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wiegen

mhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wiegen

Bd. 29, Sp. 1526
wiegen , st. vb. herkunft und form. die jüngernhd. verben wiegen — wog — gewogen und wägen — wog — gewogen (selten wägte — gewägt) gehen gemeinsam zurück auf mhd. wëgen (wige — wac, wâgen — gewegen) 'bewegen', ahd. wëgan, got. gawigan, an. vëga, ags. wëgan, afrs. wëga, zur idg. wurzel *egh- 'bewegen' (näheres hierzu s. unter wägen teil 13, sp. 422). beide nhd. wörter haben in der hauptsache nur noch die speziellen bedeutungen 'soundso schwer sein' (intrans.) und 'das gewicht eines gegenstandes (mit der waage) bestimmen', auch 'wertend schätzen' (trans.). die heutige allgemeine verbreitung der (landschaftlich bereits mhd. auftretenden) ausgleichspräsentien auf -i(wiegen) und -e- (wägen) ist das ergebnis einer schriftsprachlichen entwicklung im 17. und 18. jh., die sich nur auf schmalen mundartlichen boden stützt. auch die formen wog und gewogen, die hier und da schon im 16. jh. begegnen, sind erst seit dem ausgehenden 17. jh. allgemeingültig geworden, ohne mundartlich überall aufnahme gefunden zu haben. während das part. prät. gewogen (seit dem 15. jh. vorkommend) sich direkt gegen das ursprüngliche gewegen (im 17. jh. versiegend) durchsetzt, geht dem prät. wog, wogen zunächst ein wug, wugen (mhd. -uo-) voraus, das seit dem 13. jh. im md. auftritt, seit dem ende des 15. jhs. gegen wag, wagen ins obd. vorrückt und im ausgehenden 16. und älteren 17. jh. herrschend ist (anstelle des unter wägen sp. 425 für das 17. jh. gebuchten prät. ihr waget Abr. a s. Clara Judas [1687] 1, 20 [druckfehler] steht in anderen ausgaben die sinngerechte konjunktivform ihr wöget [1686] 1, 34; [1702] 1, 22). — zu dem nachstehenden überblick über die wandlungen des flexionsschemas ist die ausführliche darstellung der geschichte der einzelformen unter wägen, teil 13, sp. 424 bis 427, stets mit heranzuziehen; vgl. auch H. Paul dt. gramm. 2, 230 f. und 233 (§ 168 nebst anm. 6). im 16. jh. ist im obd. noch die intakte mhd. vokalreihe wegen, wige — wag, wagen — gewegen sprachüblich, vgl. z. b. bei Wickram: wegen (inf.) w. 2, 263 lit. ver.; wigt (3. sing. präs.) 5, 8; wag (3. sing. prät.) 8, 199; wagen (3. pl. prät.) 3, 177; (du hast) gewegen 4, 75; bei Hans Sachs: wigt (3. sing. präs.) w. 21, 42, 29 lit. ver.; wag (3. sing. prät.) 11, 54, 21; (er hat) gewegen 12, 133 (neben wag auch wg, wugent, s. u.); bei Fischart mit ausgleich des vokalwechsels im präsens: wiegen (inf.) 2, 373 Hauffen; wieget (3. sing. präs.) ebda; wag (3. sing. prät.) Garg. 218 ndr.; wagen (3. pl. prät.) ebda; (ab)gwägen binenkorb (1581) 177a (neben wag auch wog, s. u.). daneben steht (vom md. auf das obd. übergreifend) die reihe wegen, wige — wug, wugen — gewegen, z. b. bei Aventin: wegen (3. pl. präs.) s. w. 4, 367, 32 bayer. akad.; wigt (3. sing. präs.) 4, 915, 20; wueg (3. sing. prät.) 4, 323, 19; wuegen (3. pl. prät.) 4, 49, 16; (hat) gewegen 4, 417, 7; bei Mathesius: wegen (inf.) Sarepta (1571) 166a; wigt (3. sing. präs.) 166b; wug (3. sing. prät.) 168a; wugen (3. pl. prät.) ebda; gewegen 166a (daneben gewogen 166b); bei Fronsperger: wegen (3. pl. präs.) kriegsbuch (1573) 1, 95a; wigt (3. sing. präs.) ebda; wug (3. sing. prät.) 3, 199a; dazu erwegen (part. prät.) 1, 95a. die geltung dieser im allgemeinen vorherrschenden flexionsweisen wird jedoch durch häufige vokalische schwankungen beeinträchtigt. Luther gebraucht in der regel die reihe wegen, wige — wug, wugen — gewogen, z. b.: wegen (inf.) 1. chron. 23, 3; (3. plur.) ps. 62, 10; wieget (3. sing.) Jes. 40, 12; wigt (3. sing) w. 10, 1, 1, 531 W.; wug (3. sing.) 1. Mos. 23, 16; 2. Sam. 14, 26; tischr. 4, 702 W.; gewogen 2. Sam. 18, 12; Esra 8, 33; tischr. 5, 31 W.; daneben aber -i- für -e-: wiegen (inf.) w. 7, 682 W.; er ... wige (konj. präs.) w. 8, 305 W.; auch -e- für -i-: du wegest (indik. präs.) Sirach 28, 29; als konj. prät. findet sich wöge (3. sing.) Hiob 6, 2. — das part. gewogen tritt sonst im 16. jh. zunächst noch selten auf, zu den wenigen unter wägen sp. 425 angeführten beispielen vgl. noch Planitz berichte 36 Wülcker (1521) und Reutter v. Speir kriegsordn. (1595) 101; bei Mathesius wechselt -o- mit häufigerem -e- (s. o.). stärker machen sich die schwankungen im finiten prät. bemerkbar; so begegnet -u- neben -a- im Teuerdank: wug 85, 30; wag 7, 16 und bei Hans Sachs: wugent 7, 202, 6 lit. ver.; wag 11, 326, 13. -o- findet sich neben -a- in der Zimmer. chron.: wog 21, 191; wag 274 und bei Fischart: wog w. 1, 160 Hauffen; wag Garg. 335 ndr.; später dann -o- neben -u- bei Rollenhagen: wog froschm. (1621) O 3a; wug N 6b; bei Grimmelshausen: wog Simpl. 285 Scholte; wug (la. derselb. stelle) 1, 350, 8 Kurz; (dazu gewogen Simpl. 247 Sch.); bei Zesen: erwoog Ibrahim (1645) 1, 417; wug Simson (1679) 206. im präsens tritt durchgeführtes -i- oder -e- neben dem ungleich häufigeren lautwechsel im 16. jh. nur wenig hervor. wi(e)gen findet sich seit dem 12. jh., zuerst im rheinfränk. und auch später namentlich im westmd., z. b. vielfach bei Diefenbach gl. s. v. appendere, compensare, equipensare, librare, pensare, ponderare, taxare, trutinare (vgl.wägen sp. 424). ausgleichsformen auf -e- begegnen nur ganz sporadisch (s. ebda). im mittelfränk. (s. u.) beheimatetes weigen, z. t. mit sekundärablaut nach der i-reihe, s. unter wägen II 4, sp. 426 (mhd. wigest, wiget scheint hier zu wîst, wît kontrahiert, das -î- auch in die übrigen präsensformen verschleppt und diphthongiert worden zu sein); vgl. noch weich (3. sing. prät. trans. u. intr.) Karlmeinet 447, 49 u. 51 Keller; hait zusammen gewiegen 27 loit silbers bei Heinzerling-Reuter Siegerl. 