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Kerl

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kerl

Bd. 4, Sp. 420
Kerl Rhfrk kęrl; sonst kEəl, –Eă-, –ēə-, –īə-, –īă- [Saarbg, Trier, Bitb, Prüm, Malm kErəl, Pl. -əln; Trier-Ld (Mos ö. Trier), Wittl, Bernk kErdəl, Pl. -əln; Siegld karlə, Pl. -ln; OAltk kal(ə), Pl. -lən; Aach-Eschw kęl; Eup, Selfk kElə, Pl. -lts; Wermelsk keil, Pl. -lts; Mörs kęrl, Pl. -lts]; der Pl. lautet im allg. (s. d. o. angegebenen Formen) gleich dem Sg., im Geb. der Schärfung mit dieser, doch steht Rip, Nfrk daneben -lts; Demin. -lχə(n), im SNfrk, NBerg kę·l.kə; Mörs -ltšə; Klevld -ltjə m.: 1.a. der K. im Verhältnis zur Frau. α. Freier, Schatz, Geliebter (Geliebte Mensch); dem Mädche senge K.; et M. hät enen netten (staatsen udgl.) K.; et kom met sengem K. Rip, Allg.; wat kregt et da fer e K. (Mannskerl)? Bitb, Allg.; wer sall meich dann bei die Spielleit fehre, wann eich naunder meine K. verlere! Simm (Rottm.); man hört diese Bezeichnung noch oft, ohne dass man die Empfindung hat, dass der Sprechende dem Begriffe den Nebensinn des Verächtlichen gäbe; immerhin klingt es vielen doch heute als derb, u. Jung (Bu, Bursch Rhfrk) ist doch heute das geläufige Wort für den Begriff, zumal K. im Verhältnis zum weibl. Geschlecht gebraucht wird, wenn Mädchen zu mannstoll sind; dat hor (hat) et met de K. es hat unerlaubten Verkehr mit ihnen Hunsr, Allg.; dat Fraumensch es de Kerls wie doll nogelofe, hät sech van dem K. lecke on bruche losse; jedder K. es ehr rech Rip, Allg. — β. Ehemann, bes. noch in der ersten Zeit der Ehe (Frau Mensch); minge K., dem singe K.; die Bemerkung von 1 αα gilt auch für 1 αβ; heute ist Mann das geläufige Wort. RA.: Kromm en schäl (scheel) en noch genn K., olt en stif en noch genn Wif Emmerich. K. un Wif un drei Schandarme, dat sin der fif (5) MülhRuhr-Styrum. — b. der K. als Allgemeinbegriff für Mann schlechthin. α. noch durchaus in neutralem oder anerkennendem Sinne, bes. von der physischen Kraft u. wenn lobende Beiwörter hinzugefügt sind; dat es ene ganze, echte, stramme, staatse, kräftige, düchtige, stämmige, kregele, fliessege, brave, gode, robuste, dötsche (deutscher) (usf. mit jeder guten Eigenschaft), auch ene lange, grusse, klene, decke (udgl.) K. ohne den Nebensinn des Verächtlichen Rip, Allg.; en goldiger K. guter Mensch Kobl-Rübenach; gern Demin. e prächtig Kerlche auch für einen Knaben; och, wat en lef (nett) K.che, aber e klen K.che für einen Erwachsenen schon mit schwach verächtlichem Nebensinn Allg.; dat es de beste K., de et git Rip, Allg.; dat as en K., den en de Welt gehert Trier, Allg.; dat es kene unewene K. Mosfrk, Allg.; dat es noch ene K.! vor dem man Achtung haben muss; do wore mer noch angere Kerls! wir hatten noch Kraft; dat es kene K. er hat keine Kraft, keinen Mut; en Allerwelts-, Haupt-, Perds-, Bärek. Allg.; he es wer (wieder) der K. wieder gesund; nau bön ek wir de K.! hergestellt, z. B. wenn ich nach schwerer Arbeit durch gutes Essen erfrischt bin Mörs, SNfrk, Rip; du wüərsch doch so vill K. sin, dat de dat kanns! Gummb, Rip, Nfrk. He es ene K. wie e Ries Saarbr, — ene Bär Allg., — en Hengscht Trier-Hermeskeil, — ene Bom sehr stark Rip, Allg., — en Eikbaum MülhRuhr, — en Ek (Eiche) Geilk, Allg., — Stohl on Iser Rip, Allg., — Berg stark Trier-OBillig, — de Büskes (FN) stark Geld-Straelen, — Queckselver so lebendig Allg., — e Pittermännche (Münze) nett, brauchbar, rührig Bitb; e Kerlche wie e Döppke ein hübscher Junge, — aus em Schächtelche Westerw, — gewichst (geleckt) Allg.; hei sieht üt wie en Kerltje in en possleje (porzellanen) Kas (Schrank) Rees. Mih Mul wie K. von einem grossmäuligen kleinen Menschen Dür. — En Kerlchen nicht nur ein netter, munterer Bursche, Mann, kleiner Kerl, sondern auch Kosen. für Knabe, Kind Allg. — Auch widerwillig anerkennend; ene ostege (zu Aas) K. schlau, durchtrieben Rip, Allg.; enne geschliəpe K. (geschliffen) klug u. gerissen Kemp; de K. es net klen te kriege er lässt sich nicht unterkriegen, bändigen MGladb, Allg.; dat Fraumensch es ene halve K.; en Wif wie ne K. Rip, Allg. — In Vergl. wird gern die gute Eigenschaft ironisch gemeint; dat es en gescheiten K., wenn et de Lüt mär wössten Elbf; he es ene K. wie en Bom on en B. wie en Wolbernstruk (Waldbeerenstrauch) Barm, — ene David ist bei der Hand, wenn es gilt Heinsb-Dremmen, Trier-Schleidw, — wie D., nur net su stark Kobl-Neuend, — zinter Klos (Nikolaus) MGladb-Odenk, — os Mattes (Matthias), frett Röbe on dritt (scheisst) Kappes (Kohl) MGladb, — ne jungen Hungk (Hund) Köln-Stadt, — e Säckelche Flüh sehr lebhaft Köln, — en Mösch (Spatz) munter Eup, — en Merl (Amsel), ävver e flöt wie en Mösch (Spatz) Rip, Eup, SNfrk, — en Merl, scheisst Kuppe (Haufen) wie e Buchfönk Trier-Stdt, — en Pond Wuərsch Rip, Allg., (ävvel net grad esu got Monsch-Strauch), — en Broətwursch minderwertig Kemp-Waldniel, — e Sester Äschen Bitb-NWeis; du bes e Kerlche wie unsem Hervegott si Perdche d. h. ein Esel Köln-Stdt; dau bas en K. van der Erd, wennste af em Easel setz (einfältig) May-Trimbs, Dür, Kemp; dau büs en K., wu Verstand dri gehöart MülhRuhr; ja, ja, ich wäss (weiss), du bisch e K., so wächsscht (wächst) noch kener im Siddich, un do is es gewiss feicht (feucht) Kreuzn-Langenlonsh. Dau bescht en dichtige K. am Brut Merz-Saarhölzb. — β. in durchaus verächtlichem Sinne; ene schlechte, wöste (wüster), rauhe, fule, laffe, läpsche, magere, botte, fiese, dreckige gemeine, verloge, ongehubbelte (udgl. mit allen schlechten Eigenschaften) K. Rip, Allg.; du bes ene Wöhles (Wühler) van em K., en Veh (Biest, Stier, Ferken, Sau) van em K., en Arschloch van em K. Feigling, — ene Klotz van em K. plump Rip, Verbr., — en Ert (Erbse) van de K. zu klein Geld; ene Sau-, Scheiss-, Dreckskerl Allg.; ene K. wie ne Wannläpper gemein Schleid, — en Speckruss grob Wippf, — e Stöck Veh (e Biest) roh Rip, Allg., — e well Der (Tier) Trier, — e Steck Holz Mosfrk, Allg., — e Klotz Rip, Allg., — ne hölte Herrgott steif Elbf, Allg., — ne Bunnegert MGladb, — e Stöck Poschweck (Osterweck) Aach, — en Seidreck (Saukot) Simm, — en Höfche Pupp (Kot) unbrauchbar Schleid, — en Fus (Faust) klein Rip, Allg., — Öllichshöt (Zwiebelkopf) Dür, — gar kene, necks schwächlich, unbrauchbar Kobl-Bend; dat es en K. ohne Kopp on Arsch charakterlos Wippf; dat üs de schlechste K., den et ouner (unter) Goddes Sunn gif MülhRuhr, Allg.; et Stroh es so lang as en K. Emmerich; ene alde K. stets verächtl. (sonst ene alde Mann) Allg.; ne olde Frau un ne olle Kuh sind ümmer noch wat wert, ower en ollen K. un en olt Perd sind nicks mehr wert Ess; ene verschliəte (verschlissener) K. Heinsb, Allg.; ene hergelofene K. missachteter Fremder Rip, Allg. — Bei allen verwerflichen Handlungen, von erwachsenen Burschen u. Männern vollführt, heisst das Subj. Kerl(s) (im andern Falle Jungen (Buə, Burschen Rhfrk), Männer, Mannsleute, auch wohl schon derber Mannskerle), z. B. de Kerls han sech op der Kirmes zerklopp; all die Kerls, die su herömsuffe, duge net; die versoffe Kerls han der widder en Spektakel gemach; sech met de Kerls afgevve (usf.) Rip, Allg.; ebenso als Obj., z. B. den K. kann ech net verknausen nicht ausstehen Allg. RA.: En Borsch is en Hammel un en K. en Seidreck (Saukot) Simm-Laub. So e K. hert mit Scheissdreck dot geschoss! Saarbr. Kerls em Hus is Las em H. Kref-Anr. Kender on besopene (besoffene) Kerls sägge de Wohrheit (u. a. RA.) Duisb. Wie dat Perd, so de K., wie de K., so dat Perd Rees-Rennenkamp. Wie de K., so et Gescherr Mörs-Hombg. Am Arsch, war (was) er K.! abschläg. Antwort. Birkf-Idar. Wat hät der K. en Nas! Neckruf hinter dem Fastnachtsnarren Dür-Hastenr. K., wat en Watz! Spottruf gegenüber einem Hochnäsigen Altk. — Jeder unbekannte, nicht gerade zu nobel gekleidete oder durch sein Auftreten Achtung erzwingende Fremde ist en K.; wat sen dat für Kerls, die en et Dörp kunn sen; wat es der neue Lihrer für ene K.; do es mer ene K. begent (begegnet); van den Kerlen (den Fliegern) es ener veronglöck; natürlich ist jeder Fremde, dem man nichts Gutes zutraut (im allg. misstraut man jedem Fremden) ene K., z. B. em bösch log ene K., drif sech ene K. heröm; dem K. möch ech net em Düstere begene (begegnen); en de Gent (Gegend) hale sech Kerls op; Stromer, Korbflicker, Kesselläpper u. alles wandernde Volk sind Kerls, u. die Kinder schreckt man mit: pass op, dat dich der K. net hollt, u. die Kinder flüchten unter dem Rufe: ene K., ene K.! vor jmd., den sie für einen Wegelagerer halten; deshalb erfand man auch Schreckgespensternamen, wie der schwarze K. (Teufel), — der büse K. küt! Rip, Verbr.; do im Bösch es der gecke K., der kriet dek! Gummb-Berghsn; do küt en K., der haspelt Därm, der schneck (schneidet) dir de Uhren af Sieg; der vom Albdruck Geplagte sütt Kerlcher Neuss-Dormag. — Er hät der K. hat Abneigung gegen das Arbeiten, ist schwer bezecht Neuw (kurköln.), Sieg, MülhRh, OBerg, Rheinb, Bo; A.: Ech han der K. bin träge; B.: Ech han se alle drei (de K., der Möpp, der Mänes) Bo-Stdt; sich ze K. lofe mit vielem Getue Wege machen Eusk-Zülp. — 2. übertr. a. persönl. α. ein Mädchen, durch Wuchs u. Schönheit sich auszeichnend; dat Mädchen es ene staatse K.; du bes menge lefste, nettste K. Rip, Allg. — β. jedes stattliche Tier, über seine Art hervorragend; do häste äver en gehürege K. (van em Has) geschosse; e schüne K. (Fisch) es ons fortgeschwomme Rip, Allg.; K.ən wie Zoppeschesseln esu gruss (Krebse) Trier; sich (sieh) ens den Stier, dat es der ene K.! Rip, Allg. — γ. Kerlche Kosen. für einen Hund; komm, K. Dür-Geich. — b. sachl. α. Vogelscheuche auf dem Felde; enen K. op et Feld (en de Wess Weizen) setze (stelle); Strohpuppe als Schandkerl, etwa dem Burschen an dem Tage in den Hofbaum gesetzt, an dem seine frühere Braut einen andern heiratet Rip, Allg. — β. Gebildweck in Menschengestalt, zu Nikolaus u. Weihnachten (s. auch Klaskerl) Sieg-Scheiderhöhe. — γ. Kerltjes an den Spitzen der Dachsparren angebrachte Brettchen, in ihrem Zuschnitt u. ihrer Zusammenstellung Kerlchen gleichend, die zur Aufnahme der Bretter für die Schieferbekleidung des Dachfirstes dienen Geld, Mörs, Klev, Rees. — δ. schwarze Schmutzklumpen in der Nase, Nasenpopel; he het Kerls en der Nasen Gummb, Lennep, Mettm. — ε. grosser Menschenkothaufen; wer mag den K. dohingesatz han! Rip, Allg. — ζ. jede ihre Art an Dicke übersteigende Frucht; do (unter den Kartoffeln) sen der Kerls dronner; wat en K. van em Appel! Rip, Allg. — η. ein kurzes, etwa faustdickes Stück Holz Bernk-Rhaunen; derbe Schnitte Brot MüEif. — θ. Kern Bergh-Kirchherten. — ι. K. spiələ ein Spiel mit Spielsteinen Kref.
10545 Zeichen · 259 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    kerlst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    kerl , st. M. (a) Vw.: s. zerl

