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kundschaft

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kundschaft f.

Bd. 11, Sp. 2635
kundschaft, f. ein jahrhunderte lang vielgebrauchtes und vielseitiges wort, jetzt auf einen engen bezirk eingeschrumpft. II. Die formen. I@aa) mhd. kuntschaft, gewiss auch schon ahd. chundscaft, chundscaf (vgl. u. kundschaffen). dem letzteren entsprechend mnd. kuntschap, später kuntschop, kunschop (s. u. b und kundschaffer), wie jetzt kundschop spähen Schamb. 116b; nl. kondschap. entlehrtn. kundskab, schwed. kunskap f. (norw. kunnskap m.), die in ihrem gröszeren gebrauchsbereiche noch eine ältere stufe unseres kundschaft festhalten. I@bb) nebenformen. kontschaft, oberrh., wie konde mrh. sp. 2620 (vgl.kondesmann unter kundmann 5, b): was auch sein beste münchlein waren, nemlich ein gsind, welchs kontschaft hett mit teufeln, wie er selber redt (sagte). Fischart s. Domin. R 3a (1, 234 Kurz). Begreiflich auch mit verschlucken des d vor dem sch (wie in schwed. kunskap vorhin): dise kunschaft sageten die zwene vor gescriben man uffe irn eit. weisth. 4, 523, oberrh. 13. jh., zur sache s. II, 4, a; ietz sehend wir .. an der kunschaft Pauli wol, das der kindertouf muosz by der apostel zyten angehebt haben. Zwingli von dem touf Zür. 1525 o iija, zur sache s. II, 4, c; wie man die erden pauwen sol, des gibt Virgilius kunschaft. Zarnckes d. Cato s. 97. ebenso nd. kunschop, 15. jh.: dusses to tuge (zeugnis) unde kunschop so hebbe wy unser stad ingesegel .. an dussen breif don hangen. P. Wigand denkw. beitr. 134. I@cc) bemerkenswert auch bekundschaft, nd.: hierum thun wir .... hiemit bekundschaft und zeugen. P. Wigand denkw. beitr. 168, aus Höxter v. j. 1605, im sinne wie das kunschaft des 13. jh. unter b, rechtsweisung, weisthum; ebenso nd. bekunt gleich kund sp. 2617, womit zugleich gewonnen ist, dasz man kundschaft an das adj. kund anlehnte (vgl. u. II, 4, a, α). aber es gehört nicht zu kund allein, s. im folg. IIII. Gebrauch und bedeutung. II@11) Für die vorgeschichte des wortes und der ganzen sippe am lehrreichsten ist eine berührung mit einem andern worte. II@1@aa) eine mhd. bed., die in den wbb. fehlt, obwol schon von Scherz 843 verzeichnet, aufgefunden in einer Straszb. hs.: in ir marke dâ lît (leit?) sich nider mit grôʒer kraft (menge) von Kanaan die kuntschaft. Scherz erklärte offenbar richtig gens, man erwartete aber kunneschaft, künneschaft, gleich künne. ebenso noch später für verwandtschaft, die Ambr. hs. des Iwein v. j. 1517 setzt in der redensart ze künneschaft rechenen Iw. 804 vielmehr kuntschaft, wie ja die redensart auch hiesz ze künde oder kunde rechenen (s. u. kunde f. 3, b). auch in der erlös. 2724 erklärt Bartsch kuntschaft mit verwandtschaft, und in der heil. Elis. 1149. 1249 steht es ebenso, bei eräugnissen die vor allen die verwandtschaft angehn, aber im allerweitesten sinne genommen, sodasz sich der blosze bekanntenkreis von selbst anschlieszt. II@1@bb) also kundschaft und kunneschaft, kunde und kunne im gebrauche verwachsen und gleich. s. auch kunding im gegensatz zum fremden, wahrsch. ebenfalls von dem kreise in dem bekanntschaft und verwandtschaft in einander flieszen, gaugenosse, stammgenosse u. ä.; s. dazu 3, b, ε eine wesentliche bestätigung und ergänzung. dasz diesem verflieszen der begriffe ein verflieszen der worte entsprach, zeigt z. b. mnd. kunde fem., wo der begriff von kunne n. passend ist, bei der königswahl der bäume, sie werden einig, dat men dem hagedorne bêden sulde de krônen, sint men vunde nicht sînen gelîk in aller kunde. Hoffmanns v. F. niederd. Aesop s. 18, d. i. in der ganzen pflanzenwelt, als stammesgenossen gedacht, als kunne. und schon ahd. erscheint neben chunnilinge contribules Graff 4, 442 auch einmal 'contribulibus chundigin' 420. II@1@cc) und das greift in die vorgeschichtliche zeit zurück. denn ebenso steht ags. neben cûða bekannter, cŷð f. kunde, bekanntschaft auch cûða verwandter und cŷð f. heimat, auch cŷððu heimat (ahd. chundida bekanntschaft), und jenem kunding wesentlich entsprechend cŷðling cognatus, s. Ettmüller 377, Grein 1, 181 fg.; unserm künne n. entsprechend ags. cynn n. geschlecht, stamm, herkunft u. dgl. Ebenso altn. kynd, kind f. herkunft, geschlecht, stamm Egilsson 488b. 462a, und kynni n., kyn n. geschlecht, stamm, freundschaft Fritzner 379b. 378b, auch kyndi n. 379a, sodasz hier das verflieszen ganz deutlich ist. aber künne und kunde gehn ja zuletzt auf éine quelle zurück, s. u. können I, 2 (vgl. dazu 'hunc ego non generavi' altfränk. RA. 240). II@1@dd) aber noch ein dritter stamm tritt in sinn und form nahe heran, als wäre er betheiligt, das kund natus, genitus, das uns nur in zusammensetzung erhalten ist, z. b. in goth. gôdakunds von edler abkunft, ahd. cotchund göttlich, ags. godcund, s. unter kind I, c (vgl. span. cundir sich fortpflanzen Diez2 2, 118). dazu ags. cynd f. natur, angeborne art, mit mancherlei zubehör, darunter wieder, wie zu a gehörig, gecyndness natio, s. Ettm. 407. aber auch das gehört zuletzt an die quelle von künne und kund notus. II@1@ee) kundschaft selbst zeigt noch eine bed., die bei kund notus nicht wol unterzubringen ist, wol aber bei dem stamme von kunne oder kund unter d: die haimleiche chuntschaft einer frau, genitalia; auch urkunde: mit dem sol die frau ir weipleich urchund wol waschen. Schmeller2 1, 1264. freilich ist dabei an erkennen coire, gignere gedacht, wie ein zusatz zur ersten stelle wahrscheinlich macht, s. aber auch kunne, kunte cunnus. es bleibt in der vorgeschichte des ganzen stammes noch sehr viel aufzuspüren und aufzudröseln. wie steht es z. b. mit goth. gakunds πεισμονή und ahd. cundig persuadens Graff 4, 420 ? II@22) Kundschaft, kenntnis, kunde: kuntschaft, noticia, notio. voc. inc. t. o 1b. II@2@aa) so kundschaft für sich, wissen, einsicht (nochn. kundskab), zu kund II, 1, kennend, wissend: das ihm an kriegslist, raht, sorg, fleisz und kundschaft musz Ulysses weichen. Weckherlin 513; besatzung, kundschaft, raht. 615; es scheint aber im besondern list, schlauheit gemeint, s. kündig schlau sp. 2628 unten. im folg. sich mischend mit 3: die beste kundschaft ist sich selbst erkennen können, denn frembde kundschaft ist umzirket mit gefahr. Hofmannswaldau heldenbr. 