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Kerl

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Kerl

Bd. 5, Sp. 349
KerlPl überwiegend -s (-es GWB30,290 ItR Var), besonders in frühen Jahren (‘Werther’, ‘Götz’ ua, Br)1), aber auch noch vereinzelt in späteren Br (zB GWBB22,49,1) sowie mehrfach in späten Gespr-Belegen; Pl wiederholt apokopiert (zB GWB8,40,21 Götz2 I); vereinzelt mit anschließendem erweiterten Infinitiv (zB GWB38,135,3). Gut 250 Belege. Das “Kraftwort des Sturm und Drang” (WerthWb 254) findet vor allem in vorklassischer Zeit Verwendung zur Bezeichnung einer ganzheitlichen Wesensqualität im Sinne einer ursprünglichen, prononcierten Männlichkeit (Pkt 3). Die intensive Ausdrucksqualität des Wortes dient jedoch auch umgekehrt (u nuanciert über die Jugendzeit hinaus) zur emotional od ironisch bestimmten Abwertung einer Person, die diese wiederum in ihrer Ganzheit (u in ihrer Männlichkeit) trifft (Pkt 2c, etwa ein Drittel der Belege). Hinzu tritt neutraler, wertfreier Gebrauch, häufig bestimmt durch Zusatz charakterisierender Adj. Daß der Gebrauchsschwerpunkt nach 1790 bei vertraulichen Briefen u Gesprächen liegt, deutet darauf hin, daß das Wort von Goethe offenbar als nicht mehr der Literatur-, sondern der Umgangssprache zugehörig empfunden wurde.  1 iSv Mann, Mensch überhaupt   a in allgemeinen Bezügen; auch wertend mit Charakterisierungen wie ‘gut, brav, lieb, närrisch, dumm’; einmal in Verneinung mit erweitertem Infinitiv  die herrlichen Nußbäume .. Und die Erinnerung bis zu die guten K-s von Pfarrers [den ehrlichen Geistlichen Werth2], die sie .. pflanzten AA98,11 Werth1 II  Die Mathematiker sind närrische K-s, und sind so weit entfernt auch nur zu ahnden, worauf es ankommt, daß man ihnen ihren Dünkel nachsehen muß GWBB22,49,1 Zelter 28.2.11  [Bildbeschreibung] Ein Rentenier scheint von einem wunderlich gekleideten K. Mandate einzulösen GWB47,358,25 Üb:Frz satirKupferst [2. Vagabund:] er [Basko] ist bös auf mich .. [Crugantino:] Bild’ dir’s nit ein! Basko ist kein K. das nachzutragen GWB38,135,3 Claud1 GWB9,506 Geschw Var  [>Menschen GWB9,133,24] Gespr(Gr6,81) Arndt Juli 06 im Wortspiel  [über FGriepenkerl] Dein Griepen — mag ein recht guter K. seyn, aber ich weiß nicht mit ihm übereinzukommen GWBB40,140,7 Zelter 26.11.25   b in rein kreatürlicher Existenz (auch bezogen auf den Teufel): ‘der ganze K.’ in Selbstobjektivation, einmal zugleich metonym für den ganzen Körper  o wenn .. all die Wonne keinen Tropfen Seligkeit aus meinem Herzen herauf in das Gehirn pumpen kann, und der ganze K.2) vor Gottes Angesicht steht wie ein versiegter Brunn AA104,8 Werth1 II~Werth2  [Mephisto, von den glühenden Rosen der Engel getroffen:] Ist dieß das Liebeselement? | Der ganze Körper steht in Feuer, | .. Wie wird mir! — Hiobsartig, Beul’ an Beule | Der ganze K., dem’s vor sich selber graut GWB151,325 Faust II 11810   2 umgangssprachl-derb für Mann, die männliche Person (in positiver wie negativer Wertung)   a mit Hervorhebung (primär) körperlicher Fähigkeiten, kriegerischer Tugenden, Tapferkeit; auch iSv Krieger; mehrfach bewundernd; auch ‘K-s genug’; ‘schwerlötiger K.’ zugleich iSv Tölpel  [Götz:] Georg soll gleich in die Nachbarschaft, wo meine Söldner liegen, — derbe, wackre, tüchtige K-s GWB131,266,2 Götz3 III  [Buyck:] Brannten und sengten die wälschen Hunde nicht durch ganz Flandern? .. Ihre alten handfesten K-e [Kerl’ Var] hielten lange wider GWB8,177,12 Egm I  [Belagerung von Mainz; Ausfall der Franzosen auf Marienborn] lebhaftes Gefechte .. mancher braver K. büßte sein Leben ein GWBB10,62,16 Voigt [31.]5.93  [in Wilhelms Puppentheater] Endlich trat Saul auf in großer Verlegenheit über die Impertinenz, womit der schwerlöthige K. [Goliath] ihn .. ausgefordert hatte GWB51,9,15 ThS I 2 GWB8,40,22 Götz2 I  [elephantischer Ries GWB39,39,1 Götz1 I] GWB12,11,3 JeryBätely DjG31,325 Mitsch1 232   b mit Betonung geistiger, charakterlicher Fähigkeiten, Eigenschaften; auch im Selbstbezug; mehrfach in (leicht) ironischer Färbung; einmal halb bewundernd ‘vertrackter K.’  [Jarno zu Wilhelm:] Sie halten mich für einen gescheidten K., und Sie sollen mich auch noch für einen ehrlichen halten GWB23,210,6 Lj VIII 5  Noch gar einen braven K. [Mann Werth2] hab ich kennen lernen, den fürstlichen Amtmann AA10,1 Werth1 I  Wenn es möglich ist daß die Deutschen begreifen, daß man ein guter tüchtiger K. seyn kann, ohne gerade ein Philister und ein Matz zu seyn GWBB11,163,4 Schiller 17.8.96  Wie ich die Lieder [‘Neue Lieder’] machte, da war ich ein andrer K. als ich ietzt binn GWBB1,212,11 KSchönkopf 1.6.69  [Märten:] Ein vertrackter K. der Schnaps! Alles weiß er! GWB17,262,17 Bürggeneral 5 GWB39,5,24 Götz1 I GWB23,32,19 Lj VII 4 GWB11,103,4 Clav IV   c in abschätziger, herablassender, verächtlicher Wertung der Person; auch iVbdg mit negativ bewerteten Charaktereigenschaften; wiederholt als Schimpfwort, auch für einen sittenlosen, vulgären Mann; häufig pl für eine abschätzig beurteilte Gruppe von Menschen, das (gemeine) Volk, auch von Kritikern u Rezensenten  Die Geistlichen [in Weimar] sind alle verschobene K-s GWBB3,80,24 Herder 5.7.76 [Carlos zu Clavigo:] Pah! ruft einer [der Hofjunker] .. der Franzos [Beaumarchais] hätte mir kommen sollen .. ein K., der vielleicht nicht werth wäre dein Reitknecht zu sein GWB11,101,13 Clav IV  Eschenburg ist ein elender K. Seine [Shakespeare-]Uebersetzung .. verdient keine Nachsicht GWBB2,4,21 Herder [Sept 71 Korr DjG32,64,13]  Jezt arbeit ich einen Roman .. Und ein Drama fürs Aufführen damit die K-s sehn [Korr GWBB50,208] dass nur an mir liegt Regeln zu beobachten GWBB2,106,7 Kestner 15.9.[73]  es ist [Merck] ein Mensch ohne Treu und Glauben, der keinen Fetzen Herz im Leibe hat; ein K. von Leder, wie Göthe deswegen von ihm zu sagen pflegte Gespr(Gr1,317) Jacobi [5.2.75] GWBB3,140,2 Lavater 10.3.77 GWB18,71,25 Aufgeregten IV 8 AA48,15 Werth1 I  [Strohmänner AA48,14 Werth2] AA84,30 Werth1 II  [eine Art Menschen Werth2] GWB38,14,19 GöttHeld Wieland uö(häufig) aus Feindessicht bezogen auf Soldaten; auch pejor für höhergestellte, adlige Gegner; einmal allgemein abfällig über Adlige  [Jetter:] Unsre Miliz war doch noch ein lustig Volk .. diese K-e [Albas Soldaten] aber sind wie Maschinen, in denen ein Teufel sitzt GWB8,246,2 Egm IV  [Metzler:] Wie die Hasen bei’m Treibjagen zuckten die K-s über einander GWB8,141,15 Götz2 V [auf der Lahn] Goethe über die K-s in Schlößern Gespr(Gr1,272) Lavater 18.7.74 GWB8,8,1u10 Götz2 I GWB8,178,1 Egm I ‘kalte K-s’ für Pedanten GWB38,43,7 AnekdoteWerth in (leicht) ironischem Selbstbezug  [Haltefest:] Zwar nehmen ist recht gut, doch besser ist’s behalten; | Laß du den grauen K. nur walten | Und niemand nimmt dir etwas ab GWB151,258 Faust II 10343 GWB24,269,14 Wj II 3 GWB38,89,17 Erw Elm1   3 speziell für den seiner selbst gewissen, spontanen, großherzigen, mit sich u der Welt in Übereinstimmung befindlichen Mann, den Kraftmenschen primär iS des Sturm und Drang u in dessen Nachklang, den Mann der Tat, das autonome Individuum; auch für eine starke, mächtige, männliche (historische, künstlerische) Persönlichkeit; wiederholt ‘ganzer K.’, ‘rechter K.’, auch im (renommistischen) Selbstbezug  [Stadtkirche Weimar] in der Sacristey Luther in drey Perioden von Cranach, immer ganz Luther und ein ganzer Kerl. ganz Mönch, ganz Ritter und ganz Lehrer GWBB3,86,19 Herder 10.7.76  [Herkules:] Wir hatten die bravsten K-s unter uns. [Wieland:] Was nennt ihr brave K-s? [Herkules:] Einen der mittheilt was er hat. Und der reichste ist der bravste GWB38,33,21u24 GöttHeldWieland  [über Cornelias Hochzeit] Sie wissen was ich an meiner Schwester hatte — doch was thuts, ein rechter K. muß sich an alles gewöhnen GWBB2,110,15 Fahlmer 18.10.73  [Mephisto zu Faust:] Laß alles Sinnen sein, | .. ein K., der speculirt, | Ist wie ein Thier, auf dürrer Heide | Von einem bösen Geist im Kreis herum