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Gebirge

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Gebirge

Bd. 3, Sp. 1152
GebirgeKleinschr GWBT1,10,6 v 30.10.75; Bindestrichschr ‘die Schweizer- und Savoyer-Gebirge’ GWBB39,48,4 Storch [18.12.24] K; vor 1800 häufig -ü-; etwa ein Drittel der rund 730 Belege ‘Gebirg’, (im Vers) gelegentl apostrophiert; einmal ‘G’birg’ GWB16,80 Satyros 76  1 die feste Substanz der Erdkruste, das kompakte gebirgsbildende Gestein; meist im Hinblick auf Entstehung, Beschaffenheit, bergbauliche Ausbeutung; öfter mit Charakterisierungen wie ‘fest, aufgeschwemmt, geschichtet, schiefrig, (pseudo)vulkanisch, ursprünglich’  [beim Besuch eines Clausthaler Bergwerks] Der Geschworne ward einen Schritt vor mir von einem Stück Gebürg [Fels GWBTgb 8.12.77; Wacke ebd Var] das sich ablöste zu Boden geschlagen GWBB3,196,28 ChStein 9.12.[77]  Wir kehren zum Granit zurück. | Er ist auf alle Fälle das frühste G. GWBN9,272,10 BildgErde  man würde [mit einem Stollen ins Innere des Kammerbergs] .. die ersten Berührungspuncte des ältern natürlichen G-s mit dem veränderten, geschmolzenen, aufgeblähten Gestein beobachten GWBN9,97,14 Kammerbg [1820]  Mineralogischer Patriotismus. | Jedermann schürfte bei sich auch nach Basalten und Lava, | Denn es klinget nicht schlecht: hier ist vulcanisch Gebirg [Gebürg Var]! GWB51,228 Xen 162(~ 184) GWBT2,161,17 v 28.9.97 GWBN10,88,20 ChemKräfte speziell als Umgebungsgestein eines Ganges  [mBez auf Engelhardts Abhandlung üb die Lagerstätten von Gold u Platin im Ural] daß wir nunmehr Gebirg und Gangart kennen lernen GWBB44,268,15 Soret 13.8.28  Die Anhöhe .. bestehet aus dem schiefrigen Gebürge .. worin die Gänge in meist paralleler Richtung streichen LA I 1,117,2 BergbauGeologieSchneeberg  wir sagen: die Gänge .. sind gleichzeitig mit dem Gebürg .. entstanden GWBN13,319,19 MinGeol Plp GWBB23,267,26 Reinhard 25.1.13 für ein größeres (iUz Fels) breitflächig gelagertes Gesteinsvorkommen, eine best Gesteinsformation; vereinzelt neben ‘Gestein, Stein-, Bergart’; auch pl  Rings um den Thüringer Wald, dessen höchste Rücken aus Grundgebürgen bestehen, legen sich die aufgeschwemmte Gebürge an, deren Schichten ganz Thüringen bedecken GWBN13,341,21 MinGeol Plp  Das Todte Liegende Gebürge wohl zu untersuchen GWBN13,361,1 ebd  daß ich mich .. mit den G-n und Gesteinen dieser Gegend [um Karlsbad] lebhafter beschäftigt .. habe GWBB19,401,7 Reinhard 28.8.07  Das G., die Steinarten erwähne ich nur kürzlich GWB30,53,27 ItR GWBT1,189,8 v 14.9.86 GWBN13,321,6 Min Geol Plp GWBN13,317,20 ebd [Zit s v Fels,Felsen Sp649,57f] GWBB19,173,4 Zelter 15.8.06   2 aus festem Gestein bestehende markante Erhebung; im Sg sowohl für das einzelne Bergmassiv als auch die als (geogr) Einheit angesehene Gruppe zusammenhängender (meist hoher, felsiger) Berge, seltener (bes artikellos) für nicht näher bestimmte Berglandschaft; pl überwiegend für die Berge u Höhenzüge einer Gegend, auch eines best Gebirges; in realen Ortsbeschreibungen oft iVbdg mit geogr Eigennamen; vielfach in dichterischer Landschafts- u Naturschilderung; vereinzelt nach mythol u bibl Motiven   a als landschaftsprägender Bestandteil der Erdoberfläche; häufig mit