35. II@2@bb) im folg. passivisch, zu kund II, 2: Virgilii sichere und geheime einsamkeit, in welcher es ihm weder an gnade bei dem kaiser Augusto noch an kundschaft bei dem römischen volke gemangelt hat. Opitz poet. 74 (53 Triller), offenbar mehr ruhm als blosze bekanntschaft, vgl. wîten kunt berühmt Nib. 46, 1, erkunnet berühmt sp. 2625. Ähnlich kundschaft bei hofe, wie es scheint anerkennung deren einer genieszt: dasz Ovidius als ein gelehrter höflicher edelmann in gnaden gewesen, ist aus seiner ungnade zu sehen, denn er ohne grosze kundschaft bei hofe in dieselbe nicht gerathen were. Opitz 1, vorr. *3b. vgl. auch 3, b, γ. II@2@cc) gewöhnlich kenntnis, kunde activisch und auf einen bestimmten gegenstand bezogen, daher auch genaue nachricht (δ). II@2@c@aα) so kundschaft für sich, an a sich anschlieszend: welche mehr ausz argwon (vermutung, suspicio), dann aus gewisser kundschaft nach der ordnung hiebei gesetzt worden. Forer fischb. 13a, sichere kenntnis; bei meinem eid, er hat gethan wie er sollte, so gewiss er mit eurer und des bischofs kundschaft gefangen ist. Göthe 8, 32, Götz v. Berl., im Gottfr. v. B. mit eurem und des bischofs wissen 42, 39; brach die revolution aus, wo eine kundschaft so gute dienste leisten konnte als ein adelsbrief. Hebel 3, 212, wissen, kenntnisse in einem bestimmten fache. so nochn., schwed., auch pl. kundskaber, kunskaper gleich kenntnisse. II@2@c@bβ) der gegenstand der kundschaft in gen.: 'waʒ ist rehtiu wîsheit?' rehtiu wîsheit ist kuntschaft aller geschaffener dinge unde des schepfers der sie geschaffen hât. Eckhart 648, 35; die anderen, die nicht kuntschaft haben überbildelîcher dinge. myst. 1, 253, mhd. also auch von wissenschaft im höchsten sinne. Nhd. ist der gen. selten, die bed. auf geringeres beschränkt: mich verwundert nicht klein, dasz du ein weib genommen hast, und nicht wissen magst wer sie sei, noch irer freund kein kundschaft hast. buch d. liebe 265c, zugleich in 3 übergehend, s. dort a, α denselben gen.; kundschaft fremder sitten. Butschky Patmos 202; doch noch bei Lessing, alterthümelnd, vom tempelherrn als retter der Recha: ohn' alle des hauses kundschaft, nur von seinem ohr geleitet, drang, mit vorgespreiztem mantel, er kühn durch flamm' und rauch der stimme nach ... Nathan 1779 s. 9 (1, 1); (es) ist eine, der du kundschaft hast, die mag so gerne schenken. Claudius 7, 71. II@2@c@gγ) gewöhnlich mit von ausgedrückt: siehe die geschrift Nasonis an, wiltu von liebhaben kuntschaft han. Zarnckes d. Cato s. 97, kurz vorher auch mit gen., s. u. I, b; ich setze voraus dasz meine leser von den versuchen des .. Ricciolos .. hinlängliche kundschaft haben. Kant 8, 199; sein (des realisten) system bewährt sich an allem, wovon er kundschaft hat. Schiller 1215b (über naive u. sent. d.); wenn aber niemand lebt in dieser stadt, der kundschaft von mir hat, als du allein ... 595a, Turand. 3, 3, bei Gozzi: se'l mio nome e quello di mio padre noti .. solamente sono alla tua fedeltà. früher auch mit um, wie mhd. mir ist kunt umbe u. ä.: kundschaft um ein ding haben, savoir des nouvelles de quelque affaire Rädlein 571b. II@2@c@dδ) es geht nämlich leicht in nachricht, meldung über, kunde die mir eben erst kommt, gegeben wird: indes kunig Ruprecht kuntschaft kame von der stat Brixen in Lamparten (Brescia), für dieselben stat zu ziehen, so würd im die .. eingeben (werden). Nürnb. chron. 3, 302, vgl. 1, 55; durch gwüsse kuntschaft ich das find (erfahre), das unser alten zuo Beggenried sind. Ruff Etter Heini vorsp. 589; da die Korinthier von diesem kriegszuge der Athenienser vorläufige kundschaft bekommen. Heilmans Thucyd. 512, beides zugleich in 5, a übergreifend; wo ist er, der theure bruder, den wir lieben? wir haben doch lange keine kundschaft! Fr. Müller 1, 353; erwünschte kundschaft brachte dir von ihm so mancher bote. Gotter 2, 190; (wohin) auch Lajus, mein gemahl, sich aufgemacht, vom weggelegten sohne kundschaft zu erhalten. Schiller 236a; da ich so unvermuthet .. kundschaft von meinem sohne bekommen habe. Tieck 4, 349. auch kundschaft geben, wie kunde geben: doch keiner war, der kundschaft gab. Bürgers Lenore. jetzt nur nachricht, in höherm stile kunde. s. auch kundschaft gleich auskunft 5, c, β, das mit diesem sich verflicht. II@2@c@eε) kundschaft nehmen, wie kenntnis nehmen von etwas (s. sp. 553): dasz die götter unmittelbare kundschaft von dem thun und lassen der menschen nehmen. Wieland (1853) 23, 134; darauf kamen einige officiere, die von den actricen sogleich kundschaft nahmen, und der graf liesz sich die ganze gesellschaft vorstellen. Göthe 18, 260 (Wilh. Meister 3, 4), zugleich an 3 streifend. früher auch einnehmen: in solcher langwierigen reise wird er kundschaft derselben eingenommen haben. Micrälius altes Pommern 1, 10, zugleich wol zu 5, a, β. es ist urspr. ein rechtsaudruck, wie von kenntnis nehmen vermutet wurde, s. Haltaus 1144 aus d. 14. jh. kundschaft nemen von beweisführung durch zeugen (s. 4), kuntschaft înnemen 1145. II@33) Besonders kenntnis von menschen, bekanntschaft, aber weit mehr entwickelt als dieses in folge eines sehr ausgedehnten gebrauches namentlich vom 17. jh. rückwärts. II@3@aa) es geht von der bloszen bekanntschaft bis zur freundschaft, brüderschaft, und gehört weniger zu dem adj. kund, als zu dem subst. der kunde bekannter, freund, zechbruder, s. sp. 2621. II@3@a@aα) einen anschlusz an das vorige bieten ungefähr folg. stellen: wiewol wir euer person .. nicht kundschaft haben. Luther 2, 143a; hohe frauen deren ich kundschaft hab. buch d. liebe 286b; ich .. hab ewer beider, dieweil ir jung gewesen, gute kundschaft gehabt. dasz aber ihr mich jetzund nit mehr erkennen möget, ist kein wunder nit, denn ich, dieweil ihr knaben von zehen jahren gewesen sind, von Paris kommen bin. buch d. liebe 245b, habe euch 'gut gekannt', aber wol schon mit einschlusz vertrauteren umgangs; ein Florentiner nahet darbei stunde, der sein kundschaft hatte. Steinhöwel Bocc. (1580) 1, 40b, ihn kannte oder mit ihm bekannt war, welche beide wendungen doch auch schon wesentlich verschieden sind (s. sp. 541); solcher fall unserer ersten mutter erhube sich ausz kleiner kundschaft, dasz sie mit der schlangen pflage zu reden. buch d. liebe 291c. II@3@a@bβ) bekanntschaft, die fleiszigen verkehr und freundlichen umgang einschlieszt: mit niemand feindschaft, mit wenigen gemeinschaft, mit vielen kundschaft. Weckherlin 834 (epigr. 127), was zugleich für gemeinschaft den begriff feststellt, vgl. unter b, β; (dein lob) vermehrte die begird in mir, die ich zuvor lang hat (hatte), mit dir in beszre kundschaft bald zu kommen. 