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grob

ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
24 in 22 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
107
Verweise raus
109

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

grob Adj.

grob Adj.

grob Adj. ‘rauh, nicht fein, derb, unhöflich, barsch’, ahd. g(e)rob ‘grob, dick, tief tönend’ (um 1000), mhd. grop, grob (vereinzelt gerop), mnd. grof ‘massig, stark, reichlich, ungebildet, unangemessen’ (mnd. auch ‘tief tönend, einfach, verständlich’), mnl. grof, groef, grouf ‘dick, schwer, schwanger, groß, reichlich, nicht fein’, nl. grof ‘grob, roh, plump’. Die Herleitung des nur dem dt.-nl. Bereich angehörenden Adjektivs (anord. grōfr ‘groß, grob’ entstammt dem Nd., engl. gruff ‘mürrisch, grob’ dem Nl.) ist nicht gesichert. In der Regel wird ahd. g(e)rob als Präfixbildung mit germ. *ga- (s. ge-) aufgefaßt, deren Stamm sich zu ahd. (h)riob ‘aussätzig’ (9. Jh.), (h)ruf (8. Jh.), frühnhd. ruf(e) ‘Schorf, Aussatz’ (15. Jh.), aengl. hrēof ‘rauh, schorfig, aussätzig’, anord. hrjūfr ‘uneben, rauh, schorfig’ stellen und mit lit. kraupùs ‘rauh, uneben, struppig’, aslaw. krupica ‘Brosame, Krümchen’, russ. krupá (крупа) ‘Grütze, Graupen’, krúpnyj (крупный) ‘grobkörnig, groß’ auf ie. *kreup- ‘Schorf, sich verkrusten’ zurückführen ließe. Andere Erklärungsversuche betrachten gr- als Stammanlaut (mit jungem Sproßvokal) und verweisen auf ie. *ghrēu-, *ghrəu- ‘scharf darüber reiben, zerreiben’, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’; nächste Verwandte wären dann Griebe, Griebs und groß (s. d.). In beiden Fällen ergibt sich für grob eine Ausgangsbedeutung ‘körnig, rauh’, aus der der in den älteren Sprachstufen vorherrschende Sinn ‘massig, dick’ hervorgeht. Die heute mit dem Adjektiv verbundene negative Wertung tritt erst im Nhd. stärker zutage. – gröblich Adj. ‘beträchtlich, stark, schlimm’, adverbiell ‘heftig, sehr’, mhd. grobelich Adj., grobelīche(n) Adv., mnd. gröflīk, groflīk Adj., gröflīk(en), groflīk(en) Adv. ‘groß, stark, heftig, in hohem Maße, sehr, viel’; zunächst Adverbialbildung zum Adjektiv mhd. grop, mnd. grof (s. oben), der adjektivische Gebrauch ist bis in die Gegenwart nur schwach bezeugt (vgl. gröblicher Irrtum). Grobheit f. ‘Derbheit, Unfreundlichkeit’, auch ‘barsche, unhöfliche Äußerung’, mhd. (besonders spätmhd.) gropheit, grobheit ‘Dicke, Unebenheit, Rauheit, Körperlichkeit’, mnd. grofhēt ‘Rauheit, Unebenheit, Roheit, Unhöfischkeit’. Grobian m. ‘derber, ungesitteter Mensch’ (15. Jh.), bis ins 18. Jh. auch Grobianus, latinisierende humanistische Scherzbildung in Anlehnung an Heiligennamen auf lat. -ānus, vgl. Cyprian(us), Damian(us). vergröbern Vb. ‘gröber machen’ (Anfang 18. Jh., zuvor vergröben, 17. Jh.), Präfixbildung zu einem nur vereinzelt belegten Faktitiv frühnhd. gröbe(r)n. grobschlächtig Adj. ‘von grobem Schlage, derb, plump’ (19. Jh.). Die Zusammensetzung lehnt sich wohl an andere, besonders im Obd. verbreitete Adjektive mit -schlächtig an. Zum zweiten Kompositionsglied, das auf mhd. -slaht ‘geartet’ beruht, s. ungeschlacht und Geschlecht. Grobschmied m. vom 17. bis ins 19. Jh. gebräuchliches Synonym für Schmied (s. d.), das den Unterschied zum (Schlosserarbeiten ausführenden) Kleinschmied hervorhebt (vgl. frühnhd. grop werk ‘grobe Schmiedearbeit’, 15. Jh.).
3059 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    grobadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    grob adj. , mhd. grop, nhd. grob; mnd. mnl. grof. — Graff II,356 s. v. rob, IV,309 f. gerob-: gen. sg. m. -es Nc 819,2 […

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grobadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    grob adj. s. grop.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grób

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Grób , gröber, grȫbste, adj. et adv. 1. Eigentlich. 1) Groß, stark; doch nur noch in einigen Fällen. Grobe Sauen, bey de…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grob

    Goethe-Wörterbuch

    grob ca 220 Belege; komp einmal unumgelautet N8,142,22 ; mehrf subst (wiederholt Kleinschr), auch ‘die G-en, Gröbsten’; …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grob

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grob werden Sauen genannt, stellenweise vom dritten Jahr ap, meist erst vom siebenten Jahr.

