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Gespenst

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Gespenst

Bd. 4, Sp. 106
GespenstKnapp 200 Belege, davon gut die Hälfte in vergleichenden u übertr Anwendungen (A1b u A2); vorwiegend dort weitere Entfaltung von (öfter assoziativ verschränkten) Aspekten u Merkmalen: des Unwirklichen, Ungreifbaren, Flüchtigen, des Täuschenden, des Überraschenden, Schockierenden, des Erschreckenden od Bedrohlichen, des Quälenden, des Leblosen usw. Auffällig der Gebrauch des Wortes im opt Bereich (B), mit dem G an den von Newton eingeführten physikal Begriff für das bei der Refraktion entstehende Bild, speziell das Farbspektrum anknüpft (neben häufigem ‘Spektrum’, auch ‘Farbenbild’ ua; s B1). Zugleich aber benutzt er es - im Rückgriff auf die alte, vorwissenschaftl Bed von lat spectrum, engl/frz spectre als körperlose, flüchtige (Geister-)Erscheinung - für das subjektiv-wahrnehmungsphysiol Phänomen des Scheinbildes od Nachbildes auf der Netzhaut (B2, s auch A2 bε). Wiederholt kommt es zu einem Changieren vom Fachterminus zur Trugbild-Vorstellung (Anlehnung an Bed A unter Pkt B1), wobei G sich auch gezielt der Doppeldeutigkeit des Wortes bedient, um die Newtonsche Farbentheorie zu diskreditieren.  A übersinnl, übernatürl Wesen, geisterhafte Erscheinung   1 als ‘reale’ bzw für real gehaltene Geister-, Spukerscheinung, meist mit gestalthafter Vorstellung verbunden   a konkr auftretend od in seinen (vermeintl) Wirkungen aktuell wahrgenommen bzw in der Einbildungskraft imaginiert; nur gelegentl mit typischen Charakterisierungen (Schrecken verbreitend, Zauberkräfte entfaltend), aber öfter die Möglichkeit einer Sinnestäuschung einbeziehend  α im Rahmen volkstüml-abergläubischer Vorstellungen von spukenden Wesen, Totengeistern  [Marquise:] Die Menschen lieben die Dämmerung mehr als den hellen Tag, und eben in der Dämmerung erscheinen die G-er GWB17,154,22 GrCoph II 4  [Weisl:] Man sagt Hunde heulen und zittern auf Kreutzwegen, für G-ern, die dem Menschen unsichtbaar, vorbeyziehn. Sollen wir den Tieren höhere Sinnen zuschreiben? GWB39,68,18 Götz1 II  [vor dem Tor; Faust, den sich nähernden Pudel beobachtend:] Und irr’ ich nicht, so zieht ein Feuerstrudel | Auf seinen Pfaden hinterdrein .. Der Kreis wird eng, schon ist er nah! | [Wagner:] Du siehst! Ein Hund, und kein G. ist da. | .. [Faust:] Du hast wohl Recht; ich finde nicht die Spur | Von einem Geist, und alles ist Dressur. | .... [Studierzimmer; Faust, mit dem Pudel allein:] was muß ich sehen! | Kann das natürlich geschehen? | Ist es Schatten? ist’s Wirklichkeit? | Wie wird mein Pudel lang und breit! | Er hebt sich mit Gewalt, | Das ist nicht eines Hundes Gestalt! | Welch ein G. bracht’ ich in’s Haus! GWBFaust I 1163u1253  das klingende G. [ein geisterhafter Ton] schien ihr [der Sängerin Antonelli] einige Frist zu verstatten, ja sie hoffte sogar .. endlich völlig davon befreit zu sein GWB18,139,11 Unterhaltungen GWBFaust I 1410 GWB18,146,19 Unterhaltungen GWB31,18,4 ItR~GWBB8,125,11 Seidel [13.1.87] in theatral-pantomim Darstellung, als Bühnengestalt (wiederholt bei Shakespeare), Karnevalsfigur od im Rahmen eines scherzh Verkleidungsspiels; auch in schwebender, die Grenze zw Fiktion u Wirklichkeit, Rolle u ‘realer’ Phantasmagorie verwischender Bed  [‘Hamlet’-Premiere; Schwierigkeit mit der Rollenbesetzung des ‘Geistes’; plötzlich dessen seltsamer Auftritt] Wilhelm hatte nicht Zeit, sich nach dem G. umzusehen .. er hörte nur noch die letzten Worte des Horatio, der über die Erscheinung des Geistes ganz verwirrt sprach GWB22,199,6 Lj V 11  [nach ‘Hamlet’-Aufführung; Wilh im Einschlafen] Eben schwebte vor seiner erhitzten Phantasie das Bild des geharnischten Königs; er richtete sich auf, das G. anzureden, als er sich von zarten Armen umschlungen, seinen Mund mit lebhaften Küssen verschlossen .. fühlte GWB22,210,4 Lj V 12  Das Interesse, welches Shakespeare’s großen Geist belebt, liegt innerhalb der Welt: denn wenn auch Wahrsagung und Wahnsinn, Träume, Ahnungen, Wunderzeichen, Feen und Gnomen, G-er, Unholde und Zauberer ein magisches Element bilden, das zur rechten Zeit seine Dichtungen durchschwebt, so sind doch jene Truggestalten keineswegs Hauptingredienzien seiner Werke GWB411,57,23 Shakesp u kein Ende  [Röm Karneval] Die weiße Gestalt pflegt gewöhnlich andern in den Weg zu treten und vor ihnen zu hüpfen, und glaubt auf diese Weise ein G. vorzustellen GWB32,238,10 ItR GWB411,354,11 Üb:Calderon,Tochter