Mensch Kleinschr GWBN13,318,3
; einmal DatPl ‘Menschern’ GWB44,102,17
; Neutr ‘das M.’, zeitgenöss durchaus gängig, bei Goethe nicht nachzuweisen. - Mit etwa 6000 erfaßten Belegen eines der am höchsten belegten Lemmata des Goetheschen Wortschatzes. Große Vielfalt der inhaltlich-thematischen Bezüge bei oft geringer semantischer Trennschärfe. Biologisch-entwicklungsgeschichtlich sieht Goethe den Menschen als integralen Bestandteil der gesamten organischen Natur u betont insbes den Zshg von Mensch u Säugetier (Nachweis des Zwischenkieferknochens). In sozialer u kultureller Hinsicht treten ganz unterschiedliche Akzente u zT divergierende Bewertungen zutage. Dominiert in frühen Werken (‘Götz’, ‘Egmont’; ‘Prometheus’) der Typus des aktiv handelnden, gestaltenden, in freier Selbstbestimmung sich verwirklichenden ‘großen’ Individuums, so zeigen die Dichtungen der klassischen Periode (‘Iphigenie’, ‘Hermann u Dorothea’, ‘Lehrjahre’) ein bewußt überhöhtes, am Ideal humaner Gesinnung u Bildung orientiertes Menschenbild, das mit zunehmendem Alter von einer eher relativierenden, mal heiter-distanzierten, mal skeptischen od resignativen Haltung abgelöst wird. Immer wieder spiegelt sich in den Dichtungen die Umbruchsituation des Menschen an der Schwelle zur Moderne: als emotionale Revolte gegen erstarrte Standes- u Empfindungsschranken (‘Werther’), als prekäre Figuren- u Beziehungskonstellation in gleichsam experimenteller Versuchsanordnung (‘Wahlverwandtschaften’), als utopisch-alternativer Lebens- od Gesellschaftsentwurf (‘Wanderjahre’). Einschneidende hist Ereignisse u persönliche Erfahrungen (Französische Revolution, Campagne in Frankreich) befördern den Eindruck zunehmender geschichtlicher Willkür u Kontingenz, denen der Mensch als Individuum ausgesetzt ist, wie umgekehrt die Dichtung künftige hist Entwicklungen antizipiert (Homunculus). Auch wenn Goethe am ganzheitlichen Konzept einer harmonischen, im Gleichgewicht der sinnlichen u sittlichen Kräfte agierenden Persönlichkeit (s bes unter 2aα; entspr etwa auch Begriff u Gestalt der ‘Schönen Seele’) u an der Vorstellung des großen Einzelnen als Maßstab u Träger der Geschichte festhält, betont er doch zugl die Nicht-Erfaßbarkeit, die Inkommensurabilität des menschlichen Charakters, so schon in der Formel des frühen Lavater-Briefs „individuum est ineffabile”1) od in der speziellen Begriffsprägung ‘Dämon/dämonisch’ (sd). - Das Thema Mensch gehört - in vielfältiger Berührung mit der Anthropologie des 17. u 18. Jhs (Spinoza, Diderot, Winckelmann, Lessing, Herder, Lavater, Schiller)2) - zu den großen Konstanten des Goetheschen Werkes, verdichtet sich aber nur punktuell zu expliziten Aussagen, so gehäuft in den ‘Maximen u Reflexionen’, in den Betrachtungen ‘Über Naturwissenschaft im Allgemeinen’, auch in etlichen (späten) Gesprächen, namentlich mit Riemer u Eckermann. Die insgesamt komplexeste (poet) Reflexion auf die naturhaft gegebenen wie kulturell gewachsenen Bedingungen des Menschseins stellt wohl das ‘Faust’-Drama dar. 1
als Gattungswesen a
biol-entwicklungsgeschichtl b
im Hinblick auf gattungsspezifische Anlagen, Wesenseigenschaften c
in allgemein lebensweltlichen u geschichtl-kulturellen Zshgn d
in Relation zur ‘Natur’ e
in metaphysischen Zshgn 2
als Einzelwesen a
das menschliche Individuum b
für best Einzelpersönlichkeiten c
abblassend für: Person 3
unspezifisch-allg a
als Angehöriger der menschlichen Gattung b
pl iSv Personen, Volk, Leute, Masse c
ganz verblaßt iSv man, jemand das am höchsten entwickelte, mit Vernunft u Sprache begabte u durch kulturelle Leistungen vor allen anderen Geschöpfen sich auszeichnende Lebewesen 1
als Gattungswesen, in seiner unveräußerlichen Natur, Erscheinung od Bestimmung; überwiegend im kollektiven Sg: der Mensch als solcher a
biol-entwicklungsgeschichtl, die (integrierte u zugl exponierte) Stellung des Menschen im Ganzen der belebten Natur betreffend; auch unmittelbar ausgreifend in die kulturhist u geschichtsphilos Dimension (vgl auch unter 2aα) Die Kenntniß der organischen Naturen überhaupt..der Einblick, wie die allgemeinen Gesetze bei verschieden beschränkten Naturen wirksam sind; die Einsicht zuletzt, wie der
M. dergestalt gebaut sei, daß er so viele Eigenschaften und Naturen in sich vereinige und dadurch..als eine kleine Welt..existire, alles dieses kann nur dann..eingesehen werden, wenn wir, nicht..unsere Betrachtungen von oben herab anstellen und den M-en im Thiere suchen, sondern wenn wir von unten herauf anfangen und das einfachere Thier im zusammengesetzten M-en endlich wieder entdecken GWBN8,67,1u8u10 Vortr VglAnatomie 1 Dieß also hätten wir gewonnen, ungescheut behaupten zu dürfen: daß alle vollkommnern organischen Naturen, worunter wir Fische, Amphibien, Vögel, Säugethiere und an der Spitze der letzten den M-en sehen, alle nach Einem Urbilde geformt seien.. GWBN8,71,7 Vortr VglAnatomie 2 Soviel..können wir sagen, daß die aus einer kaum zu sondernden Verwandtschaft als Pflanzen und Thiere nach und nach hervortretenden Geschöpfe, nach zwei entgegengesetzten Seiten sich vervollkommnen, so daß die Pflanze sich zuletzt im Baum dauernd und starr, das Thier im M-en zur höchsten Beweglichkeit und Freiheit sich verherrlicht GWBN6,13,26 MorphH Absicht [
bes im Blick auf Schiller konzipiert] Rücken wir nun zu dem M-en herauf, so finden wir ihn zuletzt von den Fesseln der Thierheit beynahe entbunden, seine Glieder in einer zarten Sub- und Coordinazion, und mehr als die Glieder irgend eines andern Thieres dem Wollen unterworfen, und..auch zum geistigen Ausdruck geschickt. Ich thue hier nur einen Blick auf die Geberdensprache, die bey wohlerzogenen M-en unterdrückt wird, und die nach meiner Meynung den M-en so gut als die Wortsprache über das Thier erhebt. Um sich auf diesem Wege den Begrif eines schönen M-en auszubilden, müssen unzähliche Verhältnisse in Betrachtung genommen werden, und es ist freylich ein großer Weg zu machen bis der hohe Begrif von Freyheit der menschlichen Vollkommenheit, auch im Sinnlichen, die Krone aufsetzen kann GWBN(GOETHE14/15,144) Schönheit organNaturen [1794] N8,8,10 VglAnatomie 1 1795 N8,66,12 Vortr VglAnatomie 1 1796 N8,86,24 ebd 3 N8,266,19 VersGestaltTiere [1790] Gespr(He2,158) Riemer 23.11.06