461 (od. II, 13, 1); andere freundschaften, geselschaften (verhältnis zwischen 'gesellen'), kundschaften und gute neigungen sint gleich dem vilerlei untereinander gemischten getreid: aber die mischung des mans und weibs .. ist wie des weins mit dem wasser. Fischart ehz. 507 Sch. noch bei Rädlein 571b kundschaft, gemeinschaft, freundschaft, familiarité, connoissance, hantise; bei Maaler 256c kundtschaft, gemeinsame, erkanntnus, fründtsame, consuetudo, familiaritas (vgl. kundsame). auch wieder noch bei Lessing (s. 2, c, β), der tempelherr zu Nathan: laszt die zeit allmälig, und nicht die neugier, unsre kundschaft machen. Nathan 1779 s. 106 (2, 7). II@3@a@gγ) aber im 16. 17. jh. besonders von dem verhältnis zwischen 'guten freunden': von niemand wolt er sich kennen lassen (der Wittenberger magister als vermeintlich unkenntlicher fasnachtsnarr), bisz so lang einer seiner guoten freund aufstund, in hinausz forderte ... der magister wolt keiner kundtschaft gestendig sein, sonderen streubet sich auch noch gegen diesen mit der kolben. Kirchhof wend. 138b (1, 170 Öst.); wenn die Franzosen nur die geringste kundschaft mit einem haben, umhälsen und küssen sie selben. Butschky Patm. 821; geriethe mit den gesandten in so gute kundschaft, dasz er mit ihnen brüderschaft machte. Olearius pers. reis. 1, 17, vgl. u. δ. wie gute (vgl.guter freund), auch genaue kundschaft: machte ... genaue kundschaft mit einem .. bildhauergesellen. Felsenburg 2, 408. II@3@a@dδ) daher schlechtweg auch gleich freundschaft (Schönsleder h 4c verweist unter kundschaft einfach auf freundschaft): er solt sich aber stellen, als were es geopfert schweinen fleisch, und solts dem könig zu lieb essen, das er also beim leben bliebe und der alten kundschaft genösse. Luther 2 Macc. 6, 22, φιλία, vulg. amicitia, schweiz. übers. freundschaft. Sie wurde durch zutrinken geschlossen, wie die brüderschaft, und schlosz auch das du ein: den willkomm her! auf kundschaft! auf du! Fischart Garg. 84a (Sch. 143), in der trunkenen litanei. in folg. versen zu dem bilde eines trinkgelages erfährt man, wie einer zwischen zweien seiner 'gesellen' kundschaft stiftete: ain willkumm bring ich dir himit, für mein gesellen ich dich bit, das er hab bald das nächst von dir, und (ihr) also kumpt in kundtschaft schier. Schwarzenberg der teütsch Cicero 144c, das nächst erklärt sich aus. es einem bringen oder einem eins bringen 2, 386 (vgl. oben sp. 1680). II@3@a@eε) hier musz auch das 'nôch (nach) kuntschaft' in Brants narrenschiff seine stelle finden, eine redensart aus schlemmerkreisen: als duont die uf den prasz (s.bras) hant acht, schlemmen und demmen tag und nacht. den dreit der wirt noch kuntschaft zuo ein buog und viertel von einr kuo und bringt in mandel, figen, ris. so bzalen sie in uf dem is. 16, 61; keller (kellner) und köch, megde, eehalt, knecht, die mit der kuchen sint behaft, wir tragen all uf noch kuntschaft ... usz unserm seckel es nit gat. 81, 12, so spricht die auf dem holzschnitte dargestellte küchenbedienung; nâch wie mhd. gleich κατά, gemäsz, nach kundschaft 'wie unter kunden', d. i. brüdern, guten freunden, in freigebiger hülle und fülle. II@3@bb) der begriff schlug noch einige seitenwege ein. II@3@b@aα) natürlich ward es auch persönlich gebraucht, wie freundschaft, gesellschaft u. a., obwol der begriff leicht zwischen diesem und vorigem schwankt: so mügt ir die stat wol gwinnen, dann ich habe noch darinnen gar ein gewisse (zuverlässige) kundtschaft guot ... so wirt eüch das thor offen stan. Teuerdank 91, 27, vgl. die burger 103; seit ich, sprach er, in den orden eurer kundschaft kommen bin. Fleming 398 (356 Lapp.), 'auf verreisen eines seiner guten freunde'. Sicher auch von einem einzelnen, wie gesellschaft gleich geselle Schmeller 3, 229; dafür bürgt auch folgendes: du bist mir e saubre kundschaft! zu einem liederlichen menschen gesagt Schmeller2 1, 1264, gleich sauberer kunde sp. 2621, eigentlich 'gesell, kamerad.' II@3@b@bβ) anderseits tritt auch der begriff des umgangs oder der wirkungen und pflichten, die das verhältnis mit sich bringt, hervor: o Teutschland, wie wil es dir ergehen? wie wirst du dich so jämmerlich betriegen lassen von denen fremden völkern, welcher kundschaft und gegenwart du so sehr liebest! Rist friedewünsch. Teutschl. 52; so lerne doch aus gottes wohrt (so), wasz du vor kundschaft werdest dort mit den verdamten hegen. ders. himl. lieder 5, 278. einem kundschaft leisten: seinen freunden kund- und gemeinschaft leisten. Butschky kanz. 60 (vgl. u. a, β Weckherlin). so auch kund- und freundschaft: das ich di ehre gehabt, mit einem so hochbegabten gemüte kund- und freundschaft zu pflegen. das. 478; einer so hochbegabten person kund- und freundschaft zu erwerben. 43. II@3@b@gγ) eine etwas andere wendung nimmt auch kundschaft bei oder mit hohen herren: habe bei fürsten und herren grosze kundschaft erlangt. Schweinichen 1, 171, vgl.machte mir dadurch einen namen und bekam mehr kundschaft 170, da mischt sich mehr anerkennung, ehre, geltung ein, vgl. kundschaft bei hofe u. 2, b; ein fürnehmer mann, dessen kundschaft und guten willen ich vor diesem genossen. Olearius pers. ros. 2, 27, da scheint sich 'gönnerschaft' einzumischen. Anderseits unterthänige kundschaft, der Nürnb. buchhändler Joach. Lochner in der widmung des 5. theils von H. Sachs 1579 hofft zu den herren vom deutschen orden, sie würden mein, als eines, der nun vil jar hero in untertheniger kundschaft mit dem ritterlichen teutschen orden gestanden, gnedige .. fürderer sein und bleiben, allerdings gewiss zugleich als seine geschäftlichen 'kunden', abnehmer, und doch anders als jetzt, wo man eben nur den abnehmer als kunden bezeichnet; s. dazu e, α. II@3@b@dδ) wieder anders politische kundschaft: Athanasius machte mit den Saracenen genaue kundschaft, verbunde sich mit denselben u. s. w. Hahn histor. 1721 1, 215. das genaue kundschaft ist wie u. a, γ, aber es mischt sich wol der begriff unter 1, b ein, die Griechen und Saracenen werden dadurch wie éine künneschaft, éin künne, stellen sich gegenseitig in die rechte von stammesgenossen. II@3@b@eε) ähnlich auch folg.; bauerburschen als fasnachtspieler führen sich bei einem wirte (d. h. hofbesitzer) ein: herr der wirt, ir schült uns nit verübel haben, das wir euch so spet heint übertraben (zu pferde also). wir haben doch kuntschaft zu euch herein, wann wir all eur hintersessel sein. wir sein (nämlich) von Schnigling herein eur mair und pringen euch zu gült (als g.) oft kes und air. fastn. sp. 567, 6. sie sind seine hintersassen, meier, zinspflichtigen und nennen das kuntschaft ('herein', d. h. in den hof, der ihres bezirks, also auch ihr mittelpunkt ist), das zeigt den alten begriff 1, b in der gestalt des 15. jh., die kuntschaft ist für den hofbesitzer was für einen fürsten des 13. jh. die mâge unde man. II@3@cc) auch kundschaft zwischen mann und weib, wieder in verschiedener abstufung. II@3@c@aα) bekanntschaft, wesentlich wie unter a, α: denn ich selbs, ob ich gleichwol noch wenig kundtschaft mit euch, befind mich der maszen ewer sinn (sein?), dasz ich mich für glückselig achte (achtete), wo ihr mich für ewern bulen aufnehmen (würdet). Amadis 277; ist euer vetter M. W. mit Chr. Ferbers tochter in kundschaft gerathen, hat auch dieselbe lieb gewonnen und zu eheligen begehret. Carpzov jurisprud. eccles. 