klotz,
m. und n. truncus, massa, globus, gleba. II.
Formen und verwandtschaft. I@aa) klotz
ist eine schwesterform von klosz (
s. d.),
wie es denn in den oberd. mundarten für klosz
meistens mit eintritt oder es völlig vertritt. der unterschied ist eig. derselbe wie bei knauf
und knopf,
und würde gothisch auch ebenso scharf wie da hervortreten (au : u);
das urspr. au, ou
ward aber vor ʒ
auch hd. zu ô,
wie nd. überall. dasselbe verhältnis ist zwischen flôsz
und flotz (
rhein., alem. für flosz).
übrigens sind das tz
statt sz
und das o
statt u (
vgl. e)
an dieser stelle vor der hand gleich rätselhaft, entstehung aus urspr. klötze (
s. unter flotz)
ist doch nicht vorstellbar; vgl. knopf. I@bb)
die form selbst verbürgt sich hohes alter, wenigstens gleiches mit klôʒ.
ahd. sind jedoch in 'chlosz'
sphaera, massa chlôʒ
oder chloz
mit den augen nicht zu unterscheiden, auch in der mhd. urkundlichen schreibung gewöhnlich nicht. ein sicheres beispiel ist ein klotz goldes
bei Herm. v. Fritslar (
myst. 1, 60, 31),
andere s. u. II, 7,
e und klötzlein 3.
in alem. (
und bair.)
gebiete ist aber selbst die schreibung klotz
nicht sicher, da damit klôtz
für klôʒ, klôsz
gemeint sein kann, wie es da schutz
für schusz
heiszt, grüezen
für grüszen, entblözen (3, 501)
für entblöszen.
das siebenb. klôz
kugel (Haltrich
plan 45
a)
ist aber nur verlängertes klotz,
aus der rhein. heimat her (II, 8). I@cc)
auch nd. ist in älterem 'klot' (
s. unter klosz)
etwaiges klot
von klôt
nicht zu unterscheiden, und ein neueres klot
finde ich nicht, wol aber das hd. klotz
auch in der Altmark Danneil 106
a,
in Pommern Dähnert 237
a,
u. a.; schon im 15.
jh., s. II, 2
a. e. (
s.klotzen, klotzig),
und wie klotz
kugel auch nrh. ist (
s. Harff
unter II, 8,
c),
so gibt Kilian
selbst nl. klotsen
gleich klossen
ludere sphaera, jouer à boule à travers un anneau de fer. das z, tz (ts)
ist aber überhaupt auffallend oft auch im nd. (
nl.)
zu finden, s. z. b. kauz 1
a. e., klatzen 3,
b, klette III, 1,
c, klunz.
in hd. form entlehnt selbst schwed. klots,
dän. klods.
Dasz aber die entsprechende form auch den nd. sprachen urspr. eigen war, bezeugt wol engl. clot
klümpchen (
nordengl. auch erdklosz),
mit clotty
klümperig, kloszig, clotter
sich klümpern; daneben eigen clod
erdklosz u. a.; altengl. clott
und clotte, clodde
gleba Stratmann 113;
auch nl. klotte
gleich klompe
massa Kil.,
wenn das alles nicht von einem andern stamme ist (
s.klatz 1, kletter 3).
doch engl. clothead
gleich blockhead (
s.klotzkopf)
scheint auch ein urspr. clot
holzklotz zu verbürgen. vergl. nd. kluttig
unter e a. e. I@dd)
eine schwache nebenform zeigt klotze
globus Dief. 265
c: der .. nicht würdig ein vernünftig geschöpf genant zu werden, sonder ein wildes thier, klotze und stein. S.
Brenner planetenbuch A 5
b.
im acc. ein
klotzen Sebiz 121, ein klotzen machen Schönsleder,
u. a. (
s. II, 7,
d)
; plur. klotzen Kirchhof
wendunm. 192
b. 371
a;
noch bair. der klotzen
in gewissen bed. (
s. II, 5. 6).
es ist wie bei klosz
mit nd. klote, klute. I@ee)
noch wichtiger dieselbe form mit u,
d. h. dem urspr. vocal, aus dem o
durch brechung entstand: cluce
massa Dief. 350
c; die klutzen
pl. (
s. II, 10).
