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grob

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grob adj.

Bd. 9, Sp. 387
grob, adj. form und verbreitung. das wort scheint altheimisch nur auf hd. und nd. boden; dann spätanord. grōfr 'grosz, grob' stammt aus dem nd., engl. gruff 'barsch, roh' aus dem nl. ältester beleg cropa zascruntan fissura Graff 2, 356 (hraban. gloss.); häufiger erst bei Notker (1, 705, 2; 722, 10; 819, 2; 837, 17; vgl. 852, 10. 24), der bedeutung nach bereits voll entwickelt; in der classischen mhd. dichtung fehlend; erst seit der 2. hälfte des 13. jhs. häufiger, zumal auf md. boden; mnd. und mnl. reich entfaltet. bei Notker bis auf 1, 837, 17 stets gerob, ebenso das abstractum als geroubi 1, 852, 8. 17 (vgl.gröbe), aber das e wird sproszvocal sein. die etymologie ist schwierig; an auszergerm. beziehungen bietet sich lit. grubùs holperig, grumbù, grúbti holperig werden; lett. grumba runzel, abg. grbŭ grob, rauh, s. Franck 217b; auf eine ähnliche grundbedeutung führt auch die bedeutungsgeschichte des deutschen wortes; höher hinauf ist wurzelverwandtschaft mit grosz wohl möglich, vgl. Falk-Torp 1, 350. bedeutung und gebrauch. die schwer zu durchschauende bedeutungsentwicklung ist nur zu verstehen bei der annahme, dasz der quantitätsbegriff 'massig, dick', den man gewöhnlich als die grundbedeutung ansieht, nicht primär ist, dasz vielmehr ausgegangen werden musz von der bedeutung 'uneben, rauh', die auch die idg. parallelen nahelegen; sie ist freilich frühzeitig überwuchert worden durch die quantitative bedeutung, die sich auf dem wege über 'bröckelig, grobteilig' entwickelt haben mag (vgl.grosz), bricht aber in vielfachen veränderungen u. färbungen des quantitätsbegriffes immer wieder durch, wenn sie auch nur in wenigen gebrauchsweisen rein zu tage tritt; immerhin gehört sie an den anfang. AA. grundbedeutung: uneben, rauh. heute nur noch im abstractesten gebrauch, in der anwendung auf menschen (s. u.F), voll lebendig; im älteren nhd. noch entwickelter. A@11) zunächst ganz sinnlich: aspera tactu rauch und grob anzerüren Frisius dict. (1556) 1288a; die grobe rauhe händ weiss und glatt zumachen Sebiz feldbau (1579) 78; nim der groben birckenrinden, die unden vom baum herab fallen Gäbelkover arzneibuch (1595) 1, 83; das kennt auch die neuere sprache noch: die muskeln sind .. mit einer groben rauhen haut überzogen Göthe 37, 347 W.; vgl. dem uralten brauch .. liegt gewisz ein frommes gefühl zu grunde, aber es steckt in einer groben hülle D. Fr. Strausz 6, 17; der abstractere gebrauch im sinne 'rauh, wild' dagegen wesentlich im älteren nhd.: der Christo ... aufm rauhen, groben und unebenen weg ... der tugenden nachfolgt Albertinus hirnschleifer (1664) 302; das heilig wasser entspringt ausz groben bergen und ungehobelten felsen Seb. Franck sprichw. (1541) 1, 130b; ist .. uber das grob und hoch gebirg gangen Guarinonius greuel d. verwüstung (1610) 315; noch umgibt uns ocean grober wasser Herder 6, 190; ganz vom sinnlichen ausgangspunkt gelöst: so ist Ybernia ain grob hert land, da weder wein noch ander edel frücht innen wachsen Fortunatus 74 ndr.; ich schicke meyn tochter nitt in dasz ferre grobe land (Dänemark) Vogelgesang heiml. gespräch 23 ndr.; eyn birgig unfruchtbar landt und wie under eynem groben hymel gelegen Franck weltb. 95a; das gantz jar wurde feucht, schwer, grob und ungesund sein J. B. Grass schöne historie (1570) 194; von schlechtem wetter bis heute im österr.: endlich ward das wetter 'grob' (es regnete) W. v. Chézy erinn. 2, 183; (er) liegt untán frei'n himmel, is's grob oder schen Pailler weihnachtslieder u. krippenspiele 1, 187; auch ganz inconcret: der sig ist zuo grob, der mit bluot ligt ob Seb. Franck sprichw. (1545) 1, 53a; rauh in der wirkung, 'scharf, stark': man musz oft einen mit groben, scharpfem saltz reiben Lehmann florileg. polit. 2, 749; es sind aber gar grobe rauhe artzneien und deszhalben nicht liederlich zubrauchen Gäbelkover arzneibuch (1595) 2, 158; etwas anders (mit anklang an F 2): es sieht einer groben baurenartzney gleich Wirsung arzneibuch (1588) 554c. A@22) das alter dieser bedeutung erweist der schon im ahd. bezeugte gebrauch für 'rauhe' töne von jeglicherlei art: taz aber in nideren esten dero erdo sih nâhta, daz lûtta gerobo gravitas rauca quatiebat Notker 1, 705, 2; ähnlich 1, 722, 10; sang also grobo sô Dores singent 1, 837, 17; welhes menschen überprâwe vil hârs habent und rauch sint, der ... und ist sein sprâch unrain und grob Konr. v. Megenberg buch d. natur 45, 17; mit grober grausamer stym (er) sprach Arigo decam. 85 lit. ver.; im zorne schreit er (der rollaffe) mit tiefer und grober stimme Brehm thierl. 1, 231 Pechuel-Lösche; das (sc. zöttlin von dem wullen tuoch) nympt den saiten das kesseln oder dye gröbe onfreuntlich hallung oder thonung Virdung musica getutscht (1511) F 1b; kriegt dieser resonanzboden .. einen sprung, dann .. geben (die saiten) einen dumpfen, groben ton Nestroy 1, 46; aus 'rauh' entwickelte sich die bedeutung 'tief': bassa vox grob und nyder stym Brack vocab. rer. (1491) 40a; das du das selbig für die grobst oder nidrist stym des clavicordis .. magst erkennen Virdung musica getutscht (1511) F 3a; so schon ahd.: also imo ouh tie andero (saiten) so uilo gerobor inquedent, so uilo so si lengeren sint Notker 1, 852, 10; vgl. 24; (die saiten) die etwas schlaffer angezogen waren, die grobe stimme machten E. G. Baron instr. d. lauten (1727) 12; von musikinstrumenten: grobes horn Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 4, 490; und streicht den groben violon Stoppe Parnasz (1735) 91; auch von dunklerer farbe des tons, 'dumpf': und die kartaune töhnt den groben leichenklang Stieler geharnschte Venus 8 ndr.; dann der messing laut von natur grob und der stahel cleyn Virdung musica getutscht (1511) F 1b; etliche bliesen sehr klahr und helle, ander wieder grob und dunckel Dapper Africa (1671) 609b; dies eine sehr geläufige antithese: das war ein blöcken, quäcken, quacken ... so grob, so klar, so mancherley Lichtwer äsop. fabeln (1748) 114; sie (die biene) sang bald grob, bald klar Fr. Kind ged. 3, 127; handelte es sich nur um zweistimmigen gesang, oder um 'grob und fein', wie wir es bequemer nannten Hoffm. v. Fallersleben 7, 11 Gerstenberg. BB. nicht minder alt, aber viel ausgebreiteter ist grob als quantitätsbegriff: 'dick, stark, umfangreich, grosz' (gegensatz 'dünn, klein'); grossus Diefenbach 270b; nov. gl. 198a; vgl. die alten, formelhaften paarungen: (von edlen bäumen sie) brachen obz beide cleine unde grobz pass. H. 36, 1; ebenso K. 1, 31; 5, 19; dat wy hebben verkofft enen unsen tenden (zehnten) .. groff un smal Schiller-Lübben 2, 149b (quelle v. 1407); alt klingt auch: ein .. hoher baum, wo grob und fein erquicklich durcheinander wächst Eichendorf 2, 163; am Niederrhein und wohl auch sonst sagt man grob und grosz für 'sachen' (z. b. grob u. grosz kaufen, verkaufen), urspr. wohl gemeint als 'dick und grosz'. B@11) im eigentlichen dinglichen gebrauch. B@1@aa) wie grosz auf einen ausgangspunkt 'grobkörnig' weist, mag auch hier in der zählebigen bedeutung 'dicktheilig' das genetisch älteste stecken: grober staub Er. Alberus dict. (1540) 23b; cibarium grob meel B. Faber thes. (1587) 171b; kleye .. ist das grobe, so vom korne .. überbleibet Gueintz rechtschreib. (1666) 91; examurcare oleum die trusen und grobe matery vom öl thun Calepinus xi ling. (1598) 503b; zu einem pfund groben werckpulfer Reutter v. Speir kriegsordn. 116; viel grobes sands Er. Alberus dict. 54a; (wege) mit grobem kisz bedeckt Bahrdt gesch. s. leb. 3, 314; (eine treppe) groben gerölles Moltke ges. schr. u. denkw. 4, 21; eine stufenfolge groben getrümmers begleitet .. den grat H. v. Barth Kalkalpen 625; mit groben hasenschrot ollapatr. 43, 30 ndr.; ebenso adverbiell: grob stossen, hacken, schneiden Kramer teutsch-ital. 1, 567a; vgl. die zusammenrückungen grobgestoszen u. a. sp. 407 f.; ähnlich in der sprache des bergbaues: was grob zu gewinnen ist ..., darf nicht weggestufet ... werden Veith bergwb. (1870) 249. B@1@bb) frühzeitig aber auch zur bezeichnung des massigen schlechthin; von menschen zunächst einfach 'dick': grouer (grossus) homo Graff 2, 356; groff corpulentus Diefenbach nov. gl. 115b; Carolus der dritt, genant der grob kaiser städtechron. 3, 65; Pipinus met syme zonamen der grove Wallraf 31 (quelle von 1451); zuweilen auch mehr qualitativ gefärbt, s. C 1; alem. noch heute für 'hochschwanger' Staub-Tobler 2, 689; grobes leibes seyn 'obd.' Adelung; vgl.grob schwanger unten 2 a; von thieren 'stark, grosz'; schon bildlich: solch grobe fisch (fette opfer) han sie gefangen mit büberey und bösem garn Burk. Waldis Esopus (1565) 203; gerade in dieser verbindung noch heute in manchen maa., vgl. Schröer nachtr. 30; weindroschel und ander grobe vögel (im gegensatz zu finken und lerchen) Mathesius Sarepta (1571) 175b; von groben und kleinen vögeln insgemein Aitinger jagd- u. weydbüchl. (1681) titelbl.; ses hunde starck unde grof Reinke de vos v. 336; grobe ochsen wilder art Spreng Ilias 93a; doppelsinnig (vgl.F 1 a): feist land gibt grobe ochsen Petri d. Teutschen weish. 2, O o o 8a; ein rudel lauter starcke oder grobe sauen Döbel neueröffn. jäger-pract. 1, 25, und so noch heute in der jägersprache; grob wildpret = schwarz w. Heppe wohlred. jäger (1763) 153b; etwas anders (mit hinneigung zu E 3): (des esels) gebein ist gantz dünn, .. dieweyl es sunst so ein grob thier Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 41a; 'derb, stark, fett, vom vieh' Fischer schwäb. 3, 844; ähnlich. im schweiz. B@1@cc) auch wo das adj. sonst von körperlichem gebraucht wird, in erster linie zur bezeichnung der masse, des rundumfangs: mein minster finger der ist grobere (grossior) dem rucken meins vatters erste dtsch. bib. 5, 297 (3.n. 12, 10); ebenso noch heute in der ma.: (der geschwollene finger) isch fasch d's halben gröber es d'r anger; ärmlisgrob so dick wie ein kleiner arm Staub - Tobler 2, 688; me nimt e achs u geit u bätzget im holz a mengem grobe baum bibl. ält. schriftw. d. Schweiz I 5, 196; (die trutznachtigall) sich setzt an grober eichen Spee trutznacht. (1649) 4; grob holtz du gros bois Duez nomencl. (1652) 87; grobe stöcke auszreuten Petri d. Teutschen weisheit 2, Z 7a; gern bildlich im hinblick auf die bedeutung F: ich sehe wol, ich musz mit den pawrexten ubir die groben bloch kummen Luther 9, 741 W., nach dem sprichwort: zu groben blochen gehört ein bawernaxt Lehmann floril. polit. 