313; wygen (trans.), weych (prät. intr.) Chr. Wierstrait historij des beleegs von Nuys (1476) 482 u. 486 Meisen. die frühnhd. verhältnisse in der präsensbildung sind, wie der folgende überblick zeigt, mundartlich bis in die neuere zeit bewahrt geblieben. im obd. und im nd. hat sich sehr weitgehend der alte lautwechsel erhalten (einzelne abweichungen s. u.), vgl.: wägen, wīg (-š, -t) Fischer schwäb. 6, 345; wäge, wig, wigsch, wīgt etc. Seiler Basel 308a; i wige, mr wäge Hunziker Aargau 285; ich wîk, mər wákə (Oberelsasz) Martin-Lienhart elsäss 2, 796; ich wig, wir wegen Schmeller-Fr. bayer. 2, 871. — im nd. ist in der 1. pers. sing. -e- eingetreten: ik weg, du wiggst etc. Mensing schlesw.-holst. 5, 571; wegen, wigt Richey id. Hamburg. (1743) 347; wäg, wiggst Danneil altmärk. 242b; wëje, wichst Damköhler Nordharz 224b; wëge, (wögst und) wegst, wegt (ë < ë, e < i) Schambach Göttingen 291a. — im westmd. herrscht in einem binnenstreifen, der vom moselfränk. zum hessischen zieht, die form weigen: waiə(n), weiən (nördl. u. östl. Lothr.) Follmann Lothr. 535; weien wb. d. luxemb. ma. 480; nösn. weigen, moselfrk. weiən Kisch vgl. wb. 244b; weijen Christa Trier 216b; weie Autenrieth pfälz. 150; weie Crecelius Oberhessen 914. nördlich hieran grenzt ripuarisches woge (zu wooch, wooge 'waage', s.wagen, vb., III, teil 13, sp. 393): Wrede Köln 293b; Müller-Weitz Aachen 263; Müller-Schlosser Düsseldorf 269a. zwischen diesem westmd. -ei- und -o-gebiet und dem obd. und nd. geltungsbereich des e/i-präsens liegen beiderseits mundarten, in denen wiegen durchgeführt ist. der südliche streifen zeichnet sich im rhein-, süd- und ostfränkischen bis ins westerzgebirgische ab: wijə im nördlichsten Elsasz (damit identisch wēje im übrigen Unterelsasz) Martin-Lienhart 2, 804b; wijə(n), win im südl. Lothringen Follmann a. a. o.; wie Autenrieth a. a. o.; wiige Meisinger Rappenau 231; wiije Lenz Handschuhsheim 77b; wīche (wenn nicht swv.) Heilig Taubergrund 75; wiicən, wiing (westl. Erzgeb.) Müller-Fraureuth obersächs. 2, 665. im norden kommt -i- in südniederdeutschen und angrenzenden md. mundarten vor: wîgen Woeste-N. westfäl. 324; wijje Heinzerling-Reuter Siegerland 313b (in teilen des gebietes; daneben wēje, wie auch im köln. bei Wrede a. a. o.); weīgen Bauer-Collitz Waldeck 112b; wijən Hofmann Niederhess. 264; wiegen 'statt wägen' Grassow Kassel 87; wijen Lademann Teltow 281a; vgl. auch wiegeschale 'wageschale' Trachsel Berlin 64. — für die ostmd. mundarten mangelt es an ausreichenden buchungen; vgl. noch wê (part. prät. trans. gewêd, intrans. gewójen) Hertel Thür. 252; wään (östl. Erzgeb.) Müller-Fraureuth a. a. o.; namentlich fehlen angaben für Schlesien, das in der jüngeren schriftsprachlichen entwicklung zuerst mit trans. u. intr. durchgeführtem wiegen hervortritt (s. u.). ausgleichspräsens zugunsten von -ie- oder -ä- findet sich schlieszlich noch neben dem e/i-präsens vereinzelt im ober- und niederdeutschen, vgl. ich weg etc. Schmeller-Fr. a. a. o.; wäg, wäggst, wäggt Mi Mecklenb. 104; wëgen (trans.) neben wigen (intrans.) unter schriftsprachl. einflusz bei Fischer a. a. o.; vgl. ferner: 'wîgn und wègn werden beide für hd. wiegen und wägen verwendet' Lexer Kärnten 257; 'wiegen wird oft mit wägen verwechselt' Hupel Lief- u. Ehstl. (1795) 263. abweichende formen s. noch bei Grimme plattdt. maa. (1922) 92. die entwicklung zu dem jüngernhd. nebeneinander von wägen und wiegen, z. t. mit differenzierung in transitiven und intransitiven gebrauch, ist also ein überwiegend schriftsprachlicher vorgang, der aber infolge der landschaftlichen gegensätze bis heute zu keinem ausgeglichenen ergebnis gekommen ist. die im 17. jh. sich vollziehenden wandlungen des flexionsschemas genauer zu verfolgen, lassen die spärlichen belege dieser zeit nicht zu. jedenfalls verbinden sich mit dem ausgleichspräsens wiegen (für das e-präsens fehlen ausreichende unterlagen) anfangs noch unterschiedliche präteritalformen, vgl. wigen (inf.), gewegen (part. prät.), dazu das nomen agentis wiger (Weinheim 1489) oberrhein. stadtrechte 1, 395; Fischart gebraucht wiegen — wag (wog) — gwägen (s. o.); der zweite Frankfurter druck (1580) von Aventins bair. chron. hat wiegen (inf., statt wegen) s. w. 4, 367, 32; gewogen (statt gewegen) 417, 7; vgl. auch bei Sebiz wigt (imperat. plur. neben koordiniertem nemet) feldbau (1580) 16; wiget (3. sing.) 134 und dazu selten bezeugtes gewagen 197 (vgl.wägen sp. 426). — immerhin läszt sich vermuten, dasz später das part. prät. gewogen (wohl durch Luthers sprachgebrauch nachhaltiger gefördert, z. b.: man hat dich ... gewogen und zu leicht funden Daniel 5, 27) mit dem ausgleichspräsens wiegen in ein festeres verhältnis trat, und dasz diese verbindung es nahelegte, schlieszlich auch wug, wugen durch wog, wogen zu ersetzen, so dasz das zeitweilig irregulär gewordene verb an die ablautreihe fliegen — flog — geflogen angeglichen wurde (zeugnis für deren einflusz scheint auch die form weugt [3. sing. präs.] bei Garzoni schawplatz [Frankf. 