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grob

ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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24 in 22 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

grob

Bd. 2, Sp. 1418
grob -b/f durchweg an der bleib/bleif-L. sich scheidend; uNahe grǫp mitteloffen), flekt, -ōwə, –ū-, –u-; Wend, Birkf, Simm -ūp, flekt. -ūwə; Saarbr, Ottw -ǫp, flekt -ǫwə; in Saarl sö. Wadgassen Lisd, ausschl. Ensd Fraulautern Roden -ǫf bis zur b/f-L.; -o- Saarwelling Roden Fraulautern Bous Ensd Hülsw; -ø- Düppenw u. Diefflen Nalb Bilsd Bettstdt Piesb; sonst -op, flekt. -wə (mit Länge der Vokale); in Merz, Saarbg innerh. Merz-Weiler Dreisb Keuching Mettlach Menning Haustdt Erbring Hargarten -of [Merz-Stdt -ō-]; ö. Merz-Rissenth Merching Brotd Hausb Britten Bergen, Saarbg-Greimerath Serrig Saarbg Ayl -ūə-; n. u. w. Saarbg-Sinz (ausschl.) Münzing Freudenbg Weiten Taben Rodt Hamm Perdenb Cahrem Manneb -ō-; sonst -a-; sonst WMosfrk -ō- [WBitb -ūă-; Wittl-Sehlem -ā-], flekt. -wən; OMosfrk -ǫf, flekt. -:wə [südl. Neuw-Breitschd Weroth Welkenb Wahlr -a-, flekt. -āwə]; Rip von NPrüm, NDaun, Aden, Westerw an -ǫf [LRip auch -ǫvf, –ǫf], flekt. -və; Berg -ǫf [NBerg auch -o- Cronenbg], flekt. OBerg -ōəwə, NBerg -wən (-ō-); Eup -;;of, flekt. -ō·ə.və; SNfrk -f, –ōə-, flekt. -və; Klevld -ǫf, flekt. -wə, –ō- Adj.: 1. posit., nur in best. Wend. a. stark, kräftig, vom Körperbau Prüm; de hat gr. Knoche Allg.; ene gr.ə Kerl starker K. Heinsb-Millen; se es gr.əs Lifs hochschwanger Dür, uWupp (nur in dieser Wend.); de hät en gr. Noss ze krache etwas Schwieriges auszuführen Aach-Berensbg. — b. Adv., zur Steigerung dienend; gej blifft äwel gr. lang; dat es gr. dür (teuer); dat es gr. völl (viel) Klevld. — 2. mehr negat., nicht fein. a. von Sachen, rauh; gr. Brett, Holz, Gras, Heu, Salz, Seff [] (Sieb), gr.ə Stech (Nähstich) usf. Rip, Allg.; gr.ə Weck Brot aus halb Weizen-, halb Roggenmehl Selfk. RA.: So gr. wie Buhnestrih Mosfrk, Allg., — Saubohnestroh Rhfrk, Mosfrk, — Erwesstrih May, — Hodche (Sackleinwand) Simm. Gr. Bruət macht de Backen ruət Altk-NFischb. Op en gr.ən Klotz hürt nen gr.ən Kil (Keil) Sol, Allg. He mott weər treck (direkt) möt et gr. Bil (Beiel) drenschloəhn sich grober Ausdrücke bedienen Geld, Kemp. Vam gr.ən Eng (Ende) afgefallen sin roh, flegelhaft sein Sol. — Bes. von Gewebe; gr. Lingen (Leinen) Rip, Allg.; et gr. Werk Abfall von Flachs beim Hecheln Rhfrk; et Groft, u. zwar et rauh u. et best (ren) Gr. Trier, Bitb, Prüm. RA.: Et Hemden es su gr., dat men Lüs derdur seften (sieben) kann Sol. Gr. Säck soll me net möt Seid zonihe (zunähen) Bo-Dransd, Köln. Durch de gr.ən Beidel gemohl (gemahlen) sen grob, flegelhaft sein; bei deam geht et och su durch de gr.ən B. er arbeitet rauh, schmutzig; dea lisst (lässt) alles durch (de) gr.ə B. der Pfuscher Bitb. He ös fin met gr.ən Enschlag es hat sein Gutes, aber auch sein Böses Mörs, — fin met gr.ən Opschlägen scheinheilig Sol, n. Ruhr. He hät fine Knep (Kniffe) on gr.ə Strek (Streiche) seine Taten entsprechen nicht den Worten Mörs, Rees. — Gr.ər Buchstaf (Letter Bergh, Dür, Aach) grosser B. in Gebetbüchern für Kurzsichtige Allg.; dat es e gr.ər B. die Sache ist doch sehr einfach Eif, Westerw; dat es en gr. Letter (Knöttche) för em Aach. — De Feder schrif mer ze gr.; gr. gemahle Mehl; gr. geschnedde Brut Rip, Allg.; et fin on gr. könne so wie es eben passt Nfrk, Allg. — Jet us dem Gr.ən erusärbede; em Gr.ən es de Ärbet gedohn Rip, Allg. — Et Grofste das Schlimmste, das zunächst Liegende; he hät et Gr. henger sech; er ös us dem Gr. herus u. ä. Rip, Allg. — Gr.ə dicke Eisensteine Siegld; Gr.ən on Finen Buchfinkenart Elbf. — b. von der Stimme; en gr. Stemm; gr. sengen Allg.; en gr.ə Schell im Gegens. zur hihren Sch. Siegld. — c. vom Menschen. α. roh, ungehobelt, rauh, flegelhaft; en gr.ər Kerl, Esel, Hund, Kamerad, Patron, Michel, Nickel, Hans, Janes, Lappes, Besem, Flegel, Knochen, Klotz, Steckel, Knöppel, Donnerkil, Geschirr usf. (s. d. W.); ene Groəf m. grober Mensch Kemp-UWeiden. RA.: Su gr. wie Bunnestrüh Rip, Allg., — en Schweinschaut Bernk-Merschd, — en Akesknech (Nachenknecht) Duisb, — en Fuhrmann Verbr., — en Karrenbender Duisb, — en Portschriwer (Torschreiber) Klev, Rees. — en Bär Aach-Herzogenr, — en Esel Altk; de es noch gr.ər wie en Hunsrecker Bauer Zell-Burg. Ne Bor (Bauer), ne Ber (Eber) un ne Ster, dat sin drei gr.ə Der (Tiere) Köln. — Et es op de Welt ken gr.ər Mann wie en Bauer, [] de sech helfen kann Altk-Birken. Wat mer en Esel besser federt (füttert), wat he gr.ər get un wat hea mih schleht Bitb-Dudeld. Den enen spielt gr. op, un den annern trumpt noch gr.ər af (ab) Wittl-Binsf. — Ze gr. met den Löggen (Leuten) sen; enen gr. behangele (behandeln); enem gr., antworde Rip, Allg.; ene gr. agoəh derb anfahren Aach. Eup. — β. liberal, nicht fromm, im Gegensatz zu fin orthodox Mörs, Rees. RA.: De Finen maken Mienen on stehlen de Gr.ən de Weck ut den Owen.
4773 Zeichen · 161 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    grobadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    grob adj. , mhd. grop, nhd. grob; mnd. mnl. grof. — Graff II,356 s. v. rob, IV,309 f. gerob-: gen. sg. m. -es Nc 819,2 […

