span,
m. abstula, recisamentum, carpenta, schidion, segmentum. Frisch 2, 289
b.
starkes masc. der i-
declination, zunächst die durch jede art von abtrennen enstandenen kleineren stücke, besonders vom holz, bezeichnend, segmentum vel recisamentum cujuscunque rei, praecipue vero ligni. Wachter 1548.
auszerhalb des germ. läszt sich die geschichte des wortes nur unsicher verfolgen. in Kuhns
zeitschr. 4, 15
wird gr. σφήν keil verglichen. innerhalb des germ. fehlt der beleg nur im got.; an. spánn, spónn,
nicht nur span, sondern auch spanähnliches, holzlöffel, schindel, splitter u. a., schwed. spaan;
ags. spôn, spoon;
ndl. spaan;
ahd. mhd. spân Graff 6, 338: spene,
astulae. ahd. gl. 2, 620, 17; spann,
carpenta, abstula. voc. opt. 12, 3. 4,
s. 25;
astula, span, spane, spon, spaun, spen, spene, spain, spaen. Dief. 57
a.
das wort bezeichnet mit einer schon ahd. bedeutungsentwicklung hauptsächlich ein dünneres stückchen holz, das bei der arbeit der holzhandwerker als abfall gewonnen wird: carpenta, zimmerspan, zimmerspon, spaun, ein spane, spene, spon
l. panck
l. schayt. Dief. 102
c; spän der zimmerleuten und anderer werckleuten,
schidia Maaler 378
a.
bedeutung. AA.
im eigentlichen sinne. A@II.
gewöhnlich der abfall bei jeder art von holzarbeit: calamenta spän von weinpfälen. Corvinus 362; span, abholtz,
segmenta, assulae. Dentzler 2, 267
b.
mundartliche verbreitung des wortes gleichmäszig im süden und im norden: Lexer
kärnt. wb. 235,
bair. spân, spôn
und mit collectivischem sinne auch der plur. spaen
für den sing. Schm.
2 2, 668. Seiler 271
b, spuon Schultze
nordthür. idiot. 44, span, spon,
plur. spoene Schambach 202
b. Woeste 248
b. A@I@11)
vom abfall bei der arbeit des zimmermanns, wagners und muldenhauers, zum unterschiede von dem gröszeren scheit oder spalt: do de timberman an sineme werke stunt, dat kind spelede mit den spanen. it legede de spane an bocstave.
sächs. weltchron. 172, 10; o meyster Titus Cimmermann, der so subtile spänen von eym säutröglein hawet. Fischart
Garg. 100
b; der mann von Hadelaub schüttelte die späne von seinem lederschurz. Keller 6, 32; denn der schmied hämmerte und der zimmermann hieb die späne von den balken während der ganzen wanderzeit. Freytag
bilder 1, 277.
bezüglich ihrer lagerung: er selbst legte sich neben dem wirthshause in einen schupfen auf die späne und schlief ein. Feuerbach
aktenm. darstell. merkw. verbrechen 1, 211.
besondere verwendung, einen span heraushauen: ich waiʒ wol in dem maien, wenn der paum gar saffig ist und man ainen spân dar auʒ hawet, sô vleuʒt gar vil saffes dar auʒ. Megenberg 331, 25. span
als reliquie: (
vom kaiserschatz zu Nürnberg) nu sol man merken die wirdigen stück des heiltums; von erst ain span des heiligen creucz, da unser herr mit dem rechten arm wart angenagelt.
IV bair. forts. der sächs. weltchron. 106; dozumal hat sich herr Jerg mit aim scharpfen messer darzu gerüst und in dem getreng ain spon ab dem tisch (
des heiligen) geschnitten, den gleichwol mit grosser geferd seines lebens, darvon gebracht. den selbigen spon ... er hernach ... ganz köstlichen einfassen lassen.
Zimm. chron.2 2, 581, 19; der so oft den roten hahn meilenweit von fern gerochen mit des heilgen kreuzes spahn freventlich die glut besprochen. E. Mörike
ged. 68.
freier: ein span davon (
von der bettsponde des grafen von Gleichen) ... soll die kraft haben, alle regungen von eifersucht in dem weiblichen herzen zu zerstören. Musäus 1, 131.