1641] 656b zu sein; daneben wieget ebda). andererseits finden sich aber ähnliche umbildungen auch neben unverändertem e-präsens bei heben (hub — gehaben > hob — gehoben) und weben (wab — geweben > wob — gewoben), und ebenso stellen sich denn die präteritalformen mit -o- zu dem ausgleichspräsens wägen, das, wie weben, zugleich ein schwaches prät. und part. prät. ausbildet. die belege des späteren 17. jhs. erwecken den anschein, dasz sich zunächst Schlesien und Obersachsen-Thüringen als zentren einer konsequenteren regelung gegenüberstehen, und zwar ersteres mit gänzlich durchgeführtem wiegen, letzteres mit differenzierung zwischen trans. wägen und intrans. wiegen. zwar findet sich bei Schlesiern des frühen und mittleren 17. jhs. noch wägen: es würde leichter wägen Gryphius t. ged. (1698) 2, 94; auch, der späteren schriftsprachlichen unterscheidung entgegengesetzt, intrans. wägen (3. plur.) neben trans. wiegen (inf.) Logau 665 und 323 lit. ver.; seit der zweiten hälfte des 17. jhs. hat sich hier aber offenbar wiegen gefestigt, so bei Lohenstein: wiegen (inf. trans.) Arminius (1689) 2, 1427a; wiegt (3. sing. trans.) türk. trauersp. 154 Just; wigt (3. sing. intr.) ebda 184; wiegen (3. pl. intr.) Arminius 1, 151b; soviel wiegendes silber 91b; bei Neukirch: wiegen (inf. trans.) ged. (1744) 669; 808; wiegt (3. sing. intr.) 149. auch wo allein die trans. verwendung bezeugt ist, wird nunmehr in der regel zugleich intrans. wiegen vorauszusetzen sein: wieg (imperat.) Abschatz poet. übers. u. ged. (1701) verm. ged. 152; so auch später: die börse wiegend Holtei erz. schr. (1861) 18, 186. dem schles. gebrauch scheinen auch die nördlich anschlieszenden randgebiete zu folgen: wieget (3. sing.) Knittel poet. sinnenfr. (1677) 120; Warnecke poet. vers. (1704) 133; wiegt (3. sing.) Z. Werner ged. (1789) 3; Gaudy s. w. (1844) 1, 125. für teile des westmd. darf wohl gleichfalls wiegen vorausgesetzt werden, doch mangelt es hier an belegen; vgl. aber oben und unter wägen, sp. 424, frühnhd. wiegen in Frankfurter drucken, ferner in Lehmanns floril. polit. (Frkf. 1662) intrans. wigt 1, 352; wiegen 3, 35 und trans. wiegt 1, 35; 2, 954. — die obersächs.-thür. unterscheidung zwischen intrans. wiegen und trans. wägen ist weniger gut zu belegen. Stieler exemplifiziert: das kalb wiegt dreyszig pfund und sich wägen lassen, wie schweer man sey stammb. (1691) 2521; dazu stimmt bei J. E. Schlegel: wägt (3. sing. trans.) w. (1761) 1, 394; 4, 86. bei Lessing: wägt (imperat. pl.) 1, 137 L.-M.; wägen (inf. trans.) 2, 247; wieget (3. sing. intrans.) 2, 444. bei Thümmel: wägen (inf. trans.) reise 8 (1803) 59. als 'sächsisch' bezeugt wird die genannte unterscheidung durch einen zeitgenössischen schwäbischen grammatiker: 'ist disz wort ein neutrum, und heiszt: auf der wage schwer sein, so conjugirt man es in Sachsen: ich wige, du wigst ... etc. heiszt es, auf der wage untersuchen, wie schwer etwas sei, und ist mithin ein activum, so conjugirt man es: ich wäge, du wägst ... die wahre und kurze lehre disz wortes ist die: wegen, es sei activum oder neutrum, wird nur ... abgewandelt: ich wege (nicht wige oder wiege), du wigst ... das sächsische wigen, oder gar wiegen, wie sie es schreiben, beleidigt unsre ohren, und ist uns obendrein unverständlich' Nast d. teütsche sprachforscher (1777) 1, 135 in: PBB 28, 381; vgl. auch als bair. zeugnis: 'ich wäge, du wiegst, er wiegt ... einige machen den unterschied, und sagen wägen sey das activum, wiegen aber das neutrum' H. Braun orthogr.-gramm. wb. (1793) 305b. diesen landschaftlichen verhältnissen entspricht öfteres schwanken zwischen trans. -ie- und -ä- bei gebürtigen Oberdeutschen, z. b. bei Schubart: (du) wägst s. ged. (1825) 2, 78; wiegt (3. sing.) ebda 1, 258; 2, 70. bei Rückert: wiegen (3. pl.) ges. poet. w. (1868) 1, 24 neben intrans. (!) wägt (3. sing.) 2, 168 und trans. schw. partiz. prät. gewägt 1, 121 (aber intrans. gewogen 3, 180). vgl. auch bei Wieland: zu boden wägen ges. schr. I 22, 413; II 4, 374 akad.; zu boden wiegt I 10, 1, 15; er wiegt I 13, 236. dasselbe begegnet, infolge ähnlicher voraussetzungen, bei norddeutschen autoren; bei Goekingk: wägt (3. sing.) ged. (1780) 1, 17; wiegt (3. sing.) 2, 211; selbst intrans. wägen (inf.) findet sich bei Möser patriot. phant. (1775) 1, 122 (dafür wiegen [1778] 1, 122); vgl. auch trans. du wiegest Brockes ird. vergnügen (1721) 1, 126 gegen wägt (3. sing.) Hagedorn s. poet. w. (1771) 2, 68. im übrigen wird von gebürtigen Niederdeutschen eher trans. wägen bevorzugt, vgl. bei Klopstock: wägt (3. sing.) w. (1798) 10, 106; dazu wog ebda; bei Kosegarten: wägst rhapsodieen (1790) 2, 7; bei Immermann: wägen (inf.) Münchh. 21, 141; bei Geibel: wägt (3. sing.) ges. w. (1883) 2, 238; wägend 4, 39; dazu wog 6, 10. indessen scheint bei den Schweizern des 18. jhs. wiegen durchgedrungen zu sein; zwar gebraucht Bodmer wegen (3. plur. intrans.) Noah (1752) 87; (inf. trans.) 89; dazu schwaches prät. sie wegte 305; doch findet sich trans. wiegen bei Haller: wieget ged. 16 Hirzel; wiegt 46; dazu gewogen 54; Zimmermann: wiegt einsamk. (1784) 2, 2; dazu wog 1, 59; Lavater: wigt br. an Philemon 1 (1785) 446; dazu wog physiogn. fragm. (1775) 1, 46 (vgl. aber: 'im schweizerischen schriftdeutsch ist der unterschied [zw. wiegen u. wägen] noch lebendig, und wer hier sagen wollte ich habe mich wiegen lassen würde ausgelacht werden' Blümner z. schweiz. schriftdeutsch [1892] 32). auch spätere Baiern haben trans. -ie-, vgl. wiegen (inf.) Rosegger schr. (1895) I 7, 10; selbst in der mundartdichtung: wiegen (inf.) K. Stieler ged. 3, 25. diese landschaftlichen verhältnisse werden nun aber in der zeit der klassik und später von einer tendenz überlagert, in gehobener stilhaltung die differenzierung zwischen intrans. wiegen und trans. wägen durchzuführen. nach Adelung 5 (1786) 218 ist trans. (und intrans.) wiegen 'so wohl im gemeinen leben, als in der edlern schreibart üblich, wägen aber kommt nur in der letzteren