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hengst

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Hengst

Bd. 2, Sp. 505
Hengst 1. An Hingst kaan snöwli üüb fjàu 'r Bian, do kaan lacht an Minsk üübkau. (Nordfries.) – Johansen, 96. 2. An witjen Hingst skal föl Streilis ha. (Amrum.) – Lappenkorb; Firmenich, III, 7, 101. Ein weisser Hengst (Pferd) soll viel Streu haben, wird in Bezug auf eitle Hausfrauen gebraucht. Auf Sylt: Di wit Hingster skel fuul Streils haa. (Haupt. VIII, 352, 22.) 3. Besser ein blinder Hengst als eine leere Halfter. 4. Das müsste ein schlechter Hengst sein, der nicht einen Schlag von der Mähre ertragen könnte. – Bücking, 113. Die Begierden sind blind, sobald sie ihre Befriedigung durchaus verlangen. 5. Dem Hengst thut's nicht weh, wenn ihn die Stute tritt. Frz.: Jamais coup de pied de jument ne fit mal à cheval. (Leroux, I, 114.) 6. Der Hengst ist frei wie der Farre. – Graf, 116, 299. Jedermann konnte Thiere, die auf seinem Gute Schaden verursachten, pfänden, doch fand bei Flurbeschädigungen durch Thiere eine Beschränkung des Pfändungsrechts zu Gunsten aller Fasel-, d.i. Zuchtthiere statt. »Alles Zielvieh ist gefreit; geht es dem Manne zu Schaden, er darf es nur mit einem Sommerladen aus dem Korne treiben.« (Grimm, Weisth., I, 758.) Um seines gemeinen Nutzens willen war der Hengst ebenso frei wie der Farre oder Zuchtstier. Es war nur erlaubt, sie mit einer kleinen Gerte, also mit möglicher Schonung, aus dem Garten zu treiben, »das erstemal drei Raine weit, das zweitemal sechs Raine weit; kommt er aber zum drittenmal, weil ihm die Weide so schmeckt, so soll ihm der Bauer auch zu trinken bringen«. (Vgl. Chabert, 139, 3.) Auch die Sau durfte ihre Ferkel frei durch eines andern Ackerland führen. (Grimm, Weisth., III, 807.) Einer besondern Unverletzbarkeit hatte sich eine weisse Sau mit neun schneeweissen Ferkeln ohne Flecken zu erfreuen. »Gehen diese in das Korn, man darf darauf nicht werfen noch schlagen, sondern sie nur über die Furche, d.i. des Ackerlandes Grenze jagen.« (Grimm, Rechtsalt., 201.) Mhd.: Hengst ist frey wi der fahr. (Grimm, Weisth., I, 758.) 7. Der Hengst wiehert seit allerlängst. 8. Dön Hingster diar 't Heewer ferthiine, jo fu't eg. (Amrum.) – Haupt, VIII, 362, 183. Die Pferde, die den Hafer verdienen, bekommen ihn nicht. Auf Sylt: Di Hingster diär dit miist Haaver förtiini, plei dit menst tö foen. (Haupt, VIII, 362, 183.) 9. Ein müder Hengst zieht besser als ein ausgeruhter Wallach. (Sachsen.) – Boebel, 138. 10. Ein muthiger Hengst bekümmert sich nicht um den Fuhrmann. 11. Es ist eins, ob mich ein Hengst schlägt oder ein Ackerpferd. 12. Es ist kein Hengst so alt, der im Mai nicht noch einmal wieherte. Frz.: Qui a bu, boira. Lat.: Anus ad armillum. 13. Frö Hengst, frö Wallach. (Holst.) – Schütze, IV, 334. Holl.: Vroeg hengst, vroeg guil. (Harrebomée, I, 305.) 