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grob

ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
24 in 22 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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145
Verweise raus
157

Eintrag · Pfälzisches Wb.

grob Adj.

Bd. 3, Sp. 449
grob Adj.: 1.a. 'rauh, dick', Gegensatz zu fein 1 a, grob (grob) [fast allg.], (gRob) [KL-Lind], (grǫb) [verbr. Gal], groub [WD-Niedkch], Flexion u. Komp. s. F.; growwes Duch [verbr.]; e growwes Sieb (mit weiten Maschen) [verbr.]. De Gaul hot growwe Glirrerr [LU-Alsh]. RA.: Der Grobian hot grob Duuch am Mutze [BZ-Dierb]; vgl. unten 3. SprW.: Grob Gaarn gitt grob Duuch [BZ-Dierb]. Vun g. Duch gebt's ken feine Kleeder [Fogel Penns Prov. Nr. 390]. Uf e growwe Klotz geheert e growweʳ Keil [KU-Schmittw/O Don-Schowe Torscha]. Was grewwer is wie Dreck, geht vun leenich (von allein) weg [Penns Gal]. Volksgl.: Growwe Hoor, ein Anzeichen dafür, daß das Ehepaar reich wird [KU-Reipkch]. a. 1547: aichen, grob bäum, aber kröpig 'niedrig' [ZweibrOABannb. 57]. a. 1634: 1 mittelmäßig grobes Pferd [Ecker 51]. — b. 'nur wenig zerkleinert'; grob (growwes) Mehl; growweʳ Sand [verbr.]; die Dickworzele g. hacke [Gal-Dornf]. Volksgl.: Wann en Hex im Haus is, soll mer mit der linke Hand en Handvoll g. Salz ins Feier schmeiße [Fogel Beliefs Penns Nr. 636]. — c. 'unscharf, ungefähr'. Grob geschätzt sin's dreißich Stick [Kus]. — 2.a. 'derb, heftig'; e growweʳ Spaß [LU-Opp]; die Grob Sophie 'der 15. Mai, der häufig Frost bringt' [VPf]. BR.: Macht der Winter 's gar zu g., brecht er sich seiⁿ eegner Kopp [PennsDeitschEck 3.4.1937]. a. 1543: grobe schwere fluech [Grimm Weist. V 646]. — b. als subst. Superl.: 's Groobscht 'das Notwendigste' [NW-Gönnh]; 's Grebscht 'der größte Teil' [Beam Penns 45]. Mer sin jetz aus'm Grebschde raus 'Wir haben die größten Schwierigkeiten hinter uns' [NW-Kallstdt, verbr.]. — c. adv. 'sehr'. a. 1711: Waß daß bawholtz anbelangt, muß midt demselben Ein Einsehung geschehn, damit Nicht so grob darmidt gehaust wirdt [SpeyHochst. 811, Bäche u. Waldungen im Dahnischen]. — 3. 'unhöflich, unwirsch'; e growweʳ Mensch [allg.]; vgl. grobschlächtig, Grobsack, -schmied, -wirt. Zs.: sack-, saugrob. Das es e Growweʳ [KB-Kerzh, verbr.]; e growweʳ Hund, dass. [KL-Weilb, verbr.]; e grober Batscher, dass. [Zahn Pläsier 229]; e growweʳ Wert (Wirt) [KL-Reichb GH-Kand]. Er schwätzt g. [Danner Penns 44]. Kumm mir net glei so g.! [GH-Schwegh, verbr.]. Er is als growwer worr zu de Leit [Gal-Dornf]. Doch geh' (gegen) die Mäd (is er) net g. un schroff [Schandein Ged. 185]. RA. u. Vergl.: Er is so g. wie Saubohnestroh [NW-Freinsh, verbr., auch Don Gal Buch], wie e Salzsack [KU-Bedb]. — 4. die Gröbsten herunterfangen 'die Meinung sagen', auch 'ordentlich verhauen'. Er hot'm emol die Grebbschde (erunner)g'fang [FR-Albsh, verbr.], die grebbschde Lais erunnerg'fang [Pirmas]; die Grebbschde rabfange [Keiler 97]. — F.: Der Kompar. allg. grewweʳ (grewəʳ), in Bed. 3: growweʳ. Der Superl. allg. grebbscht (grebšd), in Bed. 3: grobbscht. Belegte Ausnahmen: grōbšd in NW-Gönnh, die Grobschde in RO-Dielkch. Die flektierten Formen haben allg. kurzen Vokal. — Südhess. II 1472/73; Rhein. II 1418/19; Lothr. 217; Els. I 267/68; Bad. II 475/76.
2997 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    grobadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    grob adj. , mhd. grop, nhd. grob; mnd. mnl. grof. — Graff II,356 s. v. rob, IV,309 f. gerob-: gen. sg. m. -es Nc 819,2 […

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grobadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    grob adj. s. grop.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grób

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Grób , gröber, grȫbste, adj. et adv. 1. Eigentlich. 1) Groß, stark; doch nur noch in einigen Fällen. Grobe Sauen, bey de…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grob

    Goethe-Wörterbuch

    grob ca 220 Belege; komp einmal unumgelautet N8,142,22 ; mehrf subst (wiederholt Kleinschr), auch ‘die G-en, Gröbsten’; …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grob

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grob werden Sauen genannt, stellenweise vom dritten Jahr ap, meist erst vom siebenten Jahr.