dLuft GWB40,104,9 Üb dtTheater GWB23,22,17 Lj VII 3  β für (dichterisch-)mythol u allegor Gestalten, bes in der Gegenüberstellung von nordischer u griechischer Mythologie; mehrf, bes (mit abschätzig-iron Unterton) aus Mephistos Mund, für die Gestalten der Klass Walpurgisnacht (einmal iVbdg mit ‘klassisch’ iUz den ‘romantischen G-ern’ der Walpurgisnacht des 1. Teils)  [Homunc:] Jetzt eben, wie ich schnell bedacht, | Ist classische Walpurgisnacht; | .. [Meph:] Dergleichen hab’ ich nie vernommen. | [Homunc:] Wie wollt’ es auch zu euren Ohren kommen? | Romantische G-er kennt ihr nur allein, | Ein echt G. auch classisch hat’s zu sein GWBFaust II 6946f  [am oberen Peneios; Meph, von Lamien umschwebt, ‘sich schüttlend’:] Viel klüger.. bin ich nicht geworden; | Absurd ist’s hier, absurd im Norden, | G-er hier wie dort vertrackt, | Volk und Poeten abgeschmackt. | Ist eben hier eine Mummenschanz, | Wie überall ein Sinnentanz ebd 7793 ebd 7046 GWB152,210 Helena Plp 251 auch für die Erscheinung Helenas in der Rittersaal-Szene  [Poet, üb Helena u Paris:] Die Göttin scheint herabzusinken, | Sie neigt sich über, seinen Hauch zu trinken; | Beneidenswerth! - Ein Kuß! .. [Faust:] Furchtbare Gunst dem Knaben! - [Meph:] Ruhig! still! | Laß das G. doch machen was es will GWBFaust II 6515 in verächtl, polem Anrede Phorkyas-Mephistos für Helena u den Chor der gefangenen Trojanerinnen als dem Hades zugehörige Schattengestalten; erweitert (Vs 8932) für die Menschen als nur zeitweilig ans Leben ausgeborgte Existenzen  [Phorkyas:] Sie [Helena] stirbt einen edlen Tod; | Doch am hohen Balken drinnen .. zappelt ihr der Reihe nach. (Helena und Chor stehen erstaunt und erschreckt .. ) [Phorkyas:] G-er! - - - Gleich erstarrten Bildern steht ihr da, | Geschreckt vom Tag zu scheiden der euch nicht gehört. | Die Menschen, die G-er [Die menschlichen G-er Var] sämmtlich gleich wie ihr, | Entsagen auch nicht willig hehrem Sonnenschein; | Doch bittet oder rettet niemand sie vom Schluß GWBFaust II 8930u8932 ‘luftige G-er’ für auftretendes Personal der Mummenschanz-Szene  [Herold:] Seit mir sind bei Maskeraden | Heroldspflichten aufgeladen, | Wach’ ich ernstlich an der Pforte, | .. Doch ich fürchte durch die Fenster | Ziehen luftige G-er, | Und von Spuk und Zaubereien | Wüßt’ ich euch nicht zu befreien GWBFaust II 5501 in Anrede der allegor Gestalten der ‘vier grauen Weiber’, namentl der ‘Sorge’ GWBFaust II 11487  γ in bildlichen, umgangsspr Wdgn: ‘G-er sehen’, ‘jdm erscheinen G-er’, bezogen auf (sorgenvolle) Vorstellungen, Einbildungen, Befürchtungen  An der Rezension [in FGA üb Wielands ‘Teutschen Merkur’] binn ich so unschuldig wie ein Kind, und diesmal haben Sie G-er gesehen, weil Sie sie suchten GWBB2,137,27 EJacobi [31.12.73]  Ich weiß nicht, was ihm [Goetze] für G-er erschienen sind, daß man seine Tochter [eine junge Schauspielerin] nicht mit nach Lauchstädt schicken wollte GWBB12,148,11 Kirms 9.6.97 GWB18,67,10 Aufgeregten IV 6   b häufiger im Vergleich (anschließend an 1aα), mit unterschiedl Akzentuierung der jeweiligen Eigenschaften u Wirkungsweisen  α auf das Ungreifbare, Flüchtige, auch das Hinterhältig-Vexatorische abhebend  Ich wollt um meines eignen Lebens Gefahr willen Werthern nicht zurückrufen, und glaub mir .. deine Besorgnisse deine Gravamina, schwinden wie G-er der Nacht wenn du Geduld hast GWBB2,207,20 Kestner 21.11.74  [Harfner:] eine unendliche Nacht .. kein Gefühl bleibt mir, als das Gefühl meiner Schuld, die doch auch nur wie ein entferntes unförmliches G. sich rückwärts sehen läßt GWB23,29,8 Lj VII 4  Das Rechte, das ich viel gethan, | Das ficht mich nun nicht weiter an, | Aber das Falsche, das mir entschlüpft, | Wie ein G. mir vor Augen hüpft GWB2,245 Sprichw 495 bezogen auf Mond(licht), Fels- u Wolkenerscheinungen: zugl mit der Aura des Geheimnisvollen  Stratus. | Wenn von dem stillen Wasserspiegel-Plan | Ein Nebel hebt den flachen Teppich an, | Der Mond, dem Wallen des Erscheins vereint | Als ein G. G-er bildend scheint, | Dann sind wir alle, das gestehn wir nur, | Erquickt’, erfreute Kinder, o Natur! GWB3,99 Howards Ehrengedächtnis 26~GWBN12,41,2 Wolkengest  [Leukerbad, am Gemmiberg] Die Wolken, die sich hier in diesem Sacke stoßen, die ungeheuren Felsen bald zudecken und in eine undurchdringliche öde Dämmerung verschlingen, bald Theile davon wieder als G-er sehen lassen, geben dem Zustand ein trauriges Leben. Man ist voller Ahnung bei diesen Wirkungen der Natur GWB19,271,17 BrSchweiz