retten über drei Viertel der rund 730 Archivbelege in literar Werken; vielfach mit PräpObj – bei signifikanter Distribution1): zur Angabe bestehender heikler Umstände häufig ‘jdn/etw aus etw r.’ u selten ‘jdn/etw von etw/jdm r.’, zur Angabe abzuwehrender bevorstehender Gefahr od Bedrohung mehrf ‘jdn/etw von etw/jdm r.’ u gelegentl ‘jdn/etw vor etw/jdm r.’ - sowie mit (abstr) Lokalangaben (in Pkt c) a jdn/sich aus einer gefährlichen od schwierigen Lage, aus existenzieller Not befreien, (zugl) jdn/sich/etw vor einem Unheil bewahren; mehrf (subst) PartPrät u Zustandspass sowie vereinzelt (subst) PartPräs; auch absolut gebraucht; gelegentl als Hilferuf bzw Aufforderung; wiederholt im Bild α im Hinblick auf lebens- od existenzbedrohende Situationen (gelegentl Bed aβ einbegreifend) Jeder fühlt..die brennende Begier ihn [Egmont] zu r., die Gefahr von einem kostbaren Leben abzuwenden, und dem Freiesten die Freiheit wiederzugeben GWB8,274,11 Egm V [Gretchen zu Faust:] Wohin ist alle Qual?|Wohin die Angst des Kerkers? der Ketten?|Du bist's! Kommst mich zu r.!|Ich bin gerettet! GWB14,232 Faust I 4473f [Beaumarchais zur mit dem Tod ringenden Marie:] Ich habe dich nicht r. können, so sollst du gerächt werden GWB11,114,27 Clav IV [Scapin:] Hülfe!..|Rettet!..|Rettet!..|Feuer! Feuer! GWB12,143 ScherzLR 546f [Eugenie zum Mönch:] Aus hohem Haus entsprossen, werd' ich nun|Verstoßen, über's Meer verbannt und könnte|Mich durch ein Ehebündniß r., das|Zu niedren Sphären mich herunter zieht GWB10,373 NatT 2722 [mBez auf Kraffts an Goethe gerichtete Bitte um Hilfe] Dem, der sich mit den Wellen herumarbeitet, ist's wohl der schlimmste Herzensstos, wenn der Willige am Ufer nicht Kräfte genug hat, alle zu r., die der Sturm gegen seine Küste treibt GWBB3,251,21 Krafft 2.11.78 [Korr B7,377,28] GWB20,159,27 Wv I 15 [Zit s v Retter] 10,331 NatT 1831 B10,36,25 Meyer 28.10.92 11,357 Maturin,Bertram 71 A2,911,25 Votum 26.1.16 B23,186,5 Zelter 3.12.12 uö in den (bildh) Vbdgn ‘jdm das Leben r.’, ‘jds/sein/das Leben r.’, ‘seinen Hals/Kopf/seine Haut r.’; einmal im Zshg der Tätigkeit einer Hebamme ‘jdn zum Leben r.’ die Kunst zu schwimmen..rettete ihm [dem Prinzen] das Leben, als er..auf dem Euphrat scheiternd..davon kam GWB7,226,10 DivNot [Reineke zu Nobel:] Solche gierige Wölfe behalten köstliche Bissen|Gerne für sich, und, wär' es zu thun, mit kleinem Verluste|Ihres Herren Leben zu r., sie trügen Bedenken GWB50,146 ReinF X 327 Leider sahen wir noch genug der Armen vorbeiziehn,|Konnten einzeln erfahren, wie bitter die schmerzliche Flucht sei,|Und wie froh das Gefühl des eilig geretteten Lebens GWB50,193 HermDor I 112 Sesina..wird alles gestehen, um seinen Hals zu r. GWB40,55,2 Üb:Piccolom [G/Schiller] Meine Mutter..in der Kunst erfahren, die so manchen gleich bei'm Eintritt in das Leben zum Leben rettet GWB24,25,2 Wj I 2 GWBB24,158,19 Stimmel 16.2.14 K GWB17,296,13 Bürggeneral 11 GWB132,355 Kotzebue,Bestohlenen uö als konkretes Eingreifen einer höheren (göttlichen) Macht; in relig od mythol Vorstellung bzw daran anknüpfend die Erzväter [des jüdischen Volkes] ..bedurften..des unerschütterlichen Glaubens, daß ein Gott ihnen zur Seite ziehe, daß er..an ihnen Antheil nehme, sie führe und rette GWB26,214,10 DuW 4 [Gretchen vor einem Andachtsbild der Mater dolorosa:] Hilf! rette mich von Schmach und Tod!