uö speziell im Zshg mit der Entdeckung des Zwischenkieferknochens als Nachweis der typologischen Einheit von Mensch u Säugetieren Es wird..kein Zweifel übrig bleiben, daß diese Knochenabtheilung sich sowohl bei M-en als Thieren findet, ob wir gleich nur einen Theil der Gränzen dieses Knochens an unserm Geschlechte genau bestimmen können, da die übrigen verwachsen..sind GWBN8,101,2 ZwKnoch 1786 Die Anerkennung des Zwischenknochens auch bei'm M-en war deßhalb von so großer Bedeutung, weil zugleich die Consequenz des osteologischen Typus durch alle Gestalten hindurch zugestanden wurde.. GWBN8,167,4 SchädelgerüstWirbelkn 1824 Ich habe gefunden..was mir eine unsägliche Freude macht — das os intermaxillare am Menschen!..Nur bitt' ich dich, laß dich nichts merken, denn es muß geheim behandelt werden. Es soll dich auch recht herzlich freuen, denn es ist wie der Schlußstein zum M-en, fehlt nicht, ist auch da!..Ich habe mirs auch in Verbindung mit deinem Ganzen gedacht, wie schön es da wird GWBB6,258,12 Herder [27.3.84] [
mBez auf die Abhandlung über den Zwischenkieferknochen] Ich habe mich enthalten das Resultat, worauf schon Herder in seinen Ideen deutet, schon ietzo mercken zu lassen, daß man nämlich den Unterschied des M-en vom Thier in nichts einzelnem finden könne. Vielmehr ist der
M. aufs nächste mit den Thieren verwandt. Die Übereinstimmung des Ganzen macht ein iedes Geschöpf zu dem was es ist, und der
M. ist
M. sogut durch die Gestalt und Natur seiner obern Kinlade, als..des letzten Gliedes seiner kleinen Zehe Mensch GWBB6,389,18 u 390,1u3u4u6 Knebel [17.11.84] N8,91 ZwKnoch 1784/86 Titel N8,93,17 u 94,3 ebd N8,100,24u26 ebd N8,112,3 ZwKnoch 1819
uö in poet Fiktion für das künstlich erzeugte Retortenwesen Homunculus (‘Faust II’) [
Laboratorium; Wagner, am Herd:] Es wird ein
M. gemacht. [
Mephisto:] Ein
M.? Und welch verliebtes Paar|Habt ihr in's Rauchloch eingeschlossen? [
Wagner:] Behüte Gott! wie sonst das Zeugen Mode war|Erklären wir für eitel Possen.|Der zarte Punct aus dem das Leben sprang,|Die holde Kraft die aus dem Innern drang|..Die ist von ihrer Würde nun entsetzt GWB15
1,102 Faust II 6835u6836 [
Klassische Walpurgisnacht; Thales zu Homunculus, den der in einen Delphin verwandelte Proteus ins Meer tragen will:] Gib nach dem löblichen Verlangen|Von vorn die Schöpfung anzufangen!|Zu raschem Wirken sei bereit!| Da regst du dich nach ewigen Normen,|Durch tausend, abertausend Formen,|Und bis zum M-en hast du Zeit.. [
Proteus:] Komm geistig mit in feuchte Weite,|Da lebst du gleich in Läng' und Breite,|Beliebig regest du dich hier;|Nur strebe nicht nach höheren Orden,|Denn bist du erst ein
M. geworden,|Dann ist es völlig aus mit dir GWB15
1,169 Faust II 8326u8331 b
im Hinblick auf überindividuelle, gattungsspezifische Anlagen, Wesens- u Charaktereigenschaften, auch soziale Prägungen α
in allg Betrachtung des Menschen als körperliche od geistige Entität vom Meisterstücke der Natur, vom menschlichen Körper..habe ich nur einen allgemeinen Begriff..Meine Einbildungskraft stellt mir diesen herrlichen Bau nicht lebhaft vor..Nein! ich will nicht länger in dem stumpfen Zustande bleiben, ich will mir die Gestalt des M-en eindrücken wie die Gestalt der Trauben und Pfirschen GWB19,213,8 BrSchweiz I [
in Rom] Umgeben von antiken Statuen empfindet man sich in einem bewegten Naturleben, man wird die Mannichfaltigkeit der Menschengestaltung gewahr und durchaus auf den M-en in seinem reinsten Zustande zurückgeführt, wodurch denn der Beschauer selbst lebendig und rein menschlich wird GWB32,321,27 ItR Nichts ist, nichts ist geworden, alles ist stets im Werden, in dem ewigen Strom der Veränderung ist kein Stillstand. Der
M. ist mit jeder Minute ein anderer, doch sich selbst sonderbar gleich, beharrlich in der Veränderung; dies ist ein Vorzug des höhern Wesens.. GWBGespr(He2,67) HDüntzer nach SSchardt [1805/06] Der
M. ist ein einfaches Wesen. Und wie reich, mannigfaltig und unergründlich er auch sein mag, so ist doch der Kreis seiner Zustände bald durchlaufen GWBGespr(FfA II 12,575,28) Eckermann 1.5.25 Die Idealwelt.|Alle sind sie entwichen des Lebens Schatten, verschwunden|Sind mir die Menschen und klar stehet der
M. nur vor mir GWB5
1,289 XenNachl 139(555) 33,209,15 Camp 23,198,15 Lj VIII 5 47,169,12u15 Samml 6 N1,75,15u17 FlD 181 42
2,216,4 MuR(837)
uö(häufig) speziell auf Verstand, Vernunft u (Selbst-)Bewußtsein, auch auf das Sprachvermögen als dominante Eigenschaften des Menschseins abhebend [
der ‘Unbekannte’, Abgesandter der Turmgesellschaft:] Das Gewebe dieser Welt ist aus Nothwendigkeit und Zufall gebildet; die Vernunft des M-en stellt sich zwischen beide, und weiß sie zu beherrschen..und nur, indem sie fest und unerschütterlich steht, verdient der
M. ein Gott der Erde genannt zu werden GWB21,108,6u11 Lj I 17 Das Höchste, wozu der
M. gelangen kann, ist das Bewußtsein eigner Gesinnungen und Gedanken, das Erkennen seiner selbst, welches ihm die Einleitung gibt, auch fremde Gemüthsarten innig zu erkennen GWB41
1,52,19 Shakesp u kein Ende Kant hat uns aufmerksam gemacht, daß es eine Kritik der Vernunft gebe, daß dieses höchste Vermögen, was der
M. besitzt, Ursache habe, über sich selbst zu wachen GWB48,190,20 MuR(468) in Gefolg der Herderischen Preisschrift über den Ursprung der Sprache und in Gemäßheit der damaligen allgemeinen Denkweise [