1, 350; auf einen groben ast gehört ein grober quast Gottsched vers. einer crit. dichtkunst 76; vgl. Schambach 69a; heute gewöhnlich: auf einen groben klotz gehört ein grober keil teutsche sprichw. (1790) 59; schon benutzt von Henrici: grobe klötze musz man keilen ernst-, scherzh. u. sat. ged. 3, 476, aber anscheinend noch älter: den groben Schmidelinischen klotzen muosz man grob keyl aufsetzen Nas antigratulatio (1568) 33a; gelegentlich auch: auf ein grob holtz gehöret ein grober keil Spanutius (1720) 595; auch grobe späne, an sich nur 'dicke, starke späne', in verschiedentlich übertragenem gebrauch: der (noch unerzogenen) jugend die groben späne abhauen u. ä. s. span th. 10, 1, 1866 f; von ungeschickten reden und schriften sagt man: es seind grobe hobelspän .. es seind grobe brocken, die ein starcken magen zu verdawung bedörfen Lehmann florileg. polit. 1, 373; der alt wolf het ein schaf zu bissen, .. er schlang es auf bey groben flecken Burk. Waldis Esopus 1, 22 Kurz; so bleiben die groben kolen .. in dem sieble Ercker mineral. ertzt (1580) 9b; die bynnerste muyre, die gar dick was mit groeuen steynen off gemuyrt pilgerfahrt d. ritters v. Harff 67; sie (die liebe) spottet grober mörsersteine Stieler geharnschte Venus 8 ndr.; die ähren von besondrer grösse, gefüllt mit groben körnern Brockes ird. vergn. 7, 401; dabei heulender wind und grobe flocken Bismarck br. a. s. braut und gattin 14; aber wirklich lebendig in neuerer sprache nur in fällen wie: fast immer enthält es in feineren oder gröberen theilen schwefeleisen Humboldt kosmos 3, 614. B@1@dd) weiterhin, mehr oder minder technisch, von den verschiedenartigsten künstlich erzeugten gegenständen: grober draht dicker dr. Krünitz 20, 106; mit ayner groben oder dicken saitten bezogen Virdung musica getutscht j 3b; grobe säge die grosze zähne hat Kramer teutschital. 2, 410b; ebenso grober kamm Frischbier 1, 254b; vgl.kemme den kopf für erst mit groben, darnach mit den kleinen zänden nomencl. lat. germ. (1634) 335; cribrum loliarium ein grobe sieb 362; grober pensel Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 1, D 3b; drei gebiete sind besonders hervorzuheben: <span class="spaced">schrift und druck: eine grobe feder penna cuspide crassiori nomencl. lat. germ. (1634) 289; auch in verschiedenartig pointierter übertragung: hie hab ich grobe fedren gschnitten Scheit Grobianus v. 98 ndr.; Scipio sey nur von der groben feder des Ennius gerühmet Lohenstein Armin. (1689) 1, 233a; je nach der federstärke kann man rein oder grob schreiben escrire menu ou gros Duez nomencl. (1652) 151; er .. schreibt drauff (auf die tafel) mit deutlichen, groben buchstaben Luther 19, 390 W.; grobe, fette schrift carattere grosso Kramer teutsch-ital. 2, 655c; die drucker nennen verschiedene typenstärken kleine, grobe canon, sabon u. a. Täubel buchdruckerk. (1791) 1, 172; ausser dem .. gesangbuche, welches jährlich in grobem und feinem drucke aufgelegt ward Nicolai Nothanker 1, 20; in Zürich werden reini u. grobi bettagsbüchlein herausgegeben Staub-Tobler 2, 689; auch die bedeutung E kann hereinkreuzen: ein grob gedrucktes blatt Storm 6, 118. — münze: grobe münze bezeichnet urspr. ganz concret ein groszes geldstück, dann für die hochwertigen münzsorten im gegensatz zur scheidemünze: an dicken groschen, groben talern Burk. Waldis Esopus 1, 406 Kurz; was gute grobe müntz ist, als taler und neuwe reichsgüldner Ercker mineral. ertzt (1580) 25a; 300 thaler in groben münzsorten Göthe IV 35, 29 W.; wenn die Engländer grob und klein geld in éinen beutel legen Hippel über d. ehe (1792) 77; ebenso alt auf nd. boden: in guden golde unde grouen suluergelde quelle von 1474 bei Schiller-Lübben 2, 150a; von den maa. kennt noch heute das alem. grobs (geld) grosze (silber)stücke im gegensatz zur münz, zu chlīnem Staub-Tobler 2, 689; hat weder grobs noch münz ebd. (17. jh.); vgl.müntz für grob geld wechseln Kramer teutsch-ital. 2, 80c. — geschütz: das adj. bezeichnet hier urspr. wohl die stärke des rohres (vgl.grober baum u. ä. unter b), dann das grosze geschütz: mit zwölf groben stücken Chemnitz schwed. krieg (1648) 1, 130b; namentlich neben collectivem geschütz vom 16. bis ins 19. jh. ganz gewöhnlich: meine herren haben .. etlichs grobs geschütz auf etliche berg fürn .. lassen städtechron. 32, 478; ein platz zu dem uberigen kleinen und groben geschütz Fronsperger kriegsbuch 1, 44a; sobald das grobe geschütz zu spielen anfing G. Forster 2, 198; heute abgelöst durch schwer; nur in der ende des 18. jhs. aufkommenden übertragenen verwendung ist auch heute noch grob möglich: erst wie die .. anklage in ihrer nichtigkeit verpuffte, führte der hauptmann .. sein grobes geschütz auf Fr. L. Jahn 2, 202; vgl.geschütz th. 4, 1, 2, 3976 f. B@22) seit alters auch, auf unsinnliches bezogen, als inconcretes masz. B@2@aa) 'grosz' schlechthin: und in wie tugentlicher art an manigem was ir (Marias) helfe grob pass. K. 690, 23, im mhd. nicht selten, s. mhd. wb, 2, 1, 762a; wan ik hadde bekant eynyghe sake in my, kleyn noch groff Reinke de vos 4333; das zue grob und hoch wetten soll bestraft werden Staub-Tobler 2, 689 (a. d. j. 1595); groben übernutz (wucher) üben ebd. (a. d. j. 1682); eigen: grober herr gnädiger, hochansehnlicher herr Schröer nachtrag 30; ebenso adverbial 'sehr, in hohem masze': (Antonius) horte wol, wie rehte grob uf den bruder trat ir lob väterbuch 2319 Reissenberger; Hans v. Toggenburg, ein wundarzt, der kaisern und küngen grob gedient Staub-Tobler a. a. o. (a. d. j. 1477); mit besonderer färbung: eyner der do grab ritte grandiloquus Diefenbach 268c; dieser fürs nhd. besonders aus dem alem. zu belegende gebrauch hat sich dort bis heute gehalten: grobb lang v. Klein 1, 164; ich han dich grob lieb u. a. Staub-Tobler 2, 690; aber auch im bair. sich grob verwundern, gró' vil, grob guət u. ä. Schmeller 1, 984; zu allgemeinerer, auch schriftsprachlicher verbreitung ist nur gelangt: die damaln auch grob schwanger war Schütz hist. rer. Pruss. (1592) 54b; als Messalina bereits grob schwanger mit ihr gegangen A. U. von Braunschweig Octavia (1677) 2, 62; später zum compositum verwachsen: da sie nun grobschwanger A. Bremer chron. Kiliense 243; grobschwanger von projecten Göckingk an Bürger, br. 2, 19 Strodtmann. B@2@bb) daneben frühzeitig als intensitätsbegriff ungünstiger färbung in der bedeutung 'heftig' oder auch 'schlimm', offenbar unter einflusz der grundbedeutung A; namentlich im älteren nhd. in bunter verwendung: das ist ein grober buff wider unsern kopf Luther 12, 595 W.; en .. strid in St. Peters munster, de so grof unde groth wart Schiller-Lübben 2, 150a; do geschach von den burgern .., die sich verhetzen liessen, ein grober ufflauf uber des pfaltzgraven reth M. v. Kemnat chron. Friedrichs I. 53; umb dise zeit .. gieng abermalen allenthalben grob jamer, krieg, verwüestung .. empor v. Brandis landeshauptl. v. Tirol 14; die grobe maltzei Sebiz feldbau (1579) 394; ebenso adverbial: (er) traf des helden schiff so grob, das es sich halb von ander klob Teuerdank 153 G.; stiesz er mit dem fusz so grob wider die thür, dasz sie ausz den angeln fiel Amadis 176 lit. ver.; losz sie (die anfechtungen) kommen, wie grob sie wöllen Keisersberg bilgersch. (1512) 56c; wodoch ik byn gheschendet groff van Reinken Reinke de vos v. 872, vgl. 3250, 4236; mit dem hiet er got aufs gröbist gelestert Berth. v. Chiemsee teutsche theol. (1852) 70; was dörfen sie sich dan also grob an irem vatterland vergessen Fischart ehzuchtbüchl. 122, 19 Hauffen; ich dich so offt und grob erzürnet hab Spee güld. tugendb. (1649) 30; der traumgott hatte sie im schlaafe grob erschrekkt Stieler geharnschte Venus 120 ndr.; neben witterungserscheinungen vermuthlich älter als die belege erkennen lassen: offt musz sich der sonnenschein noch im gröbsten donner zeigen Schmolcke sämtl. trost- u. geistr. schr. 1, 95; na hat er gschickt an groben wind K. Stieler ged. 1, 18 Reclam; vgl.so oft sie (die nerven) aber ein grober sturmwind schlägt Börne 9, 29; so empfindet man heute auch grobe see heftiger seegang v. Alten handb. f. heer u. flotte 4, 392, urspr. ganz eigentlich 'grosze, hohe see'; vgl. die see begunte hohl und grob zu gehen Andreas Müller denkwürd. reisen (1678) 118a; grobe see = hohl wasser Bobrik 319. B@2@cc) je später, je mehr schränkt sich diese verwendung des adj. auf bestimmte begriffsgruppen ein: der mit groben toidsunden beladen was Wigand Gerstenberg chron. 207; thu weck dein grobe sünd und schuld! H. Sachs 1, 230 Keller; in älterer sprache ungemein häufig; mit leichter färbung nach D 4: (eine einkleidung, der) durch die gröbsten versündigungen gegen die sitten und das costüme von Indien widersprochen wird Schiller 6, 11 G.; gröbere vergehungen und laster Eschenburg theorie 83; mit den gröbsten verbrechen Kretschmann 2, 14; sie bekennen, dasz sie grob gesündiget .. hetten Reinicke fuchs (1650) 347; wie grob auch ein mänsch fehlet Moscherosch gesichte (1650) 1, 67; im hause hielt uns .. ein respectus quasi parentalis .. von groben excessen ab Leipz. avanturieur (1756) 1, 76; wenn ein grober unfug eine bestrafung .. erforderte Fontane I 1, 71; wegen .. groben miszhandlungen Göthe IV 34, 122 W.; es haben .. auch andere nationen ir sondere gröbere vitia Scheit Grob. 4 ndr.; mit allen ihren eigenheiten, lächerlichkeiten, abgeschmacktheiten, auch wohl gröbern fehlern Miller ged. (1783) anh. 456; auf einer andern linie liegen: dasz ichs für grobe thorheit halt, wer gschlagen sein will mit gewalt Scheit Grob. v. 1586; darumb sehr grob gewisz ist deren unverstand Weckherlin ged. 1, 436 lit. ver.; aus diesen durch grobe unwissenheit und einbildung veruhrsachten fehlern Zesen verm. Helicon 1, 7; jung: grobe unvorsichtigkeit Hebbel I 3, 54; grobe fahrlässigkeit wechselordnung art. 74; 'crass': grober eigennutz Novalis im Athen. 1, 95; als ich ihn des groben undanks zieh Collin Regulus 119; ein grober handwerksneid Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrs. 5, 126; in andern fällen klingt die bedeutung F 5 b mit an: weil er .. gegen seine heiligkeit eine grobe verachtung zeigte Göthe 43, 310 W.; so wäre es eine .. grobe unhöflichkeit Gottsched dtsch. schaub. 2, 87; der wohlstand wird zu grob verletzt Stoppe Parnasz (1735) 271; jung: bei einer thätlichen oder groben wörtlichen beleidigung Spielhagen 2, 342; eine grobe injurie K. Fr. Cramer Neseggab 1, 173; (er) greift darum zu den gröbsten schmähungen Melchior Meyr erzählungen a. d. Ries 1, 62; wie überhaupt neuere sprache eine superlativische verwendung liebt: die gröbsten gegensätze Herder 17, 231; dem vorwurf der gröbsten inconsequenz Schleiermacher I 5, 54; die gröbsten vorurtheile Bremser medic. parömien 124. B@2@dd) im gefolge von c auch mit persönlichem regens: einen groben sünder Treuer dtsch. Dädalus 1, 2; dagegen mit hinneigung zu C 4: das evangelium kan leychtlichen mit offenen und groben sunderen umbgehn Luther 9, 539 W.; wie er türstig hie und dort als ein grober dieb vielen raub zusammen trag Reinicke fuchs (1650) 25; ein grober pferdedieb 149; aufenthaltsort der gröbsten verbrecher W. grimm an Dahlmann, briefw. 1, 528; wie der gröbste missethäter Schubart br. 2, 68; anderes vereinzelt: das war einem groben enthusiasten wie mir ganz übrig Pückler briefw. u. tageb. 1, 92. B@2@ee) es (zu) grob machen, treiben u. ä. 