und auch stark klutz,
pl. klütze: dasz von klützen und dülpeln klütze und dülpel herkommen. Heyden
Plinius Frkf. 1584
s. 25,
gleich klötzechte tölpel
ebenda. vergl. nd. kluttig
schwer, langsam, träge Richey 416 (
ditm.),
das dem hd. klotzig (2)
zu entsprechen scheint. I@ff)
auch die merkw. nd. formen mit s,
wie bei klosz,
zeigen sich hier in westf. klos
m. klotz Fromm. 5, 169,
nl. klos
gleich kloot Kilian (
s. klossen
unter c). I@gg)
entlehnt poln. kloc,
litt. klucus,
lett. kluzzis
klotz. I@hh)
das geschlecht von klotz
ist doppelt wie bei klosz,
und beide gelten z. b. sächs. neben einander; blosz neutr. gibt Stieler,
blosz m. Schottel, Rädlein, Frisch,
auch Steinbach,
während er doch selbst das n. braucht (II, 1,
a).
der pl. ist sowol klötze
als volksmäszig klötzer,
letzteres wol vom n., früher auch schriftlich, z. b.: starke und unbehauene klötzer.
causenmacher 30; wie er (
der forstmann) die nutzbaren bäume in ganzen klötzern oder blöchen zu versilbern .. (
besser) als wenn er solche zu scheiten oder klaftern schlagen läszt. Döbel 3, 79
a, bretklötzer 79
b (
aber der klotz
das.).
der einfache plur. gieng aber urspr. vielleicht wie bei klosz
nach andrer declin., z. b. puchsenklocz
pl. Behaim
Wiener 378, 15 (
s. II, 8,
c). IIII.
Gebrauch und bedeutung. II@11)
holzklotz, klotz
truncus, bloch, block, stock, stumpf Dief. 600
a,
caudex 108
a. II@1@aa)
der umgehauene stamm selbst, behauen oder noch unbehauen, '
woran man die äste noch sieht als stümmel' Frisch im
franz. wb. 2, 335.
im forstwesen heiszt der sägeblock, der zu bretern bestimmte theil eines baumstamms, bretklotz,
der vor dem zerschneiden abgeklotzt,
des untern ungleichen theils beraubt wird, der eben auch klotz
heiszt ( Adelung);
s. Döbel
vorhin. folg. stellen mögen etwa hierher gehören: Runcus ist gewaltig stark, gebe bauren groszen nutz, künten ihn zum hebelbaum brauchen für das gröste klotz. Logau 3, 8, 95; den klotz liegen zu lassen, den man nicht heben kann, ist eine alte regel. Niebuhr
leben 3, 116.
der grundbegriff für klotz
ist auch hier, dasz schon die axt darüber gewesen ist, das unterscheidet ihn vom stamm.
aber auch dasz axt oder säge noch weiter darüber kommen sollen, fühlen wir in klotz (ein klotz zersägen Steinbach 1, 876),
und beides stimmt zu dem angenommenen ursprung (
s.klosz I,
a),
vgl. nachher unter d. II@1@bb)
besonders denken wir dabei an ein kurzes dickes oder in ungefährer form gehauenes stück von einem stamme oder balken: ein klotz warf er (
Jupiter) in wassergraben, das solten sie (
die frösche) zum könig haben. Alberus
Es. 21; sie hawen ab die dürre äst und dürre klötzer, die sind gut. 141; sie schlugen starke harte klötzer mit schwengeln wider die böck (
bei der belagerung). Rihel
Livius 597; dieser alte läszt sogleich seinen klotz zur tafel decken. Schönaich
Hermann 93; sinkt das feuer in glut, dann schiebe den knorrigen kloz nach, der in die nacht fortglimme dem leidigen froste zur abwehr. Voss
siebz. geb. 113. hackeklotz, hauklotz,
dickes stammende, holz darauf zu spalten, fleischklotz, amboszklotz (Rädlein 547
a), richtklotz Gryphius
Car. Stuard. 2, 236. 5, 147: itzt siht er nach dem klotz, auf dem er sol verschwinden.
das. 5, 281. fallklotz
bei rammen, schlageklotz
in der ölmühle. unter dem brennholze heiszen die dicken unförmlichen aststücke klötze (
nd. knubben),
bei den tischlern und zimmerleuten die abgesägten kurzen enden der pfosten, des zimmerholzes ( Adelung). II@1@cc)
sprichw. besonders auf groben klotz (gehört) ein grober keil,
s. unter keil. II@1@dd)
der urspr. begriff des spaltens tritt noch deutlich hervor in bair. klotzen
m., ein viertels- oder achtelsspalt (
gespaltnes stück)
eines musels,
kurzen holzblocks; ja klotzen
pl. findet sich da noch für hauspäne, vgl. klotzhack (klêzhack,
s. dazu klosz I,
b)
breite axt zum schindelspalten; s. Schmeller 2, 365. II@22)
von holzbildern, verächtlich: solte knien fur eim klotz?
