Eintrag · Elsässisches Wb.
Esel
Esel [Ésl Steinbr. Su.; Êsl Bf.; Èsl Molsh. Rotb. Str. K. Z. Ndrbetschd.] m. 1. Esel (selten Bezeichnung des Dummen, dafür dient Stier). Doch: dër ist der dümmst ouch nit, wenn er nëben eme E. steht Steinbr. Über den Esel in Vergleichen s. Stöber MA. 4, 466: ‘D Wisheit kummt m, err isch ball so gröu wie en E.’ Stehn wie e storrer E. unbeweglich stehn. Uf dem E. sin, hocken, sitzen zornig, störrisch sein Obhergh. Der sitzt glich uf dem E. ist jähzornig Dehli. ‘die zornmütigen .. sitzen bald auff dem Esel’ Martin Parl. N. 156. (wohl von einer militärischen Strafe noch des 18. Jahrh. Bayer. 1, 159). Einen uf den E. setzen hänseln, zum Narren halten, einen dummen und eingebildeten Menschen durch Lobsprüche zu Thorheiten verleiten Str. (vgl. Spiessruten laufen lassen = aushöhnen). Rda. S ist mir liewer als e Tritt von einmen E. sehr angenehm Str. U. Dich het jo en E. an d Wand gpfurzt, us der Wand geplotzt du bist von dunkler, niederer Herkunft U. Mer stupft den E., noch (danach) geht er Molsh. En alter E. ist bös lehren tanzen Avolsh. s schilt ein E. den anderen Langohr Bf. Wenn die Kinder einem Kameraden etwas unversehens angehängt, angeklebt oder in die Tasche gesteckt haben, so rufen sie alle: der E. träjt, er weisst nit was Su. Bisch. d. E. t. und weisst s nit, er ist e Narr und seit s nit Hi. Ruf. bis der Betreffende es herausfindet. Verse, womit die Kinder den Esel begrüssen: Esele i a! streck s Näsele (Wädele Obhergh. Ruf.) wit nab! Was hammer z Mittag? Grumberensalat. Was noch? E Tritt ins Loch Ruprechtsau. Esele i a! wer hat dich gschlagen? Im Müller sin Bueb, S ist e Spitzbueb Lutterb. Esel gügag, wënn lütet s z Mittag? Wënn s elfe schlagt am steinigen Hag Hi. Bes. werden die Bewohner von Westhalten b. Sulzmatt wegen ihres Reichtums an Eseln geneckt. Du bist z Westhalten uf der Akademi (dem Kollesch) [] gsin, wo s ABC mit I anfangt Gebw. Daher darf man dort nicht durchs Dorf gehn mit einem Eselsohr, d. h. einem heraushängenden Taschentuch. Bleibt ein Gruss ohne Antwort, so ruft man wohl dem Unhöflichen nach: in Ewigkeit! S ist e Esel dure und hat nit (Nichts) gseit Kingersh. ‘essel’ Murner Mühle 1485 uö. Zss. Eselsfurz, Eselswurst. 2, vermummter Bursche, der am Weihnachtsabend ein weiss gekleidetes Mädchen, das sog. Christkind, von Haus zu Haus begleitet Rosenw. — Schweiz. 1, 514. Bayer. 1, 159.