'zu weit gehen', in verschiedener anwendung: ob wir es zu grob hetten gemacht, so solt ir es für einen schimpf versten fastnachtsp. 1, 329, 6 K.; nun mochtens auch der stedte soldener etwas zu grob machen Cyr. Spangenberg chron. (1614) 143; anders: also gedachte er auch immerdar, er hette es mit seiner verschreibung zu grob gemacht volksb. von dr. Faust 118 ndr.; vgl. dazu er hat es grob gemacht graviter peccavit Steinbach 1, 645; der löwe trieb die tyranney so grob, dass ihn das volk verjagte Pfeffel poet. vers. 6, 196; kommt es aber doch einmal (wie wir zu sagen pflegen) zu grob erzherzog Johann an Prokesch-Osten, briefw. 61; von aufschneiderischem erzählen: andere machten es noch gröber Holston u. Augusta (1780) 10; hoho, das ist zu grob und unwahr, unterbrach Alexander den erzähler E. Th. A. Hoffmann 6, 133 Grisebach; seass batze vorsz hinkel is meir sze grob zu stark, teuer Pfister 1. ergänz. heft zu Vilmar 13; in ähnlichem sinne ist auch ein attributiver gebrauch möglich: eine grobe (übertriebene) forderung; die grobe schusterrechnung G. Freytag verl. handschr. 2, 142; vgl.es (das publikum) wurde nur gröber und ausschweifender in seinen forderungen Lichtenberg verm. schr. (1800) 1, 68. CC. andere gebrauchsweisen haben das gemein, dasz bei ihnen der maszbegriff mehr oder weniger umgewandelt ist in einen wertbegriff. C@11) aus 'dick, stark' wird 'fest, gut': nîmant setzit în einen schrôten grobis tûches in ein alt cleit Beheim evang. buch, Matth. 9, 16; und so noch in moderner ma.: das tuech ist grob hat gute qualität, ist solid Staub-Tobler 2, 689; grobi arbet solide, starke arbeit ebd.; vgl. das sprichwort: was grob ist, das ist starck und bricht nicht bald Lehmann florileg. polit. 1, 373; grobé glidə' starke glieder Schmeller 1, 984; so wird aus grob corpulentus (s.B 1 b) groff van licham robustus Diefenbach 499c; ist der mensche nicht vast grop und gross und starcker natur, so nim auf ein mal ½ quartir ader minner Pfolspeundt bündth - ertznei (1460) 148 Häser-Middeldorpf; (ein mittel) nicht für jederman, sonder allein grobe harte leut Gäbelkover arzneibuch (1595) 1, 214; ähnlich im alem. noch heute, s. Staub-Tobler a. a. o.; doch ist im ganzen dieser gebrauch selten. C@22) gewöhnlich zur bezeichnung schlechterer qualität: was dicker, stärker, aus gröszeren bestandteilen zusammengesetzt ist, gilt als geringwertiger; auch hier schimmert stellenweise die bedeutung A 'uneben, rauh' durch (s. besonders b, c, auch e); so besonders bei bestimmten begriffsgruppen: C@2@aa) von nahrungsmitteln: grob brot secundarii panes Diefenbach 523c, zunächst einfach das aus gröberem mehl hergestellte brot; aber frühzeitig in abschätzigem sinne, namentlich vom schwarzbrot gegenüber dem weiszbrot: ... grob brot schwartz gleich wie ein kol Scheit Grob. v. 2737 ndr.; der von jugend auf schwartz grob brodt gessen und hernach zu guten weiszbrodt kommt Lehmann florileg. polit. 1, 54; grob brod, dünne bier, lange meilen bezeichnet das sprichwort als eigenthümlichkeit Westfalens Tappius adag. (1545) 29b; vgl. schon Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 21a; Diefenbach 632b s. v. Westualus; ganz entsprechend in älterer sprache häufig vom fleisch: (des büffels) fleisch, so er auch gleych jung, ist grob Herold-Forer Gesners thierb. 32b; (der schwan) hat ein ungeschmack fleisch, ist schwartz und grob Lehmann floril. polit. 2, 728; groff fleisch dat is zu verstaen koefleisch ind hamelfleisch Schiller-Lübben 2, 150a; ähnlich: grosse wasser haben grosse, grobe und undäuliche fische fischbüchl. 14; datteln ist ein grob undäwige frucht Ryff confectbuch (1548) c 6b; grobe speise, gemeine speise cibo grosso Kramer teutsch-ital. 2, 855c; (leute) denen die köstliche trachten nicht meh schmacken und darfür an schlechter und grober kost iren lust büsen Fischart ehzuchtb. 200, 9 Hauffen; ganz ebenso schon mhd.: mit kost sô grobe Nic. v. Jeroschin preusz. chron. 6287 Strehlke. C@2@bb) von gesponnenem und gewebtem. auch hier zunächst ohne ungünstigen nebensinn 'dick, derb': auch hat die hart woll mit einem groben faden .. ein groszen werdt Eppendorf Plinius (1543) 83; eyn beuteltuch .. von starcker grober leinwaht gemacht Sebiz feldbau (1579) 390; oft aber und neben manchen substantiven vorwiegend mit dem beisinn des geringwertigen, gewöhnlichen; zuweilen spürbar unter dem einflusz der bedeutung A: nicht nur die dicke, auch die unebenheit und rauhheit des fadens oder des gewebes bedingt die mindere qualität: grob, ungebutzt garn, daraus die seil oder stricke werden Decimator thesaurus (1615) register; einer groben zwilch an ein purper kleid negen wolte Caspar Hedio chron. germ. (1530) a 1a; grobe cattune Göthe 25, 116 W.; kamelotte, chalons und allerlei gröbere wollene zeuge G. Forster 4, 91; man findet weiber, denen auch ein grob geringe thuch wol anstehet Barth weiberspiegel (1565) V 1a; (es) muste für jedes pfund fremdes tuch, ohne rücksicht ob es fein oder grob war, 40 xr. mauth bezahlt werden Nicolai beschr. e. reise (1783) 2, 489; auch bei kleidungsstücken in älterer sprache manchmal einfach 'dick': wullen vel grof wynter cleit Diefenbach 34b s. v. andromoda; vgl. toga crassa ein grober dicker rock Frisius dict. (1556) 340b; gewöhnlich aber in abschätzigem sinne: Esopum .. in einer groben juppen (solum cilicio amictum) Steinhöwel Äsop 44 lit. ver.: in einem groben bawrenrock Joh. Arnd Thom. a. Kempis (1631) A 6a; ein alt, schwartz, grob, zerlumbd hembde Schoch stud. leben (1657) E 3b; im bilde (vgl.F 2): die gleichmäszige höflichkeit, welche der conducteur dem feinen mantel und der groben blouse angedeihen läszt Laube 4, 121; anscheinend von hier aus übertragen gelegentlich auch bei anderen kleidungsstücken: ich hab das erst piret verwechselt, dann es war grob Dürer tageb. (1884) 81; dein groben paurenschuoch zeuch ab Scheit Grob. v. 683 ndr.; die wendung grob (garn) spinnen vielfältig in sprichwörtlichem und bildlichem gebrauch: ausz grobem flachs kan man kein subtil garn spinnen Petri der Teutschen weisheit 2, K 2a; hat man grob garn gesponnen, so gibts grob tuch Lehmann floril. polit. 2, 761 (unter 'sünd'); der teufel ist subtil und spinnt doch grob garn d. h. richtet böses an, ebd. 766, vgl.garn I 5 a, th. 4, 1, 1, 1364; anders ich soll kein grob garn nicht spinnen Voigtländer oden u. lieder (1642) 5, d. h. incondite, putide loqui, zahlreiche belege unter spinnen II 3, th. 10, 1, 2523; s. auch unten D 4 b. C@2@cc) darüber hinaus auch sonst mannigfach bei stoffbezeichnungen, namentlich in jüngerer zeit: granit, .. grober marmor Kinderling reinigk. d. dtsch. spr. 176; eine kleine urne aus grobem thon Hiller v. Gärtringen Thera 2, 37; mit feinem gold wird grobes überzogen W. Müller ged. 301 Hatfield; der den zaun aus grobem holze zimmert Hölderlin 2, 136; straffes grobes haar (bei den eingeborenen Amerikas) Peschel völkerk. 97; hut aus grobem stroh Holtei erz. schr. 7, 157; grobe waaren 'welche von schlechter würde, häufig zu haben, schwer von gewichte, schmutzig im umgehen .. sind' Krünitz 20, 106; vgl. allg. haush. lex. (1749) 3, 627; grobe gusswaren handwb. d. staatswiss. 23, 482; grob kramerpapier Hulsius (1618) 2, 78a; ebenso spricht man von grobem glas, porzellan, leder u. a.; hierher auch aus der sprache des bergbaues grobe gänge, das sind erzadern, die grobe geschicke, d. i. minderwertige erze führen Minerophilus bergw. lex. (1730) 311 f.; vgl. Lueger 3, 794; gegentheil edle geschicke, vgl. geschick II 6 d, th. 4, 1, 2, 3874; vergleichbar schon im mhd.: du bist vor andern furstin alse ein edil gesteine undir den grobin steinen leben d. hl. Ludwig 38, 33; auch uneigentlich: das vergnügen des experiments hat .. den bessern theil meines bluts wachend erhalten und den gröbern eingeschläfert Bode Yoricks reise (1768) 1, 71; (dem dichter) kommt es zu, das vortreffliche seines gegenstandes .. von gröbern .. beymischungen zu befreyen Schiller 6, 323 G. C@2@dd) weiterhin, indem als vergleichsobject nicht mehr eine bessere qualität desselben stoffes zu denken ist, sondern andere stoffe besserer qualität, 'gemein, gewöhnlich' schlechthin; namentlich im älteren nhd. häufig: der sammet und die seiden dein das ist grob hew und windelein Luther bei Wackernagel kirchenl. 3, 23; (Pauli episteln) schmöckend mir glich wie grob distlen N. Manuel v. papst u. s. priestersch. v. 284 B.; (der verlorene sohn) aus dem kübel frasz träber und des groben grasz Mittler dtsche volkslieder 367; daz sie (Adams kinder) der groben erden gleich an irem leib gedemütigt .. sollen werden Jac. Strausz christl. unterricht (1523) a 2b; die mutter hat dich nicht mit grober milch erzogen, die musen sind dir mehr, als du begehrst, gewogen Neukirch ged. (1744) 196; mit grobem zinn .. bedient man ihre tafel Schiller 12, 401 G.; ähnlich: ein binsenhalm ist mir (zum blumenbinden) .. zu dick und zu grob Fontane I 5, 192. C@2@ee) so schlieszlich auch von tätigkeiten; grobe arbeit und dgl. heiszt zunächst nur 'derbe arbeit' und braucht nicht abschätzig zu sein: unser son Claudius ist einer kleinen stärck, derhalben er zu keim groben handel zu gebrauchen ist buch d. liebe (1587) 7b; die zu einem guten groben handwerck .. bäser gewidmet wären als zu bücheren Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch (1647) vorrede 7; aber, indem sich mit der vorstellung gröszerer masze wieder der begriff des rauhen verbindet, frühzeitig auch mit qualitätsurtheil, ähnlichen sinnes wie grobe waren oben c: zuo dem buw der erden und grober erbeit syn sie geschickt Breidenbach heil. reisen (1486) 94b; nicht also, das man hinder dem ofen sitze und kein grobe arbeit thue Luther 30, 1, 145 W.; vom handwerk auf den handwerker übertragen: wenn grobe schmide bey dem Bober das wolten thun was doctor Cober Zinkgref auserl. ged. 24 ndr.; bildlich (im spiel mit F 6): das (wort gottes) wyrt .. sich nicht entsetzen fur solchen groben schmiden Luther 12, 94 W.; anscheinend nur gelegenheitsbildung eben in geringschätzigem sinne, nicht schlichte handwerksbezeichnung; vgl. grobschmied. DD. in andern fällen wird grob vom quantitätsbegriff 'dick' zum consistenzbegriff 'dicht'; aber nicht in der breiten ausdehnung wie das adj. dick (s. th. 2, 1075 f.), sondern nur in einigen gebrauchsweisen, die eine herleitung aus der bedeutung 'dicktheilig' (B 1 a) nahelegen. D@11) bei flüssigen körpern 'dickflüssig, verdickt': das ist (in der rotwurst) nicht allein dünne blut, sondern auch gelievert (geronnenes) und gekocht, ein seer grob blut Luther 50, 527 W.; disze thyer seind die stercksten, die ein grob geblüt, die kluogsten, so ein subtil bluot .. haben Eppendorf Plinius (1543) 220; die leber sendet durch die adern in leibliche glid grobe feuchtikait Berth. v. Chiemsee teutsche theol. (1852) 186; lema, die butzen der augen aus grober feuchte entstehend Garth lex. lat. germ. graec. (1657) 448b; (die krankheit wird) dardurch