vor'; wägen (wog, gewogen und 'zuweilen' wägte, gewägt) ist ebda 19 nur als trans. angeführt. hierzu stimmt Göthes wortgebrauch; er hat intrans. wiegt (3. sing.) gespr. (1889) 2, 290 Biederm.; dazu wog I 44, 32, 14 W.; gewogen IV 8, 88; trans. wägt (3. sing.) I 13, 1, 177, 22; dazu schwaches prät. (er) wägt' I 2, 188, 36; gewogen I 8, 271, 7; in umgangssprachl. ausdrucksweise jedoch auch trans. wiegt (3. sing.) I 47, 373, 17 (notiz); wiegen (inf.) I 31, 57, 22. (vgl. bei A. v. Humboldt: die wägbaren stoffe kosmos 5, 11, aber brieflich das wiegbare in: Lichtenberg nachlasz 180, 10 Leitzm.). trans. wägen neben intrans. wiegen ist ferner nachzuweisen bei Schiller: wiegt 2, 91 G.; wägt 3, 141; wägen 11, 332; dazu wog 13, 179; gewogen 12, 57; J. G. Forster: wiegen s. schr. (1843) 2, 217; wiegt 8, 82; dazu wog 2, 343; wägt w. 9, 55 akad.; dazu wägte ebda; Klinger: wiegt neues theater (1790) 1, 117; wägen w. 2 (1832) 346; dazu wog 3 (1815) 195; Grillparzer: wiegt s. w. 20, 26 Sauer; wäg (imperat.) 5, 46; dazu gewogen 1, 226; C. F. Meyer: wiegt br. 63 L.; wägen Engelb. (151907) 44. — intrans. undtrans. wiegen findet sich noch bei Lichtenberg: wiegt (intr.) (1784) br. 2, 160 L.-Sch.; wiegen (tr.) ebda 330; verm. schr. (1800) 5, 16; Mommsen: wiegt (intr.) m. gesch. 1 (21856) 585; wiegen (tr.) 1, 190; A. v. Droste-Hülshoff: wiegt (intr.) ges. schr. (1878) 1, 204; wiegt (imp. plur. trans.) 2, 296. für die umgangssprache darf in jüngster zeit trans. und intrans. wiegen als sehr verbreitet angesehen werden, während wägen sich nur noch landschaftlich hält. bedeutung und gebrauch. AA. intransitiv 'soundso schwer sein, ein bestimmtes gewicht haben', wie wägen III 1, sp. 427; s. ebda die herleitung der bedeutung aus dem alten transitiven gebrauch von ahd. wëgan, mhd. wëgen für 'etwas bewegen, zu bewegen vermögen' (nämlich das gegengewicht auf der waage vermöge des eigenen gewichtes); die gewichtsangabe im akkusativ ist also ursprünglich echtes objekt. A@11) in realer verwendung: wundert euch viel meher der schwäntz an den scytischen schafen, welche meher als dreissig pfund wigen Fischart Garg. 228 ndr.; das schwerste musz am meisten wiegen Lehmann floril. polit. (1662) 3, 35; einen diamant ..., welcher roh dreytausend sechshundert pfefferkörner gewogen hätte Lohenstein Arminius (1689) 2, 412b; seine kleidung wiegt den drittel dessen, was sein gantzer cörper discourse d. mahlern (1721) 2, 175; erdbirnen ... da ein stück etliche pfund wiegt d. Leipziger avanturieur (1756) 2, 165; indem das gold neunzehnmal mehr als das wasser wiegt Hegel w. (1832) 7, 1, 192; sechzehn gefässe von gold, die 150 mark goldes wogen A. v. Arnim s. w. 5, 2 (1857) 41; draus hab ich ein paar ochsen angebunden, recht feist und dick, die wiegen ihren mann Tieck schr. (1828) 1, 179; ein pfund holz wiegt ja genau so viel wie ein pfund blei, allein ein kubikzoll blei wiegt über eilfmal mehr wie ein kubikzoll holz Liebig chem. br. (1844) 76; das mischverhältnis beträgt 900 teile silber und 100 teile kupfer, so dasz 90 mark in silbermünzen 1 pfund wiegen (1873) münzgesetz, art. 3, § 1, abs. 2; am vierten tage endlich gar der Kaspar wie ein fädchen war, er wog vielleicht ein halbes loth, und war am fünften tage todt H. Hoffmann Struwwelpeter 17; sie wiegen nur sechzig kilo, sagte er (der arzt), und das ist bei ihrer grösze zu wenig Renn adel im untergang (1947) 250. dazu die seit dem frühnhd. geläufige, doch gegenwärtig wohl veraltende verbindung schwer wiegen 'schwer von gewicht sein' oder auch nur pleonastisch 'soundso schwer sein': welches rosz mehr silbers wehrt ist, dann es schwer wiegen mag buch d. liebe (1587) 22b; ja wiegt der beutel nur fein schwer, so wird der bräut'gam flugs erwehlet J. Chr. Günther ged. (1735) 560; und kehrt in einem augenblick mit einer feisten gans zurück, die schwerer als er selber wieget Pfeffel poet. versuche 10 (1810) 130; wie schwer ein einzelnes atom wiegt, sein absolutes gewicht, ist nicht bestimmbar Liebig chem. br. (1844) 61; das kindchen war bildhübsch ... es wog schon ganz schwer Kahlenberg Eva Sehring (1901) 71. A@22) häufig metaphorisch, namentlich in der wendung schwer wiegen, aber auch in zahlreichen analogen verbindungen und in prägnanter verwendung. A@2@aa) schwer wiegen 'gewichtig, von groszer erheblichkeit sein, stark ins gewicht fallen' (vgl. schwerwichtig teil 9, sp. 2593, wofür heute gewöhnlich die zusammenrückung schwerwiegend gebraucht wird): ist einiges unglück unter der sonnen, dasz so schwer wieget als das meinige? Rist d. friedewünsch. Teutschland (1648) 130; so steigt die schönheit der person auf den erhabnen fürstenthron, und pflegt bey adlichen noch halb so schwer zu wiegen Stoppe Parnasz (1735) 14; ich hab in gleicher wage recht gewogen das leid, das unser krieg schafft, das wir dulden; und was uns drückt, wiegt schwerer, als der fehl Shakespeare (1825) 1, 293 Tieck; ein wort im streite musz so schwer nicht wiegen Raupach dram. w. ernster gattung (1835) 8, 212; diese diplomatischen siege ... wogen schwerer, als die militärischen erfolge Häusser dt. gesch. (1854) 2, 75; dies begriffen und, was schwerer wiegt, dies gethan zu haben, ist die ... unvergängliche ehre des römischen senats Mommsen m. gesch. 