geführt, | Und rings umher liegt schöne grüne Weide GWB14,87 Faust I 1830  Ein K., den alle Menschen hassen, | Der muß was sein!3) GWB51,141 ZXenNachl IX 812 GWB11,103,16u27 Clav IV Gespr(FfA II 12,651,6u16) Eckerm 11.3.28 GWBB3,64,2 Klopstock 21.5.76 Gespr(He2,958) Boisserée 24.9./ 9.10.14 Gespr(FfA II 12,159,16) Eckerm 12.5.25 als erregte Anrede AA111,30 Werth1 II ‘tüchtig gesegneter K.’ für: sexuell potenter Mann GWB51,286 XenNachl 123(497)4)   4 für einen Burschen, jungen Mann; auch iSv Kamerad, Kumpan; mehrfach in erotischem Zshg für einen Verehrer, Liebhaber; einmal ‘närrischer K.’  in meinem Zirckel haben die K-s immer drollige Einfälle GWBB2,158,10 Langer 6.[3.?74] Korr DjG34,12  Wenn sie [die Frauen] zwey K-s [Verehrer Werth2] in gutem Vernehmen mit einander halten können, ist der Vortheil immer ihre AA47,16 Werth1 I  [Lieschen zu Gretchen:] Sie [Bärbelchen] füttert zwei, wenn sie nun ißt und trinkt. | .. So ist’s ihr endlich recht ergangen. | Wie lange hat sie an dem K. gehangen! GWB14,179 Faust I 3552~39,297 Urfaust 1243  [JMR]Lenz ist unter uns wie ein krankes Kind .. [FM]Klinger ist uns ein Splitter im Fleisch .. Ich hab’ über die beiden K-s nichts Treffenderes zu sagen GWBB3,111,20 Merck 16.9.76 GWB18,396 Aufgeregten I 6 Var  [>Bursche GWB18,17,21] GWB26,203,13 DuW 4 GWB38,36,13f GöttHeldWieland   5 Mann von niederem Stand, Knecht, Bediensteter, Abhängiger; auch für einen am Rande der Gesellschaft od außerhalb der ständischen Ordnung Stehenden, im Habitus Verdächtigen; mehrfach für Schausteller, Bettler od Räuber; wiederholt ‘geringer K.’, einmal ‘schlechter K.’ für: einfacher Mann  Ein K., der mit einem Maulesel neben uns hinab stieg, faßte sein Thier .. bei’m Schweife GWB19,268,14 BrSchweiz II  Schon die drey Tage die ich hier bin [in Venedig] hab ich einen geringen K. gesehen, der einem mehr oder wenig grosen Auditorio Geschichten erzählt5) GWBT1,249,28 v 30.9.86~ 30,112,21 ItR  [Schlachttag in Rom] Die Schweine werden .. zwischen Stangen eingesperrt; auf ein gegebenes Zeichen springen K-s hinein .. ergreifen sie .. und stoßen ihnen .. ein rundes Eisen in den Leib GWBB8,113,23 FStein 4.1.87  [Überfall auf eine Postkutsche bei Ilmenau] es sollen vier hagere K-s seyn, einer im rothen Rocke GWBB3,57,9 CarlAug [4.5.76] GWBB7,365,24 Knebel 4.6.80 GWB38,74,7 ErwElm1 GWB20,73,5 Wv I 6 GWBB1,137,17 Behrisch 10.[11.]67   6 in (herkömmlichen) Übertragungen   a für ein in die Augen stechendes, auffälliges, prächtiges Exemplar einer Gattung  Da ist Käs liebe Frau und gleich in den Keller mit ihm. Der K. ist wie ich, solang er die Sonne nicht spürt und ich Lili nicht sehe, so sind wir feste, tapfre K-s GWBB2,279,5u7 JROrville [Aug? 75]   b für das männliche Glied  hinten wo am Arsch die Hoden klunckern | .. da[s] rothe Stücklein aus der Scheide treibt | Und der ganze K. herlicher wird DjG35,195,6 HanswurstsHochz Plp   c von verschiedenen Tieren; in Selbstaussage GWB12,113,28u114,5u 12u19 Fischerin [Herder, Volkslieder]   GWBKohlen- GWB*Lumpen- GWBSackerments- GWBScheiß- *Schwerenots- GWBTeufels-Syn zu 1 und 2 GWBMann zu 1 GWBMensch zu 1a und 2 GWBGeselle zu 2a GWBMannsbild zu 2c und 3 GWBBengel zu 2c GWBGast GWBHerr zu 2 und 4 GWBBursche, Bursch zu 5 und 6b GWBKnecht 1) Gegen Göttlings Korrekturvorschlag für die Ausg.l.H. wünschte Goethe die Beibehaltung dieses ‘oberdt Anklangs’; vgl WA I 8,322. 2) einziger Beleg für ‘Kerl’ im ‘Werther’, der in der 2. Aufl nicht ersetzt od eliminiert wurde 3) ursprünglich bezogen auf Napoleon; vgl Goethes handschriftliche Fassung in: GOETHE 25(1963),367 4) Bezug auf JCFManso, Die Kunst zu lieben, 1794 5) vgl Komm GT12,596: “Einer der italienischen Volkserzähler, der filósofi, die über beliebige Themen improvisierten”; vgl auch WA I 1,299,56ff Bernd HamacherB.H.
11362 Zeichen · 147 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    kerlst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    kerl , st. M. (a) Vw.: s. zerl