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grobadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    grob adj. s. grop.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grób

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Grób , gröber, grȫbste, adj. et adv. 1. Eigentlich. 1) Groß, stark; doch nur noch in einigen Fällen. Grobe Sauen, bey de…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grob

    Goethe-Wörterbuch

    grob ca 220 Belege; komp einmal unumgelautet GWB N8,142,22 ; mehrf subst (wiederholt Kleinschr), auch ‘die G-en, Gröbste…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grob

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grob werden Sauen genannt, stellenweise vom dritten Jahr ap, meist erst vom siebenten Jahr.

  6. modern
    Dialekt
    grob

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    grob [krôp Mü. ; kròp allg.; Comp. krèwər]; Superl. [krèpt] Adj. grob, ungebildet, stark, nicht fein. G. wi e Saübo h n…

  7. Sprichwörter
    Grob

    Wander (Sprichwörter)

    Grob 1. Besser grob, denn falsch. 2. Das grob, das starck. – Franck, I, 120 a ; Lehmann, II, 58, 27. 3. Grob hält gut. –…

  8. Spezial
    grob

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    grob I adj. 1 (großkörnig) grou (groi, groia) 2 (sehr stark) massif (-s, -iva) 3 (derb) gros (-sc, -ssa), grou (groi, gr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grob

339 Bildungen · 313 Erstglied · 22 Zweitglied · 4 Ableitungen

grob‑ als Erstglied (30 von 313)

grob(i)jänisch

Idiotikon

grob(i)jänisch Band 2, Spalte 690 grob(i)jänisch 2,690

Grob-Gerau

SHW

Grob-Gerau Band 2, Spalte 1473-1474

Grobhobel

SHW

Grob-hobel Band 2, Spalte 1473-1474

grobknochig

SHW

grob-knochig Band 2, Spalte 1473-1474

Grobling

SHW

Grob-ling Band 2, Spalte 1473-1474

Grobschmied

SHW

Grob-schmied Band 2, Spalte 1473-1474

grobweg

SHW

grob-weg Band 2, Spalte 1473-1474

grobwergen

SHW

grob-wergen Band 2, Spalte 1473-1474

grob...