Jes. 44, 19; die helden der heiden, die nichts wissen und tragen sich mit den klötzen irer götzen. 45, 20; ob sie (
die evang. pfarrer) wol nicht spitze hüte (
bischofshüte) tragen, welche können die klötze und Niclasbischove auch tragen. Luther 5, 90
a,
die letztern sind knabenbischöfe, die klötze
wol holzstatuen von bischöfen, wenn nicht etwas anderes darunter liegt, vgl. allenfalls klotzbruder; dasz die stein, plöcher und klötz nicht mit latria als gott mögen angebett und verehrt werden, angesehen dasz sie alzeit stein und klötz pleiben wie vil man sie auch weihe und belese. Fischart
bien. (1588) 186
a,
gleich darauf dieweil er die götzen für klötzer ansicht,
auf éiner seite beide pluralformen; er wird ein schöner klotz, geschminket im gesicht, ein leerer haubenstock. Zachariä
verwandlungen 3, 202.
das holzbild wird ja aus einem klotz
gehauen: enem timmermanne 1 scot vor dat clotz to howen (
zum Roland).
Elbinger kammerrechnung v. 1404, Zöpfl
alterth. d. d. reichs u. rechts 3, 296. II@33)
bildlich von menschen, um derbheit und härte, besonders aber unempfindlichkeit, roheit, plumpheit, dummheit zu bezeichnen, wie viele andre gleichbed. wörter, in allen sprachen, z. b. lat. caudex, truncus, stipes.
ebenso unbehacktes holz Wellers
lieder des 30
jähr. kr. 257.
s. auch klotzmann,
klotzkopf, klotzig,
und klosz II, 7. II@3@aa)
vergleichungsweise: (
die Pommern) leute wie klotz und stein. Lessing 1, 487,
so handfest, das fehlen des art. gibt dem klotz
die geltung als stoffname; er ist wie aus einem klotze zugehauen,
so formlos, eckig in der körperbildung, bewegung; der doctor wurde hierüber so bestürzt, dasz er ohne alle bewegung dort sasze wie ein klotz.
Simpl. 2, 387; das weib zählt aus und ein, sie kaufet fleisch und fisch, versorget haus und herd, den keller und den tisch: der mann steht wie ein klotz. Rachel;
auch dumm wie ein klotz. Arnim 1, 61. II@3@bb)
unmittelbar: was sol ich mit dem karsthansen oder bawernklotz zu schaffen haben. Keisersberg
narrensch. 193; clotz
als schelte Zarncke
univ. im mittelalter 1, 82; hau mit der bindaxt lustig drauf, die knollen, äst und bork zu hauf! ich will das andre schlichten. lasz ja nichts höckrichs an ihm sein, so kan ich mit der meszscheer fein den klotz in ordnung richten.