Charakterisierungen wie ‘hoch, schroff, steil, rauh, sanft’ ua, sowie neben ‘Ebene, Tal, Hügel, Fels, Land, Gegend, Fluß, Wald’; auch im Vergl u vergleichenden Zshg  α in allg Betrachtung, bes (auch in Berührung mit Bed 1) als charakterist Erscheinungsform großer zusammenhängender Gesteinsmassen; einmal als Element der Bühnendekoration  [Zwergin:] Gott, sobald er die Welt erschaffen hatte, so daß alles Erdreich trocken war und das Gebirg mächtig und herrlich dastand GWB251,151,10 Wj III 6 Die neueMelusine  weder Soldat noch Geognost fragt, wem Fluß, Land und Gebirg gehöre GWB36,98,21 TuJ  [Zauberin zum Gnomen:] in einer Gruft .. liegt ein Stein, der nie an dem Gebürg gehangen GWB16,447,28 Maskenz PantomimBallett I  Erscheint der Cumulus am Horizont, so gleicht er einem G., dessen Gipfel glänzend beleuchtet und nach dem Fuß zu grau schattirt sind GWBN12,221 Met Plp  Zu der Linken des Zuschauers Fels und Gebirg, aus dessen mächtigen Bänken und Massen natürliche und künstliche Höhlen .. gebildet sind GWB50,297,4 Pand Szenarium GWB29,121,18 DuW 18 GWBB3,169,20 ChStein 29.8.77 GWB422,24,11 Üb:Hiller,Ged GWB16,21 JahrmPlund2 258 unter natwiss u -philos Gesichtspunkt, meist iZshg mit Erd- u Gebirgsbildungstheorien, bes in der Auseinandersetzung mit Vulkanismus u Neptunismus; gelegentl in bildhaft-allegorisierender Darstellung; vereinzelt in personifizierter Vorstellung  es gibt ein allgemeines Gesetz, nach welchem alle materielle Massen sich gestalten, und dieses Gesetz offenbaren uns die G., und wer es kennt, dem sind sie offenbar GWBN10,76,25 UnorganFormen  diese vermaledeite Polterkammer der neuen Weltschöpfung .. Denn was ist die ganze Heberei der G. zuletzt als ein mechanisches Mittel GWBN9,257,13 GeologProbl  [Thales:] Alles ist aus dem Wasser entsprungen!! | Alles wird durch das Wasser erhalten! | Ocean, gönn’ uns dein ewiges Walten. | .. Was wären G. [die Berge GWB152,64 Var], was Ebnen und Welt? | Du bist’s der das frischeste Leben erhält GWBFaust II 8442  Der Eisenstein ist im Innern der G. nicht magnetisch, und wird’s nur durch Einwirken der Luft GWBN13,437,16 MinGeol Plp  [Montan, Wilhelms Bitte um geol Belehrung ablehnend:] die G. sind stumme Meister und machen stumme Schüler GWB251,26,12 Wj II 9 GWBN9,277,10 Bildg Erde GWBN9,172,9u13 ÜbGranit GWB251,29,2 Wj II 9 GWBFaust II 7808u7811 mBez auf atmosphär u meteorol Erscheinungen  Eigenschaft der Atmosphäre .. da sie bald schwerer bald leichter .. in verschiedenen Höhen sich manifestirt .. Wir leben darin als Bewohner der Meeresufer, wir steigen .. hinauf bis auf die höchsten G., wo es zu leben schwer wird GWBN12,76,23 Witterungslehre 1825  Auf hohen G-n sieht man am Tage den Himmel königsblau GWBN1,64,17 FlD 155 GWBT1,163,23 v 9.9.86 GWBN12,65,24 BaromSchwankungen  β mit Betonung des topograph Aspekts, bes als geogr bestimmbare Örtlichkeit  befindet man sich hier [auf dem StGotthard] auf einem Kreuzpuncte, von dem aus G. und Flüsse in alle vier Himmels-Gegenden auslaufen GWB19,306,5 BrSchweiz II  Stuttgard; seine Lage, in einem Kreise von sanften G-n GWBT2,108,10 v 29.8.97  Die Apenninen sind mir ein merkwürdiges Stück Welt. Auf die große Fläche der Regionen des Po’s folgt ein Gebirg, das sich aus der