kälter, gröber und unflüssiger Seutter hippiatria 29; auch ist grosse underscheyd der weine an irer substantz der lauterkeit. wann etlicher ist gar subtile, etlicher wesserig, etlicher irdisch grob, etlicher mittelmessig Petr. de Crescentiis (1531) 57b; im 16. jh. eine stehende wendung: sie soll auch oft roten groben wein trincken Wirsung arzneibuch (1588) 548d; (zum granatwein) pflegt man unzeitige granatäpfel .. in eyn omen groben schwartzen weins einzulegen Sebiz feldbau (1579) 528 (umsetzung in die bedeutung C?); wo die jüngere sprache noch ähnliches hat, drängt sich der abschätzige sinn von C wieder vor: das grobe, dicke deutsche blut benahm mir alle kraft und muth Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrs. 1, 611; wann anders nicht unordnung, grobe säfte ... den leichten umlauf des geblüts verhindern v. Loen ges. kl. schr. (1749) 1, 9; von hier aus läszt sich auch die anwendung auf compacten, fetten, schweren erdboden verstehen: wa grob, weych, fett oder wässerig erdtrich, als gemösz und súmpfige ort Ryff spiegel d. gesundheit (1544) 8b (gegensatz: da .. das erdtrich dürr, subtil, hart und trucken ist); vgl.grob land fetter boden Hertel Thür. 110. D@22) ebenso von gasförmigen körpern; medicinisch: es (das heilwasser) leget alle wehetagen (des kopfes) und zeucht die grobe dünst ausz Gäbelkover arzneibuch (1595) 1, 12; da samlen sich .. viel dünste und grobe qualme, welche hernach ins gehirn steigen Prätorius anthropod. pluton. (1666) 1, 26; die groben bläst in dem gedärm löszt er auf Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 30b; atmosphärisch: der nebel kümt von wäzzrigem grobem dunst Konr. v. Megenberg buch d. natur 95, 15; der lufft des lands, wiewol er feucht und grob, so ist er nichts desto weniger .. gesund Federman Niderlands beschr. (1580) 7; die grobe luft nennet man aërem, .. die feinere heisset aether Mattheson vollk. capellmeister (1739) 10; ein recipient, daraus .. Guericke zu Magdeburg die grobe luft gepumpet Leibniz dtsche schr. 1, 268; auch hier wieder verändert erst die jüngere zeit den begriff nach C: eine grobe ungesunde luft Krünitz 20, 106. von hier aus wird sich die bedeutung 'dunstig, trübe' entwickelt haben: so offt du die gemainen stern dick tunckel und grob sichst, bedeut allwegen ändrung des wetters Reynmann wetterbüchl. 3 ndr.; ist der mon schwartz oder grob, bedeut ain kalten lufft und regen ebd. 9. D@33) ein besonderer bedeutungszweig ergibt sich daraus, dasz das vergleichsobject ins unsinnliche gerückt wird; grob bezeichnet dann unterschiedliche grade der annäherung an das rein geistige, auch abstufungen innerhalb des geistigen selbst. D@3@aa) 'körperhaft': toh nesint sie (demones) sô gerobes lîchamen (quelle: corpulenti), daz sie gesihtig sîn menniskôn Notker 1, 819, 2; der leichnam (wird vergleichen) der erden, wann er ist grob und begreifleich Albr. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) A 1a; je später je häufiger zur bezeichnung der materie gegenüber dem geistigen als dem feineren: indem der cörper etwas gröberes, beschwerlicheres, plumperes ist als der geist Bodmer abhandl. v. d. wunderbaren (1740) 33; die gottheit ist in eine grobe erdgestalt verschattet Lavater physiogn. fragm. (1775) 1, 4; zu fein .. und zu überirdisch sind die religiösen geister geworden, als dasz man sie unmittelbar an die grobe erde binden .. könnte E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 2, 95; vgl. weiterhin: um nun das herabfallen in die gröbere körperlichkeit zu verhindern, ist die kontemplation .. als mittel angegeben Hegel 13, 152; ich glaube nicht an gespenster, die mehreren zugleich einen groben sinnlichen spuk vorgaukeln Holtei erz. schr. 3, 126; der grobe materialismus des plumpen handwerkers Wieland Agathon (1766 f.) 1, 261; oder das adj. charakterisiert die sinnlichen functionen des menschen gegenüber den geistigen: in der gröbsten sinnlichen wollust empfinden wir noch, dasz wir mehr als körper sind Hegner ges. schr. 5, 298; vergnügungen der phantasie .., die dem verfeinerten erdenbürger so viel mehr als die gröbern freuden der sinne gelten J. J. Engel schr. 2, 232; liebe .., von der groben sinnlichkeit geläutert Herder 15, 312; (die dichtkunst ist) freilich kein den groben hunger stillendes nahrungsmittel Kretschmann 2, 11; oder es statuiert innerhalb des sinnlichen unterschiede der körperhaftigkeit: dasz die erinnerung der empfindungen desto schwächer ist, je gröber die sinne sind, durch welche sie erweckt worden Gerstenberg recens. 21 lit. denkm.; bei denen sinnen, die man die gröbsten zu nennen pfleget Herder 22, 34; der gröbere sinn, das auge, hatte also doch auch seinen antheil Bauernfeld 2, 38; (das volk) fühlt an statt des triebes nach ehre nur die triebe, die .. die gröbsten der sinne vergnügen Haller Alfred (1773) 114; oder es malt innerhalb des gedanklichen unterschiede der entfernung vom materiellen: diese grobe vorstellungsart wollte feineren geistern nicht gefallen Göthe II 5, 1, 430 W.; so grob diese sinnliche vorstellung auch ist v. Schubert verm. schr. 2, 37; die groben materialistischen begriffe von einem mechanischen handeln Fichte 2, 155. D@3@bb) darüber hinaus auf allen gebieten des abstracten für das handfeste, derbe gegenüber dem feineren; schon älterer sprache möglich: (der mensch) stat sin (gottes) doch lidig in diser grober nemunge, wan er hat ein nehers begrifen Seuse dtsche schr. 182 B.; würt gott ümb unser sach geert, .. sölch thörlich götlich lieb wer grob Schwartzenberg Cicero (1535) 131b; aber erst seit dem späteren 18. jh. in der heutigen bunten verwendung: einmal gab das publikum .. einem recht groben sophism seinen herzlichen beyfall Göthe III 1, 223 W.; es ist .. ein recht grober kitzel des egoismus Fr. Schlegel im Athen. 1, 2, 30; ob wir gleich uns sehr hüteten nicht zu lügen und im groben sinne falsch zu sein, so waren wir es doch im zartern Göthe 25, 237 W.; aller bemühungen des groben und feinen unglaubens ungeachtet Lavater auss. in d. ewigk. 3, 146; nur musz man die zarte stimmung dieses schönen gesprächs (Platos Ion) nicht so grob nehmen wie gewöhnlich Fr. Schlegel 3, 17; stark, laut und grob müssen die eindrücke .. seyn, um gemeinen köpfen vergnügen zu verschaffen Zimmermann einsamk. 1, 42; ähnlich auch in der häufigen verwendung: dörfen sie wohl solche grobe kunstgriffe zu hülfe nehmen? Gottsched dtsche schaub. 1, 306; (auf das volk wirken) durch die gröbsten mittel schr. d. Göthegesellsch. 9, 239. D@44) andere gebrauchsweisen sind dadurch gekennzeichnet, dasz sie das hauptgewicht auf den besondern grad von wahrnehmungsfähigkeit legen, der einem handfestern, derbern object innewohnt. D@4@aa) grob ist, was das verstehen erleichtern will; 'handgreiflich, drastisch', auch 'deutlich, allgemeinverständlich': und wil dich einen verren anblik lâzen tuon nâch einer groben glîhnüsse Seuse in Wackernagels leseb. 51, 1225; ein grob byspil hör Zwingli freiheit d. sp. 28 ndr.; das mus ich mit eym groben gleychnis eynbilden Luther 18, 397 W.; das mus ich ein wenig grob ausstreichen, das mans verstehe 30, 1, 133; byn ich yhn schuldig .. aufs grobist und klarlichst unterricht zcuthun 9, 229; ist aufs erste .. eyn grober, schlechter, eynfeltiger guter catechismus von nöten 19, 76; ähnlich noch heute im alem. e grobi bredig Staub-Tobler 2, 690; ego volo aufs grobst deudschen Luther 27, 505 W.; das ist localiter darvon geredt und subtylich. nun wöllen wir laicaliter und grob davon reden Keisersberg Mariä himmelf. (1512) 8d; und so bis ins 18. jh.: agam pingui Minerva ich will grob von der sache reden Spanutius (1720) 498; ein nachhall dieses gebrauches liegt vor in fällen wie: eine gute art .., wie man den menschen die wahrheit fein zeigen mag, ohne sie ihnen grob ins gesicht zu sagen Aurbacher volksbüchl. (1835) 67, wo heute freilich der sinn F 6 b vorwiegt. D@4@bb) grob ist auch, was sich dem erkennen nicht entziehen kann; 'augenfällig, am tage liegend, plump': aber dieweil dein bubenstück liegen am tag so grob und dick Fischart nachtrab v. 254 Kurz; zwen teufel, die das recht verderben; einer heist trug und list, der machts grob Petri d. Teutschen weisheit 2, C c 7a; er stahl ... auf eine so grobe art, dasz er ... flüchtig werden muszte F. M. Klinger 3, 85; er wird sie nicht offen und grob anfeinden Justi Winckelmann2 2, 164; ähnlich: solche stucklin heysse ich nicht eynen subtilen, sondern groben, greyflichen teufel Luther 19, 122 W.; der ... gottlosigkeit dreyerley, eine gar grobe, scheinbare und greifliche Dannhauer catech. milch 1, 124; namentlich bei bestimmten begriffsgruppen: sy .. liegent .. so .. grob, das man es mit henden greyfen mag Philad. Regius von luth. wunderzeichen (1524) A 3b; dieser groben lüge konnten sie glauben schenken? Schiller 5, 2, 417 G.; der gantz grob, offentlich betrug .. des ablas Luther 18, 255 W.; (er) bemitleidete die andern, die sich so grob täuschen lieszen E. Th. A. Hoffmann 1, 47 Grisebach; doch solchem groben gaukelspiel erliegen! Schiller 13, 272 G.; etwas anders: wie man sonst die oper, eben wegen ihrer groben unwahrscheinlichkeit, lächerlich machen wollte Göthe 47, 260 W.; (die kirche) irrt so fast und so grob, dasz es ouch die heiden .. wol wüssend Zwingli dtsche schr. 1, 140; ähnlich empfunden: iedoch weil ein ieder grober und sichtbarer fehler des feindes .. verdächtig seyn soll Lohenstein Armin. (1689 f.) 2, 1062a; von schmeicheleien u. dgl.: sie haben ihm grob genug geschmeichelt G. Freytag journalisten I 1; es ist kein grobes kompliment, aber eine wahrheit br. von u. an Herwegh 19; vgl. gut, ich will verwegen sein und ihr mit kecker stirn den gröbsten weihrauch streun Körner 4, 16 Hempel. auch das bei bildlichem gebrauch stark schillernde grob spinnen (vgl.C 2 b) ist manchmal hierher zu stellen: wollt ir ewrs liegens werden fro, so bleibt hie niden bey der erden, ... denn wenn irs all zu grob wolt spinnen, werd irs zuletst nit fedmen können Burkard Waldis Esopus (1555) 193a; dein gespinst von trug und tücken ist zu grob Weber Dreizehnlinden (1907) 323. D@4@cc) aus b entwickelt sich frühzeitig eine andere, klar unterschiedene bedeutung, die den sinn ins quantitative rückt: die grobe lüge, irrung usw. wird aus der durchsichtigen zur starken, krassen; in neuerer zeit der vorherrschende gebrauch: ich halte diese zeitung für lauter grobe, erdichtete, schändliche lügen Rist d. friedejauchzende Teutschland (1653) 62; indem er nun die Deutschen mit der groben lüge zu bethören hoffte, dasz es ihm um die rettung ihrer glaubensfreiheit zu thun sei Moltke schr. u. denkwürdigk. 2, 185; weiberlob betrüget grob Binder 210; aus furcht, vom müller .. grob übervortheilt zu werden Körte sprichw. XVIII; dasz die, so da vermeynen zum mehrsten wissen, vielmals zum gröbsten fehlen Amadis 38 lit. ver.; (ein gemälde) wo sie (die perspective) mit den gröbsten fehlern angebracht ist Lessing 10, 265 M.; ein grober schnitzer un error maiuscolo, capitale Kramer teutsch-ital. 2, 633b; werden wenigstens keine groben unrichtigkeiten in den angeführten beweisstellen sein Fr. L. Jahn 1, 26 Euler; verzeihen sie .. den groben irrthum Holtei erz. schr. 5, 55; ähnlich: ein grobes missverständnis A. W. Schlegel im Athen. 