II  β im Hinblick auf das unwillkürlich-eigenmächtige Erscheinen (‘wie ein G. aufsteigen, hervortreten’) u Verschwinden, bes auch mit dem Moment des Plötzlichen, Überraschenden od Schockierenden (im Übergang zu Pkt γ)  [Valerio, üb sein Verhältnis zu Rosa:] die Eifersucht | Nagt ihre Brust wie eine Krankheit .. | Und der Entschluß sie zu verlassen steigt, | Wie ein G., in meinem Busen auf GWB11,301 Erw Elm2 315  [vor der Trennung von Lili] Augenblicke, wo die vergangenen Tage sich wieder herzustellen schienen, aber gleich, wie wetterleuchtende G-er, verschwanden GWB29,156,15 DuW 19  tritt .. eine Überzeugung eigener Ohnmacht wie ein G. so fürchterlich .. auf, daß eine Art Wahnsinn entspringt GWBB43,196,16 Zelter 4.12.27 Gespr Eckerm 20.12.29 GWBB23,244,14 Zelter 15.1.13  γ verbunden mit dem Moment des Erschreckenden, Bedrohlichen (‘jdn, etw wie ein G. fliehen’), auch nur des Lästigen, als Plage Empfundenen  [Eugenie zur Hofmstrn:] Du scheinst mir krank! wie könnte sonst mein Glück | Dir fürchterlich, als ein G., erscheinen GWBNatT 1127  [Natwiss um die Mitte des 18.Jh] Nur ein Hauch von Theorie erregte schon Furcht: denn seit mehr als einem Jahrhundert hatte man sie wie ein G. geflohen GWBN6,167,20 MetamPfl Nachtr  Arbeiten .. die mir nun fast wie lästige G-er erscheinen, es ist der Faust und die Farbenlehre GWBB15,108,2 Cotta 16.9.00 GWB27,241,4 DuW 9 GWBB47,11,14 Meyer 10.4.30  δ in Aufnahme des Volksaberglaubens, daß Gespenster magisch an einen festen Ort gebunden sind  [mBez auf frühe Weim Situation; in Anrede des Mondes u der Geliebten] Das du so beweglich kennst | Dieses Herz im Brand | Haltet ihr wie ein G. | An den Fluß gebannt GWB1,393 An den Mond 11 Var  ε im Anklang an die Totengeist-Vorstellung: das Leblose, Leichenhafte u das Flüchtige, Irreale bezeichnend; auch scherzh für ein Abbild, eine Imitation  [Regentin:] Wer zu herrschen gewohnt ist .. steigt vom Throne wie in’s Grab. Aber besser so, als einem G-e gleich unter den Lebenden bleiben GWB8,236,8 Egm III  [üb d’Holbachs Buch ‘Système de la nature’, 1770 (anonym)] Es kam uns so grau, so cimmerisch, so todtenhaft vor .. daß wir davor wie vor einem G-e schauderten GWB28,68,19 DuW 11  [Orest hat sich zu erkennen gegeben; Iph:] mir steigt aus der Eltern Blut ein Reis der Errettung .. Was es auch sei, laßt mir dieses Glück nicht, wie das G. eines geschiednen Geliebten, eitel vorüber gehn GWB39,364,1 Iph1 III 1  [Franz I im Krönungsornat, die Reichsinsignien vorweisend] so zu sagen als ein G. Karls des Großen GWB26,319,3 DuW 5 GWBB26,337,25 Zelter 14.4.16 in der hyperbol Wdg ‘wie ein G. sehen [=aussehen]’ GWB38,165,7 Claud1  ζ zum Ausdruck des Abstoßenden, Häßlichen  [Reineke üb Höhle der Meerkatzen:] Welch ein Nest voll häßlicher Thiere .. so was Abscheuliches hab’ ich | Nicht im Leben gesehn! Die schwarzen leidigen Kinder | Waren seltsam gebildet wie lauter junge G-er [Reinke de Vos: duele] GWBReinF XI 190   2 in übertr, meist bildhaften Verwendungen   a für od mBez auf Menschen, auch mythol, poet-allegor, imaginative Gestalten  α für (unwillkürlich auftauchendes) bedrängendes, quälendes Erinnerungsbild; mit Gen der Person  [Erinnerung an jugendl Streiche] ich sah noch die G-er der Vettern überall, und fürchtete bald da bald dort einen hervortreten zu sehen GWB27,13,7 DuW 6  [Weisl:] Zu den Waffen, Adelbert! .. Begegne diesem G-e des alten Freundes [Götz], das dir nun so lange unter der feindlichen Gestalt eines Widersachers vorschwebt, dich neckt, aufreizt .. Geh auf ihn los, überwind’ ihn, und so ist es vorbei GWB131,332,11 Götz3 V 4  Er [Byron] hat oft genug bekannt, was ihn quält .. Eigentlich sind es zwei Frauen, deren G-er ihn unablässig verfolgen, welche auch in genanntem Stück [‘Manfred’] große Rollen spielen GWB411,190,8 Üb:Byron,Manfr  β pejor für kraft- u leblose, schemenhafte Gestalt; einmal in Schmähanrede; idWdg ‘sein G. sein’ iSv schwaches Abbild seiner selbst  [Kaiser üb den Gegenkaiser:] Sei das G., das gegen uns erstanden | Sich Kaiser nennt und Herr von unsern Landen, | .. Mit eigner Faust in’s Todtenreich gestoßen! GWBFaust II 10469  [Götz zu seinen Gesellen:] ihr seid nur verstümmelte angefaulte Leichname. Grins’t nur! G-er seid ihr .. Eure Köpfe werden fallen, weil ihr wähntet, sie vermöchten etwas ohne Haupt GWB131,328,8 Götz3 V 2  [Epos, im Huldigungsgestus für die anwesende Maria Feodorowna:] Dem Allergrößten war ich stets vertraut. | .. Achillen hegt’ ich, hegt’ Ulyssen kräftig, | .. So zuversichtlich