Tiefe erhebt, um, zwischen zwei Meeren, südwärts das feste Land zu endigen GWB30,175,1 ItR  in der Urzeit, als das G. [Gebürge Erstdr 1818] bei Bingen noch verschlossen gewesen GWB341,8,3 Rochusf  So wird kommen der Tag, da bald von Ilios Trümmern | Rauch und Qualm .. | Ida’s langes Gebirg und Gargaros Höhe verdunkelt Achilleis 20 GWB11,380,22 Elp1 I 4 ~ GWB11,19 Elp2 361 [G/Riemer] GWB19,305,10u12 BrSchweiz II GWBT2,91,25 v 27.8.97 GWB7,317,23 DivNot Plp ‘das letzte Gebirg’ für Gebirgsausläufer GWB251,63,14 Wj III 1 als Gegenstand kartograph Vermessung u Reproduktion  [mBez auf FXZachs ‘Correspondance astronomique, géographique et hydraulique’] zu sehen, wie der Meister, von den Genuesischen Bergen aus .. die Höhen der G. mißt, die Reiche der Welt in Triangel schlägt GWBB40,309,2 CarlAug [24.2.26] K  Bei allem diesem [geol Studien] schwebte mir immer ein Modell im Sinne .. Es sollte auf der Oberfläche eine Landschaft vorstellen, die aus dem flachen Lande bis in das höchste Gebirg sich erhob GWB36,8,7 TuJ GWBTgb 10.12.17 GWBB23,309,23 Bertuch 8.4.13 LA I 11,102,8 Anz:Mechels Höhenkarte öfter zugl in geol-mineralog Sicht; einmal in scherzh Personifizierung  Die Hügel und G., welche diese Moorfläche [Franzensbader Moor] umgeben, sind sämmtlich aus der Urzeit GWBN9,78,8 Kammerbg [1808]  In dem Oberamt Sonneberg sind die vordern und niedern G. .. Sand und Thon .. Hinter .. Sonneberg .. sind die G. Thonschiefer GWBN10,136,18u21 MinThür  [mBez auf die ständig zunehmende Sammlung des Jenaer Mineralog Museums] Die sämmtlichen G. Deutschlands kommen nach und nach mit ihren Suiten und Umgebungen dergestalt häufig an, daß man nicht weiß, wo man sie einquartiren soll GWBB19,465,23 Voigt 1.12.07 GWBN13,369,9 Min Geol Plp [Zit s v Esel Sp462,42] GWBB5,221,27 Merck 14.11.81  γ als Teil der vor Augen liegenden Landschaft, bes als blickbegrenzende Horizontkulisse; mehrf charakterisiert als ‘entfernt, fern, nah, (licht)blau, klar, schön’ uä; je einmal im Vergl u bildhaften Zshg  Früh wenn Thal, Gebirg und Garten | Nebelschleiern sich enthüllen GWB4,109 Vs 1  Selz .. eine glückliche Gegend .. Der Rhein und die klaren Gebürge in der Nähe, die abwechselnden Wälder Wiesen und .. Felder, machen dem Menschen wohl GWBB4,65,23 ChStein 25.9.79  gegen Südost hat das Auge die unendliche Fläche des Elsasses zu durchforschen, die sich in immer mehr abduftenden Landschaftsgründen dem Gesicht entzieht, bis zuletzt die schwäbischen G. schattenweis in den Horizont verfließen GWB27,327,21 DuW 10  Aussicht auf .. die Savoyer und Walliser G. [Savoier und Wallisgebürge GWBB4,99,11 ChStein 28.10.79] .. Der Montblanc, der über alle G. [Gebürge GWBB4,99,13 ebd]  des Faucigni ragt, kam immer mehr hervor GWB19,228,17u20 BrSchweiz II  [G u Passavant am Vierwaldstätter See] die Zukunft lag so wunderbar unerforschlich vor ihnen, wie das Gebirg in das sie hineinstrebten GWB29,119,28 DuW 18 GWBT2,89,4u14 v 26.8.97 GWB30,107,21 ItR GWB2,65 SchwagKronos 16 in bildkünstlerischer Darstellung; einmal symbolhaft  Im höheren Alterthume schmückte man nur öffentliche Gebäude durch mahlerische Darstellungen .. so wurden .. wohl auch .. Landschaften angebracht, Häfen, Vorgebirge, Gestade, Tempel, Haine, G. GWB491,173,3 