1, 6
c. untugent 1, 11
c. jugent: tugent Wolgemut
Esop 2, 457. Ayrer balt 136
a. tausent Keisersberg, Luther, Fischart
Garg. 36. Lehmann 909. solt H. Sachs 5. 2, 32
d. durchleuchtent
Ganskönig Ev.
Das ahd. auslautende T
bleibt im mhd. und nhd. unverändert, z. b. alt, gewalt, welt, braut:
doch zeigt sich im nhd. auch D,
meist in verbindung mit einer liq., so in hand band bund brand freund geld.
bei Steinhöwel 91. 93
b. 111. Dasypod., H. Sachs 3. 3, 7
d. Fischart
Garg. 49. 52. Maaler, Henisch, Spreng 532
b, 572
b. Lehmann 671. Stieler
noch gelt,
bei Luther
schon geld. Fischart freuntlichkeit
Schiff 793. 1119. freuntschaft
das. 1106. 1161.
bei Steinhöwel, S. Brant (
Narrensch. 26, 8. 46, 39. 110
a, 48), Luther, Dasyp., Maaler, H. Sachs, Henisch, Schönsleder, Stieler, Steinbach brot.
bei Waldis brot, brod
und brodt 7
b.
im inlaut H. Sachs brode
das. 5, 2, 31
d. Wolgemut ein bissen brods
Esopus 144. Lehmann brod 139. Frisch
gebraucht brod,
stellt aber brot
daneben auf; man folgte ihm bis in die neuste zeit, wo wieder brot
den vorzug erhalten hat. ebenso zieht Frisch schwerd
vor. 66.
die mhd. sprache zeigt, wenn in zusammenziehungen das tonlose e
wegfällt, kein DT,
wie es heute in verwandt, wandte, sandte, lädt
u. s. w. gebräuchlich ist, ihr genügt die einfache tenuis. beispiele aus dem reim bekleit (: schônheit) Haupts
zeitschr. 5, 18. geschant (: brant) Walther 26, 18. gesant (: hant)
ders. 34, 22. gesant (: vant)
Eraclius 1696. bewant (: lant) Freidank 79, 25. unbewant (: vant)
Iwein 3244. gewant
pp (: hant)
das. 1547. 3320. 3425. 3854 (: lant) 1823. 2310. 6610 (: envant) 4730. gesant: geschant: verpfant
MS. 2, 244
a. vint (: sint) Haupts
zeitschr. 2, 52. bevint (: kint)
Passional 90, 93. wirt (wirdet)
häufig. verwunt (: gesunt)
Gold. schmiede 1632.
auszer dem reim schât (schadet) Walther 26, 16. 29, 28. 85, 24. sent (sendet) Freidank 68, 26. von einem so gewanten man
Iwein 4461. sante
prät. Walther 99, 17.
auch nd
im inlaut, wande (: entrande : erkande)
ders. 30, 35. 110, 15.
bei Muscatblut
im 1
ten viertel des 14
ten jahrhunderts gesant (: ant) 37, 5. (: bekant) 57, 58.
beim Wolkensteiner im 1
ten viertel des 15
ten gesant (: gewant
subst.) 94. 3, 5.
aber auch gesendt 27. 2, 14. 29. 1, 11
und wendt (wendet).
die Fastnachtspiele zeigen zuweilen noch das mhd. T, verwant (
p. p.) 180, 33. schat (
schadet) 185, 16. 328, 9. went (
wendet) vint (
findet) 274, 4. 577, 15. ret (
redet) 286, 3. rets (
redest) 182, 24. schent (
schendet) 706, 1. geschent 151, 10. gepfent (
gepfändet) 706, 15. getot (
getödet). 476, 5.
selten TT, rett (
redet) 23, 29. überrett 281, 17. schneitt 284, 11. getött 476, 5.
vorherschend ist DT, schadt 469, 21. ir ladt 233, 12. redt 12, 5. 68, 16. 111, 1. 166, 17. 281, 33. 535, 24. 697, 15. 698, 25. geredt 112, 7. 586, 34. vollendt 311, 14. sendt 156, 21. meldt 801, 5. endt: gewendt 31, 18. unverwendt 147, 12. ich wendt (
wendete) 565, 6. ir werdt 433, 8. 541, 7. schneidt 98, 23. leidt 279, 11. 421, 23. findt 32, 26. 119, 32. 139, 19. 284, 4. befridt (
befriedet) 534, 16. verschlindt 548, 6. versundt (
versündet) 16, 34. verkundt (
verkündet) 172, 20. gewundt 464, 14. ir wurdt 460, 9.