  6. modern
    Dialekt
    grob

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    grob [krôp Mü. ; kròp allg.; Comp. krèwər]; Superl. [krèpt] Adj. grob, ungebildet, stark, nicht fein. G. wi e Saübo h n…

  7. Sprichwörter
    Grob

    Wander (Sprichwörter)

    Grob 1. Besser grob, denn falsch. 2. Das grob, das starck. – Franck, I, 120 a ; Lehmann, II, 58, 27. 3. Grob hält gut. –…

  8. Spezial
    grob

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    grob I adj. 1 (großkörnig) grou (groi, groia) 2 (sehr stark) massif (-s, -iva) 3 (derb) gros (-sc, -ssa), grou (groi, gr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grob

322 Bildungen · 313 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

grob‑ als Erstglied (30 von 313)

grob(i)jänisch

Idiotikon

grob(i)jänisch Band 2, Spalte 690 grob(i)jänisch 2,690

Grob-Gerau

SHW

Grob-Gerau Band 2, Spalte 1473-1474

Grobhobel

SHW

Grob-hobel Band 2, Spalte 1473-1474

grobknochig

SHW

grob-knochig Band 2, Spalte 1473-1474

Grobling

SHW

Grob-ling Band 2, Spalte 1473-1474

Grobschmied

SHW

Grob-schmied Band 2, Spalte 1473-1474

grobweg

SHW

grob-weg Band 2, Spalte 1473-1474

grobwergen

SHW

grob-wergen Band 2, Spalte 1473-1474

grob

KöblerAhd

grob... , . Vw.: s. girob...

grobächtig

DWB

grob·aechtig

grobächtig , adj. : die wollen des lands ist waz grobächtig Federman Niderlands beschreib. (1580) 11 ; im sinne von grob C 1 b. —

grobanhiⁿ

Idiotikon

grobanhiⁿ Band 2, Spalte 1334 grobanhiⁿ 2,1334

grobarbeiter

DWB

grob·arbeiter

grobarbeiter , m. , scheint im sinne von grob C 2 e einmal gangbare bezeichnung gewesen zu sein; vgl. sonach lieferte also wohl Nordostdeuts…

grobartig

DWB

grob·artig

grobartig , adj. = grob; vom 16. jh. an, doch nicht häufig: ( er ) gabe dem grobartigen, seinem jüngeren bruoder, der es ihm an frechheit un…

grobaufgetragen

DWB

-aufgetragen : wir lachen itzt über die, die sich einst von diesen grobaufgetragenen farben .. hintergehn lieszen Tieck schr. 6, 50 ;

grobbäcker

DWB

grob·baecker

grobbäcker , m. , der nur schwarzbrot bäckt ( vgl. grob C 2 a) Sanders wb. dtsch. synon. 583 . —

grobbäurisch

DWB

grob·baeurisch

grobbäurisch , adj. Kramer teutsch-ital. 1, 567 b ; ein juncker sein, und doch grobbäurisch leben Moscherosch ges. (1650) 2, 421 . —

grobbank

DWB

grob·bank

grobbank , f. , werkbank zum ziehen groben drahtes Blumhof eisenhüttenkunde (1817) 2, 487 . —

Grobbe

LothWB

Grobbe [gròbə Ett. u. s.] m. Karst mit zwei spitz zulaufenden Zinken zum Aufhacken des Feldes. s. krope n .

grob als Zweitglied (5 von 5)

sackgrob

DWB

sack·grob

sackgrob , adj. und adv. asperrimus. Steinbach 1, 645 : ein sackgrober kerl, homo summa rusticitate praeditus. ebenda. Albrecht 195 . Woeste…

saugrob

GWB

saug·rob

*saugrob iSv sehr unhöflich, barsch, rüde; mBez auf den Umgangston [ über ZWerner ] Obgleich Goethes Frau ihm gesagt hatte, daß das Mystisch…

sǖ(w)grob

Idiotikon

sǖ(w)grob Band 2, Spalte 690 sǖ(w)grob 2,690

Ableitungen von grob (4 von 4)

Entgroben

Campe

✱ Entgroben , v. trs. vom Groben befreien, verfeinen. Das Entgroben. Die Entgrobung. » Sie (Karlstadt ) gaukeln daher mit jrer lebendigen S…

ergroben

DWB

ergroben , efferascere, verwildern, vergröbern : dis volk ( die Rhätier ) ist mit der zeit durch die rauhe gelegenheit des lands erwildet un…

grobe

BMZ

grobe swv. werde grob, führt Mone gl. 8,493,33 aus einer karlsruher hs. des 14. jh. an.

Vergroben

Campe

Vergroben , v. ntr . mit sein , grob werden. Vergröben würde sein, grob machen. D. Vergroben. D. — ung .