Üb:Zahn,Ornamente Pompeji  Der Regenbogen über grünendem Gebirg .. erinnert uns an jenen ersten Aufblick einer bessern Zeit GWB53,217,22 Bilder am Hause G-s GWB48,125,11 u 128,1u25 Üb:Hackert,Landschaften [wohl G] als Bezugspunkt in Lage- u Ortsbeschreibung, in Wdgn wie ‘in der Nähe, am Fuße, jenseits des G-s’, ‘nach dem, gegen das G. (zu)’  [Faust mBez auf geplante Landgewinnung:] Ein Sumpf zieht am G. hin GWBFaust II 11559  als er [Wilh] sich dem flachen Lande wieder näherte, und am Fuße des G-s .. ein heiteres Landstädtchen liegen sah GWB21,140,20 Lj II 3  [mBez auf Italienreise] Ich .. erinnere mich der schönen Tage jenseits der G. GWBB9,168,2 AnnaAm 14.12.89  [Blick vom Straßb Münster] westwärts, nach dem G. zu, finden sich manche Niederungen GWB27,230,7 DuW 9  Die Sonne war noch eine Viertelstunde vom Gebürge [G. Werth2], als wir [Werther mit zwei Begleiterinnen] vor dem Hofthore anfuhren AA20,8 Werth1 I GWBT2,4,13 v 14.3.90 GWBT2,85,3u8u13 v 25.8.97 GWB7,172,21f DivNot Israel iWüste   b als eine durch charakterist Merkmale geprägte, vom Menschen (mühsam) genutzte Region; öfter mit Attribuierungen wie ‘rauh, wüst, graus, unwegsam, unwirtbar, unzugänglich, tief, still, einsam, waldig, heiter’; gelegentl in vergleichendem Zshg  α als Landschafts- u Naturraum, bes im Hinblick auf Klima, Bodenbeschaffenheit, Vegetation, Tierwelt, auch im Kräftespiel der Natur; mehrf in vergleichendem Zshg; einmal im ausgeführten Bild personifiziert  Auf dem flachen Lande empfängt man gutes und böses Wetter, wenn es schon fertig geworden, im G. ist man gegenwärtig, wenn es entsteht GWB30,18,15 ItR  Kloster Grab .. oberhalb zum Fruchtbau so leichter Boden, als man im Gebirg nicht erwarten sollte GWBN10,108,17 AusTeplitz  [Reineke zu Bellyn:] laßt die Gräser und Kräuter | .. euch schmecken; es bringen diese G. | Manche Gewächse hervor, gesund und guten Geschmackes GWBReinF VI 170  Seine [des Genius] eigenen Kräfte sind’s, die sich im Kindertraum entfalten, im Jünglingsleben bearbeiten, bis er stark und behend wie der Löwe des G-s [Gebürges Var] auseilt auf Raub GWB37,151,3 Von dtBaukunst 1773  [betr polit Lage vor dem Abschluß des Neutralitätsabkommens zw Frankr u Preußen] Das französische Ungewitter streift noch immer jenseit des Thüringer Waldes hin, wir wollen das Gebürge, das uns sonst die kalten Winde schickt, künftig als eine Gottheit verehren, wenn es diesmal die Eigenschaften einer Wetterscheidung hat GWBB11,144,6 Schiller 30.7.96 GWB30,35,6 ItR GWBB21,353,14 Sartorius [19.7.10] K GWB251,249,14 Wj III 13 [für:  ὄρος] GWB411,315,20 Ilias Ausz 20 mit stärkerer Betonung des Stimmungsgehaltes, vor allem in poetisierender Naturschilderung; als Wohn- u Wirkungsstätte von Geistern, zauberischen Wesen, (antiken) Naturgottheiten  Das volle warme Gefühl meines Herzens an der lebendigen Natur .. .. Ungeheure Berge umgaben mich .. die Flüsse strömten unter mir, und Wald und Gebürg [Gebirg Werth2] erklang .. Vom unzugänglichen Gebürge [G. Werth2] über die Einöde .. bis ans Ende des unbekannten Ozeans, weht der Geist des Ewigschaffenden AA60,1u10 Werth1 I  Welch eine Welt, in die der Herrliche [Ossian] mich führt .. Zu hören vom Gebürge [G. Werth2] her, im Gebrülle