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grob

ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
24 in 22 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Grób

Bd. 2, Sp. 806
Grób, gröber, grȫbste, adj. et adv. 1. Eigentlich. 1) Groß, stark; doch nur noch in einigen Fällen. Grobe Sauen, bey den Jägern, starke, große Sauen. Grobe Münze, grobes Geld, welches aus größern Stücken bestehet, und auch hartes Geld genannt wird. Grobes Geschütz, im Gegensatze des kleinern. Eine grobe Schrift, welche aus großen Buchstaben bestehet. Die Feder schreibt zu grob, wenn sie zu starke, zu große Züge macht. Grobe Späne, im Gegensatze der kleinen oder feinen. S. Grobschmid. 2) Aus sehr in die Sinne fallenden, großen, starken Theilen bestehend; im Gegensatze des Feinen. Grober Sand, ein grobes Schießpulver. Ein grober Sandstein, der aus grobkörnigem Sande bestehet. Grobes Mehl, grobes Brot. Ein grober irdischer Körper, im Gegensatze eines feinern, weniger in die Sinne fallenden. Eine derbe grobe Speise. Grob gestoßenes Gewürz. Grobe Leinwand, grobes Papier, grobe Fäden. Grober Draht, dicker, im Gegensatz des feinen[] oder dünnen. Ein grober Kittel, der aus grober Leinwand bestehet. Eine grobe ungesunde Luft. Äußerst anpassend, lau uns grob müssen die Eindrücke der äußern Dinge seyn, wenn der Dummkopf Vergnügen fühlen soll, Zimmerm. 2. Figürlich. 1) Fähig, nur grobe, sehr sinnliche Dinge zu empfinden. Ein grobes Gefühl haben. Die groben Seelen suchen sich so wie die seinen. Grobe Sinne haben. 2) Mit dem Nebenbegriffe der Ungeschicklichkeit, des Mangels der Feinheit, der Kunst, des Fleißes; im Gegensatze des Zarten, noch mehr aber des Feinen. Grobe Glieder haben, plume; grob von Gliedern seyn. Grobe Hände, starke und harte Hände. Eine Sache aus dem Groben, oder aus dem Gröbsten arbeiten. Grobe Arbeit verrichten, schwere, beschwerliche Arbeit, wozu keine Geschicklichkeit außer der Stärke des Leibes erfordert wird. Grobe Waaren, im Gegensatze der feinen. 3) Von der Stimme, für tief, besonders unangenehm tief. Eine grobe Sprache, eine grobe Stimme haben. 4) Grob schwanger seyn, im gemeinen Leben, hoch schwanger seyn; im Oberdeutschen auch grobes Leibes seyn, im Nieders. graves Fotes gaan. 5) Grobe Gänge, grobe Geschicke, im Bergbaue, welche nur geringhaltige Silbererze führen. 6) Eine grobe Lügen, die als Lügen leicht kenntlich, aller Wahrscheinlichkeit beraubt ist. Grobe Irrthümer, welche sehr leicht als Irrthümer erkannt werden können, wissentliche Verläugnung der Wahrheit. Grobe, große, schwere, Laster, die von jedermann als Laster erkannt werden. Ein grobes Verbrechen, ein grober Fehler, ein großer, starker, der leicht erkannt und vermieden werden konnte. 7) Eine Sache ganz vorstellend, ohne aus Klugheit einen oder den andern Theil davon zu verbergen, im Gegensatze des Feinen; doch nur in einigen Fällen. Eine grobe Schmeicheley. Einem gar zu grob schmeicheln. Ein grober Gottesläugner. Etwas grob heraus zu sagen. 8) Den angenommenen Wohlstand, die eingeführten guten Sitten in einem hohen Grade beleidigend, und in dieser Beschaffenheit gegründet; wo es zugleich ein harter Ausdruck für unhöflich ist. Ein grober Mensch; in den niedrigen Sprecharten, ein grober Bauer, grober Esel, grober Flegel u. s. f. S. Grobian. Ein grober Scherz, der den Wohlstand, die Achtung gegen andere beleidiget. Einem andern grob begegnen. Grob mit jemanden scherzen, reden. 9) Im gemeinen Leben in Gestalt eines Nebenwortes zuweilen auch von einem zu hohen Grade der innern Stärke einer Handlung. Das ist zu grob, zu arg. Jetzt macht er mir es zu grob. Anm. So lange grob am Ende nicht verlängert wird, hat es im Hochdeutschen ein geschärftes o, als wenn es gropp geschrieben wäre. Bey der Verlängerung des Wortes aber, der grobe u. s. f. ist das o gedehnt. Eben so ist es im Nieders. wo das Nebenwort grov, das Beywort de grave u. s. f. lautet. Im Oberd. hingegen ist das o auch in grob gemeiniglich gedehnt, und in einigen Gegenden lautet es gar graub. In den Oberdeutschen Schriften der ältern und mittlern Zeiten kommt dieses Wort nicht vor, außer daß in Chriemhilden Rache Kravoheit für Roheit, Wildheit, angetroffen wird. Im Dän. lautet es grov, im Schwed. wo es aber auch nicht alt ist, grof, im Pohln. gruby. Im Böhmischen ist hruby groß, und im Wallis. rhef dick. Die Abstammung ist noch ungewiß, weil mehrere Wörter mit gleicher Wahrscheinlichkeit Anspruch darauf machen. Wachter leitet es von grappen, greifen, tappen, Frisch von rauh, rudis, crudus, Ihre vom Latein gravis, andere von dem alten grow, wachsen, her, welche Ableitung dadurch scheinbar wird, weil im Dithmarsischen für grob grün üblich ist. Im Holländ. ist groven stark, dick werden. S. auch Graupe,[] Griebe und groß, welche mit ihren Stammwörtern gleichfalls mit in Betrachtung kommen können. Dieses Wort kann mit vielen auch sonst allein ungewöhnlichen Beywörtern zusammen gesetzet werden, ihre grobe Beschaffenheit in den beyden eigentlichen Bedeutungen zu bezeichnen, z. B. grobkörnig, grobfädig, grobgliedrig, grobsandig u. s. f. wovon im folgenden nur einige angeführet werden.
4904 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    grobadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    grob adj. , mhd. grop, nhd. grob; mnd. mnl. grof. — Graff II,356 s. v. rob, IV,309 f. gerob-: gen. sg. m. -es Nc 819,2 […