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kerl

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    kerl , kerle s. karl.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kerlM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    kerl , M. nhd. Kerl, Mann, starker Mann, kräftiger Mann, tüchtiger Mann, Krieger, Anführer, Freier (M.) (1) nicht ritter…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kèrl

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Kèrl , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Kerlchen, ein sehr altes Wort, welches ehedem eine jede Person männl…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kerl

    Goethe-Wörterbuch

    Kerl Pl überwiegend -s (-es 30,290 ItR Var ), besonders in frühen Jahren (‘Werther’, ‘Götz’ ua, Br) 1) , aber auch noch …

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kerl

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kerl , Bruno , Metallurg und Technolog, geb. 24. März 1824 in Andreasberg im Harz, gest. 25. März 1905 in Großlichterfel…

  7. modern
    Dialekt
    Kerlm.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Kerl [khèrl fast allg.; khêrəl D. Si. ] m. Kerl, Bursche: ’s isch e guder K. E rechter K. ein tüchtiger Bursche. Du bisc…

  8. Sprichwörter
    Kerl

    Wander (Sprichwörter)

    Kerl 1. A dummer Karl eis ni gescheut. ( Kreis Militsch. ) Ein dummer Kerl ist nie gescheit. 2. Aus am tüchtigen Kerl ko…

  9. Spezial
    Kerl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kerl m. (-s,-e) 1 (Mann) cherle (-li) m. , ël (ëi) m. , porsona m. 2 compagn (-s) m. 3 (abwertend) farabut (-uc) m. , co…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kerl