des Waldstroms, halb verwehtes Aechzen der Geister aus ihren Hölen AA100,9 Werth1 II  [nach einem thür Sagenmotiv] Nun saus’t es und braus’t es, das wüthige Heer, | In’s weite Gethal und G. GWB1,206 Der getreueEckart 18  [mBez auf Idyllendichtung] Dich grüßen kindlich des Gebirgs Najaden GWB16,210 Maskenz 30.1.02 Vs 21 GWB251,151,18 Wj III 6 GWB24,7,21 Wj I 1  β als Siedlungs-, Lebens- u Aktionsraum des Menschen; einmal in personifizierter Vorstellung  [Phorkyas zu Helena:] So viele Jahre stand verlassen das Gebirg [Thal-Gebirg GWBFaust II 8994], | Das hinter Sparta nordwärts hin sich zieht, | .. Dort hinten im G. [Gebirgthal GWBFaust II 8999] hat ein kühnes Volck | Sich angesiedelt .. | Und unersteiglich feste Burg sich aufgethürmt GWB152,102 Faust II Var  Aus den G-n vernimmt man Klagen über Klagen wie dort Nahrungslosigkeit überhand nehme GWB24,377,12 Wj II 7  Glücklicherweise haben die Einwohner der Gebürge in ihrer Dürftigkeit immer mehr Energie als der Ackerbauer unter bessern Umständen, sie erhalten ein Gefühl von Selbstständigkeit und Freyheit A1,358,31 Votum 20.2.[85]  Er [Wilh] fühlte zum erstenmale, wie angenehm und nützlich es sein könne .. [als Kaufmann] bis in die tiefsten G. und Wälder des festen Landes Leben und Thätigkeit verbreiten zu helfen GWB22,124,15 Lj IV 19  [Wilh mBez auf die Ankündigung einer Komödienaufführung:] Wie! .. in diesen einsamen G-n [Gebürgen GWB51,190,17 ThS III 1], zwischen diesen undurchdringlichen Wäldern hat die Schauspielkunst einen Weg gefunden, und sich einen Tempel aufgebaut? GWB21,136,24 Lj II 3 GWB12,2 JeryBätely Regiebem GWBB4,104,15 ChStein 28.10.79 GWBN10,109,22 AusTeplitz GWB251,127,27 Wj III 5 als geol-mineralog Betätigungsfeld, bes als Fundort sammlungswürdiger Mineralien; auch iZshg mit bergbaulicher Nutzung  [Wilh zu Montan:] so wärst du .. zwischen den G-n zur Kenntniß der G. gelangt? GWB24,49,15f Wj I 4  [mBez auf die Aufsätze ‘Zur Kenntnis der böhmischen Gebirge’ N9,5ff] Sechs Wochen in Carlsbad mußten meine alte liebevolle Behandlung der böhmischen G. wieder anregen GWBB31,50,18 Leonhard 8.1.19 K  Ich besitze die wichtigsten Tyroler Mineralien .. auch habe aus den euganäischen G-n .. einige Beyspiele mitgebracht GWBB46,131,15 Cristofori 2.11.29 K GWBN13,391,5 MinGeol Plp GWBB4,247,19 Merck 3.7.80 A(LA I 1,94,16) 1. NachrBergbIlmenau 24.2.85 [G/Voigt BergwKomm] als Kriegsschauplatz GWB152,237,31 Faust II Plp  γ als erlebter, bereister od durchwanderter Landschaftsraum (auch iZshg mit geol-mineralog Erkundung), vielfach iS einer schwer zugängl Gegend, als zu ersteigende Höhe, zu überwindendes Hindernis; öfter in Wdgn wie ‘in das G. hineindringen’, ‘das G. be-, er-, über-, durchsteigen, durchstreichen, durchwandern’ uä; bes in Wiedergabe persönl Reiseeindrücke; auch im Bild  [Iph zu Thoas:] Was nennt man groß? .. | Wird der allein gepriesen? .. | Der, einen sichern Weg verachtend, kühn | Gebirg’ und Wälder durchzustreifen geht, | Daß er von Räubern eine Gegend säubre? GWBIph2 1906  Nun zogen wir durch waldige G. [im Saargebiet], die demjenigen, der aus einem herrlichen fruchtbaren Lande kommt, wüst und traurig erscheinen müssen, und die nur durch den innern Gehalt ihres Schooses uns anziehen