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gröbe

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gröbe f.

Bd. 9, Sp. 410
gröbe, f. , adjectivabstractum zu grob; vereinzelt schon im ahd. (s. u. 2), aber erst seit dem nhd. häufiger; weniger entwickelt als grobheit, mit dem es in einem gewissen ergänzungsverhältnis steht: die concreten gebrauchsweisen des adj. bevorzugen gröbe; mit recht sagt Heynatz: 'die gröbe für die grobheit, wenn von der beschaffenheit eines stoffs die rede ist' antibarb. 2, 76; heute schriftsprachlich fast erloschen, aber dialectisch namentlich im obd. durchaus lebendig. 11) zunächst 'rauheit' (vgl.grob A); duritia scherpfe, reuche, gröbe Frisius dict. (1556) 455a; von der räuhe, härte und gröbe der obern zwey röcklein (die das kind im mutterleib umgeben) Ruoff hebammenb. (1580) 12; abstracter: ursach (der streitbarkeit der Schwaben) acht ich sei die gröbe disz lands Seb. Franck Germ. chron. (1538) vorr. a a 6b; die gröbe des gebirgs Paracelsus op. (1616) 1, 1113 C; 'härte, derbheit': ettlich kranckheiten enden sich in 4 oder 5 tagen .. nach rühe und gröby der leuten Seb. Münster cosm. (1550) 470; adverbiale formel 'auf harte, kräftige art': daz die artzney nach der gröbe mit dir handle Guarinonius greuel d. verw. (1610) 965; geistig: die rauche und grobe oder unhandsame desz gemüts asperitas animi Frisius dict. (1556) 125b; dem wüten und gröbe des pöfels erlaubt Stumpf Schwytzerchron. (1606) 330b; vgl. noch aus modernen maa.: so schlg i drei~ nach dă gröbn! Hartmann volksschausp. in Bayern 204; gröbne an sich dannen haben grob sein, 'aber wohl nur als eigenschaft, nicht als akt' Fischer schwäb. 3, 847; verborum asperitas die reuche und gröbe zereden Frisius 125b; dasz sie narren seind, das ist in der subtilitet geredt, sonst nach der gröbe spricht mann buben Paracelsus op. 1, 237 B; obscoenitas unkünschheit, .. wuost, gröbe Frisius 895a; gröbe der sitten incivilitas Stieler 706; atechnia gröbe, unwüssenheit, unverstand Frisius 132a; doch bevorzugen diese nur lexicalisch nachzuweisenden bedeutungen auch im älteren nhd. schon grobheit. 22) auf töne angewendet, zunächst ebenfalls 'rauheit': das heyszere und gröbe der stimm als krankheitssymptom Gersdorff wundarznei (1517) 73c; frühzeitig aber, gemäsz grob A 2, von tiefer tonlage: lychanos ypaton .., der drivalta geroubi habet gagen demo churzisten nete, wanda er drivalta lengi habet Notker 1, 852, 17; vgl. ebd. 8; doch so ist es (das falkengeschrei) ettwas an dem anfang hoch, aber es nydert sich ettwas in die gröbin bis an das ende mer Mynsinger v. d. falken 5 lit. ver.; zur gröbe weisz ich nicht, wer besser in dem pasz alsz du rohrdommel dienst, du taugest nur zum basz schles. quelle bei Drechsler Wencel Scherffer 123. 33) als quantitätsbegriff 'dicke, stärke' (vgl.grob B): bey vile und gröbe der knöpfen (der hörner) wirt ir (der geissen) alter abgemässen Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 57b; ein mahler, der wegen grös und gröbin des leibs für riesengeschlecht geachtet ward Fischer schwäb. 3, 847 (quelle v. 1666); die seitten seyen ungleicher dücke oder gröbe A. Cario neue hall- u. thonkunst (1684) 104; dèr pâm hàt a~ gröbún Lexer kärnt. 124; concret 'die dicken bestandtheile': gröbe sind die bei dem stampfen .. des hauwerkes abgesonderten gröszeren, mit erz durchzogenen körner Scheuchenstuel 108; absieben und nachheriges mahlen der gröbe (bei der guanoverarbeitung) Muspratt chemie4 2, 1067; von der consistenz von körpern (vgl.grob D): nach gröbi ihres liquors Paracelsus op. 1, 127 C; welche (körper) von wegen ihrer gröbe zwar leicht gestehen und ihre flüssigkeit verliehren können J. Chr. Sturm kurzer begriff d. physic (1713) 388; dasz gröbe und feinheit ausdrücke sind, die auf das licht gar nicht passen J. J. Engel 10, 84. 44) als qualitätsbezeichnung neben gewissen, meist künstlich erzeugten stoffen (vgl.grob C): gröbe der leinwad, des holtzes, des garns grossezza del legname etc. Kramer teutsch-ital. 1, 567b; (unterschiede der leinwand) an schmele, gröbi oder dünne halb Staub-Tobler 2, 691 (quelle von 1542); zumal da sich grobe und feine leinwand darzu schicket und jener ihre gröbe, wann sie einmahl bedruckt, so starck nicht zu erkennen ist Marperger beschr. d. hanfs (1710) 58; gröbe der leinwand, des zeuges, des glases, des papiers Campe; dieses tuch hat zuviel gröben, ein kleid daraus zu machen v. Klein 1, 164; dieser gebrauch ist jüngerer sprache am geläufigsten, er ist am ehesten auch heute noch möglich; so gewöhnlich in den obd. maa.; vgl. Schmeller 1, 984; Unger-Khull 308; Lexer kärnt. 124; Fischer 3, 847; Staub-Tobler 2, 690.
4565 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gröbe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    * Die Gröbe , plur. car. im gemeinen Leben, die grobe Beschaffenheit eines Körpers oder seiner Bestandtheile, in der eig…

  2. modern
    Dialekt
    Gröbe

    Elsässisches Wb.

    Gröbe [Krèwə Hi. Su. Dü. ] f. dicke Stücke. S is t ein G., s is t glichlig dick. — Schweiz. 2, 690. Bayer. 1, 984.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit groebe

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Zerlegung von groebe 2 Komponenten

gro+ebe

groebe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

groebe‑ als Erstglied (5 von 5)

gröberei

DWB

groebe·rei

gröberei , f. , unhöflichkeit: was das vor gröberei wäre, wenn wir einem grossen herrn, der uns grüsset, nicht dancken wollten V. Herberger …

gröbern

DWB

grob·ern

gröbern , vb. , vergröszern: ein brill .., die da gröbert und kleinert Mathesius Sarepta (1571) 196 b ; verdichten ( vgl. grob D): es sey mi…