trat ich hier herein, | Nun schein’ ich mir nur mein G. zu sein GWB16,255 Maskenz 1818 Prol 132 in der Kunst für akadem-leblose, typisierte Figur GWB45,274,6 Diderot,Malerei  γ pejor für Vertreter einer alten, abgelebten Lehre, eines überholten Weltbildes  Blocksbergs-Candidaten .. [Ptolemäer:] Da tritt die Sonne doch hervor | Am alten Himmelsfenster [Kopernikus:] Nicht doch es ist ein Meteor | Ihr Narren und G-er GWB14,304 Faust I Plp Vs 12  δ für Karikatur, Zerrbild; überwiegend mit pers Gen  [Henriette:] solche Fratzenbilder drücken sich unauslöschlich ein und ich läugne nicht, daß ich mir manchmal in Gedanken damit einen Spaß mache, diese G-er aufrufe, und sie noch schlimmer verzerre GWB18,283,1 GutWeiber  Das G. einer ehemalig wohlhabenden Frau bietet einem Ungeheuer von grobem dicken Wuchrer einige altmodische Bijous an GWB47,359,8 Üb:Frz satirKupferst1) GWB47,359,5 ebd2)  ε für Schreckgestalt  [Nymphe:] (flieht vor dem Knaben, der sie mit der Maske scheucht; sie eilt auf Merkur los.. ). Rette mich geliebter, schöner, göttlicher Jüngling von dem ungeheuern G., das mich verfolgt GWB131,81,7 Was wir bringen [1802]  ζ für Phantasiegestalt; ‘greifliches G.’: im Orakelspruch für die vom Prinzen geliebte Menschenpuppe GWB17,8,10u14u22 Triumph Empfindsamk I  η in der scherzh Fügung ‘das sächsische G.’ für den Leipziger Gastwirt u Geisterbeschwörer JGSchrepfer DjG31,403 Mitsch2 710   b für od bezogen auf Dinge, Ereignisse, Umstände, Situationen, auch (optische) Phänomene ua  α für aktuell Bedrohliches, Gefährliches  von Nordosten droht uns ein unsichtbares ungeheures G. [die Cholera], von Südwesten ein halb sichtbares aufgeregter Völkerschaften [Unruhen im Gefolge der Pariser Julirevolution] GWBB49,71,10 Rochlitz 11.9.31  [Weltgeistl üb bevorstehende Revolution:] Wie heftig wilde Gährung unten kocht, | Wie Schwäche kaum sich oben schwankend hält; | .. [Hzg:] Aus grauenvollen Winkeln führe nicht | Mir der G-er dichte Schaar heran GWBNatT 1674 GWBB10,174,17 Meyer 17.7.94 [Zit s v Geist I8a] auch für Unberechenbares  [Faust zu Meph, bezogen auf den Pakt:] Auch was Geschriebnes forderst du Pedant? | .. ein Pergament, beschrieben und beprägt, | Ist ein G., vor dem sich alle scheuen GWBFaust I 1727  β für Vergangenes (hist überliefert od persönl erlebt), das in Darstellungen od Erinnerungsbildern schemenhaft wieder aufsteigt (auch anklingend an Totengeister); einmal für einen schwierigen, gleichsam ein Eigenleben entwickelnden Gegenstand ästhet Gestaltung  Die .. Bände habe .. nach einander weggelesen .. In meinen Jahren ist es angenehm, wenn die einzelnen, vor langer Zeit bei uns vorübergegangenen, verblichenen G-er auf einmal sich frisch zusammennehmen und in lebenslustigem Gange vor uns vorüberziehen GWB412,155,7 Üb:Raumer,Gesch dHohenst  [Werke von Fleming, Canitz, Besser] erinnere .. mich, daß sie .. mir als Knaben und Jüngling wie ein Alp beschwerlich auflagen. Diese Wirkung begreife ich erst jetzt, da sie bei’m Lesen obengenannten Bandes [von Varnhagen] als das wiederaufsteigende G. einer uralten Zeit auf dieselbe Weise lasteten GWB412,267,20 Üb:Varnhagen, Biogr  Ich bewohnte nun wieder mein Mansardzimmer, in welchem die G-er der vielen Gemählde mir zuweilen vorschwebten [die Gf Thoranc hatte aufhängen u zu allg Unzufriedenheit umarbeiten lassen] GWB26,181,22 DuW 4  der nächste Transport [mit Lieferungen zu Bd 4, Ausg.l.H.] bringt die Helena [Helena-Akt, Faust II], welches funfzigjährige G. endlich im Druck zu sehen mir einen eignen Eindruck machen wird GWBB42,105,16 Zelter 29.3.27 GWB31,94,15 ItR  γ für best (aktuelle) Angelegenheiten, Probleme, die einen beschäftigen, quälen od verfolgen; ‘G-er und Unholde’ für fragwürdige (okkulte) Zeiterscheinungen  Von den G-ern mit denen ich mich herumschlage sollst du .. Nachricht erhalten GWBB49,185,18 Zelter 3.1.32  Wollten .. Ew. Wohlgeb. von solchen Notizen sich eine Sammlung machen (betreffend Jesuiten, geheime Gesellschaften, Kryptokatholicismus etc.) so könnte man vielleicht in einiger Zeit von Resultaten Gebrauch machen. Diese G-er und Unholden wird man nicht los GWBB17,101,18 Eichstädt [24.3.04 Korr B30,265] GWB28,216,15 DuW 13 auch für eine irritierende, verstörende Situation  [Alexis:] Nicht der Erinnyen Fackel, das Bellen der höllischen Hunde | Schreckt den Verbrecher so, in der Verzweiflung Gefild, | Als das gelass’ne G. mich schreckt, das die Schöne von fern mir | Zeiget: die Thüre steht wirklich des Gartens noch auf! | Und