war] die Vorstellung herrschend: das Menschengeschlecht habe sich nicht von Einem Paare aus dem hohen Orient herab über die ganze Erde verbreitet, sondern zu einer gewissen merkwürdig productiven Zeit des Erdballs sei..die Menschenart mehr oder weniger vollendet hervorgetreten. Ganz im innerlichsten Bezug auf seine Organe sowohl als seine Geistesfähigkeiten sei nun dem M-en die Sprache angeboren GWB32,183,4 ItR Moritz alsEtymolog Der Sprache liegt zwar die Verstandes- und Vernunft-Fähigkeit des M-en zum Grunde, aber sie setzt bei dem der sich ihrer bedient nicht eben reinen Verstand, ausgebildete Vernunft, redlichen Willen voraus GWBN11,97,17 MuR(1287) Gespr(He3
1,663) Kanzl Müller 8.3.24 42
2,258,2 MuR(1202) Gespr(FfA II 12,311,22) Eckermann 18.2.29
uö explizit als Gegenstand wiss Erforschung od künstlerischer Darstellung der erste Grad einer wahren Aufklärung ist, wenn der
M. über seinen Zustand nachzudenken, und ihn dabei wünschenswerth zu finden gewöhnt wird GWB40,268,17 Üb:Voß,Ged [G/Voß dJ] Die Medicin beschäftigt den ganzen M-en, weil sie sich mit dem ganzen M-en beschäftigt GWB27,237,6u7 DuW 9 Der
M. ist der höchste, ja der eigentliche Gegenstand bildender Kunst, um ihn zu verstehen..ist eine allgemeine Kenntniß der organischen Natur unerläßlich GWB47,12,20 PropylEinl [
mBez auf eine von Gf Zenobio angeregte Preisfrage, die menschliche Zivilisation betr] Man könnte verlangen [
:] Eine gedrängte, lichtvolle Darstellung des Bestehenden im M-en, mit Entwicklung der Phänomene der Cultur aus demselben GWBB15,197,14 Schiller 11.3.01 Das epische Gedicht stellt vorzüglich..den außer sich wirkenden M-en [
vor]..die Tragödie den nach innen geführten M-en GWB41
2,221,15u18 Epische u dramatDichtg B15,203,12 Schiller 25.3.01 48,203,19 MuR(1077) 49
2,58,15u17 Verein dtBildhauer
uö öfter (bes in der Frühzeit) emphatisch, die Komplexität, auch die Unbegreiflichkeit, Unergründlichkeit des menschlichen Wesens ausdrückend; meist im Ausruf Liebe Mama ich begreiffe die M-en nicht, ich muss mich noch so offt über sie wundern, und daran spür ich dass ich iung binn GWBB2,164,19 Sophie La Roche [Ende Mai 74 Korr DjG4,18] Liebe! Liebe! Bleiben Sie mir hold — Ich wollt ich könnt auf Ihrer Hand ruhen, in Ihrem Aug rasten. Groser Gott was ist das Herz des M-en! GWBB2,241,15 Gfin Stolberg [7.]3.[75] [
Beginn des ‘Werther’] Wie froh bin ich, daß ich weg bin! Bester Freund, was ist das Herz des M-en! Dich zu verlassen, den ich so liebe..und froh zu seyn!.. ..O was ist der
M., daß er über sich klagen darf! GWBAA3,3u16 Werth
1 I~Werth
2 Was ist der
M. dass du sein gedenckst und das Menschenkind dass du dich sein annimst [
nach Ps 8,5; ähnlich öfter] GWBT1,26,27 v 7.11.76 B2,289,12 Gfin Stolberg 14.9.75 B6,38,4 Lavater 9.8.82 B8,144,17 ChStein 20.1.[87]
uö β
in Beschreibung (anlagebedingter) typischer Verhaltens- u Denkweisen, Empfindungen u dgl Es liegt in jedem M-en und ist ihm von Natur gegeben, sich als Mittelpunct der Welt zu betrachten, weil doch alle Radien von seinem Bewußtsein ausgehen und dahin wieder zurückkehren GWBN11,87,12 MathMißbr Der
M. erfährt und genießt nichts, ohne sogleich productiv zu werden. Dies ist die innerste Eigenschaft der menschlichen Natur. Ja man kann ohne Übertreibung sagen, es sey die menschliche Natur selbst GWB47,323,14 ÜbDilettantism weitSchema in dem M-en ist eine bildende Natur, die gleich sich thätig beweis't, wann seine Existenz gesichert ist. Sobald er nichts zu sorgen und zu fürchten hat, greift der Halbgott, wirksam in seiner Ruhe, umher nach Stoff ihm seinen Geist einzuhauchen GWB37,148,25 Baukunst 1773 Der Aberglaube gehört zum Wesen des M-en und flüchtet sich, wenn man ihn..zu verdrängen denkt, in die wunderlichsten Ecken und Winkel, von wo er auf einmal..wieder hervortritt GWB42
2,174,4 MuR(500) Das schönste Glück des denkenden M-en ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren GWBN11,159,7 MuR(1207) N11,21,6u14 VersVermittlObjSubj 20,47,11 Wv I 4 22,125,20 Lj IV 19 29,28,6 DuW 16 B31,203,20 Nees 24.6.19
uö γ
mit unterschiedlichen Bewertungsaspekten: positiv, unter Hervorhebung der menschlichen Leistungs-, Schaffens-, Gestaltungskraft; auch im Rekurs auf die ganzheitlich-‘gesunde’ Verfassung des Menschen (vgl sub 2aα) [
aus Neapel, kurz vor der Überfahrt nach Sizilien] nun..locken mich die Sirenen jenseits des Meeres..Des M-en Sinn ist unbändig, ich besonders bedarf der Weite gar sehr GWB31,68,12 ItR Der
M. vermag gar manches durch zweckmäßigen Gebrauch einzelner Kräfte, er vermag das Außerordentliche durch Verbindung mehrerer Fähigkeiten; aber das Einzige, ganz Unerwartete leistet er nur, wenn sich die sämmtlichen Eigenschaften gleichmäßig in ihm vereinigen.. ..Wenn die gesunde Natur des M-en als ein Ganzes wirkt, wenn er sich in der Welt als in einem großen, schönen, würdigen und werthen Ganzen fühlt..dann würde das Weltall..als an sein Ziel gelangt aufjauchzen und den Gipfel des eigenen Werdens und Wesens bewundern GWB46,21,23 u 22,6 Winckelm Antikes Vielfach sind die Kräfte des M-en, o daß sich doch jede|Selbst beherrsche, sich selbst bilde zum herrlichsten aus! GWB5
1,312 Tab vot 59(911) Von der Gewalt, die alle Wesen bindet,|Befreit der
M. sich, der sich überwindet GWB16,178 Geheimnisse 192 [
Dichter zum Theaterdirektor:] Wer ruft das Einzelne zur allgemeinen Weihe,|Wo es in herrlichen Accorden schlägt?|Wer läßt den Sturm zu Leidenschaften wüthen?|Das Abendroth im ernsten Sinne glühn?|..Wer flicht die unbedeutend grünen Blätter|Zum Ehrenkranz Verdiensten jeder Art?|Wer sichert den Olymp, vereinet Götter?|Des M-en Kraft im Dichter offenbart GWB14,13 Faust I 157 2,286 Selbstgefühl 1 25
