esel,
m. asinus, ein durch fast alle europäischen sprachen gehendes und seiner doppelform wegen für ihre geschichte merkwürdiges wort. ein L
der ableitung haben goth. asilus,
ahd. esil,
mhd. esel,
alts. esil,
nnl. ezel,
ags. esol
Cädm. 173, 25,
tadelhaft eosol,
northumbr. asal
Matth. 21, 2;
ir. gal. asal;
lit. asilas,
lett. ehselis;
altsl. os'l'' = osilu,
russ. osël'',
poln. osieł,
lausitz. wosoł
und hesel,
böhm. osel,
serb. osao = osal;
estn. esel. N
dagegen findet sich im lat. asinus,
it. asino,
sp. asno,
prov. asne,
fr. âne
für asne,
rhätorom. asen, esan,
walach. asinu;
gr. ὄνος für ὄσνος; ags. assen
f., altn. asni;
welsch. asyn,
armor. azen.
abgeworfen ist der consonant im catal. ase,
engl. ass (
wol nach ags. assen),
finn. aasi,
der anlautende vocal überall kurz. auszer in dem durch ausfall des s
verlängerten fr. âne,
im gegensatz zu ὄνος,
dessen ableitung von ὄσνος darum zweifelhaft erscheinen könnte, wie sonst pômum
aus posmum, pône
aus posne
entspringt. dasz ahd. esil,
mhd. esel
umgelautetes a,
keine brechung enthalten, bewähren die reime auf fesel.
Diut. 3, 83.
Martina 6, 90.
MSH. 3, 28
b und esele : âvesele. Albr.
Tit. 5473.
sl. o =
goth. lit. a
ist in der ordnung. gleich dem gr. ὄνος dient das goth. asilus
für beide geschlechter, die in der u
declination überhaupt zusammenfallen, lat. aber wird asinus
von asina,
ahd. esil
von esilin
und esilinna,
ags. esol
von assen,
altn. asni
von asna
unterschieden, das schwed. sna
ist weiblich und geht auch auf das m., das dän. asen
ist n. skr. entspricht nichts, der esel
heiszt khara,
nach seiner rauhen stimme (Böhtling 2, 600),
pers. char,
wozu sich vielleicht sein eigenname Carchofas, Carcophas
im Reinardus halten liesze. Benfey 1, 123
will unser wort aufs hebr. ןת leiten, so dasz sich aus othin
ein gr. ὀτνο,
ὄτινο,
daraus ὄσνος,
ὄνος gebildet hätte und von den Griechen weiter westlich verbreitet worden wäre. dieser hebr. ausdruck bezeichnet eigentlich die eselin 4 Mos. 22, 23. 33.
2 kön. 4, 24, chamor
ר den esel 1 Mos. 49, 14. 2
Mos. 13, 13,
welchem das ungr. szamar
auffallend gleicht. doch schiene seltsam, dasz allen übrigen völkern die as
oder os
form erst aus Griechenland zugeführt und nicht schon zuvor eigen gewesen sein sollte, man erwäge noch das türk. eschek,
wotjak. eschak.
mit recht vergleicht Graff 1, 478
das goth. asneis,
ags. esne,
ahd. asni, asneri
servus mercenarius und handen asôn,
manibus niti N. Boeth. 187,
altn. asnaz
servire modo asinario, s. eseler,
eseln.