14. Froh Hingst, froh Ruhn (Wallach). (Ostfries.) – Eichwald, 783; Goldschmidt, II, 157; Bueren, 467; Hauskalender, II; Frommann, V, 427, 469; Weserzeitung, 4057; Schütze, II, 139. Wer früh ausschweift, richtet sich früh zu Grunde. 15. Hengst und Stute ziehen am Pfluge gleich. Holl.: De hengst en de merrie trekken beide hunne streng even wel. (Harrebomée, I, 305.) 16. Hengstes Huf und Hundes Zahn, Schweins Hauer und Hahnes Sporn und Rindes oder Schafes Horn und all das Thier Verbrechen hängt halbe Buss, kein Frieden an.Graf, 295; Hettema, Landr., 81. Im Gegensatz zu andern germanischen Rechten, welche den Herrn des Thieres für die Beschädigungen desselben von jeder Busse befreien, legt dieser friesische Spruch ihm halbe Busse auf. 17. Ist der Hengst heraus, so verwahret man das Haus. 18. Lieber Hengst, stirb nicht, es kommt die Zeit, wo Gras wächst. – Simrock, 7848. Die Venetier: Lebe, Pferd, denn das Gras kommt. Die Bergamasken: Pferd, stirb nicht; das Gras wird kommen. Die Mailänder: Warte, Pferd, das Gras wächst. Die Türken: Stirb nicht, o mein Esel, der Frühling kommt und mit ihm sprosst der Klee. (Reinsberg IV, 32.) 19. Trabender Hengst, trabende Stute, wie soll das Füllen langsam gehen! Können diese Kinder bei dem Beispiel ihrer Aeltern wol anders sein? 20. Wenn der Hengst die Stute sieht, so wiehert er. 21. Wenn et dem Hängst te well is, dann schlât he dat Blick iut. (Sauerland.) 22. Wer den Hengst bekommen will, schlägt ihn nicht mit dem Zaum vor den Kopf. Holl.: Wie den hengst krijgen wil, slaat hem niet met den toom vor den kop. (Harrebomée, I, 305.) 23. Wer wêt, wo Hingst is, wenn Gras wesst. (Seehausen.) – Firmenich, III, 122, 24; Danneil, 275; für Bremen: Köster, 253. Gegen gar zu frühes Sorgen. (S. Esel 480, Gras 44.) 24. Wo Hengste sind, da sammeln sich die Stuten. – Altmann VI, 408. 25. Wo ist Hengst, wenn Grass wechst. – Petri, II, 806; Körte, 2746; Reinsberg IV, 32. Alles kann vor jener Zeit noch anders werden. Engl.: While the grass grows, the steed starves. 26. Den falben Hengst streichen. – Agricola II, 97; Brandt, Nsch., 100; Franck, II, 11b; Eyering, II, 315; Eiselein, 298; Braun, I, 1269; Körte, 2746a; Gesner, Thierbuch, CXXXIIb. »Wer jetzt kan streichen wol den Hengst; vnd ist zu allem beschiss der genst, der meint zu hoffe sein der lengst.« 27. Mit dem falben Hengst umgehen. – Brandt, Nsch., 100. »Mancher durch liegen wirt ein Herr, wenn er den Kautzen streichen kan, vnd mit dem falben Hengst vmgahn.« (Kloster, I, 751.) 28. Es ist ein abgerittener (alter) Hengst, der nichts mehr kann als wiehern. – Köhler, 9. 29. Wenn der Hengst alt wird, kommt er in die Salzmühle. – Schuller, 35. 30. Du hettests so bald nit auff einem falben Hengst erritten. (S. Hengst 26 u. 27 und Hengststeiger.) – Franck, II, 53a.
5559 Zeichen · 154 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hengstst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    hengst , st. M. Vw.: s. hengest