ein anderer kommt! Für ihn auch fallen die Früchte! GWB1,270 Alexis u Dora 141  δ unter Erkenntnis- u Wahrnehmungsaspekten: ‘die G-er sehen’ für: etw gemeinhin (dh für gewöhnl Augen) Unsichtbares wahrnehmen  Die Künstler sind wie die Sonntagskinder; nur sie sehen die G-er. Wenn sie aber ihre Erscheinung erzählt haben, so sieht sie jedermann Gespr(He1,689) Böttiger 28./30.12.97 auf den optischen (Täuschungs-)Effekt abhebend; ‘wunderliche, geheimnisvolle, neckische G-er’ für die entoptischen Phänomene (in Anlehnung an Bed B)  als ich .. ein sehr auffallendes geologisches Phänomen zu bemerken glaubte .. auf dem von Kalkstein errichteten weißen Mäuerchen ein Gesims von hellgrünen Steinen, völlig von der Farbe des Jaspis .. Auf die eigenste Weise ward ich jedoch entzaubert als ich, auf das G. losgehend, sogleich bemerkte daß es das Innere von verschimmeltem Brot sei GWB33,34,8 Camp  überzeuge mich immer mehr, daß die von Ihnen entdeckten .. entoptischen Farben den prismatischen Erscheinungen zum Grunde liegen und daß wir diesen wunderlichen und geheimnißvollen G-ern von dieser Seite endlich beykommen werden GWBB26,227,18 Seebeck [21.1.16] K  Die entoptischen Erscheinungen sind irrlichtartig, und man kann sich wohl verzeihen, hin und her von ihnen geführt zu werden. Diese neckischen G-er haben mich mehr geäfft als billig GWBB28,309,1 Schultz 24.11.17 zugl in Begriffsexplikation: als täuschende Erscheinung (einmal ausgehend von ‘Augengespenst’)  Wir haben bei Recension des Darwinischen Aufsatzes [‘On the Ocular Spectra of Light and Colours’] den Ausdruck Augengespenst mit Fleiß gewählt und beibehalten, theils weil man dasjenige was erscheint ohne Körperlichkeit zu haben, dem gewöhnlichen Sprachgebrauche nach, ein Gespenst nennt, theils weil dieses Wort, durch Bezeichnung der prismatischen Erscheinung, das Bürgerrecht in der Farbenlehre sich hergebracht und erworben. Das Wort Augentäuschungen .. wünschten wir ein für allemal verbannt. Das Auge täuscht sich nicht; es handelt gesetzlich und macht dadurch dasjenige zur Realität, was man zwar dem Worte aber nicht dem Wesen nach ein G. zu nennen berechtigt ist GWBN4,245,14 FlH VI Darwin  Physiologische Farben [Überschr] .. welche wir billig obenan setzen, weil sie dem Subject, weil sie dem Auge .. zugehören .. wurden bisher als außerwesentlich, zufällig, als Täuschung und Gebrechen betrachtet .. weil man ihre Flüchtigkeit nicht haschen konnte, so verbannte man sie in das Reich der schädlichen G-er und bezeichnete sie in diesem Sinne gar verschiedentlich GWBN1,1,13 FlD 1  ε unter ästhet Wertaspekt: für eine Hervorbringung zweifelhafter Qualität od iSv schwacher Abglanz, degenerierte Erscheinungsform  es hat mir noch nie gelingen wollen, eine vollendete Aufführung meiner Iphigenie zu erleben .. ich leide entsetzlich, wenn ich mich mit diesen G-ern herumschlagen muß, die nicht so zur Erscheinung kommen wie sie sollten Gespr Eckerm 1.4.27  Baukunst in Verona .. in denen neuern Gebäuden scheint nur noch ein G. der alten Kunst nachzuspuken GWBT2,7,23 v 25./28.3.90  Die Florentiner schlugen sich [in der Architektur] lange mit dem G-e des gothischen Geschmacks herum .. bis sie sich auch zur edlen Einfalt erhoben GWBB12,48,7 Schleusner 22.2.97 Beilage  ζ in der (Bescheidenheit suggerierenden) Formulierung ‘(landschaftliche) G-er auf dem Papier spuken lassen’ wohl für das Entstehen von (Landschafts-)Zeichnungen ‘aus der Imagination’3) GWBB23,36,20 Przin CarolLouise 22.6.12 K   c für Gedanklich-Abstraktes, auch Psychisches  α für immer wieder auftauchende od jdn verfolgende, meist obsessive, quälende Gedanken, Vorstellungen, Erinnerungen (auch im Anklang an Totengeister); einmal für eine undeutlich, aber nachhaltig wirkende (wiss) Hypothese, Idee (vgl Pkt β)  [Abschluß der ‘Campagne in Frkr 1792’] Es ward mir manchmal wirklich schwindlich, indem ich das Einzelne jener Tage und Stunden in der Einbildungskraft wieder hervorrief und dabey die G-er, die sich dreyßig Jahre her dazwischen bewegt, nicht wegbannen konnte GWBB36,59,23 Reinhard 10.6.22  [der Arzt, des Harfners Äußerungen wiedergebend:] Nichts ist mir grausamer als Freundschaft und Liebe .. Aber auch diese beiden G-er sind nur aus dem Abgrunde gestiegen, um mich zu ängstigen GWB23,29,20 Lj VII 4  [in Rom angekommen] Das Gesetz und die Propheten sind nun erfüllt, und ich habe Ruhe vor den Römischen G-ern auf Zeitlebens GWBB8,42,23 Seidel 4.11.