überhaupt zur bezeichnung des kleinsten theiles eines holzstammes, so in der mit rücksicht auf den deutschen fachwerkbau vorgenommenen ergänzung der neutestamentlichen prophezeiung: die stat wart do zubrochen und zustort also gar, als unser herre hatte vorgesagt, daʒ deʒ groʒin gebuwes niene kein stein
noch span bi dem andern noch ober dem andern bleib.
altd. pred. 1, 120, 25
Schönbach. kleinster theil eines (
gescheiterten)
schiffes: sprich! blieb ich nicht vom fernsten gipfel bis zu dem nächsten strand mir gleich? ... bis zu dem span der planke, auf dem ein sperling schwimmt. Thümmel
reise 6, 339 (
bei schilderung eines gemäldes).
in ähnlicher hervorhebung: so waren dieselben (
die spanischen schiffe) insgesammt in der auserordentlich stockfinstern nacht verschwunden, so dasz man auch nicht einmahl einen span holtzes mehr auf der see herum treiben sahe.
Felsenb. 4, 309.
mit bezug auf die hauptsächliche verwendung solchen abfalles: als wenn ein zimmermann, der zu erbeiten sucht, etwa einen bawm abhawet, und beschlehet und schlichtet denselbigen ... die spehn aber von solcher erbeit braucht er speise zu kochen.
weish. Sal. 13, 12; da schauten sie einander mit groszen augen an, und hätten kein so prasselndes feuer mit buchenen spänen gebraucht zum nachtkochen. Hebel 2, 111; in der küche stehen der knecht und die magd an einem feuerlein nachts um zwölf uhr, und legen späne an das feuer. 3, 110; kaum ist alles ruhig im schlosz, so macht das fräulein, das sonst keinen span anrührt, eigenhändig ein feuer auf den herd. Hauff 1, 585.
sie genügen nur für kurzes flackerfeuer, symbolisch wurden sie bei der besitznahme eines hofes auf dem herde angezündet. vgl. Birlinger
volksthüml. 2, 186.
seltener bezeichnet span
ein gröszeres holzstück: de en grep en bret, de ander en span und wulden vor den hinder han. Gerh. v. Minden 115, 163
Leitzmann. verwendung des einzelnen spanes: denn keiner brannte von dem spahn, woran der andre sich den tabak angezündet, aus hasz den seinen jemals
an. Gellert 1, 137. A@I@22)
besondere bedeutung hat der span harzhaltiger hölzer als ältestes beleuchtungsmaterial (
vgl. Heyne
hausalterth. 1, 58
f.),
vor allem in den gebirgsgegenden: zu abwendung der schödlichen feürsgefahr solle niemand mit spaanen, offenen liechteren ... in stallen, städlen oder ander gefährlichen orten bei heu und stro herumfahren.
tirol. weisth. 1, 47, 42; drittens haben die jährlich erwählende dorfmaistern ... alle feuersgefährlichkeiten, besonders den gebrauch der spänne abzustellen. 1, 152, 17; dass sich niemants unterfange, nächtlicher zeit mit spänn, püchlen auf der gassen in dem dorf herumbzugehen. 2, 361, 14; insonderheit auch sollen si dorfmaistern ... zuesprechen, das man auf das feur und liecht guet achtung habe ... nit mer, als wie in thails orten ... mit prinnenden holzfacklen und spään im haus, sonderlich stadl und stallung herumbgen. 4, 508, 13; weil sie aber sehr früh auf anreizung Vittorins wider fort wolten, legten sie sich nach essens bald auf die streue; früh nahmen sie zwey boten mit spänen und liessen ihnen leuchten zu Telfs. Ettner
unwürdiger doctor 796; es blies uns den span aus — und zog uns den zahn aus. Rückert 11, 302. A@IIII.