können GWB27,330,27 DuW 10  man hatte sich vorgenommen, [auf der Jagd] weit in das Gebirg hineinzudringen GWB18,316,26 Nov  Sie [kriegerische Vorhut der Israeliten] rotten sich zusammen und ziehen wirklich das Gebirg hinauf [vgl 4.Mos 14,40u44] GWB7,168,19 DivNot  Über das Tyroler Gebirg bin ich gleichsam weggeflogen GWBB8,37,9 Weim Freunde 1.11.86 GWB1,282 Euphrosyne 31 GWBB34,10,8 Zelter 9.11.20 GWBB9,218,18 Herder uFr 10.8.90 GWBB6,72,25 ChStein 21.10.82  δ als bevorzugter (selten abschreckender) Aufenthaltsort, als Rückzugs-, Zufluchtsgebiet, Ort der Besinnung u Erholung; vielfach mBez auf persönl Erfahrungen  Nun kann man endlich, nach überstandener Sommerhitze, wieder Athem holen! Ich habe mich aus dem tiefen Rom auf die heitern G. [nach Frascati] gemacht GWBB8,264,4 Schnauß 1.10.87  seine [des Bergsekretärs JCWVoigt] Frau, die über den Entschluß sich im Gebürge festzusetzen kranck worden war, oder sich kranck stellte GWBB9,161,6 CarlAug 5.11.89  daß ein unterjochtes Volck sich in tüchtigen Überresten ins Gebirg zurückzieht .. bis es Gelegenheit findet seine Unterdrücker zu vertreiben GWB421,302,1 NationDichtk NeugriechVolksl Plp  [Faust:] Verstehst du, was für neue Lebenskraft | Mir dieser Wandel in der Öde schafft? .. [Meph, spöttelnd:] Ein überirdisches Vergnügen! | In Nacht und Thau auf den G-n liegen, | Und Erd’ und Himmel wonniglich umfassen, | Zu einer Gottheit sich aufschwellen lassen GWBFaust I 3283 ~ Fragm 1955  [aus Ilmenau an ChStein] Lieber Engel, für den ich nicht lebe, | Zwischen den Gebürgen leb’ ich für dich GWB51,65 Ach, so drückt 4 GWBB28,181,11 Willemer 11.7.17 GWB17,33,6 TriumphEmpfindsamk III GWB27,336,10 DuW 10 GWBB23,191,11 Zelter 3.12.12 [Zit s v Frühlingsanfang] in bildkünstlerischer Darstellung, auch in Berührung mit γ  Mitten im rauhen Gebirg glänzt der anmuthige Scheinknabe [Mignon], von Sturzfelsen umgeben GWB24,355,7 Wj II 7 GWB491,310,9 TischbeinsIdyllen 2 uö(selten) GWBAngebirge GWBBasaltgebirge GWBBrockengebirge GWBEisgebirge GWBErzgebirge GWBFichtelgebirge GWBFichtengebirge GWBFlözgebirge GWBFrühgebirge GWBGanggebirge GWBGipsgebirge GWBGranitgebirge GWBGrenzgebirge GWBGrundgebirge GWBHarzgebirge GWBHauptgebirge GWBHimalajagebirge GWBHochgebirge GWBHügelgebirge GWBKalkflözgebirge GWBKalkgebirge GWBMandelsteingebirge GWBMarmorgebirge Mittel- GWBMond- GWBMuschelkalk- GWBPorphyr- GWBQuarz- GWBRhön- GWBRiesen- GWBSandsteingebirge GWBSandgebirge GWBSchal- GWBSchiefer- GWBSchnee- GWBSchweizer- GWBSieben- GWBTaunus- GWBThüringerwald- GWBTonschiefergebirge GWBTongebirge GWBÜbergangs- GWBUrgranitgebirge GWBUrgebirge GWBVor- GWBWacken- GWBWald- GWBWallis- GWBWolken- GWBZwischen- Tal-G. GWBmittelgebirgigSyn zu 1 GWBBergmasse GWBFels, Felsen GWBFelsgestein GWBFelsmasse GWBGebirgsart GWBGesteinmasse GWBGestein GWBStein zu 2 GWBBerg GWBBerggegend GWBBergkette GWBBergland GWBBergreihe GWBGebirgsgegendEva BeckE. B.
18334 Zeichen · 235 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebirgestn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    gebirge stn. gebirge. in einem gebirge daʒ lant lac Pilat. 336. dei gebirge sunchen in der sinflut Genes. fdgr. 2,27,29.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebirge

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Gebirge , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Eine Reihe mehrerer mit einander verbundener Berge. Auf dem Gebirge hat man…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gebirge

    Goethe-Wörterbuch

    Gebirge Kleinschr T1,10,6 v 30.10.75 ; Bindestrichschr ‘die Schweizer- und Savoyer-Gebirge’ B39,48,4 Storch [18.12.24] K…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gebirge

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gebirge , s. Berg .

  5. modern
    Dialekt
    Gebirge

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Gebirge Band 2, Spalte 2,892f.

  6. Sprichwörter
    Gebirge

    Wander (Sprichwörter)

    Gebirge 1. Et üs éner, wä e jeang Geberg. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 31, 1. Er ist sehr gross, wie ein junges…

  7. Spezial
    Gebirge

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|bir|ge n. (-s,-) 1 (Berge) munt (-s), f. munts f.pl. 2 (Gebirgskette) ciadëna de munts f. ▬ ins Gebirge fahren jí sön…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebirge

42 Bildungen · 4 Erstglied · 37 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gebirge

ge- + birge

gebirge leitet sich vom Lemma birge ab mit Präfix ge-.

gebirge‑ als Erstglied (4 von 4)

gebirgeht

MWB

gebirg·eht

gebirgeht Adj. ‘gebirgig’ dorno ist eyn andir provincie di ist gebirgecht, und ir tale sint gar lustik und ir velde MarcoPolo 29,4; ist gebi…

gebirgesschlot

DWB

gebirge·s·schlot

gebirgesschlot , m. von vulcanen: doch sturmfest ist das erdenhaus gegründet, und durch gebirgesschlöte, feuerspeiende, ist seiner feueresse…

Gebirgestrümmer

GWB

gebirge·s·truemmer

Gebirgestrümmer große Gesteinstücke; im bildhaft-mythologisierenden Erklärungsversuch für die Herkunft der erratischen Blöcke [ Meph als Ver…

gebirge als Zweitglied (30 von 37)

donergebirge

MWB

doner·gebirge

donergebirge stN. ‘Feuerberg’ durch daz donr gebirge nie / was komen kainr muͦter kint WhvÖst 3924 MWB 1 1342,42; Bearbeiter: Schnell

erzgebirge

DWB

erz·gebirge

erzgebirge , n. montes metalliferi: im Erzgebirge dürft ihr auch nicht suchen, wenn ihr wein finden wollt. Claudius.

felsgebirge

DWB

fels·gebirge

felsgebirge , n. montana saxosa: träger und trägerinnen, welche das obst in die tiefsten schluchten des felsgebirges verkäuflich hintragen. …

Fichtelgebirge

Wander

fichtel·gebirge

Fichtelgebirge Auf dem Fichtelgebirge wirft der Bauer einen Stein nach der Kuh und der Stein ist mehr werth als die Kuh. Nach dem Volksglaub…

ganggebirge

DWB

gang·gebirge

ganggebirge , n. ' bergwerke, die spuren von fortwährenden erzadern haben ' Frisch 1, 317 c , ' ein gebirge welches gänge enthält oder entha…

goltgebirge

MWB

golt·gebirge

goltgebirge stN. Bez. des Kaukasusgebirges: nu was in den zîten dâ / ein junger künc von Persîâ, / [...]. / daz goltgebirge Kaukasas / diend…

grundgebirge

DWB

grund·gebirge

grundgebirge , n. , als geologischer terminus seit dem 18. jh. geläufig; gleichbedeutend mit urgebirge ( vgl. comp.-typ. 5 p): die ältesten …