die deutsche wurzel läge zu allernächst: und wer möchte umgekehrt diese wörter aus asinus
herleiten? an diese etymologien reihen sich andere betrachtungen. 11)
der esel
empfängt in der thierfabel, wo er nicht fehlen kann, manche treffende beinamen, z. b. langohr,
skr. lambakarna, der geile, übermütige,
skr. uddhata,
mhd. der balde, Baldewîn,
altfr. Baudouin,
wovon noch baudet,
asellus, maître Baudet. Lafontaine 5, 14; lastträger, wasserträger, holzträger, sackträger, bürdenträger (O. IV. 5, 9),
altfr. Faisius =
portefaix; distelfresser
u. a. m. 22)
ebenso gereicht esel
zu unanstöszigen namen oder beinamen der menschen und geschlechter, man denke an Cn. Cornelius Scipio Asina,
an P. Cornelius Scipio Asina,
vgl. Macrobius
sat. 1, 6; Asinius
und Asino
kommen gleichfalls vor. ein edles geschlecht in Baiern war beigenamt Frumesel,
was zu sagen scheint der alte, erstgeborne esel (
vgl. 2 Mos. 13, 13. 34, 20),
wie bei Ulfilas frumabaur,
bei O. IV. 13, 12 frumikîdi
die erstgeburt bezeichnet, die ortsnamen Frumaholz, Frumapah
mögen einen alten wald, bach ausdrücken: herr Weinmar, der Frumesel.
MB. 5, 17 (
a. 1277), Weinmarus Asinus. 5, 29 (
a. 1286); ich Seifrid der Frumesel von Scherdinge. 5, 32 (
a. 1290);
in Püterichs
ehrenbrief bei Haupt 6, 39: Harzkircher die vil frumen Frumesel als ich fürbasz singen wil.
in Österreich: dominus Ulricus Asinus de Gadem.
urk. von Heiligenkreuz 1, 78 (
a. 1230); Ulricus et Hadmarus fratres cognomento Esel. 1, 115 (
a. 1247); ich Niclas der Esel von Pochvlies. 2, 3 (
a. 1301); mit meins ohems insigel Thomans des Esels. 2, 220 (1353)
und ohne zweifel noch oft. in Schwaben: Waltherus dictus Asinus de Dürreheim (
a. 1256). Mone
zeitschr. 8, 493; Achaz Esel, schultheisz zu Waldshut (
a. 1398). 6, 473; Johan Esel von Bechtolsheim (
um 1450). 3, 169; Eselsberg
heiszt der sitz eines edeln geschlechts: ego Belreinus de Eselsberg claustrum apud Rechenshofen inchoavi (
a. 1240). Stälin 2, 724; Wernerus de Eselesberc (
a. 1194).
wirtenb. urk. 2, 301; Keller
hat ein mhd. gedicht herausgegeben, das mit den versen schlieszt: unwîse wort und tumbe wërk trîb ich Elblîn von Eselbërk,
wo jedoch der name mythisch zu fassen ist. Keller
führt s. 9
die namen an: Rudolf der Esel von Eselspurg (1328), Hans der Esel (1343) Peter Esel der jünger (1386) Otto der Esel von Eselspurg (1412) Rudolf von Eselspurg der Esel (1540),
im wappen und auf dem helm führte dies geschlecht einen ganzen gehenden esel.
auch altböhm. Osel
ein mannsname. 33)
der esel
erscheint dem alterthum, zumal in der bibel, als zahmes, weidendes thier, das gleich dem kamel, pferd, rind und schaf herden bildet und zum lasttragen wie reiten nützt, ohne allen nebensinn. propheten reiten auf eseln, Bileams (Balaams) eselin,
im drange der noth, erhebt ihre stimme und redet. in der krippe des esels
und rindes, dichtete man, habe der neugeborne gott gelegen. Luc. 2, 7. 16
steht nur von der krippe, auch O. I. 11, 57: in krippha man nan legita, thar man thaʒ fihu nerita,
aber in Wernhers
lied: dô stuont ein esel und ein rint, daʒ keiserlîche kint, daʒ erkanten sie bêdiu,
und bei Walther von Rheinau: für den esel und daʒ rint leiten si daʒ kindelîn, daʒ rint und daʒ eselîn, erkanden ir schephære sâ.