seltenere gebrauchsweisen, wo jedoch die schreibung nicht immer für eine grammatische zugehörigkeit zu span
carpenta, abstula sicheres gewährleistet (
s. 1,
c. 2,
e. i),
sondern auch an spann
spinther zu denken ist. A@II@11)
vereinzelte starke übertragungen. A@II@1@aa)
anstatt scheit, spalt, spalter: die leiter hinauf, die wie aus einem spane geschnitten schien, und wie eine glocke mit ihm (
dem retter in feuersgefahr) schaukelte in der entsetzlichen höhe ... und unter ihm schaukelte der leichte span in sturm und blitz und donner hoch zwischen himmel und erde. Ludwig 1, 372.
auch mit verdeutlichendem attribute (
zugleich spielend mit span
lis, controversia): nur zu! rühr mit dem ungeheuren spane den kessel um! blas drein mit vollen backen! wirf holz in unsern brand aus deinem kahne! Rückert
ged. 135. A@II@1@bb): jeder bruder trinke, trinke! toastet frisch ein tinke, tinke! sitzet fest auf bank und span, unterm tisch dem ist's gethan. Göthe 41, 32 (
Faust II, 1).
erklärung für den seltenen gebrauch bringt wol eine glosse carpenta, schrane
vel spane
und schrage, eyn banck. Dief. 103
a. A@II@1@cc)
in einigen gegenden eine weinsteuer, die bei der schlieszung oder dem verspänen des fasses von dem aufsichtführenden beamten erhoben wird: ayn jeder amptman, der bey den wirten seins ampts verspänen will, soll allweg zwen des gerichts zu im beruffen, und allain on richter kein span von dhainem wirt nemen.
verordn. der stadt Ulm v. 1509
bei Schmid
schw. wb. 498. A@II@22)
in der sprache des handwerks: A@II@2@aa)
ein etwa fuszlanges, aus tannen- oder fichtenholz gerissenes stück zur verschlieszung der fugen zwischen den einzelnen ziegeln eines daches. Jacobsson 1, 386.
in Süddeutschland auch die dachschindel. Schm.
2 2, 669. A@II@2@bb)
bei den buchbindern die zu buchdeckeln verwandten und mit papier oder leder überzogenen tafeln aus dem holz der rotbuche. Jacobsson 7, 374
a. A@II@2@cc)
bei den buchdruckern kleine holzstückchen, um durch ihre unterlegung verschieden lang gegossene buchstabenkegel auf eine höhe zu bringen. Klenz
druckerspr. 98
a. Jacobsson 7, 374
b. A@II@2@dd)
bei den forstleuten der kern eines baumes. Jacobsson 4, 192
a. A@II@2@ee)
in der schiffsbaukunst der querdurchschnitt eines schiffes: der gröszte span
ist der durchschnitt in der gröszten breite. Jacobsson 4, 192
b (
s. auch unter spant). A@II@2@ff)
bei den winzern mit feurigem weine getränkte raspelspäne, die zur klärung und färbung schlechter weine benutzt werden. Jacobsson 4, 192
b. A@II@2@gg)
in der hüttensprache ein kleines brettchen, auf das die gesteinsproben gelegt werden. Jacobsson
a. a. o. A@II@2@hh)
dann auch späne
von eisen, horn, leder, papier u. a. Jacobsson 4, 192
b. 7, 374
b. A@II@2@ii)
bei den tuchscherern stücke von starkem papier oder pappe, um die tuche einzuspänen (
d. h. dazwischenzulegen). Jacobsson 7, 374
b. A@II@2@kk)
niederdeutsch bei böttchern und danach allgemein span, spohn,
das aus brettlein verfertigte hölzerne gefäsz, zuber. brem. wb. 4, 933.
mnd. span,
auch als masz, aber auch mit vocalkürze spann. Schiller-Lübben 4, 307.
vgl. dazu rotspohn
theil 8, 1315. A@II@33)
wie das kerbholz (
s. oben theil 5, 562)
ist der span
die älteste form eines urkundlichen verzeichnisses, um schulden und leistungen durch einschneiden darauf einzutragen und zu verrechnen. die heimat der bezeichnung scheint Süddeutschland zu sein, von wo er auch vereinzelt nach Mitteldeutschland gedrungen ist. vgl. Schm.