80 Bildungen · 36 Erstglied · 42 Zweitglied · 2 Ableitungen

kerl‑ als Erstglied (30 von 36)

Kerlmensch

SHW

Kerl-mensch Band 3, Spalte 1263-1264

Kerlsin

SHW

Kerl-sin Band 3, Spalte 1263-1264

Kerl, Bruno

DWBQVZ

kerl·bruno

--- handbuch der gesammten thonwaarenindustrie. bearb. v. E. Cramer u. H. Hecht. Braunschweig 3 1907 . ---

kerlchen

DWB

kerl·chen

kerlchen , n. dem. zum vorigen, gesprächsweise ebenfalls viel gebraucht, zumal die derbheit von kerl darin gemildert ist und es doch von sei…

Kerleie

RhWB

ker·leie

Kerleie kərlę·i.ə Erk-Elmpt Sg. u. Pl. f.: Akelei, aquilegia.

kerlein

DWB

kerl·ein

kerlein , n. kleiner kerl: ihr seid ein kerlein gar kurios. Tieck 1, 101 . es ist aber ungebräuchlich, auch hat es Tieck bei seiner belesenh…

kē̆rleman

MNWB

kerl·eman

° kē̆rleman , m. , Mann niederen Standes, gemeiner Mann (RV V. 5357).

Kerlen

Wander

ker·len

Kerlen Sie kerlt. – Schles. Provinzialbl., 1868, 429. Sie hat schon viel, hat schon was weg gekerlt. – In der Gegend von Rudelsstadt von jun…

kerlese

MNWB

ker·lese

° hûskêr; -kêrelse (-kerlse , -kerlese) , n. ; -kêringe Hauskehricht, ausgefegter Schmutz, Haushaltsabfall (ostfäl.).

kerlich

DWB

kerl·ich

kerlich , n. kleines, klein gehauenes holz, gibt Adelung aus der Lausitz; im sächs. Erzgebirge spânkërlich gleich ' schleiszenholz ' ( Leipz…

kêrlîh

AWB

-kêrlîh vgl. un-, ungi-, unirkêrlîh.

kêrlĩk

MNWB

ker·lik

° kêrlĩk , adj. , = ° kêrich, s. d. (Veghe ? Wyng. 80).

kerlin

DWB

ker·lin

kerlin , oberdeutsche nebenform von kerl im 16. 17. jh., aber masc. wie dieses, nicht n.: ob dir darzwischen rft ein gast, villeicht so dür…

kerlinc

KöblerMhd

kerl·inc

kerlinc , st. M., sw. M. nhd. Untertan der Karle, Franke, Franzose, Bewohner des karolingischen Frankreich, Karolinger, Mann ÜG.: lat. Franc…

kerling

KöblerAn

kerl·ing

kerling , st. F. (ō) nhd. Weib, Stab, Binnenkiel, Fels Hw.: s. karl, kelling L.: Vr 307a

kerlinga

AWB

kerlinga Gl 3,206,31 s. Karlinga.

Kerlingære

Lexer

kerlin·gaere

Kerlingære stm. der werden Kerlingære voget Turn. B. 268. 528. Troj. 23949 ;

Kerlinge

Lexer

kerl·inge

Kerlinc , Kerlinge stswm. BMZ patron. zu Karl. zimber ein hûs, Kerlinc Msf. 27,1. pl. Kerlingen ib. 35 ; untertan der Karle, bewohner des ka…

Kerlingen

Lexer

kerl·ingen

Kerlingen stn. BMZ eigentl. dat. pl. v. Kerlinc ( auch Kerlinge dat. sing. s. unten ) als landsname: Frankreich Kchr. Parz. konic zû Karlung…

kerlingisch

Lexer

kerlin·gisch

kerlingisch adj. in Kerlingen gebräuchlich, französisch. mit einem rocke wol gesniten nâch kärlingischen siten Er. 1546.