1, 2, 64; grobe verwechselung Gerstenberg schlesw. lit. br. 164, 26 ndr.; so berührt sich schlieszlich diese bedeutungslinie mit einer von anderer stelle ausgehenden, s. o. B 2 c. EE. für sich steht ein gebrauch, der grob für dinge verwendet, die nicht den grad von feinheit und ausarbeitung erreichen, der an sich möglich oder zu wünschen wäre; auch diese bedeutungsgruppe veranschaulicht wieder das ineinanderspielen der begriffe 'dick, grosz' und 'rauh'. E@11) am deutlichsten tritt die grundbedeutung 'rauh' heraus in gewissen festen verbindungen der älteren sprache: antiquitas tristis et impexa die spraach der alten grob, ungeziert, unlieblich Frisius dict. (1556) 658b; freilich wird sie mehr oder minder überdeckt von der aus B herzuleitenden 'unförmig, plump': die ausländer .. den groben, klotzigen, ungehobelten teutschen wörteren keine zier beymessen Schottel haubtspr. (1663) 6; dasz eine einfältige grobe sprache der künstlichen den anfang gegeben Morhof unterricht v. d. dtsch. spr. 1, 67; die sprache der leute .. wird friesisch genennet, ist aber nur ein grobes plattdeutsch Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrs. 8, 760; etwas anders: und redeten grob griechisch ein rohes, schlechtes griechisch, türkischer vagant (1683) 59; schlieszlich ganz nach B: (ein gut) das wir mit unserer groben, unbeholfenen sprache glück benennen Tieck schr. 9, 154; ähnliche mischungen bei der altüblichen anwendung: ich vürhte, min gesank dem iuren si ze grop Regenbogen zu Frauenlob, minnes. 3, 345a v. d. Hag.; lesung grober und unzierlicher gedichten N. v. Wyle translat. 8 lit. ver.; ein .. grob gereimtes tractätlin Scheit Grob. s. 7 ndr.; so noch in jüngerer zeit: (die Chinesen) kannten die tonkunst, aber sie war grob und unvollkommen Zimmermann nationalstolz (1758) 61; aber auch feiner: ein weitschweifiges und grobes buch Justi Winckelmann 1, 146. E@22) der neueren sprache ist diese bedeutung am geläufigsten in concreterem gebrauch von allerlei technischer arbeit; der maszbegriff gewinnt die vorhand: grobe stiche nähen Kramer teutsch-ital. 1, 566c; vgl. ein grob geflicktes röckchen Brentano 5, 123; dazu (zur kunstkritik) sind den meisten die nasen doch zu grob gebohrt E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen 1, 150; jedes ungünstigen nebensinnes entkleidet in den mannigfachen ausdrücken wissenschaftlicher sprache wie grob gekerbt, gesägt, gezähnt von blättern Behlen forst- u. jagdk. 3, 501; gewöhnlich rückt in solcherlei verbindungen adv. und part. bis zur composition zusammen, vgl. sp. 407 f.; gern von bildnerischer arbeit: (die Athener) welche das .. Minervenbild als grob und ungestalt verachteten Lohenstein Armin. (1689 f.) 2, 916a; das schnitzbild, welches Phidias sehr grosz und grob gehauen J. E. Schlegel 3, 138; so dasz die münzen der Athenienser gegen jene grob und ohne kunst gepräget erschienen Winckelmann 6, 69; ähnlich empfunden: die groben thürme der Frauenkirche Laube 8, 177; von einfachen gesetzen, so wie von groben gestalten schreitet sie (die natur) ins zusammengesetztere, künstliche, feine Herder 13, 49; in der malerei sind grobe umrisse 'diejenigen, wenn die muskeln mit den sehnen und schlagadern vermengt scheinen, so dasz nichts artikuliert oder ausgesprengt ist' Jacobsson techn. wb. 2, 154a; eine auch in mannigfach übertragenem gebrauch häufige formel: (ein Schiller) welcher — in groben umrissen und aus der ferne betrachtet — einstweilen nichts ist als ein landflüchtiger rebell Kürnberger liter. herzenssachen 92; mit hinneigung zu 4: dasz Herz in den ersten gröbern umrissen seiner toilette genau war Gutzkow ges. werke 3, 274; ebenso wird grobe striche u. ä. meist uneigentlich gebraucht: die etwas rohen und groben pinselstriche unsers autors Göthe 22, 174; W.; personen und zustände mit groben aber deutlichen strichen gezeichnet Scheffel 1, 100; Juvenals gemälde .. haben brennende farben, kühne aber grobe züge Ramler einl. in d. schön. wissensch. 3, 169; man sieht oft in solchen puppenspielen die herrlichsten copien, obgleich im groben, al fresco gemalt Knigge roman m. lebens 2, 6; Plautus malt seine charaktere mit breiten strichen .., immer für die wirkung aus der ferne und im ganzen und groben Mommsen m. gesch.8 2, 434; versurtheiler, die keinen vers, auch nur im groben, vortragen können J. H. Voss zeitm. d. dtsch. spr. 5. E@33) ähnlich von der bildung des menschlichen körpers: grobe glieder, hände membra, mani grosse Kramer teutschital. 1, 566c; eigentlich 'dicke, starke glieder' (so wohl grove ledemate Diefenbach nov. gl. 379b s. v. vertebra), dann aber 'plumpe, derbe, unfeine': ein kleiner dicker kerl, mit groben gliedern Tieck schr. 3, 7; einem psychologen hätte vielleicht schon ein blick auf ihre groben füsze gezeigt Alexis ruhe (1852) 1, 79; mit besonderer note (vgl.F 2): und ihr finger ist vil zu grob, die dorische harpf recht zu zwicken Weckherlin 1, 111 lit. ver.; so soll ihn (den faden) .. mein guter sinn so weit und dünn ausdehnen, dasz ihre groben finger ihn so leicht nicht fassen werden F. M. Klinger 4, 87; namentlich vom gesichtsschnitt: das verbrannte .. gesicht hatte grobe züge Laube 2, 28; grobe wie feine .. gesichtsbildungen kommen untermischt vor Peschel völkerk. 483; auch war ihr gesicht ganz so grob geschnitten wie das seine G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 4; ein ältlicher mann mit einem groszen groben kopfe G. Keller 1, 35; ähnlich schon: ein subtiler lerchenkopf und grober sewkopf sind weit unterschieden Petri d. Teutschen weisheit 2, Y 5b. E@44) öfter mit dem besonderen sinn einer ersten, vorläufigen thätigkeit, der eine feinere, sorgfältigere folgen soll: grob überhoblen Frisius dict. (1556) 443a s. v. dolo; wie er (Moses) auch sonst gemeyniglich von ersten ein ding pflegt grob und obenhyn zu schreiben .., das er hernach besser eraus streichet Luther 24, 48 W.; (es) finden sich überall leute, die das schon so grob oben weg zu machen wissen; musz es doch hernach erst poliren maler Müller 2, 40; vgl. grobhin, -weg; also nur eine grobe skizze der festlichen szenen Pfeffel pros. vers. 5, 125; obgleich mein entwurf grob und unausgearbeitet ist Kant werke (1838) 6, 100; nach einem groben durchlesen bin ich kaum erst an den zweiten feinen gang gelangt Görres br. 2, 263; das elementare: rudimenta grammatices die erste anleitung, das grobe in der gramm. Corvinus (1646) 718; Albinus zeigte nur das gröbere der anatomie allg. dtsche bibl., anh. zu 25—36, 442; vgl.grob gruntlich underwisung rudimentum Diefenbach 502c. hierher auch die vielgebrauchte wendung eine sache aus dem groben (gröbsten) arbeiten u. ä. die äuszerlichste, roheste arbeit verrichten, die der feinen durchbildung vorangeht: die arbeit aus dem groben oder das erste schleifen, 'einreiszen' (bei der glasschleiferei) Karmarsch-Heeren3 4, 61; wenn sie, die Aegypter, die steine aus dem groben gearbeitet hätten H. Meyer gesch. d. bild. künste 2, 28; vielleicht ist diese anwendung auf die arbeit des stein- und bildhauers die ursprünglichste: nur aus dem groben läszt er sich den block durch den arbeiter hauen Fr. Th. Vischer ästhet. 3, 1, 13; dafür auch (vgl. 2 schlusz): zwei von den .. gestalten liesz er dort (in Carrara) schon im groben zuhauen H. Grimm Michelangelo 1, 234; gern superlativisch: die .. baumeister setzten die vollkommensten seulen unten, die nur aus dem gröbsten gearbeiteten in die höhe Lohenstein Armin. (1689) 1, 630b; das untere theil dieser statuen ist nur aus dem gröbsten entworfen Winckelmann 5, 22; nachdem er die platten aus dem gröbsten geschmiedet, schwellen die bilder .. unter seinen feinern schlägen aus dem erzte hervor Lessing 9, 111 M.; aber frühzeitig auch von anderer arbeit: weil ich gleichsam nur mit diesem werckgen eine arbeit aus dem gröbsten gebracht habe J. G. Schmidt gestrieg. rockenphilos. (1706) 1, vorr. 6a; im bilde: die Deutschen sind es .., welche das russische volk .. aus dem groben gearbeitet haben E. M. Arndt 1, 200; eine mit grob C 2 b spielende, scherzende benutzung der technischen formel scheint auch vorzuliegen in der wendung: Ettner machte sich ein wenig aus dem groben legte die überkleider ab Ettner und Eiteritz medic. maulaffe (1719) 844. E@55) andere fälle sind dadurch unterschieden, dasz die an sich ähnliche begriffscontrastierung unter einem andern accent steht: das erste, äuszerlichste ist hier das hauptsächliche, wesentliche, wichtige: dasz die .. arbeit mehr als eines menschenalters nöthig war, auch nur die groben spuren der zerstörung zu verwischen Häusser dtsche gesch. 1, 1; dasz er nur erst das gröbste und am meisten in die augen fallende wegräumen wollte M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 383; diese bedeutung in mannigfachen wendungen der mundart und der umgangssprache: nun guet! so säg's! doch d's grebst! nur das wichtigste Staub-Tobler 2, 689; de gräbsten freind die zunächst wohnenden freunde Müller-Fraureuth 1, 443, die intimsten, vertrautesten Fischer schwäb. 3, 845; oft mit deutlichem durchbrechen der bedeutung A im sinne des schwierigsten, schlimmsten: das gröbste wegmachen das notwendigste, schwierigste erledigen Müller-Fraureuth a. a. o.; die gröbste (kampf)arbeit ist nun wohl gethan Moltke ges. schr. u. denkw. 6, 392; am häufigsten: aus 'n gröbsten raus sein über die schwierigkeiten hinweg sein Müller-Fraureuth a. a. o.; de weekenfro is all ut dem grövsten auszer gefahr Schütze holst. 2, 71; gern von kindern: die kleine patchen Adelheid ist nun bald aus dem gröbsten nach bildhauerausdruck Rauch an Rietschel, briefw. 1, 242 (im gedanken an den gebrauch 4); wenn das Fritzle nur einmal so weit aus dem gröbsten wär, dasz er könnt frein O. Ludwig 2, 129; das gröbste wär also, gott lob! überstanden Ayrenhoff 4, 13; mischconstruction: das wäre sonach nun aus dem gröbsten überstanden Fichte 5, 378; öfter mit 4 durcheinanderrinnend: die deutsche nation hat sich aus dem gröbsten herausgehauen, da sie ihre nationalität .. gerettet hat Riehl deutsche arbeit 56. FF. die feinsten abschattungen zeigt die bedeutung des adj. bei der anwendung auf die äuszere gebarung und innere beschaffenheit und artung des menschen (und gewisser thiere); wieder treten die bedeutungen 'rauh' und 'dick' in eigenthümlicher wechselwirkung auf. F@11) in anwendung auf die inneren organe des menschen bezeichnet grob die stumpfheit des verstandes, der sinne, des gefühls; dieser gebrauch ruht auf der grundlage von B 'dick' und vergleicht sich der spielart E 'nicht fein genug ausgearbeitet'. F@1@aa) grober verstand obtusitas ingenii Er. Alberus dict. (1540) 17a; welher mensch vil flaischs hât .., daz bedäut groben sin und hert vernunft Konr. v. Megenberg buch d. natur 47, 9; darzu ist mein vernunft ze grob und kan des nit erdencken Hätzlerin liederb. 