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Schurke

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Schurke

Bd. 7, Sp. 1028
Schurke auch -cke; vereinzelt (im Vers) apokopiert, ‘Schurk’ GWB4,194 Vs 34 als Konjektur für ‘S-n’ 1 niederträchtiger, unehrenhafter Mensch, Schuft a Lump, Halunke, auch: Denunziant, Verräter; mehrf als Schimpfwort (im dramatischen Dialog in Anrede od Ausruf), auch in figurensprachl Selbstbezeichnung, selten mit Eigennamen; einmal in Rekurrierung auf das Wort selbst als Ausdruck grober Ehrverletzung [Kaiserlicher Rat:] unterwerft euch dem Kayser..[Gottfried:] Ich müsste ein Schurcke [ S. GWB8,124,16 Götz2] seyn, wenn ich mich könnte bereden lassen das zu unterschreiben GWB39,126,20 Götz1 IV Träuter [Rechnungsführer JWSTreuter] ist ein Schurcke..der Cassier..wenn die Sache zur Sprache kommt, hab ich sie zu verantworten, das geht aber den Hundsfutt nichts an GWBB8,299,6 Seidel 17.11.87 [Georg:] Ich sagte: es gäb nur zweyerley Leut, Ehrliche und Schurcken [ brave und S-n GWB8,71,23 Götz2] GWB39,77,22 Götz1 II [Hamlet, im Monolog:] O! welch ein S. [rogue] , welch ein niedriger Sclave bin ich! GWB22,171,26 Lj V 6 [Romeo:] Tybalt, nimm den S-n [the villain] wieder, den du|Mir eben gabst! GWB9,217 RomJul 823 GWB412,175,26 Plato Mitgenosse christlOffenb GWB44,244,28 Cell IV 8 GWB46,276,4 Hackert typisiertHerr S.’; im Zshg mit dem Personal in ‘Hanswursts Hochzeit’ Mit Herrn S. war es..eine bedenklichere Sache, er hatte der Familie wohl genutzt, wenn es ihm gerade auch nutzte; dagegen ihr auch wieder geschadet, vielleicht zu seinem eignen Vortheil, vielleicht auch weil er es eben gelegen fand GWB29,87,6 DuW 18 wortrefl im Zshg mit der Abmilderung drastischer Ausdrücke in der Erstfassung des ‘Götz’ Aus – kerl Schurk [ S-n Var] GWB4,194 Schicke dir hier 34 mit Apposition ‘S. von..’ der S. von Courier GWB43,285,18 Cell II 8 die Schurcken von Landsleuten GWBB3,6,6 Lavater [22.]12.[75] GWB43,313,24 Cell II 10 ‘ein S. wie der andre’ für: einer so schlecht wie der andere GWBB1,26,17 Cornelia [9. od 10.12.65 Korr GB12,42] b Spitzbube, Gauner; einmal im Vergl die S-n laß dem Büttel GWB3,164 Schlußpoetik 23 [für: maraud] GWB45,193,11 RamNeffeAnm c Lümmel, ungezogener Bengel, Taugenichts; als verächtliche Anrede od Bezeichnung (eines jungen Mannes) [Zweiter Knecht:] Ich bitt dich verrath mich nit. Ich will aufs nächst Dorf..[Erster Knecht:] Komm mit zurück, Schurcke [ S. GWB8,94,22 Götz2] GWB39,95,17 Götz1 III [Postmeisterin zum Jungen:] Ein Wirthsbursche muß immer munter..sein. Hernach wenn so ein S. Herr wird, so verdirbt er GWB11,127,15 Stella I GWB9,514 RomJul 788 Var [ Knabe GWB9,215 Vs 788 nach Riemer] mit positiver Umwertung in Selbstbezeichnung sein [Palissots] College und er, einander gegenüber, bekennen sich offenherzig, daß sie zwei gewaltige S-n [maroufles] sind GWB45,25,6 RamNeffe iSv Schelm GWBGespr(Gr1,478) nach Falk 1775/76 2 Dummkopf, Idiot; als Ausdruck großer Mißachtung, auch in Anrede; pl einmal neben ‘Toren’ den will ich sehn der dulden kann, daß S-n über ihn reden, wenn sie eine Prise über ihn haben. Wenn ihr Geschwätz leer ist, ach! da kann man sie leicht lassen GWBAA83,22 Werth¹ II~GWBWerth² [Volk:] Ein Thier! ein Thier! [Satyros:] Von euch S-n keinen Spott!|Ich thät euch Eseln eine Ehr' an,|..Wollt' eure dummen Köpf' belehren GWB16,104 Satyros 474 [Neffe:] Das sämmtliche Klatschpack will ich im Sold haben, und wie man mit mir gesprochen hat, will ich mit ihnen sprechen. Frisch, ihr S-n [faquins] , man unterhalte mich GWB45,55,14 RamNeffe GWB14,185 Faust I 3641 GWBAAJw3,105,25 FGA Launen Syn zu 1a und c GWBSchuft GWBSpitzbube zu 1a GWBBösewicht GWBCanaille GWBGauch GWBHund GWBHundsfott GWBKujon GWBLümmel GWBLump GWBLumpenhund GWB*Lumpenkerl GWBSchalk GWBScheißkerl zu 1b GWBGauner zu 1c GWB*Halunke GWBSchalk GWBSchlingel zu 2 GWBDummkopf GWBEsel GWBIdiot GWBNarr Elke DreisbachE.D.
3651 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schurke