weim. jahrb. 6, 381,
worte des depositors bei der deposition auf der universität, der cornut, fuchs wird als klotz
behandelt, '
behauen', '
gehobelt'
u. dgl., wie in einem schwank H. Sachsens 5, 407
b 'das hobeln der groben männer',
das. 407
c der grob gehawen klotz,
vergl. knadast; es sol in eine histori geschrieben werden, das der bapst und seine papisten solch lesterung thar unverschampt und öffentlich begeren, als weren eitel klötze in Deudschemlande und auf dem reichstage eitel affen. Luther 5, 75
b; wolten eitel steine und klötzer aus uns machen. 5, 497
b; als der klotz mit der jungfrawen redet. Frey
garteng. 1
b; grobianus .. und seiner unverschampten klotzen. Kirchhof
wendunmut 192
b; so etwa trunkene klotzen im läger lagen. 371
a; wer wil euch klötzen sagen (
spricht ein geistlicher zu bauern), was uns geweiheten gezieme. 443
b; ein grobes klotz,
ingenium crassum et grossum. Stieler 987,
dän. en grov klods; ja, sprecht ihr, das sind weisze raben (
seltne frauen) und gegen eine, die was nützt, stehn allzeit tausend solche klötzer woraus man keine tugend schnitzt. Günther 426; zwei jahre giengen mir mit diesem klotze hin, doch konnt er nie recht tanzen lernen. Hagedorn; sein reichthum giebt ihm witz, sein reichthum schenkt ihm sitten und macht das plumpe klotz auch weibern wol gelitten. Lessing 1, 194; stiehlt wie Prometheus feuer vom himmel und belebt menschliche klöze (
von einem lehrer). Schubart
leben von Strausz 1, 256; auf! ihr klötze, ihr eisklumpen! ihr trägen fühllosen schläfer! auf! will keiner erwachen? (
Moor zu den räubern). Schiller 136
a; doch jetzt zu dir, du dicker klotz (
zu einem dummen dìener). Kotzebue
dram. sp. 2, 275; was sing ich wahrheit diesem volk von klötzen? Platen 289; ich tanz nicht mit, ich räuchre nicht den klötzen die auszen goldig sind, inwendig sand. Heine
b. d. l. 92. II@3@cc)
besonders und früh auch zur bezeichnung mangelnder empfindung: du müsztest ja ein grober undankbarer klotz und billich von den menschen unter die thier zu jagen sein. Luther 5, 180
b; das wir auch nicht erkennen unser selbs leib und leben, wie wünderlich dasselb teglich von gott geschaffen, gegeben und erhalten wird, was ists denn wunder ob wir hart, starr, stockblind und klötze sind gegen ander seine wunderwerk? 6, 351
b; ein mensch, der aus mangel an verstande einem wilden ähnlich ist, aus mangel an empfindung ein klotz. Bodmer
Cimon (
Schirachs magazin 2, 2, 103). Keisersberg
bezeichnet hartherzigkeit so: ich hab ein klotz umb das herz.
bilg. 89
c,
dachte er an Horaz? II@44) klotz
als strafe. II@4@aa) klotz,
an den gefangene geschmiedet werden: man lasse klammern dann und sprengen fertig machen und spann ihn, sperrt er sich, bei so bewandten sachen mit fesseln an das klotz. A. Gryphius
Car. Stuard. 1, 295. II@4@bb) klotz
am beine, den gefangene, sträflinge angeschmiedet bekommen und mit sich schleppen müssen. II@4@cc)
daher bildlich von hemmender last, wie ähnlich hemmschuh: da hängt das kloz am bein, das eitelkeit und ehrgeiz mir angelegt haben. Klingers
theater 3, 147;
der freiheit des ledigen standes gegenüber sagt ein ehemann, er habe einen klotz am bein; wa die sinnlichait hin wil, da henget die vernunft und der frei wil hinnach, der schwär klotz zeücht uns imerdar zuo der erden. Keisersberg
granatapfel (
geistl. spinn.) M 6
d,
wenn nicht der leib als erdenklosz gemeint ist, s. 7; besonders ist Voltaire ein meister sich die fesseln der kunst so leicht, so weit zu machen ... und doch bewegt er sich oft so plump und schwer .. dasz man meinen sollte, jedes glied von ihm sei an ein besonderes klotz geschmiedet. Lessing 7, 200; aber mit dem schwager weisz ich nichts anzufangen (
der zum besuch gemeldet ist), der wird mir wol sechs tage wie ein klotz angebunden sein. Schiller
an Göthe nr. 612. II@55)
der klotz
kommt aber doch auch hie und da in technischer bed. zu ehren als förmliches werkstück. II@5@aa)
so heiszt bei den feuerwerkern klotz
ein block der beim laden der raketen u. ä. dient. bei hutmachern ein rundes holz, worauf die form in den hut geschlagen wird, hutstock.
bei schuhmachern ein hölzerner absatz (
vgl.klötzelpantoffel),
u. a., s. Krünitz. II@5@bb)
selbst holzstücke, die eine genauere bearbeitung voraussetzen, heiszen theilweis so, z. b. klotzen
m. hölzerner zapfen, der beim laden der büchse (
d. i. kanone, klotzbüchse)
unmittelbar auf das pulver gesetzt wurde und auf ihn erst die kugel. Schmeller 2, 366
nach einem handschr. feuerbuch v. 1591.
auch bei fischern kommt klotz
als zapfen eines teichs vor. s. ahd. chlôʒ (
oder chloz?)