266a; die jünger sind allweg grobs verstands gsyn, bis sy den geist gottes empfiengend Zwingli dtsche schr. 1, 225; sprichwörtlich (mit anspielung auf C 1): grober verstand helt bestand Lehmann florileg. polit. 1, 103; grob köpf behalten lang schöne weise klugreden (1548) 160b; an den groben köpfen ist kosten und arbeit verloren Fr. Wilhelm sprichwörterregister (1577) a 2b; ein voller bauch und grober kopf richt wenig ausz Petri d. Teutschen weish. Y 8b; weiter vom menschen selbst: di einen sint gemeine lûte und grobe lûte .. in disen wirt dicke geborn daz êwige wort, daz si is nicht enwizzen myst. 1, 44, 23 Pfeiffer; etlich Römer warn so grob und unvernúftig, das sy nit mochten vernemen das sy seilig wern worden erste dtsche bibel 2, 4, 16; damit mich nit ertappen gleich die etwas grob seind am verstand Spangenberg-Fröreisen griech. dr. 2, 9 lit. ver.; zuweilen geradezu: hebes dom vel grop ingenio; hebetatus dumme o. groppe Diefenbach 273c; du must .. der grobiste und ungeschicktiste aller teufeln seyn, dass du dich hier .. einsperren läst Lindenborn Diogenes 1, 196; mit besonderer färbung: indocilis grob, ungelehrig Faber thes. (1587) 255b; es were dann, das sich einer (ein lehrjunge) im jare also pessert oder das er als gar grob und ungelirnig wer Tucher baumeisterb. d. stadt Nürnberg 36 lit. ver. von hier aus versteht sich die namentlich im älteren nhd. ungemein häufige anwendung auf thiere (meist als scheltwort für menschen); 'stumpf, stupide, dumm': er ist ein unvernünftig thier, ein kue, ein ochs, ein grober stier Hayneccius Hans Pfriem v. 2148 ndr.; grober büffel s. th. 2, 492; geld setzt einen groben ochsen hoch ans bret Petri d. Teutschen weish. 2, F f 1a; weiteres unter ochs th. 7, 1131; namentlich: das Leiptzig .. solche bachanten und grosse, grobe esel neeren mus Luther 26, 542 W.; wir spotten seiner (des esels) zwar; allein könnt es geschehn, dasz man dies grobe thier auf der catheder sehn (sollte) Neukirch ged. (1744) 176; sehet, wie der grobe eselskopf dort stehet und plaudert schausp. engl. com. 76, 2 Creizenach; vgl. esel th. 3, 1145. F@1@bb) wesentlich jünger, erst im 18. jh. recht entfaltet, ist eine reihe anderer, ähnlicher anwendungen; von den sinnen: den (staub) kan auch ein grobes, ein dunkles auge sehen Zesen Assenat (1679) 75; (der ursprung der Griechen) der sich vom gewöhnlichen nur durch wenige zarte, groben augen ganz unsichtbare merkmahle unterscheidet Fr. Schlegel 4, 105; etwas anders (an D 3 erinnernd): den sonnenstrahl, so wie ihn unser grobes auge blickt Heinse 4, 287 Schüddekopf; seltener vom gehör: sie (die einfalt) hört auch grob, und in der melodie der nachtigall erschallt kein ton für sie Hagedorn 1, 100; von den inneren sinnen: du bist von den belebten seelen, die zur empfindlichkeit geneigt .. sich mehr als grobe sinnen quälen Besser schr. 1, 291 König; grob ist der mensch und will erschütterung in seinen groben sinnen fühlen Klinger n. theat. 2, 109; schlieszlich auch vom träger der gröberen inneren organisation: je nachdem die gegenstände vom häszlichsten und schönsten punkte einander näher rücken, ein desto feineres .. auge wird .. erfordert, es zu unterscheiden, was man .. freylich bey groben menschen nicht erwarten darf Lavater physiogn. fragm. 1, 60; poeten wissen tausend sachen, die in dem groben theil der welt der wahn und aberwitz belachen Hagedorn 2, 169; erforschung der natur, das schöne weltgebäude sind nicht der wuchrer lust noch grober seelen freude 1, 26, eine im späteren 18. jh. öfter anzutreffende formel, die gelegentlich deutlich ihren ausgangspunkt aufweist: ihr heisset ihn eine grobe und dicke seele Schwabe belustig. 1, 125. F@22) mit dem blick mehr auf das äuszere menschlicher erscheinung und gebarung: 'derb, roh, ungeschlacht'; die bedeutungen 'plump, massiv' und 'rauh' sind unlöslich miteinander verbunden; in älterer sprache besonders als epitheton niederer stände (womit das adj. sich der linie C nähert): weil du nur bist ein grober knecht Spangenberg-Fröreisen griech. dr. 1, 130 lit. ver.; der letzte ist nichts als ein grober reitknecht Stephanie d. j. sämtl. lustsp., vorr. 5; wie ein grober baur blehet er den bauch Luther 30, 3, 239 W.; als sey ein jeder grober baur geschikt eine solche bürde zu tragen Reinicke fuchs (1650) 230; dasz ich als ein plumper grober bauer auch bey personen über meinen stand recht wohl gelitten bin Bräker 2, 96; freilich zeigen sich gerade bei dieser häufigsten formel schwankungen der bedeutung, namentlich nach 1 a hin: was leret yhr mich doch mit solcher grosser kunst, denn eben das mich der gröbist pawr .. leren kunde Luther 7, 681 W.; auch des gröbsten bauern fühlhörner sind immer noch fein genug Riehl dtsche arbeit (1861) 197; vgl. 3; weiter auch von dem, was niederem volke eigen ist: etwo in grober sprach werden sie schergen genant d. neu laienspiegel (1518) 5b; eine grobe art zu leben genus vitae agreste Steinbach 1, 644; ähnlich ist anscheinend die namentlich im älteren nhd. häufige formel grob deutsch zu erklären; urspr. die sprache des gewöhnlichen volkes gegenüber dem lateinischen: zu latein genant .. comitatus, nach grobem teutsch grafschaft Knebel chron. v. Kaisheim 5 lit. ver.; Pilatus solte wol also hergegangen sein und mit inen gut grob deudsch geredt haben Luther 28, 343 W.; gern um eine unanständigkeit des ausdrucks zu entschuldigen (also an 5 a sich anlehnend): sy (die beiden nackten) haben ein ander gebraut, grob teütsch clag, antwurt (Augsb. 1497) 153b; auf grob teutsch eyn gwölle Sebiz feldbau (1579) 570; vgl. und, grob und deutsch gesagt, das maul zu halten Raabe leute a. d. walde (1863) 1, 69. jüngere zeit erweitert und verfeinert die verwendungsmöglichkeiten dieser bedeutung mannigfach: solch schlächtervolk ist grobe nation Tieck schr. 1, 199; sehet auch, wie ihr (distichen) in S*** den groben fäusten entschlüpfet Göthe 5, 216 W.; anders, mehr im gegensatz zum zarten: die welt streckte ihre grobe hand nach ihrem glück aus Storm 4, 142; vgl. (in Berlin lebt) ein so verwegener menschenschlag .., dasz man mit der delikatesse nicht weit reicht, sondern dasz man .. mitunter etwas grob sein musz Göthe gespr. 4, 330; und habe ich weh getan, so war es gewisz nicht meine absicht, am wenigsten grob zu sein Pückler briefw. u. tageb. 1, 142. F@33) mit wechselndem zielpunkt im sinne des ungeformten, unentwickelten, rohen; hier tritt neben dem maszbegriff in der spielart E die bedeutung 'rauh' im sinne des unbearbeiteten, ungeschliffenen deutlicher hervor; so im hinblick auf mangelnde erziehung und kultur des menschen: 'unwissend, ungebildet': es wissen nit die groben astronomy die konst Muskatblüt 96, 85; mancher ungelerter grober laye N. v. Wyle translat. 10, 2 Keller; ward in teutschen landen gantz grob und ungelert priesterschaft städtechron. 3, 80; ein grober und unerfahrner höfischer sitten, ein Bergomascer Kirchhof wendunm. 2, 418; ein grober mensch gibt .. den künstlern nicht gern gelt aus Fr. Wilhelm sprichwörterreg. (1577) p 2a; der deutsche adel, der bis dahin unwissend und grob gewesen war, reiste dorthin (nach Paris) Jung-Stilling 6, 12; nicht notwendig mit tadelndem sinn; öfter für 'einfach, simpel': bedenckt, das die heiligen aposteln auch grob einfeltig fischer .. gewesen sind H. v. Cronberg schr. 98 ndr.: Ferondo gar ein schlecht grob man mit weise und geperde Arigo decam. 217 Keller; der tochter vatter was ain schreyner, ayn fromm grob man Fortunatus 55 ndr.; von schlechten, armen, groben ältern geboren Wickram 2, 66 lit. ver.; aber auch vom stande völliger unkultur: wie kan ein gröber mensch sein, dann der das fleisch rohe friszt und die haut ungearbeit anlegt Paracelsus op. (1616) 1, 219 B; sie (die stimme) hat uns menschen erst zu menschen recht gemachet .., als wir noch waren grob Fleming dtsche ged. 1, 122 lit. ver.; von völkern 'primitiv, uncivilisiert': es were ja solch recht .. in aller menschen hertzen geschriben und auch bei den allergröbsten völckern gebreuchlich Achacius chron. Sleidani (1557) 62b; lehrt auch das grob volck die viehzucht H. Sachs 8, 459 Keller; aufs kurtzist, ist es ain gantz grob, aber guet volck Abr. Ortelius schauplatz d. erdbodems (1572) 53a; auch hier kann 'primitiv' auszeichnenden sinn haben: sehr ein einfältig, simpel, fromm .. volck .., rechter deutscher art, grob von sitten und leben Ammersbach churbrandenb. chron. 17. F@44) beschränkter ist ein gebrauch, nach dem grob das ungeformte, rohe in sittlich-religiösen dingen bezeichnet; bei Keisersberg häufiger: schick dich mer zuo der hailigen beicht dann ander grob menschen, die allain in der vasten .. beichten granatapfel (1510) B 3d; seyd ir leben also grob und unerkant ist gen got in iren jungen tagen gewesen C 1b; unter umständen kann das adj. fast die bedeutung von 'sündig' annehmen: gott hat mir als vil guots gethon, und hett mir es ain grober mensch geton, ich wär in schuldig lieb zuhaben D 4c; ähnlich empfunden scheinen fälle wie: wyr durfen solichs fegens .. teglich wol, von des alten groben Adams wegen Luther 12, 273 W.; so bald der mammon die groben, steinechten hertzen eingenomen Scheit Grob. s. 4 ndr.; vielleicht auch: zwar mögen etliche (priester) wohl biszweilen grob und geitzig seyn und gerne sehen, wenn ein solch pinguis victima (ein reiches beichtkind) in ihre hand komme d. wohlgepl. priester (1689) 162. F@55) umso ausgebreiteter, aber erst seit dem nhd., für die roheit in bezug auf anstand und sitte; hier aber, anders als bei 3, mit einem starken positiven gehalt, der sich nur unmittelbar aus der bedeutung 'rauh' herleiten kann; 'die unhöflichkeit bestehet in einem mangel der guten und artigen sitten ..; die grobheit .. in übelen sitten, welche allen menschen anstöszig sind' Stosch gleichbed. wörter 2, 506. F@5@aa) wesentlich aufs ältere nhd. beschränkt ist die derbste bedeutung 'unflätig, schmutzig, gemein': obscoenus unflätig, wüst, grob, unrein, unkünsch Frisius dict. (1556) 895a; der grob ist der unfläterey gewohnt wie der stallknecht desz mists Lehmann florileg. polit. 1, 373; als scheltwort: du grobe möstsaw, pfey dich an Scheit Grob. v. 4006 ndr.; denn: under allen thyeren ist die saw ein grob thyer Eppendorf Plinius (1543) 85; fartzet auch darzuo wie ein grobe küw Lindener katzipori 130 lit. ver.; (ein knebel) der sich grob hielt und sewisch fräsz Scheit Grob. v. 485 ndr.; darzuo ists auch ein grober sitt ein brastlens mit der nasz zumachen v. 262 und sonst oft; gern auch von gesprochenen unanständigkeiten: etliche nennen diese glieder (gromen oder hoden) züchtig die gemechte .. vermeinen, es seye wie oben viel zu grob geredt Wirsung arzneibuch (1588) 312d; mithin müssen alle grobe, unflätige und zweydeutige worte aus den versen bleiben Neukirch anfangsgründe 109; und das ichs grob erausz sage Luther 10, 2, 156 W.; wo hat ers gelesen? der sau im (grob heraus) hindern Prätorius saturnalia (1663) 141; ähnlich zuweilen grob deutsch, s. o. 2; ob schon die hystoria an ihr selber grob und unflätig ist Schumann nachtbüchl. 