2 2, 669. Kleemann 21
b: derselb vischmeister soll alsdann die gewondlichn zins von guetn edlen vischen dovon, wie von alter herkomen ist, empfangen und auf die spän schneiden.
tir. weisth. 1, 9, 2.
als verzeichnis in der molkenwirtschaft: der senn soll all das geschäft auf den spann auf schneiden, sowohl das saure als das siesse, ... und dem albmeister, so oft er kombt, raitung geben. 1, 38, 23.
zur berechnung der zu leistenden kornabgabe: item nach altem prauch .. sollen dieselben (
die bürger) sollichs (
den zehnten) auf dem acker durch ainen unparteiischen hauer mit dem kornmass ordenlich messen lassen; dasselbig, was er gemessen und ausgeseet, auf ain holz oder span schneiden. 3, 373, 8
anm. bei den holzarbeitern und köhlern zur lohnberechnung: die forstknechte sollen eines jeden klaffter ordentlich abmessen, die mit eim jeden an ein span oder kerfholzlin anschneiden und folgends zur zeit der bezahlung solche spän und hölzer dem forstmeister vorlegen. die köhler sollen vom hammermeister spen nemen, die spen recht schneiden.
Neuburg. forstordn. v. 1690
bei Schm.
2 2, 669.
von da aus übertragen: über span fordern,
übermäszige bezahlung verlangen. Kleemann 21
b; der gärtner forderte von uns also 15 thaler, eine forderung, welche freilich über den span war, denn die kurbisse wären mit 4 gulden reichlich gut gethan gewesen.
avantur. 1, 78.
in allgemeinerem sinne, verletzung des rechts, der sitte bezeichnend: letest trat ik ên wênich aver spôn mit Grêteken, mîner maget, des krêch ik lô
n. Claws Bûr 492,
wo doch wol nur eine ganz unbildliche fortentwicklung der vorigen wendung vorliegt, so dasz über span
allgemein den begriff des unrechtes enthält. A@II@44)
als rechtssymbol diente der span
bei eigenthumsübertragung von grund und boden, doch zunächst nur für die gebäulichkeiten, rechtsalt. 174: hereditas si pluribus creditoribus per hastulam, vulgariter
spân, ordinarie fuerit appropriata.
Brünner stadtr. s. 155; und so das unterpfand ein haus were, dasz der stadt- oder dorfknecht darausz schneid ein spon, were es ein weingart, darausz schneid ein reb, were es ein acker, darausz haue eine schollen ... und das gebe dem glaubiger, dadurch er den angriff bekommet.
würtenberg. landr. v. 1554
f. 120.
ganz ähnlich ist die schilderung der rechtsüberantwortung im Coburger und Schalkauer stat. bei Kreysig 1, 396. 2, 267.
rechtsalt. 114.
dann auch von der aufhebung des eigenthumsrechtes eines hof- und hausbesitzers durch pfändung: nachdem die execution erlangt ist, soll durch den fron, oder landboten aus dem hausz ain span, aus ainem acker oder wisen ain erdscholl oder wasen genommen, und ... aufgepoten werden.
Nürnberger reformation 1564
fol. 62
a.
symbol des besitzthumes mit allen seinen rechten, auch zum verkauf ausgeboten: wenn ainem ain haus oder ain ander aigen zu pfant wirt geantwurtt mit dem rechten, daʒ im ain span davon wirt geantwurtt, daʒ sol zu söllicher maʒ gant werden. dem der span geantwurtt wirt, der sol in viertzehn tag pehalten, darnach sol er das pfant enen anpietten ze haus und ze hof; wolt er dann daʒ nit lösen, so soll er den span dem unterkäuffel antwurtten, und der sol den span in ainer kluppen offenlich auf dem margt an alls gevärd vailtragen.
Münchener stadtr. 189.
bei beschlagnahmen: wan kein fahrnus vorhanden, hat ein rath einen span aus der behausung (des in eine fraistrafe verfallenen entwichenen) schneiden lassen. Wagenseil
de civ. Norimberg. 347. span
ist dann auch die execution selbst: darüber wird eine ordentliche execution und span ausgefertigt. Heumann
opusc. 702.
auch bei der vorladung vor gericht wurde wol als bloszes wahrzeichen ein span
aus dem balken geschnitten: durch denselben soll die mahnung angestellt, nachmals über 14 tage der erste span, dann wiederum über 14 tage der andre, und abermals über 14 tage der dritte und letzte span gehauen werden.