1,273,2 Wj III 14 29,146,23 DuW 19 B49,281,17 WHumboldt 17.3.32
uö öfter auch idealisierend, bes hinsichtlich des menschlichen Bildungs- u Erkenntnisstrebens sowie eines ethischen Anspruchs bzw sittlich-moralischer Integrität da ich, an der Stelle welche mir ein günstiges Geschick zuzutheilen beliebte, den Glauben nicht verlieren darf, daß der
M. einer Besserung, Ausbildung und Vollendung fähig sey und daß der größte Vorzug seiner Gattung darin bestehe, daß er sich zur Selbstbeherrschung erheben könne; so.. GWBB28,202,6 Hitzig 29.7.17 K Doch so viel Gutes reichlich auch Natur verliehn,|Des M-en Geist verbessert's immer und erhöht's;|Was alles nur genossen ward und was genutzt,|Zu größerm Nutzen steigert er's, zu höh'rem Zweck GWB13
1,175 ProlHalle 1811 Vs 89 der treffliche Pfarrer versetzte, würdig gesinnt..Ich weiß es, der
M. soll|Immer streben zum Bessern; und, wie wir sehen, er strebt auch|Immer dem Höheren nach, zum wenigsten sucht er das Neue GWB50,223 HermDor V 6 [
Mephisto zu Faust:] Ich gebe dir was noch kein Mensch gesehn. [
Faust:] Was willst du armer Teufel geben?|Ward eines M-en Geist, in seinem hohen Streben,|Von Deinesgleichen je gefaßt? GWB14,81 Faust I 1676 [
der Oheim:] Was wäre die Natur ohne M-en, was wäre der
M. ohne die Idee? muß sie ihm nicht immer..vorschweben, ohne daß er sie jemals erreicht? GWB47,335,23 Samml 6 Plp N4,102,28 FlH VI N5
2,12,18 Fl Plp 21,81,4 Lj I 14~51,171,3 ThS II 7 18,188,21 Unterhaltungen
uö negativ-krit, mit Betonung von Beschränktheit, Schwäche, Insuffizienz (bes iGz göttlichen u naturhaften Kräften), auch von Absonderlichkeit, Skurrilität Mir wird, je länger ich lebe, immer verdrießlicher, wenn ich den M-en sehe, der eigentlich auf seiner höchsten Stelle da ist, um der Natur zu gebieten..wenn ich sehe, wie er aus irgend einem vorgefaßten falschen Begriff gerade das Gegentheil thut von dem, was er will, und sich alsdann, weil die Anlage im Ganzen verdorben ist, im Einzelnen kümmerlich herum pfuschet GWB42
2,167,15 MuR(445) Wie sehr der
M. genöthigt ist, um sein einzelnes einseitiges, ohnmächtiges Wesen nur zu etwas zu machen, gegen Verhältnisse die ihm widersprechen die Augen zuzuschließen und sich mit der größten Energie zu sträuben, glaubt man seiner eignen Anschauung nicht, und doch liegt auch hievon der Grund in dem Tiefern, Bessern der menschlichen Natur.. GWBB13,60,22 Schiller 10.2.98 Was ist der
M.? der gepriesene Halbgott! Ermangeln ihm nicht da eben die Kräfte, wo er sie am nöthigsten braucht? GWBAA113,1 Werth
1 II~Werth
2 [
über Dschami] so gibt er historisch Rechenschaft von allen den Thorheiten, durch welche..der in seinem irdischen Wesen befangene
M. sich der Gottheit unmittelbar anzunähern und sich zuletzt mit ihr zu vereinigen gedenkt GWB7,66,18 DivNot O du beste! wer kann der Liebe vorschreiben? Dem einfachsten und dem grilligsten Dinge in der grillenhafften Zusammensetzung die man
M. nennt GWBB5,309,5 ChStein 12.4.[82] 42
2,215,18 MuR(836) N6,290,11 PhysiolPfl N8,67,16 Vortr VglAnatomie 1 B6,261,20 Jacobi 31.3.84
uö auch speziell auf das nur relative intellektuelle Vermögen, die begrenzte Einsichts- u Erkenntnisfähigkeit abzielend Der
M. ist niemals ganz Herr von sich selbst. Da er die Zukunft nicht weiß, da ihm sogar der nächste Augenblick verborgen ist; so hat er oft, wenn er etwas Ungemeines vornimmt, mit unwillkürlichen Empfindungen, Ahnungen, traumartigen Vorstellungen zu kämpfen GWB19,280,13 BrSchweiz II Sieh den M-en an in seiner Eingeschränktheit, wie Eindrükke auf ihn würken, Ideen sich bey ihm fest sezzen, bis endlich eine wachsende Leidenschafft ihn aller ruhigen Sinneskraft beraubt, und ihn zu Grunde richtet GWBAA55,26 Werth
1 I~Werth
2 In der Geschichte überhaupt, besonders aber der Philosophie, Wissenschaft, Religion, fällt es uns auf, daß die armen beschränkten M-en ihre dunkelsten subjectiven Gefühle, die Apprehensionen eingeengter Zustände in das Beschauen des Weltalls und dessen hoher Erscheinungen überzutragen nicht unwürdig finden GWBN5
1,392,12 Fl Nachtr Der
M. ist mit allen seinen Sinnen und Trachten aufs Äußere angewiesen, auf die Welt um ihn her..Von sich selbst weiß er bloß wenn er genießt oder leidet..Übrigens aber ist der
M. ein dunkeles Wesen, er weiß nicht woher er kommt, noch wohin er geht, er weiß wenig von der Welt und am wenigsten von sich selber. Ich kenne mich auch nicht und Gott soll mich auch davor behüten GWBGespr(FfA II 12,350,11u17) Eckermann 10.4.29 [
der Herr zu Mephisto, der freien Einfluß auf Faust beansprucht:] So lang er auf der Erde lebt,|So lange sei dir's nicht verboten.|Es irrt der
M. so lang er strebt GWB14,22 Faust I 317 N3,163,28 FlH III AA110,8 Werth
1 II~Werth
2 24,43,16 Wj I 3 14,67 Faust I 1347 N4,101,22 FlH VI
uö c
im allgemein lebensweltlichen Kontext u in geschichtl-kulturellen Zshgn; auch mit (skeptischem) Blick auf den Fortschritt im hist Prozeß Der
M. ist als wirklich in die Mitte einer wirklichen Welt gesetzt und mit solchen Organen begabt, daß er das Wirkliche und nebenbei das Mögliche erkennen und hervorbringen kann GWB42
2,143,19 MuR(266) Charakter, Individualität, Neigung, Richtung, Örtlichkeit, Umgebungen und Gewohnheiten bilden zusammen ein Ganzes, in welchem jeder
M., wie in einem Elemente, in einer Atmosphäre, schwimmt, worin es ihm allein bequem und behaglich ist GWB20,397,6 Wv II 17 Was ist denn auch der
M. an sich selbst und durch sich selbst? Wie er Augen und Ohren aufthut, kann er Gegenstand, Beyspiel, Überlieferung nicht vermeiden; daran bildet er sich..Aber grade auf der Höhe der Hauptpuncte langt das zersplitterte Wesen nicht aus, und das Unbehagen, die eigentliche Noth des praktischen M-en, tritt ein GWBB49,249,7u15 Zelter 23.2.32 Die Geschichte muß klar machen wie der