225 lit. ver.; wann einer unter euch einen groben zoten und stinkenden possen vorbringt Reinicke fuchs (1650) 266; grobe, unflätige, säwische, scham- und zuchtlose narrentheidung Sandrub hist. u. poet. kurzweil 6 ndr.; wenn aber ein poet nur mit der saue leutet und gern auf schändlich ding mit groben possen deutet Rachel satyr. ged. 74 ndr.; so auch: wir haben zu ser über di schnur gehauen und haben ain grobs leben gefürt fastnachtsp. 1, 724, 7 Keller. F@5@bb) der zunehmenden gesittung entsprechend verfeinert sich der begriff je später, je mehr; im 16. jh.: rudis grob und wild an den sitten Diefenbach 503a; im 18. jh.: immodestus, inurbanus indiscret, unhöflich, grob Apinus gloss. nov. (1728) 287; Thell, wie bist du so ein grober mann, das du für mins herren huot darfst gan, neigst dich nit, thuost im kein reverentz? schweiz. schausp. d. 16. jhs. 3, 24 Bächtold; geschenck verweissen ist grob und bewrisch Petri der Teutschen weish. F f 3a; seine grobe aufführung misfällt jedermann ses manières crues Schwan nouv. dict. 1, 791b; ha, ha, ha! fiel er mit grobem gelächter ein Gutzkow zauberer v. Rom (1858 ff.) 5, 169; anders: die abgekommne cortesie erhob er hoch, bedeutend: diese welt wird grob! C. F. Meyer Huttens l. tage (1905) 27; vgl.unsere deutsche sitten düncken uns zu grob Butschky Pathmos (1677) 26; seit alters im gegensatz zu 'höflich': werden mancherley leut .. fürgwendt, diser gütig, der rauch, diser höflich, der grob Boltz Terenz (1539) 86a; ich hab manchen menschen gefunden, der vor lauter höflichkeit grob ward Bode Montaigne 1, 91; vgl.gar zu höflich ist halb grob Schellhorn sprichw. 87; Meph. du weiszt wohl nicht, mein freund, wie grob du bist? Bacc. im deutschen lügt man, wenn man höflich ist Göthe 15, 98 W.; die letzten beispiele zeigen das verrinnen dieser bedeutung mit 6 b, s. d.; hierher auch die noch heute in niederer umgangssprache und in den maa. verbreitete wendung: ek wil sau grof (so unhöflich) sîn beim annehmen einer einladung zum mitessen Schambach 69a; Fischer schwäb. 3, 846 und sonst. F@66) endlich die anwendung auf die sinnesart, die die grundbedeutung A am reinsten zeigt: F@6@aa) 'roh, wild': disz ist ... ein grausam, grob, verwegens, freysams volck (die Türken) Seb. Franck chron. Germ. (1538) 70b; allweg streitpar, wie gemeynklich grob wild unbesunnen leut seind 3a; hippocentauri ... waren grobe leut in Thessalia Alberus dict. (1540) 50a; ihn (dem an betrug, meinayd, hochmuht und wühterey die grobe feind gleich leben) Weckherlin ged. 1, 353 lit. ver.; ebenso in der formel: grimm und grob, s. grimm adj. 3 a; auch von thieren: der selben liebe .. ist als eines groben, tobenden hundes liebe Hartlieb Ovid (1484) 6b; als er sie macht zu einer speysz den vöglen und den hunden grob Spreng Ilias (1610) 1a; etwas schwächer: 'rauh, hart'; asper, durus, inhumanus, obduratus Henisch 1747; daz ist grob von euch gehandlet und unbarmhertziglich (duriter inmisericorditerque adelphi 662) Boltz Terenz (1539) 101b; ... Jupiter, du strenger gott, wie bist du gegen mir so grob Spreng Ilias (1610) 36b; (wäre ich doch gestorben) ehe denn mich das feindtselige ungefell verknüpfet hette einem harten und groben mann buch d. liebe (1587) 113c; gelegentlich noch spät: bei welcher die organe Gisquets .. mit säbeln und stöcken unter schuldigen und unschuldigen eine grobe scene aufführten Gutzkow 7, 26; hierher auch die alte formel: nach grobem schertz folgt gemeiniglich blut Petri der Teutschen weish. 2, P p 7a; es ist ein grober schertz, der taschen leert A a 5b; die gelindere bedeutung im ganzen jünger: er (Rudolf v. Habsburg) machte und vertrug einen groben scherz G. Freytag 18, 82. F@6@bb) aus a entwickelt sich in neuerer zeit eine mildere, anders gefärbte bedeutung: 'rauh' im sinne 'barsch, unfreundlich'; heute der lebendigste gebrauch: im amte musz man grob seyn, denn von der grobheit kommt die autorität Raupach dram. werke ernster gattung 3, 339; wenn das auswärtige amt nicht so rücksichtslos und grob gewesen wäre Bismarck ged. u. erinn. 2, 194 volksausg.; ihr seid ein biszle grob mit den leuten O. Ludwig 2, 56; nicht selten mit dem besonderen sinn der rauhen auszenseite, die den guten kern birgt: gab mir mein vater Uli M., einen groben, aber geraden, ehrlichen menschen zum gehülfen Bräker 1, 73; er blieb grob, und wurde desto gröber, je .. herzlicher er sein wollte Holtei vierzig jahre 1, 233; adverbial: wann man ihn (einen fremden) grob anfahret Abr. a St. Clara etw. f. alle 2, 75; wart nur, kommst du mir grob, komm ich dir auch nit fein Anzengruber 3, 122; etwas anders (mit hinneigung zu D 4 a): der hergott weisz mit Pohlen umzugehen, wenn er nicht grob kömmt, so verstehn wirs nicht! Zach. Werner kreuz a. d. Ostsee (1806) 134; 'Gortschakoff est un animal', was in dem Petersburger jargon nicht so grob gemeint ist, wie es klingt Bismarck ged. u. erinn. 2, 256 volksausg.; bei sächlichem regens auf ganz bestimmte begriffscomplexe beschränkt: eine schrift wieder mich .., so grob .., das ich sehr darüber gelacht habe Gleim briefw. 2, 216; auch ist sie (die proclamation) nicht in Scheles grobem stil, sondern milder und erträglicher geschrieben Jac. Grimm an Dahlmann, briefw. 1, 306; eine zwar ziemlich grobe, aber lesenswerte kritik jahrbuch d. Grillparzergesellsch. 6, 17; einen sehr groben brief E. Th. A. Hoffmann 13, 135 Grisebach; das bezeichnende für diesen gebrauch ist, dasz gewöhnlich der begriff des unhöflichen mehr oder minder stark mitklingt; besonders deutlich: Sebast.: aber die wahrheit ist nicht immer höflich. Helene: so laszt mich denn eure grobe wahrheit hören Bauernfeld 2, 163; da .. sich Göthe .. so bäurisch grob gegen mich benommen hat Bertuch im Göthejahrb. 2, 375; und an jeden groben kellner hab' ich mich umsonst gewandt Heine 1, 127 Elster; (man) excommunicirte den guten kayser mit den gröbesten, ungeschliffensten ausdrückungen von der welt Hahn einl. z. teutschen kaiserhist. 3, 148; (er wurde) mit den gröbsten schimpfreden überschüttet D. Fr. Strausz ges. schr. 9, 4; so verrinnt diese bedeutungslinie schlieszlich mit der von 5 b. F@77) sehr zahlreich sind die sprichwörter, redensarten und vergleiche, die das grob F 1—6 bieten, wobei bald die eine, bald die andere der sonderbedeutungen vorklingen kann: grobe leute, grobe antwort Fr. Wilhelm sprichwörterreg. (1577) u 2a; gut land, grob volck Petri d. Teutschen weish. 2, H h 3a; bey den groben wird man grob K 8b; was grob ist, hält! sagt man, um grobheit zu beschönigen Müller-Fraureuth 1, 443a; ähnlich im alem. Staub-Tobler 2, 689; vgl.C 1; an A 2 schlieszen sich bilder wie: er (der henker) solt disz gsetz mit groben noten ihm fein auf seinen rucken schreiben Sandrub hist. u. poet. kurzweil 66 ndr.; in noch gröberer tonart gab ihm Malte seine unzufriedenheit zu erkennen W. v. Polenz Grabenhäger 1, 200; an B 1 c: weil .. keines verlegen war, auf die grobe münze des andern kleingeld genug herauszugeben G. Keller 6, 228; auf C 2 c beruht grob wie bohnenstroh, heute wohl allgemein, hd. wie nd.; alte wendung: er sei denn gröber denn bonenstroh Halverius wahrhaft. beschreib. (1570) 212; Eyering proverb. 2, 386; aber früher auch im sinne von 1 a: du bist grober dan bonenstro Praxillae Adonide stupidior Tappius adag. (1545) 78a; auch gr. wie saubohnenstroh Ruckert unterfränk. 65, Fischer schwäb. 3, 846; wie haferstroh ib., Staub-Tobler 2, 688; wie sackleinwand (vgl.C 2 b) Müller-Fraureuth 1, 443a; vgl. Ruckert 65; geheimderäthin: .. der oberste ist doch sehr indiskret! Goldentraum: zu deutsch, grob wie ein sack Kretschmann 3, 53; gröber als grob Fischer schwäb. 3, 846 und sonst. bilder sind auch zahlreiche scheltworte mit attributivem grob; die meisten stellen sich zu dem gebrauch B 1 b; in älterer zeit vielfach auf die bedeutung 1 zielend, in neuerer gewöhnlich auf 5 b oder 6 b: kan man nicht galant betrügen, nennt man uns ein grobes holtz Günther ged. (1735) 83; bei Schupp noch in vollem bilde: es war unmöglich, aus diesem groben holtz einen doctor ... zu schnitzen schr. 802; vgl. meister Grobianus, künstreicher .. löffelschnitzler und träher der groben höltzlin zu Lourdemont Scheit Grob. 8 ndr.; o yhr groben klotze Luther 8, 311 W.; vgl. klotz I 3 b; du bist ein wuost und grober knoll H. R. Manuel weinsp. 1926 ndr.; 'n grafen knull grobian Stürenburg 76b; vgl.knolle II 9; hier bawer, bengel, grober knopf, hörst nicht? Gilhusius gramm. (1597) 73; vgl.knopf II 13 b; er ist ein grober knortz Eyering proverb. 2, 341; vgl.knorz 7; grober knoten s.knoten II 15 a; du bist ein grober zaunsteck Eyering 1, 786; (unnütze arbeit hat) welcher .. einen groben ast zum heyligen mit lehren will machen Lehmann florileg. polit. 1, 495; en grôwe ast grobian Schambach 69a: überall ist es das gleiche sinnliche verstehen des adj., das die schaffung dieser formeln begünstigt hat; fraglicher ist das bei grober kegel, grober flegel, wo sich von anfang an eine abgezogenere bedeutung des adj. verstehn liesze, s. kegel 11, flegel 2; vgl. auch grober keil unter keil 6; ihr groben filtz an zucht und ehr! (sagt Eva zu ihren kindern) H. Sachs 1, 66 Keller, auch das urspr. ein bild nach C 2 b, den in groben filz gekleideten bauern bezeichnend, s. filz 4 mit vielen belegen; grober rülz beruht auf der bedeutung 4 a, belege unter rülz 2; ein grober cuius Eyering proverb. 2, 340; ein grober lümmel G. Keller 5, 164; grober ochs, esel u. ä. s. o. 1 a; im selben sinne grober hempel th. 4, 2, 985; manche deutsche stämme sind von sprichwörtlicher grobheit: grober Hesse ist heute im sinne 'grobian' bis ins schles. bekannt; ebenso, als reines appellativum, schon im 15. jh.: zu diesen zeiten ward durch die groben Hessen (die mitglieder der zünfte) ausz dem rathaus (zu Nürnberg) getragen alles, das von alter her behalten was an briefen städtechron. 3, 146; urspr. vielleicht ebenso wie blinder Hesse, also nach 1 a zu verstehen; den er was ouch ein grober Schwab (von einem Baseler meister) Platter 52 Boos (im sinne 6 b); vgl. th. 9, 2143 f.; grob wie ein Baier Fischer schwäb. 3, 846; auch vom Deutschen überhaupt, im vergleich zu andern völkern: dardurch es dahin gerhaten, dasz wir .. von andern nationen .. teutsche volle sew und grobe volle Teutschen .. genant werden Scheit Grob. 4 ndr.: stell' mich dem groben Deutschen gegenüber, der seine klinge, wie ein grobschmied, schwingt Hebbel I 2, 82.
76407 Zeichen · 1446 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    grobadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    grob adj. , mhd. grop, nhd. grob; mnd. mnl. grof. — Graff II,356 s. v. rob, IV,309 f. gerob-: gen. sg. m. -es Nc 819,2 […