Gypsgebirge

Adelung

gyps·gebirge

Das Gypsgebirge , des -s, plur. ut nom. sing. ein aus Gyps, oder vornehmlich aus Gyps bestehendes Gebirge.

heregebirge

KöblerMhd

here·gebirge

heregebirge , st. N. nhd. „Heergebirge“, Heerlager, Feldlager, Schlafstätte, Wohnung, Beherbergung, Herberge Hw.: s. herberge Q.: OrtnAW (na…

hintergebirge

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hinter·gebirge

hintergebirge , n. der hinter den höchsten gipfeln eines gebirges liegende theil desselben; gegensatz vorgebirge.

hochgebirge

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hoch·gebirge

hochgebirge , n. hoch ansteigendes gebirge ( im gegensatz zu mittel- und vorgebirge), schon mhd. hôchgebirge von den Alpen ( Lexer mhd. hand…

hôchgebirge

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hôchgebirge stN. ‘Hochgebirge’ an disin selbin bergin lit / und stozent dran vil nahe bi / die berge montes Kaspii: / das ist ein hoch gebir…

hōchgebirge

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hōch·gebirge

hōchgebirge , st. N. nhd. Hochgebirge Q.: RAlex, RWchr, MinnerII (FB hōchgebirge), Alph, Lannz, Reinfr, RvEGer (1215-1225), Urb, Urk E.: s. …

kohlengebirge

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kohlen·gebirge

kohlengebirge , n. im bergbau, das über und unter den steinkohlen liegende gebirge, stein- und erdlager. Adelung. wol auch kohlenhaltiges ge…

mittelgebirge

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mittel·gebirge

mittelgebirge , n. medii montes: schon hatte der wanderer, seinem boten auf dem fusze folgend, steile felsen hinter und über sich gelassen, …

salzgebirge

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salz·gebirge

salzgebirge , n. ein salzhaltiges gebirge ( s. salzberg): in dem lande Burgundiâ ûf eime salzgebirge dâ. Jeroschin kron. von Pruzinl. 1437 .

sandgebirge

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sand·gebirge

sandgebirge , n. aus sand oder sandstein bestehendes gebirge. Jacobsson 3, 508 b .

schiefergebirge

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schiefer·gebirge

schiefergebirge , n. ein aus schiefer bestehendes gebirge, in gewöhnlicher und in bergmännischer bedeutung ( in letzterer heiszt jede beträc…

schmergebirge

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schmer·gebirge

schmergebirge , n. bergart, die reichhaltigen letten führt oder viele schmerklüfte enthält Jacobsson 4, 3 a .

schneegebirge

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schnee·gebirge

schneegebirge , n. mit schnee bedecktes gebirge: schneegebirg, montes perpetuis nivibus obsiti Frisch 2, 213 a ; wenn in sehr hohen und gähe…

seifengebirge

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seifen·gebirge

seifengebirge , n. bergmännisch, ein stück feld, wo sand, zwitter, letten, zinngraupen, auch bisweilen goldflitschen und körner, und edelges…

traubengebirge

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trauben·gebirge

traubengebirge , n. , in dichterisch gehobener sprache des 18. u. beginnenden 19. jh. häufig: ... du horazisch Tarent, deine traubengebirge …

Uralgebirge

Wander

ural·gebirge

Uralgebirge Wenn man vom Uralgebirge redet, so stäubt es in den Dünen. – Altmann V, 123. Die einzige Abwechselung, welche dem Auge am Ufer d…

Ableitungen von gebirge (1 von 1)

urgebirge

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urgebirge , n. , gebirge mit ur- C 4 c; seit Campe verzeichnet. zur schreibung urgebürge ( Herder 13, 35 ; 40 S.; Chamisso 1, 153 u. ö. ) s.…