2, 21; bei zufälliger gelegenheit gerieth die hurtige Adelinde mit graf Holdenreich .. in kundschaft, und ihre vertrauligkeit veränderte sich endlich in eine tadelhafte liebesbrunst. Hofmannswaldau heldenbr. 132. II@3@c@bβ) aber auch von der mehr oder weniger reifen 'vertraulichkeit' selber, der kundschaft unter männern a, δ zu vergleichen, schon in spät mhd. zeit: ht dich vor puolschaft, fräwlin zart ... von erst hebt man es an mit ern ... kuntschaft, begir tuot sich dann mern, die laszt sich dan nit widerkern. Hätzl. 95a; als nun der pfaff den mäder oft zuo gast luod, der frauwen (des mäders) auch mit vil gaben .. begegnet, kam es zuoletst dahin, das si in weiter kuntschaft mit einandern kamen. Wickram rollw. 78, 14; er gab ir ein rot röckelein. warumb so that er das? kundschaft wolt er machen und bei dem megdlein schlafen. Ambr. liederb. 158, 9; kundschaft mit dir ich begeren bin. 17, 1; do wir do ein zyt lang waren, wolt Paul zfil kundschaft mit der jungfrowen machen, das mocht der meister nit liden. Th. Platter 26; die gehabte kundschaft mit der Courage. Simpl. 3, 176, 33 Kz., es ist dort der ausdruck für die wilden ehen des lagerlebens und sonst; er untersagte ihr, mit seinem untergebenen fendrich .. kein verträuliche kundschaft zu haben. Abele unordn. 4, 253; die manchmal mit ehemännern in so guter und zuversichtlicher kundschaft stehen, gleich als würden sie gewiss diejenigen sein, die nach dero weiber tod ihnen sollten an die seite gelegt werden. Jucundiss. 208. s. dazu kunde, kundin als geliebter, geliebte sp. 2620, noch bair. auch kundschaft liebschaft, geschlechtsvertraulichkeit Schm. 2, 311, s.bekanntschaft so spalte 541, wo auch sich kennen in gleich starkem sinne. II@3@c@gγ) sogar kundschaft, ehe (doch s. am ende): er het eine alte tochter, die wolt er zu der kundschafte geben. H. v. Muglein Valer. Max. Augsb. 1489 60b; und gab die tochter zu kuntschaft mit steuer und hilf des gemein guts. das.; die kuntschaft ist ein pand, damit sich der mensch pindet zu dem andern in einem willen und einem leben. 62a. Aber das ist eig. konschaft, wie der verfasser gewiss geschrieben hatte (14. jh.), s. sp. 1742; indessen weist die schreibung kundschaft im 15. 16. jahrh. auf eine verflechtung mit dem vorigen kundschaft, wodurch auch der ausdruck kundschaft der ehe (s. unter konschaft 2, c) erst klar wird. übrigens ist das zu grunde liegende kone (s. d.) wieder mit kund wurzelverwandt. II@3@dd) zu dem allen gehören gewisse wendungen II@3@d@aα) kundschaft mit gen. (vgl. 2, c, β): ich hab eines guten gesellen kuntschaft gehabt. Wickram rollw. 171, 19, blosz 'habe ihn gekannt'; ja wenns nur nit gar vil gelts gilt ... seh (sähe) ich den teufel gern fürwahr, ob ich auch künd sein kundschaft krigen. Ayrer 402a (2019, 9), mit ihm in verbindung treten, dasz er helfe; er brachte mich auch in seines sohns kundschaft. Simpl. 1, 194 Kurz. II@3@d@bβ) kundschaft mit einem: macht in diesem ersten angriff .. mit berührten knechten und reutern kundschaft. Götz von Berl. 47; die mit irem adel guot kundtschaft mit uns machten. Frank weltb. 222a; doch bitten wir, halt uns zu gut, dasz wir so dreist euch reden an, mit dem wir doch nicht kundtschaft han. Fr. Dedekind papista conversus 1, 2; weil er vernahm, dasz ich ein geistlicher und Lutheraner sei, machte er sonderliche kundschaft mit mir. Schuppius 253; nicht längst ward ich gefragt, du meiner freunde zier, von einem, ob ich auch in kundschaft sei mit dir. Opitz 2, 37. II@3@d@gγ) aber auch zu einem (wie noch oberd. freund, vetter, pate zu einem): was du für kundschaft zu Thisben gehabt hast. buch d. liebe 204b; dann sie seind oftmals bei inen in der herberg gelegen und gute kundschaft zu inen gehabt. Ayrer proc. 2, 10; zum organisten allda machte ich aus den bürgern die beste kundschaft, weil ich die music liebte. Simpl. 1, 318 Kz.; als ich daselbst .. kundschaft zu etlichen pilgern gemachet hatte, die auch gesinnet waren das heilige land zu beschauen. 2, 213; diese (junge zigeunerin) machte so wohl als andere (zigeunerinnen) bald kundschaft zu mir. 3, 178, zu c, β (nachher gleich nach gemachter kundschaft). auch mit gegen für zu: diese zween machten mit gesprech gegen im etwas kundschaft. Kirchhof wend. 153b. II@3@d@dδ) in kundschaft kommen, geraten (vgl. in k. sein Opitz unter β): als si mit den Römern in kundtschaft kamen. Frank weltb. 66b, vergl. Weckherlin unter a, β; eine gesellschaft etlicher .. freunde, mit welchen ich .. auf unterschiedenen reisen in kundschaft gerathen. A. Gryphius 1, 182; von den gelehrten leuten, mit welchen wir daselbst in kundschaft geriethen. Olearius pers. reis. 1, 3; und sind bei solcher gelegenheit auch mit dem könig in Dennemark und andern herren, die sich damals in dem lager für der stadt befunden, in kundschaft gerathen. Micrälius 4, 76. II@3@ee) ein rest des ganzen im gemeinen gebrauche ist kundschaft von den kunden eines kaufmanns u. ä., s. kunde 2 und 4. II@3@e@aα) ursprünglich von dem verhältnis zwischen dem kaufmann und dem abnehmer als 'geschäftsfreunden', sodasz auch jener mit diesen in kundschaft stand, s. Lochner unter b, γ. II@3@e@bβ) jetzt nur noch einseitig vom abnehmer, besteller u. ä.: erhalten sie mir ihre kundschaft, mir liegt viel an ihrer kundschaft u. ä. sagt der kaufmann zum kunden; ich will ihre kundschaft verlieren, wenn es nicht gewiss ist! Lessing 2, 150, Em. Gal. 3, 2, der gedungene mörder zu Marinelli. mit folg. verflieszend: dasz ihr mir die kundschaft erhaltet, welche mir zuzuweisen ihr den anfang gemacht. Göthe 20, 208. II@3@e@gγ) auch von den kunden selber (wie in der bed. freundschaft b, α): sieht es doch aus, als wolltet ihr mir ins handwerk greifen und mir die kundschaft entziehen. Göthe 24, 285. er verscheucht sich die kundschaft durch sein grobes wesen; die ganze strasze ist seine