noch seltner ist dieses T
bei Brant
im Narrenschiff: es findet sich nur erblint 46, 2. 76, 4. 98, 22,
neben erblindt 6, 1, ermort 66, 26. verblänt (
verblendet). 67, 5.
sonst immer DT, ladt 74,
α. schadt 110
b, 47. redt 19, 12. 41, 14. 110, 20. geredt 7, 14. endt 58, 33. 66, 40. wendt 25, 26. scheidt 104, 11. bindt 99, 125. findt
vorr. 60. 127. 2, 29. 6, 54. 201. 43, 32. 53,
β. 58, 71. 75. 64, 52. 80, 30. 83, 16. 113. 70, 1. 85, 64. 94, 14. 96, 26. 97,
α. entpfindt 7, 7. 71,
α. 77, 12. durchgründt 64, 51. schwindt 99, 109. verkundt 103, 74. verschuldt 112, 41. sündt 86, 60. versündt 86, 14. verwundt 57, 52. zündt 77, 10. entzündt 13, 35. 53, 33. anzündt 106,
α. Steinhöwel
schreibt bindt 48
b (1487). getödt 43
b. vindt 72. geredt 98. auszgesandt 111
b,
aber auch schlint
und verschlindet.
in einer handschr. des Cato geschendt: wendt Zarnke
lesarten zu 114. Albrecht v. Eybe redt, überredt
bl. 4
b. Schwarzenberg erfindt: verplindt (
siehe unten dennest).
Theuerdank 2, 25 underredt. Murner leidt, duldt
Luther. narr 73. 74. bindt 2047.
doch auch fint
das. 893. verschwint 925. schat 1822. Luther schneit (
schneidet)
Psalm 52, 4.
aber immer das prät. sandte
1 Mos. 20, 2. 37, 14. 38, 20. 45, 23
u. s. w. auffallend das p. p. gesand
1 Mos. 19, 13. 38, 23. 46, 5
u. s. w. verwund
3 Mos. 22, 24.
1 Sam. 31, 3.
1 Chron. 11, 3.
Sprüche Sal. 7, 26.
Jerem. 37, 10.
Hesek. 28, 23.
aber auch geredt
4 Mos. 27, 7. verwundter
Hesek. 30, 24. die verwündten
1 Chron. 6, 22.
Jerem. 37, 10. 51, 21.
Klagel. 2, 12. das verwundte
Hesek. 34, 4. 16. verwandter
Hesek. 30, 24. die verwandten
2 Könige 10, 11.
Hiob 19, 13.
Ps. 31, 12. 55, 14. 88, 19
u. s. w. H. Sachs wirt (
wird) 1, 249
c und wirdt 2. 4, 41. verwundt 3. 3, 2
a. überwindt 3. 3, 5
a. sendt
das. verschuldt 3. 3, 7
d. redt 3. 3, 8
e. Fischart schneid
Schiff 334. wirt
das. 490. verwant
das. 480. verkündten (
prät.)
das. 508. sant (
sendete)
das. 1072.
aber auch find (
findet)
Garg. 74
b. gebrandt
Garg. 71
b. Dasyp. verwanter
und verwandtschaft 148. Frischlin verwandter 336. abgesandter 388. Henisch verwandt verwandter 1220. 1564. Lehmann scheidt 142. Ayrer ertödt: genödt 3
d. gesendt: gewendt 4
a. findt 10
c u. s. w. Spangenberg sich endt: sich wendt
Ganskönig F v. Fuchs
Mückenkrieg bekleidt 1, 1022. meidt 1, 88. bescheidt 2, 18. Schönsleder verwandt Ii 2.
Simpliciss. wante 1, 21. Stieler
hält wieder streng bei T, bewant 2504. verwant verwanter verwantschaft 2431. gesant gesanter 2009. 2010.
im 18
ten jahrh. entschied man sich für DT,
wie es bei Frisch
und Steinbach
angegeben wird: so z. b. beredt,
auch das präs. redt
kommt vor bei Fleming 106. Lessing 1, 208
u. a. findt Göthe 13, 46. 73. abgewandt
ders. 41, 291.
nur schreibt man wird,
da kein wirdet
mehr gebraucht und die zusammenziehung nicht erkannt wird. Man kann dieses DT
ertragen, wiewol es so wenig als dicht't (Lessing 1, 115), reit't (Göthe 1, 182)
einflusz auf die aussprache hat und die mhd. schreibung den vorzug verdient. aber es ist ein nicht zu entschuldigender misbrauch, wenn es auch da angewendet wird, wo eine zusammenziehung nicht dahinter liegt. Wolkensteiner landt 16. 3, 13. Albr. v. Eybe windt (
ventus)
bl. 4
b. wandt 10. vndter 13
b. Steinhöwel goldt 91
b (1473). pedt (
bett) 97. niemandt 60. schendtlich 72. freundtschaft 74. tausendt 93
b.