zapfen unter klosz 8. II@5@cc)
bergmännisch ein groszer hammer, fäustel. II@66) klotz
gleich knebel: der hatt uszgangen (
ermittelt), das Zwingli an eim ort zgast asz, do wolt er uf in warten, ein chlotz in das mul gstoszen. Th. Plater 45 (101),
wie klosz II, 8;
es könnte freilich selbst nichts als schweizerisches klosz
sein (
s. I,
b). II@77)
von andern stoffen als holz. klotz
gilt in südl. und westl. mundarten überhaupt gleich klosz, klump,
von festen wie zähen und allen andern stoffen: klotz,
massa. voc. 1482 q 7
a, klocz Dief. 350
c,
grumus schollen, klotz Frisius 614
b, klotz,
klumpen Denzler. II@7@aa)
in der Schweiz spricht man von felsklötzen,
blöcken: verlegen ihm (
dem Rhein bei Laufenburg) eine unzahl mächtiger felsklötze den weg. Rochholz
Schweizersagen 2, 319. 325; so zerschellt er ... an diesen klötzen und klippen. 2, 320;
auch klippe
scheint urspr. losgespaltnes stück. II@7@bb) klotz golds (
wie schon mhd.), eisens,
massa auri, ferri Maaler 246
a, klotz gold Fris. 805
a, ein klotzen blei Albertinus
schawplatz 705, silberklotz
argentum grave Stieler 987, klotz silber, messing
u. s. w. Höfer
östr. wb. 2, 146,
vergl. eisenklotz.
nrh. salzklotzer Harff 120, 28. II@7@cc)
erdscholle u. ä.: einen erdenklotz Eckhart 237, 10, erdenklotz
gleba Dief. 265
a (
vgl.erdklotz), klotz erden (
aus dem Adam gemacht ward) Melber
varil. o 3
b; die Holländer, welche der sonnen und anderer gestirn lauf also anschauen, dasz sie das ander aug auf die erden werfen, zu sehen ob sie deroselben ein oder andern klotzen können zuwerfen. Schuppius 710.
von lehm (
vgl.klosz II, 2,
a): ein hafner (
töpfer) der het vor im ligen ein groszen klotz leimen. er grift darin mit der hand und nimpt einen klotz leimen und macht darusz ein geschirr. Keisersberg
bilg. 78
b.
c; der hafen ist usz eim leimenclotzen.
post. 160; spüwet einen klotz (
klumpen) bluotes
bilg. 177
d. II@7@dd)
daher wird massare
übersetzt an einen klotzen schlahen, bringen,
dick machen Maaler 246
a, Frisius 805
a, ein klotzen machen,
cogere quid in massam Schönsleder,
vergl.klotzen 1, klotzicht 3.
so z. b. klotze
teigklumpe, geformter teig: und so du roten ofenleimen klein gestoszen, kümel, honig und salzbrüe mit einander vermischt, ein klotzen wie brot darausz machst und im ofen bachen laszest. Sebiz
feldbau 121. II@7@ee)
endlich unbeschränkt von allem andern. wie klosz II, 2,
b von menschen, '
klumpen', Keisersberg
nennt den Schweizerbund der klotz der Schwizer,
den städtebund der klotz der stetten (Schmeller 2, 366),
vgl. lat. globus armatorum
u. a., s. dazu klotzen 1
und klotzmann.
selbst von wasser, in Speners alter handschr. bibelübers. (Frisch 1, 525
a)
nach lat. moles: werdent stehen in eime clotze,
vulg. aquae in Jordane in una mole consistent.
Jos. 3, 13. II@88) klotz,
kugel, von allerlei stoffen, der klumpen nähert sich ja von selbst der kugelform: globus, ain klotz Mones
anz. 6, 346, klotze Dief. 265
c, klotz
gemma gemm. Cöln 1507
das., globus kugel, klotz Frisius 606
a,
selbst noch bei Rädlein 546
b. II@8@aa) klötze
von hafergrütze, klösze. Schmitz
Eifel 1, 23. II@8@bb)
spielkugel, besonders kegelkugel, boszklotz (
vgl.klosz II, 4): und ist dem klotze nit sehr gach, so leufet er (
der kegler) balde hinden nach und rufet 'lauf kuogel, lauf frauwe sehr, eil dich, liebe kuogel, lege in (
ein) ehr!'