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kerl

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    kerl , kerle s. karl.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kerlM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    kerl , M. nhd. Kerl, Mann, starker Mann, kräftiger Mann, tüchtiger Mann, Krieger, Anführer, Freier (M.) (1) nicht ritter…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kèrl

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Kèrl , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Kerlchen, ein sehr altes Wort, welches ehedem eine jede Person männl…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kerl

    Goethe-Wörterbuch

    Kerl Pl überwiegend -s (-es 30,290 ItR Var ), besonders in frühen Jahren (‘Werther’, ‘Götz’ ua, Br) 1) , aber auch noch …

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kerl

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kerl , Bruno , Metallurg und Technolog, geb. 24. März 1824 in Andreasberg im Harz, gest. 25. März 1905 in Großlichterfel…

  7. modern
    Dialekt
    Kerlm.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Kerl [khèrl fast allg.; khêrəl D. Si. ] m. Kerl, Bursche: ’s isch e guder K. E rechter K. ein tüchtiger Bursche. Du bisc…

  8. Sprichwörter
    Kerl

    Wander (Sprichwörter)

    Kerl 1. A dummer Karl eis ni gescheut. ( Kreis Militsch. ) Ein dummer Kerl ist nie gescheit. 2. Aus am tüchtigen Kerl ko…

  9. Spezial
    Kerl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kerl m. (-s,-e) 1 (Mann) cherle (-li) m. , ël (ëi) m. , porsona m. 2 compagn (-s) m. 3 (abwertend) farabut (-uc) m. , co…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kerl

80 Bildungen · 36 Erstglied · 42 Zweitglied · 2 Ableitungen

kerl‑ als Erstglied (30 von 36)

Kerlmensch

SHW

Kerl-mensch Band 3, Spalte 1263-1264

Kerlsin

SHW

Kerl-sin Band 3, Spalte 1263-1264

Kerl, Bruno

DWBQVZ

kerl·bruno

--- handbuch der gesammten thonwaarenindustrie. bearb. v. E. Cramer u. H. Hecht. Braunschweig 3 1907 . ---

kerlchen

DWB

kerl·chen

kerlchen , n. dem. zum vorigen, gesprächsweise ebenfalls viel gebraucht, zumal die derbheit von kerl darin gemildert ist und es doch von sei…