Kerlingære

MWB

Kerlingære stM. ‘Franzose’ darnâch mit rotten wünniclîch / ûf disen turnei quam gezoget / der werden Kerlingære voget / reht als ein rîcher …

Kerlleute

Wander

kerl·leute

Kerlleute Habe stets besser Kerlleute als Weiber. – Graf, 191. In Bezug auf die grossen Vorrechte, welche im alten deutschen Recht, besonder…

Kerlmann

RhWB

kerl·mann

Kerl-mann karləmā m. Siegld ; kE:ləmę·n.χən n. Ahrw-Remag : Kosew. für kleines Bürschchen, in den ersten Hosen.

kerl als Zweitglied (30 von 42)

Mistkerl

RDWB1

Mistkerl m schimpf. см. RDWB1 Lump

Mordskerl

RDWB1

Mordskerl m сорви-голова, удалец великан, дядя Стёпа, гигант

Prachtkerl

RDWB1

Prachtkerl m молодец, умница, молодчина разг. , парнишка хоть куда идиом. , разг.

Amtskerl

DRW

amts·kerl

Amtskerl beeidigter Arbeiter bei einer Zunft Gutzeit,Livl. I 33 Faksimile

Arbeitskerl

DRW

arbeits·kerl

Arbeitskerl 'und noch gewöhnlich' 1614, 1638, 1696 Gutzeit,Livl. Nachtr. I 56

Aschkerl

DRW

asch·kerl

Aschkerl weitere Asch- Zusammensetzungen siehe Gutzeit,Livl. I 52 bei der Pottaschegewinnung beschäftigt 1638 Riga/Gutzeit,Livl. Nachtr. I 6…

bîtenkērl

MNWB

biten·kerl

bîtenkērl ein Boizenburger Bier; bîteschâpe (bît de) Spottname aus, für bischop (Reform.).

dalekerl

KöblerMnd

dale·kerl

dalekerl , M. nhd. Dalekarlier Hw.: s. Dalbūr E.: s. kērl? L.: MndHwb 1, 391 (Dalbūren)

ēselkērl

MNWB

esel·kerl

° ēselkērl , m. , Mensch, der im Rausch die Eselsnatur offenbart (eine der 4 Arten des Rausches). —

grumkērl

MNWB

grum·kerl

° grumkērl , grom- , m. , Arbeiter der Heringe verarbeitet (Schonen).

hōveskērl

MNWB

hove·s·kerl

° (hōveskērl [ e ] ), hāves-, m. , hofhöriger Bauer (Reval).

hāveskerl

KöblerMnd

hāveskerl , M. Vw.: s. hōveskērl

kuntenkerl

KöblerMnd

kunte·n·kerl

kuntenkerl , M. nhd. „Hurenkerl“, Hurensohn? E.: s. kunte, kē̆rl L.: MndHwb 2, 709 (kunte/kuntenkerl)

lumpenkerl

DWB

lumpen·kerl

lumpenkerl , m. homo ultimae sortis. Steinbach 1, 848 ; plur. lumpenkerle und lumpenkerls: gab er ihnen endlich klar zu verstehen, dasz er s…

Messerkerl

DRW

messer·kerl

Messerkerl, m. Gehilfe des städtischen ¹Messers (I) sol ... kein meßerkerl [sich unterstehen] mehr saltz oder korn in den saͤcken einzumeßen…

Mordskerl

Wander

mords·kerl

Mordskerl Er ist ein Mordskerl. – Frischbier 2 , 1957; Klix, 40. Volksthümliche Bewunderungsformel. Ein kräftiger, entschiedener, verwegener…

ōvenkērl

MNWB

oven·kerl

° ōvenkērl (aven-) , m. ( Pl. -s ): Arbeiter am Brennofen (Hans. Gbl. 1902, 246).

pērdekērl

MNWB

perde·kerl

° pērdekērl , m. : Betrunkener der sich roh, ungestüm verhält (Josep ed. Schütz 255, V. 7396).

Pferdekerl

Wander

pferd·e·kerl

Pferdekerl Doas is a schlechter Pfardekall, dar ne stahl'n koan. ( Schles. Riesengebirge. ) Man drückt damit die Fürsorge des Knechts oder K…

plö̂gekerl

MNWB

*° plö̂gekerl , m. : Landarbeiter, Bauer, ên junc p. ên schlichter bûrkompân (Lauremberg 40).

plȫgekerl

KöblerMnd

plȫgekerl , M. Vw.: s. plȫgekērl

Ableitungen von kerl (2 von 2)

kërle

Lexer

kërle s. kërvele.

urkerl

DWB

urkerl , m. (ur- C 4 a), kraftwort: ein u. von einem studenten Gotthelf 19, 53 ; einen u. aus der waldbergscholle Rosegger III 3, 137; von e…