M. bald aufgeklärt bald verdüstert wird und leider sich im Düstern mehr gefällt als im Klaren.. GWBN5
2,374,18 Fl Plp wir sehen leider, daß von den ältesten Zeiten herauf die M-en so wenig in den Künsten als in ihren bürgerlichen, sittlichen und religiosen Einrichtungen natürliche Fortschritte gethan haben.. GWB47,55,15 Kunst uHandw 37,329,15u20 u 330,4 PhysiognFragm B44,260,9 Zelter 9.8.28 42
2,235,1 MuR(957) 47,65,7 ZTheorie bildKünste:Material 27,278,1 DuW 9
uö mBez auf persönlichen Lebensgang, Schicksal u dgl; in Berührung mit 2; auch im Bild Der
M. mag sich wenden wohin er will, er mag unternehmen was es auch sei, stets wird er auf jenen Weg wieder zurückkehren, den ihm die Natur einmal vorgezeichnet hat GWB26,204,11 DuW 4 Alles entsteht und vergeht nach Gesetz; doch über des M-en|Leben, dem köstlichen Schatz, herrschet ein schwankendes Loos GWB1,284 Euphrosyne 77 [
über den Begriff ‘Dämon’, die durchgreifend wirksame, unverwechselbare Individualität eines Menschen] Diese Bestimmung schrieb man dem [
bei der Geburt] einwirkenden Gestirn zu..Hiervon sollte nun auch das künftige Schicksal des M-en ausgehen, und man möchte..gar wohl gestehen, daß angeborne Kraft und Eigenheit mehr als alles Übrige des M-en Schicksal bestimme GWB41
1,216,13u15 Üb:Urworte Des M-en Verdüsterungen und Erleuchtungen machen sein Schicksal! Es täte uns Not, daß der Dämon uns täglich am Gängelbande führte..Aber der gute Geist verläßt uns und wir sind schlaff und tappen im Dunkeln GWBGespr(FfA II 12,651,1) Eckermann 11.3.28 Im Trauerspiel kann und soll das Schicksal, oder welches einerley ist, die entschiedne Natur des M-en, die ihn blind da oder dorthin führt, walten und herrschen, sie muß ihn niemals zu seinem Zweck, sondern immer von seinem Zweck abführen.. GWBB12,101,13 Schiller 26.4.97 8,301,7 Egm V 2,57 Gesang dGeister 34 15
1,344 Faust II Nachl Abkünd 6 Gespr(FfA II 12,141,31) Eckermann 18.1.25 22,178,23 Lj V 7
uö speziell abhebend auf die Tätigkeit, das gestaltende Wirken (als Grundbestimmung) Thätig zu sein, sagte er [
der Arzt], ist des M-en erste Bestimmung GWB22,349,13 Lj VI Die Selbstthätigkeit ist des M-en Seligkeit, die man nicht präoccupiren kann GWBB49,16,3 Boisserée 22.7.31 Der
M. ist nur That; und s [
eine] Theorie hinkt der That immer nach GWBDVjs44, 1970,482 Gedanken üb histKritik [G?/Riemer] [
der Herr zu Mephisto:] Des M-en Thätigkeit kann allzuleicht erschlaffen,|Er liebt sich bald die unbedingte Ruh;|Drum geb' ich gern ihm den Gesellen zu,|Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen GWB14,23 Faust I 340 16,125 HSachsPoetSdg 60 20,278,18 Wv II 7 AA10,22 Werth
1 I~Werth
2 uö d
in Relation zum großen Ganzen der ‘Natur’; auch im Anschluß an 1a Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen — unvermögend aus ihr herauszutreten, und unvermögend tiefer in sie hinein zu kommen.. ..Sie hüllt den M-en in Dumpfheit ein, und spornt ihn ewig zum Lichte. Sie macht ihn abhängig zur Erde, träg und schwer, und schüttelt ihn immer wieder auf GWBN11,7,27 Natur [Tobler?] der
M. gehört mit zur Natur, und er ist es, der die zartesten Bezüge der sämmtlichen elementaren Erscheinungen in sich aufzunehmen, zu regeln und zu modificiren weiß GWBB48,169,17 Zelter 31.3.31 ich möchte sagen, die Natur ist deswegen unergründlich weil sie nicht Ein
M. begreifen kann, obgleich die ganze Menschheit sie wohl begreifen könnte GWBB13,77,5 Schiller [21.]2.98 Ich habe in einer unserer früheren Unterhaltungen den M-en das erste Gespräch genannt, das die Natur mit Gott hält. Ich zweifle gar nicht, daß dies Gespräch auf andern Planeten viel höher, tiefer und verständiger gehalten werden kann.. GWBGespr(He2,777) Falk [25.1.13] Was kann der
M. im Leben mehr gewinnen,|Als daß sich Gott-Natur ihm offenbare?|Wie sie das Feste läßt zu Geist verrinnen,|Wie sie das Geisterzeugte fest bewahre GWB3,94 Im ernsten Beinhaus 31 46,29,5 Winckelm Schönh B20,90,16 u 91,4 Zelter 22.6.08 N13,429,22 Naturlehre N5
2,244,7u13 Fl Plp Gespr(FfA II 12,308,25) Eckermann 13.2.29
uö e
in metaphysischen Zshgn, namentlich in Beziehung zu Gott od göttlichen Instanzen (als Gegenüber, Spiegelbild, Widerpart) [
Wilhelm, auf der Sternwarte, zu sich selbst:] Was bin ich denn gegen das All?..Wie kann sich der
M. gegen das Unendliche stellen, als wenn er alle geistigen Kräfte die nach vielen Seiten hingezogen werden in seinem Innersten, Tiefsten versammelt.. GWB24,181,9 Wj I 10 Die Natur ist größer als der Begriff, und ist kleiner als die Idee, daher der
M. noch immer einen Gott hinter die Natur setzt, damit er etwas ihm Ähnliches habe GWBGespr(He2,686) Riemer 25.8.11 Die Handlungen des Universums zu messen, reichen seine [
des Menschen] Fähigkeiten nicht hin..Die Vernunft des M-en und die Vernunft der Gottheit sind zwei sehr verschiedene Dinge..Sobald wir dem M-en die Freiheit zugestehen, ist es um die Allwissenheit Gottes getan; denn sobald die Gottheit weiß, was ich tun werde, bin ich gezwungen zu handeln, wie sie es weiß GWBGespr(FfA II 12,163,9u11) Eckermann 25.12.25 Ich frage nicht..ob dieses höchste Wesen Verstand und Vernunft habe, sondern ich fühle: es ist der Verstand, es ist die Vernunft selber. Alle Geschöpfe sind davon durchdrungen und der
M. hat davon soviel, daß er Teile des Höchsten erkennen mag GWBGespr(FfA II 12,449,30) Eckermann 23.2.31 Halte dich nur im Stillen rein,|Und laß es um dich wettern;|Je mehr du fühlst ein
M. zu sein,|Desto ähnlicher bist du den Göttern GWB3,311 ZXen IV 1167 10,16 Iph
2 316~39,334,23 Iph
1 I 3 22,332,3 Lj VI 24,244,16 Wj II 1 47,173,6 Samml 6 B37,135,2 Zelter 24.7.23
uö im Kontext unterschiedlicher, antiker od jüdisch-alttestamentarischer (Schöpfungs-)Mythen [
Prometheus:] Hier sitz' ich, forme M-en|Nach meinem Bilde,|Ein Geschlecht, das mir gleich sei,|Zu leiden, zu weinen,|Zu genießen und zu freuen sich,|Und dein [
