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galopp

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

galopp m.

Bd. 4, Sp. 1202
galopp, m. das franz. galop, ital. galoppo. 11, 1@aa) nhd. seit dem 17. jahrh. verzeichnet (nl. schon am ende des 16.: galoppe, waloppe, gradarius cursus, rotundus cursus Kil. 684a), aber nach dem galopieren aus dem 16. jahrh. gewiss älter: galopp, galoppo. M. Krämer teutsch-it. wb. 1678 499a; einen galop reiten, exultanter equitare. Stieler 1598, auch im 18. länger noch ganz franz. galop, den galop gehen (vom pferde), in galop bringen Rädlein 318b, in vollem galop Aler 834a; und hurre hurre, hop hop hop! gings fort in sausendem galop. Bürger ged. 1778 s. 90. auch bei Campe wieder galop, aber nur der ableitung wegen (s. 3, b), wie auch bei Bürger das -p nicht franz. gemeint ist, sondern eine folge der vereinfachung aller cons. auslaute (s. 5, 5). Eigen im pl. (bei Adelung 'nur von verschiedenen arten'): ein geräusch von waffenrüstung! pferdetritt, galopp, galoppe! zween Zamoraner ritter u. s. w. Herder Cid. 30. der reiter spricht von kurzem und gestrecktem galopp (carriére), auch von rechtem, linkem, falschem. Den begriff bestimmt schon Kil. 121a wie jetzt: 'galop .. cursui proximus .. course de cheval moins vite que la poste', vgl. 'inter trotar et currere' bei Diez 1, 120, zwischen trab und carrière. 1@bb) übertragen auf das 'rennen' von menschen, hunden u. ä. (rennen selbst ist urspr. nichts als galoppieren, galopp reiten, vgl. rennbahn und nl. ren unter 2): so rennet nun alles in vollem galopp und kürt sich im saale sein plätzchen. Göthe 1, 197. Auch noch bildlicher, unsinnlich z. b. von einem todtkranken: es geht mit ihm im galopp zu ende. so franz. il s'en va le grand galop. *) das galmen, das im mhd. wb. 1, 458a und danach bei Lexer 1, 730 aufgeführt wird nach Frisch 1, 314c, ist dort als belg. bezeichnet, d. h. nichts als Kilians obige angabe. doch mag es wol auch mhd. schon bestanden haben. 1@cc) ein rundtanz, auch rutscher genannt, der schnellste und einfachste unserer jetzigen rundtänze. da gibts auch rasenden galopp, beliebt als kehraus. auch diesz franz. galop, im dict. de l'ac. (1835) als danse hongroise bezeichnet. 22) das wort war aber schon einmal übernommen worden und wieder vergangen, in der blütezeit des franz. einflusses im mittelalter: mhd. der walap, z. b.: daʒ (geschenkte) ros was im für trûren guot ... er reit eʒ in den walap, dar nâch in die rabîne. Wigal. 216, 28 (8462); ir ors mit sporn si bêde tribn ûʒem walap in die rabbîn. Parz. 37, 23 u. ö. wol auch walop nach walopieren Iw. 2553 (walpieren Wigal. 281, 38), gewiss auch schon galop nach galopieren ebend. in B, wb. 1, 460a, Lexer 1, 730, wie noch im 15. jahrh. in einem nrh. voc. galoppare, rennen, draben Dief. 257a, während bei Fischart im Garg. 132b cap. 15, wo er alle gangarten zusammensucht, galop fehlt (doch s. 3, c). aber im 16. jh. noch nl. waloppe (s. 1, a), mnl. walop, jetzt galop, bei Halma noch mit ren m. erklärt (s. 1, b). Die w-form scheint auf das nordfranz. zurückzugehn, eine spur davon selbst in ital. gualoppo, s. Diez 1, 200. 33) aber das ganze wort ist zuletzt deutschen ursprungs, wie man jetzt allgemein annimmt (s. Diez 1, 200). nur ist noch nicht alles im reinen. 3@aa) während noch Wachter 519 an 'καλπᾶν equum ad cursum incitare' festhielt, hatte schon Frisch im franz. wb. 1719 1, 812 nd. lôp, lauf als mutterwort angesetzt, brachte dann genauer im teutschen wb. 1741 1, 315b 'ohne sprung in Griechenland' (wir sind solche luftsprünge noch nicht los, wo man eine sachlich geschichtliche vermittelung nicht hat oder gar nicht sucht) goth. hlaupan; das ga- sollte aus dem h- mit verlust der aspiration geworden sein. aber ein solches germ. h- ist z. b. in franz. harangue aus hring ring, norm. harousse aus hros ross (Diez 1, 31. 359) getreu bewahrt, vgl. Diez gr.2 1, 300. dieser setzt darum an gahlaupan (nur angenommen), ahd. gahlaufan (concurrere, occurrere Graff 4, 1117), ags. gehleápan. wirklich ist ein goth. ga- so erhalten in prov. galaubia pracht, aufwand von goth. galaubs kostbar Diez 2, 304, vgl. frz. gaspiller 2, 306; ebenso au in altprov. galaupar galoper. 3@bb) für das ga- brachte Wackernagel einen andern vorschlag, 'vielleicht gâho hloufan?' bei Diez wb. 1, 200, 'ahd. gâhlouf schnelllauf?' umdeutschung s. 6; mhd. galt wirklich gæher louf so, im kampfe, nach dem art. dabei als kunstausdruck: den orsen was verhenget vil schiere ûf einen gæhen louf. Konrad troj. kr. 12215 K. Übrigens ist der gedanke älter, schon Campe sah in galop ein nd. gau lôp, schneller lauf (wegen nd. gau = hd. gâch s.gähe I, c), und schon bei Halma 177a (1729) 'galop, ren, de gaauwste loop van een paerd' liegt diese auslegung vor. 3@cc) aber noch ein drittes ist möglich. in der aufzählung der gangarten Garg. 132b (240 Sch.) erscheint den klop (gehn), in der entsprechenden stelle bei Rabelais 1, 12 aber le galot, d. i. galopp (im franz. galop ist das -p stumm). klop ist gestützt durch klöpper, hd. klöpfer rasch reitendes ross, mit nebenform kläpper, klepper 'graduarius equus' (s. 5, 1148, vgl. gradarius cursus unter 1, a), das auf ein klap gleich jenem klop hinweist. Nun wird auch sonst germ. kl- zu rom. gal-, z. b. in it. galeffare gleich hd. kläffen (Diez 2, 16), vgl. span. calambre gleich hd. klampf krampf (s. unter klamp), franz. guenipe gleich kneif, kneip, eine zerdehnung zu der das ahd. selbst schon den anlasz bot (s. unter kleschen 1, c). mhd. erscheint aber auch kalopieren Parz. 37, 15 u. ö. (mhd. wb. 1, 460a), vielleicht also auch franz. caloper. auch das a in walap stimmt zu dem angenommenen klap. mir scheint als liesze klop lautlich weniger schwierigkeiten übrig als hlaupan. die sachliche seite, der weg und anlasz der entlehnung bleibt hier und dort aufzuhellen.
5750 Zeichen · 184 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Galópp