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hengstM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    hengst , M. Vw.: s. hingest

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hêngst

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Der Hêngst , des -es, plur. die -e. 1) Der Nagel an den Fahrzeugen und Kähnen, woran und worauf das Ruder beweget wir…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hengst

    Goethe-Wörterbuch

    Hengst (unverschnittenes) männl Pferd, insbes als kraftvolles Kutsch- sowie als Zuchtpferd; wiederholt iUz ‘Stute’ [ Übe…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hengst

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Hengst , das männliche Pferd und der männliche Esel.

  6. modern
    Dialekt
    Hëngst

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Hëngst [Hat fast allg.; Ha, Hąį M. ; Hąįt Geisp. ; Hæt Str. ] m. 1. Hengst. S muess ein e r e schlëchter H. se i…

  7. Sprichwörter
    Hengst

    Wander (Sprichwörter)

    Hengst 1. An Hingst kaan snöwli üüb fjàu 'r Bian, do kaan lacht an Minsk üübkau. ( Nordfries. ) – Johansen, 96. 2. An wi…

  8. Spezial
    Hengst

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hengst m. (-[e]s,-e) taur (-s) m. , staloner (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hengst

205 Bildungen · 52 Erstglied · 152 Zweitglied · 1 Ableitungen

hengst‑ als Erstglied (30 von 52)

hengst 10

KöblerAfries

hengst 10 , st. M. (a) nhd. Pferd ne. horse (N.) Hw.: vgl. an. hestr, ae. hėngest, as. *hėngist?, ahd. hengist Q.: E, W E.: germ. *hangista-…

Hengstgaul

SHW

Hengst-gaul Band 3, Spalte 263-264

Hengstbach

PfWB

hengst·bach

Hengst-bach ON : Dorf im Kr. ZW, Hengschtbach. In KU-Brück kennt man eine Kirschenart, Hengschtbacheʳ Kersche. Zum ersten Wortteil s. Christ…

Hengstbeien

RhWB

hengst·beien

Hengst-beien hę·i.sbe·i.ən MüEif Pl.: ein Bienenvolk, das die Königin verloren hat, bei dem aber eine Arbeitsbiene die Eierlege übernahm, di…

hengstdrēver

KöblerMnd

hengstdrēver , M. Vw.: s. hingestdrēvære*

hengsten

DWB

heng·sten

hengsten , verb. nach dem hengste verlangen; von der stute gesagt. Nemnich.

Hengstenberg

Herder

hengsten·berg

Hengstenberg , Ernst Wilhelm, der Herausgeber der bekannten u. namentl. in neuester Zeit einflußreichen „Evaneglischen Kirchenzeitung”, wurd…

Hengst(en)füllen

PfWB

hengsten·fuellen

Hengst(en)-fohlen , Hengst(en)-füllen n. : 'unverschnittenes männliches Fohlen', Hengschtfohle [ ZW-L'wied LU-Altr ], -fille [verbr.]; vgl. …

Hengst(en)halter

PfWB

hengsten·halter

Hengst(en)-halter m. : 'wer den Dorfhengst in Pflege hat', Hengschthaldeʳ [ KU-Hundh ]. BadWB Bad. II 617 . —

Hengst(en)knecht

PfWB

hengsten·knecht

Hengst(en)-knecht m. : 'Hengstwärter', Hengschdeknecht [ KU-Schmittw/O GH-Kand ], Hengscht- [ WD-Niedkch ZW-L'wied PS-Gersb Schmalbg KB-Krie…

Hengstenkopf

RhWB

hengsten·kopf

Hengsten-kopf -kǫp Bitb-Mettend m.: übertr. eine recht auffällige, stolze Haarfrisur bei Frauen.

Hengst(en)schneider

PfWB

hengsten·schneider

Hengst(en)-schneider m. : 'wer Hengste kastriert', Hengschdeschneider [ Don-Schowe Torscha ]. Syn. s. PfWB Kastrierer . RhWB Rhein. III 511 …

Hengst(en)stall

PfWB

hengsten·stall

Hengst(en)-stall m. : 1. 'Stall für die Hengste', Hengschd(e)stall [vereinzelt, Gal-Dornf]. — 2. Der FlN Im Hengschdestall in LU-Muttstdt we…

hengst als Zweitglied (30 von 152)

Bürohengst

RDWB1

Bürohengst m gewöhnlich scherzh. канцелярская крыса идиом. , обычно шутл.