Zeus'] nicht zu achten,|Wie ich! GWB2,78 Prometh 51 [
Verzückung der Menschen angesichts der idealisierenden Wirkung von Kunstwerken] Von solchen Gefühlen wurden die ergriffen, die den Olympischen Jupiter [
Zeus von Olympia des Phidias] erblickten, wie wir aus den Beschreibungen, Nachrichten und Zeugnissen der Alten uns entwickeln können. Der Gott war zum M-en geworden, um den M-en zum Gott zu erheben. Man erblickte die höchste Würde, und ward für die höchste Schönheit begeistert GWB46,29,26u27 Winckelm Schönh [
Ich-Erzähler:] Eine alte Sage berichtet uns daß die Elohim einst unter einander gesprochen: Lasset uns den M-en machen, ein Bild das uns gleich sei, und der
M. sagt daher mit vollem Recht: lasset uns Götter machen, Bilder die uns gleich seien GWB47,171,22u23 Samml 6 [
Mythos von der Welterschaffung] so wurde der
M. hervorgebracht, der in allem der Gottheit ähnlich, ja gleich sein sollte, sich aber freilich dadurch abermals in dem Falle Lucifers befand, zugleich unbedingt und beschränkt zu sein.. ..Man sieht leicht, wie hier die Erlösung nicht allein von Ewigkeit her beschlossen, sondern als ewig nothwendig gedacht wird..Nichts ist in diesem Sinne natürlicher, als daß die Gottheit selbst die Gestalt des M-en annimmt, die sie sich zu einer Hülle schon vorbereitet hatte, und daß sie die Schicksale desselben auf kurze Zeit theilt.. GWB27,220,22 u 221,17 DuW 8 War der
M. göttlichen Ursprungs, so war es ja auch die Sprache selbst, und war der
M., in dem Umkreis der Natur betrachtet, ein natürliches Wesen, so war die Sprache gleichfalls natürlich GWB27,309,22 DuW 10 B5,108,19u21 Lavater [9.?4.81]
uö spezieller bezogen auf die Menschwerdung Gottes in Christus sowie auf die (christlich vorgestellte) Gottebenbildlichkeit des Menschen; auch ‘des M-en Sohn’ für Christus, in Anlehnung an dessen Selbstprädikation Christus ein Gott vom Himmel kam,|Ein
M. auf Erden wundersam;|Als Gott und
M., als
M. und Gott,|Anbetung ward ihm, Schand und Spott;|Zuletzt zu unserer Seligkeit|Ging er durch's Grab zur Herrlichkeit GWB53,25 Vs 2u3 Des M-en Sohn steigt im Triumphe|Hinab zum schwarzen Höllen-Sumpfe,|Und zeigt dort seine Herrlichkeit GWB37,6 HöllenfahrtChristi 51 Gott hat den M-en gemacht|Nach seinem Bilde;|Dann kam er selbst herab,|
M., lieb und milde GWB3,250 ZXen 308u311 Denn obgleich kein sterblicher
M. sich anmaßen dürfte Gott gleich, oder demselben auch nur ähnlich zu werden, so bewirkt doch schon eine unbegränzte Hingebung in seinen heiligen Willen die erste und sicherste Annäherung an das höchste Wesen GWB34
1,38,14 Rochusf Alles was wir Erfinden, Entdecken im höheren Sinne nennen..ist eine aus dem Innern am Aeußern sich entwickelnde Offenbarung, die den M-en seine Gottähnlichkeit vorahnen läßt GWBN11,128,12 MuR(562) 38,63 EwJude 239u250 37,160,1 BriefPastors [1773]
uö auch beherrscht von höheren Mächten, Dämonen u dgl; übergehend zu 2 Tragödie..den M-en darstellend, der unter dem Einfluß höherer Mächte leidet GWB13
2,200,14 ProlBln 1821 Schema Gespr(FfA II 12,323,2) Eckermann 24.3.29 2
als Einzelwesen a
das menschliche Individuum α
im Hinblick auf die spezifischen Gegebenheiten, Bedingungen des Menschseins, der menschlichen Existenz; auch ‘innerer M.’ für: emotionale Befindlichkeit, Gemütszustand [
frühe Begegnungen mit Herder] Er tadelte das Übermaß von Gefühl, das bei mir von Schritt zu Schritt mehr überfloß. Ich empfand als
M., als junger
M.; mir war alles lebendig, wahr, gegenwärtig GWB27,345,1 DuW 10 Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunkner Selbstvergessenheit. Mir geht es eben so..ich scheine mir ein ganz anderer
M. GWB31,52,21 ItR [
Wilhelm zu Jarno über Shakespeare:] Seine M-en scheinen natürliche M-en zu sein, und sie sind es doch nicht.. GWB21,310,19u20 Lj III 11~52,161,22u23 ThS V 10 [
Mephisto zum Herrn:] Von Sonn- und Welten weiß ich nichts zu sagen,|Ich sehe nur wie sich die M-en plagen.|Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,|Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.. ..Die M-en dauern mich in ihren Jammertagen,|Ich mag sogar die armen selbst nicht plagen GWB14,20u21 Faust I 280u297 [
Tasso zu Antonio:] Und wenn der
M. in seiner Qual verstummt,|Gab mir ein Gott, zu sagen wie ich leide GWB10,243 Tasso 3432~3,21 TrilogLeid Eleg Vorspr 24,280,14 Wj II 3 21,288,17 Lj III 8~52,145,19 ThS V 7 20,396,17u18 Wv II 17 23,216,24 Lj VIII 5 N6,99,9 BotanStudien [1831]
uö(häufig) öfter unter ganzheitlichem Aspekt: für eine in sich ruhende, im Einklang mit Natur u Welt stehende (u entspr leistungsfähige, kreativ wirkende) Persönlichkeit; auch mit entspr Attr wie ‘ganz, komplett, echt, schön’ sowie mit betontem Numerale: ‘Ein M.’; mehrf im Zshg mit Winckelmanns Antiken-Studien Natur! Natur! nichts so Natur als Shakespeares M-en..Er wetteiferte mit dem Prometheus, bildete ihm Zug vor Zug seine M-en nach, nur in Colossalischer Grösse.. GWB37,133,24u28 ShakespTag [
unter dem Eindruck von Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle] Ich kann euch nicht ausdrücken, wie sehr ich euch zu mir gewünscht habe, damit ihr nur einen Begriff hättet, was ein einziger und ganzer
M. machen und ausrichten kann; ohne die Sixtinische Capelle gesehen zu haben kann man sich keinen anschauenden Begriff machen, was Ein
M. vermag GWB32,61,12u14 ItR Waren jedoch die Alten..wahrhaft ganze M-en, so mußten sie, indem sie sich selbst und die Welt behaglich empfanden, die Verbindungen menschlicher Wesen in ihrem ganzen Umfange kennen lernen.. ..das letzte Product der sich immer steigernden Natur ist der schöne
M. ..genau genommen kann man sagen, es sei nur ein Augenblick, in welchem der schöne