1 (21856) 585; sagt eure meinung, ihr wiszt, dasz sie schwer bei mir wiegt W. Raabe s. w. I 4, 202; denke immer daran, dasz ein versäumnis im einzelnen jetzt nicht schwer wiegt H. Hesse glasperlenspiel (1943) 1, 316; das dingliche eigentum wiegt schwerer als das geistige, und die versündigung an ihm ist moralisch schwerer N. Hartmann ethik (21935) 549. A@2@bb) in entsprechender auffassung. A@2@b@aα) namentlich leicht wiegen (in realer anwendung literarisch nicht bezeugt, aber umgangssprachlich oder landschaftlich zweifellos geläufig): o himmel, kann ich denn kein leichtes glück empfangen! sprach der im suchen schon ganz miszvergnügte mann. was aber klag ich doch! hier treff ich meines an. es wieget leicht poesie d. Niedersachsen (1721) 2, 373 Weichmann; dasz diese einwürfe ... nicht leicht wogen Mommsen m. gesch. 2 (1865) 94; ein zerwürfnis zwischen dem vasallen und seinem herrn wiegt nicht leichter als eine tödliche sünde Reinh. Schneider Philipp II. (1931) 19; so leicht wiegt für sie ein menschenleben? L. Frank jünger Jesu (1956) 251. A@2@b@bβ) so auch viel, mehr, wenig, nichts wiegen usw., desgleichen mit interrogativem was: drauff bleibet zwischen ja vnd nein disz fräwlein stehen, sie zweiffelt, ob sie sol zurücke wieder gehen, die ehr vnd die gebühr allhier viel bey jhr wigt Dietrich v. d. Werder hist. v. ras. Roland (1636) 2, 65; hatte sie noch eine besondere ursache, es mit ihm zu halten; eine ursache, die darum nicht weniger wog, weil sie solche in petto behielt Wieland ges. schr. I 10, 193, 5 akad.; auf! sagt der hauptmann, was wiegt ein freund nicht Schiller 2, 91 G.; der eine satz, dass der mensch als solcher rechtssubjekt ist, wiegt mehr als alle triumphe der industrie Jhering geist d.m. rechts (1852) 100; ein schwert wiegt viel in solchen zeiten W. Hauff s. w. (1890) 1, 61; was wog das wohlwollen des gesandten, da sein herr unerbittlich blieb? Treitschke dt. gesch. im 19. jh. (1897) 1, 352; herr Kortüm hätte nie gedacht, dasz die sachen in dieser welt fast nichts wiegen, aber die nebensachen astronomische gewichte haben Kluge Kortüm (1938) 99; ob mensch oder tier, der unterschied wog gering A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 153. anders: meinst du denn, ich frage die leute, mit denen ich umgehe, wie ein Engländer: wie viel wiegst du? (wie hoch ist dein vermögen) W. Hauff s. w. (1850) 5, 99. A@2@b@gγ) öfters in mehr bildlicher ausdrucksweise: der hunger, welcher pfündig wieget, ist offtermahls damit vergnüget, wenn er nur qventgen kriegen soll Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 342; dasz monsieur bey den Deutschen zwey pfund weniger, als herr, und mamsell zwey pfund mehr wiegt, als jungfer! Hippel lebensläufe (1778) 1, 367; auf! kronen wiegt des flüchtigen augenblicks mannhafte wahl Stägemann kriegsgesänge (1812) 9; bretonisch wort wiegt gold, sagt das sprichwort H. Laube ges. schr. (1875) 4, 110; dies papier, mylords, wiegt eine gewonnene schlacht Brecht stücke 2 (1955) 50. A@2@b@dδ) mit wiegen (gewöhnlich: auch mit wiegen) 'gleichfalls von gewicht, von bedeutung sein': bei den weibern zählt einer wenigstens mit, wiegt er auch nicht mit. sie schätzen die courmacher nach der zahl, nicht nach dem gewichte Göthe gespr. (1889) 2, 290 Biederm.; ich und mein gefolg' — wir wiegen auch ja mit Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 1, 340; in einer moralischen untersuchung über schuld und unschuld wiegt auch eine absicht mit A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 431. A@2@b@eε) prägnant wiegen 'gewicht und geltung haben': ist der gesang ein feiges spiel geworden? wiegt fürder nur der degen und die lanze? Uhland ged. (1898) 1, 115; der gebildetere stand, der, bei dem nationalgefühl, vaterlandsliebe und hoffnung wiegen Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 2, 138. A@2@cc) dieselben oder ähnliche wendungen begegnen mitunter auch in abgewandelter auffassung (schwer wiegen ist hier gleichfalls am häufigsten). A@2@c@aα) von persönlichkeiten, auch leistungen o. ä., auf deren gewichtigkeit, bedeutung, inneren gehalt oder äuszere wertschätzung bezogen: denn grosse leut die feylen auch, nicht viel besonders wigen Ringwaldt handbüchlin (1581) B 8a; wer dir das sagte, wollte dich nur furchtsam machen. Aristides wiegt nicht schwer Fessler Aristides u. Themistokles (1792) 1, 138; es haben sich männer ihm angeschlossen, die nicht gering wiegen Fr. L. Jahn w. (1884) 1, 460; hofrat Küstner wiegt wohl nicht schwer. ein litterarischer petit-maître Grillparzer s. w. 20, 26 Sauer; minnesang und ritterschaft wiege nun weit unter dem pfennig Gervinus gesch. d. dt. dichtg. (1853) 2, 154; er (Michelangelo) erkannte die anderen unparteiisch an, aber auch sie sollten ihn nicht für leichter nehmen als er in der tat wog Herman Grimm Michelangelo (1890) 1, 223; hätte er nur eine geeignete anrede für diesen mann, der im rang nicht höher steht als er, gesellschaftlich aber und als person soviel mehr wiegt A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 21. A@2@c@bβ) etwa wie 'lasten' (bes. auf dem gemüte jmds): sie können nicht glauben, wie schwer meinem herzen dieses vermeynte opfer wiegt S. v. Laroche frl. v. Sternheim (1771) 2, 180; alles was noch in mir wog und zog, waren einige schwere gedanken ... über wichtige puncte des vergangenen so wohl als künftigen lebens Lichtenberg verm. schr. (1800) 5, 432; dem wandrer wiegt der wicht'ge schlaf auf dem sonst leichten augenlied Fouqué held d. nordens (1810) 2, 147; eine verantwortung, die von hundert schultern getragen, dennoch für jeden einzelnen schwer genug wiegen muss Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 7, 134; wie schwer das rasche, incorrecte vorgehen meiner tochter ... auf meiner seele wiegt W. Raabe d. hungerpastor (1864) 3, 15. BB. transitiv 'das gewicht eines gegenstandes ermitteln'; sicherlich desselben ursprungs wie A, nur in reziproker auffassung, nämlich 'etwas (durch gegengewichte bekannter schwere) zur bewegung bringen'. vgl.wägen III 2, sp. 430. B@11) in realer verwendung. B@1@aa) den gebrauch der waage voraussetzend: sollen alle linwober ... haben ein rechte gewichte, damit sie dann den luten ire garn wiegen (Miltenberg 1379) oberrhein. stadtrechte 1, 314; rechenmeister sollen allen wesselern und wigern lassen verbieden, nymantisz silber, perlin oder golt zu wigen, sunder solichs sollen die wigen, die der rad darzu beschieden und daruber gesworn han (1444) Bücher Frankf. berufswb. 