Bannerhengst

DRW

banner·hengst

Bannerhengst, Panierhengst für den Träger des Stadtbanners vgl. Bannerpferd 1396 Toeppen,ElbingAnt. 87

barnhengst

DWB

barn·hengst

barnhengst , m. equus iners, domi ad praesepe manens: jedoch was achts unser römisch kirchlein, mestet sie nit fein aus frembden gut vil leg…

Blödhengst

RhWB

bloed·hengst

Blöd-hengst blȳ:hęŋkst auch Blöd-ha·n.əs Altk-Wissen m.: schüchterner M.

Brothengst

RhWBN

brot·hengst

Brot-hengst Trier-Welschbillig m.: einer, der viel Schnitten verzehren kann, Vielfrass.

Bruchhengst

RhWB

bruch·hengst

Bruch-hengst Kemp-SHubert m.: spöttisch für einen, der viel ins Bruch geht.

bürohengst

DWB2

buero·hengst

bürohengst m . abwertend für ‘büroangestellter’: 1910 Klenz schelten-wb. 137 a . 2001 berl. ztg. (30.4./1.5.)36 a .

Büschhengst

RhWB

buesch·hengst

Büsch-hengst RhWBN MGladb , Kemp , Kref , Mörs m.: 1. Buntspecht, picus viridus, wegen seines dem Pferdegewieher ähnlichen Rufes. Kriten wie…

Bändelhengst

Idiotikon

Bändelhengst Band 2, Spalte 1450 Bändelhengst 2,1450

Büecherhengst

Idiotikon

Büecherhengst Band 2, Spalte 1451 Büecherhengst 2,1451

Chutte(n)hengst

Idiotikon

Chutte(n)hengst Band 2, Spalte 1451 Chutte(n)hengst 2,1451

Chībhengst

Idiotikon

Chībhengst Band 2, Spalte 1451 Chībhengst 2,1451

Dorfhengst

PfWB

dorf·hengst

Dorf-hengst m. : 1. 'Zuchthengst des Dorfes', -hängscht (-hęŋšd) [ FR-Bockh SP-Mechth ]. — 2. = PfWB Dorffarren [ KU-Schmittw/O ZW-Battw L'w…

etappenhengst

DWB2

etappe·n·hengst

etappenhengst m. abwertend für nicht an der front eingesetzte soldaten: 1934 Tügel Blehk 86. 1966 zeit 16,16.

feuerhengst

DWB

feuer·hengst

feuerhengst , m. was feuerbock, feuerhund. bei Herberstein s. 354 unter dem küchengeschirr: vier feurhengst.

Flohhengst

RhWB

floh·hengst

Floh-hengst RhWBN Saar, Eif, Kobl , Westerw, Sieg-Honnef , Geilk-Prummern , MGladb-Odenk m.: dass.

G(e)stellhengst

Idiotikon

G(e)stellhengst Band 2, Spalte 1452 G(e)stellhengst 2,1452

gadenhengst

DWB

gaden·hengst

gadenhengst , m. verliebter gadenknecht ( s. d. ): starb der kaufmann und verliesz seine alte witwe sampt deren tochter, die .. ihr von eine…

Galopphengst

PfWB

galopp·hengst

Galopp-hengst m. : ' wer sehr schnell arbeitet ', Galopphengscht [ PS-Geisbg BZ-Dierb ]. SHW Südhess. II 1066 ; BadWB Bad. II 282 .

Ableitungen von hengst (1 von 1)

urhengst

DWB

urhengst , m. , kryptorchid, nach analogie des ahd. urfûr spado gebildete bezeichnung des ( meist unvollständig verschnittenen ) pferdes, de…