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grobadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    grob adj. s. grop.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grób

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Grób , gröber, grȫbste, adj. et adv. 1. Eigentlich. 1) Groß, stark; doch nur noch in einigen Fällen. Grobe Sauen, bey de…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grob

    Goethe-Wörterbuch

    grob ca 220 Belege; komp einmal unumgelautet GWB N8,142,22 ; mehrf subst (wiederholt Kleinschr), auch ‘die G-en, Gröbste…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grob

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grob werden Sauen genannt, stellenweise vom dritten Jahr ap, meist erst vom siebenten Jahr.

  6. modern
    Dialekt
    grob

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    grob [krôp Mü. ; kròp allg.; Comp. krèwər]; Superl. [krèpt] Adj. grob, ungebildet, stark, nicht fein. G. wi e Saübo h n…

  7. Sprichwörter
    Grob

    Wander (Sprichwörter)

    Grob 1. Besser grob, denn falsch. 2. Das grob, das starck. – Franck, I, 120 a ; Lehmann, II, 58, 27. 3. Grob hält gut. –…

  8. Spezial
    grob

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    grob I adj. 1 (großkörnig) grou (groi, groia) 2 (sehr stark) massif (-s, -iva) 3 (derb) gros (-sc, -ssa), grou (groi, gr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grob

339 Bildungen · 313 Erstglied · 22 Zweitglied · 4 Ableitungen

grob‑ als Erstglied (30 von 313)

grob(i)jänisch

Idiotikon

grob(i)jänisch Band 2, Spalte 690 grob(i)jänisch 2,690

Grob-Gerau

SHW

Grob-Gerau Band 2, Spalte 1473-1474

Grobhobel

SHW

Grob-hobel Band 2, Spalte 1473-1474

grobknochig

SHW

grob-knochig Band 2, Spalte 1473-1474

Grobling

SHW

Grob-ling Band 2, Spalte 1473-1474

Grobschmied

SHW

Grob-schmied Band 2, Spalte 1473-1474

grobweg

SHW

grob-weg Band 2, Spalte 1473-1474

grobwergen

SHW

grob-wergen Band 2, Spalte 1473-1474

grob...