Breslauer executionsordn. v. j. 1628; wir haben auch ainen spawn zu warzaichen oder urkunde aus dem tor genumen.
Freyb. samml. 1, 336.
er wird dann auch gerne aus dem hauptbalken des hauses genommen: daʒ erst darumb in (
den fronboten und rügern) ze glauben ist, wenn sie ainen für gepieten und im ze hause und hoff chomen, vindet er niemant ze hause und ze hoff, so sol er ainen span aus der firstseul schneiden und den mit im pringen zu ainem worzaichen.
tirol. weisth. 1, 293, 13.
einem oft gepfändeten wurde wol scherzhaft das haus nach ihm bezeichnet: domus zume spane 1305.
hess. urk. 2, 649
Baur (
an span
lis dabei zu denken, geht wol kaum an);
vgl. auch die liste ähnlicher wahrzeichen bei Kehrein
urkundenspr. 67.
wol als beweis für vollzogene hinrichtung wird ein span
aus dem galgen gehauen: und wäre von meines gnädigen junker von Eppestein wegen niemand da, so mochte der gehorsam einen span zu einem wahrzeichen aus dem galgen schneiden.
Mechtelnhäuser weisth. bei Wigand
wetzl. beitr. 1, 67
f. mehr als bloszes zeichen der erinnerung noch: und wer in Welschland jetzo weilt, schickt lorbeern von Messina, und einen frisch gehau'nen span vom hause des Verrina. Freiligrath (
für Schillers album) 1, 192.
ähnlich legt eine fortgehende frau einen span
von ihrem tragkorbe in die wiege des säuglings, um ihm die ruhe nicht zu nehmen. Wuttke
volksabergl. 586. A@II@55) span,
sors als ein mit zeichen versehenes stäbchen ist im nhd. nicht zu belegen. die mhd. beispiele stehen wol unter nordischem einflusz: werfinde sîne spâne nâch littouwischem wâne. Nic. v. Jeroschin 25940; ir hertze stûnt nâch strîte gar, in was der spân gevallen wol, des waren sie alle sturmes vol.
livländ. reimchron. 2485; in viel vil dicke wol ir spâ
n. 7232.
alle belege stammen aus jenem grenzgebiete, wo nordgerm. einflusz reichlich vorhanden war. vgl. nur wendungen wie: féll honum þá spánn.
Yngl. s. 42.
vgl. W. Grimm
runen 304. A@II@66)
in süd- und mitteldeutschen gegenden ist span
ausdruck für geld, dessen geographische verbreitung mit der unter 3
aufgezeigten von span
kerbholz zusammenfällt und so schon zusammenhang beider vermuten läszt: spän haben,
vermögen besitzen. Schm.
2 2, 669; e hôt spê
n. (
Siebenbürgen.) Frommanns
zeitschr. 5, 32, 25; schbahn hbn Castelli 229; ... syn mueder het au spänen in der bix, rooth, was die ale daa von ierem kan verzehre. Arnold
pfingstmontag 19.
vgl. noch Jecht
mansf. ma. 105
a. Spiess
henneb. idiot. 235. Hertel 230. Kleemann 21
b.
das im gegensatz zu dem unter 3
geschilderten gebrauche schon unsinnlichere er sihet auf seinen span,
in rem suam vigilat, suam aucupatur utilitatem. Dentzler 2, 267
b,
wie auch über den span fordern,
führt wol auf den weg der bedeutungsentwicklung. jener zug der volkssage, dasz gütige wesen den sterblichen zur belohnung späne
schenken, die sich nachher in goldstücke verwandeln, darf wol kaum zur erklärung herangezogen werden. A@II@77)
eine im mittelalter zeitweise modische, ringelichte haartracht nach ihrer ähnlichkeit mit hobelspänen (
s. unten spanhaar, spanhaube),
vgl. Schm.