einfach ist damit der aufenthalt unter unschuldigen hirten, die auch zur anbetung herbeieilten, ausgedrückt. 44)
da aber sämtliche thiere dem menschen gegenüber für unvernünftig und dumm gelten, so wird mit thier
und vieh
selbst, besonders mit rind, ochs, schaf
und esel
geschmäht und gescholten; der esel
heiszt nicht nur arm und gering, sondern auch dumm, faul, träge, plump, grob, frech und geil (
ἀσελγής),
weil diese eigenschaften an seiner natur hervortreten, er steht im gegensatz zu dem ihm sonst ähnlichen edeln und raschen rosse
und wird verachtet, ὄνου ὑβριστότερος,
ἀσελγέστερος lautet die schelte auf einen menschen, der ihm gleicht; quid nunc te, asine, literas doceam? non opus est verbis sed fustibus. Cic.
Pis. 30; quae sunt dicta in stulto, caudex, stipes, asinus, plumbeus. Ter.
heautont. V. 1, 4; neque homines magis asinos umquam vidi. Plaut.
pseud. I. 2, 4; segnis ac stupidus torpet? asinum vivit? Boeth.
consol. 4
pr. 3; esil, wiʒun wir thaʒ, theist fihu filu dumbaʒ, ni mîduh mih thërô wortô, ist huarilînaʒ harto. O. IV. 5, 7,
nach Rhabanus Maurus: est enim animal hoc immundum et prae ceteris pene jumentis magis irrationabile et stultum et infirmum et ignobile et oneriferum magis;
mhd. waʒ hilfet, daʒ man trægen esel mit snëllem marke rennet?
MSF. 20, 8; dër esel kleine vorhte hât zës lewen kreiʒe, swâ dër gât, daʒ entuot ër niht durch kargen list, wan daʒ ër alsô narreht ist. Freidank 140, 15; ûʒ eseln kan niht ros wërden.
Renn. 17299; doch spriche ich daʒ sie esel sint. Eckhart 281, 4.
nhd. wer hat euch esel her gebeten, das ir mir hie habt so zertreten die mein schonen rosen rot.
Laurin ed. Schade 529; und stech ich in dann nit da nider, so sprecht, daʒ ich ein esel sei.
Ring 5
b, 25; wan es ist nu der welte sit, daʒ die esel und die narren zeuhent beid an einem karren. 23
b, 42; ich torst euch auf die meuler schlahen, das ir solch esel bede mugt sein.
fastn. 68, 15; so esel merks recht, ich lobs im also. 69, 12; mich ant, das ir sölch esel seit. 335, 20; ir narren, knebel, esel und trollen, wie seit ir doch die grobsten knollen. 539, 16; du bist ein esel von din fier anen (
vier ahnen). 844, 23; unnützer trunkner esel der du pist! Steinhöwel 86, 4 (asino fastidioso et ebriaco che tu dei essere.
dec. 2, 5); und ich will geschwigen, wellich esel ich gesehen han erhöhet über die zederböm Libani. Wyle
frau glück; aber ich kenn dich bei den langen oren, das du ein esel bist. Keisersberg
s. d. m. 9
b; und spricht zu im 'du nar, du gauch, du filz, du esel!' 37
a; werden sie (
die papisten) billich esel uber alle esel gescholten. Luther 5, 11
a; Lasco ist ein grober esel und böser dialecticus. Alberus
wider die Carlstader J i 7
a; meinstu, grober gesel, esel wolt ich sagen.
wider Jörg Witzel B 3
b; der esel wil vers machen und kan nit quantitates syllabarum. B 8
b; es gilt, capias tibi asine!