114a; 'so wiegets, dasz ich wisz den kauff.' 'nicht sag von wiegen', sprach der wirtt Fischart w. 2, 373 Hauffen; wie viel hat ein loth tabac rauch? die asche kanstu wiegen; was dir mangelt, ist gewiss an dem rauche weg gestiegen Logau s. sinnged. 323 lit. ver.; wer oehle wieget, besalbet sich die finger Winckler 2000 gutte gedancken (1685) J 7a; unter währendem singen und tantzen liesz Meleager das schwein wiegen Lohenstein Arminius (1689) 2, 1427a; eine alte frau so gold wiegt Göthe I 47, 373 W.; wir erstaunen, metallische und erdige massen, welche der auszenwelt, den himmlischen räumen angehören, betasten, wiegen, chemisch zersetzen zu können A. v. Humboldt kosmos (1845) 3, 594. auch: er (Newton) wiegt die innre kraft, die sich im körper regt, den einen sinken macht und den im kreis bewegt (1729) Haller ged. 46 Hirzel. dazu gegen etw. wiegen zu einem gegenstand einen anderen des gleichen gewichtes mit der waage ausmitteln: packt den Juden, wiegt ihn gegen ein schwein! A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 296 (wohl verbreiteter, vgl. wägen III 2 b, sp. 432). — sich etwas klingend wiegen lassen (bildlich) 'es sich in barer münze bezahlen lassen' (auf den altertümlichen brauch, geldmengen nach gewicht zu bestimmen, anspielend, vgl. wägen III 2 b, sp. 431 und klingen II 1 d, teil 5, sp. 1183): auch habe er sich die gebete um segen für die lebendigen ... klingend wiegen lassen Rosegger schr. (1895) I 7, 10. B@1@bb) vom abschätzen des gewichtes in der hand (vgl.wägen III 2 c, sp. 432). B@1@b@aα) prägnant: er wiegt und wählt aus einem haufen speere sich den, der ihm die meiste schwere zu haben scheint Wieland ges. schr. I 13, 236 akad.; wiegt einmahl, Wallrod, mein haar ist seit kurzem gewachsen und schwerer maler Müller w. (1811) 3, 141; er wiegt den stock, und denkt bei sich: ei lebt ich jetzt, euch wollte ich! Gaudy s. w. (1844) 1, 125; Rebekka ... fragte, die börse wiegend, ist das für dich, Oswald? Holtei erz. schr. (1861) 18, 186. B@1@b@bβ) gebräuchlich ist in (mit) der hand wiegen: holdselig lächeltest du, als ich deine langen glänzenden haare bewundernd ... in meinen händen wog maler Müller w. (1811) 1, 90; sie ... wog es (ein paket) in der hand und glaubte ein gewaltiges messer gefunden zu haben Holtei erz. schr. (1861) 3, 150; wog er den vogel mit freier hand und nannte die zahl der pfunde, auf die er ihn schätzte Ganghofer schlosz Hubertus (1917) 469; manche mahlen das korn der vergangenheit und wiegen das mehl in ihrer hand E. Wiechert missa sine nomine (1950) 145. B@1@b@gγ) hierbei kann sich leicht die schwache flexion einstellen, wenn die redensart auf den bewegungsvorgang bezogen und daher als anwendung von 2wiegen (denominativ zu wiege 'cuna') aufgefaszt wird (s. d. und vgl. weitere bedeutungsmischungen unter 2 b): als herr Ehrenthal das document nachlässig in der hand wiegte G. Freytag ges. w. 4 (1887) 49; er wiegte die tatzen des toten (bären) prüfend im arm; juhuhu, das wird ein festschmaus Scheffel ges. w. (1907) 2, 159. B@22) übertragener gebrauch (a, b) und abweichende verwendungen (c, d). B@2@aa) 'wertend abschätzen', seit alters geläufig (gern auch unter dem konkreten bilde der waage), jedoch wird in modernerer sprache hierfür wägen bevorzugt (s. d. III 2 d, insbes. ε, und vgl. erwägen, das jüngernhd. keine bildung mit -ie- neben sich hat): wer kan nach rehte daz gewigen Elisabeth 8378 lit. ver.; drumb lasset dem Luther tzu, das er der concilien gesetz wige nach dem euangelio Luther 8, 305 W.; also wurden auch die tapfersten überstimmet, wie es insgemein zu geschehen pfleget, wo die meynungen gezehlet, nicht gewogen werden Lohenstein Arminius (1689) 1, 59b; er (der nachruhm) wieget nicht den werth der dinge, genug, dasz ein verrath gelinge, sein meister wird unsterblich sein Haller ged. 16 Hirzel; er (d. geschmack) lehret einen geist, was schön ist, schnell empfinden, ... er giebt ihm ein gesetz, nach dem er alles wiegt, und niemals in der wahl des schönen sich betriegt Giseke poet. w. (1767) 62 Gärtner; habe ich ... das ... gute oder böse talent, mit dunckelem gefühl ihren (einer satire) gehalt fast etwas triebmäszig wiegen zu können (1788) Lichtenberg br. (1901) 2, 330; man musz sie (die menschen) nur mit dem krämergewicht, keineswegs mit der goldwage wiegen Göthe I 31, 57 W.; je sorgfältiger man dieses alles untersuchet und wiegt, desto eher erhellet das wahrhaftig gute der einsamkeit Zimmermann über d. einsamkeit (1784) 2, 2; er (Scipio) wog Roms schicksale im stillen ebda 1, 59; wer legt den jammer meiner tage, wer meine leiden, meine qual, wer leget sie auf eine wage, und wiegt die felsenlast einmal? Schubart sämmtl. ged. (1825) 1, 258; ich trieb privatpatriotismus und gab eine zeitschrift heraus: die wage. ach himmel! an gewichten fehlte es mir nicht, aber ich hatte nichts zu wiegen Börne ges. schr. (1829) 1, ix. B@2@a@aα) speziell worte wiegen (vgl.wägen III 2 d ζ): der die wahrheit der worte wiegen konnte, fühlt