[86]  Es ist ein wahres Unglück, wenn man von vielerlei Geistern verfolgt und versucht wird! Heute früh .. erhaschte mich ein anderes G., das mir schon diese Tage nachgeschlichen [die Idee der Urpflanze] GWB31,147,16 ItR GWBB27,166,14 August 19.9.16 K GWB411,190,21 Üb:Byron,Manfr GWB23,266,11 Lj VIII 9 für flüchtige, irrige Vorstellungen, Ideen im eigenen Lebensentwurf  Ja, meine Existenz hat einen Ballast bekommen, der ihr die gehörige Schwere gibt; ich fürchte mich nun nicht mehr vor den G-ern, die so oft mit mir spielten GWB30,263,22 ItR~GWBB8,151,14 Ch Stein 25./27.1.87 ‘hypochondrische G-er’ für überspannte, schwermütige Gedanken, Stimmungen  [üb Byrons ‘Sardanapalus’] die ganz eigene wundersame Verbindung zwischen den zwey Personen [König u Sklavin] verscheuchen alle hypochondrischen G-er, womit der treffliche Dichter seine Freunde zu ängstigen pflegt GWBB41,98,10 Benecke 27.7.26 GWBT1,117,22 v 13.5.80  β für falsche, wirklichkeitsfremde (überlebte) wiss Hypothese, Theorie, überwiegend in Polemik gegen Newton  Leider besteht der ganze Hintergrund der Geschichte der Wissenschaften .. aus lauter solchen beweglichen, in einander fließenden und sich doch nicht vereinigenden G-ern GWBN3,137,21 FlH III  So ganz leere Worte, wie die von der Decomposition und Polarisation des Lichts, müssen aus der Physik hinaus wenn etwas aus ihr werden soll. Doch .. es ist wahrscheinlich, daß diese G-er noch bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts hinüber spuken GWBN11,110,12 MuR(1217)  Das Newton’sche G. übt immerfort seine Herrschaft aus, wie Teufel und Hexen im düstersten Jahrhundert GWBB40,328,9 Purkinje 18.3.26 K  Exempel. | Schon Ein Irrlicht sah ich verschwinden, dich, Phlogiston! Balde, | O Newtonisch G.! folgst du dem Brüderchen nach GWB51,229 Xen 170(177)  [gegen die Newton- Schule] Abergläubische Verehrer, | Gab’s die Jahre her genug, | In den Köpfen eurer Lehrer | Laßt G. und Wahn und Trug GWB3,356 ZXen VI 1673 GWBN51,172,21 ÜbNewt DivRefrangib  γ für spekulative (speziell abergläubische) Vorstellungen, Visionen, ein (leeres, gehaltloses) gedankl Konstrukt, Hirngespinst sowie pejor für minderwertige geistige Hervorbringung, intellektuelle Ausgeburt; auch positiv akzentuiert für Phantasieprodukt  [Mittler:] Wir spielen mit Voraussagungen, Ahnungen und Träumen und machen dadurch das alltägliche Leben bedeutend. Aber wenn das Leben nun selbst bedeutend wird, wenn alles um uns sich bewegt und braus’t, dann wird das Gewitter durch jene G-er nur noch fürchterlicher GWB20,192,12 Wv I 18  [im Blick auf Beziehung zu Käthchen Schönkopf, aus einfacheren Verhältnissen stammend] Was ist der Stand? Ein eitles G. das sich [>Eine eitle Farbe die] die Menschen erfunden haben, um Leute die es nicht verdienen mit anzustreichen GWB>31,111,7]">B1,271 FMMoors 1.10.66 Var  In von der Hagen Tausend und einen Tag [Übs pers Erzählungen], das Märchen von Turandot [gelesen]; tröstend über den Kleistischen Unfug [betr Tiecksche Kleist-Ausgabe, 1826], und alles verwandte Unheil. Wie wohlthätig ist die Erscheinung einer gesunden Natur nach den G-ern dieser Kranken GWBT11,83,26 v 11.7.27  [G:] “Ich habe hier eine Menge Blumen und Pflanzengewächse”, indem er auf seine phantastische Zeichnung wies, “wunderlich genug auf dem Papiere zusammengebracht. Diese G-er könnten noch toller, noch phantastischer sein, so ist es doch die Frage, ob sie nicht auch irgendwo so vorhanden sind.” Gespr(He2,460) Falk [30.6.09]  [für: fantôme] GWB40,212,14 Staël, Dichtgn  δ für kleinmütige Haltung, kraftloses Gebaren  [Eugenie:] Diesem Reiche droht | Ein jäher Umsturz .. Wo blieb des Ahnherrn | Gewalt’ger Geist .. | Er ist entschwunden! Was uns übrig bleibt | Ist ein G., das mit vergebnem Streben | Verlorenen Besitz zu greifen wähnt GWBNatT 2837   d ‘G. der äußeren Gestalt’ für ein vorgestelltes od rekonstruiertes Erscheinungsbild, hier für die aus dem Knochengerüst abgeleitete Körpergestalt der Pachydermen (Dickhäuter) GWBN12,146,11 NathistAbbildungen   B als optische bzw wahrnehmungsphysiol Erscheinung   1 das durch Lichtbrechung hervorgerufene Projektionsbild, insbes das prismat erzeugte Farbspektrum; auch ‘(sieben)farbiges, prismatisches G.’  