Garg. 98
b; botz esel mein, sihe wolstu draben, du mainst leicht ich hab dein vergessen, halt, ich wird dir ain joppen messen. Joh. Nasus
Nasenesel. Ingolst. 1570, 16
b; kein esel, glock und weib sind sonder schläge gut. 'der musz ein esel sein, wer tobt auf frauenblut'. Gryphius 2, 67; als du den Tacitus vor kurzer zeit vernichtet, hat dir ein ander nicht, wie billich, beigepflichtet, den (
von dem) meinest du er sei ein esel als wie du. Tscherning
ged. frühling 351; wäre dieser nicht ein esel gewesen, so wäre er nicht zu einem vieharzt gegangen.
pers. rosenth. 7, 14; man schläft, man dehnet sich, man trinkt und pflegt den bauch, nach dieser faulen ruh sehnt sich der esel auch, und das ist seine schmach. Dusch
verm. werke 459; und damit schleudert er auf ihn und traf die stirne gar, da fiel der grosze esel hin so lang und dick er war. Claudius
Goliath u. David str. 6; willst du zeitlebens ein esel bleiben? Lessing 1, 227; warum war ich auch so ein alter esel und glaubte es? 1, 474; ja, Jobsen Zeckel, du bist wol ein dummer esel gewesen. Weisze
kom. opern 2, 165; das sind schlechte menschen, unschlüssige bedächtige esel. Göthe 8, 113. 42, 146; das ist ein impertinenter esel. Lenz 1, 280; wie darf sich der esel das unterstehen?
ebenda; er flegel! er esel! Fr. Müller 2, 45; und als ich anfangs ihm den (
segen) versagte, weil er arm und ich ein esel war. Kotzebue
dram. sp. 1, 296; 'und dann setzt er es (
das kind) zum erben ein'. 'wenn er ein esel ist'. 2, 178; wird der esel sich bald fortpacken? 2, 193; der esel von wirth hat keine pferde. 3, 205; a e i o u, ein grober esel bist du! 55)
eine menge althergebrachter redensarten geht auf fabeln und bräuche und ist oft von höhnischer gebärde begleitet. 5@aa) einem den esel bohren,
schon 2, 228
belegt. hier noch stellen: als zögen uns die wände ein fratzengesicht! himmel und erde scheint uns esel zu bohren. Göthe 14, 75; aber es gehört etwas galle dazu, um dem volk die ehre anzuthun und ihnen esel zu bohren. Wieland
bei Merk 1, 299. 5@bb) einem den esel zeigen. das weib zeigt im den esel, spricht schaw mein man, rath wie vil sind der? H. Sachs II. 4, 27
a; hat er dazu gespottet mein, den esel oft gezeiget mir. IV. 3, 36
a; zeigten im den esel und die feigen. V, 396
d. 5@cc) einem den esel stechen,
den zeige und kleinen finger gegen ihn ausstrecken, während die übrigen drei eingebogen werden, asininis auribus manu effictis illudere. Schmeller 1, 118. redt nur geren schmeichlerei, und sticht eim den esel darbei. H. Sachs
V. 327
d. 5@dd) einem den esel strecken: ich musz sonst die zungen ausrecken und auch den esel gen dir strecken. IV. 3, 69
a. 5@ee) einem den esel schnitzen: war auch mit worten glat verschmitzt, das er eim bald ein esel schnitzt. IV. 3, 64
b. 5@ff) den esel krönen: kein suddeler nicht ist, so er eine predigt gehöret oder ein deudsch capitel lesen kan, so machet er sich selbs zum doctor und krönet seinen esel (
d. h. sich). Luther 5, 125
b. 5@gg) einen auf den esel setzen, bringen,
erzürnen. Schmeller 1, 118: ich wills auch auf den esel setzen, mich rechen und an ir ergetzen. H. Sachs V, 368
a; lasz dich nicht mit geringen dingen .... auf einen esel bringen. Ringwald
l. warh. 117; mit guten worten fein betrogen und recht auf den esel gesetzt. Luther
tischr. 246
a; den dollen fähnrich, welcher mein ärgster feind war, setzte ich gleich auf den esel.
