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Menschenverstand

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Menschenverstand

Bd. 6, Sp. 80
Menschenverstand ‘Menschens-’ GWB421,516 (korr zu ‘Menschen-’); vereinzelt Getrennt- od Bindestrichschr der dem Menschen von Natur aus gegebene Intellekt, die Fähigkeit zu klarem, logischem Denken, insbes aber die praktische, am Lebensweltlich-Konkreten entwickelte, intuitiv-spontane Auffassungsgabe; vielfach attribuiert: ‘(all)gemeiner, reiner, natürlicher; klarer, freier, frischer, tapferer; geübter, gebildeter, fortschreitender M. ua, einmal ‘Genius des M-es’; auch metonym in meinen Augen knüpft sich bey Lavatern der höchste M., und der grasseste Aberglauben durch das feinste und unauflöslichste Band zusammen GWBB5,300,28 ChStein 6.[4.82] Der M. wird mit dem gesunden Menschen rein geboren, entwickelt sich aus sich selbst und offenbart sich durch ein entschiedenes Gewahrwerden und Anerkennen des Nothwendigen und Nützlichen. Praktische Männer und Frauen bedienen sich dessen mit Sicherheit.. GWB422,156,23 MuR(344) Des M-es angewiesenes Gebiet und Erbtheil ist der Bezirk des Thuns und Handelns. Thätig wird er sich selten verirren; das höhere Denken, Schließen und Urtheilen jedoch ist nicht seine Sache GWBN11,140,6 MuR(614) unglaublich wie sehr die Wissenschaft retardirt worden ist, weil man immer nur von einzelnen praktischen Bedürfnissen ausging..Doch bleibt es immer ein reizender Anblick wie, durch alle Hindernisse, der M. seine impräscriptiblen Rechte verfolgt, und mit Gewalt zur möglichsten Übereinstimmung der Ideen und der Gegenstände losdringt GWBB13,65,1 Schiller 14.2.98 so muß er [Newton, um seine Theorie aufrechtzuerhalten] Sinne, sinnlichen Eindruck, M., Sprachgebrauch und alles verläugnen, wodurch sich jemand als Mensch, als Beobachter, als Denker bethätigt GWBN2,173,10 FlP 322 37,338,21 PhysiognFragm 251,30,24 Wj II 9 422,260,6 MuR(1201) N11,93,13u15 MathMißbr B24,109,3 August 17.1.14 uö(häufig) im Zshg begrifflich-philos Reflexion, auch im Kontrast zu ‘Vernunft’ od ‘Philosophie’ Der sogenannte Menschen-Verstand ruht auf der Sinnlichkeit; wie der reine Verstand auf sich selbst und seinen Gesetzen. Die Vernunft erhebt sich über ihn ohne sich von ihm loszureißen. Die Phantasie schwebt über der Sinnlichkeit und wird von ihr angezogen GWBB27,309,17 Maria Paulowna 31.12.16/2.1.17 K Beilage Alles Abstracte wird durch Anwendung dem M. genähert, und so gelangt der M. durch Handeln und Beobachten zur Abstraction.. ..Gewöhnliches Anschauen [iUz ‘reinem Anschauen’], richtige Ansicht der irdischen Dinge ist ein Erbtheil des allgemeinen M-es..Es äußert sich..im praktischen Sinn, im unmittelbaren Handeln GWB422,179,18 u 180,9 MuR(530u533) Man hat sich lange mit der Kritik der Vernunft beschäftigt; ich wünschte eine Kritik des M-es. Es wäre eine wahre Wohlthat für's Menschengeschlecht, wenn man dem Gemeinverstand bis zur Überzeugung nachweisen könnte, wie weit er reichen kann, und das ist gerade soviel, als er zum Erdenleben vollkommen bedarf GWB422,259,19 MuR(1199)1) [über Fichte] es konversirt sich..mit ihm sehr gut und da er uns verspricht den M. mit der Philosophie auszusöhnen, so können wir Andre nicht aufmerksam genug sein GWBB10,168,21 ChKalb 28.6.94 N11,41,4 ErfahrgWissensch Gespr(FfA II 12,300,8u14) Eckermann 4.2.29 N7,120,16 Jungius bes in Vbdg mit Attr wie ‘gesund, tüchtig, geradeblickend’, aber