|Ach neige,|Du Schmerzenreiche,|Dein Antlitz gnädig meiner Noth! GWB14,183 Faust I 3616~GWB39,301 Urfaust 1307 [Iphigenie:] Ein fremder Fluch..trennte mich|Von den Geliebten..Selbst gerettet [ von einer gütigen Gottheit gerettet GWB39,326,12 Iph1 I 2] , war|Ich nur ein Schatten mir GWB10,6 Iph2 88 mich haben die Musen verlassen,|Und ich schielte verwirrt, suchte nach Messer und Strick.|Doch von Göttern ist voll der Olymp; du kamst mich zu r.,|Langeweile! du bist Mutter der Musen gegrüßt GWB1,313 Vs 131 VenEpigr 27 [betr Reliefentwurf zur Darstellung von Blüchers Sturz vom Pferd in der Schlacht bei Ligny] Daß er wundersam gerettet worden, schreibt man billig einem Schutzgeiste zu, der auf der frühern Zeichnung sich schirmend über ihn biegt GWBB28,20,1 Schadow 12.3.17 GWB411,303,27 Ilias Ausz 16 GWB10,66 Iph2 1516 uö β im Hinblick auf einen zu befürchtenden Verlust, Verfall, eine drohende Zerstörung, (Be-)Schädigung oä; einmal ‘zu etw gerettet’ in Hinblick auf eine erhaltende Umfunktionierung Glaube nahm sie [die Welt] mir weg,|Dann die Hoffnung,|Nun wollte sie|An die Liebe,|Da riß ich aus.|Den geretteten Schatz|Für ewig zu sichern|Theilt' ich ihn weislich|Zwischen Suleika und Saki GWB6,214 Vs 11 DivSchenk Wie wenig von dem Geschehenen ist geschrieben worden, wie wenig von dem Geschriebenen gerettet! Die Literatur ist von Haus aus fragmentarisch, sie enthält nur Denkmale des menschlichen Geistes, in so fern sie in Schriften verfaßt und zuletzt übrig geblieben sind GWB412,157,8 Üb:Wachler,Gesch dLit Mir wird..jeder Zeitverlust immer bedenklicher und ich gehe mit wunderlichen Projecten um, wenigstens noch einige Monate dieses Jahres für die Poesie zu r. GWBB14,114,16 Schiller 19.6.99 [mBez auf kostspielige Vergnügungen in Leipzig] Zum Henker das fühlt mein Beutel. Halt! rettet! haltet auf! Siehst du sie nicht mehr fliegen? Da marschierten 2 Louisdor. Helft! da ging eine GWBB1,14,28 JJRiese 21.10.65 die Hauptkirche [Kathedrale von Agrigent] ..enthält einen wohlerhaltenen Sarkophag, zum Altar gerettet GWB31,159,13 ItR GWB40,318,19 Üb:Collin,Regulus GWBB27,7,8u27 Zelter 3.5.16 GWBB49,348,28 AHerder 30.9.31 K uö iSv etw (eine Theorie, Vorstellung, Überzeugung oä) bzw sich/jdn (gegen negative Einflüsse, Angriffe uä) verteidigen, sichern, schützen; auch iSv (etw zurückweisen, unterdrücken u) sich mit seinem Standpunkt behaupten; vereinzelt ‘sich/etw/jdn gegen etw/jdn r.’; auch mit Bezugsverschiebung Man brauchte neben der verschiedenen Brechbarkeit auch noch den Ausdruck einer verschiedenen Zerstreubarkeit, indem man das unbestimmte..Wort Zerstreuen..anwendete, und..eine Lehre durch Redensarten rettete, die eigentlich nur aus Redensarten bestand GWBN2,217,24 FlP 472 Gauthier führt..über den mittleren weißen Theil der prismatischen Erscheinung..seinen Finger..und zeigt dadurch die bloß an der Gränze entstehenden Farben. Dabei erzählt er, daß die Newtonianer sich gegen dieses Phänomen dadurch r. wollen, daß sie behaupteten: erst am Finger gehe die Brechung vor GWBN4,165,24 FlH VI [Charlotte, mBez auf Mittlers Ausführungen über den Dekalog im Katechismusunterricht:] Sie erlassen uns wohl das siebente Gebot..