kundschaft. ich glaube auch von einem einzelnen (wie unter b, α), der mann ist meine beste kundschaft u. ä., vgl. kunde fem. so sp. 2622. II@44) Wieder ein anderes kundschaft zu kunde, zeuge, ahd. chundio testis, s. sp. 2620 und 2624. II@4@aa) kundschaft vor gericht, seit dem 13 jh., gewiss älter, 'die auf die beaugenscheinigung eines streitigen gegenstandes begründete aussage sachkundiger, von beiden parteien gewählter und deshalb beeideter biedermänner, auf welche man in irrungen, bes. über grund und boden, wegen überackern, überzäunen, übermähen u. dgl. zu compromittieren pflegte' Schmeller 2, 311. II@4@a@aα) der begriff wird am deutlichsten in kuntschaft gleich weisthum, im 13. jh. und später: eʒ sol kunt unde gewiʒʒen sîn allen .. liuten .. daʒ aller der crieg (streit, zwischen einem kloster und einem dorfe, um gewisse rechte beider) .. wart beide von der münche wegen unde von der dörfer wegen alles dinges gelâʒen an hern Engilfriden unde an hern Friderîchen .. die bürger sint zuo Spîre, daʒ si dar über sageten uffe ire eit ein kunschaft, alse in aller wærlîchste gewiʒʒen von alter wære; folgt ihre aussage, am schlusse: dise kunschaft sageten die zwêne vor gescriben man uffe irn eit, unde gelobeten beide die münche und auch die gebûre .. die selben kunschaft êwiclichen stæte ze haltenne. weisth. 4, 522. 523, oberrh. v. j. 1289, Mones zeitschr. 1, 21 ff. Ein oberrh. weisthum vom j. 1452 nennt sich selber kundschaft zu Ottenheim und Ichenheim 1, 408, im texte solich kuntschaft und gezugnisse der warheit s. 409. 410. 411, der kläger fordert es von der ganzen gemein .. zu Ottenheim, dasz sie gezugnisse der warheit geben by ihren truwen und eiden, was inen darum kunt und wissen wer. 409, was dann der älteste auf mehr als funfzigjährige erinnerung hin im namen aller thut (410. 412). Da erscheint freilich, schon im 13. jh., ein anschlusz an kunt unde gewiʒʒen, kunt und wissend, wie es, auch im 13. jahrh., lat. mit notitia gegeben wird: accesserunt ad notitiam, id est kuntschaft. Haltaus 1144, auch cognitio sive cuntschaft 13. jh. ebenda. aber kunde zeuge oder zeugnis war eben schon im absterben, der begriff jedoch ist aufgefrischt in dem kuntschaft und gezugnisse, wie mnd. tûch unde kunschop unter I, b, bekundschaft thun und zeugen I, c, geschworne kundschaft und gezeugnis Haltaus 1144, auch bekentnis und kuntschaft 14. jh. 1146. II@4@a@bβ) der begriff selbst war aber ein vielseitiger. nicht nur das ablegen des zeugnisses hiesz so, auch das dadurch festgestellte recht, wie wenn unter α gelobt wird die kuntschaft ze haltenne, oder das von der einen partei dadurch gewonnene recht: die chuntschaft, die die juden habent auf den weingarten. Lexer 1, 1785. die dadurch festgestellte wahrheit, offenkundiges recht, vgl. kuntschaft und warheit Haltaus 1145: unsere bürgere unde di dri rete haben ubirtragen (sich vertragen, dahin verständigt) mit deme geleitismanne unsir stat nach aldir kuntschaft, daʒ unsere bürgere .. kein geleite en gebin. Leipz. stadtb. d. 14. jh., mitth. der deutschen ges. 1, 112, vgl. aus München 14. jh. sich erfahren (erkunden) mit alter kuntschaft Haltaus 1147, womit doch eig. das kundige alter der zeugen, wie unter α, gemeint sein mag. in 'kuntschaft der warheit geben' Haltaus 1145 geht es in 'bekundung' über, vgl. 1143 von der öffentlichen casse (kiste), die nur mit kuntschaft erbarer lüte aufgeschlossen werden soll, unter kenntnisnahme und bezeugung, bekundung. Auch das ganze rechtliche verfahren wird kurz die kundschaft genannt: darumben haben wir diesen (den streitenden parteien) chuntschaft gegeben ... und swem diselbe chuntschaft giht .. daʒ er recht hab, der sol daʒ guot haben. Haupt 13, 163, v. j. 1286, der könig gibt kundschaft, veranlaszt ein kundschafts- verfahren; er ain sach vor gericht vernaint ist, soll man nit kuntschaft zuelassen. österr. weisth. 1, 228, 16. jh., s. Haltaus 1144 inquisitio .. quae vulgariter kundschaft dicitur (14. jh.) und 1147 dat hêt de kuntschopp mit vorausgehender beschreibung. II@4@a@gγ) diese kundschaft geschieht urspr. mündlich (kundschaft sagen, s. unter α, vgl. kundschaftsager), die lebendige kunde die von den wissenden gegenwärtig und lebendig gegeben wird, ist der begriffskern. daher im gegensatze zur schriftlichen bezeugung oder beweisführung: es si mit briefen oder mit kuntschaft (dasz er sein recht beweise). Scherz 843, 15. jh.; erwisen mit briefen und kuntschaft. Lexer 1, 1785; noch im 16. 17. jh.: im entrechten (schluszverfahren) sollen .. baid tail .. zu recht gefaszt sein mit procurei (vollmachten), mit prieflichen urkunden, auch kuntschaften. österr. weisth. 1, 229, obwol die letzteren auch schon schriftliche sein können. Für das vorhandensein letzterer zeugt die bezeichnung der ersteren als lebendiger k.: welcher teil lebendige kuntschaft füren will, der soll sein specificationschrift mit austrückenlicher benennung der zeugen übergeben. Nürnb. reform. 1564 29b; mit lebendiger oder schriftlicher kundschaft. reichskammergerichtsordn. 1507 8, 9; es seien schriftlich oder lebendig kundschaft. Haltaus 1147, 16. jh. (ebenso lebende kunde das.); vgl. kundschaft besiglt. österr. weisth. 1, 228, 28, unter siegel ausgefertigtes protokoll über die zeugenaussage. vgl. kundschaftbrief. II@4@a@dδ) der begriff schwankt oft zwischen dem zeugnisse und den zeugen selber oder besser schwebt gleichsam über beiden, z. b.: des schall men gan uppe de kuntscop. tweiet de kuntschopp an der sake (geht sie in zwei richtungen aus einander) .. wat de merer del der kuntschopp sprikt, des schall men volgen. Haltaus 1147. ganz persönlich klingt: eʒ hat gesagt ain erber kuntschaft auf dem rat, daʒ ain ewiger steic gen sol durch des Hallers wisen. Nürnb. polizeiordn. 