Fastnachtspiele bescheidt (
imperat.) 14, 18. Fuchs
Mückenkrieg kondten 2, 399. ein hauwendts schwein 2, 412.
bei S. Brant
sehr häufig, baldt 97, 32. 99, 172. bandt 86, 22. handt 13, 40. 57, 53. 63, 62. 79, 28. 84, 8. 86, 23. 89, 12. 94, 35. 99, 60. landt 6, 35. 22, 15. 27, 24. 31, 27. 56, 30. 87. 79, 28. 84, 7. 88, 27. 89, 11. 94, 35. 99, 59. 103, 74. fandt
prät. 6, 35. 66, 31. 147. entpfandt 57, 53. radt (
rota) 56, 42. rodt (
consilium) 3, 5. allesandt 94, 34. gewandt (
kleid) 63, 61. überwandt 56, 29. hendt
pl. 25, 25. wendt 103, 34. erdt 3, 26. 24, 17. 43, 25. 66, 73. 75, 56. 90, 14. gerdt begerdt 3, 25. 24, 18. 43, 26. 83, 44. 73. unwerdt, werdt 83, 31. 72. 90, 15. erfreidt (
erfreut)
vorr. 57. leidt (
subst.) 7,
γ. 26, 31. blindt 3, 15. 20, 2. 40, 13. 71,
γ. 72, 31. 77, 29. brindt 13, 36. 53, 34. grindt 3, 16. kindt 6, 2. 22, 3. 25, 11. 71,
β. entpfindt 71,
α. sindt
vorr. 1. 28. 39, 30. 32. 46, 44. 65, 20. 72, 32. 73, 83. 99, 91. vindt (
feind) 39, 31. windt (
ventus) 97, 17. 99, 92. grundt 3, 22. gesundt 53, 8. 63, 24. hundt 95, 51. kundt 27, 20. 63, 23. mundt 27, 21. 53, 15. 70, 12. 92, 91. 110
a, 51. fürmundt 71, 14. pfundt 3, 21. 25, 10. fründt 73, 82. stundt 70, 11. 92, 90. undt 71, 14. wundt 53, 7.
zuweilen schreibt Brant
bei diesen wörtern D,
so bis auf die bemerkte ausnahme immer und,
häufig kind 26, 45. 42, 31. 46, 25. 71,
β. 77, 95. 78, 18. 87, 4. 94, 21. 98, 31.
ferner land 93, 5. schand 93, 6. rad (
rota) 56, 48. end 107, 61. hend 103, 33. 107, 62. 110
a, 15. lend 107, 44. wend (
wollen) 107, 43. 110
a, 16. erd 72, 77. 83, 32. 43. 72. 97. werd 72, 78. 83, 96. sind 65, 18. stund (
subst.) 110
a, 52.
selten T, hant 88, 27. blint 30, 10. stunt 95, 50.
doch öfter sint 26, 80. 33, 6. 40, 14. 43, 31. 67, 53. 76, 3. 95, 63. 102, 62.
man sieht er schwankt wie alle, doch herscht DT
vor. Keisersberg sindt
Bilger 46
b neben sint
und sind. gesundt
das. 48
b.
Theuerdank randt (
prät.)
c. 90. behendt 10, 100. Luther,
der überhaupt die rechtschreibung überdacht hatte und mit sorgfalt behandelte, hielt dieses rohe DT
fern, während es sonst im 16
ten jahrh. überhand nahm. bei H. Sachs
steht es auf jeder seite, nur selten kommt daneben die einfache tenuis zum vorschein, zuweilen hant, brot
neben handt, brodt.
nur einige beispiele, landt. genandt: erkandt. endt: regimendt. feindt. freundt. gesindt: geschwindt. blindt. bildt: wildt. geldt: feldt. grundt: kundt. pferdt: schwerdt. erdtreich. gewaldt: waldt. baldt. spadt: dradt. leidt. neidt. schiedt: riedt. schaudt (
seht). maid: aidt. Ringwaldt
schreibt sich selbst so. Frischlin brodt 282. eidt 378. anwaldt 377. blutfreundt 389. zehendt (
decuma) 388. bestandt 380. burgerstandt (
status civilis) 389. schwerdt 453. schildt 452. schneidt (
acies) 453.
bei Waldis
findet man sindt
Äsop 105
a. schwerdt 146
b. freundt 147
a.