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Galópp , des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, derjenige schnelle Gang eines vierfüßigen Thieres, besonders eine…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Galopp

    Goethe-Wörterbuch

    Galopp auch C-/K-, -ll- u -p schnellste Gangart der Pferde (selten anderer Tiere); meist ‘im, in vollem G.’ für schnelle…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Galopp

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Galopp , bekannte Gangart der Pferde; G. ade , kurzes G.iren; Tanz im 2 / 4 Takt.

  4. modern
    Dialekt
    Galopp

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Galopp , Kalopp [Kàlòp und Khàlòp Str. ; Khàlòp Ingenh. Hf. ] m. Galopp. ‘In Eim Kalopp isch's jetz g'gange’ Hirtz Ged. …

  5. Spezial
    Galopp

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ga|lopp m. (-s,-s/-e) 1 (Pferdegangart) galop (-s) m. 2 ‹mus› (schneller Rundtanz) galop (-s) m. ▬ im Galopp reiten jí (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit galopp

47 Bildungen · 44 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

galopp‑ als Erstglied (30 von 44)

Galoppade

PfWB

galop·pade

Galoppade f. : = Galopp 2 a. Im Walzer un in Kollepad ... was Staab werd in die Heh gejaht! [ Schandein Ged. 73]. Rhein. IX 1233 Galoppal.

galoppen

DWB

galop·pen

galoppen , galopp gehn: der caball wird traben, dreischlagen, passen, höben, galopen. H. Reinhold reime dich Nordh. 1673 s. 37. das nl. hat …

Galoppeng

LothWB

galopp·eng

Galoppeng [gàlobè Ri. Ha. Rom. ] m. Taugenichts. — frz. galopin.

Galopper

ElsWB

galop·per

Galopper , G(a)löppri , Kal- , Kl- [Kàlopər Roppenzw. Ruf. Ndhsn. ; Kàlopri Bebelnh. Bf. ; Khàlèpri Ingersh. ; Kalèpri Obhergh. ; Klèpri Nif…

galoppeⁿ

Idiotikon

galoppeⁿ Band 2, Spalte 207 galoppeⁿ 2,207

Galopphengst

PfWB

galopp·hengst

Galopp-hengst m. : ' wer sehr schnell arbeitet ', Galopphengscht [ PS-Geisbg BZ-Dierb ]. Südhess. II 1066 ; Bad. II 282 .

galoppieren

DWB

galopp·ieren

galoppieren , das franz. galoper, ital. galoppare; schon mhd. galopieren ( s. galopp 2). 1 1) vom pferde, galopiren, den galop gehen, aller …

galoppierend

LDWB2

ga|lop|pie|rend adj. galopënt (-nc, -a). ▬ galoppierend e Inflation inflaziun galopënta f.

galoppiereⁿ

Idiotikon

galoppiereⁿ Band 2, Spalte 207 galoppiereⁿ 2,207

Galoppīren

Adelung

galop·piren

Galoppīren , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, den Galopp gehen, im Galoppe gehen. Das Pferd galoppiren lassen. Das Pferd galoppir…

Galoppl¹ger

WWB

galopp·loger

Galop-plo¹ger m. Landwirt, der seinen Acker nur nachlässig und schlecht bestellt. O Häer, wat is dat auk en netten Galoppleuer! ( Pad Da).

Galoppmusik

RhWB

galopp·musik

Galopp-musik Ruhr-Hünxe f.: scherzh. Tanzvergnügen des Schützenvereins, vier- bis fünfmal im Jahre.

galopp als Zweitglied (3 von 3)

bahngalopp

DWB

bahn·galopp

bahngalopp , m. der auf der reitbahn erlernte künstliche galopp eines pferdes, zum unterschiede von dem freien feldgalopp.

Fếld-Galópp

Adelung

feld·galopp

Der Fếld-Galópp , des -es, plur. inus. der natürliche Galopp eines Pferdes, zum Unterschiede von dem erlernten oder Bahn-Galoppe.

mittelgalopp

DWB

mittel·galopp

mittelgalopp , m. ein aus dem trabe und galopp zusammengesetzter gang des pferdes, wobei das pferd mit den vorderfüszen trabt, und mit den h…