Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Barchent m.
Barchent <span class="gram">m.
Barchent m. ‘dichtes, einseitig angerauhtes (Baumwoll)gewebe’. Arab. barrakān ‘Stoff aus Kamelhaar’ gelangt wohl über Spanien, wo diese Gewebeart schon im 9. Jh. gebraucht worden sein soll (vgl. span. barragán, port. barregana, älter barragam), in die westeurop. Sprachen. Mlat. barrac(h)anus, barrachanum, parchanus bzw. afrz. barragan ‘Wollstoff’ ergibt mhd. barkān, barragān (12. Jh.), spätmhd. barchan(t), barchent ‘dichtes Wollgewebe (aus Ziegen-, Kamelhaar)’; in diesem Sinne noch nhd. Berkan (18. Jh., fachsprachlich bis ins 20. Jh.). Dagegen bezeichnet frühnhd. Barcha(n)t, Barche(n)t, Barchen, auch Parcha(n)t, Parchan, Parchent in der Regel bereits ein dichtes Gewebe aus Baumwolle oder ein Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen (oft als wertvoller Preis bei Wettkämpfen, vgl. im älteren Nhd. die Redenart um den Barchent laufen, jagen u. ä. ‘in Wettstreit treten, einen Vorteil zu erringen suchen’).