Auf einen schwarzen Grund hatte ich eine weiße Scheibe gebracht, welche .. durch’s Prisma angesehen, das bekannte Spectrum vorstellte .. Eine schwarze Scheibe auf hellem Grund machte aber auch ein farbiges und gewissermaßen noch prächtigeres G. GWBN4,297,3 FlH VI  die Newtonische Theorie, welche keineswegs .. von den einfachen Erscheinungen ausgegangen, sondern auf das zusammengesetzte abgeleitete G. gebaut ist GWBN4,68,24 FlH VI  [Diderot üb versch Maler] Sie stellten .. auf ihrer Palette die Farben in der Ordnung, wie sie im Regenbogen vorkommen .. Allein da sie die Farben nur in der Folge des Regenbogens und des prismatischen G-es kannten, so wagten sie es nicht .. diese Reihe zu zerstören GWB45,307,18 Diderot,Malerei Anm  Es entsteht .. wenn die Refraktion auf ein Bild wirkt, an dem Hauptbilde ein Nebenbild .. Auch haben wir bemerkt .. daß Doppelbilder als halbirte Bilder, als eine Art von durchsichtigem G. erscheinen, so wie sich die Doppelschatten jedesmal als Halbschatten zeigen müssen GWBN1,96,14 FlD 233 GWBN2,68,9u10u11 FlP 113  [für: spectre (compliqué)] GWBN4,153,7u10u13 u 154,4u22 FlH VI Castel zugl (doppeldeutig od mit Bedeutungsverschiebung) in Anlehnung an A1: das Imaginäre, Täuschende der Erscheinung ausdrückend  Der Newtonische Versuch, auf dem die herkömmliche Farbenlehre beruht, ist von der vielfachsten Complication .. Damit das G. erscheine ist nöthig: .. [11 Bedingungen werden aufgezählt] Nehme man von diesen Bedingungen drei, sechs und eilf weg .. und das beliebte Spectrum .. wird nicht zum Vorschein kommen GWBN11,98,15 MuR(1288)  Ein geistreicher Gegner Newtons sagte mit Verdruß: diese Prismen sind sämmtlich Betrüger, alle zur Theatererscheinung des magischen G-es [spectre magique] zugerichtet .... Sein Gespenst ist wahrhaft nur ein G. [spectre], ein phantastischer Gegenstand, der an nichts geheftet ist, an keinen wirklichen Körper; es bezieht sich viel mehr auf das, wo die Dinge nicht mehr sind, als auf ihr Wesen, ihre Substanz, ihre Ausdehnung. Da wo die Körper endigen, da, ganz genau da, bildet es sich GWBN4,155,22 u 156,25 FlH VI Castel  [Versuchsanordnung Newtons; mit Veränderung der Entfernung der Projektionstafel vom Prisma ändern sich Größe u Farbwerte des projizierten Bildes] Haben wir nun .. das taschenspielerische, einförmige, unwandelbare G. in eine wahre, mannigfaltige, sich vielfach darstellende Naturerscheinung verwandelt GWBN4,449,23 FlH Plp GWBN52,126,25 Fl Plp  [für: spectre] GWBN4,154,24 FlH VI Castel   2 als subjektiv-physiol Phänomen: (kurzzeitige) Erscheinung, Nachbild auf der Netzhaut4)  Schließen wir das Auge sogleich, wenn wir in die Sonne gesehen haben; so werden wir uns wundern, wie klein das zurückgebliebene Bild erscheint .. Kehren wir dagegen das geöffnete Auge nach einer Wand, und betrachten das uns vorschwebende G. in Bezug auf andre Gegenstände; so werden wir es immer größer erblicken, je weiter von uns es .. aufgefangen wird GWBN1,9,4 FlD 22  [üb RWDarwins ‘On the Ocular Spectra of Light and Colours’, 1785] Dieser Aufsatz von den Augengespenstern ist ohne Zweifel der ausführlichste unter allen die erschienen sind .. Nach der Inhaltsanzeige folgt eine kurze Einleitung, welche eine Eintheilung dieser G-er .. enthält. Die Überschriften und Summarien seiner Capitel sind folgende: .. 2. Von G-ern [spectra] aus Mangel von Empfindlichkeit .. 3. Von G-ern [spectra] aus Übermaß von Empfindlichkeit [im weiteren 13 mal in Übs von Kap-Überschriften] GWBN4,241,18u22 u 242,4 FlH VI Darwin uö(ebd) GWBAugengespenst GWBFarbengespenst GWBHalbgespenst GWBHöllengespenst GWBLichtgespenst GWBLuftgespenst GWBNacht- GWBPapier- GWBPreßfreiheits- GWBPrismen-Syn GWBErscheinung zu A GWBChimäre GWBGeist zu A1aα GWBSchatten GWBSchattenerscheinung GWBSchattengebilde GWBSpenst GWBTrugbild GWBTruggesicht zu A1aα und β GWBTruggestalt zu A1b GWBPhantom zu A1bε GWBLarve GWBManen GWBSpenst zu A2 GWBPhantom zu A2a und b GWBScheinbild GWBSchemen zu A2b GWBSchattenbild zu A2cγ GWBHirngespinst GWBTrugbild GWBTruggespinst zu A2d GWBSchattenbild zu B1 GWBSpektrum zu B2 GWBAugengespenst GWBFarbengespenst GWBGestalt GWBNachbild GWBScheinbild GWBSchemen 1) Abb in: JWGoethe, Recension einer Anzahl frz satir Kupferstiche, ed HKiefer, 1988,122 2) Abb ebd, 120 3) so Tgb 13.7.06 iZshg mit der Entstehung des ‘Reise-, Zerstreuungs- u Trostbüchlein’ für Przin Caroline Louise v Weim (Reprint Leipzig 1985); vgl dazu GFemmel im ‘Begleittext u Katalog zum Reprint .. ’, 20. Entsprechend Corpus IV A,50 Nr150: “für 1812 ist charakteristisch, daß die allzu bekannten Gegenstände umstilisiert, nach eigener innerer Vorstellung, wiedergegeben worden sind.” 4) vgl G-s Begriff der ‘physiolog(isch)en Farben’ in FlD; s Farbe A5fα Nikolaus LohseN.L.
30670 Zeichen · 329 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gespenst