M. schön sei GWB46,26,17 u 28,22 u 29,3 Winckelm Der Stil erhebt das Individuum zum höchsten Punct, den die Gattung zu erreichen fähig ist..Die Manier hingegen individualisirt..noch das Individuum. Der
M., der seinen Trieben und Neigungen unaufhaltsam nachhängt, entfernt sich immer mehr von der Einheit des Ganzen.. ..da alle Handlungen des M-en aus Einer Quelle kommen, so gleichen sie sich auch in allen ihren Ableitungen GWB45,311,3u10 Diderot,Malerei Wir..fuhren..Hubern auf seinem Landgute zu besuchen, den Mann, dem Geist, Imagination, Nachahmungsbegierde zu allen Gliedern heraus will, einen der wenigen ganzen M-en, die wir angetroffen haben GWB19,241,11 BrSchweiz II=B4,123,8 ChStein 3.11.79 41
2,66,4 Üb:Hermann,Tetralogie Griech 37,142,6 Von dtBaukunst 1773 19,205,11 BrSchweiz I B5,190,18 ChStein 13.9.81
uö β
prägnant od emphatisch zum Ausdruck eines elementar-menschlichen, dh unverstellten, natürlichen, auch kreatürlich-allzumenschlichen Empfindens od Verhaltens; überwiegend in der Fügung ‘M. sein’, auch zugl verallgemeinernd (im Anschluß an Bed 1) [
Clärchen über Egmont:] Es ist keine falsche Ader an ihm..Und wenn er zu mir kommt..wie er um mich besorgt ist so nur
M., nur Freund, nur Liebster GWB8,198,1 Egm I [
Martin:] Was ist nicht beschweerlich auf dieser Welt; und mir kommt nichts beschweerlicher vor, als nicht
M. seyn zu dürfen GWB39,12,9 Götz
1 I~8,14,9 Götz
2 I [
Osterspaziergang; Faust:] Ich höre schon des Dorfs Getümmel,|Hier ist des Volkes wahrer Himmel,|Zufrieden jauchzet Groß und Klein:|Hier bin ich
M., hier darf ich's sein! GWB14,50 Faust I 940 so fühl ich..in all deinem Wesen..den ewig gleichen Bruder,
M., Gott, Wurm und Narren GWBB(DjG
35,25,3) Herder [etwa 12.5.75] wenn wir uns dem Alterthum gegenüber stellen und es ernstlich in der Absicht anschauen, uns daran zu bilden, so gewinnen wir die Empfindung, als ob wir erst eigentlich zu M-en würden GWB42
2,190,22 MuR(660) 14,79 Faust I 1638 AA57,31 Werth
1 I~Werth
2 B8,94,15 ChStein 14./16.12.86 B3,111,10 Merck 16.9.76 5
1,218 Xen 96(787)
uö in mehr od minder festen Vbdgn u Wdgn mit situativ wechselnder Bed: ‘ein M. sein’ iSv verständnisvoll, mitfühlend, auch gnädig sein [
Gretchen, im Kerker:] Weh! Weh! Sie kommen. Bittrer Tod!.. [
zu Faust:] Bist du ein
M., so fühle meine Noth GWB14,230 Faust I 4425 11,256 Claud
2 1141
‘jd ist M.’, iUz Standesperson [
Breme:] Standespersonen müssen auch wissen daß sie und ihre Kinder M-en sind GWB18,11,17 Aufgeregten I 4
‘ich war kein M. mehr’: ich war außer mir vor Glück [
Begegnung mit Lotte beim Walzer-Tanz] Ich war kein
M. mehr. Das liebenswürdigste Geschöpf in den Armen zu haben GWBAA25,16 Werth I γ
in Vbdg mit dem Begriff des ‘Dämon’ (vgl dort Pkt 4) bzw ‘Dämonischen’ (Pkt 2) In diesem Sinne einer nothwendig aufgestellten Individualität hat man einem jeden M-en seinen Dämon zugeschrieben, der ihm gelegentlich in's Ohr raunt was denn eigentlich zu thun sei, und so wählte Sokrates den Giftbecher, weil ihm ziemte zu sterben.. ..Ερος, Liebe..hier verbinden sich der individuelle Dämon und die verführende Tyche mit einander; der
M. scheint nur sich zu gehorchen, sein eigenes Wollen walten zu lassen, seinem Triebe zu fröhnen, und doch sind es Zufälligkeiten die sich unterschieben GWB41
1,218,7 u 219,3 Üb:Urworte Obgleich jenes Dämonische sich in allem Körperlichen und Unkörperlichen manifestiren kann..so steht es vorzüglich mit dem M-en im wunderbarsten Zusammenhang und bildet eine der moralischen Weltordnung, wo nicht entgegengesetzte, doch sie durchkreuzende Macht..Am furchtbarsten aber erscheint dieses Dämonische, wenn es in irgend einem M-en überwiegend hervortritt GWB29,176,14u26 DuW 20 b
für best Einzelpersönlichkeiten, bes im Hinblick auf ihre individuellen Charaktereigenschaften, Wesensmerkmale; vielfach attribuiert: ‘guter, schlechter, geistreicher, friedlicher M.’ usw [
der Herr zu Mephisto:] Ein guter
M. in seinem dunklen Drange|Ist sich des rechten Weges wohl bewußt GWB14,22 Faust I 328 Ich bin..als ein beschauender
M. ein Stockrealiste..Dagegen bin ich bey jeder Art von Thätigkeit, ich darf beynah sagen vollkommen idealistisch GWBB18,79,11 Schiller [27. od 28.4.98?] K Betrachtet man die einzelne frühere Ausbildung der Zeiten, Gegenden, Ortschaften, so kommen uns aus der dunklen Vergangenheit überall tüchtige und vortreffliche Menschen, tapfere, schöne, gute in herrlicher Gestalt entgegen GWBN3,132,18 FlH III Außerordentliche M-en, wie Napoleon, treten aus der Moralität heraus. Sie wirken zuletzt wie physische Ursachen, wie Feuer und Wasser GWBGespr(He2,190) Riemer [Feb 07] [
Vicenza] ich..habe..das Olympische Theater und die Gebäude des Palladio gesehen...er ist ein recht innerlich und von innen heraus großer
M. gewesen GWB30,77,16 ItR~T1,214,1 v 19.9.86 29,143,17 DuW 19 28,75,28 DuW 11 36,231,10 BiogrEinzh SpätereZeit 26,7,13 DuW Vorw N3,250,5 FlH V
uö(häufig) vereinzelt als Anrede; in Briefen nur gegenüber Lavater [
Wilhelm zum Harfner:] Sonderbarer
M.! du kannst mir das Vertrauen in dich so wenig nehmen, als die Hoffnung, dich glücklich zu sehen GWB22,12,13 Lj IV 1 Lebe wohl lieber
M. und fahre fort mit uns zu leben GWBB4,318,18 Lavater 13.10.80 B5,123,22 Lavater 7.5.[81]
uö(selten) c
abblassend für: Person Den 20ten..ist Lavater hier, ich hab eine ganz neue Freude in der Erwartung des M-en GWBB2,168,21 Sophie La Roche 16.6.74 [
Wilhelm zu Philine, über den Harfner:] Wahrhaftig, dieser
M. beschämt uns alle! Haben Sie bemerkt, wie richtig der dramatische Ausdruck seiner Romanzen war? GWB52,67,21 ThS IV 13 27,87,3 DuW 7 AA54,2 Werth
1 I~Werth
2 uö öfter mit leicht distanziertem, auch kritischem od abschätzigem Unterton [
Sibylle:] Sie [
Claudine] ist übermüthig, daß ihr der
M. [
Pedro] nachläuft, wie ein Hündchen GWB38,128,1 Claud
1 [