291; dieselbe recht ziehen wir .. an ein ehrbahr kundschaft. was die darüber sag, des solten wir uns .. laszen genügen .. da dieselbe kundschaft darüber geschwure .. da sagt sie .. das sie das von ihren altvätteren .. hätte gehört u. s. w. Haltaus 1147. aber man bemerke da das spätere eintreten des plur., in den sing. sag, geschwur wirkt in der that das abstractum nach. die ehrbare, ehrliche, redliche kundschaft war eine beliebte bezeichnung, s. Haltaus 1145, bürgt aber auch nicht für blosz persönliche bed., z. b. ebend.: und wöllen dasselbe fürbringen mit einer erber kunberlichen (kundbarl.) kuntschaft, bedü mit ritter und mit knechten .. und die erbern kuntschaft han ich (der richter) ... ingenomen und verhöret von ritter und von knechten, und die haut (hât) gesäit u. s. w. (14 jh.), man sieht das schweben des gerichtlichen begriffes als einer art drittes über dem concreten und abstracten begriffe. ähnlich: darumb si uf kuntschaft ziehent (sich berufen), die hie zu Straszburg wonhaft sint. Scherz 844. so begreift sich auch die einheit von geziuc m. als zeuge (oder zeugenschaft) und zeugnis, die im engl. witness und im franz. témoin, d. i. testimonium auch vorliegt. s. auch kundsame. II@4@a@eε) es hiesz bewisung oder kuntschaft tun Scherz 844, vom verklagten, in die kuntschaft varen das., sich an ort und stelle begeben wo über den streitigen besitz die k. einzunehmen ist, vgl. accedere ad notitiam Haltaus 1144 und uppe de kuntscop gan unter δ in gleicher bed.; dazu dann ein kuntschaft ervaren Lexer 1, 1784, eig. 'fahrend' einholen. Von den zeugen galt kundschaft geben Haltaus 1145, vor dem richter kundschaft sagen Maaler 256c, aussagen Rädlein, vom richter k. nemen, înnemen Halt. 1144, einnehmen, die zeugen abhören Rädl. 571b (vgl. 2, c, ε): darumb ich im dise kundschaft gib, das er hab unwar gesagt. Reuchlin augensp. 36b; die juden möchten (könnten) wider in nit kundschaft geben, dan sie wern seine feind. 33b; auch vorbringen (vgl. fürbringen unter δ): wer nach ordnung der rechten kundschaft oder rede und antwort vorzubringen. Reutter kriegsordn. 37. Vom richter galt k. verhören, die bekundung, zeugnisse genau abhören: verhörung der kundschaft. reichskammergerichtsordn. 1521 33, 12; so nun das peinlich gericht mit personen, die solche kuntschaft .. zu verhören geschickt .. sind (in Goblers übers. ad examina ac depositiones testium audiendas recipiendasque), besatzt ist, so soll der richter .. gemelte kundtschaft (attestationes) .. mit fleisz verhören. Carolina 71; welche partei kundschaften zu verhören begehret (d. h. verhören zu lassen), soll ihre zeugen den schultheiszen mit namen anzeigen. Kirchhof mil. disc. 253, der pl. auch: wie die gerichtsacten und die klaren kundschaften ausweisen. 251. Vom beklagten galt kundschaft führen (wie noch beweis führen) kammergerichtsordn. 1507 8, 9: so ein beklagter kundtschaft und weisung füren wolt, die in von seiner verklagten missethat entschuldigen solt ... Carol. 74 (der art. handelt von kuntschaft des beklagten zu seiner entschuldigung); lebendige kundschaft füren, s. unter γ. ebenso früher leiten: wem ouch vor M. und R. worheit erteilet wurt, der sol die personen und was kundschaft er leiten wil, dem stattschriber geschriben geben. Scherz 844, vgl. Haltaus 1146; ebend. 1147 nd. gehäuft bibringen, fören und leiden tüchnisse und kundschop. in gleicher weise zeugen leiten, noch im 16. jh.: so sind die (der unwahrheit) überweisten zeugen, und der si laitet, prüchig im rechten und ier kundschaft und zeugnus ist kraftlos. österr. weisth. 1, 231, 18, sodasz das leiten, führen urspr. vom hinführen der zeugen an die streitige stelle entstanden scheint, entsprechend dem varen in die kuntschaft vorhin. II@4@bb) zeugnis überhaupt, amtlich oder anders. II@4@b@aα) auch diesz ursprünglich mündlich: es sei man oder weib, so sie frembde und unbekand sind, sol man sie heiszen gute kundschaft schriftlich und mündlich bringen, damit (wodurch) man gewis werde, was (d. i. was's) für leute sind. Luther 5, 248a, heimatsschein und beglaubigung durch vorgeführte zeugen; zudem so waiszt (weisz) ime die kais. mt. dise warhaftige gute kuntschaft zu geben, das er sich .. treffenliche erwisen hat. staatspap. Karls V. 475. Luther schreibt an den rat zu Rotenburg an der Tauber über einen studenten von dort, für den er um eine unterstützung bittet: er ist ewer stadkind, des ir keine schand habt, gelert und from, mein teglicher haus und tischgenosz, des ich im musz gute kundschaft und zeugnis geben. werke 6, 2a. II@4@b@bβ) schriftlich, wie eben schon bei Luther: wer hie nit wil zur grebnis gon, der muosz ein luter kuntschaft hon und brief und sigel legen in, das er kein nar wöl nimer sin. Murner luth. narr 195 Sch.; sollt er ein jahr und tag aller landsknecht versamblung meiden .. gleichwol alsdann, neben auflegung gnugsamer schriftlichen kundschaft seines verhaltens .. für gut wieder angenommen sein. Kirchhof mil. disc. 265; das sich ain ieder, so sich von andern gerichten hieher seczen wil, erstlichen beim herrn pfleger anzaig, und chuntschaft fürlegt. österr. weisth. 1, 164, 16. jh., heimatsschein oder entlassung aus der alten heimat; sollen allerlei briefliche urkunden, als heirat-, schuldbrief, verträg, auch kundschaften, quittung u. dgl. .. allein bei der landgerichtlichen obrigkeit .. verfertigt werden. 271. kundschaft als amtliches führungszeugnis Steinbach 1, 948. II@4@b@gγ) das galt noch vor kurzem im handwerke: bei den handwerksburschen ist jezt mehr als jemahls, dasz jeder seine kundschaft von seinem gewesenen meister habe, seinen lehrbrief und andere documenta. Frisch (1741) 1, 556b; das reichsgutachten vom 22. juni 1731 unterwarf auch die gesellenverhältnisse einer sehr strengen controle .. es wurde namentlich von der zeit an streng auf die sog. kundschaften .. der handwerksgesellen gehalten. Böhmert beitr. z. gesch. des zunftw. 50 (geburts- und lehrbrief, auch attest des wolverhaltens, unter dem handwerkssiegel), vgl. die urk. s. 130 ff.; auf veranlassung einer von einer hiesigen zunft einem handwerksgesellen ausgestellten, mit dem sogenannten schleswig - holsteinischen wappen versehenen kundschaft ist .. von dem kön. ministerium für das herz. Schleswig verfügt worden, dasz (dergl. keine geltung habe) .. und .. dasz überhaupt die ausstellung aller und jeder kundschaften untersagt ist. bekanntm. des oberpräs. zu Altona 20. jan. 1853. kundschaft, die arbeitszeugnisse einer innung, so an die in die fremde reisenden gesellen abgegeben werden. idiot. Austr. 88. auchn. kundscap, zeugnis der handwerksgesellen (Molbech). vgl. kundschaftzettel. II@4@cc) übertragen auf andere verhältnisse. II@4@c@aα) biblisch, kirchlich: aber wir wellend diser meinung hälle kundschaft usz Paulo 1 Cor. 10 harfür bringen. Zwingli vom touf o 1b; ietz sehend wir .. an der kunschaft Pauli wol, das der kindertouf muosz by der apostel zyten angehebt haben. o iija; volgend die kuntschaften. Paulus spricht .. o 4b; nun hat er (gott) sich gemacht ganz kündlich durch seinen eignen son selbst mündlich und schriftlich durch seins sons legaten ... bei diser kundschaft jeder bleib. Fischart ehz. 24 (Sch. 429), also zugleich offenbarung, wie es vorher heiszt das gott sich selbst macht offenbar, zugleich aber auch an kündlich (offenkundig), kund angeschlossen; ähnlich schon mhd. kuntschaft erlös. 