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ge-spenst , ge-spenste s. gespanst;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gespenstN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gespenst , N. nhd. Gespenst, Spuk, Verlockung, teuflisches Trugbild, Gaukelei, Blendwerk Hw.: vgl. mhd. gespenst (1) E.:…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gespênst

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Gespênst , des -es, plur. die -er eine geistige Substanz, wenn sie unter einer angenommenen Gestalt den Menschen ers…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gespenst

    Goethe-Wörterbuch

    Gespenst Knapp 200 Belege, davon gut die Hälfte in vergleichenden u übertr Anwendungen (A1b u A2); vorwiegend dort weite…

  5. modern
    Dialekt
    Gespenstn.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Ge-spenst [-špènst fast allg.; –špèšd Sbg. ] n. Gespenst: er siht us wie e G. Du G.! böser Wicht!

  6. Sprichwörter
    Gespenst

    Wander (Sprichwörter)

    Gespenst 1. Es ist nicht all ein Gespenst, was inn der Tochter Kammer gehet. – Henisch, 1566, 49; Petri, II, 273. Die Ch…

  7. Spezial
    Gespenst

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|spenst n. (-es,-er) 1 spirit (-ic) m. 2 ‹infant› bau (bai) m. 3 (Trugbild) fantom (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gespenst

87 Bildungen · 84 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gespenst

ge- + spenst

gespenst leitet sich vom Lemma spenst ab mit Präfix ge-.

gespenst‑ als Erstglied (30 von 84)

gespenstassel

DWB

gespens·tassel

gespenstassel , f. oniscus linearis s. scolopendroides, eine fadenförmige assel im nordmeer Oken 5, 606 . vgl. gespenst II, 5, m.

gespensten

DWB

gespen·sten

gespensten , verb. als gespenst umgehen, spuken, schweiz. gespeisten Stalder 2, 381 , vgl. gespenst I, 3, d und gespenstern: auf wundervolle…

Gespenster

Meyers

gespen·ster

Gespenster ( Spectra ), ohne Körperlichkeit, als bloße Schemen oder Schattenbilder sichtbar werdende Spukgestalten des Volksaberglaubens. Da…

gespensterauge

DWB

gespenster·auge

gespensterauge , n. geisterhaftes, grauen erregendes auge: du kamst ja schon verstimmt und mit gespensteraugen in die sitzung. Gutzkow ritte…

gespensterei

DWB

gespenste·rei

gespensterei , f. spukerei: damit dasz hierinn kein zauberei, gespenst und geisterei ( s. d. ) möge erfunden werden. Paracelsus op. (1616) 1…

gespensterente

DWB

gespenste·rente

gespensterente , f. anas albeola, weisz-schwarze ente aus Luisiana, engl. spirit Nemnich 1, 260. 3, 191 . vgl. gespenst II, 5, m.

gespenstergebilde

DWB

gespenster·gebilde

gespenstergebilde , n. : über die beete ohne ähren schweiften blasse gespenstergebilde der vergänglichkeit. J. Paul Siebenkäs 1, 120 .

gespensterglaube

DWB

gespenster·glaube

gespensterglaube , m. glaube an gespenster: dem gespensterglauben möchte ich nun freilich nicht das wort reden. Hebel 3, 230 . dazu das adj.…

gespenstergraus

DWB

gespenster·graus

gespenstergraus , m. grauenhafte gespenstererscheinung: wie kindlein zittern vor gespenstergrause. Rückert ausw. 151 ( ges. ged. 1, 155); es…

gespensterhaft

DWB

gespenst·erhaft

gespensterhaft , adj. und adv. 1 1) das wesen von gespenstern an sich habend, nach art der gespenster: ahnet hier dinge aus einer andern wel…

gespensterhaube

DWB

gespenster·haube

gespensterhaube , f. gespensterhaft aussehende haube: die neue ( pfarrerin ) braucht puder, kälber- und geiszen-, ross- und menschenhaare be…

gespensterhund

DWB

gespenster·hund

gespensterhund , m. gespensterhafter hund: obgleich wieder die wilde jagd der gespensterhunde um das haus tobte. Freytag handschr. 1, 195 .

Gespensteridee

GWB

gespenster·idee

Gespensteridee Bindestrichschr idVbdg ‘Gespenster-, Hexen- und Teufelsideen’ für best, kulturell geprägte Gespenstervorstellung 32,351,26 Üb…

gespensterisch

DWB

gespenste·risch

gespensterisch , adj. und adv. gespensterhaft, vgl. gespenstisch : es wird auch die fledermausz für sich einer gespensterischen art befunden…

gespensterkammer

DWB

gespenster·kammer

gespensterkammer , f. kammer, in der gespenster ihr unheimliches wesen treiben, bildlich: jeder mensch, auch der zum besten strebende, hat, …

gespenst als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von gespenst (2 von 2)

gespenste

BMZ

gespenste stn. trugbild, geisterhafte erscheinung. Schmeller 3,567. alsô würde siu erlœset von dem tiufele und sîme gespenste Pf. Germ. 3, 4…

urgespenst

DWB

urgespenst J. H. Vosz antisymbolik 1, 22 (gespenst 3/5 mit ur- C 4 c).