[Mittler:] Alle die übrigen..wenn ich nur das rette, worauf die andern beruhen GWB20,405,8 Wv II 18 Friedrich [II vPreußen] hatte die Ehre eines Theils der Deutschen gegen eine verbundene Welt gerettet GWB28,141,24 DuW 12 [mBez auf ‘Winckelmanns Briefe’, 1824-1825] wie ist alles so wahr daß sich nicht leicht jemand gegen sein Zeitalter r. kann! GWBB39,215,5 Zelter [6.6.25?] GWBLA I 3,386,18 Fl Plp GWBN8,110,1 ZwKnoch [Blumenbach] GWBN1,75,8 FlD 180 GWB7,54,25 DivNot uö iSv etw über einen Zeitraum hinweg unbeschadet, mehr od minder unverändert erhalten, beibehalten [Amalie, geb vBrösigke] Frau von Levezow, die ihre Anmuth, durch manche Jahre und Schicksale durch, noch ganz hübsch gerettet hat GWBB35,44,3 CarlAug 16.8.21 K GWBGespr(He2,738) Buchholtz 23.9.12 γ im Hinblick auf einen als quälend od bedrückend empfundenen inneren (geistig-emotionalen) Zustand, auch auf heikle zwischenmenschliche od finanzielle Verhältnisse; wiederholt (scherzh-)hyperbol; refl gebraucht auch iSv sich zu helfen wissen, einen Ausweg finden; einmal mit Sachsubj iSv Abhilfe schaffen [betr Ringen um einen eigenen Stil] Welchen Weg ich einschlug, mich aus dieser Noth..zu r., will ich..zu überliefern suchen GWB27,108,20 DuW 7 [betr Beziehung zu Lili Schönemann] daß ich..von einem Stumpfsinn befangen war, von dem ich mich zu r., mich immer mehr in gleichgültige weltliche Geschäfte verwickelte GWB29,59,25 DuW 17 [Bernardo zu Elmire:] Daß Sie..ein zärtliches liebes Herz haben, das weiß ich lange. Daß Sie es unter dieser gleichgültigen manchmal spottenden Außenseite verbergen können, das ist Ihr Glück; denn dieß hat Sie doch von manchem Windbeutel gerettet GWB38,85,3 ErwElm1 Ich sehne mich heimlich nach dir..ein böser Genius..schildert mir die lästigste Seite meines Zustandes und räth mir mich mit der Flucht zu r. GWBB5,169,7 ChStein 8.7.81 In bedeutender Anzahl liegen die seit einem Vierteljahr angekommenen Briefe, zwar in guter Ordnung geheftet, aber eben deßwegen als eine desto bedrohlichere Schuldenmasse, aus der man sich nicht r. kann, ohne..seine Insolvenz zu erklären GWBB46,269,7 Reinhard 11.3.30 GWB53,438,17 Aus Notizb GWBDjG³5,116,10 Stella¹ V GWBDjG³2,242,7 RAnw [3.2.72] GWBB24,269,7 Voigt 12.5.14 GWB50,359 ReinF I Var uö ‘sich vor etw nicht r. können/kaum zu r. wissen’ iSv sich von etw im Übermaß Vorhandenem bedrängt fühlen wie ich den dortigen Zustand [in Tiefurt] kenne, so wärst du in die größte Abhängigkeit geraten. Frühstück, Abendbrod, Nachtball folgen einander, vor welchen Überfreuden du dich nicht leicht hättest r. können GWBB37,95,22 Knebel 22.6.23 Überhaupt wünsche daß wir mit unserer Angelegenheit [der Ausg.l.H.] bald zum Abschluß kommen da man sich in den letzten Zeiten vor gesteigerten Anerbietungen, sogar mit höchster Empfehlung kaum zu r. weiß GWBB40,136,4 Cotta 20.11.25 uö(selten) ‘sich nicht/kaum zu r. wissen’, ‘nicht wissen, wie man sich r. soll’ iSv (angesichts der Umstände) ratlos sein, sich außerstande sehen, eine Herausforderung, Aufgabe, Schwierigkeit oä zu bewältigen; einmal mit personifiziertem Subj Wenn wir die Übersetzung der Molièrischen Stücke nicht gehabt hätten, wir hätten uns nicht zu r. gewußt, da unsere besten Original-Schauspiele das Unglück haben, nicht theatralisch zu sein GWB51,232,25 ThS III 8 [mBez auf Besenangriffe von Frauen im römischen Karneval] Wenn einer..zwischen vier oder fünf solcher Mädchen hineinkommt, weiß er sich nicht zu r. .. GWB32,237,18 ItR Man kann den Idealisten..nicht verargen, wenn sie..auf Beherzigung des Einen dringen, woher alles entspringt, und worauf alles wieder zurückzuführen wäre. Denn freilich ist das belebende und ordnende Princip in der