KöblerAhd

grob... , . Vw.: s. girob...

grobächtig

DWB

grob·aechtig

grobächtig , adj. : die wollen des lands ist waz grobächtig Federman Niderlands beschreib. (1580) 11 ; im sinne von grob C 1 b. —

grobanhiⁿ

Idiotikon

grobanhiⁿ Band 2, Spalte 1334 grobanhiⁿ 2,1334

grobarbeiter

DWB

grob·arbeiter

grobarbeiter , m. , scheint im sinne von grob C 2 e einmal gangbare bezeichnung gewesen zu sein; vgl. DWB sonach lieferte also wohl Nordostd…

grobartig

DWB

grob·artig

grobartig , adj. = grob; vom 16. jh. an, doch nicht häufig: ( er ) gabe dem grobartigen, seinem jüngeren bruoder, der es ihm an frechheit un…

grobaufgetragen

DWB

-aufgetragen : wir lachen itzt über die, die sich einst von diesen grobaufgetragenen farben .. hintergehn lieszen Tieck schr. 6, 50 ;

grobbäcker

DWB

grob·baecker

grobbäcker , m. , der nur schwarzbrot bäckt ( vgl. DWB grob C 2 a) Sanders wb. dtsch. synon. 583 . —

grobbäurisch

DWB

grob·baeurisch

grobbäurisch , adj. Kramer teutsch-ital. 1, 567 b ; ein juncker sein, und doch grobbäurisch leben Moscherosch ges. (1650) 2, 421 . —

grobbank

DWB

grob·bank

grobbank , f. , werkbank zum ziehen groben drahtes Blumhof eisenhüttenkunde (1817) 2, 487 . —

Grobbe

LothWB

Grobbe [gròbə Ett. u. s.] m. Karst mit zwei spitz zulaufenden Zinken zum Aufhacken des Feldes. s. krope n .

grob als Zweitglied (22 von 22)

bürgergrob

DWB

buerger·grob

bürgergrob , n. bürgerpack: vornehm wirst du, euer gnaden! kommt das bürgergrob zu schaden, hältst dus mit dem edelmann. Chamisso 122 .

derbgrob

GWB

derb·grob

derb-grob zu derb 2 a mochten .. schnell reich gewordne, derb grobe Bürger mit armen und empfindlichen Edelleuten sich veruneinigen GWB 44,3…

dummgrob

DWB

dumm·grob

dummgrob , adj. und adv. dumm und grob zugleich. ein dummgrober mensch. ein dummgrobes betragen. eine dummgrobe antwort.

erdengrob

DWB

erden·grob

erdengrob , crassus, asper, nahrhaft: doch hätte ihm das erdengrobe brot gar wol geschmeckt. pol. stockfisch 22. s. DWB erdgrob .

erdgrob

DWB

erd·grob

erdgrob , terrosus, nahrhaft, s. erdmäszig und erdengrob.

handgrob

DWB

hand·grob

handgrob , adj. von grober handarbeit gebraucht: in einigem knechtischem oder handgroben werk. Philander ( lugd. ) 5 , 51.

kotzengrob

DWB

kotzen·grob

kotzengrob , bair. östr., grob wie eine kotze ( sp. 1902), eig. und bildlich, vgl. 'grober filz' gleich grobian.

ochsengrob

RhWB

ochsen·grob

ochsen-grob -f  Rees-Milling Adj.: sehr gr., tölpelhaft.

sackgrob

DWB

sack·grob

sackgrob , adj. und adv. asperrimus. Steinbach 1, 645 : ein sackgrober kerl, homo summa rusticitate praeditus. ebenda. Albrecht 195 . Woeste…

säusackgrob

DWB

sausack·grob

säusackgrob , adj. im hennebergischen als verstärkung für saugrob. Frommann mundarten 1, 234 b .

*saugrob

GWB

saug·rob

*saugrob iSv sehr unhöflich, barsch, rüde; mBez auf den Umgangston [ über ZWerner ] Obgleich Goethes Frau ihm gesagt hatte, daß das Mystisch…

sǖ(w)grob

Idiotikon

sǖ(w)grob Band 2, Spalte 690 sǖ(w)grob 2,690

Ableitungen von grob (4 von 4)

Entgroben

Campe

✱ Entgroben , v. trs. vom Groben befreien, verfeinen. Das Entgroben. Die Entgrobung. » Sie (Karlstadt ) gaukeln daher mit jrer lebendigen S…

ergroben

DWB

ergroben , efferascere, verwildern, vergröbern : dis volk ( die Rhätier ) ist mit der zeit durch die rauhe gelegenheit des lands erwildet un…

grobe

BMZ

grobe swv. werde grob, führt Mone gl. 8,493,33 aus einer karlsruher hs. des 14. jh. an.

Vergroben

Campe

Vergroben , v. ntr . mit sein , grob werden. Vergröben würde sein, grob machen. D. Vergroben. D. — ung .