auch ‘ruhig, gemütlich, schlicht’ als natürlich-unverbildetes, instinktsicheres Urteilsvermögen, meist in Kennzeichnung einer ausgeglichenen, innerlich gefestigten u in sich ruhenden Persönlichkeit die behagliche Sicherheit des M-es..des einem gesunden Menschen angebornen Verstandes, der weder an den Gegenständen und ihrem Bezug, noch an dem eigenen Befugniß, sie zu erkennen..zweifelt GWBN11,19,11 GlücklEreign~36,439,7 BiogrEinzh ErsteBekanntsch mSchiller 1794 Var So erblickt der ruhige Sinn, der gesunde M. die Natur, und wenn er auch in ihre Tiefen nicht eindringt, so kann er sich doch niemals auf einen falschen Weg verlieren, und er kommt zum Besitz dessen was ihm zum verständigen Gebrauch nothwendig ist GWBN4,147,25 FlH VI [über einen Dresdner Schuster] Sein Eigenthum war ein tüchtiger M., der auf einem heiteren Gemüth ruhte und sich in der gleichmäßigen hergebrachten Thätigkeit gefiel..ich mußte ihn vor vielen andern in die Classe derjenigen rechnen, welche praktische Philosophen, bewußtlose Weltweisen genannt wurden GWB27,170,11 DuW 8 [über den Nürnberger Klempnermeister u Mundartdichter JKGrübel] Er steht wirklich in allen seinen Darstellungen und Äußerungen als ein unerreichbares Beispiel von Geradsinn, M., Scharfblick, Durchblick in seinem Kreise da GWB40,309,11 Üb:Grübel,Ged [über Lavater] Es ist unglaublich wie schwach er ist..der doch den schönsten schlichtesten M. hat, den ich ie gefunden habe GWBB2,174,19 Schönborn 8.6.[74] 412,52,9 Möser T13,96,17 v 21.6.31 35,240,2 TuJ 1805 im bildh Zshg [mBez auf LTiecks Novelle ‘Die Verlobung’] Ein..Dichter der besten Art fühlt sich humoristisch geneigt..jene leidigen Nebel zu zerstreuen, welche die sinniggeistigen Regionen Deutschlands zu obscuriren..sich anmaßen..er [hat uns] wieder einen klaren blauen Himmel des M-es und reiner Sitte zu eröffnen gewußt GWB412,84,12 Üb:Tieck,Verlobg Syn Geist Gemeinsinn Gemeinverstand Menschengeist Menschensinn Menschenwitz Vernunft Verstand Witz 1) vgl auch N13,445,16 u Gespr(FfA II 12,311,3) Nikolaus LohseN.L.
5288 Zeichen · 67 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mênschenverstand

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Mênschenverstand , des -es, plur. car. menschlicher Verstand, Verstand so wie ihn Menschen zu haben pflegen. Sie ble…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Menschenverstand

    Goethe-Wörterbuch

    Menschenverstand ‘Menschens-’ 42 1 ,516 (korr zu ‘Menschen-’); vereinzelt Getrennt- od Bindestrichschr der dem Menschen …

  3. modern
    Dialekt
    Menschenverstand

    Rheinisches Wb.

    Menschen-verstand (s. S.) Allg. m.: wie nhd.; den Hond hot M.; scherzh. den (Mensch) h. M.

  4. Sprichwörter
    Menschenverstand

    Wander (Sprichwörter)

    Menschenverstand 1. Der Menschenverstand hat nur eine kleine Hand. Er kann nicht alles fassen. 2. Ein Loth gesunder Mens…

  5. Spezial
    Menschenverstand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Men|schen|ver|stand m. (-[e]s) 1 (menschliches Denkvermögen) ciorvel m. , intelet uman m. 2 (Vernunft) rajun f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit menschenverstand

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Zerlegung von menschenverstand 4 Komponenten

(mens+chen)+(vers+tand)

menschenverstand setzt sich aus 4 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

menschenverstand‑ als Erstglied (1 von 1)