Erscheinung dergestalt bedrängt, daß es sich kaum zu r. weiß GWB48,199,7 MuR(642) GWBB48,243,5 Zelter 18.6.31 GWBB33,133,23 August [28.7.20] K GWBDjG32,249,21 RAnw [10.2.72] uö(selten) b jdn aus diesseitiger Beschränktheit, Sündhaftigkeit, existenziellen Zwängen od Schwächen erlösen; auch: jdn aus der Macht des Bösen befreien (u damit vor Verdammnis bewahren); in relig-theol Verständnis bzw daran anknüpfenden Vorstellungen über die Weiterexistenz nach dem Tod; vereinzelt in Bildbeschreibung Je geschwinder ich aus diesem irdischen Gefängniß befreiet werde, desto angenehmer ist es mir, besonders da ich sicher bin, daß meine Seele gerettet ist GWB43,351,7 Cell II 12 [Gretchen, sich an Gott wendend:] Dein bin ich, Vater! Rette mich!|[Mephisto:] Sie ist gerichtet! [Stimme von oben:] Ist gerettet! GWB14,238 Faust I 4607u4611 (Engel..Faustens Unsterbliches tragend.)|Gerettet ist das edle Glied|Der Geisterwelt vom Bösen,|"Wer immer strebend sich bemüht|Den können wir erlösen." GWB151,330 Faust II 11934 Übrigens werden Sie zugeben, daß der Schluß [des ‘Faust II’] , wo es mit der geretteten Seele nach oben geht, sehr schwer zu machen war GWBGespr(FfA II 12,489,26) Eckermann 6.6.31 GWB151,334 Faust II 12025 GWB6,264 Div Höheres u Höchstes 7 GWB492,51,16 Externsteine uö(selten) c sich/jdn/etw (irgendwohin) in Sicherheit bringen; meist refl gebraucht, zugl auch iSv sich (irgendwohin) flüchten, (irgendwoher) entkommen, Zuflucht suchen bzw finden α räumlich-konkret; auch PartPrät; vereinzelt im Bild u bildh Vergl nun sah man die [Kanonen-] Kugel..herankommen, da man sich denn zuletzt hinter die stehen gebliebene Mauer, oder in das Gebeingewölbe zu r. wußte GWB33,302,17 BelagergMainz [Gerichtsrat zu Eugenie:] Im Hause, wo der Gatte sicher waltet,|Da wohnt allein der Friede, den vergebens|Im Weiten du da draußen suchen magst..|Komm! Rette dich zu mir! GWB10,347 NatT 2187 Frankfurt..wird bombardirt..die Übergabe erfolgt. Meine..Mutter..rettet ihre Habseligkeiten in feuerfeste Keller GWB35,67,8 TuJ 1796 Isegrim sprach..mit seinen Verwandten und Freunden|Und ermahnete sie..|Auf den gebundenen Fuchs ein wachsam Auge zu haben;|Denn sie fürchteten immer, es möchte der Kluge sich r. GWB50,52 ReinF IV 147 Stündlich seh ich mehr dass man sich aus diesem Strome des Lebens ans Ufer r., drinne mit allen Kräfften arbeiten, oder ersaufen muss GWBB3,174,28 ChStein 12.9.[77] GWB11,122,27 Clav V GWB50,33 ReinF III 127 GWB39,364,19 Iph1 III 1 uö β abgeblaßt; mBez auf den geistig-emotionalen od sozialen Bereich Um sich aus der gränzenlosen Vielfachheit, Zerstückelung und Verwickelung der modernen Naturlehre wieder in's Einfache zu r., muß man sich immer die Frage vorlegen: wie würde sich Plato gegen die Natur, wie sie uns jetzt in ihrer größern Mannichfaltigkeit, bei aller gründlichen Einheit, erscheinen mag, benommen haben? GWBN11,151,10 MuR(664) ich hing meinem schmerzlichen Verdrusse [über Jacobis Schrift ‘Von den göttlichen Dingen..’, 1811] nicht nach, ich rettete mich vielmehr zu meinem alten Asyl, und fand in Spinoza's Ethik..meine tägliche Unterhaltung GWB36,72,11 TuJ 1811 GWB18,69,16 Aufgeregten IV 7 GWBB25,180,14 Eichstädt 29.1.15 uö(selten) → GWBduuqnrch- er- heraus- herüber- hierher- hin- hinüber- Errettung Syn zu a GWBerretten zu aα und β GWBsalvieren zu aα, aγ und b GWBerlösen zu c GWBentrinnen GWBflüchten 1) vgl DWb 14,826f Renata KwaśniakR.K.