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schurke , des -n, plur. die -n, ein in den gemeinen Sprecharten aller Deutschen Provinzen sehr übliches Schmähwort, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schurke

    Goethe-Wörterbuch

    Schurke auch -cke; vereinzelt (im Vers) apokopiert, ‘Schurk’ 4,194 Vs 34 als Konjektur für ‘S-n’ 1 niederträchtiger, une…

  3. modern
    Dialekt
    Schurkem.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schurke m. : ' Gauner, schlechter Mensch ', Schuʳk, Pl. -e [ KU-Schmittw/O ], (šuÄjgə) [ Otterstetter 256]; Syn. s. Gaun…

  4. Sprichwörter
    Schurke

    Wander (Sprichwörter)

    Schurke 1. Besser einem Schurken hofiren, als sich lassen von ihm chicaniren. Schurke ist ein arges Scheltwort, das nie …

  5. Spezial
    Schurke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schur|ke m. (-n,-n) 1 canaia (-ies) f. , bricun (-s) m. , farabut (-uc) m. 2 (Verräter) traditur (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schurke

14 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

schurke‑ als Erstglied (14 von 14)

schurkenbauer

DWB

schurken·bauer

schurkenbauer , m. , vgl. schurke 2: wer nicht ganze halben und stöfe auf einmal aussaufen kann, der ist ein schurkenbauer, der musz hinter …

Schurkenbund

DRW

schurken·bund

Schurkenbund, m. kriminelle Vereinigung durch das schmieren und sich schmieren lassen [entsteht] eine art von gevatterschaft ... ein schurke…

schurkenleib

DWB

schurken·leib

schurkenleib , m. : willst du das messer durch den schurkenleib? Körner 3, 299 Fischer ( Hedwig 3, 5).

schurkenplan

DWB

schurken·plan

schurkenplan , m. : gott und die menschen verzeihn dem nicht, der die heilige unschuld zu schurkenplänen miszbraucht. Ludwig 3, 748 .

schurkenrecht

DWB

schurken·recht

schurkenrecht , n. : wer jetzt noch bleibt, der musz ein schurke sein. ich ... bin ein schurk. nun hab' ich schurkenrecht! denn auch ein sch…

schurkenseele

DWB

schurken·seele

schurkenseele , f. : ha, rief er grimmig, ha ihr schurkenseelen! die kaiserin schickt uns zum sieg um ehre zu erfechten in den krieg; und ih…

schurkensohn

DWB

schurken·sohn

schurkensohn , m. : weil vielleicht im hundert und zweyten ( jahre ) ein schurken-sohn aus uns selber auch ein bauernschinder abgeben könnte…

schurkenstreich

DWB

schurken·streich

schurkenstreich , m. schurkischer streich, nichtswürdige handlung Campe : ich will das nicht rügen, sprach der braune, dasz sie fremde arbei…

schurkenthat

DWB

schurken·that

schurkenthat , f. : was wär das eine schurkenthat gewesen, das fräulein morden, das ein engel ist. Ludwig 3, 195 .

schurkerei

DWB

schurke·rei

schurkerei , f. miseria, furfanteria, bricconeria, vigliaccheria, gagliofferia etc. das ist schurkerey. Kramer diction. 2, 684 a , avaritia,…

Schurkert

RhWB

schurk·ert

Schurkert šurgərt, Pl. -dən Trier-Bonerath m.: verächtl. Geizhals.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schurke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schurke/gwb
MLA
Cotta, Marcel. „schurke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schurke/gwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schurke". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schurke/gwb.
BibTeX
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