Gretchen zu Faust:] Der
M., den du da bei dir hast [
Mephisto],|Ist mir in tiefer innrer Seele verhaßt;|Es hat mir in meinem Leben|So nichts einen Stich in's Herz gegeben,|Als des M-en widrig Gesicht.. ..wie ich mich sehne dich zu schauen,|Hab' ich vor dem M-en ein heimlich Grauen,|Und halt' ihn für einen Schelm dazu! GWB14,175 Faust I 3471u3475u3480~39,293 Urfaust 1163u1167u1172 [
Weislingen, zu sich:] Er [
Götz] ist gefangen und ich zittre vor ihm. Elender
M.! Dein Wort hat ihn zum Tode verurtheilt, und du bebst vor seiner Traumgestalt wie ein Missethäter! GWB8,159,8 Götz
2 V~39,173,2 Götz
1 V [
Friederike, von Goethe überrascht:] Garstiger
M., wie erschrecken Sie mich! GWB27,365,27 DuW 10 AA93,27 u 94,32 Werth
2 II AA40,28 Werth
2 I [Kerl GWBWerth
1] GWB21,83,11 Lj I 14=51,173,12 ThS II 7 11,70,26 Clav II DjG
34,309,26 RAnw [28.10.74]
uö auch (zugl) übergehend zur Bed ‘Mann’3) Ein einzig weiblich Geschöpf hab ich hier gefunden. Eine Fräulein von B.. Sie gleicht Ihnen liebe Lotte, wenn man Ihnen gleichen kann. Ey! werden Sie sagen: der
M. legt sich auf niedliche Komplimente! Ganz unwahr ist's nicht GWBAA78,4 Werth
1 II~Werth
2 [
Sophie, zu sich:] Du bist zu zärtlich, Herz; was ist denn dein Verbrechen?|Versprachst du treu zu seyn, und konntest du s [
sic] versprechen?|Dem M-en treu zu seyn, an dem kein gutes Haar,|Der unverständig, grob, falsch! GWBDjG
31,382 Mitsch
2 421 [
Dorn:] Eduard, ein feuriger junger Mensch..er kämpft zwischen Eitelkeit und Liebe GWB9,163,22 Wette 4 Ein junger
M., ich weiß nicht wie,|Starb einst an der Hypochondrie|Und ward denn auch begraben GWB5
2,279 Freuden des jgWerthers 2 [
Pylades zu Orest:] Die Götter brauchen gute M-en [manchen guten Mann GWB10,28 Iph
2 632] auf dieser Welt, und haben noch auf dich gezählt GWB39,345,19 Iph
1 II 1 17,142,15 GrCoph II 2 B21,103,2u23 Reinhard [vor 1.10.]09 [Manne
Var zu 103,23] GWB39,328,21 Iph
1 I 2 [Mannes GWB10,9 Iph
2 150]
uö 3
unspezifisch-allgemein a
als Angehöriger der menschlichen Gattung (in Berührung mit 1 u 2a) [
Erdbeben von Lissabon] Sechzigtausend M-en..gehen mit einander zu Grunde GWB26,42,5 DuW 1 Wie sehr ich wieder..Liebe zu der Classe von M-en gekriegt habe! die man die niedre nennt! die aber gewiss für Gott die höchste ist. Da sind doch alle Tugenden Beysammen.. GWBB3,191,8 ChStein 4.12.77 so bestärkte sich in mir das Gefühl der Gleichheit wo nicht aller M-en, doch aller menschlichen Zustände GWB26,239,6 DuW 4 [
Montan:] Die M-en wollt' ich meiden. Ihnen ist nicht zu helfen, und sie hindern uns, daß man sich selbst hilft GWB24,45,1 Wj I 3 26,213,11 DuW 4 33,49,19 Camp B34,289,25 WHumboldt 18.6.21
uö(häufig) b
im lebensweltlich-alltäglichen Zshg, meist pl iSv Personen, Leute, Volk [
aus Rom] Die letzten Tage in Neapel wurde ich immer mehr unter die M-en gezogen, es reut mich nicht denn ich habe interessante Personen kennen lernen GWBB8,229,11 ChStein 8./9.6.87 [
Clavigo:] Die Leute, immer die Leute.. [
Carlos:] wenn die M-en dich nicht bewundern, oder beneiden, bist du auch nicht glücklich GWB11,97,27 Clav IV [
Alphons, mBez auf Tasso:] Verzeih' ich ihm, wenn er den bunten Schwarm|Der M-en flieht, und lieber frei im Stillen|Mit seinem Geist sich unterhalten mag.. GWB10,115 Tasso 246 [
Wallfahrt zur Rochus-Kapelle] Drüben, am Ufer her, sieht man Schaaren ziehen..Den Berg aufwärts wimmelt's bunt von M-en GWB34
1,15,7 Rochusf 30,189,15 ItR 27.10.86 B6,17,25 Knebel 27.7.82 33,35,6 Camp B5,63,10 ChStein 26.2.81
uö ‘M-en auf M-en’ iSv Menschen über Menschen, Menschen zuhauf GWB32,114,14 ItR c
ganz verblaßt: ‘(irgend)ein M.’ iSv (irgend)jemand, ‘kein M.’ iSv niemand, ‘alle M-en’ iSv jedermann uä; auch ‘der M.’ für: man [
Albert:] Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein
M. so thörigt seyn kann, sich zu erschiessen; der blosse Gedanke erregt mir Widerwillen GWBAA52,25 Werth
1 I~Werth
2 bist du nur erst hundert Jahr berühmt,|So weiß kein
M. mehr was von dir zu sagen GWB3,235 ZXen I 104 Kein
M. will etwas werden,|Ein jeder will schon was sein GWB3,290 ZXen IV 869 Macht mir den Teufel nur nicht klein:|Ein Kerl, den alle M-en hassen,|Der muß was sein! GWB5
1,141 ZXenNachl IX 812 fühlt man..daß man nichts richtig beurtheilt, als was man selbst hervorbringen kann. Doch hierüber kommt der
M. nicht leicht in's Klare, und daraus entstehen gewisse falsche Bestrebungen GWB32,100,8 ItR B1,191,27 FOeser 13.2.69 23,242,14 Lj VIII 7 B3,144,18 Fahlmer 19.3.77 26,315,4 DuW 5
uö(häufig) einmal ‘der M.’ iSv der Einzelne Was den M-en auf irgend eine Weise aus der Menge hervorhebt, gereicht immer zu seinem Vortheil GWBB45,138,1 Zelter 26.1.29
→ Buchstaben- Christen- Erde- Fürst- Gehör- *Geschäfts- Gott- Halb- *Helden- Hengst- *Ideal- Lebe- Mit- Mode- Muster- Natur- Neben- Privat- Schwanz- Tage(s)- Tat- Ton- Über- Un- Verstandes- Wald- Welt- vermenschen vermenschlichen Gottmenschenkreis Urmenschenkraft Syn zu 1
Adamskind Erdenkind Erdensohn erdgeboren/Erdgeborene Menschengebilde Menschensohn Sterbliche zu ‘der M.’, ‘die M-en’ (generalisierend) Kind(Adams Kinder) Menschenart Menschenfamilie Menschengattung Menschengeschlecht Menschheit zu 1 und 2 Menschengeschöpf Menschenkind zu 2 Existenz Individuum Kerl zu 2a und b Geist zu 2b Genie Kopf zu 2b und c Menschengestalt Person Persönlichkeit zu 2c Geselle Mann zu 3b: ‘M-en’ Leute Menschenvolk zu 3c man 1) dazu ausführlich DKemper, ineffabile. Goethe u die Individualitätsproblematik der Moderne, 20042) vgl die Überblicksdarstellung im Artikel ‘Mensch’ (RHäfner) in: GHb34.2,691-696, ferner HJSchings (Hg), Der ganze Mensch. Anthropologie u Literatur im 18.Jh, 19943) vgl DWb6,2032-2033, Pkt 16; auch Sanders setzt eigenen Bedeutungspkt I.5; bei Goethe semantisch kaum eindeutig zu profilieren Nikolaus LohseN.L.