Simpl. K. 229; er hat mich in harnasch gejagt, und wer ich nit so wol gelert, er het mich auf den esel gesetzt.
vier dialoge von H. Sachs
herausg. von Köhler
s. 23.
man pflegte ungehorsame, widerspenstige zum schimpf auf den esel zu setzen, vgl. balt. studien xv. 1, 134. 5@hh) sich auf den esel setzen, auf den esel kommen,
aus einer geehrten stellung in eine niedere treten; er ist vom gaul auf den esel gekommen; glaubt, dasz Mephiboseth kan auf den esel kommen, der sein durchleuchtig haus zu rächen vorgenommen. Gryphius 1, 597; statt dessen setzt sich der mann auf seinen eignen esel. besteht auf seinem bodenlosen rechte. Wieland 20, 143; da es mit dem gesinge nicht fort wollte, da verlieszen sie die bank und setzten sich auf den bekannten schemel, den sie so gern für einen richterstuhl gehalten sähn. ob sie, wie abermal das sprichwort lautet, sich von dem pferde auf den esel gesetzt, lasse ich deswegen keineswegs an den ort gestellt sein, an den so manches gestellt wird, weil es klar am tage liegt, dasz sie sich von einem esel auf einen andern gesetzt haben. Klopstock 12, 262. 5@ii) den esel reiten,
eine beschimpfende strafe, schon frühe in den schulen und noch spät für soldaten hergebracht. Schm. 1, 148,
auch ausgesprochen, um rasche zu mäszigen: swër gæhe ist zallen zîten, dër sol den esel rîten. Freidank 116, 25; wilt du ze gæhes muotes sîn ân allen rât und unverswigen, sô kumt dir gar daʒ sprichwort wol, daʒ muotes alze gæher man vil trægen esel rîten sol.
Winsbeke 33, 10;
nhd. wer zu vil gäch ist zu zeiten, der selb sol eitel esel reiten. Agricola
no 322; wan gäher man sol esel reiten, wie man das sagt vor langen zeiten. H. Sachs IV. 3, 11
c; endlich zwang mich die noth, dasz ich etliche schöne karpfen aus dem graben zu mir auf den wall gaukelte, sobald es aber der obrist innen wurde, muste ich den esel darvor reiten.
Simpl. K. 580.
vgl. RA. 722. 5@kk) den esel läuten:
die hangenden beine vor und rückwärts bammeln lassen. 5@ll) einen esel schenken: wer auf dem hof ist der legst, der allerfaulst und der tregst mit stechen und mit andern sachen, damit man schimpf und freud sol machen, dem wil man ein järing esel schenken und tausent silbrein schellen dran henken.
fastn. 765, 17. 5@mm) indes erblickt der herr den wüsten schand und heuchelgast, der dieses sein ehrenmahl zieret, wie der esel den rosmarkt, gleich gehet die musterung
an. Otho 956; in welches (
aufwarten) ich mich zu schicken wuste, wie ein esel ins schachspiel.
Simpl. K. 137; den solt die mess die sünd abfegen, das sie bald fürn gen himel hoch, wie ein esel ins meuseloch. Waldis
p. reich y 4
b. 5@nn) wenn es dem esel zu wol ist, dann geht er aufs eis und tanzt (geht er aufs eis tanzen); ein mensch kan allerlei leiden, on gute tage, wenn er zu viel futter hat, so gehet er eben wie der esel aufs eis und bricht ein bein für woltagen. Luther 4, 109
b; wann den esel das futter sticht, tanzt er aufm eis, ein bein zerbricht.
froschm. Ji 1
b. 5@oo) esel sackträger: darumb kein esel den andern, wie man spricht, darf einen sacktreger heiszen. Luther 4, 19; dem kargen geht, wie dem esel geht, der holz und wasser musz fronen, wärmt sich nit mit, wäscht sich nit mit, zuletzt musz er aus den bonen.
Garg. 93
a.
mhd. wirt dan der wagen für diu rinder gênde, treit dan dër sak den esel zuo dër müln.