  6. modern
    Dialekt
    grob

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    grob [krôp Mü. ; kròp allg.; Comp. krèwər]; Superl. [krèpt] Adj. grob, ungebildet, stark, nicht fein. G. wi e Saübo h n…

  7. Sprichwörter
    Grob

    Wander (Sprichwörter)

    Grob 1. Besser grob, denn falsch. 2. Das grob, das starck. – Franck, I, 120 a ; Lehmann, II, 58, 27. 3. Grob hält gut. –…

  8. Spezial
    grob

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    grob I adj. 1 (großkörnig) grou (groi, groia) 2 (sehr stark) massif (-s, -iva) 3 (derb) gros (-sc, -ssa), grou (groi, gr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grob

322 Bildungen · 313 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

grob‑ als Erstglied (30 von 313)

grob(i)jänisch

Idiotikon

grob(i)jänisch Band 2, Spalte 690 grob(i)jänisch 2,690

Grob-Gerau

SHW

Grob-Gerau Band 2, Spalte 1473-1474

Grobhobel

SHW

Grob-hobel Band 2, Spalte 1473-1474

grobknochig

SHW

grob-knochig Band 2, Spalte 1473-1474

Grobling

SHW

Grob-ling Band 2, Spalte 1473-1474

Grobschmied

SHW

Grob-schmied Band 2, Spalte 1473-1474

grobweg

SHW

grob-weg Band 2, Spalte 1473-1474

grobwergen

SHW

grob-wergen Band 2, Spalte 1473-1474

grob

KöblerAhd

grob... , . Vw.: s. girob...

grobächtig

DWB

grob·aechtig

grobächtig , adj. : die wollen des lands ist waz grobächtig Federman Niderlands beschreib. (1580) 11 ; im sinne von grob C 1 b. —

grobanhiⁿ

Idiotikon

grobanhiⁿ Band 2, Spalte 1334 grobanhiⁿ 2,1334

grobarbeiter

DWB

grob·arbeiter

grobarbeiter , m. , scheint im sinne von grob C 2 e einmal gangbare bezeichnung gewesen zu sein; vgl. sonach lieferte also wohl Nordostdeuts…

grobartig

DWB

grob·artig

grobartig , adj. = grob; vom 16. jh. an, doch nicht häufig: ( er ) gabe dem grobartigen, seinem jüngeren bruoder, der es ihm an frechheit un…

grobaufgetragen

DWB

-aufgetragen : wir lachen itzt über die, die sich einst von diesen grobaufgetragenen farben .. hintergehn lieszen Tieck schr. 6, 50 ;

grobbäcker

DWB

grob·baecker

grobbäcker , m. , der nur schwarzbrot bäckt ( vgl. grob C 2 a) Sanders wb. dtsch. synon. 583 . —

grobbäurisch

DWB

grob·baeurisch

grobbäurisch , adj. Kramer teutsch-ital. 1, 567 b ; ein juncker sein, und doch grobbäurisch leben Moscherosch ges. (1650) 2, 421 . —

grobbank

DWB

grob·bank

grobbank , f. , werkbank zum ziehen groben drahtes Blumhof eisenhüttenkunde (1817) 2, 487 . —

Grobbe

LothWB

Grobbe [gròbə Ett. u. s.] m. Karst mit zwei spitz zulaufenden Zinken zum Aufhacken des Feldes. s. krope n .

grob als Zweitglied (5 von 5)

sackgrob

DWB

sack·grob

sackgrob , adj. und adv. asperrimus. Steinbach 1, 645 : ein sackgrober kerl, homo summa rusticitate praeditus. ebenda. Albrecht 195 . Woeste…

Saugrob

Wander

saug·rob

Saugrob Er ist saugrob. – Frommann, III, 356. Die Sprache, und namentlich die des Sprichworts, liebt es, ihre Grundbegriffe durch Zusammense…

sǖ(w)grob

Idiotikon

sǖ(w)grob Band 2, Spalte 690 sǖ(w)grob 2,690

Ableitungen von grob (4 von 4)

Entgroben

Campe

✱ Entgroben , v. trs. vom Groben befreien, verfeinen. Das Entgroben. Die Entgrobung. » Sie (Karlstadt ) gaukeln daher mit jrer lebendigen S…

ergroben

DWB

ergroben , efferascere, verwildern, vergröbern : dis volk ( die Rhätier ) ist mit der zeit durch die rauhe gelegenheit des lands erwildet un…

grobe

BMZ

grobe swv. werde grob, führt Mone gl. 8,493,33 aus einer karlsruher hs. des 14. jh. an.

Vergroben

Campe

Vergroben , v. ntr . mit sein , grob werden. Vergröben würde sein, grob machen. D. Vergroben. D. — ung .