2277. ähnlich auch von einem delphischen orakelspruche: ein guot vernunftig witzig man, des glich man nit möcht ienen (irgendwo) han in aller welt, als Socrates. Appollo gab im kuntschaft des. Brant narr. 112, 4. II@4@c@bβ) geschichtlich, wissenschaftlich, in büchern: die sich Palatinos nannten, wie aus etlichen alten kundschaften zu sehen ist. Micrälius altes Pommern 2, 293; das vierte (gerippe) wird ihm eben dieser Gori auf einem alten marmor .. nachweisen. das fünfte trift er, wenn mich meine kundschaft nicht trügt, beim Fabretti. Lessing 8, 243 (vgl. die anm.), d. h. wenn Gori mit seiner verweisung auf Fabr. zuverlässig ist; es mischt sich übrigens mit 5. II@4@c@gγ) an b, β schlieszt sich an: es wäre sehr naiv von der natur, wenn sie jedwedem menschen seine kundschaft an die nase gehängt hätte, und wenn irgend einer die kundschaften lesen könnte, mit dem möchte der henker in gesellschaft gehn. Claudius 3, 22 (34), d. h. ausweis dessen was er ist, es ist gegen Lavaters physiognomik gesagt. II@55) Endlich zu kunden, erkunden. II@5@aa) kundschaft im kriege, in dem es sich wol entwickelt hat; der begriff hat aber wieder mehrere seiten. II@5@a@aα) das thun des kundschafters, das kundschaften, heiszt auch selbst so: kundschaft, exploratio. Frischlin nom. 469; kundtschaft ist fürnemlich gut in kriegen. Kirchhof mil. disc. 93. recht deutlich in kundschaft treiben: item wir haben den Kroppensmid ... selbander gesant gegen Lichtenberg, umb kuntschaft zu treiben, wann er in der neh von dannen pürtig ist. Nürnb. chron. 2, 82, 34; item wir haben bestelt ein jungen flaschnerknecht, der hat uns kuntschaft triben auf dem pirg (gebirge) 3 wochen. das. 82, 25; und ob wir ichts von seiner kuntschaft wegen schaften (ausrichteten), dorumb schull wir im ein schenk thun. 83, 1, was doch schon die bed. β einschlieszt. auch kundschaft thun, machen: es soll auch ... iemands zu herzog Albrechten ins veld mit dem gelt geordnet werden zu notturftiger ausgab zufallender sachen, als botschaft zuschicken, kuntschaft zumachen. reichsabsch. Augsb. 1500 E 3b; ein feiger wird verhöhnt (vgl. unter β): Johan von Brinke war unvorvert (unerschrocken) ... die kuntschaft hilft er machen, zu Rede und Teckelnburg wol bekant, in keller, auch in kuchen. Soltau 2, 251. II@5@a@bβ) die erkundigung, die der kundschafter einholt, die kunde die der aussender von ihm begehrt. so deutlich in kundschaft einnehmen (vgl. schon 4, b, ε), ein feiger ritter erbietet sich: herr kaiser, ich wil euch peistendig sein und wil die kuntschaft nemen ein, ob uns der veint sein zu vil. fastn. sp. 637, 27. oft schwankt es zwischen dieser und voriger seite des begriffs oder umfaszt beide: drum nahmt ihr meinen buben gefangen, weil ihr wusztet, ich hatt ihn auf kundschaft ausgeschickt. Göthe 8, 33. 42, 273 (zu kundschaften 42, 40); und meint ein rat, wenn der genant Hanns auszgesönt würde, das dadurch den Waldenfelsern merkliche volg, nachrit, herberg, kuntschaft und beistand geprochen würde. Nürnb. chron. 2, 76, deutlich benachrichtigung überhaupt. denn es kehrt zugleich in die bed. 2 zurück, z. b.: nun hetten aber die von Nürnberg guete kuntschaft und westen wol, das der marggraf auf sie ziehen wolt. Augsb. chron. 2, 193. II@5@a@gγ) manchmal mischt sich die vorstellung von den kundschaftern, kundtschaftleuten selber ein (vgl. u. 4, a, δ): item zwen pawren sol man gewinnen zu kuntschaft. Nürnb. chron. 1, 184; und legten ein spech (spähe) und kuntschaft auf in. Augsb. chron. 2, 50, wie einen hinterhalt legen; doch schwerlich möcht er des feindes kundschaft hintergehn, der mit zwei heeren seinen fersen folgt. Schiller 451a; sie müssen weit umgehen durchs gebirg, dasz sie des landvogts kundschaft hintergehn. 527a. II@5@bb) auf andere lebensverhältnisse übertragen: auf kundschaft ausgehen, aller à la découverte. Rädlein; was will die närrinn! ... wie weisz sie, dasz wir hier sind? sollte sie wol auf kundschaft kommen! Lessing 2, 163, von der gräfin Orsina in der Em. Gal. 4, 2; ach mann, es sind zwei leute hier, auf kundschaft wol, gewesen. Voss (1825) 4, 128, 'die drei diebe'. II@5@cc) endlich einige verwendungen, die mit dem vorigen zusammenhang haben, und doch zugleich in die bed. 2 zurückkehren. II@5@c@aα) erkundigung, nachfrage Rädlein 571b, z. b. kundschaft einziehen, nahe dem kundschaft einnehmen u. α, β: denn man nimmt an, dasz herausgeber nicht unterlassen, so genaue kundschaft als möglich desfalls einzuziehen. Lessing 9, 5; auch kundschaft einnehmen, rem explorare Steinbach 1, 948. ähnlich erspähen, früher fragen u. a.: kundschaft mir zu erspähn vom lang abwesenden vater. Voss Od. 15, 269; und het doch gern kundschaft gefragt, wie es doch nur immer kem, das ich ewer keinen vernehm. froschm. C 8a, wo sich freilich schon völlig die bed. 2 einsetzen läszt. aber deutlich auch das erkundigen selber: legte nu grosze kundschaft drauf, wo sein weib wäre hin kommen. Luther 61, 287; kundschaft auf etwas legen, faire les enquêtes noch bei Rädlein, auch sich auf kundschaft legen, s'informer ders., exploratores habere Frisch 1, 556a. II@5@c@bβ) gewünschte oder erwünschte auskunft, die einer gibt: anno 1463 jar ward Mänz haimlich vor tags erstigen .. das verriet (bewirkte durch verrat) ain wachter und gab kuntschaft. Augsb. chron. 1, 330, doch mehr zu a, β; so vil ich aus der kuntschaft des hisigen richters (kritikers) von der heilmannischen arbeit habe ersehen können, rürt sie von einem .. manne .. von einsicht her ... noch hatte ich damals, als ich besagte kuntschaft in den hisigen zeitungen (acta erud.) las, die übersetzung nicht vor mir. Reiske übers. der reden des Thukyd. vorr. a 4a II@5@c@gγ) nachricht als ergebnis angestellter forschung: dem ohngeachtet erfahren sie itzt von jenen (Andr. Scultetus) weiter nichts. ich musz erst hören, welche aufnahme er, auf diese kundschaft, sich von ihnen zu versprechen hat. Lessing 8, 269. gleichfalls nachricht, aber im zusammenhang mit dem kriege: auch daʒ ... darauf gegangen was ... mit warnung, kuntschaft in daʒ her und darausz. Nürnb. chron. 2, 48, wol besorgung von nachrichten, botschaftsdienst. auch von gerüchten: ich bekomme oft kundschaft, crebro rumores ad me adferuntur. Steinb. 1, 947. nachricht als augenzeuge, mit 4 sich berührend: mein getrewer gefert muost sein, damit du künftig mügst darvon ein warhaftige kundschaft thon. Teuerd. 11, 22.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kundschaft