jetzt blosz ihre glätte Lichtenberg verm. schr. (1800) 5, 16; alle seine thaten und worte wigt er (der christ) vor dem auge des allgegenwärtigen und allerheiligsten Lavater brief an Philemon (1785) 1, 446; wer kann jedes wort wiegen? Kotzebue sämmtl. dram. w. (1827) 1, 209. B@2@a@bβ) in opposition mit wagen, wofür heute wägen und wagen gebräuchlich ist (in den beiden ersten belegen liegt noch der reguläre imperativ zum e/i-präsens wegen vor): nit wigs, wags S. Franck sprüchw. (1545) 1, 22b; ehe wigs, dann wags sprichw., schöne weise klugreden (1548) 42a; wagen thuts offt besser als wiegen Lehmann floril. polit. (1662) 2, 875; gut ding musz haben gute weil, ehe wiegs, dann wags, so triffst das ziel Agyrta grillenvertreiber (1670) 20; bedenklichkeit und ängstlichkeit, die vor lauter wiegen und wägen nicht zum wagen und handeln kommt realencycl. f. protest. theologie 312, 529, 58. B@2@a@gγ) in der koppelung wägen und wiegen: im wägen und wiegen und abschätzen der sünden Fischart binenkorb (1581) 105b; o herz, was hilft dein wiegen und dein wägen Mörike ges. schr. 1, 139 Göschen. B@2@bb) verschiedene anwendungen gehen von der vorstellung der ausgewogenheit oder des pendelnden gleichgewichtes aus. im letzteren falle liegen übergänge zum sinn des schwachen verbums 2wiegen nahe (s. u.α u. γ). im übrigen kann hier neben der transitiven auffassung auch die intransitive eintreten.singulär begegnet noch (an den begriff der quantitierenden metrik angelehnt): so lang ich meinen vers nach gleicher art gewogen, (sc. dem niederen geschmack folgend) ... so war auch ich ein mann von hohen dichtergaben Neukirch ged. (1744) 143. B@2@b@aα) auf sehr unterschiedliche zusammenhänge beziehen sich formulierungen wie etwas gleich wiegen, gleich gewogen sein u. ä.: unz er (Pilatus) dar was gestigen (sc. dem range nach), dâ erz glîch begunde wigen mit herren Paynô Pilatus 466 Weinhold (z. f. d. phil. 8, 284); die streitkräfte waren einigermaszen gleich gewogen Mommsen m. gesch. 2 (1889) 231. mit der bedeutung des schwachen verbs verflieszend: (A.:) lassen wir ... einen geraden körper, ... ein lineal schweben, was suchen wir in ihm? (C.:) seinen schwerpunkt ...; ist der körper regelmäszig ..., so finden wir den schwerpunkt in seiner mitte; zu beiden seiten wiegen sich seine beiden arme gleichförmig Herder 22, 47 S.; wiege zwischen kälte und überspannung dich im gleichgewicht Göthe I 16, 266 W. B@2@b@bβ) gegeneinander wiegen 'miteinander auswiegen, ausgewogen sein', von den teilen eines ganzen; ähnlich auch in prägnantem partizipialen gebrauch: darum hat er (der mensch) diese, nicht mehr und nicht andre sinne — alles wiegt gegen einander! ist ausgespart und ersetzt! mit absicht angelegt und vertheilt Herder 5, 69 S.; wie helle er (Shakespeare) in die seele gesehen, und seelen gemahlt! umstände und gegenumstände zusammen und gegeneinander gewogen, dasz der getäuschte leser gleichsam das gesetz der fatalität empfindet ebda 242; weil in ihm (dem Straszburger münster) so vieler menschen werk so einträchtig und geschlossen und gewogen auf festem grunde steht (1822) Görres ges. br. (1858) 3, 36. B@2@b@gγ) die verbindung hin und her wiegen neigt in der auffassung mehr zum schwachen verbum 2wiegen (s. d. 7); hier sind nur die verwendungen im sinne von 'erwägen, abwägen' (bedächtig oder unentschlossen) anzuführen (vgl. a): edel-ernst, ein halbthier liegend, im beschauen, im besinnen, hin und her im geiste wiegend, denkt er (der zentaur) groszes zu gewinnen Göthe I 3, 124 W.; die redaction und anordnung ihrer aufsätze macht mir täglich mehr vergnügen, ich wiege sie hin und her, lasse sie schreiben und abschreiben, es wird ein liebenswürdiges ganze ders. IV 32, 74 W.; das unentschiedene wiegen der dinge hin und her, die gleichgültigkeit führt nothwendig zu einer zweifelsucht und unthätigkeit Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 5, 165. B@2@cc) nur ganz selten ist die unter wägen III 3 e angeführte bedeutung 'mit hebelkraft behandeln' auf wiegen übergegangen; sie musz wohl etwas weiter gefaszt werden, etwa 'einen unwiderstehlichen druck oder zug ausüben, wuchten' u. dgl.; hierher gehören: (der esel des ziegelstreichers klagt:) die stein mich wiegen vmb vnd vmb, die ich auff meinem rücken trag Burkard Waldis Esopus 1, 116 Kurz; jetzo mit der kraft des stranges wiegt die glock mir aus der gruft Schiller 11, 319 G. Wieland hat neben zu boden wägen (ges. schr. I 22, 413; II 4, 374 akad.), vielleicht auf schwäbischem lautwechsel beruhend, auch: (dasz der verfasser) einem gewährmanne gefolget ist, dessen ansehen alle Aeliane und Athenäen zu boden wiegt (1776) I 10, 1, 15. (vgl. hierzu noch: een mugghe steket my een doetwonde, een kleyne plumeken mach my neder wegen Joh. Veghe wyngaerden der sele 243 Radem.). B@2@dd) vereinzelt findet sich auch wiegen 'foltern', wie wägen III 3 f (s. d. und vgl. wiege 3 a β für ein folterinstrument, statt wage): glich als ob man ein wygt, vntz das er sagen müs was man will (glosse) Terenz (1499) 69a (als ob er in an die wag füren wolte, die warheit vsz ym zuo bringen ebda).
38683 Zeichen · 1049 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wiegensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    wiegen , sw. V. Vw.: s. wigen (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Wiegen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    2. Wiegen , verb. regul. act. sanft hin und her bewegen. 1. Eigentlich, auf einer runden oder zirkelförmigen Unterfläche…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wiegen