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grobadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    grob adj. s. grop.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grób

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Grób , gröber, grȫbste, adj. et adv. 1. Eigentlich. 1) Groß, stark; doch nur noch in einigen Fällen. Grobe Sauen, bey de…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grob

    Goethe-Wörterbuch

    grob ca 220 Belege; komp einmal unumgelautet N8,142,22 ; mehrf subst (wiederholt Kleinschr), auch ‘die G-en, Gröbsten’; …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grob

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grob werden Sauen genannt, stellenweise vom dritten Jahr ap, meist erst vom siebenten Jahr.

  6. modern
    Dialekt
    grob

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    grob [krôp Mü. ; kròp allg.; Comp. krèwər]; Superl. [krèpt] Adj. grob, ungebildet, stark, nicht fein. G. wi e Saübo h n…

  7. Sprichwörter
    Grob

    Wander (Sprichwörter)

    Grob 1. Besser grob, denn falsch. 2. Das grob, das starck. – Franck, I, 120 a ; Lehmann, II, 58, 27. 3. Grob hält gut. –…

  8. Spezial
    grob

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    grob I adj. 1 (großkörnig) grou (groi, groia) 2 (sehr stark) massif (-s, -iva) 3 (derb) gros (-sc, -ssa), grou (groi, gr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grob

322 Bildungen · 313 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

grob‑ als Erstglied (30 von 313)

grob(i)jänisch

Idiotikon

grob(i)jänisch Band 2, Spalte 690 grob(i)jänisch 2,690

Grob-Gerau

SHW

Grob-Gerau Band 2, Spalte 1473-1474

Grobhobel

SHW

Grob-hobel Band 2, Spalte 1473-1474

grobknochig

SHW

grob-knochig Band 2, Spalte 1473-1474

Grobling

SHW

Grob-ling Band 2, Spalte 1473-1474

Grobschmied

SHW

Grob-schmied Band 2, Spalte 1473-1474

grobweg

SHW

grob-weg Band 2, Spalte 1473-1474

grobwergen

SHW

grob-wergen Band 2, Spalte 1473-1474

grob

KöblerAhd

grob... , . Vw.: s. girob...

grobächtig

DWB

grob·aechtig

grobächtig , adj. : die wollen des lands ist waz grobächtig Federman Niderlands beschreib. (1580) 11 ; im sinne von grob C 1 b. —

grobanhiⁿ

Idiotikon

grobanhiⁿ Band 2, Spalte 1334 grobanhiⁿ 2,1334

grobarbeiter

DWB

grob·arbeiter

grobarbeiter , m. , scheint im sinne von grob C 2 e einmal gangbare bezeichnung gewesen zu sein; vgl. sonach lieferte also wohl Nordostdeuts…

grobartig

DWB

grob·artig

grobartig , adj. = grob; vom 16. jh. an, doch nicht häufig: ( er ) gabe dem grobartigen, seinem jüngeren bruoder, der es ihm an frechheit un…

grobaufgetragen

DWB

-aufgetragen : wir lachen itzt über die, die sich einst von diesen grobaufgetragenen farben .. hintergehn lieszen Tieck schr. 6, 50 ;

grobbäcker

DWB

grob·baecker

grobbäcker , m. , der nur schwarzbrot bäckt ( vgl. grob C 2 a) Sanders wb. dtsch. synon. 583 . —

grobbäurisch

DWB

grob·baeurisch

grobbäurisch , adj. Kramer teutsch-ital. 1, 567 b ; ein juncker sein, und doch grobbäurisch leben Moscherosch ges. (1650) 2, 421 . —

grobbank

DWB

grob·bank

grobbank , f. , werkbank zum ziehen groben drahtes Blumhof eisenhüttenkunde (1817) 2, 487 . —

Grobbe

LothWB

Grobbe [gròbə Ett. u. s.] m. Karst mit zwei spitz zulaufenden Zinken zum Aufhacken des Feldes. s. krope n .

grob als Zweitglied (5 von 5)

sackgrob

DWB

sack·grob

sackgrob , adj. und adv. asperrimus. Steinbach 1, 645 : ein sackgrober kerl, homo summa rusticitate praeditus. ebenda. Albrecht 195 . Woeste…

Saugrob

Wander

saug·rob

Saugrob Er ist saugrob. – Frommann, III, 356. Die Sprache, und namentlich die des Sprichworts, liebt es, ihre Grundbegriffe durch Zusammense…

sǖ(w)grob

Idiotikon

sǖ(w)grob Band 2, Spalte 690 sǖ(w)grob 2,690

Ableitungen von grob (4 von 4)

Entgroben

Campe

✱ Entgroben , v. trs. vom Groben befreien, verfeinen. Das Entgroben. Die Entgrobung. » Sie (Karlstadt ) gaukeln daher mit jrer lebendigen S…

ergroben

DWB

ergroben , efferascere, verwildern, vergröbern : dis volk ( die Rhätier ) ist mit der zeit durch die rauhe gelegenheit des lands erwildet un…

grobe

BMZ

grobe swv. werde grob, führt Mone gl. 8,493,33 aus einer karlsruher hs. des 14. jh. an.

Vergroben

Campe

Vergroben , v. ntr . mit sein , grob werden. Vergröben würde sein, grob machen. D. Vergroben. D. — ung .