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Kundschaft , plur. die -en, von dem Nebenworte kund. 1. Als ein Abstractum und ohne Plural. 1) * Die Kunde oder Kenn…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kundschaft

    Goethe-Wörterbuch

    Kundschaft auch -fft; ‘Kundtschafft’ 39,105,1 1 Erkundung, Beschaffung von Nachrichten; iZshg von Kampf, Krieg; wiederho…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kundschaft

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kundschaft , das Verhältnis, vermöge dessen sich jemand gewöhnt hat, die Befriedigung bestimmter Bedürfnisse regelmäßig …

  4. modern
    Dialekt
    Kundschaftf.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kundschaft f. 'Kundschaft' 1. Kenntnis: dat kümmt ganz ut de Kundschaft wird unbekannt, gerät in Vergessenheit Ro Ribn ;…

  5. Sprichwörter
    Kundschaft

    Wander (Sprichwörter)

    Kundschaft 1. Die Kundschafft verdient den Braten. – Petri, II, 135; Henisch, 481, 26. 2. Kundschafft ist halber Krieg. …

  6. Spezial
    Kundschaft

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kund|schaft f. (-,-en) clientela (-les) f. , cliënc m.pl.

Verweisungsnetz

32 Knoten, 25 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kundschaft

42 Bildungen · 32 Erstglied · 6 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von kundschaft

kund + -schaft

kundschaft leitet sich vom Lemma kund ab mit Suffix -schaft.

kundschaft‑ als Erstglied (30 von 32)

Kundschaft(s)sag I

Idiotikon

Kundschaft(s)sag I Band 7, Spalte 378 Kundschaft(s)sag I 7,378

Kundschaft(s)sag II

Idiotikon

Kundschaft(s)sag II Band 7, Spalte 380 Kundschaft(s)sag II 7,380

Kundschaft(s)teller

Idiotikon

Kundschaft(s)teller Band 11, Spalte 199 Kundschaft(s)teller 11,199

kundschaft(s)wīs

Idiotikon

kundschaft(s)wīs Band 16, Spalte 1913 kundschaft(s)wīs 16,1913

kundschaften

DWB

kund·schaften

kundschaften , 1 1) auf kundschaft (5) ausgehen, mhd. noch nicht bezeugt, aber im 15. jh.: item wir haben bestelt zu kuntschaften des Frisen…

kundschaften

FWB

1. ›jm. etw. übermitteln‹; 2. ›spionieren, ausfragen, nachforschen‹; 3. ›eine Zeugenaussage machen‹

kundschafter

DWB

kund·schafter

kundschafter , m. 1 1) zu kundschaften 1, der auf kundschaft ausgeht, kundschaft bringt: auch hat er bestelt einen kuntschafter bei Bamberk,…

kundschafter

FWB

1. ›Auskundschafter; Spion, Angeber‹; ütr. auch ›Beweis‹; 2. ›Zeuge‹

kundschafterei

DWB

kundschaft·e·rei

kundschafterei , f. spionieren, kundschafterei treiben Lessing 2, 219 ( Nathan 1, 3). Klinger 5, 182 .

kundschafterin

DWB

kundschaft·erin

kundschafterin , fem. zu kundschafter: die h. inquisition, als die getreweste und fleiszigste kundschafterin unser l. mutter der h. kirchen.…

kundschaftgeber

DWB

kundschaft·geber

kundschaftgeber , m. zeuge u. ä., der kundschaft gibt in rechtsfragen ( s. kundschaft 4), s. bei Haltaus 1148, 15 . jh.

kundschaftherre

DWB

kundschaft·herre

kundschaftherre , m. einer vom rate, der die kundschaften zu verhören hat ( s. kundschaft 4), in Straszburg 16. jh.: die rathsbotten ... da …

kundschaftleute

DWB

kundschaft·leute

kundschaftleute , pl. 1 1) rechtlich, die kundschaft geben. Haltaus 1148 , Schm. 2, 311 , vergl. kundleute sp. 2634. auch kundschaftsleute, …

kundschaftrecht

DWB

kundschaft·recht

kundschaftrecht , n. das verfahren mit kundschaft (4) verhören, einnehmen und was dazu gehört: und soll die kundschaft gan und gelait werden…

kundschaftrecht

FWB

1. ›Gerichtsversammlung mit Zeugenvernehmung, rechtliche Ordnung des Zeugenverhörs‹; 2. ›Baubesichtigung‹.

kundschaftsager

DWB

kundschaft·sager

kundschaftsager , m. gleich kundschaftgeber. Schmeller 2, 311 ; s. kundschaft sagen sp. 2642 und kondesagen sp. 2634.

kundschaftsbrief

DWB

kundschaft·s·brief

kundschaftsbrief , m. schriftliches amtliches zeugnis: man sollt alle kundschaftsbrief und lüte ( d. i. kundschaftslüte) der sachen halb ver…

kundschaftschiff

DWB

kundschaft·schiff

kundschaftschiff , n. kriegsschiff, das der flotte als kundschafter dient, aviso: von den englischen jag- und kundschaftschiffen. kloster 10…

kundschaftstellung

DWB

kundschaft·stellung

kundschaftstellung , f. gestellung von zeugen: dasz .. solche .. kundschaftstellung auch den gefangen .. nit abgeschlagen .. werden soll. Ca…

kundschaftverhörer

DWB

kundschaft·verhoerer

kundschaftverhörer , m. richter o. a., der die kundschaft verhört ( s. z. b. unter kundschaftsbrief). in der Carolina handelt art. 71 von de…

kundschaftweise

FWB

1. nur im Synt. in kundschaftweise ›durch Spionage, spionierend‹; 2. nur im Synt. in kundschaftweise ›in der Eigenschaft als Zeuge‹

kundschaft als Zweitglied (6 von 6)

Laufkundschaft

RDWB1

Laufkundschaft f (Lakune) люди, проходящие мимо какого-л. ресторана, кафе, магазина и заходящие в него, поскольку им это по дороге Ihm fehlt…

Nachkundschaft

DRW

nach·kundschaft

Nachkundschaft, f. das Nachschieben von Beweisen vgl. Kundschaft (II) hofft [die frauw], es solle erkant werden, daz die nachkuntschafft ir …

Schafkundschaft

DRW

schaf·kundschaft

Schafkundschaft zu Kundschaft (II) Urkunde, die die Beschau von Schafen bestätigt vgl. Säukundschaft schaffkuntschafft. ... diser statt gesc…

Schreinskundschaft

DRW

schrein·s·kundschaft

Schreinskundschaft, f. wie Schreinskunde dieweilen nun von wegen der verklagten etliche schreins-kundschafften, so im geruͤhrten schrein s. …

Siebentkundschaft

DRW

Siebentkundschaft, f. Aussage des Siebengerichts (II) pto. ehebruch ... sy alle drü in gemeiner herren gefangenschaft gelegt, die sibentkund…

Säukundschaft

DRW

Säukundschaft, f. Urkunde, die die Beschau von Schweinen bestätigt sewkundtschafft. ich ... bekenn offen mit disem brieff, das mir der erber…

Ableitungen von kundschaft (4 von 4)

BEKUNDSCHAFTEN

DWB2

BEKUNDSCHAFTEN vb. ‘ etwas bezeugen, aussagen, berichten, beweisen, erforschen ’ 1456 bekunschoppen unde bewisen in: DRW 1,1510. 1604 anno 1…

erkundschaften

DWB

erkundschaften , explorare, erspähen, erkundigen: der keiser schickt ein hauptmann botschaftsweis zu könig Hörter, solt hüpschlich erfahren …

verkundschaften

DWB

verkundschaften , verb. durch erkundung ausforschen und mittheilen, durch kundschafter bekannt machen. die bedeutungen der zusammensetzung s…

verkundschaftung

DWB

verkundschaftung , f. bekanntmachung mittels auskundschaftens: allerley verrätherey und verkundschafftung zu gebrauchen. Fronsperger kriegsb…