Renner im Frankf. druck 1549
bl. 59 (
Bamb. ausg. kugel 11370);
noch heiszt z. b. am Rheine die kegelkugel das klotz, kegelklotz Kehrein 230,
daher auch in Siebenbürgen klôz
m. (
auch kugel überhaupt, selbst ûchklôz
augapfel) Haltrich
plan 45
a.
auch von andern spielkugeln: bugelplatz, da man mit klötzern, kuglin oder ballen spielt. Henisch 552, 11,
das. bugel, die klotzporte,
annulus ferreus sphaeristerii, vgl. klotzbahn und Schm. 1, 159,
eine art ballspiel. im 15.
jh. wird discus
erklärt mit inworf
vel blîhen kloz, wurf
vel pleiklotz Dief. 185
b.
in Aachen klötz
pl. knippkügelchen, klicker. II@8@cc)
geschützkugel, von stein, eisen, blei, büchsenklotz (
wie klosz 4),
vgl. klotzkugel: von püchsenkloczen (
so l.) und auch pfeiln hub sich ain groszes schnallen. Behaim
Wiener 73, 10. 74, 24; von püchsenklaczen und wurfstain es auch tunkel und vinster wart. 120, 21; puchsenklocz und auch staine. 378, 15; cartanen und notschlangen, die eisen klotzen schieszen (
in London ende 15.
jh.).
Wilw. v. Schaumb. 96; der oeverste bussenmeister (
in Venedig, i. j. 1496) war ein Duitscher .. saichte mir, sij hetten in deme schiff so (
solche) ijser ind steinbussklotzer oever die sesdusent. darzoe waeren noch vier steinmetzer, die degelijchs in deme schiff me klotzer maichden (
aus hausteinen). Harff
pilg. 62, 12
ff., vgl. 60, 26; du solt auch han ein hole kugelzang, mit auszunemen die klötz der büchsen, so einer geschossen wirt. Braunschweig
chir. 1498 20
a; pfeil, büchsenklötz. 28
a; librilla, ein blyklotz
oder schlenker.
gemma gemm. Str. 1518 O 2
d; als in ein bleiklotz vornen durch den eisernen sattel an seinem knie verwundt. Fronsperger
kriegsb. (1596) 3, 108
b; lade die büchsen mit pulfer wie sonst, habe dann ein wolgeberten läimen der nicht zu hart noch zu weich sei, mach und formier in gleich einem klotz, stosz in auf das pulfer steif. 2, 150
a,
deutlich klotz
schlechthin gleich büchsenkugel. II@99)
wie klosz II, 5: klotz, glotz,
trochus, dopf, treibkeil Fris. 1332
b, Denzler 1, 827
a. 2, 173
a. II@1010)
wie klosz II, 6:
testiculus kloz
voc. v. 1414 Dief. 581
b; salveiwasser, damit gewaschen die klötz und mit einem tuch übergelegt, benimmt das jucken und geschwulst der klötz. Barth. Vogter
wie man alle gebresten und krankheiten arzneien soll (
o. o. 1532) 51,
das. auch hoden.
dazu eine nebenform klutze (
s. I,
e): die klutzen seind verneiht und kraut und loht verschossen, dann wir seind gar castrirt, der beutel ist uns leer, und können nicht wie vor den damens dienen mehr.
herrl. triumphwagen 14. II@1111)
wie knoten, knollen,
rundlich hartes ding. II@11@aa)
von einem harten geschwür: so man daselbig hin grift, empfindet man da einen runden klotzen glich einer runden kuglen. Rueff
trostbüchle 110. II@11@bb) klötze
im flachs: du zeüchest so vil hörter knöpf herausz (
aus der gunkel) dʒ du si nit gespinnen kanst ... die frawen die wol spinnen künden (
können) die zerbeiszen dieselben knöpfe oder klötz. Keisersberg
granatapfel (
geistl. spinn.) N 1
b; die klötz und die ägnen (
s.agen). L 5
c. 6
c; also solt du die selben klötz, wenn si dir under die hend komen, herauszer ziehen.
das.; spinn es ganz, luog zerreisz nit die klötz, dʒ ist gribel nit darin.
das., geistlich gewendet von schwierigen fragen, wie knoten, knopf,
selbst würf si in di schuol also ganz, da man die klötz zertailt (
die knoten löst)
das., d. i. überlasz sie den gelehrten. noch schwäb. von werch, 's ht klotza. II@1212)
eigen klotz sein,
der letzte sein, s. klotzmann 2.