der sorgfältige Fischart
meidet es nicht immer, kundtschaft
Schiff 477. niemandt
das. 506. kondt köndt (
konnte könnte)
Garg. 28
b. 29. 46. Ayrer
steht wieder mit H. Sachs
auf gleicher stufe. Henisch freundt 1220. schwerdt 1427. Sprengs
Ilias verwundt 391
b.
im 17
ten jh. dauert es fort, in Wolfh. Spangenberg
Ganskönig findet man endt (
finis) A V
b. behendt A U. alsbaldt D v. bekandt
F. 1.
bei Lehmann
noch ziemlich häufig, z. b. bescheidt 195. erndt 258. endt 300. pferdt 381. 824
neben pferd 672. freundtlich 671. niemandt 672. beistandt 672. wildt 673. tugendt
neben tugend 783. landt 792. stundt 934.
am weitesten geht Wolgemut,
der es in seinem Äsop fast zur regel macht. nur einige beispiele, holdt: goldt 1, 23. hundt: ungesundt 1, 23: mundt 1, 30: stundt 1, 144. waldt 1, 39. handt: sandt (
subst.) 1, 31. heidt (
heide): beidt. beidt: eidt 1, 63. windt 1, 74. geld 2, 373. kindt
das. dagegen wo auf die sprache sorgfalt verwendet wird, kommt es nur vereinzelt vor, so in der Ilias von Spreng († 1601) handt 2
b. 3
a neben hand 70
a. 357
b. verstandt 481
b.
neben verstand 314
a. bekandt: genandt 313
b. genandt: erkandt 317
a. mildt: wildt 316
a. kundt
für konnte 455
b. 464
a.
in der sichtlich vorgeschrittenen sprache des Simplicissimus (1669)
scheint es verschwunden zu sein. im 18
ten jh. taucht es nur hier und da auf: in der hallischen ausgabe der bibel vom j. 1758
ist brot,
wie Luther
schrieb, in brodt
geändert, und dies behält Lessing
bei 2, 403,
der auch schwerdfeger 6, 295
und schwerdter 2, 42
schreibt. Nur in ein paar fällen will DT
nicht weichen. wir unterscheiden jetzt damit das subst. tod
von dem adj. todt,
schreiben auch das verb. tödten.
mhd. galt tôt tôdes
subst., tôt tôtes
adj., und das verb. tœten,
das noch beim Wolkensteiner
im reim auf nœten
vorkommt und das Albrecht v. Eybe
beibehält 14
b, Keisersberg
schreibt erdötten
Christl. bilger 33
c.
die Fastnachtsp. das part. prät. getot 180, 8
und getött 476, 5.
aber bei Steinhöwel, Luther, Dasypodius, Maaler, Henisch, H. Sachs 5. 2, 43
c, Logau, Schönsleder tödten,
nur Frisch
setzt töden
an. bei dem subst. und adj. unsicherheit im 15
ten, 16
ten und 17
ten jahrh. Keisersberg
schreibt das subst. wie das adj. tod
Bilger 47. Steinhöwel
das subst. tod (68
b)
und todt 37
a,
das adj. todt 10
b. Luther
wie Keisersberg
das subst. und in der regel das adj. tod
2 Mos. 14, 3.
3 Mos. 11, 32
u. s. w., selten todt
wie 4 Mos. 19, 11, Dasypod., H. Sachs 3. 1, 228. 5. 2, 30
d. 32
c, Schönsleder, Lehmann 768
subst. und adj. todt. Fischart
das adj. tod
und todt
Garg. 49. Waldis
das subst. tod 217
a und todt 152
b. Frisch
subst. tod,
adj. tot
und tod.
bei Maaler, Stieler
und Steinbach
die heutige schreibung. ähnlich verhält es sich mit stadt (
urbs).
das ahd. mhd. stat
findet sich noch beim Wolkensteiner, im
Theuerdank 91, 25. 40. 51,
bei Wolfh. Spangenberg
Martinsgans bog. D;
auch einmal bei Fischart
Schiff 1021. Luther
schreibt stad
1 Mos. 4, 17. 24, 10.
viele statt, Steinhöwel 93
b, Keisersberg, Maaler, Dasypod., Frischlin 389, Fischart
Schiff 473. 479. 487. 491. 694.
Garg. 233
a, 698, H. Sachs 5. 2, 41
c (in stetten 4. 3, 56
c), Waldis, Henisch, Spreng 2
b. 40
a. 332
a,
wie bei blatt, matt, glatt
nach kurzem vocal die verdoppelung hinzutritt. das heutige stadt
auch bei H. Sachs 1, 5
d. Ayrer 1
a. 9
b. 9
c. Schoch, Stieler
und den spätern.