Kerleie

RhWB

ker·leie

Kerleie kərlę·i.ə Erk-Elmpt Sg. u. Pl. f.: Akelei, aquilegia.

kerlein

DWB

kerl·ein

kerlein , n. kleiner kerl: ihr seid ein kerlein gar kurios. Tieck 1, 101 . es ist aber ungebräuchlich, auch hat es Tieck bei seiner belesenh…

kē̆rleman

MNWB

kerl·eman

° kē̆rleman , m. , Mann niederen Standes, gemeiner Mann (RV V. 5357).

Kerlen

Wander

ker·len

Kerlen Sie kerlt. – Schles. Provinzialbl., 1868, 429. Sie hat schon viel, hat schon was weg gekerlt. – In der Gegend von Rudelsstadt von jun…

kerlese

MNWB

ker·lese

° hûskêr; -kêrelse (-kerlse , -kerlese) , n. ; -kêringe Hauskehricht, ausgefegter Schmutz, Haushaltsabfall (ostfäl.).

kerlich

DWB

kerl·ich

kerlich , n. kleines, klein gehauenes holz, gibt Adelung aus der Lausitz; im sächs. Erzgebirge spânkërlich gleich ' schleiszenholz ' ( Leipz…

kêrlîh

AWB

-kêrlîh vgl. un-, ungi-, unirkêrlîh.

kêrlĩk

MNWB

ker·lik

° kêrlĩk , adj. , = ° kêrich, s. d. (Veghe ? Wyng. 80).

kerlin

DWB

ker·lin

kerlin , oberdeutsche nebenform von kerl im 16. 17. jh., aber masc. wie dieses, nicht n.: ob dir darzwischen rft ein gast, villeicht so dür…

kerlinc

KöblerMhd

kerl·inc

kerlinc , st. M., sw. M. nhd. Untertan der Karle, Franke, Franzose, Bewohner des karolingischen Frankreich, Karolinger, Mann ÜG.: lat. Franc…

kerling

KöblerAn

kerl·ing

kerling , st. F. (ō) nhd. Weib, Stab, Binnenkiel, Fels Hw.: s. karl, kelling L.: Vr 307a

kerlinga

AWB

kerlinga Gl 3,206,31 s. Karlinga.

Kerlingære

Lexer

kerlin·gaere

Kerlingære stm. der werden Kerlingære voget Turn. B. 268. 528. Troj. 23949 ;

Kerlinge

Lexer

kerl·inge

Kerlinc , Kerlinge stswm. BMZ patron. zu Karl. zimber ein hûs, Kerlinc Msf. 27,1. pl. Kerlingen ib. 35 ; untertan der Karle, bewohner des ka…

Kerlingen

Lexer

kerl·ingen

Kerlingen stn. BMZ eigentl. dat. pl. v. Kerlinc ( auch Kerlinge dat. sing. s. unten ) als landsname: Frankreich Kchr. Parz. konic zû Karlung…

kerlingisch

Lexer

kerlin·gisch

kerlingisch adj. in Kerlingen gebräuchlich, französisch. mit einem rocke wol gesniten nâch kärlingischen siten Er. 1546.

Kerlingære

MWB

Kerlingære stM. ‘Franzose’ darnâch mit rotten wünniclîch / ûf disen turnei quam gezoget / der werden Kerlingære voget / reht als ein rîcher …

Kerlleute

Wander

kerl·leute

Kerlleute Habe stets besser Kerlleute als Weiber. – Graf, 191. In Bezug auf die grossen Vorrechte, welche im alten deutschen Recht, besonder…

Kerlmann

RhWB

kerl·mann

Kerl-mann karləmā m. Siegld ; kE:ləmę·n.χən n. Ahrw-Remag : Kosew. für kleines Bürschchen, in den ersten Hosen.

kerl als Zweitglied (30 von 42)

Mistkerl

RDWB1

Mistkerl m schimpf. см. RDWB1 Lump

Mordskerl

RDWB1

Mordskerl m сорви-голова, удалец великан, дядя Стёпа, гигант

Prachtkerl

RDWB1

Prachtkerl m молодец, умница, молодчина разг. , парнишка хоть куда идиом. , разг.

