Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Hengst m.
Hengst m.
Hengst m. ‘männliches Pferd’, ahd. hengist (9. Jh.), mhd. heng(e)st, afrk. (Lex Salica) chengisto, mnd. hing(e)st, heng(e)st, mnl. henxt, hinxt, nl. hengst, aengl. heng(e)st und mit grammatischem Wechsel von h und g anord. hestr (aus urnord. *hāhistaʀ, *hanhistaʀ), schwed. häst. Die Etymologie ist nicht gesichert. Wahrscheinlich handelt es sich um eine superlativische st-Bildung (zu einem Adjektiv germ. *hanha-, *hanga-?) im Sinne von ‘am besten, am feurigsten Springender’ (oder ‘Bespringender’?), die sich mit griech. kēkís (κηκίς) ‘hervorquellende Flüssigkeit’, lit. šankùs ‘beweglich, frisch, behende, schnell, hitzig’, kymr. caseg ‘Stute’, bret. kezeg (Plur.) ‘Pferde’ vergleichen und auf ie. *k̑āk-, *k̑ək- ‘springen, hervorsprudeln, sich kräftig tummeln’ zurückführen läßt. Hengst, ursprünglich wohl ‘männliches (Zucht)pferd’, steht im Germ. allgemein für ‘verschnittenes männliches Pferd, Wallach’, nimmt aber (seit 15. Jh.) wieder die Bedeutung ‘männliches (Zucht)pferd’ an.