2 2, 670: hie envor dô stuontsô schône mir mîn hâr, umbe und umbegie der spâ
n. Neidhart 39, 31; snîdent sî ze rehte,sî zeriutent im den spâ
n. 54, 31. BB.
in bildlicher sprache. B@11)
in sprichwörtlichen redensarten, zunächst ohne jede übertragung: morgen wird gearbeitet, dasz die späne fliegen. Pichler
allerlei gesch. 2, 62.
seit Luther
häufig in den streitschriften der reformation: sic vulgo dici solet wer yn die hohe hauth, dem fallen die spehen yn die augen. 13, 373
anm. 30
Weim. ausg. vgl. Simrock
sprichw. 9618; waiszt nicht, wer über sich will hauen, dem fallen die spen in die augen? Fischart
dichtungen 246
Gödeke (
kehrab 703).
dann ganz geistig gewandt von angriffen auf den glauben: haue nur nicht zu seer über dich, die speen werden dir mit hauffen in die augen fallen. Luther 1, 363
b.
ohne besondere betonung des gefährlichen in solcher arbeit: wo man holz heut, da fallen späne,
ubi ligna caeduntur, ibi decidunt assulae. Stieler 2069; wo man holtz hauet, da müssen späne fallen.
N. Volckmar
vierzig dialogi 289.
auch gerne auf die erziehung der kinder bezogen: die jugend zum zimmermann schicken, der die groben späne abhaut. Lehmann 148; er hat noch viel grobe späne an sich,
ingenio sat duro et difficili adhuc est. Stieler 2069; die groben späne sind ihm noch nicht abgehobelt.
ebenda. von der notwendigkeit fallender späne
bei jeder aufbauenden thätigkeit: da man bawet da fallen späne. Lehmann 29.
sie sind dann auch nicht wertlos: wenn das wergk und das thuen an ihm selbst gutt ist, szo müsszen wir dy spehne auch haben und nicht hynwegk werffen. Luther 14, 371, 24
Weim. ausg.; nichts desto weniger aber sind es doch nur späne aus der werkstatt des höher beschäftigten aufgelesen, das werk selber hat er mit sich hinüber genommen, und nur er genieszt es, und die ihn gekannt. Grillparzer 14, 180;
anders: denn fast widersinnig scheint es ja, die späne und den geographischen abfall bei fremden völkern mühselig aufzulesen, während das innenland die reichste fülle von geschichten, welche des höchsten alterthums sich rühmen, darbietet. Dahlmann
gesch. v. Dänemark 1, 9.
von ungeschicklichkeit in geistiger fehde: aber der Zwingel ist allererst ein ungeschickter zymerman und hawet grobe span, da er schreibt. Luther 23, 198, 7
Weim. ausg. B@22)
auszerhalb sprichwörtlichen gebrauchs, von einander ähnlichen menschen statt des häufigeren '
aus einem holz' (
s. theil 4, 2, 1767): nun! und wer merkt uns das nun an, dasz wir aus süden und aus norden zusammengeschneyt und geblasen worden? sehn wir nicht aus, wie aus einem spahn? Schiller 12, 47 (
Wallensteins lager 11).
aus dem vergleiche mit schlechtem holze heraus: wenn gott aus der eine heil'ge schnitzeln wollte, die ginge wohl ganz in die späne. Arnim 2, 209;
ähnlich: ich habe mir daher vorgenommen, bis ich mich zu einer reise nach Palästina für den zweck des menschenstudiums befähigt habe ... einstweilen die abgeraspelten und ausgeschiedenen späne und schlacken des volks gottes, wie sie mir im 49sten grad nördlicher breite durch den focus gehen, zu beobachten. Hebel 3, 190.
von ganz unsinnlichen dingen: die vernünfftigsten rathschläge giengen den krebsgang, und denen hurtigsten entschlüssungen hieb die natur oder ein zufall einen span ein. Lohenstein
Armin. 1, 1003
a,
wo span
auffällig statt spalt
steht, hier wol leicht den begriff span
lis, controversia hindurchschimmern lassend. B@33) einem auf einem span etwas geben,
kärglich mit speise versehen, ihn mit wenigem abspeisen: er ist ein rechter küssenpfennig, gibt eim auff einen span ein wenig, wil bulen mit eim lehren seckel. J. Ayrer 2305, 7
Keller.