Amtskerl

DRW

amts·kerl

Amtskerl beeidigter Arbeiter bei einer Zunft Gutzeit,Livl. I 33 Faksimile

Arbeitskerl

DRW

arbeits·kerl

Arbeitskerl 'und noch gewöhnlich' 1614, 1638, 1696 Gutzeit,Livl. Nachtr. I 56

Aschkerl

DRW

asch·kerl

Aschkerl weitere Asch- Zusammensetzungen siehe Gutzeit,Livl. I 52 bei der Pottaschegewinnung beschäftigt 1638 Riga/Gutzeit,Livl. Nachtr. I 6…

bîtenkērl

MNWB

biten·kerl

bîtenkērl ein Boizenburger Bier; bîteschâpe (bît de) Spottname aus, für bischop (Reform.).

dalekerl

KöblerMnd

dale·kerl

dalekerl , M. nhd. Dalekarlier Hw.: s. Dalbūr E.: s. kērl? L.: MndHwb 1, 391 (Dalbūren)

ēselkērl

MNWB

esel·kerl

° ēselkērl , m. , Mensch, der im Rausch die Eselsnatur offenbart (eine der 4 Arten des Rausches). —

grumkērl

MNWB

grum·kerl

° grumkērl , grom- , m. , Arbeiter der Heringe verarbeitet (Schonen).

hōveskērl

MNWB

hove·s·kerl

° (hōveskērl [ e ] ), hāves-, m. , hofhöriger Bauer (Reval).

hāveskerl

KöblerMnd

hāveskerl , M. Vw.: s. hōveskērl

kuntenkerl

KöblerMnd

kunte·n·kerl

kuntenkerl , M. nhd. „Hurenkerl“, Hurensohn? E.: s. kunte, kē̆rl L.: MndHwb 2, 709 (kunte/kuntenkerl)

lumpenkerl

DWB

lumpen·kerl

lumpenkerl , m. homo ultimae sortis. Steinbach 1, 848 ; plur. lumpenkerle und lumpenkerls: gab er ihnen endlich klar zu verstehen, dasz er s…

Messerkerl

DRW

messer·kerl

Messerkerl, m. Gehilfe des städtischen ¹Messers (I) sol ... kein meßerkerl [sich unterstehen] mehr saltz oder korn in den saͤcken einzumeßen…

Mordskerl

Wander

mords·kerl

Mordskerl Er ist ein Mordskerl. – Frischbier 2 , 1957; Klix, 40. Volksthümliche Bewunderungsformel. Ein kräftiger, entschiedener, verwegener…

ōvenkērl

MNWB

oven·kerl

° ōvenkērl (aven-) , m. ( Pl. -s ): Arbeiter am Brennofen (Hans. Gbl. 1902, 246).

pērdekērl

MNWB

perde·kerl

° pērdekērl , m. : Betrunkener der sich roh, ungestüm verhält (Josep ed. Schütz 255, V. 7396).

Pferdekerl

Wander

pferd·e·kerl

Pferdekerl Doas is a schlechter Pfardekall, dar ne stahl'n koan. ( Schles. Riesengebirge. ) Man drückt damit die Fürsorge des Knechts oder K…

plö̂gekerl

MNWB

*° plö̂gekerl , m. : Landarbeiter, Bauer, ên junc p. ên schlichter bûrkompân (Lauremberg 40).

plȫgekerl

KöblerMnd

plȫgekerl , M. Vw.: s. plȫgekērl

Ableitungen von kerl (2 von 2)

kërle

Lexer

kërle s. kërvele.

urkerl

DWB

urkerl , m. (ur- C 4 a), kraftwort: ein u. von einem studenten Gotthelf 19, 53 ; einen u. aus der waldbergscholle Rosegger III 3, 137; von e…