    Goethe-Wörterbuch

    wiegen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Wiege(n)

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wiege(n)- in der Zs. wie –bügel, –decke, –kissen, –schnur wie nhd.; dazu:

  5. Sprichwörter
    Wiegen

    Wander (Sprichwörter)

    Wiegen 1. Ehe wigs, dann wags. – Franck, II, 105 a u. 115 b ; Henisch, 795; Petri, II, 159; Gruter, I, 23; Lehmann, 60, …

  6. Spezial
    wiegen1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    wie|gen 1 (wog, gewogen) I vb.tr. pesé (pësa) II vb.refl. sich wiegen se pesé. ▬ das Obst wiegen pesé la ordöra.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wiegen

96 Bildungen · 81 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von wiegen 2 Komponenten

wie+gen

wiegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wiegen‑ als Erstglied (30 von 81)

wiegen I

SHW

wiegen I Band 6, Spalte 531-532

wiegen II

SHW

wiegen II Band 6, Spalte 531-532

Wiegengaul

SHW

Wiegen-gaul Band 6, Spalte 533-534

Wiegenkind

SHW

Wiegen-kind Band 6, Spalte 533-534

Wiegenlauf

SHW

Wiegen-lauf Band 6, Spalte 533-534

Wiegenlied

SHW

Wiegen-lied Band 6, Spalte 533-534

wiegenangebinde

DWB

wiegen·angebinde

wiegenangebinde , n. , was jemandem in der wiege zum geschenk gemacht, von geburt an mitgegeben wird, gewöhnlich bildlich. ( vgl. angebinde …

wiegenartig

DWB

wiegen·artig

-artig , adj. , nach art einer wiege, von schiffsbewegungen: das herz pochte mir ein wenig, da ich ... die segel ausspannen sahe und die ers…

Wiege(n)bändel

RhWB

wiegen·baendel

Wiege(n)-bändel (s. S.) m.: ein Band, das über die W. gespannt wurde, damit das Kind nicht herausfallen konnte. RA.: Dau gähs an (in) dat Kl…

wiegenband

DWB

wiegen·band

wiegenband , n. , älter auch wiegband, selten wiegeband; zu wiege, f., in den letzteren formen wohl auch zum verbum gebildet. vgl. unten wie…

wiegenbank

DWB

wiegen·bank

wiegenbank , f. , wohl etwa dasselbe wie wiegenbrett , ein untersatz für die wiege ( s. auch Fischer schwäb. 6, 809 und vgl. wagebank teil 1…

wiegenbett

DWB

wiegen·bett

-bett , n. , pleonastisches kompositum: sein niedrig wiegenbett verschmähten nicht die musen Gotter ged. (1787) 1, 144 ; mein Emil schlummer…

wiegenbettchen

DWB

wiegen·bettchen

-bettchen , n. , diminutiv zum vorigen: dein wiegenbettchen maler Müller w. (1811) 1, 205 ; an der wand klappte das wiegenbettchen, und dari…

Wiegenbrêt

Adelung

wiegen·bret

Das Wiegenbrêt , des -es, plur. die -er, ein doppeltes Kreuz von Bretern auf dem Fußboden unter den Walzen einer Kinderwiege, ihnen eine san…

wiegenbrett

DWB

wiegen·brett

-brett , n. ' ist ein von höltzernen bretern zusammen gesetztes breites creutze, worauf die wiege gesetzet wird, damit sie wegen ungleichhei…

wiegendecke

DWB

wiegen·decke

-decke , f. : die grüne wiegendecke ( der blumen ) aus erdschollen Jean Paul w. 6, 73 Hempel; und manche krone strahlte von der wiegendecke …

wiegendruck

DWB

wiegen·druck

wiegendruck , m. , druck aus der frühzeit der buchdruckerkunst ( gewöhnlich bis 1500 gerechnet ); zu wiege 2 c nach inkunabel gebildet, hier…

wiegeneingebinde

DWB

wiegen·eingebinde

wiegeneingebinde , n. , gleichbed. mit wiegenangebinde, s. d. und vgl. eingebinde ' donum baptismale ' teil 3, sp. 184: verstand ist zweierl…

Wiegenfeier

Campe

wiegen·feier

Die Wiegenfeier , Mz. — n , die Feier des Wiegenfestes oder G burtsfestes.

wiegenfest

DWB

wiegen·fest

wiegenfest , n. , ' ein neuerer, namentlich auch durch gelegenheitsgedichte in aufnahme gekommener ausdruck für das längere und unbequeme ge…

wiegen als Zweitglied (11 von 11)

abwiegen

DWB

abwiegen , ad libram exigere: vom beweglichen ladendiener, bis zum gewandten abwiegenden weltmann. Göthe 19, 98 ; Friedrich der zweite schie…

aufwiegen

DWB

auf·wiegen

aufwiegen , praet. aufwiegte, part. aufgewiegt, in cunis educare, grosz wiegen, nnl. opwiegen: seine eltern hatten ihn in pracht aufgewiegt,…

auswiegen

DWB

aus·wiegen

auswiegen , ponderare, expendere: bei medicischem gewicht, da vier unzen ein pfund thun, auswigen. Garg. 189 a ; auf dem nasenmarkt, da man …

einwiegen

DWB

ein·wiegen

einwiegen , cunis agitatis sopire, einschläfern, einlullen, noch nicht bei Stieler, zuerst bei Frisch 2, 447 a . 1 1) im eigentlichsten sinn…

G(e)kȫtzwiegen

Idiotikon

G(e)kȫtzwiegen Band 15, Spalte 973 G(e)kȫtzwiegen 15,973

Kötzwiegen

Idiotikon

Kötzwiegen Band 15, Spalte 973 Kötzwiegen 15,973

nachwiegen

DWB

nach·wiegen

nachwiegen , verb. wiegend ( das gewicht von etwas ) nachprüfen ( vgl. nachwägen ), bildlich: am busen meiner nachbarin den werth der mensch…

überwiegen

DWB

ueber·wiegen

überwiegen , v. das übergewicht haben. untrennb. verbindung. älter überwegen, überwägen. zur ausbreitung der ie- formen über das ganze präse…

vorwiegen

DWB

vor·wiegen

vorwiegen , vb. , mhd. vür-, vorwegen mhd. wb. 3, 627 b , Lexer 3, 589 ; mnd. vorwegen Schiller-Lübben 5, 499 ; mndl. vorewegen Verwijs-Verd…

ūfwiegen

Idiotikon

ūfwiegen Band 15, Spalte 975 ūfwiegen 15,975

Ableitungen von wiegen (4 von 4)

bewiegen

DWB

bewiegen , was bewegen bewog, perpendere: so man solt zuvor Christum in seine wunden sehen und aus denselben seine liebe gegen uns und alsde…

erwiegen

DWB

erwiegen , erwigen , die wörter wägen, wegen, wiegen, wigen und ebenso erwägen, erwegen, erwiegen, erwigen geben ihrer form und bedeutung na…

gewiegen

DWB

gewiegen , gewigen , nebenform des starken part. praet. zu wegen, wägen ( s. d. ) für gewegen, gewogen ( s. d. ): und wart die sach zu beide…

verwiegen

DWB

verwiegen , v. , seit dem 14. jh. belegt. 1) abwiegen, auswiegen: die metzler sollen den vorheukern das ausgekirnt schweinfleisch nit dermas…