KöblerAhd

grob... , . Vw.: s. girob...

grobächtig

DWB

grob·aechtig

grobächtig , adj. : die wollen des lands ist waz grobächtig Federman Niderlands beschreib. (1580) 11 ; im sinne von grob C 1 b. —

grobanhiⁿ

Idiotikon

grobanhiⁿ Band 2, Spalte 1334 grobanhiⁿ 2,1334

grobarbeiter

DWB

grob·arbeiter

grobarbeiter , m. , scheint im sinne von grob C 2 e einmal gangbare bezeichnung gewesen zu sein; vgl. DWB sonach lieferte also wohl Nordostd…

grobartig

DWB

grob·artig

grobartig , adj. = grob; vom 16. jh. an, doch nicht häufig: ( er ) gabe dem grobartigen, seinem jüngeren bruoder, der es ihm an frechheit un…

grobaufgetragen

DWB

-aufgetragen : wir lachen itzt über die, die sich einst von diesen grobaufgetragenen farben .. hintergehn lieszen Tieck schr. 6, 50 ;

grobbäcker

DWB

grob·baecker

grobbäcker , m. , der nur schwarzbrot bäckt ( vgl. DWB grob C 2 a) Sanders wb. dtsch. synon. 583 . —

grobbäurisch

DWB

grob·baeurisch

grobbäurisch , adj. Kramer teutsch-ital. 1, 567 b ; ein juncker sein, und doch grobbäurisch leben Moscherosch ges. (1650) 2, 421 . —

grobbank

DWB

grob·bank

grobbank , f. , werkbank zum ziehen groben drahtes Blumhof eisenhüttenkunde (1817) 2, 487 . —

Grobbe

LothWB

Grobbe [gròbə Ett. u. s.] m. Karst mit zwei spitz zulaufenden Zinken zum Aufhacken des Feldes. s. krope n .

grob als Zweitglied (22 von 22)

bürgergrob

DWB

buerger·grob

bürgergrob , n. bürgerpack: vornehm wirst du, euer gnaden! kommt das bürgergrob zu schaden, hältst dus mit dem edelmann. Chamisso 122 .

derbgrob

GWB

derb·grob

derb-grob zu derb 2 a mochten .. schnell reich gewordne, derb grobe Bürger mit armen und empfindlichen Edelleuten sich veruneinigen GWB 44,3…

dummgrob

DWB

dumm·grob

dummgrob , adj. und adv. dumm und grob zugleich. ein dummgrober mensch. ein dummgrobes betragen. eine dummgrobe antwort.

erdengrob

DWB

erden·grob

erdengrob , crassus, asper, nahrhaft: doch hätte ihm das erdengrobe brot gar wol geschmeckt. pol. stockfisch 22. s. DWB erdgrob .

erdgrob

DWB

erd·grob

erdgrob , terrosus, nahrhaft, s. erdmäszig und erdengrob.

handgrob

DWB

hand·grob

handgrob , adj. von grober handarbeit gebraucht: in einigem knechtischem oder handgroben werk. Philander ( lugd. ) 5 , 51.

kotzengrob

DWB

kotzen·grob

kotzengrob , bair. östr., grob wie eine kotze ( sp. 1902), eig. und bildlich, vgl. 'grober filz' gleich grobian.

ochsengrob

RhWB

ochsen·grob

ochsen-grob -f  Rees-Milling Adj.: sehr gr., tölpelhaft.

sackgrob

DWB

sack·grob

sackgrob , adj. und adv. asperrimus. Steinbach 1, 645 : ein sackgrober kerl, homo summa rusticitate praeditus. ebenda. Albrecht 195 . Woeste…

säusackgrob

DWB

sausack·grob

säusackgrob , adj. im hennebergischen als verstärkung für saugrob. Frommann mundarten 1, 234 b .

*saugrob

GWB

saug·rob

*saugrob iSv sehr unhöflich, barsch, rüde; mBez auf den Umgangston [ über ZWerner ] Obgleich Goethes Frau ihm gesagt hatte, daß das Mystisch…

sǖ(w)grob

Idiotikon

sǖ(w)grob Band 2, Spalte 690 sǖ(w)grob 2,690

Ableitungen von grob (4 von 4)

Entgroben

Campe

✱ Entgroben , v. trs. vom Groben befreien, verfeinen. Das Entgroben. Die Entgrobung. » Sie (Karlstadt ) gaukeln daher mit jrer lebendigen S…

ergroben

DWB

ergroben , efferascere, verwildern, vergröbern : dis volk ( die Rhätier ) ist mit der zeit durch die rauhe gelegenheit des lands erwildet un…

grobe

BMZ

grobe swv. werde grob, führt Mone gl. 8,493,33 aus einer karlsruher hs. des 14. jh. an.

Vergroben

Campe

Vergroben , v. ntr . mit sein , grob werden. Vergröben würde sein, grob machen. D. Vergroben. D. — ung .