MSH. 1, 197
b. 5@pp) esel distelfresser: vert iemer esel reise, deist der distel freise. Freidank 140, 5; doch lehr ich kein zu essen das, dieweil es ist unsauber was, und gehört für die affenmäuler und eselische distelgailer.
flöhatz, Scheible 878; für ein esel gehören disteln. Joann. Nas
warnungsengel 170.
s. esellicht, eselsfurz. 5@qq) esel in löwenhaut: esel in lewen hiute.
MSH. 2, 388
a; ist recht, das man hat wol geblaut den esel mit des lawen haut. Alberus
contrafactur A 2
b. 5@rr) esel singend, geigend,
ὄνος πρὸς λύραν, esel der hanat oder schreiet oder gigaget,
asinus rudens. Maaler 121
a; wâ dër esel klenket gîgendœne.
MSH. 3, 452
a; ein man mac sich wol sëlbe touben dër einen esel wil herpfen lêren.
Renn. 23548; esels stimme und gouches sanc erkenn ich ân ir beider danc. Freid. 140, 10; vor freuden hub er an zu schrein mit seiner eslischen schelmein. H. Sachs I, 487
c; das past wie der esel zum lautenschlagen; wenn solche unfletige geister von göttlichen dingen reden, so gemanet michs eben, als keme ein esel uber ein harpfen und wolt uns was sonderlichs machen. Alberus
wider die Carlstader Q 1
b. 5@ss) esel in der schule: swër den wolf rëhte lêren sol und den esel ze tanze gâ
n. Reinhart s. 341, 1355; einen esel diu buoch lêren.
Amis 184. 5@tt) grauer esel.
man sagt 'der esel kommt durch',
wenn das haar beginnt zu grauen, s. grauchen, grauesel. der blaue esel
scheint blaue beule, beulenschlag, beulenwurf: das du dich an keinen blowen esel kerest, wirft man dir stein der widerwertigen wort entgegen. Keisersberg
bilger 145
a;
was bedeutet der krumme esel
in einem spiel? heute sols braf im kalten bade gehn, wann wir erstlich 'des krumben esels gesprungen'.
ped. schulfuchs 18. 5@uu) esel langohr. der esel reckt die ohren herfür. Frank
weltb. 39
b; swër esel niht erkennet, der sëhe in bî den ôren. Helbl. 1, 250; 'herr nachbar mit dem langen ohr!' 'ich, gähnt das träge thier und reckt die ohren empor, nicht dasz ich besser mich als andre leute mache, doch groszen dank dem, der mich esel werden hiesz!' Wieland. 66)
da der esel mit groszem zeugungsgliede begabt ist, dem Priap heilig war und geopfert wurde, begreift sich die verblümte verwendung von esel
für priapus: da puolt ich umb unser müllnerein und redt mit ir gar hübschlich und schan (
schön), das sie mir meine esel solt einthan und liesz mir die kotzen vor der thür hangen; do warn ir zwen pfaffen nachgangen, die hetten groszer esel dan ich, do versagt sie mir und verschmecht mich.
fastn. 345, 27; mein esel wart sich unden regen, den kunt ich mit zuchten nit niderlegen. 356, 16; und hast deim esel fuoter geben. 357, 5; ich leih dir mein esel auch auf ir waid. 732, 31; nempt ein der ein starken esel hat, wan auf eur wisen vil futers stat. 749, 25; darümb ir eim esel genunc habt zu gebn aus eurem rauhen futerkreben. 749, 27. 77) esel
heiszt auch ein holzgestell zum tragen, lat. equuleus, pluteus,
fr. chevalet, support,
z. b. chevalet de peintre,
das gestell für sträflinge s. 5
g. vgl. bock 2, 204. 88) esel,
oniscus asellus, s. kelleresel.
s.badesel,
halbesel,
hausesel, hofesel, mahlesel, maulesel, mülesel, palmesel, plackesel, saumesel, tragesel, waldesel.